[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Hochgeschwindigkeits-Surfbrett für den starken
Windbereich.
[0002] Solche Windsurfbretter sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt und gelten
allgemein als Gleitboards mit einem - vorwiegend im hinteren Brettbereich - flachen
Unterwasserschiff. Diese Surfboards werden vorzugsweise bei Hochgeschwindigkeitsfahrten
im Starkwindbereich ab 3 bis 4 Beaufort eingesetzt. Aufgrund der flachen Heckpartie
können sie bei entsprechendem Anstellwinkel um die Querachse und bei entsprechender
Geschwindigkeit in die widerstandsmäßig günstige Gleitphase gebracht werden, was wiederum
eine höhere Gesamtgeschwindigkeit des Fahrzeuges ermöglicht.
[0003] Die Surfbretter für den niedrigen Windbereich weisen ein stark abgerundetes Unterwasserschiff
auf, was in der wesentlich langsameren Verdrängerfahrt niedrigere Widerstandswerte
erbringt und so im Schwachwindbereich optimalere Geschwindigkeiten als ein sogenanntes
Gleitbrett erbringt. Allerdings können solche Bretter nie in die für hohe Geschwindigkeiten
optimale Gleitphase gebracht werden.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Starkwind-Surfbrett
so auszugestalten, daß es auch im Schwachwindbereich optimal eingesetzt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen niedergelegten Maßnahmen zuverlässig
gelöst. In der nachfolgenden Beschreibung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung
erläutert und schematisch in den Figuren der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht des Heckteils eines Surfbrettes mit konkaver
Profilierung in der Längsrichtung,im Zängsschnitt,
Fig. 2 einen Querschnitt eines Surfbrettheckteils mit negativer Kielung,
Fig. 2a einen Querschnitt eines Surfbrettheckteils mit konkaver Wölbung,
Fig. 2b einen Querschnitt eines Surfbrettheckteils mit flacher Unterseite und an den
Außenseiten konkav gewölbter Form,
Fig. 3 einen Querschnitt eines Surfbrettheckteils mit abnehmbarem Auftriebs-Verdrängungskörper
in der Längsmittelachse,
Fig. 3a einen Querschnitt eines Surfbrettes mit seitlich angebrachten abnehmbaren
Auftriebs-Verdrängungskörpern mit festem Volumen,
Fig. 3b einen Querschnitt gemäß Fig. 3a mit zusätzlich im vorderen Brettbereich angebrachtem
abnehmbaren Auftriebs-Verdrängungskörper,
Fig. 4 einen Querschnitt durch ein Surfbrettheckteil mit elastischem,Aufblasbaren
zentral angeordnetem Auftriebs-Verdrängungskörper,
Fig. 4a einen Querschnitt eines Surfbrettes mit einem Auftriebs-Verdrängungskönper
der ein Teil mit festem Volumen und ein zweites Teil mit variablem Volumen aufweist.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Optimierung des Unterwasserteiles eines Surfbrettes
für die Gleitphase zugrunde, mit dem Zweck, die Reduzierung des schädlichen hydrodynamischen
Widerstandes bei gleichzeitiger Maximierung des erzielten Auftriebes zu erreichen.
Hierzu sieht der allgemeine Erfindungsgedanke vor, das für die Gleitphase optimierte
Surfbrett durch wahlweises Anbringen eines oder mehrerer Auftriebs-Verdräugungskörper
mit festem und/oder variablem Volumen so zu verändern, daß es auch bei Schwachwind
eine weitgehend geringe benetzte Oberfläche aufweist, d. h., einen möglichst geringen
hydrodynamischen Widerstand und damit optimale Geschwindigkeiten in der sogenannten
Verdrängungsphase erbringt.
[0006] Wie die Fig. 1 zeigt, ist das Heck des Surfbrettes 10 in der Längsrichtung mit einer
konkaven Profilierung 11 versehen, die an der Unterseite des Brettes zur Wasserfläche
15 gerichtet ist. Dadurch wird eine Erniedrigung des hydrodynamischen Widerstandes
erreicht, ohne daß die Auftriebswerte dadurch beeinträchtigt werden. Eine Erhöhung
des Auftriebes im Vergleich zu demjenigen der ebenen Platte bei gleichem hydrodynamischen
Widerstand läßt sich einmal durch eine entsprechende negative Wölbung 12 oder Kielung
12a in der Querachse des Brettes 10 an dessen Unterseite 10b und zum andernmal durch
Anbringung von Abrißkanten 13 an den Brettseiten 10a erreichen. Hierbei müssen sich
diese Abrißkanten 13 über die gesamte Länge des im Gleitzustand eingetauchten Unterwasserbereiches
des Heckteiles erstrecken.
[0007] Durch die Gesamtkombination der vorgenannten Maßnahmen , also die konkave Profilierung
11 in der Längsrichtung des Surfbrettes 10, zusammen mit einer negativen Wölbung (konkav)
12 oder einer Kielung 12a in der Querachse sowie Anordnung von Abrißkanten 13 und
ein- oder mehrere Auftriebs-Verdrängungskörper 14 mit festem und/oder variablem Volumen,
wird das maximal erreichbare Optimum für ein Hochgeschwindigkeits-Surfbrett für den
Einsatz im sogenannten Schwachwind-" bereich - also bei Wmdgeschwindigkeiten von 1
bis 3 Beaufort - erzielt. Durch das Anbringen eines oder mehrerer hydrodynamisch günstig
geformter Auftriebs-Verdrängungskörper 14 mit konstantem oder variablem Volumen wird
der Brettkörper 10 so weit aus dem Wasser gehoben, daß bei schwachem Wind und damit
nur erreichbaren niedrigen Geschwindigkeiten nur noch die genannten Auftriebs-Verdrängungskörper
den für die Schwimmfahrt des Surfbrettes notwendigen Auftrieb liefern. Hierbei soll
in diesem Zustand die Brettunterseite 10b weitgehendst unbenetzt bleiben. Hierdurch
wird der für diesen Geschwindigkeitsbereich niedrigste hydrodynamische Widerstandswert
und gleichzeitig die maximal mögliche Geschwindigkeit erreicht. Je nach Windstärke
und Körpergewicht des Fahrers werden diese Auftriebskörper entweder in der Anzahl
oder im Volumen variierbar anmontiert.
[0008] Die Fig. 2 bis 2b zeigen Beispiele für die Ausgestaltung der Brett-Unterseite im
Heckteil, wobei die strichlierte Linie die Unterseite der bisher zum Stand der Technik
zählenden Gleitsurfbretter darstellt. In der Fig. 2 ist eine nagative Kielung im Querschnitt
dargestellt, während in Fig. 2a eine konkave Wölbung gezeigt ist. Bei der Ausführungsform
gemäß Fig. 2b ist - im Querschnitt gesehen - die Brettunterseite im Mittelstück parallel
zur Oberfläche gehalten, während die Seitenstücke mit einer konkaven Wölbung versehen
sind, die in Abrißkanten 13 münden.
[0009] Zur Anordnung des oder der Verdrängungskörper sind in den Fig. 3 bis 4a verschiedene
Ausführungsbeispiele gegeben.
[0010] Die Fig. 3 zeigt ein Surfbrett 10 mit einem an der Unterseite 10b in der Längsmittelachse
angebrachten Auftriebs-Verdrängungskörper 14 mit festem Volumen, wobei die Unterseite
gemäß Fig. 1 mit einer konkaven Wölbung oder Kielung 11 in Längsrichtung versehen
ist.
[0011] In der Fig. 3a ist gezeigt, wie das Brettheckteil 10 und seiner Kielung 11 an den
Seitenflächen der Unterseite 10b mit Auftriebs-Verdrängungskörper 14, die ein festes
Volumen haben und strömungsgünstig ausgebildet sind, bestückt ist.
[0012] Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3b zeigt eine Ausführungsform wie Fig. 3a nur
ist hier im vorderen Bereich des Surfbrettes 10 in der Längsachse ebenfalls noch ein
Auftriebs-Verdrängungskörper 14 angeordnet.
[0013] In der Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt, bei der ein elastischer,
aufblasbarer Auftriebs-Verdrängungskörper 14a zentral an der Brett- unterseite 10b
angebracht ist.
[0014] Die Fig. 4a zeigt nun eine Ausführungsform, bei der der Auftriebs-Verdrängungskörper
14 aus einem festen Volumen 14b und einem variablen, aufblasbaren Volumen 14a besteht.
[0015] Die Auftriebs-Verdrängungskörper 14 werden ihrem Volumen nach so gewählt, daß das
von ihnen verdrängte Wassergewicht etwa 70 % mehr als das Gesamtgewicht aus Brett
und Fahrer beträgt. Hierdurch wird erreicht, daß das in Verdrängerfahrt benutzte Brett
auch bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 3 Beaufort in eine Gleitphase gebracht
werden kann. Während bei den Auftriebs-Verdrängerkörpern mit festem Volumen diese
Gleitfahrt noch nicht das Optimum darstellt, wird dieses jedoch durch die Ausführungsform
gemäß den Fig. 4 und 4a erreicht. Durch die Variation des Volumens der Auftriebs-Verdrängerkörper
von Null bis Maximum kann eine Anpassung an jede denkbaren Verhältnisse erfolgen.
Beim Ablassen des gesamten Volumeninhalts legt sich die elastische Haut so an die
Brettunterseite, daß dieses Brett als optimiertes Hochgeschwindigkeitsbrett gefahren
werden kann. Das Aufblasen der Auftriebs-Verdrängerkörper 14a kann durch mechanische
Luft- oder Treibgasvorrichtungen, wie sie zum Stand der Technik zählen/erfolgen.
1. Hochgeschwindigkeits-Surfbrett für den Starkwindbereich, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der Unterseite (10b) des Surfbrettes (10)
ä) eine konkave Profilierung (11) in der Längsrichtung,
b) eine negative konkave Wölbung (12) oder Kielung (12a) in der Querachse sowie
c) an den Bordseiten (10a) Abrißkanten (13) angeordnet sind und ein oder mehrere Auftriebs-
bzw. Verdrängungskörper (14) mit festem oder variablen Volumen anbringbar sind.
2. Surfbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdrängungskörper (14)
an der Unterseite (10b) des Brettes (10) in dessen Längsmittelachse ansetzbar ist.'
3. Surfbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß je ein Verdrängungskörper
(14) an den Seitenflächen bzw. Seitenkanten (10a) der Surfbrett-Unterseite (10b) ansetzbar
ist.
4. Surfbrett nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß je ein Verdrängungskörper
(14) seitlich der Surfbrett-Unterseite (10b) und ein Verdrängungskörper (14) im vorderen
Brettbereich in der Längsmittelachse angeordnet ist.
5. Surfbrett nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdrängungskörper
(14) so ein festes Volumen aufweisen, daß das von ihnen verdrängte Wassergewicht ca.
70 % mehr be- . trägt, als das Gesamtgewicht des Brettes einschließlich des Fahrergewichtes
ist.
6. Surfbrett nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Längsmittelachse ein elastischer Auftriebsverdrängungskörper (14a) angeordnet
ist, dessen Volumen von Null bis Maximum variierbar ist.
7. Surfbrett nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Auftriebs-Verdrängungskörper
(14) aus einem festen Volumen (14b) und einem variablen Volumen (14a) besteht.
8. Surfbrett nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Heckbereich einen Querschnitt mit konkaver Wölbung (12) oder negativer Kielung
(12a) aufweist.
9. Surfbrett nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Heckbereich einen Querschnitt mit ebener Unterseite (10b) und an den Seitenkanten
(10a) zueinandergerichtete konkave Wölbungen (12b) aufweist.