[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schichten von Kernen für Transformatoren
und Drosselspulen mit mehreren Einzelblechen je Lage und mit von Lage zu Lage gegeneinander
versetzten und sich gegenseitig überlappenden Schnittlinien, wobei die Einzelbleche
mindestens während des Auflegens auf den Kern mechanisch geführt und gehalten sind.
[0002] Transformatorkerne aus dem heute allgemein verwendeten kornorientierten Blech sollen
nach Möglichkeit so gebaut sein, daß Löcher oder andere Querschnittsveränderungen
im aktiven Eisen vermieden sind, Derartige Löcher oder Querschnittsveränderungen verursachen
neben der bekannten Erhöhung der Leerlaufverluste erhöhte Risiken hinsichtlich Eisenbrand
sowie im Falle konstruktiv bedingter Nachbarschaft von Kernbandagen zu den Löchern
abnormal hohen Anstieg der Leerlaufverluste bei der Stoßspannungsprüfung des Transformators.
Die Ursache für den zuletzt genannten Effekt liegt in der Bildung von Teilquerschnitten
mit relativ kleinen Widerständen gegenüber der Umfangsspannung. Die Bildung dieser
Teilquerschnitte wird dabei durch hohe örtliche Paketpressung an den Löchern und gleichzeitig
hohe Umfangspressung durch Kernbandagen hervorgerufen.
[0003] Trotz dieser Nachteile werden Kerne üblicherweise noch immer mit Löchern im aktiven
Eisen auch bei Verwendung von kornorientiertem Blech ausgeführt. Diese Löcher dienen
häufig zur Aufnahme von Kernpreßbolzen, meistens und in erster Linie jedoch zur Aufnahme
von Fädelbolzen, während des Kernschichtens. Das Kernschichten mittels Fädelbolzen
bringt erwiesenermaßen beachtliche Vorteile hinsichtlich der Fertigungszeit gegenüber
dem Kernschichten mit beispielsweise Stufenanschlägen in Stufenhölzern, wie sie vereinzelt
bei Kernen aus ungelochten Blechen verwendet werden.
[0004] Bei dem beispielsweise durch die DE-OS 26 13 150 bekannten Kernschichten mittels
Fädelbolzen erhält jedes Blech einer Kernlage zwei Löcher mit deren Hilfe das Blech
über entsprechende Fädelbolzen geschoben wird. Nach Erreichen der Sollschichthöhe
des Kernes und Entfernen der Fädelbolzen bleiben die Löcher im Kern zum Teil frei
oder dienen zum Teil,beispielsweise in den Jochen,zur Aufnahme von Preßbolzen.
[0005] Durch die DE-OS 21 63 700 ist auch schon eine Vorrichtung zum Schichten von Kernen
aus ungelochten Einzelblechen bekannt. In dieser bekannten Vorrichtung werden die
Einzelbleche des unteren Joches maschinell an Anschläge bewegt, auf dem Kern lagerichtig
abgelegt und dienen dann jeweils selbst als Anschläge für die Einzelbleche der Kernschenkel.
Diese Vorrichtung ist jedoch infolge des erheblichen erforderlichen maschinellen Aufwandes
nicht wirtschaftlich einsetzbar. Außerdem besteht beim Anschlagen der Einzelbleche
an ihre Anschläge die Gefahr von mechanischen Verformungen, die selbst bei kleinsten
absoluten Abmessungen durch Addition bei der Vielzahl der übereinanderzustapelnden
Einzelbleche schnell zu unzulässig großen Maßabweichungen führen.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Transformatorkerne aus ungelochten
Blechen zu bauen und gleichzeitig beim Schichten der Kerne gleich günstige Fertigungszeiten
zu erreichen, wie beim Kernschichten mit Fädelbolzen erzielt werden.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies durch eine Vorrichtung ermöglicht, in die frei von besonderen
zur mechanischen Führung vorgesehenen Lochungen und Aussparungen ausgeführte Einzelbleche
einlegbar sind, die an wenigstens zwei, vorzugsweise den einen spitzen Winkel einschließenden,
Ekken ihrer Kontur in im Querschnitt prismatischen vertikal angeordneten Nuten in
Anschlagschienen geführt sind, wobei die Anschlagschienen vertikal stufenlos und horizontal,
abgesehen von einer stufenlosen Feineinstellung, in Stufen entsprechend der halben
Blechbreitenstufung verstellbar sind und wobei die jeweilige Stellung der Anschlagschienen
angezeigt ist.
[0008] Nach vorteilhaften Ausgestaltungsmerkmalen der Erfindung ist vorgesehen, daß die
Anschlagschienen in horizontaler Richtung quer, parallel und unter 45° zur Achsrichtung
der Kernschenkel verschiebbar sind, daß an den von dem unteren Joch und den äußeren
Kernschenkeln gebildeten Ecken für die Joch- und Schenkelbleche je eine gemeinsame
Anschlagschiene vorgesehen ist und daß die den horizontal verschiebbaren Schaft einer
Anschlagschiene arretierenden Teile von einem federbelasteten Hebel getragen sind.
[0009] Nach zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung ist die Nut in jeder der Anschlagschienen
von zwei sich gegenüberliegenden zueinander parallelen Flächen über einem erweiterten
Nutgrund (T-Nut) gebildet und schließen sich nach außen an jede dieser beiden Flächen
je eine hiergegen um 45° und um 135° um die Nutachse gedrehte Fläche an. Lediglich
zur Führung der freien Spitze des Mittelschenkels ist eine quer und parallel zu deren
Achsrichtung verschiebbare Anschlagschiene mit Doppelnut vorgesehen.
[0010] Nach anderen Weiterbildungsmerkmalen der Erfindung sind je zwei demselben Kernschenkel
zugeordnete Anschlagschienen mit ihrer Halterung verschiebbar auf einer quer zur Achsrichtung
der Kernschenkel selbst ebenfalls verschiebbaren Brücke befestigt und sind alle Brücken
auf einer gemeinsamen Grundplatte verschiebbar, wobei die Lage der einzelnen Brücken
durch Fenster in ihren Auflagern von Skalen auf der Grundplatte und die Lage der Anschlagschienen
auf der Brücke durch Fenster in der Halterung der Anschlagschienen von einer Skala
auf der Brücke ablesbar ist. Dabei zeigt die Lage der Brücke auf der Grundplatte die
Verschiebung der zugehörigen Anschlagschiene quer zu den Schenkelachsen und die Lage
der Halterungen auf den Brücken die Verschiebung der zugehörigen Anschlagschiene parallel
zu den Schenkelachsen an.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist sehr vorteilhaft, denn sie ermöglicht das Schichten
eines Transformatorkerns auch aus ungelochten Blechen, unter praktisch den gleichen
Bedingungen, die beim Schichten von Transformatorkernen aus Blechen mit sogenannten
Fädellöchern vorliegen.
[0012] Zwei Ausführungsbeispiele und Einzelheiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden
anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt die Anordnung der Anschlagschienen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
für einen üblichen Dreischenkelkern.
Fig. 2 zeigt die Anordnung der Anschlagschienen für einen Dreischenkelkern mit längsgeteilten
Blechen.
Fig. 3 ist die perspektivische Darstellung einer Anschlagschiene mit ihrer Halterung.
Fig. 4 zeigt zwei mit ihren Halterungen von einer quer verschiebbaren Brücke getragene
Anschlagschienen.
[0013] Zum Schichten eines Transformatorkerns mit je einem Einzelblech 10 für ein unteres
Joch 11, äußere Kernschenkel 12 und 13 sowie einen Mittelschenkel 14 erfordert in
einer erfindungsgemäß aufgebauten Vorrichtung sechs Anschlagschienen 1. Diese Anschlagschienen
1 sind so angeordnet, daß jedes der Einzelbleche 10 mit je einem Ende an einer der
Anschlagschienen 1 abgestützt ist. Bis auf die das freie Ende des Mittelschenkels
14 haltende Anschlagschiene 1, die eine Doppelnut 16 aufweist, sind alle anderen Anschlagschienen
mit einer Nut 15 versehen, in die die Spitzen der Einzelbleche 10 der äußeren Kernschenkel
12 und 13, sowie des Mittelschenkels 14 eingreifen. Dabei ist gewährleistet, daß sowohl
die Einzelbleche des Joches 11 als auch die Einzelbleche der Kernschenkel 12, 13 und
14 in den einzelnen Blechlagen seitlich gegeneinander verschoben sind.
[0014] Die Anordnung gemäß Fig. 2 zeigt einen Dreischenkelkern mit längsgeteilten Einzelblechen
10, so daß gegenüber der Ausführung mit ungeteilten Blechen doppelt so viele Anschlagschienen
1 zur Führung und Halterung der Einzelbleche 10 erforderlich sind.
[0015] Auch bei dieser Anordnung dient zur Aufnahme der Spitzen des freien Endes des Mittelschenkels
14 eine Anschlagschiene 1 mit Doppelnut 16. Alle übrigen Anschlagschienen 1 haben
die gleiche Form wie in der Anordnung gemäß Fig.1.
[0016] Die Nut 15 in den Anschlagschienen 1 ist im Querschnitt T-förmig gestaltet, das heißt,
sie hat einen erweiterten Nutgrund. Dabei sind die die Nut 15 flankierenden Seitenwände
parallel zueinander. Ausgehend von diesen parallelen Seitenflächen schließen sich
an diese je eine hiergegen um 45° und um 135
0 um die Nutachse gedrehte Flächen an. Die Winkel 45
0 und 135° sind durch den Winkel bestimmt unter dem die schrägabgeschnittenen Endkanten
der Einzelbleche der Kernschenkel und der Joche aneinanderstoßen. Diese schräge Kante
bildet mit den Längskanten der Einzelbleche üblicherweise Winkel von 45° bzw. 135°.
[0017] Fig. 3 zeigt die Befestigung einer Anschlagschiene 1 über einen Schaft 2 in einem
Klemmstück 7, das seinerseits von zwei Führungssäulen 6 getragen ist. Die Führungssäulen
6 sind in einer als Halterung 9 dienenden Fußplatte fest verankert.
[0018] Der Schaft 2 ist an seiner Oberseite mit Kerben 3 versehen, in die nicht näher bezeichnete
Keile von einem federbelasteten Hebel 4 hineingedrückt werden. Zur Arretierung des
Schaftes 2 in dem Klemmstück 7 dient darüberhinaus eine über einen Hebel 8 betätigte
Klemmutter. Zum Ausgleich kleinerer Maßabweichungen an den Einzelblechen 10 besteht
die Möglichkeit, die die Nut 15 aufweisenden Anschlagschienen 1 mittels einer Feineinstellung
5 in Achsrichtung gegenüber dem Schaft 2 zu verstellen.
[0019] Die Höhenlage des Klemmstückes 7 auf den Führungssäulen 6 ist stufenlos veränderbar.
In der jeweils einzustellenden Höhenlage ist das Klemmstück 7 entweder ebenfalls durch
Betätigung des Hebels 8 mit der zugehörigen Klemmmutter oder durch Betätigung einer
weiteren Klemmutter festklemmbar.
[0020] Fig. 4 zeigt die Zusammenfassung von zwei Anschlagschienen 1 zusammen mit ihren Halterungen
auf einer Brücke 17, auf der sie zusammen mit ihren Halterungen 9 verschiebbar sind.
Dabei ist die Stellung jeder der beiden Halterungen jeweils auf einer Skala 22 ablesbar.
Die Brücke 17 ihrerseits ruht an jedem ihrer-beiden Enden mit einem plattenförmigen
Auflager 19 auf einer Grundplatte 18. Die Verbindung zwischen der Grundplatte 18 und
den Auflagern 19 erfolgt durch in den Auflagern 19 vorgesehenen Bolzen, die in Löcher
20 von Lochreihen in der Grundplatte 18 eingreifen. Die genaue Lage der Brücke 17
ist dabei auf Skalen 23 ablesbar.
[0021] Die erfindungsgemäß eingerichtete Vorrichtung zum Schichten von Transformatorkernen
ist mit einer von der Art des zu schichtenden Kernes abhängigen variablen Zahl von
Brükken 17 bestückt. Dabei sind, wie zum Beispiel Fig. 1 zeigt, bei einem normalen
Dreischenkelkern drei Brücken 17 und und bei einem Dreischenkelkern mit längsgeteilten
Einzelblechen sechs Brücken 17 vorgesehen. Zum Schichten eines nicht dargestellten
Fünfschenkelkern mit in Längsrichtung ungeteilten Blechen wären demzufolge fünf Brücken
17 mit je zwei Anschlagschienen 1 erforderlich.
1. Vorrichtung zum Schichten von Kernen für Transformatoren und Drosselspulen mit
mehreren Einzelblechen je Lage und mit von Lage zu Lage gegeneinander versetzten und
sich gegenseitig überlappenden Schnittlinien, wobei die Einzelbleche mindestens während
des Auflegens des Kernes mechanisch geführt und gehalten sind, dadurch gekennzeichnet,
- daß alle Einzelbleche (10) an wenigstens zwei, vorzugsweise den einen spitzen Winkel
einschließenden, Ecken ihrer Kontur in im Querschnitt prismatischen, vertikal angeordneten
Nuten (15) in Anschlagschienen (1) geführt sind, wobei alle Einzelbleche (10) frei
von besonderen zur mechanischen Führung vorgesehenen Lochungen und Aussparungen sind,
- daß die Anschlagschienen (1) vertikal stufenlos verstellbar sind,
- daß die Anschlagschienen (1) horizontal, abgesehen von einer stufenlosen Feineinstellung
(5), in Stufen entsprechend der halben Blechbreitenstufung verstellbar sind und
- daß die jeweilige Stellung der Anschlagschienen (1) angezeigt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Anschlagschienen
(1) in horizontaler Richtung quer, parallel und unter 45° zur Achsrichtung der Kernschenkel
(12, 13, 14) verschiebbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den von dem unteren
Joch (11) und den äußeren Kernschenkeln (12, 13) gebildeten Ecken für die Joch- und
Schenkelbleche je eine gemeinsame Anschlagschiene (1) vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß einen horizontal
verschiebbaren Schaft (2) einer Anschlagschiene (1) arretierende Teile von einem federbelasteten
Hebel (4) getragen sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (15) in
jeder der Anschlagschienen (1) von zwei sich gegenüberliegenden zueinander parallelen
Flächen über einem erweiterten Nutgrund (T-Nut) gebildet ist und daß sich an jede
dieser beiden Flächen nach außen je eine hiergegen um 45° und um 135° um die Nutachse
gedrehte Fläche anschließen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß zur Führung der
freien Spitzen der Einzelbleche (10) des Mittelschenkels (14) lediglich quer und parallel
zu deren Achsrichtung verschiebbare Anschlagschienen (1) mit Doppelnut (16) vorgesehen
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6, d a d ur c h gekennzeichnet, daß je zwei demselben
Kernschenkel (12, 13, 14) zugeordnete Anschlagschienen (1) mit ihrer Halterung (9)
verschiebbar auf einer quer zur Achsrichtung der Kernschenkel selbst ebenfalls verschiebbaren
Brücke (17) befestigt sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß alle Brücken (17)
auf einer gemeinsamen Grundplatte (18) verschiebbar sind und daß die Lage der einzelnen
Brücke (17) durch Fenster in ihren Auflagern (19) von Skalen auf der Grundplatte (18)
und daß die Lage der Anschlagschienen (1) auf der Brücke (17) durch Fenster in der
Halterung (9) der Anschlagschienen (1) von einer Skala auf der Brücke (17) ablesbar
ist, wobei die Lage der Brücke (17) auf der Grundplatte (18) die Verschiebung der
zugehörigen Anschlagschienen (1) quer zu den Schenkelachsen (12, 13, 14) und die Lage
der Halterung (9) auf der Brücke (17) die Verschiebung der zugehörigen Anschlagschiene
(1) parallel zu den Schenkelachsen (12, 13,14) anzeigt.
9, Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur stufenweisen
Verstellung der Brücken (17) Bolzen (21) in Löcher (20) von Lochreihen in der Grundplatte
(18) und zur stufenweisen Verstellung der Anschlagschienen (1) gegenüber ihren Halterungen
(9) die Keile in Kerben (3) des Schaftes (2) der Anschlagschienen (1) eingreifen.