[0001] Die Erfindung betrifft Schuhe mit einer durch Spritzgiessen oder dergleichen angeformten
Laufsohle, deren Schaft mit einer die Laufsohle oberseitig abdeckenden Brandsohle
mittels einer Naht verbunden ist und einen nach aussen weisenden, nach dem Anformen
der Laufsohle beschnittenen unteren Rand aufweist. Ausserdem hat sie ein Verfahren
zur Herstellung derartiger Schuhe zum Gegenstand, wobei der Schaft aus entsprechenden
Zuschnitten zusammengenäht, anschliessend die Brandsohle an den Schaft angenäht und
schliesslich nach Aufleisten des so erzeugten Schuh-Oberteiles die Laufsohle angeformt
wird.
[0002] Es gibt verschiedene Arten von Schuhen mit angeformten Sohlen. Bei den Schuharten,
bei denen der untere Schaftrand in üblicher Weise nach innen geschlagen ist, besteht
zum einen die Schwierigkeit, dass vor dem Anformen der Sohle der Schaft angeschärft
und aufgerauht werden muss, weil sonst keine einwandfreie Haftung der Sohle am Schaft
erreicht werden kann. Diese Arbeitsgänge, die von Hand ausgeführt werden müssen, führen
stets zu Ungleichmässigkeiten. Weiterhin besteht die Gefahr, dass beim Einstreichen
des aufgerauhten Bereiches dann, wenn nicht sehr sorgfältig gearbeitet wird. Kleber
in solchen Bereichen an den Schaft gelangt, die später von der angeformten Sohle nicht
abgedeckt werden. Dieser Kleber muss dann, sofern dies überhaupt noch möglich ist,
in einem zusätzlichen Arbeitsgang entfernt werden. Ein weiteres Problem bei Herstellung
solcher Schuhe besteht darin, eine einwandfreie Aufleistung zu erreichen. Ist das
Schuh-Oberteil nicht sauber aufgeleistet, erhält man minderwertige Schuhe.
[0003] Es ist weiterhin bereits bekannt, Flexibel-Schuhe mit angeformter Sohle herzustellen
(DE-OS 28 30 605). Bei diesen Schuhen wird mit dem Schaft im Bereich des nach aussen
weisenden unteren Randes eine verhältnismässig steife, als Brandsohle dienende Zwischensohle
verbunden. An diese Zwischensohle wird dann die Laufsohle angespritzt. Ein derartiges
Vorgehen hat ebenfalls etliche Mängel. Zum einen besteht auch hier, insbesondere wegen
der hohen Steifheit der Zwischensohle, das Problem, den Schuh zum Spritzen sauber
aufzuleisten. Weiterhin ist nachteilig, dass zugleich mit dem Schaftrand nach dem
Anformen der Sohle auch die Zwischensohle beschnitten werden muss. Wegen der hier
vorhandenen hohen Materialstärken müssen entsprechend schwere Maschinen zum Beschneiden
eingesetzt werden. Es ist ausserdem häufig ein Schleifen erforderlich. Bei einem Beschneiden
mit schweren Maschinen besteht zusätzlich die Gefahr, dass die eventuell aussenseitig
an der Laufsohle vorgesehene, durch entsprechende Formgestaltung erzeugte Gravur beschädigt
wird, was ebenfalls die Qualität der erzeugten Schuhe beeinträchtigt. Schliesslich
ist bei den bekannten Schuhen mit Zwischensohle ein wesentlicher Nachteil, dass die
angeformte Laufsohle nur an der Zwischensohle haftet, d.h. die Festlegung der Laufsohle
am Schaft eigentlich lediglich über die Naht zwischen Schaft und Zwischensohle erfolgt.
Diese Naht hält aber nur begrenzt stärkeren Beanspruchungen stand.
[0004] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Machart für Schuhe mit angeformter
Laufsohle vorzuschlagen, die die vorerwähnten Mängel des Standes der Technik nicht
aufweist, d.h. insbesondere ein sauberes Aufleisten gewährleistet, zu einer zuverlässigen
Haftung der Laufsohle am Schaft führt und eine Fertigstellung des Schuhes nach dem
Anformen der Laufsohle in einfacher Weise ermöglicht.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird nach der Erfindung vorgeschlagen, einen Schuh der
eingangs erwähnten Art derart auszubilden, dass die Brandsohle, in ihrer Grösse der
den übergang zwischen Schaft und Sohle des Schuhes bestimmenden Leistenkante entsprechend
mit ihrer Umfangskante an der Übergangsstelle vom Schaft zum nach aussen weisenden
unteren Rand befestigt ist, und dass die Laufsohle direkt an die Unterseite des unteren
Randes des Schaftes angeformt, d.h. angespritzt oder angegossen, ist.
[0006] Im Gegensatz zu den bekannten Schuhen der Flexibel-Machart reicht also bei dem Schuh
nach der Erfindung die Brandsohle nur bis zu dem Übergang zwischen dem Schaft und
dem nach aussen abstehenden Randstreifen. Dies hat den grossen Vorteil, dass die Verbindung
der angegossenen Sohle direkt mit dem Schaftleder erfolgt, wobei zudem im allgemeinen
das Angiessen an der Aasseite erfolgt, wo keine Aufreihung oder Anschärfung des Schaftes
erforderlich ist. Trotzdem erhält man, insbesondere bei Verwendung eines geeigneten
Haftvermittlers, eine ausgezeichnete Haftung der Sohle am abstehenden Rand des Schaftes.
Nach dem Angiessen der Sohle muss bei dem erfindungsgemässen Schuh dann lediglich
noch das Oberleder beschnitten werden, was in einfacher Weise und mit vergleichsweise
leichten Werkzeugen erfolgen kann. Es ist insbesondere kein Schleifen oder dergleichen
nötig, so dass auch keine Gefahr einer Beschädigung der Sohle besteht. Darüberhinaus
bringt der Umstand, dass die Brandsohle nur bis zur Ubergangsstelle von Schaft und
Rand reicht, den Vorteil, dass die Abmessungen der Brandsohle genau der Unterseite
des Leistens entsprechen. Auf diese Weise kann der Schuh sehr genau zum Anspritzen
der Laufsohle aufgeleistet werden, da die Bedienungsperson an der Maschine die Möglichkeit
hat, sich beim Aufleisten genau an der üblicherweise an der Unterseite des Leistens
vorhandenen, die Sohlenfläche begrenzenden Kante zu orientieren. Es ist lediglich
erforderlich, die Aussenkante der Brandsohle mit dieser Kante am Leisten zur Deckung
zu bringen. Dies wird besonders dann erleichtert, wenn die Brandsohle aus leicht biegbarem,
nur wenig dehnbarem Werkstoff besteht, da dieser bei einem falschen Aufleisten die
Leisten-Kante genau abzeichnen würde. Die Verwendung der sehr biegsamen Brandsohle
hat darüberhinaus den Vorzug, dass man insgesamt einen sehr gut und leicht biegbaren
Schuhboden erhält, was bei den bisher bekannten Schuhen in Flexibel-Machart durchaus
nicht immer der Fall war, und zwar vor allem wegen der üblicherweise vergleichsweise
grossen Dicke der Zwischensohle, aber auch wegen der häufig verwendeten Verklebung
zwischen Lauf- und Zwischensohle.
[0007] Die erfindungsgemässen Schuhe unterscheiden sich also von den bisher bekannten Schuhen
zum einen durch erheblich bessere und genauere Verarbeitung, zum anderen durch ihre
besonders gute Flexibilität, wobei ausserdem noch die Möglichkeit besteht, relativ
viel Material für die Zwischensohle einzusparen, weil ja eine Brandsohle ohnehin normalerweise
zusätzlich verwendet wird.
[0008] Die Brandsohle kann aus unterschiedlichen Materialien hergestellt werden. Besonders
gute Trageeigenschaften erhält man, wenn die Brandsohle aus Leder besteht und unterseitig
eine nicht oder wenig dehnbare Auflage, vorzugsweise aus Textilmaterial, aufweist,
welche zweckmässig flächig mit der Brandsohle verbunden ist.
[0009] Es ist nach der Erfindung weiter vorgesehen, dass am unteren Rand des Schaftes eine
in gleichem Abstand von der Aussenkante des unteren Randes verlaufende, nur den Schaft
durchsetzende Ziernaht vorgesehen ist, entlang der eine besondere Naht zur Festlegung
der Brandsohle am Schaft verläuft. Eine solche Ziernaht lässt sich einfach anbringen,
gibt ein ansprechendes Aussehen für den Schuh und kann gleichzeitig in einfacher Weise
als Markierung für das Einnähen der Brandsohle verwendet werden. Bei entsprechender
Anordnung der Ziernaht wird sie unterseitig von der angegossenen Laufsohle abgedeckt,
so dass nicht die Gefahr des Eindringens von Wasser im Bereich der Naht besteht.
[0010] Der Tragekomfort von Schuhen gemäss der Erfindung kann dadurch verbessert werden,
dass
- in an sich bekannter Weise-in die eingespritzte Laufsohle direkt unterhalb der Brandsohle
eine Einlage, z.B. aus Filz, Vlies oder dergleichen, eingelegt ist. Diese Einlage
kann aber bei dem Schuh nach der Erfindung besonders gut zur Geltung kommen, weil
ja üblicherweise eine gut biegbare Brandsohle vorgesehen ist.
[0011] Insbesondere bei Verwendung einer gut biegbaren Brandsohle kann die angespritzte
Laufsohle oberseitig mit ein Fussbett bildenden Auswölbungen bzw. Vertiefungen versehen
sein, die in einfacher Weise beim Angiessen der Laufsohle erzeugt werden. Hierzu ist
es lediglich erforderlich, an der Unterseite des während des Giessens verwendeten
Leistens entsprechende Aussparungen bzw. Vorwölbungen vorzusehen.
[0012] Die Herstellung des Schuhes nach der Erfindung kann in verschiedener Weise erfolgen,
wobei stets der Schaft aus entsprechenden Zuschnitten zusammengenäht, anschliessend
die Brandsohle an den Schaft angenäht und schliesslich nach Aufleisten des so erzeugten
Schuh-Oberteiles die Laufsohle angeformt wird. Nach der Erfindung wird nun ein besonderes
Herstellungsverfahren vorgeschlagen, welches sich dadurch auszeichnet, dass vor dem
Befestigen der Brandsohle der - zusammengenähte - Schaft mit einer die Übergangsstelle
zu dem nach aussen weisenden unteren Rand markierenden, stets in gleichem Abstand
von der Kante des unteren Randes verlaufenden Ziernaht oder Markierung versehen und
dann die Brandsohle mit ihrer Umfangskante entlang dieser Ziernaht oder Markierung
am Schaft angenäht wird, und dass beim anschliessenden Aufleisten des Schuh-Oberteiles
dieses so gegenüber dem Leisten ausgerichtet wird, dass die Umfangskante der Brandsohle
entlang einer sohlenseitigen Kante des Leistens verläuft. Ein derartiges Vorgehen
hat zum einen den Vorteil, dass die Ziernaht bzw. Markierung ohne Schwierigkeiten
genau, nämlich abhängig von der Kante des unteren Randes, erzeugt werden kann, weil
ja die Kante des unteren Randes durch den Stanzschnitt mit entsprechender Genauigkeit
vorgegeben ist. Entlang der so entstandenen Ziernaht bzw. Markierung lässt sich dann
die Brandsohle ohne Schwierigkeiten sehr genau einsteppen. Die eingesteppte Brandsohle
wiederum ergibt in Verbindung mit der Kante an der Leisten-Unterseite eine zuverlässige
Hilfe für ein sauberes Aufleisten des Schuh-Oberteiles zum Spritzen, so dass auch
die angespritzte Sohle genau und bei allen Schuhen nahezu gleich am Schaft bzw. Oberteil
sitzt.
[0013] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispieles eines Schuhes nach der Erfindung
anhand der Zeichnung.
[0014] Dabei zeigen:
Figur 1 einen Querschnitt im Bereich des Blattes durch einen Schuh nach der Erfindung
und die zu seiner Herstellung verwendete Form und
Figur 2 einen Querschnitt entsprechend Figur 1 durch den ausgeleisteten und fertig
beschnittenen Schuh.
[0015] Der Schuh gemäss der Erfindung umfasst, wie aus Figur 2 gut ersichtlich, einen üblichen
Schaft 1, der unterseitig durch eine eingenähte Brandsohle 2 abgeschlossen ist, eine
Einlage 3, z.B. aus Filz, Vlies oder dergleichen, und eine angegossene Laufsohle 4.
[0016] In der von Flexibel-Schuhen her bekannten Weise ist der Schaft 1 mit einem nach aussen
weisenden unteren Rand 5 versehen, der bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel zwei
Ziernähte 6 aufweist, die lediglich den unteren Rand 5 durchsetzen. Es kann sich dabei
um verhältnismässig grobe Nähte handeln.
[0017] Die Brandsohle 2 ist bei dem Schuh nach der Erfindung lediglich so gross, dass ihre
Umfangskante 7 möglichst genau an die Übergangsstelle 8 zwischen dem eigentlichen
Schaft 1 und dem unteren Rand 5 zu liegen kommt. Sie ist entlang ihrer Umfangskante
7 mittels einer Naht 9 im Übergangsbereich 8 zwischen Schaft 1 und unterem Rand 5
festgenäht, wobei die Naht 9 (wie Figur 2 erkennen lässt) im Bereich der Schuh-Aussenseite
sich möglichst genau mit der inneren der Ziernähte 6 deckt.
[0018] Die Brandsohle 2 besteht aus einem möglichst weichen, jedoch nicht dehnbaren Material,
beispielsweise ist sie zweischichtig aus einer oberen Lederschicht und einer unteren
Auflage aus nicht dehnbarem Werkstoff, beispielsweise Textilmaterial, erzeugt, wobei
die untere Auflage flächig mit der oberen Lederschicht verbunden sein kann.
[0019] Aus der Zeichnung geht weiter hervor, dass die angegossene Laufsohle 4 oberseitig
mit einem Fussbett versehen ist. In der Zeichnung ist dabei nur eine als Pelotte dienende
Vorwölbung 10 zu sehen.
[0020] Es ist weiter noch darauf hinzuweisen, dass der Rand 5 des Schaftes 1 bei dem Schuh
nach der Erfindung im Bereich seiner Unterseite 11 direkt in Kontakt mit dem Material
der angegossenen bzw. angeformtenLaufsohle 4 kommt. Dies hat zur Folge, dass die Laufsohle
4 im Bereich der Unterseite 11 des Randes 5 ohne Schwierigkeiten fest mit dem Rand
5 und damit mit dem Schaft 1 verbunden werden kann. Zum einen ist die Unterseite 11
des Randes 5 üblicherweise von Haus aus aufgerauht, da es sich meist um die Aasseite
handelt. Zum anderen kann, ohne dass die Gefah einer Verschmutzung des Schaftes oberhalb
des zum An formen der Sohle dienenden Bereiches besteht, gegebenenfalls die Unterseite
11 des Randes 5 angeschärf oder mit einem Haftvermittler-Auftrag versehen werde
[0021] Aus vorstehenden Erläuterungen ergibt sich, dass bei dem Schuh nach der Erfindung
auf eine Zwischensohle völlig verzichtet ist. Dadurch wird seine Flexibilität im Vergleich
zu den bekannten Flexibel-Schuhen mit angeformter Laufsohle wesentlich erhöht und
ausserdem die Haftung zwischen Schaft und Laufsohle ver bessert, die bei den bekannten
Schuhen ja nur über die Naht zwischen Zwischensohle und Schaft erfolgte.
[0022] Bei der Herstellung des Schuhes nach der Erfindung wird wie folgt vorgegangen: Zuerst
wird der Schaft 1 durch Zusammennähen seiner einzelnen Stanzteile fertiggestellt,
wobei der Rand 5, wie dies Figur 1 zeigt, breiter gehalten wird als es im Hinblick
auf den fertigen Schuh (Figur 2) nötig wäre. Anschliessend wird dann wenigstens eine
Ziernaht 6 - gegebenenfalls auch nur eine Markierung - parallel zu der äusseren Kante
12 des Randes 5 an dem Schaft 1 angebracht; eine Ziernaht kann z.B. ohne weiteres
mittels eines Fusses mit Anschlag gesteppt werden. In den nun zusammengenähten, modellierten
Schaft, wird dann eine passend gestanzte bzw. ausgeschnittene Brandsohle 2 entlang
ihrer Umfangskante 7 eingenäht, und zwar derart, dass die Naht 9 genau entlang einer
der Ziernähte 6, die in diesem Fall als Markierung dient, bzw. entlang einer besonderen
Markierung gelegt wird. Das so erzeugte, aus Schaft 1 und Brandsohle 2 bestehende
Schaft-Oberteil wird dann auf den Leisten 13 (Figur 1) aufgezogen, der an seiner Unterseite
Ausnehmungen 14 bzw. Vorsprünge aufweist, die dem gewünschen Fussbett entsprechen.
Beim Aufziehen des Oberteiles 1, 2 auf den Leisten 13 muss dafür Sorge getragen werden,
dass die Umfangskante 7 der Brandsohle 2 genau parallel zu der unterseitigen Kante
15, die üblicherweise an einem Leisten vorhanden ist, verläuft, wie dies in Figur
1 deutlich erkennbar ist. Das nunmehr aufgeleistete Schuh-Oberteil wird dann in eine
entsprechende Form eingesetzt, die gemäss Figur 1 aus zwei seitlich beweglichen Seitenteilen
16, 17, einem vertikal beweglichen Bodenteil 18 und zwei Seitenhaltern 19 bzw. 20
besteht. Die Bewegung.der Formteile ist dabei derart, dass das Bodenteil 18 sich nach
dem Einsetzen des Leistens 13 nach oben in die Stellung gemäss Figur 1 bewegt. Gleichzeitig
bewegen sich die Seitenteile 16, 17 nach innen, wobei der Rand 5 in seinem über die
Laufsohle 4 überstehenden Abschnitt oberseitig auf den Seitenteilen 16, 17 aufliegt.
Zuletzt bewegen sich die Seitenhalter 19, 20 dann in die in Figur 1 gezeigte Position,
wobei nur eine Bewegung nach unten oder aber auch eine kombinierte Bewegung nach unten
und innen erfolgen kann. Eine Bewegung nach innen und unten ist vorzuziehen, da in
diesem Falle das aufgeleistete Oberteil 1, 2 leichter eingeführt werden kann. Nach
dem Schliessen der Form wird dann über eine nicht gezeigte Leitung das Laufsohlen-Material,
beispielsweise ein Polyurethan- oder PVC-Schaum-Material, in den Formhohlraum 21 eingespritzt
oder eingegossen, wo man es aushärten bzw., falls noch erforderlich, aufschäumen lässt.
Vor dem Einführen des Leistens 13 mit dem aus Schaft 1 und Brandsohle 2 bestehenden
Schuh-Oberteil kann unterseitig auf die Brandsohle noch die Einlage 3 aufgelegt und
in irgendeiner Weise fixiert werden, beispielsweise mittels einer - nur punktweisen
- Klebeverbindung. Sobald die Laufsohle 4 entsprechend hart ist, wird die Form geöffnet.
Es müssen dann nur noch die über die Aussenkante 22 der Sohle 4 überstehenden Abschnitte
des Randes 5, beispielsweise mittels eines Messers, abgeschnitten werden, um den Schuh
fertigzustellen.
[0023] Beim Eingiessen des die Laufsohle 4 bildenden Materials in den Formhohlraum 21 drückt
dieses die Einlage 3 und damit die Brandsohle 2 gegen die Unterseite 23 des Leistens
13, so dass dort ein eventuell spiegelbildlich vorhandenes Fussbett einwandfrei auf
der Oberseite der Laufsohle 4 abgebildet wird. Zur Haftverbesserung der Laufsohle
4 am Rand 5 wird dessen Unterseite vor dem Schliessen der Form mit einem Haftvermittler
bzw. Kleber behandelt.
[0024] Es sei abschliessend noch darauf hingewiesen, dass die Laufsohle 4 selbstverständlich
beliebig gestaltet werden kann, wozu es nur erforderlich ist, die Wände des Formhohlraumes
21 entsprechend auszuformen. Insbesondere kann die Aussenkante 22 der Sohle profiliert
werden, ohne dass die Gefahr einer Beschädigung bestünde, weil ja nach dem Entformen
nur noch der verhältnismässig dünne und weiche, überstehende Streifen des Randes 5
des Schaftes 1 abgeschnitten werden muss. Weiterhin ist die gezeigte Form selbstverständlich
rein schematisch dargestellt. Die genaue Ausbildung der Form wird von der jeweiligen
Schaft- und Sohlengestaltung abhängen.
1. Schuh mit einer durch Spritzgiessen oder dergleichen angeformten Laufsohle, dessen
Schaft mit einer die Laufsohle oberseitig abdeckenden Brandsohle mittels einer Naht
verbunden ist und einen nach aussen weisenden, nach dem Anformen der Laufsohle beschnittenen
unteren Rand aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Brandsohle (2) in ihrer Grösse der den Übergang zwischen Schaft (1) und Sohle
(4) des Schuhes bestimmenden Leistenkante (15) entsprechend mit ihrer Umfangskante
(7) an der Übergangsstelle (8) vom Schaft (1) zum nach aussen weisenden unteren Rand
(5) befestigt ist, und dass die Laufsohle (4) direkt an die Unterseite (11) des unteren
Randes (5) des Schaftes (1) angeformt ist. ,
2. Schuh nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brandsohle (2) aus.leicht biegbarem, nur wenig dehnbarem
Werkstoff besteht.
3. Schuh nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brandsohle (2) aus Leder besteht und unterseitig
eine nicht oder wenig dehnbare Auflage, vorzugsweise aus Textilmaterial, aufweist.
4. Schuh nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage flächig mit der Brandsohle (2) verbunden
ist.
5. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass am unteren Rand (5) des Schaftes (1) eine in gleichem
Abstand von der Aussenkante (12) des unteren Randes (5) verlaufende, nur den Schaft
(1) durchsetzende Ziernaht (6) vorgesehen ist, entlang der eine besondere Naht (9)
zur Festlegung der Brandsohle (2) am Schaft (1) verläuft.
6. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
dadurch gekennzeichnet, dass in die angeformte Laufsohle (4) direkt unterhalb der
Brandsohle (2) eine.Einlage (3), z.B. aus Filz, Vlies oder dergleichen, eingelegt
ist.
7. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
angeformte Laufsohle -(4) oberseitig mit ein Fussbett bildenden Auswölbungen (10)
bzw. Vertiefungen versehen ist.
8. Verfahren zur Herstellung eines Schuhes nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Schaft aus entsprechenden Zuschnitten zusammengenäht, anschliessend die
Brandsohle an den Schaft angenäht und schliesslich nach Aufleisten des so erzeugten
Schuh-Oberteiles die Laufsohle angeformt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Befestigen der Brandsohle (2) der Schaft (1)
mit einer die Übergangsstelle (8) zu dem nach aussen weisenden unteren Rand (5) markierenden,
stets in gleichem Abstand von der Kante (12) des unteren Randes (5) verlaufenden Ziernaht
(6) oder Markierung versehen und dann die Brandsohle (2) mit ihrer Umfangskante (7)
entlang dieser Ziernaht (6) oder Markierung am Schaft (1) angenäht wird, und dass
beim anschliessenden Aufleisten des Schuh-Oberteiles dieses so gegenüber dem Leisten
(13) ausgerichtet wird, dass die Umfangskante (7) der Brandsohle (2) entlang einer
sohlenseitigen Kante (15) des Leistens (13) verläuft.