[0001] In der europäischen Patentanmeldung 81 106 713.1 ist von der Ausbildung der Kühlzone
für einen aus Vorheiz-, Brenn-und Kühlzone bestehenden Brennofen, vorzugsweise Rollenofen,
ausgegangen, durch den das Brenngut, vorzugsweise keramische Fliesen oder Platten,
ohne es stützende Brennhilfsmittel aus feuerfestem Material einschichtig hindurchgeführt
wird.
[0002] Bei das Brenngut einschichtig und ohne Brennhilfsmittel aus feuerfestem Material
brennenden Rollenöfen durchläuft das Brenngut die Vorheiz-, Brenn- und Kühlzone auf
einem Rollenteppich, dessen aus einem Spezialstahl oder keramischen feuerfesten Material
bestehenden Rollen von außerhalb des Ofens angetrieben werden. Der besondere Vorteil
dieser öfen besteht darin, daß der Einsatz von Wagen und feuerfesten Brennhilfsmitteln
entfällt. Diese Transport- und Stützmittel stellen eine erhebliche Masse dar, die
vom Ofen aufgeheizt werden muß und in der Kühlzone wieder zur Abkühlung gebracht wird.
Es wird also ein erheblicher Teil der dem Ofen zum Brand des Brenngutes zugeführten
Energie ungenutzt verschwendet.
[0003] Mit solchen einschichtig und ohne Einsatz von Transport-und Brennhilfsmitteln betriebenen
öfen wird nicht nur eine wesentliche Energieeinsparung erreicht, sondern es läßt sich
auch der Brennvorgang schneller und gleichmäßiger durchführen. Man gelangt zu erheblich
verkürzten Produktionszyklen.
[0004] In der Kühlzone solcher öfen wird im allgemeinen mit sogenannter Sturzkühlung gearbeitet,
d. h. es werden geeignete Mengen von Luft in die Kühlzone eingeführt und auf das Brenngut
zur Einwirkung gebracht. Dabei kommt es unvermeidbar, auch wenn die Brennzone gegen
die Kühlzone durch eine Schürze abgeschlossen ist, zu Rückwirkungen aus der Kühlzone
in die Brennzone und, wenn diese reduzierend gefahren wird, zu einer Reoxidierung
des Brenngutes in der Kühlzone und wenigstens in dem der Kühlzone benachbarten Bereich
der Brennzone. Will man eine solche Reoxidierung des Brenngutes in der Kühlzone und
ein Zurückwirken der Reoxidierung in die der Kühlzone benachbarten Bereiche der Brennzone
verhindern, so kann dies nach der DE-OS 28 24 367 beispielsweise dadurch erfolgen,
daß man die der Reduktion in der Kühlzone dienenden Mittel in den Ofen intermittierend
unter hohem Druck und in solchen Anteilen und Zeitabständen eingibt, daß der nach
jeder durch Eingabe eines Anteils erzielten Teilreduktion verbleibende überschuß des
Reduktionsmittelanteils so gering ist, daß er in der zwischen aufeinanderfolgenden
Eingaben liegenden Pausen ohne zusätzliche Luftzuführung durch die neutrale Ofenatmosphäre
abgebrannt wird.
[0005] Es ist erkennbar, daß zur Durchführung eines solchen Verfahrens ein außerordentlich
kompliziertes Steuersystem erforderlich ist.
[0006] Durch die aus der europäischen Patentanmeldung 81 106 713.1 entnehmbaren Erfindung
wird die Aufgabe gelöst, durch Anwendung einfachster Mittel die Beeinflussung des
Brenngutes in der Kühlzone und in dem der Kühlzone benachbarten Bereich durch die
Atmosphäre der Kühlzone und damit eine entsprechende Reoxidierung des Brenngutes zu
verhindern, indem die Kühlzone mittels eines strömenden Wärmeträgers, vorzugsweise
eines flüssigen Wärmeträgers, indirekt gekühlt wird.
[0007] Bei Einsatz eines flüssigen Wärmeträgers, beispielsweise Wasser, das durch Rohrschlangen
oder -register in der Kühlzone über dem Brenngut geführt wird, ergibt sich ebenfalls
eine schroffe Abkühlung des Brenngutes in der Kühlzone, ohne daß jedoch die Gefahr
der Beeinflussung der Atmosphäre durch eingeführte Kühlluft besteht.
[0008] Die Weiterbildung, wie sie durch die vorliegende Erfindung vorgeschlagen wird, besteht
darin, daß in der Kühlzone zusätzlich zu den über dem Brenngut angeordneten, den Wärmeträger
führenden Rohrschlangen oder -registern oder alternativ dazu unter dem Brenngut angeordneten,
den Wärmeträger führenden Rohrschlangen oder -registern oder alternativ dazu unter
dem Brenngut einen Wärmeträger führende Rohrschlangen oder -register angeordnet sind,
deren Strahlungsflächen gegebenenfalls gegen das Brenngut regelbar abgeschirmt sind.
[0009] Um zu vermeiden, daß von den Wärmeträger führenden Rohrschlangen oder -registern
abplatzender Zunder od. dgl. auf das Brenngut fällt, sind diese Rohrschlangen oder
-register gegen das Brenngut gegebenenfalls abgeschirmt, wobei die Strahlungsflächen
der den Wärmeträger führenden Rohrschlangen oder -register gegen das Brenn-' gut vorzugsweise
regelbar abgeschirmt sind, so daß nicht nur das Brenngut geschützt wird, sondern der
Kühlvorgang auch in beliebiger und optimaler Weise gesteuert werden kann. Bei den
unteren Strahlungsflächen kann die Abschirmung gegebenenfalls entfallen, weil von
hier dem Brenngut keine Gefahr von allenfalls abplatzenden Zunder droht. Sie ist jedoch
empfehlenswert, wenn eine Steuerung des Kühlvorgangs erwünscht ist.
[0010] Vorzugsweise sind die Rohrschlangen oder -register quer zur Fahrtrichtung des Brenngutes
durch den Brennofen angeordnet, weil dann die Einspeisong und Ableitung des Wärmeträgers
besonders_einfach ist: Auch die Anordnung und Bedienung der Abschirmung ist bei einer
solchen Anordnung der Rohrschlangen oder -register wesentlich einfacher.
[0011] Die regelbare Abschirmung besteht vorzugsweise aus jalousieartig angeordneten, verdrehbaren,
paddelartigen Elementen. Diese Elemente decken im geschlossenen Zustand der Abschirmung
die Kühlschlangen oder -register vollständig ab und lassen durch leichtes Verdrehen
Schlitze frei, durch die die um die Kühlschlangen oder -register vorhandene stark
gekühlte Atmosphäre nach unten sturzartig auf das Brenngut zur Einwirkung gelangen
kann.
[0012] Anstelle der jalousieartigen Vorhänge kann man auch Schlitzplatten verwenden, die
sich in gewünschter Weise wechselseitig so übereinanderschieben lassen, daß mehr oder
weniger große Öffnungen für den Durchtritt gekühlter Atmosphäre nach unten auf das
Brenngut zur Verfügung stehen. Durch die Verstellbarkeit der Abschirmung ist es auch
möglich, den Kühlprozeß in der .der Kühlzone in beliebiger Weise zu beeinflussen.
[0013] Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die den Wärmeträger führenden
Rohrschlangen oder -register an die Wärme wiedergewinnende oder wiedernutzbarmachende
Anlage oder Ofenteile angeschlossen werden können.
[0014] Die Zeichnung zeigt in
Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf einen Brennofen;
Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II der -Fig. 1;
Fig. 3 einen Teillängsschnitt durch die Kühlzone.
[0015] Bei einem in Richtung des Pfeiles A mit dem zu brennenden Gut, insbesondere keramischen
Platten, beschickten Ofen sind eine Vorheizzone V.Z.: eine Brennzone B.Z., die in
Richtung des Pfeiles B mittels Brenner beheizt wird, und eine Kühlzone K.Z. vorgesehen,
aus der das fertige gebrannte und gekühTte Brenngut austritt. Das Brenngut B wird
mittels Rollen durch den Ofen transportiert, von denen bei 1 in Fig. 2, die einen
Schnitt durch Kühlzone K.Z. längs der Linie II-II der Fig. 1 darstellt, erkennbar
ist. Solche Rollen bilden vom Ofeneingang bis zum Ofenausgang einen Rollenteppich
und sind von außen her angetrieben, so daß sie das auf ihnen lagernde Brenngut B durch
den Ofen hindurchfördern. In der Kühlzone K.Z. erfolgte die Kühlung bis jetzt durch
Kühlluft, die mittels über und unter dem Rollenteppich angebrachten Gebläsen in die
Kühlzone eingeführt wurde. Trotz eines bei 2 in Fig. 1 angedeuteten Schurzes zwischen
Brennzone B.Z. und Kühlzone K.Z. ist es nicht möglich, eine Rückwirkung dieser Kühlluft
auf die Brennzone und damit eine Beeinflussung der dort herrschenden Atmosphäre zu
verhindern. Gemäß der Erfindung erfolgt die Kühlung des Brenngutes in der Kühlzone
K.Z. nicht durch Einblasen von Kühlluft, sondern durch indirekte Kühlung mittels eines
strömenden Wärmeträgers, vorzugsweise eines flüssigen Wärmeträgers, wie Wasser, der
durch die vorzugsweise quer zur Fahrtrichtung verlegten Kühlschlangen oder -register
3 im oberen Teil der Kühlzone hindurchgeführt wird. Die Atmosphäre in der Kühlzone
bleibt dabei in Ruhe und es kann nicht mehr zu einer Rückwirkung in die Brennzone
kommen. Um ein Abfallen von sich allenfalls an den Kühlschlangen oder -registern 3
bildenden Zunder od. dgl. auf das Kühlgut zu verhindern, ist einmal eine feste Abschirmung,
wie sie bei 4 erkennbar ist, vorgesehen und zum anderen auch eine Abschirmung in Form
einer Art von Jalousie, wie sie bei 5 in Fig. 3 angedeutet ist. Diese Jalousie besteht
aus paddelartigen, sich quer über die Kühlzone erstreckenden Elementen, die so eingestellt
werden können, daß sie die Lücken zwischen den festen Abschirmungen 4. praktisch überdecken.
Sollten die Lücken zu groß sein, so können nebeneinander so viele Elemente angeordnet
sein, daß sie im quergestellten Zustand die Lücke gemeinsam verschließen. Mit dieser
Maßnahme ist nicht nur ein zusätzlicher Schutz des Brenngutes B auf den Rollen 1 gewähr
leistet, sondern es ist auch möglich, den Kühlvorgang zu dosieren. Selbstverständlich
kann anstelle der in Fig. 3 wiedergegebenen paddelartigen Elemente auch eine Anordnung
vorgesehen werden, die sich aus quer über die Kühlzone oder in Längsrichtung der Kühlzone
erstreckenden Schlitzplatten zusammensetzt, deren Schlitze gegenseitig mehr oder weniger
zur Deckung gebracht werden können, so daß mehr oder weniger große öffnungen entstehen,
durch die von den Kühlschlangen oder -registern her die kühlende Einwirkung auf das
auf den Rollen 1 geförderte Brenngut erfolgt.
[0016] Unter dem aus den Rollen 1 bestehenden Rollenteppich befindet sich eine feuerfeste
Isolierung 6.
[0017] Zwischen dieser feuerfesten -Isolierung 6 und dem Rollenteppich 1 befinden sich weitere
Kühlschlangen oder -register 7, die ähnlich wie die Kühlschlangen oder -register 3
mit Vorrichtungen ähnlich den Jalousien 5 regelbar abschirmbar sein können. Diese
Abschirmung ist jedoch zur Vereinfachung der Darstellung nicht gezeichnet.
[0018] Die Kühlschlangen oder -register 3 können in nicht dargestellter Weise an Anlagen
oder Ofenteile angeschlossen sein, beispielsweise zur Vorheizzone geführt sein, so
daß ein Teil der Wärmeenergie des Wärmeträgers dort zum Vorheizen des Brenngutes dienen
kann. Man kann die von dem Wärmeträger aufgenommene Wärmemengen auch in anderer Weise
z. B. zum Trocknen, weiterverwenden.
1. Mittels eines strömenden Wärmeträgers, vorzugsweise eines flüssigen Wärmeträgers,
indirekt gekühlte Kühlzone für einen aus Vorheiz-, Brenn- und Kühlzone bestehenden
Brennofen, vorzugsweise Rollenofen, durch den das Brenngut,'vorzugsweise keramische
Fliesen oder Platten, ohne es stützende Brennhilfsmittel aus feuerfestem Material
einschichtig hindurchgeführt wird, nach dem europäischen Patent ....... (Patentanmeldung
81 106 713.1), dadurch gekennzeichnet , daß in der Kühlzone zusätzlich zu den über
dem Brenngut angeordneten den Wärmeträger führenden Rohrschlangen oder -registern
oder alternativ dazu unter dem Brenngut einen Wärmeträger führende Rohrschlangen oder
-register angeordnet sind, deren Strahlungsflächen gegebenenfalls gegen das Brenngut
regelbar abgeschirmt sind.
2. Kühlzone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrschlangen oder -register
quer zur Fahrtrichtigung des Brenngutes angeordnet sind.
3. Kühlzone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmung aus
jaloisieartig angeordneten, verdrehbaren paddelartigen Elementen besteht.
4. Kühlzone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmung aus
gegeneinander verschiebbaren Schlitzplatten besteht.
5. Kühlzone nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die den Wärmeträger führenden Rohrschlangen oder -register an die Wärme wiedergewinnende
oder wiedernutzbarmachende Anlagen oder Ofenteile angeschlossen sind.