[0001] Die Erfindung betrifft eine Maschine zum Herstellen, Füllen und Verschließen von
Packungen, bei der aus einer flexiblen Materialbahn geformte und verschweißte Pakkungshüllen
gefüllt und verschlossen werden, mit einem Spreizdornkarussell und mit mindestens
einem nachgeordneten Füllkarussell mit einer Füllstation und einer Kopfnahtschweißstation.
[0002] Derartige Maschinen dienen in den meisten Fällen zur Herstellung von Flüssigkeitspackungen,
beispielsweise für Milch, Saft und dergleichen. Die Materialbahn, beispielsweise kunststoffbeschichtetes
Papier, wird von einer Vorratsrolle abgezogen. Daraus werden die einzelnen Packungshüllen
durch Abschneiden und Verschweißen hergestellt. Dazu werden die Packungshüllen jeweils
auf Spreizdorne eines Spreizdornkarussells aufgenommen.
[0003] Bei einer bekannten Maschine der eingangs genannten Art (US-PS 3 918 236) werden
die so geformten Packungshüllen, die nur noch oben offen sind, abwechselnd an zwei
nachgeordnete Füllkarussells übergeben, auf denen die Packungshüllen in einer Füllstation
gefüllt und in einer Kopfnahtschweißstation verschlossen werden.
[0004] Wenn quaderförmiger Packungen hergestellt werden, entstehen am Boden und am Kopf
der Packung jeweils zwei Laschen. Damit diese Bodenlaschen bzw. Kopflaschen bei der
anschließenden Aufnahme der gefüllten Packungen in einer Verpackung, beispielsweise
einem Karton, nicht stören, müssen diese Laschen entweder flach an die Packungsaußenseite
angelegt oder abgeschnitten werden. Das Abschneiden der Laschen ist nur möglich, wenn
die Packungshülle an dieser Stelle so verschweißt ist, daß durch das Abschneiden der
Laschen keine Öffnung entsteht. Ein solcher zusätzlicher Schweißvorgang ist verhältnismäßig
aufwendig. Das einfache Andrücken der Bodenlaschen und Kopflaschen genügt nicht, um
diese Laschen in die für das nachfolgende Verpacken geeignete Stellung zu bringen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Maschine der eingangs genannten Art so auszubilden,
daß eine bleibende Anlage der Bodenlaschen und Kopflaschen an der Packungsaußenseite
erreicht wird; die hierfür erforderlichen zusätzlichen Arbeitsstationen sollen in
möglichst raumsparender Weise an der Maschine angeordnet und konstruktiv möglichst
einfach ausgeführt sein.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß am Spreizdornkarussell eine
Bodenlaschenformstation angeordnet ist, daß die Kopfnahtschweißstation über die gesamte
Länge der Kopfnaht reichende Schweißbacken aufweist,und daß dem Füllkarussell ein
Kopfformkarussell nachgeordnet ist, das eine Kopflaschenformstation und eine Kopflaschensiegelstation
aufweist.
[0007] Die Bodenlaschen und die Kopflaschen werden in der jeweiligen Formstation so vorgeformt,
daß sie in der nachfolgenden Siegelstation in einfacher Weise an der Packungsaußenseite
mittels Druck- und Wärmeeinwirkung angesiegelt werden können. Durch die Vorformung
werden die an der Siegelstelle auftretenden Kräfte sehr klein gehalten; dadurch besteht
keine Gefahr, daß sich die Siegelverbindung wieder löst; andererseits sind die Festigkeitsanforderungen
an die Siegelverbindung dadurch gering.
[0008] Die größere Anzahl von Bearbeitungsstationen wird in konstruktiv sehr einfacher und
raumsparender Weise dadurch geschaffen, daß die Stationen zum Formen und Siegeln der
Kopflaschen in ein gesondertes Kopfformkarussell verlegt wurden. Gegenüber der Möglichkeit,
ein größeres Karussell mit mehr Bearbeitungsstationen vorzusehen, hat diese Lösung
den Vorteil besserer Raumausnutzung. Konstruktiv ist die Lösung deshalb besonders
einfach, weil für das Kopfformkarussell in wesentlichem Umfang die gleichen Bauteile
verwendet werden können wie für das Füllkarussell.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert, das
in der Zeichnung dargestellt ist. Es zeigt:
Fig. 1 eine vereinfachte Draufsicht auf eine Maschine zum Herstellen, Füllen und Verschließen
von Packungen,
Fig. 2 in einem vergrößerten Teilschnitt längs der Linie II-II in Fig. 1 die Bodenlaschenformstation
in der Ausgangsstellung,
Fig. 3 in einem Teilschnitt entsprechend der Fig. 2 die Bodenlaschenformstation in
der Endstellung,
Fig. 4 in einem vergrößerten Teilschnitt längs der Linie IV-IV in Fig. 1 eine Kopfnahtschweißstation
in der Schweißstellung, wobei die Ausgangsstellung des Schweißkopfes mit strichpunktierten
Linien dargestellt.ist,
Fig. 5 in einem vergrößerten Teilschnitt längs der Linie V-V in Fig. 1 eine Kopflaschenformstation
in der Ausgangsstellung,
Fig. 6 die Kopflaschenformstation nach Fig. 5 in der Endstellung,
Fig. 7 in einem Teilschnitt längs der Linie VII-VII in Fig. 1 eine Kopflaschenheizstation,
Fig. 8 in einem vergrößerten Teilschnitt längs der Linie VIII-VIII in Fig. 1 eine
Kopflaschensiegelstation in der Ausgangsstellung und
Fig. 9 die Kopflaschensiegelstation nach Fig. 8 in der Endstellung.
[0011] Die in Fig. 1 gezeigte Maschine zum Herstellen, Füllen und Verschließen von Packungen
trägt eine in einem Maschinengestell 1 gelagerte Vorratsrolle 2,. von der eine flexible
Materialbahn 3 abgezogen wird, die beispielsweise aus kunststoffbeschichtetem Papier
besteht. In einer zunächst durchlaufenen Rillstation 4 wird die Materialbahn 3 mit
einer Längsrillung versehen und anschließend zusammengelegt. In dieser Form durchläuft
die Materialbahn 3 eine Druckvorrichtung 5, in der die bereits vorher bedruckte Materialbahn
mit einem Datumsaufdruck versehen wird.
[0012] Anschließend durchläuft die Materialbahn 3 eine Prägestation 6, eine Längsnahtschweißstation
7 , eine Nachdrück- und Vorschubstation 8, in der die Längsnaht nachgedrückt wird
und die dabei auch den Bahnvorschub bewirkt. In einer Schneidstation 10 werden die
Zuschnitte für jeweils eine Packungshülle abgeschnitten und in einer Aufschiebestation
11 auf einen der Spreizdorne 12 eines in der Figur nur angedeuteten Spreizdornkarussells
13 aufgeschoben.
[0013] Im Uhrzeigersinn gelangt die Packung zu einer Faltstation 14, an der die beiden Seitennähte
geformt werden. Die beim Zusammenlegen der Materialbahn gebildete Falte liegt am Boden
der Packung. In der Station 14 werden die beim Aufschieben der Packung auf den Spreizdorn
12 entstandenen Bodenlaschen 16 der Packung 15 beheizt, um anschließend in der Bodenlaschensicgelstation
17 (Fig. 2 und 3) angesiegelt zu werden.
[0014] Die auf diese Weise für den Füllvorgang vorbereitete
Packungshülle 15, nachfolgend vereinfacht "Packung" genannt, wird in einer Übergabestation
18 vom Spreizdornkarussell 13 auf ein Füllkarussell 19 übergeben und dabei vom Spreizdorn
abgestreift. In einer Füllstation 20 wird die Packung 15 gefüllt; in einer Kopfnahtspreizstation
21 wird die Kopfnaht der Packung 15 mittels Spreizfingern auseinandergezogen und in
einer nachfolgenden Kopfnaht- formstation 22 so vorgeformt, daß die durchgehende Kopfnaht
in einer Kopfnahtschweißstation 23 (Fig.4) geschweißt werden kann. Die verschlossene
Packung 15 wird anschließend in einer Übergabestation 24 an ein Kopfformkarussell
25 übergeben und gelangt dort in eine Kopflaschenformstation 26 (Fig. 5 und 6), in
der die zunächst noch abstehenden Kopflaschen 27 der Packung 15 nach unten geklappt
und dabei vorgeformt werden. In einer nachfolgenden Kopflaschenheizstation 28 (Fig.7)
wird die Unterseite der Kopflaschen 27 und die Packungsaußenseite beheizt, so daß
in einer nachfolgenden Kopflaschensiegelstation 29 (Fig. 8 und 9) die Kopflaschen
27 an der Packungsaußenseite festgesiegelt werden können.
In einer Ausstoßstation 3o gelangen die fertiggestellten Packungen 15 auf einen Abgabeteller
31, von dem sie zum weiteren Verpacken abgenommen werden.
Die Bodenlaschenformstation 17 (Fig.2) weist zwei querbewegliche Stempelplatten 4o
auf, die jeweils mit Führungsrollen 41 verbunden sind. Ein Druckmittelzylinder 42
trägt an seiner Kolbenstange 43 einen senkrecht bewegbaren Steuerkörper 44, an dem
seitliche Arme 45 angebracht sind, die jeweils in einer schrägen Steuerfläche 46 enden,
die mit den Führungsrollen 41 in Eingriff steht.
Jeweils am unteren Ende der Stempelplatten 4o ist in einem Gelenk 47 eine Laschenformklappe
48 schwenkbar angebracht. Beide Laschenformlclappen 48 tragen jeweils eine Führungsrolle
49, die mit gekrümmten Steuerflächen des Steuerkörpers 44 in Eingriff stehen.
Wenn der Steuerkörper 44 durch den Druckmittelzylinder 42 nach oben bewegt wird, fahren
die Stempelplatten 4o seitlich gegen die Packung 15; zugleich werden die Laschenformklappen
48 bis in die in Fig. 3 gezeigte Endstellung geschwenkt.
In Fig. 2 ist mit strichpunktierten Linien eine in der Faltstation 14 angeordnete
Bodenlaschenheizeinrichtung 51 angedeutet, durch die die Bodenlaschen 16 und die Bodenaußenfläche
der Packung 15 beheizt wurden. Wenn diese beheizten Flächen dann in der Bodenlaschenformstation
17 aufeinandergedrückt werden, wie in Fig. 3 dargestellt, werden die Bodenlaschen
16 in dieser Stellung angesiegelt. Die an den Seitenflächen der Packung anliegenden
Stempelplatten 40 verhindern ein Auswölben der Seitenflächen der Packung 15, wenn
der für die Siegelung erforderliche Druck am Packungsboden aufgebracht wird.
In der Kopfnahtschweißstation 23 (Fig. 4) ist ein mittels eines Druckmittelzylinders
6o senkrecht verfahrbarer Schweißkopf 61 vorgesehen, der eine feststehende Schweißbacke
62 und eine daran angelenkte, schwenkbare Schweißbaclce 63 aufweist. Beide Schweißbacken
62, 63 sind beheizbar. An der schwenkbaren Schweißbacke 63 greift ein Druckmittelzylinder
64 an.
Wenn die Packung 15, deren Kopfnaht 65 in der Station 22 bereits vorgeformt wurde,
in die Kopfnahtschweißstation 23 gelangt, befindet sich der Schweißkopf 61 zunächst
in der in Fig. 4 mit strichpunktierten Linien dargestellten oberen, aufgeklappten
Stellung. Der Druckmittelzylinder 6o fährt den Schweißkopf 61 nach unten; anschließend
schließt der Druckmittelzylinder 64 den Schweißkopf und übt auf die Kopfnaht'65 den
erforderlichen Schweißdruck unter Wärmeeinwirkung aus. Die Länge der Schweißbacken
62, 63 ist so bemessen, daß sie über die gesamte Länge der Kopfnaht 65 reicht, so
daß die Kopfnaht in einem einzigen Schweißvorgang vollständig geschlossen wird. Die
Kopfnaht reicht daher bis in die Kopflaschen 27.
Die nicht im einzelnen dargestellte Übergabestation 24 ist ähnlich aufgebaut wie die
Kopfnahtschweißstation 23, wobei jedoch die Backen 62 und 63 nicht beheizt, sondern
gekühlt werden. Die Kopfnaht 65 wird hier nachgedrückt und verfestigt. Die in ihrem
grundsätzlichen Aufbau in Fig. 4 gezeigte Einrichtung, die in der Übergabestation
24 die Packung 15 an der Kopfnaht 65 hält, ist querverschiebbar angeordnet und transportiert
die Packung 15 vom Füllkarussell 19 auf das Kopfformkarussell 25.
Die Kopfformstation 26 (Fig. 5 und 6) weist einen mittels eines Druckmittelzylinders
7o senkrecht bewegbaren Formkörper 71 auf, dessen plattenförmiges Mittelstück an seinen
Enden nach unten abgewinkelte Kopflaschenformbacken 72 trägt. Wenn der Formkörper
71 auf die Packung 15 abgesenkt wird ( Fig.6) drücken die Kopflaschenformbacken 72
die Kopflaschen 27 nach unten, so daß diese vorgeformt sind.