(19)
(11) EP 0 011 060 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
22.09.1982  Patentblatt  1982/26

(21) Anmeldenummer: 79890042.9

(22) Anmeldetag:  17.10.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B28B 11/00, F26B 15/16

(54)

Einrichtung zum Fertigen von Elementen, insbesondere Bauelementen, wie Formsteinen

Apparatus for manufacturing elements, in particular building elements, such as moulded blocks

Dispositif pour fabriquer des éléments, en particulier éléments de construction, tels que des blocs moulés


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LU NL SE

(30) Priorität: 30.10.1978 AT 7760/78

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
14.05.1980  Patentblatt  1980/10

(71) Anmelder: EBENSEER BETONWERKE GESELLSCHAFT M.B.H.
A-1040 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Maculan, Alexander, Dipl.-Ing.
    A 1010 Wien (AT)

(74) Vertreter: Binder, Otto, Dipl.-Ing. 
Stallburggasse 2
1010 Wien
1010 Wien (AT)

   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft nach dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruches eine Einrichtung zum Fertigen von Elementen, insbesondere Bauelementen, wie Formsteinen, aus einer formbaren, allmählich erhärtenden Masse, vorzugsweise Beton, wobei zwischen einer der Formung dieser Elemente dienenden Anfangsstation und einer der Abgabe der Elemente dienenden Endstation eine Anzahl ortsbeweglicher, zur Aufnahme vorzugsweise jeweils mehrerer Elemente geeigneter und hiezu mit Laderäumen ausgestatteter Fördermittel vorgesehen ist, deren Laderäume zeitweise, während der allmählichen, im Verlauf der Förderung der Elemente zur Endstation stattfindenden Erhärtung der Masse klimatisierbar sind.

[0002] Fertigungsanlagen mit solchen Einrichtungen umfassen bekanntlich eine Anzahl von Stationen, welche von den Elementen bzw. deren Fördermitteln stetig oder schrittweise durchlaufen werden und in denen die einzelnen Fertigungsvorgänge nacheinander stattfinden.

[0003] Zu diesen Fertigungsvorgängen gehört meist auch eine Phase, innerhalb derer die Elemente zwecks qualitativer Verbesserung ihrer Endfestigkeit und zwecks Beschleunigung des Abbinde- bzw. Erhärtungsvorganges je nach der Beschaffenheit des hydraulischen oder synthetischen Bindemittels über einen mehr oder weniger langen Zeitraum in einer feuchten und/oder warmen Atmosphäre bzw. in einer besonders stickstoff- oder sauerstoffreichen Atmosphäre gelagert werden.

[0004] Aus der deutschen Patentschrift Nr. 1 061 676 ist bereits eine Einrichtung zum Härten von kalkgebundenen Elementen in Dampf bekanntgeworden, welche die eingangs erwähnten Gattungsmerkmale aufweist.

[0005] Die in einer Anfangsstation gefertigten Elemente werden bei dieser vorbekannten Einrichtung von einem Greifer auf schienengebundene Wagen abgesetzt und mit diesen Wagen in sogenannte Härterohre verfahren, welche hermetisch abschließbar sind und Schienenabschnitte enthalten, um die Wagen gruppenweise aufzunehmen. Diese Härterohre ruhen ihrerseits auf Fahrwerken, die auf quer zu den Schienen der Wagen geführten Gleisen laufen, und sie werden zur Entladung und neuerlichen Füllung jeweils einzeln in die Laufbahn der schienengebundenen Wagen befördert, wo dann die in ihnen enthaltenen Schienenabschnitte mit der Schienenlaufbahn dieser Wagen fluchten. Zwecks Härtung der darin befindlichen Elemente werden die Härterohre nach ihrer Füllung jeweils außerhalb der Schienenlaufbahn der Wagen mit Dampf beschickt, nach Ablauf der Härtungsphase werden sie wieder in die Schienenlaufbahn rückgeführt, entladen und gleichzeitig mit einer neuen Wagengruppe beladen.

[0006] Wegen der Notwendigkeit, die Härterohre einzeln zuzuführen und abzuführen sowie die Wagengruppen mit den darauf befindlichen Elementen in die Härterohre einzubringen und herauszuholen, kommt bei dieser vorbekannten Einrichtung kein echt kontinuierlicher Umlauf der Wagen zustande. Die Fördervorgänge sind infolgedessen zeitaufwendig und die erforderlichen Fördereinrichtungen sind kompliziert.

[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung der eingangs bezeichneten Gattung so auszugestalten, daß sie eine echt kontinuierliche Förderung der Elemente ermöglicht und daß dabei die Härtung der von den Fördermitteln beförderten Elemente - ohne Notwendigkeit einer Verladung in eigene Härtekammern - innerhalb des kontinuierlichen Förderweges der Fördermittel erfolgen kann.

[0008] Diese Aufgabe wird gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des unabhängigen Patentanspruches dadurch gelöst, daß feste Wandungen der einzelnen Fördermittel fünfseitig geschlossene Laderäume bilden, deren offene Seite innerhalb des Förderweges entweder durch eine feste Wandung eines jeweils benachbarten gleichen Fördermittels oder durch eine gesonderte, eigenbewegliche Abdeckung oder ortsfeste Wandung zeitweise zur Klimatisierung der Laderäume abdeckbar und abschließbar ist.

[0009] Dank dieser erfindungsgemäßen Lösung können die Fördermittel selbst geschlossene Klimakammern verkörpern und die zu härtenden Elemente brauchen nicht in gesondert anzuordnende Klimakammern eingebracht und aus diesen wieder herausbefördert werden. Die Gestaltung der Einrichtung wird dadurch erheblich vereinfacht und der erforderliche maschinelle Aufwand wird außerordentlich verringert.

[0010] Grundsätzlich mag es, beispielsweise bei der Fertigung von Beton-Bauelementen, ausreichen, die Laderäume der Fördermittel abzuschließen, weil allein schon durch den physikalischen Vorgang des Abbindens (Abbindewärme und Feuchtigkeit des Frischbetons) in den Laderäumen eine feuchtwarme Atmosphäre zustandekommt. Man kann aber im Rahmen der Erfindung darüber hinaus auch noch künstlich zu einer Intensivierung des Erhärtungsvorganges beitragen, indem man die von den Fördermitteln gebildeten Laderäume beispielsweise mittels Sprüh-, Begasungs-und/oder Heizvorrichtungen zusätzlich klimatisiert.

[0011] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Einrichtung ist in der einzigen Zeichnungsfigur in einer Draufsicht schematisch veranschaulicht, wobei lediglich die Fördermittel der Anschaulichkeit wegen in Horizontalschnitten dargestellt sind.

[0012] Die Einrichtung umfaßt einen strichpunktiert angedeuteten geschlossenen Förderkreislauf 1, innerhalb dessen die von einem Fertiger 2, z.B. irgend einem üblichen Form- und Verdichtungsgerät, gebildete Anfangsstation und die von einem Lagerplatz 3 verkörperte Endstation angeordnet sind, in welch letzterer die fertig geformten und zumindest teilweise abgebundenen bzw. erhärteten Elemente gruppenweise, also in Formlingsgruppen 4, gelagert und zum Abtransport bereitgestellt werden.

[0013] Zur Förderung solcher Formlingsgruppen 4 zwischen diesen Stationen längs des Förderkreislaufes 1 dienen in üblicher Weise Transportplatten 5, auf denen die Formlingsgruppen 4 vom Fertiger 2 abgesetzt werden.

[0014] Jeweils einzelne vom Fertiger 2 mit solchen Formlingsgruppen 4 beladene Transportplatten 5 gelangen - über einen nicht dargestellten - grundsätzlich beliebigen Förderer, z.B. über ein Förderband, ein Gliederband, eine Rollenbahn od.dgl. zu einem Ladegerät 6, welches innerhalb eines Bereiches 7, vorzugsweise im Sinne des Doppelpfeiles 7' sowohl quer zum Förderkreislauf 1 verschiebbar und hin- und herbeweglich ist, als auch einen höhenverstellbaren und parallel zum Förderkreislauf 1 verschiebbaren Greifer, eine Gabel, Plattform od.dgl. Ladeorgan aufweist, um einzelne, mit Formlingsgruppen 4 beladene Transportplatten 5 in Richtung der Pfeile 6' in fünfseitig geschlossene Laderäume 8 der aus den fahr- oder gleitfähigen Wagen 9 bestehenden Fördermittel absetzen zu können. Von einem solchen Ladegerät 6 werden also die Laderäume 8 jeweils eines in Aufnahmeposition befindlichen Wagens 9, z.B. von rechts nach links fortschreitend, allmählich mit Formlingsgruppen 4 beschickt und gefüllt.

[0015] Ist ein solcher Wagen 9 voll und wird er in Richtung des Förderkreislaufes 1 weiter, also rückwärts bewegt, tritt ein leerer bzw. soeben in der Endstation geleerter Wagen 9 von rechts aus dieser Endstation ankommend an seine Stelle. Dadurch verschließt die feste Rückwand 8' des ankommenden Leerwagens die Laderäume 8 des vollen, rückwärtsbewegten Wagens 9 und in diesen dadurch klimatisch abgeschlossenen Laderäumen kann sich ein für das Abbinden bzw. Erhärten des Materiales der Elemente optimales Klima bilden bzw. kann gewünschtenfalls eine optimale Atmosphäre künstlich geschaffen werden, beispielsweise durch Begasung, Bedampfung, Beheizung u.dgl. physikalische Maßnahmen.

[0016] Die Klimatisierung der Laderäume 8 der Fördermittel kann auch durch irgend eine andere Abdeckung der offenen Laderaumseiten sichergestellt werden, z.B. durch eine Jalousie, Schiebewand, Einsatzwand od.dgl. Die dargestellte Verwendung der geschlossenen Rückseiten von im Förderkreislauf jeweils benachbarten nachfolgenden Wagen zum Abschließen der offenen Seiten vorher gefüllter Laderäume erweist sich aber als besonders wirtschaftlich.

[0017] Die mit ihren offenen Längsseiten an die Rückseiten jeweils benachbarter, anschließend folgender Wagen fluchtend anliegenden Wagen folgen nun dem Förderkreislauf 1 so dicht aneinander, daß die Laderäume 8 während dieser Fortbewegung - von welcher die Zeichnung bloß einen Ausschnitt darstellt - stets geschlossen bleiben. Bloß während der Phase der Umlenkung in die gegenläufige Richtung der Förderung, also in Richtung zur Abgabestation, ändert sich kurzfristig die relative Stellung benachbarter Wagen zueinander nach dem Paternoster-System. Es kann in diesem Bereich eine ortsfeste Wandung 10 vorgesehen werden, um auch während dieses Stellungswechsels die Laderäume 8 der Wagen 9 geschlossen zu halten.

[0018] Im Wege des Förderkreislaufes 1 gelangen nun die Wagen 9 zu einem in der Abgabestation (Endstation) befindlichen Ladegerät 11 ; dieses Ladegerät 11 könnte gegebenenfalls mit dem Ladegerät 6 identisch sein, vor allem wegen der besseren Anschaulichkeit ist es beim Ausführungsbeispiel als ein zweites Ladegerät dargestellt.

[0019] Jedenfalls ist dieses Ladegerät 11 gleichermaßen wie das Ladegerät 6 innerhalb eines sich quer zum Förderkreislauf 1 erstreckenden Bereiches 12 in Richtung des Doppelpfeiles 12' hin-und herbeweglich und besitzt gleichfalls ein höhenverstellbares Huborgan, um einzelne mit Formlingsgruppen 4 beladene Transportplatten 5 aus den Laderäumen 8 eines Wagens 9 in Richtung der Pfeile 11' zu entladen. Die auf diesen Transportplatten 5 jeweils gelagerten, innerhalb der Laderäume 8 zumindest teilweise erhärteten Formlingsgruppen 4 werden vom Ladegerät 11 einem beliebigen, nicht dargestellten Förderer übergeben und in Richtung des Pfeiles 3' am Lagerplatz 3 abgesetzt, wo man sie völlig aushärten läßt. Die leeren Transportplatten 5 gelangen längs des Förderkreislaufes 1 zurück zum Fertiger 2, von dem sie neuerlich mit Formlingsgruppen 4 belegt werden.

[0020] Die Erfindung ist gleichermaßen auf die Herstellung von Elementen, insbesondere Bauelementen, aus Beton mit hydraulischen Bindemitteln als auch auf die Fertigung von anderen mit Bindemitteln angereicherten erhärtenden Elementen, z.B. Kunstharzelementen, anwendbar, wobei selbstverständlich für die Wahl der optimalen, das Erhärten begünstigenden klimatischen Verhältnisse und für die Dauer der Klimatisierung jeweils verschiedenerlei Kriterien zu beachten sind, deren Berücksichtigung im Rahmen des Standes der Technik jedem Fachmann geläufig ist.


Ansprüche

1. Einrichtung zum Fertigen von Elementen, insbesondere Bauelementen, wie Formsteinen, aus einer formbaren, allmählich erhärtenden Masse, vorzugsweise Beton, wobei zwischen einer der Formung dieser Elemente (4) dienenden Anfangsstation (1) und einer der Abgabe der fertigen Elemente (4) dienenden Endstation (3) eine Anzahl ortsbeweglicher, zur Aufnahme vorzugsweise jeweils mehrerer Elemente (4) geeigneter und hiezu mit Laderäumen (8) ausgestatteter Fördermittel (9) vorgesehen ist, deren Laderäume (8) zeitweise, während der allmählichen, im Verlauf der Förderung der Elemente (4) zur Endstation (3) stattfindenden Erhärtung der Masse klimatisierbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß feste Wandungen dieser einzelnen Fördermittel (9) fünfseitig geschlossene Laderäume (8) bilden, deren offene Seite innerhalb des Förderweges (1) entweder durch eine feste Wandung (8') eines jeweils benachbarten gleichen Fördermittels (9) oder durch eine gesonderte, mit dem Fördermittel (9) eine Einheit bildende, eigenbewegliche Abdeckung oder ortsfeste Wandung (10) zeitweise zur Klimatisierung der Laderäume (8) abdeckbar und abschließbar ist.
 
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von den Fördermitteln (9) gebildeten Laderäume (8) mittels Sprüh-, Begasungs- und/oder Heizvorrichtungen zusätzlich klimatisiert sind.
 


Claims

1. Apparatus for manufacturing elements, in particular building elements such as moulded blocks, from a plastic, gradually hardening mass, preferably concrete, furnished with a number of movable conveying devices between a starting station serving for moulding these elements and an end station serving for the discharge of the finished elements which are suitable for the reception of usually several elements at a time and equipped with loading compartments for this purpose which are at times air-conditioned during the course of the conveyance of the elements to the end station, characterized by the fact that solid walls of these individual conveying devices form loading compartments closed on five sides, whose open side within the conveying distance is temporarily coverable and lockable for air-conditioning the loading compartments either by means of a solid wall of a neighbouring, similar conveying device or by a separate, self-moving covering forming a unit with the conveying device or stationary walls.
 
2. Apparatus according claim 1, characterized by the fact that the loading compartments formed by the conveying devices can additionally be air-conditioned by means of spray, gas and/oder heating appliances.
 


Revendications

1. Dispositif pour fabriquer des éléments, en particulier éléments de construction, tels que des blocs moulés, à base d'une masse plastique, durcissant graduellement, de préférence de béton, constitué par une station d'entrée servant de modelage des éléments précités ainsi que d'une station de sortie servant de décharge des éléments finis, entre lesquelles se trouve un certain nombre de moyens d'acheminement déplacables pouvant recevoir de préférence plusieurs éléments, ce pourquoi étant équipés de compartiments de chargement, climatisés par moments, pendant le durcissement graduel, ayant lieu au cours de l'acheminement des éléments vers la station de sortie, caractérisée par le fait que des parois fixes de ces moyens d'acheminement forment des compartiments de chargement fermés sur cinq côtés, dont le côté ouvert peut être recouvert et fermé par moments, en vue de la climatisation des compartiments de chargement, à l'intérieur de la voie d'acheminement, soit par une paroi fixe faisant partie d'un moyen d'acheminement analogue placé à côté ou par un recouvrement séparé, à mobilité propre faisant partie intrinsèque du moyen d'acheminement ou encore par une paroi non déplaçable.
 
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisée par le fait que les compartiments de chargement formés par les moyens d'acheminement peuvent être climatisés en plus par des dispositifs d'arrosage, de dégagement gazeux ou de réchauffage.
 




Zeichnung