[0001] Die Erfindung betrifft ein Membran-Schaltelement zur Betätigung einer differenzdruckgesteuerten
Anzeigevorrichtung für übermäßige Verschmutzung eines Ansaugluftfilters eines Verbrennungsmotors
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine derartige Anzeigevorrichtung ist z.B. aus der DE-AS 12 32 788 bekannt. Bei dieser
Vorrichtung erfolgt die Trennung zwischen Unterdruckkammer und Atmosphäre über eine
sogenannte Stülpmembran, die federbelastet ist. Im Zentrum der Membran ist eine Art
Stift angelenkt, der der Auslenkung des Membranzentrums folgt und bei einem bestimmten
Unterdruck entsprechender Lage der Membran eine optische Anzeige auslöst. Durch die
Verwendung einer Stülpmembran wird der Einfluß von Eigenspannungen im Membranmaterial
im axialen Verschiebe-bereich der Membran weitgehendst ausgeschlossen. Dem Unterdruck
wirkt somit die Kraft der auf die Membran einwirkenden Feder praktisch ungestört von
Einflüssen der Membran entgegen. Da dem zu messenden Unterdruck systembedingt gewisse
Pulsationen überlagert sind und andererseits die gesamte Anzeigevorrichtung mechanischen
Schwingungen ausgesetzt ist, unterliegt der Stift für die optische Anzeige des Unterdruckes
geringfügigen Schwingungen. Dies ist, so lange es sich um eine rein optische Anzeige
handelt wegen des geringen Schwingungsausschlages nicht weiter störend. Nachteilig
ist eine solche Schwingung des Anzeigestiftes jedoch dann, wenn der Stift nicht ein
optisches Anzeigesignal geben soll, sondern dazu verwendet wird, bei Überschreiten
eines bestimmten Differenzdruckes einen elektrischen Kontakt zur Auslösung eines Anzeigesignals
zu betätigen. Hierbei führen die Schingungen nämlich im Schaltbereich zu unerwünschten
Kontaktschwankungen, die zu einem frühzeitigen Verschleiß der Kontakte führen.
[0003] Hier Abhilfe zu schaffen, ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung.
[0004] Gelöst wird sie durch einen Aufbau des Membran-Schaltelements nach den Merkmalen
des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1.
[0005] Das wesentliche Merkmal dieser Einrichtung ist die Verwendung einer tellerförmigen
Membran unter Ausnützung von deren in bestimmten Lagen vorhandenen Eigenspannungen
zur Stabilisierung des Kontaktgebers im Schaltzeitpunkt, d.h. bei Überschreiten des
die Anzeige auslösenden vorgegebenen Differenzdruckwertes. Dies wird dadurch erreicht,
daß die Teller-Membran so eingebaut ist, daß sie bei fehlendem Differenzdruck in ihrer
der spannungsfreien Endruhelage gegenüberliegenden Endlage durch die sie belastende
Feder vorgespannt ist. Bei einsetzendem Unterdruck bewegt sich das Membranzentrum
dann in Richtung auf die spannungsfreie Endruhelage der Membran hin. Dabei durchfährt
die Membran einen labilen Bereich, in dem sich ihre Eigenspannungen in Axialrichtung
gegenseitig aufheben. Über die sie belastenden Federn wird die Membran nun so justiert,
daß der Druckdifferenzwert, bei dessen Überschreitung ein Anzeigesignal ausgelöst
werden soll, in den sogenannten labilen Bereich der Membran zu liegen kommt. Ein überschreiten
des Druckdifferenzwertes führt dazu, daß die Wirkung des Unterdrucks noch durch die
nach Überschreiten der labilen Lage in der Membran frei wer de in Richtung der Endruhelage
wirkende potentielle Energie unterstützt wird. Dadurch kommt es zu einer Art Schnappeffekt,
der zu einem schwingungsfreien Schließen des elektrischen Kontaktes zur Auslösung
des Anzeigesignals wie bei den in der Elektrotechnik bekannten Kippschaltern führt.
Für ein öffnen des elektrischen Kontaktes wirkt dem abnehmenden Differenzdruck in
einem übergangsbereich zunächst zusätzlich noch die Membrankraft entgegen, die zum
erneuten Spannen der Membrankraft erforderlich ist. Auf diese Weise kommen bei der
erfindungsgemäßen Lösung im Schaltbereich Pulsationen des Unterdrucks und mechanische
Schwingungen zumindest in einem begrenzten Rahmen nicht zum Tragen. Dies ist der besondere
Vorteil der erfindungsgemäßen Ausführung, bei der eine lange Lebensdauer der elektrischen
Kontakte durch deren Betätigung nach Art des bekannten elektrischen Kippschalters
gewährleistet ist.
[0006] Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung gibt Anspruch 2 wieder.
[0007] Anhand der Zeichnung sollen Aufbau und Wirkungsweise eines Ausführungsbeispiels der
Erfindung erläutert werden.
[0008] Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines an den Ansaugkanal eines Verbrennungsmotors
angeschlossenen Ansaugluftfilters mit der Anordnung des erfindungsgemäßen Membran-Schaltelements
Fig. 2 das erfindungsgemäße Membran-Schaltelement in Seitenansicht geschnitten in
wiederum schematischer Darstellung
Fig. 3 die erfindungsgemäße Membran in Seitenansicht im Schnitt
[0009] Ein Verbrennungsmotor 1 ist über einen Ansaugkanal 2, in welchen das erfindungsgemäße
Membran-Schaltelement 3 hineinragt, und einen Vergaser 4 mit willkürlich betätigbarer
Drosselklappe mit einem Ansaugluftfilter 5 verbunden. Der Ansaugluftfilter 5 wird
durch einen Filtereinsatz 6 in einen Reinluftraum 7 und einen Rohluftraum 8 aufgeteilt.
[0010] Das Membran-Schaltelement 3 besteht aus einem zweiteiligen Gehäuse aus Gehäuseoberteil
9 und Gehäuseunterteil 10, die durch eine Schnappverbindung miteinander verbunden
sind. In der Trennebene 11 zwischen den Gehäuseteilen 9,10 ist eine tellerförmige
Membran 12 aus elastischem Werkstoff, z.B. Silikonkautschuk, mit ihrem äußeren, kreisringförmigen
Umfangswulst 13 dichtend eingespannt und teilt das Gehäuse in zwei Kammern 14, 15
auf. Die eine Kammer 14 steht mit der umgebenden Atmosphäre und die andere Kammer
15 über eine öffnung 16 mit dem Ansaugkanal 2 in Verbindung.
[0011] Die in ihrem entspannten Zustand kegelstumpfförmige Membran 12 gemäß Figur 3 weist
außer dem äußeren Umfangswulst 13 eine Mantelfläche 17 auf, die den äußeren Umfangswulst
13 mit einem inneren, kreisringförmigen Umfangswulst 18 verbindet. Eine mehrfach abgesetzte,
mit Schultern versehene, teilweise innen hohle Schaltstange 19 wird an ihrem unteren,
mit Durchbrüchen versehenen hülsenförmigen Ende 20 mit Gehäuseunterteil 10 geführt.
Im Inneren dieses hülsenförmigen Teils liegt an einer Schulter 21 eine Druckfeder
22 an, die an ihrem anderen Ende am Gehäuseunterteil 10 sich abstützt.
[0012] An dem gegenüberliegenden Ende 23 der Schaltstange 19 liegt auf einer weiteren Schulter
24 eine durch eine Druckfeder 25 beaufschlagte Kontaktscheibe 26 lose auf, die den
Hub der Schaltstange 19 durch Anlegen an eine Schulter 27 des Gehäuseoberteils 9 begrenzt.
Zwei Kontaktbügel 28, 29 sind in der
[0013] Trennebene 11 zwischen Gehäuseober- und -unterteil eingespannt und weisen jeweils
einen abgewinkelten Teil 30, 31 auf, mit dem die Kontaktscheibe 26 zum Auslösen eines
Schaltsignals in Berührung bringbar ist. Zwischen dem oberen Ende 23 und dem unteren
Ende 20 der Schaltstange ist die Membran 12 mit ihrem inneren, ringförmigen Umfangswulst
18 mit der Schaltstange 19 dichtend verbunden.
[0014] Beim Zusammenbau des Membran-Schaltelements 3 wird die Membran 12 so wie in Fig.
3 dargestellt eingelegt. Dabei liegt der inneie Umfangswulst 18, axial gesehen, in
einer Ebene unterhalb der Ebene, in der der äußere Umfangswulst 13 liegt und steigt
in Richtung der mit dem Unterdruck des Ansaugkanals 2 beaufschlagten Kammer 15.
[0015] Die Druckfeder 22 ist so ausgelegt, daß sie bei zusammengesetztem Membran-Schaltelement
3 den bei unverschmutztem Filtereinsatz maximal anstehenden Unterdruck im Ansaugkanal
von z.B. 35 Millibar ausgleicht und der Schaltmechanismus eine Lage einnimmt, wie
sie in Fig. 2 dargestellt ist. Der axiale Hub der Schaltstange 19 nach oben wird dabei
durch das Anlegen der Kontaktscheibe 26 an die Schulter 27 des Gehäuseoberteils 9
begrenzt. Bei diesem Verschieben der Schaltstange nach oben wird die Membran 12 aus
ihrer Einbaulage gemäß Fig. 3 in eine Lage gemäß Fig. 2 bewegt, wobei sie auf diesem
Weg über die Stellung einer labilen Zwischenlage hinaus weiterbewegt und gespannt
wird.
[0016] Die Festlegung des Schaltpunktes erfolgt nach dem Zusammenbau des Membran-Schaltelements
in einem Justiervorgang, bei dem an die Kammer 15 der dem Schaltpunkt entsprechende
Unterdruck von z.B. 50 mbar bei einer bestimmten Umgebungstemperatur angelegt wird,
durch Vorspannen der Druckfeder 25.
[0017] Die Lage der Membran 12 in dem Gehäuse 9, 10 wird dabei so gewählt, daß der Unterdruck
von 50 mbar, bei dessen Überschreitung der elektrische Kontakt zur Auslösung des Anzeigesignals
geschlossen werden soll, dann an der Membran 12 ansteht, wenn sich diese gerade in
ihrer labilen Zwischenlage befindet. Dadurch wirkt bei Überschreiten dieses Soll-Differenzdruckes
auf den Kontakt nicht nur die resultierende Kraft aus Unterdruck und Kraft der auf
die Membran einwirkenden Federn, sondern zusätzlich auch noch die die Membran in Ruhelage
bringen wollende potentielle Energie der Eigenspannungen in der Membran selbst. Die
zusätzliche Membrankraft kann im vorliegenden Fall einen Wert von etwa 3 mbar annehmen.
Dadurch werden bei einmal ausgelöstem elektrischen Kontakt um bis zu 3 mbar auftretende
Unterdruckerniedrigungen, wie sie leicht durch Pulsationen auftreten können, nicht
wirksam, d.h. sie führen nicht zu einem öffnen des Kontaktes. Der Kontakt kann vielmehr
erst wieder geöffnet werden, wenn die Druckerniedrigung den Wert von hier z.B. 3 mbar
überschreitet.
[0018] Konkret wird der elektrische Kontakt zur Auslösung des Anzeigesignals dadurch bewirkt,
daß die Kontaktscheibe 26 die Kontaktbügel 28, 29 miteinander verbindet. Durch das
elektrische Schaltsignal kann z.B. eine optische Anzeige am Armaturenbrett des Fahrzeuges
ausgelöst werden.
1. Membran-Schaltelement zur Betätigung einer differenzdruckgesteuerten Anzeigevorrichtung
für übermäßige Verschmutzung eines Ansaugluftfilters (5) eines Verbrennungsmotors
(1) mit einer Membran (12) aus elastischem Werkstoff, die mit ihrem Umfangswulst (13)
in einem Gehäuse (9,10) eingespannt dieses in zwei Kammern (14,15) trennt und im Zentrum
an eine senkrecht zur Einspannebene betätigbare , federbelastete Schaltstange (19)
angelenkt ist, die bei Druckdifferenz zwischen den beiden Kammern (14,15) der daraus
resultierenden Verschiebung des Zentrums der Membran (12) mit der inneren Umfangswulst
(18) folgt und bei überschreiten einer vorbestimmten Druckdifferenz eine Anzeige bewirkt,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale
(a) die Membran (12) ist tellerförmig ausgebildet und derart eingebaut, daß sie sich
bei fehlender Druckdifferenz zwischen den Kammern (14,15) in der ihrer entspannten
Endruhelage (12 in Fig. 3) entgegengesetzten Endruhelage (12 in Fig.2) befindet und
sich bei steigender Druckdifferenz unter Verschieben ihres Zentrums mit der inneren
Umfangswulst (18) durch die Einspannebene ihres äußeren Umfangswulstes (13) hindurch
und unter Durchlaufen einer sich dabei einstellenden labilen Zwischenlage auf ihre
entspannte Endruhelage (12 in Fig.3) zu bewegt,
(b) die an die Membran (12) angelegte Federkraft (22,25) ist so ausgelegt, daß die
Membran (12) sich bei der Druckdifferenz, bei deren Überschreiten die Schaltstange
(19) eine Anzeige auslösen soll, in der labilen Zwischenlage befindet, aus der sie
bei weiter ansteigender Druckdifferenz durch Unterstützung der dann frei werdenden
in ihr gespeicherten potentiellen Energie ihrer entspannten Endruhelage (12 in Fig.3)
zustrebt,
(c) die an der Membran (12) angelenkte Schaltstange (19) betätigt zur Anzeige der
überschrittenen vorgegebenen Druckdifferenz einen elektrischen Kontakt (26,31).
2. Membran-Schaltelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß bei der labilen
Zwischenlage der Membran (12) der innere Umfangswulst (18) und der äußere Umfangswulst
(13) etwa in einer Ebene (11) liegen.