[0001] Die Erfindung betrifft eine abstimmbare Streifenleiterschaltung, die mehrere in Reihe
liegende und parallel geschaltete leerläufende und/oder kurzgeschlossene Leitungsstücke
aufweist, welche in ihrer wirksamen Länge bzw. ihrem Wellenwiderstand variiert werden
können.
[0002] Für Frequenzen ab etwa 3 GHz aufwärts ist der Einsatz von konzentrierten abgleichbaren
Schaltungselementen wegen der notwendigen kleinen Abmessungen, den geforderten geringen
Verlusten und Eigenresonanzen kaum möglich. Neben Hohlleiter- und Koaxialleiterschaltungen
werden daher häufig Streifenleiterschaltungen verwendet. Der Begriff Streifenleiter
soll hier stellvertretend für alle planaren Leitungsformen, z. B. auch für Schlitz-
oder Flossenleitungen, stehen.
[0003] Bei Schaltungen in Streifenleitertechnik ist es bisher sehr schwer möglich, die Schaltungsparameter
durch einen einfachen Abgleich zu verändern. Ein solcher Abgleich ist aber nötig,
nämlich zur Kompensation der Abweichungen von geforderten Schaltungsparametern, die
durch Fertigungsstreuungen beispielsweise von Ferriten in Zirkulatoren oder Isolatoren
oder besonders bei aktiven Elementen, wie Dioden und Transistoren, verursacht werden.
[0004] Eine Abgleichmethode ist in "FET application note, Plessey, 1976, Publication No.
P.S. 1843 beschrieben. Hierbei werden auf den Streifenleitern Scheiben in einer für
den Abgleich optimalen Lage aufgelötet oder geklebt. Ein kaum zu vermeidender Luftspalt
zwischen den Scheiben und dem Substrat, auf dem die Streifenleitung angeordnet ist,
führt aber zu Dämpfungsverlusten und Instabilitäten.
[0005] Aus "Conference Proceedings, 8. Europ. Microwave conference, Paris, 4-8. Sept. 1978,
S. 139, Abb. 4, J. A. Voughan, F. G. Sawyer and M. J. Williams: Bipolar and F.E.T.
power amplifier for a 2,6 Ghz community television transponder" geht eine abstimmbare
Streifenleitung hervor, die aus mehreren parallel nebeneinander liegenden Leitungsstücken
besteht. Durch Zusammenschalten einiger Leitungsstücke mittels Löten oder Bonden läßt
sich eine gestufte Abstimmung vornehmen. Eine genaue stufenlose Abstimmung ist nach
diesem Verfahren nicht möglich. Außerdem ist der Aufwand für die Abstimmung zu groß
und eine wechselweise Optimierung einzelner Abstimmpositionen nur schwer durchführbar.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die anfangs beschriebene Streifenleiterschaltung
so zu gestalten, daß sie auf sehr einfache Weise, jederzeit reproduzierbar, exakt
abgestimmt werden kann.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die zu den Leitungsstücken gehörende
Masseleitung Aussparungen enthält, in die horizontal und/oder vertikal verstellbare
Abstimmelemente aus Metall oder einem dielektrischen Material hineinreichen.
[0008] Zweckmäßige Ausführungen der erfindungsgemäßen abstimmbaren Streifenleiterschaltung
sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0009] Anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele wird nun die Erfindung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Beispiel für eine Streifenleitung mit den verschiedensten Abstimmöglichkeiten,
Fig. 2a die Draufsicht auf eine als Verstärkerstufe ausgebildete abstimmbare Streifenleiterschaltung,
Fig. 2b eine Seitenansicht der in der Fig. 2a gezeigten Streifenleiterschaltung (Schnitt
A-A),
Fig. 3 eine Abstimmschraube,
Fig. 4a die Seitenansicht und
Fig. 4b die Vorderansicht eines Abstimmschiebers.
[0010] In der Fig. 1 ist eine Streifenleiterschaltung dargestellt, die mit einem abstimmbaren
Wellenwiderstandssprung 1, einem leerlaufenden 2 und einem kurzgeschlossenen 3 parallelen
Leitungsstück und einer Koppelleitung 4 versehen ist. Den Wellenwiderstandssprung
1 bildet ein symmetrischer Querschnittssprung - er kann auch,unsymmetrisch sein -
der Streifenleitung. Der Wellenwiderstand dieses Sprungs läßt sich dadurch variieren,
daß in die Masseleitung auf der gegenüberliegenden Seite des die Streifenleitung tragenden
Substrats bei den seitlichen Enden des Querschnittssprungs Aussparungen 5 und 6 (strichliert
gezeichnet) eingelassen sind, in die vertikal verstellbare Abstimmelemente eintauchen.
Detaillierte Ausführungen der Abstimmelemente werden weiter unten aufgezeigt. Das
parallel liegende leerlaufende Leitungsstück 2 besitzt zu seiner Längenvariation bei
seinem Ende eine Masseleitungsaussparung 7, innerhalb derer sich ein horizontal verstellbares
Abstimmelement verschieben läßt. Ebenfalls zur Längenänderung hat das kurzgeschlossene
parallel liegende Leitungsstück 3 beim Anfang, wo es von der durchgehenden Streifenleitung
abzweigt, eine Masseleitungsaussparung 8, für die ein vertikal verstellbares Abstimmelement
vorgesehen ist. Mit zwei ähnlichen Aussparungen 9, 10 und vertikal verstellbaren Abstimmelementen
ist die Masseleitung im Koppelbereich zwischen der durchgehenden Streifenleitung und
der Koppelleitung 4 versehen. Hiermit läßt sich der Kopplungsgrad verändern. Es ist
darauf zu achten, daß die Leitungsstücke möglichst niederohmig sind, damit die ohm'schen
Verluste der Streifenleiterschaltung nicht zu groß werden. Mit einer darartigen abstimmbaren
Streifenleiterschaltung sind übertragungstechnische Forderungen, wie z. B. an das
Amplituden- und Phasenverhalten in einem bestimmten Frequenzbereich, an die Welligkeit,
den Reflexionsfaktor, die Transformationsverhältnisse usw. leicht zu erfüllen.
[0011] An einem konkreten Beispiel einer in Fig. 2a und 2b dargestellten Verstärkerstufe,
soll im folgenden die Abstimmeinrichtung der Streifenleiterschaltung näher erläutert
werden.
[0012] Die Fig. 2a zeigt die Draufsicht der in ein Gehäuse 11 eingesetzten Streifenleiterschaltung
mit z. B. einem GaAs-Feldeffekttransistor 12 als Verstärkerbaustein. Eingangs-und
ausgangsseitig sind zur Anpassung an den Transistor abstimmbare Streifenleiterschaltungen
angeordnet. Sie enthalten parallel geschaltete leerlaufende Leitungsstücke 13, 14
und einen symmetrischen Querschnittssprung 15 am Eingang des Transistors, die in ihrer
wirksamen elektrischen Länge bzw. ihrem Wellenwiderstand variabel sind. Um Diskontinuitäten
beim übergang von der hochohmigen Streifenleitung auf die niederohmigen parallel geschalteten
Leitungsstücke 13 und 14 zu vermindern, findet der übergang über konstante Wellenwiderstandssprünge
16 und 17 statt.
[0013] Im Bereich ihrer Enden besitzen die abstimmbaren Leitungsstücke 13, 14 und 15 Masseleitungsaussparungen
18, 19, 20 und 21.
[0014] Die Fig. 2b zeigt die in diese Masseleitungsaussparungen eingesetzten Abstimmelemente.
Die Aussparung 18 ist rechteckförmig und erstreckt sich bis zum Rand des auf seiner
Oberseite die Streifenleitung 23 und auf seiner Unterseite die Masseleitung 24 tragenden
Substrats 22. In dieser Aussparung 18 ist ein Schieber 25 längs beweglich angeordnet;
und zwar gleitet der Schieber zwischen dem Gehäuseboden, mit dem die Masseleitung
kontaktiert ist und der von der Masseleitung befreiten Unterseite des Substrats 22.
[0015] In die runden Aussparungen 19, 20 und 21 ragen in ihrer Höhe verstellbare, durch
den Gehäuseboden geführte Schrauben 26, 27 und 28.
[0016] Die Abstimmelemente, Schrauben und Schieber, bestehen entweder aus Metall oder einem
Dielektrikum, dessen Dielektrizitätskonstante größer ist als die des Substrats.
[0017] Um die Induktivitäten, die die Abstimmelemente mit der Masseleitung bilden, zu verringern,
sind die Schrauben 26, 27 und 28, wie Fig. 3 zeigt, über einen metallischen Ring 29
und der Schieber 25, wie aus der Fig. 4b hervorgeht, über einen Schleifkontakt 30
mit der Masseleitung 24 direkt kontaktiert. Federn 31 zwischen der Unterseite des
Schiebers 25 und dem Boden des Gehäuses 11 drücken den Schieber gegen das Substrat
(vgl. Fig. 4a bzw. 4b).
[0018] Zur Unterdrückung von Resonanzen in den Ausnehmungen des Gehäuses, in denen die Abstimmelemente
angeordnet sind, können zusätzlich noch Dämpfungsmaterialien 32, 33 um die Schrauben
(Fig. 3) und den Schieber (Fig. 4a) angeordnet werden. Die Dämpfungsmaterialien sorgen
auch für die HF-Dichtigkeit des Gehäuses.
1. Abstimmbare Streifenleiterschaltung, die mehrere in Reihe liegende und parallel
geschaltete, leerlaufende und/ oder kurzgeschlossene Leitungsstücke aufweist, welche
in ihrer wirksamen Länge bzw. ihrem Wellenwiderstand variiert werden können, dadurch
gekennzeichnet, daß die zu den Leitungsstücken (1, 2, 3, 4, 13, 14, 15) gehörende
Masseleitung (24) Aussparungen (5, 6, 7, 8, 9, 10, 18, 19, 20, 21) enthält, in die
horizontal und/oder vertikal verstellbare Abstimmelemente (25, 26, 27, 28) aus Metall
oder einem dielektrischen Material hineinreichen.
2. Abstimmbare Streifenleiterschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abstimmelemente Schrauben (26, 27, 28) sind, die durch das Gehäuse (11) in dem
die Streifenleiterschaltung angeordnet ist, senkrecht in die Aussparungen (19, 20,
21) in der mit dem Gehäuse kontaktierten Masseleitung (24) einschraubbar sind.
3. Abstimmbare Streifenleiterschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abstimmelemente Schieber (25) sind, die in einer entsprechend großen Aussparung
(18) in der.Masseleitung (24) horizontal verschiebbar sind, wobei die Schieber zwischen
einer Wand des Gehäuses (11), mit dem die Masseleitung der Streifenleiterschaltung
kontaktiert ist, und dem die Streifenleiterschaltung tragenden Substrat (22) gelagert
sind.
4. Abstimmbare Streifenleiterschaltung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Abstimmelemente (25, 26, 27, 28) mit der Masseleitung (24)
direkt kontaktiert sind.
5. Abstimmbare Streifenleiterschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das dielektrische Material der Abstimmelemente eine größere Dielektrizitätskonstante
besitzt als das Substrat der Streifenleiterschaltung.
6. Abstimmbare Streifenleiterschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
beim Ende jedes leerlaufenden Leitungsstücks (2, 13, 14) und beim Anfang im Bereich
der Abzweigung jedes kurzgeschlossenen Leitungsstücks (3) eine Aussparung in der Masseleitung
vorhanden ist.
7. Abstimmbare Streifenleiterschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
bei elektromagnetisch miteinander gekoppelten Leitungsstücken (4) der Kopplungsgrad
durch eine oder mehrere in der Massefläche im Bereich der Koppelzone angeordnete Aussparungen
(9, 10) mit Abstimmelementen variiert werden kann.