(57) Bei einem Verfahren zum Erzeugen einer Gleitschicht auf der Oberfläche eines miteinerAluminiumschicht
beschichteten Aufzeichnungsträgermaterials wird vor dem Niederschlagen der Aluminiumschicht
der letzten auf der Rückseite aufgebrachten Nitrolackschicht 0,1 bis 2 Gewichtsprozent
einer Fettsäure oder eines Fettsäurengemisches beigemischt. Nach Beschichten mit Aluminium
und Aufwickeln zur Rolle reagiert das Aluminium mit den Fettsäuren. Dieses Verfahren
ist von der Dauer der Einwirkung abhängig, d.h. es muß eine längere Alterungsperiode
vorgesehen werden.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen einer Gleitschicht auf der Oberfläche
einer über einer Trägerschicht und einer Nitrozellulose-Lackschicht liegenden Aluminiumschicht
eines Aufzeichnungsträgermaterials durch Einwirken einer oder mehrerer Fettsäuren.
In der deutschen Patentanmeldung P 30 07 331.5 wurde bereits ein Verfahren zum mindestens
partiellen Umsetzen von Aluminiumschichten zu Aluminiumsalzen einer Fettsäure auf
einem mit Aluminium beschichteten Aufzeichnungsträger vorgeschlagen, bei dem während
oder nach dem Niederschlagen der Aluminiumschicht, das Aluminium bei gleichzeitiger
Anwesenheit des Dampfes einer Fettsäure mindestens partiell umgesetzt wird, wobei
der Grad der Umsetzung durch den Partialdruck der Fettsäure eingestellt wird. Insbesondere
wurde vorgeschlagen, als Fettsäure eine Ölsäure zu verwenden, wobei die Umsetzung
zur Bildung von Aluminiumoleatmolekülen erfolgt, die sich auf der Oberfläche der Schicht
bilden und auch innerhalb der Schicht selbst eingelagert werden.
[0002] Dort wurde auch vorgeschlagen, die Umsetzung der Aluminiumschicht während und/oder
nach der Beschichtung in Vakuum durchzuführen..
[0003] Es hat sich jedoch gezeigt, daß damit zwar schon recht gute Ergebnisse erzielt werden
können, was die auf der Oberfläche der Aluminiumschicht anzubringende Gleitschicht
und ihre Wirkung zur Verringerung der Kratz- und Schleifspuren beim Drucken in einem
Elektroerosionsdrucker betrifft, doch haben einerseits der geringe Dampfdruck der
Öl- oder Fettsäuren im Vakuum und die gering Einwirkungsdauer der Öl-oder Fettsäuren
auf die Aluminiumschicht eine noch bessere Gleitschicht nicht zugelassen.
[0004] Bei früheren Untersuchungen hat man festgestellt, daß offensichtlich in den bei früheren
mit Aluminium beschichteten Aufzeichnungsträgern als Trägerschicht verwendeten Papieren
offenbar Wirkstoffe enthalten waren, wobei im Laufe der Zeit, d. h. je länger die
aufgewickelte Rolle lagerte und damit je länger die Rückseite des Papiers mit der
benachbarten Aluminiumschicht der Rolle in engem Kontakt war, die Oberfläche der Aluminiumschicht
mit den in dem Papier enthaltenen Stoffen reagierte und nach längerer Lagerzeit ausgezeichnete
Gleiteigenschaften aufwies. Einige Zeit hat man geglaubt, daß dies auf in dem Papier
enthaltenes Aquapel zurückzuführen sei. Ausgiebige Versuche ergaben jedoch, daß Aquapel
für diese Reaktion nicht verantwortlich gemacht werden kann. Weitere ausgedehnte Versuche
führten schließlich zu dem Vorschlag gemäß Patentanmeldung P 30 07 331.5, nämlich
Ölsäure oder Tallöl, d. h. Gemische verschiedener Fettsäuren auf die Aluminiumschicht
zur Einwirkung zu bringen.
[0005] Die oben erwähnten, nicht völlig zufriedenstellenden Ergebnisse des älteren Vorschlags
ließen den Wunsch aufkommen, eine noch bessere, noch intensivere Einwirkung auf die
Aluminiumschicht zu bewirken. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß vor
dem Aufbringen der Aluminiumschicht bei einer Beschichtung der Rückseite der Trägerschicht
mit einer oder mehreren Nitrolackschichten, der jeweils letzten Lackschicht ein Zusatz
von 0,1 bis 2 Gewichtsprozent, bezogen auf den nassen Lack, einer oder mehrerer Fettsäuren
beigemischt wird, daß dann nach dem Beschichten des Materials mit Aluminium im Vakuum
das Aufzeichnungsträgermaterial zur Rolle aufgewickelt wird und daß die so erzeugte
Rolle einer längeren Alterungsperiode ausgesetzt wird. Vorzugsweise geht man dabei
so vor, daß man 0,1 bis 2 Gewichtsprozent Ölsäure oder aber eines Gemisches verschiedener
Fettsäuren, wie z. B. Tallöl beimischt.
[0006] Man geht dabei insgesamt etwa so vor: Das Papier wird in herkömmlicher Weise auf
der Vorderseite, vorzugsweise mit einem Nitrolack beschichtet, der je nach Erfordernis
entsprechend gefärbt und pigmentiert ist. Zusätzlich werden dazu anschließend auch
auf der Rückseite eine oder mehrere Schichten eines Nitrolacks aufgebracht, wobei
jeweils die letzte Schicht mit einem Zusatz von 0,1 bis etwa 2,0 % einer Fettsäure
oder eines Gemisches von Fettsäuren vermischt wird. Es ist dabei besonders wichtig,
daß diese Lackschicht als letzte Schicht im Gesamtverfahren aufgetragen wird. Da in
vielen Fällen heute derartige mit Aluminium beschichtete Aufzeichnungsträger bereits
mit einer Rückseitenlackierung versehen werden, um eine absolute Opacität des beschrifteten
Papiers, eine Unterdrückung der Rollneigung usw. zu erreichen kann eine solche Maßnahme
nahezu kostenneutral durchgeführt werden.
[0007] Nach der anschließenden Beschichtung oder Bedampfung der Vorderseite des Aufzeichnungsträgermaterials
mit Aluminium im Vakuum kommt diese noch weitgehend oxidfreie Aluminiumschicht auf
der Aufwickelrolle in der Vakuumkammer mit der fettsäurehaltigen Rückseitenlackierung
in innige Berührung, wodurch der Umwandlungsprozeß sofort eingeleitet wird. Da die
Rolle sehr hart und straff gewickelt ist, setzt sich diese Einwirkung noch für lange
Zeit außerhalb der Vakuumkammer fort. Im Gegensatz zu dem in der älteren oben erwähnten
Patentanmeldung vorgeschlagenen Verfahren der Umsetzung der Aluminiumschicht mit Fettsäuren
während des Herstellungsverfahrens wirkt nunmehr diese Fettsäurequelle, die sich in
der Rückseitenlackierung befindet noch lange über die Fertigstellung des Papieres
hinaus über Monate aus, wodurch außer der Ausbildung der Gleitschicht auch noch eine
Reihe von Langzeitreaktionen ablaufen können, wie z. B. eine Flächenpolymerisation,
die die Seifenschicht mechanisch widerstandsfähiger macht.
[0008] Im übrigen muß noch erwähnt werden, daß die unterhalb der Aluminiumschicht liegende
Lackschicht unmittelbar nach der Beschichtung des Aufzeichnungsträgermaterials mit
Aluminium keineswegs sofort einsatzfähig ist, daß vielmehr die so aufgewickelten Rollen
für eine Aushärtung des Lackes sowieso eine längere Liegezeit benötigen, die sich
vorzugsweise über einen oder mehrere Monate erstreckt. Während dieser Zeit können
dann die in der Rückseitenlakkierung enthaltenen Fettsäuren, Ölsäuren oder Gemische
von Fettsäuren oder auch Tallöl gleichzeitig ihre Einwirkung auf die Aluminiumschicht
ausüben.
[0009] Es hat sich gezeigt, daß der in der Grundidee in der deutschen Patentanmeldung P
30 07 331.5 offenbarte Gedanke sich durch dieses neuartige Verfahren noch wesentlich
wirkungsvoller durchführen läßt und daß die so präparierten Aluminiumschichten viel
widerstandsfähiger sind.
1. Verfahren zum Erzeugen einer Gleitschicht auf der Oberfläche einer über einer Trägerschicht
und einer Nitrozellulose-Lackschicht liegenden Aluminiumschicht eines Aufzeichnungsträgermaterials
durch Einwirken einer oder mehrerer Fettsäuren dadurch gekennzeichnet, daß vor dem
Aufbringen der Aluminiumschicht bei einer Beschichtung der Rückseite der Trägerschicht
mit einer oder mehreren Nitrolackschichten der jeweils letzten Lackschicht ein Zusatz
von 0,1 bis 2 Gewichtsprozent, bezogen auf den nassen Lack, einer oder mehrerer Fettsäuren
beigemischt wird, daß dann nach dem Beschichten des Materials mit Aluminium im Vakuum
das Aufzeichnungsträgermaterial zur Rolle aufgewickelt wird und daß die so erzeugte
Rolle einer längeren Alterungsperiode ausgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß 0,1 bis 2 Gewichtsprozent,
bezogen auf den nassen Lack, Ölsäure beigemischt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß 0,1 bis 2 Gewichtsprozent,
bezogen auf den nassen Lack eines Gemisches verschiedener Fettsäuren, wie z. B. Tallöl
beigemischt werden.