| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 015 530 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
22.09.1982 Patentblatt 1982/38 |
| (22) |
Anmeldetag: 03.03.1980 |
|
|
| (54) |
Verfahren und Vorrichtung zur automatischen Wasserdosierung zum Betreiben einer Giessereikühltrommel
für das gleichzeitige Kühlen von Form- und Kernsand und Guss
Method and device for the automatic supply of water in operating a foundry cooling
drum for the concurrent cooling of moulding sand and core sand, and casting
Procédé et dispositif pour le dosage automatique de l'eau pour l'actionnement d'un
tambour refroidisseur de fonderie permettant le refroidissement simultané du sable
de moulage, du sable à noyaux et de la fonte
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH FR GB IT LU NL SE |
| (30) |
Priorität: |
07.03.1979 DE 2908861
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
17.09.1980 Patentblatt 1980/19 |
| (71) |
Anmelder: Dossmann GmbH, Eisengiesserei und Maschinenfabrik |
|
D-74731 Walldürn (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Schetter, Hans
D-6968 Walldürn-Rippberg (DE)
- Münkel, Rudi
D-6968 Walldürn-Rippberg (DE)
- Hertlein, Günter
D-6968 Walldürn-Rippberg (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Lotterhos, Hans Walter |
|
() |
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft den vollautomatischen Betrieb einer Gießereikühltrommel für
das gleichzeitige Kühlen von aus der Form entleertem Form- und Kernsand und Gußstück,
und hierbei die automatische Dosierung der für optimale Kühlungsbedingungen jeweils
erforderlichen Wassermenge. Derartige Kühltrommein sind z.B. aus der DE-A-2431 509
und der DE-A-2822333 bekannt.
[0002] Beim heutigen Betrieb der Formgießerei sind die Kühltrommein wichtige Einrichtungen.
Einerseits erlauben sie einen schnelleren und automatisierten Betriebsablauf. Andererseits
wird bei dem entformten und zusammen mit dem Sand umgewälzten Gußstück eine gleichmäßigere
und Spannungen vermeidende Kühlung erreicht und der Formsand steht schneller zur Wiederverwendung
zur Verfügung. Neben diesen, der Produktion dienenden Vorteilen gewinnen diese Kühltrommeln
zunehmend an Bedeutung, weil gegenüber früheren Arbeitsweisen weniger Lärm, weniger
Hitzeabstrahlung und weniger Staub entsteht und umweltfreundlichere Verhältnisse und
humanere Bedingungen am Arbeitsplatz geschaffen werden.
[0003] Diese Kühltrommeln werden um die horizontale oder leicht geneigt angeordnete Trommelachse
gedreht, wobei sich das zu kühlende Gut vom Einlauf zum Auslauf bewegt. Die Kühlung
erfolgt mittels Wasserverdunstung und es besteht das Problem, zu jedem Zeitpunkt die
Menge an Wasser zuzuführen, mit der die jeweils gegebenen Bedingungen, die sowohl
am Einlauf als auch während des Durchlaufs ständigen Aenderungen unterliegen, momentan
berücksichtigt werden: Diese Bedingungen, insbesondere die eingebrachte Wärmemenge,
ändern sich z.B. dadurch, daß verschiedene Gießtemperaturen angewendet werden, daß
die Zeitabstände zwischen Vergiessen und Einlauf in die Kühltrommel und damit die
Eingangstemperaturen wechseln oder daß ein wechselndes Volumenverhältnis von Gußstück
zu Sand vorliegt. Auch der zeitliche Durchlauf des Gußstücks durch die Kühltrommel
kann je nach Gewicht und Gestalt des Gußstücks Aenderungen unterworfen sein. Während
des gesamten Durchlaufs durch die Kühltrommel soll die Wassermenge so bemessen werden,
daß der Sand nicht klumpt und an jeder Stelle der Trommel gut rieselfähig bleibt,
einerseits damit er durch große Oberfläche eine gute Wasserverdunstung bewirkt, andererseits
wegen einer guten und vielseitigen Berührung mit den Metallflächen. Der Sand darf
aber auch nicht zu trocken werden, da sonst die Wärmeabfuhr nachläßt, durch Staubentwicklung
nicht zu vernachlässigende Verluste an Bentonit und Kohlenstaub auftreten und die
Abluftreinigung stark belastet wird. Der Sand soll auch für die Wiederverwendung in
gewissem Maße konditioniert werden. Für eine gute Wirkungsweise wurde festgestellt,
daß am Auslauf der Trommel der Sand eine Temperatur möglichst unter 50 °C und einen
Wassergehalt von 1 bis 2 % und der Guß eine Temperatur von 60 bis 100 °C haben soll.
[0004] Um diesen Verhältnissen Rechnung zu tragen, wurde bisher teils mit empirischen, teils
mit indirekten bzw. auf theoretischen Berechnungen fu- ßenden Methoden gearbeitet.
[0005] Vielfach ausgeübt wird die manuelle Regulierung der Wasserzufuhr, wobei die Bedienungsperson
ihre Richtlinie aus der Beobachtung des Trommelinnenraums bezüglich Dampf- oder Staubentwicklung
gewinnt. Bei dieser Methode sind naturgemäß die Korrekturen der Wasserzugabe ungenau
und kommen auch erst verzögert zur Auswirkung. Man hat auch versucht Meßfühler mit
Thermoelementen einzusetzen (DE-A-28 22 333, DE-A-24 31 509). Hier zeigte sich der
Nachteil, daß die Temperaturmessung und die Meßwertübertragung zu träge ist, um die
Regulierung der Wasserzufuhr spontan steuern zu können. Außerdem sind derartige Meßfühler
gegen mechanische Beschädigungen zu empfindlich, da sie für eine zuverlässige Messung
in den bewegten Sand, in dem sich auch die Gußstücke befinden, eintauchen müssen.
[0006] Im Zuge der Automatisierungsbestrebungen hat man dann indirekte Methoden entwickelt,
bei denen vorgegebene Größen, wie Verhältnis von Metall zu Sand, Verwiegen der Formen
vor und nach dem Abgießen, Zeit zwischen Abgießen und Einlauf in die Kühltrommel,
Einlaufgeschwindigkeit und -masse in die Kühltrommel in eine Steuereinrichtung (Computer)
eingegeben wurden. Die programmatische Verarbeitung dieser Vielzahl von Steuerungsgrößen
liefert dann die Impulse für einen Stellungsregler des Wasserzufuhrventils.
[0007] Ein solches Steuerungssystem bedingt eine sehr kostspielige Computereinrichtung,
für die für jede - oft kurzfristig beauftrage - Gußserie eine Programmierung zu erstellen
ist. Eine Computerprogrammierung kann aber nicht die im Gießereibetrieb unvermeidlichen
Unregelmäßigkeiten (bedingt durch Schmelzprozeß, Kontrolle und Korrektur der Schmelze,
Ueberführung von der Gießpfanne bis zum Abgießen in die Form, kurze Unterbrechungen
des normalen Arbeitsablaufs (u. dgl.) berücksichtigen. Man kam also auch auf diesem
Wege nicht zu einer Lösung des Prob!ems der optimalen Betriebshedinungen einer Gießereikühltrommel.
[0008] Man hat auch in der Trommelwand Bohrungen angebracht, um die Temperatur des herausrieselnden
Sandes zu messen (DE-A-26 07 265). Hierbei gab es folgende Schwierigkeiten : Sind
die Löcher zu klein, verstopfen sie leicht, sind sie grösser, rieselt zu viel Sand
heraus. Auch die Messungen der Ablufttemperatur (DE-A-2822333) führte nicht zum Erfolg,
da sie die Verhältnisse am Ort der Kühlung zu ungenau wiedergibt. Außerdem erfolgt
auch bei diesen beiden Methoden die Korrektur der Wasserzufuhr mit zu großer Verzögerung.
[0009] Keine der bekannten Methoden gestattet eine auf die aktuelle Temperatur unmittelbar
reagierende Dosierung der Wasserzugabe und noch viel weniger eine Korrektur der Wasserzugabe
entsprechend dem Temperaturgang im Verlauf der Durchlaufsstrecke des zu kühlenden
Gutes in der Trommel.
[0010] Es ist Aufgabe der Erfindung, bei einer rotierenden Gießereikühltrommel der genannten
Art - unter Vermeidung der vorstehend beschriebenen Nachteile - die Kühlung von Form-
und Kernsand und Gußstücken in optimaler und innerhalb kürzester Zeitabstände korrigierbarer
Weise mittels einer automatisierten und spontan reagierenden Dosierung der in die
Kühltrommel einzuleitenden Wassermenge zu erreichen. Gegenstand der Erfindung ist
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Lösung dieser Aufgabe.
[0011] Das Verfahren zur automatischen Wasserdosierung zum Betreiben einer Gießereikühltrommel
für das gleichzeitige Kühlen von Form- und Kernsand und Guß ist dadurch gekennzeichnet,
daß im Innenraum der Kühltrommel die von dem eingebrachten, zu kühlenden Gut ausstrahlende
Temperatur berührungslos mittels mindestens einer Infrarot-Kamera fortlaufend in kurzen
Zeitabständen gemessen wird, daß in einem Meßumformer den gemessenen Temperaturen
entsprechende elektrische Signale gebildet werden, daß in einer Steuereinrichtung
aus jedem einzelnen dieser Signale oder aus dem Mittelwert mehrerer Signale ein Stellsignal
gebildet wird, das dann den Stellungsregler eines motorisch, pneumatisch oder hydraulisch
betätigten Ventils für die Wasserzufuhr steuert.
[0012] Die Zeitabstände zwischen zwei Messungen können etwa 0,1 bis 10 sec. betragen. Brauchbare
Mittelwerte erhält man bereits aus zwei Messungen. Für die Berechnung von Mittelwerten
können aufeinanderfolgende Meßwerte einer Infrarot-Kamera oder die Meßwerte mehrerer
Infrarot-Kameras zugrundegelegt werden.
[0013] Die Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß
ein Temperaturmeß- und Wasserdosierbereich oder mehrere solcher Bereiche mit je folgenden
Merkmalen vorgesehen ist bzw. sind :
a) im Innenraum der Kühltrommel ist eine Infrarot-Kamera oder eine Mehrzahl von in
Durchlaufrichtung hintereinander, nebeneinander oder versetzt angeordneten Infrarot-Kameras
installiert,
b) außerhalb der Kühltrommel befindet sich eine Steuereinrichtung, welche die Temperaturmeßwertsignale
der Infrarot-kameras aufnimmt und daraus ein Steuersignal für die Wasserzufuhr bildet,
c) eine Wasserzuführleitung ist in den Innenraum der Kühltrommel geführt und mündet
in Auslaufrohre, Spritz- oder Sprühdüsen, die im Temperaturmeßbereich liegen,
d) in der Wasserzuführleitung befindet sich ein Dosierventil, das motorisch, hydraulisch
oder pneumatisch betätigt wird, wobei für diese Betätigung ein von der Steuereinrichtung
gesteuerter Stellungsregler vorgesehen ist,
e) in Durchlaufrichtung vor dem Dosierventil befindet sich ein Absperrventil, das
durch Kopplung mit dem Trommelantrieb bei Trommelstillstand die Wasserzufuhr unterbricht.
[0014] Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird eine, in den Zeichnungen dargestellte
Ausführungsform beschrieben.
Figur 1 zeigt die Kühltrommel mit der erfindungsgemäßen Wasserdosiervorrichtung,
Figur 2 zeigt einen Querschnitt dieser Kühltrommel,
Figur 3 zeigt eine erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung zur Sauberhaltung der Optik
ausgerüstete Infrarot-kamera.
[0015] Bei der dargestellten Ausführungsform sind zwei in Durchlaufrichtung mit Abstand
hintereinander angeordnete Meßbereiche vorgesehen. Jeder Meßbereich bedient ein vollständiges
und unabhängig arbeitendes Dosiersystem.
[0016] Die Kühltrommel 1 hat einen Einlauf 2 für das zu kühlende Gut und einen Auslauf 3,
wo die gekühlten Gußstücke weggenommen werden. Der gekühlte Sand rieselt durch Perforierungen
am Auslaufende der Kühltrommell 1 auf ein Förderband.
[0017] Für den, vom Einlauf gesehen, ersten Meßbereich ist die Infrarot-Kamera 4a installiert.
Die Optik dieser Infrarot-Kamera 4a (wie auch jeder weiteren Infrarot-Kamera 4) ist,
wie aus Fig. 2 ersichtlich, vorzugsweise auf eine mittlere Stelle, bzw. eine Stelle
etwa größter Dicke des Kühlguts 11 gerichtet, so wie dieses sich infolge der, durch
den Pfeil angedeuteten Drehung der Kühltrommei einstellt (s. Fig. 2). Der Meßobjektabstand
richtet sich nach der verwendeten Optik. Der erste Meß- und Wasserdosierbereich soll
da liegen, wo das vom Sand mitgebrachte Wasser weitgehend verdunstet ist und die aus
der Form kommenden Sandklumpen zerfallen sind.
[0018] Von der Infrarot-Kamera 4a, bzw. deren eingebautem Meßumformer führt die elektrische
Leitung 15a zu der Steuereinrichtung 5a. Hier wird entsprechend den eingehenden Meßwerten
in kurzen Zeitabständen von vorzugsweisel bis 3sec. ein Stellsignal gebildet und an
den Stellungsregler 6a des motorisch, hydraulisch oder pneumatisch betätigten Dosierventils
7a in der Wasserzuführleitung 8a gegeben. Vorzugsweise verwendet man pneumatische
Stellungsregler.
[0019] Für die Bildung des Stellsignals können die einzelnen Meßwertsignale oder ein Mittelwert
aus mehreren aufeinanderfolgenden Meßwertsignalen verwertet werden. Insbesondere bei
größeren Kühltrommeln können auch für jeden Meß- und Dosierbereich mehrere Infrarot-Kameras
eingesetzt sein, aus deren Meßwertsignalen ein Mittelwert gebildet wird.
[0020] Vom Dosierventil 7a ist die Wasserzuführleitung 8a in den Innenraum der Kühltrommel
1 geführt, wo sie durch ein oder mehrere Auslaufrohre, Spritz- oder Sprüdüsen 9a die
für den gewünschten Kühl- und Kohditioniereffekt optimale Wassermenge abgibt. Mit
Vorteil sind die Auslaufrohre, Spritz- oder Sprühdüsen 9 so nach oben gerichtet, daß
ihre Mündungen oberhalb der Wasserzuführleitung 8a liegen.
[0021] In Durchlaufrichtung vor dem Dosierventil 7a befindet sich das Absperrventil 10a,
mit dem bei Stillstand der Kühltrommei die Wasserzufuhr sofort unterbrochen wird.
Mit Vorteil verwendet man ein elektromagnetisch betätigtes Absperrventil, das über
den Steuerstrom des Kühltrommelantriebs gesteuert wird.
[0022] Zur Eichung der Anlage ist die Nullstellung des Dosierventils 7a regulierbar.
[0023] Die Vorrichtung arbeitet vollautomatisch in der Weise, daß die aktuelle Temperatur
unmittelbar und daher sehr schnell und zuverlässig auf die Wasserzufuhr bzw. deren
Dosierung einwirkt und daß pro Meß- und Dosierbereich nur soviel Wasser zugeführt
wird, daß der Sand reiselfähig bleibt, aber nicht zu trocken wird.
[0024] Bei der dargestellten Ausführungsform ist auch ein zweiter Meßbereich mit selbständig
arbeitendem Dosiersystem vorgesehen. Dieses ist in gleicher Weise wie das vorstehend
beschriebene System aufgebaut und umfaßt die Infrarot-Kamera 4b, die elektrische Leitung
15b, die Steuereinrichtung 5b, den Stellungsregler 6b, das Dosiervertil 7b, die Wasserzuführleitung
8b, die Auslaufrohre, Spritz- oder Sprühdüsen 9b und das Absperrventit 10b.
[0025] Der Abstand zwischen den beiden Meß- und Dosierbereichen wird so bemessen, daß nach
weitgehender Verdunstung des im ersten Bereich zugegebenen Wassers im zweiten Bereich
eine weitere Wasserzugabe in Abhängigkeit von der dort gemessenen Temperatur erfolgt.
Bei der Bemessung des Abstandes spielen auch Trommellänge und -durchmesser sowie Umdrehungsgeschwindigkeit
eine Rolle.
[0026] Es ist zwar möglich, mit nur einem Meß- und Dosierbereich auszukommen, jedoch werden
bei Anordnung von zwei und gegebenenfalls noch mehr Bereichen die Temperaturverhältnisse
im Innenraum der Kühltrommel, bzw. die eingebrachte sich sowohl am Eingang als auch
während der Durchlaufstrecke ständig und oft unregelmäßig ändernde Wärmemenge besser
erfaßt, so daß an jeder Stelle der Kühltrommel die gerade dort erforderliche Wassermenge
zugeführt wird und eine optimale Abkühlung erreicht wird. Für die Wahl solcher Mehrfachausrüstungen
sind z.B. Länge, Durchmesser, Betriebsdrehzahl und sonstige Konstruktions-und Betriebsmerkmale
der Kühltrommel sowie auch die Art des Gießprogramms maßgebend.
[0027] Mit Vorteil verwendet man Infrarot-Kameras, die neben dem normalen Kühlmantel noch
mit einer weiteren Ummantelung versehen sind, durch die Druckluft so hindurchgeleitet
wird, daß sie rings um die Kameralinse austritt und hierbei eine solche Strömungsrichtung
hat, daß Staub, Dämpfe und Gase nicht zur Linse gelangen können. Das Schema einer
solchen Kamera zeigt Fig. 3.
[0028] Die Infrarot-Kamera 4 ist von einem Schutzgehäuse 12 so umgeben, daß ein Zwischenraum
um die Außenwandungen der Kamera gebildet ist. Durch den Einströmungsstutzen 13 wird
Druckluft eingeleitet, welche die Kamera, wie die Pfeile andeuten, umströmt und rings
um die Optik ausströmt und dann durch das über die Optik hinausreichende Schutzrohr
16 abfließt. Mit 14 ist das Anschlußkabel und mit 17 die Rohrleitung für das Durchlaufmedium
des normalen Kühlsystems bezeichnet. Neben dem Zweck der Sauberhaltung der Optik dient
das Schutzgehäuse 12 auch noch der Wärmeisolierung und dem Schutz vor mechanischen
Beschädigungen.
[0029] Die Erfindung bietet den Vorteil, daß für jedes Gießprogramm, jedes Verhältnis von
Sand zu Metall und jede Gußstückgröße vollautomatisch die optimale Wassermenge zugeführt
wird, wobei diese Automatik auch bei allen im Gießereibetrieb unvermeidlichen Unregelmässigkeiten
und bei Aenderung des Gießprogramms voll wirksam ist und in Sekundenschnelle die Wasserzufuhr
den augenblicklich gegebenen Verhältnissen anpaßt. Die Vorrichtung ist konstruktiv
einfach und anpassungsfähig, einerseits an alle Kühltrommelkonstruktionen, andererseits
an alle Betriebseigenarten.
1. Verfahren zur automatischen Wasserdosierung zum Betreiben einer Gießereikühltrommel
(1) für das gleichzeitige Kühlen von Form- und Kernsand und Guß(11), dadurch gekennzeichnet,
daß im Innenraum der Kühltrommel (1) die von dem eingebrachten, zu kühlenden Gut (11)
ausstrahlende Temperatur berührungslos mittels mindestens einer Infrarot-Kamera (4,
4a, 4b) fortlaufend in kurzen Zeitabstände gemessen wird, daß in einem Meßumformer
den gemessenen Temperaturen entsprechende elektrische Signale gebildet werden, daß
in einer Steuereinrichtung (5a, 5b) aus jedem einzelnen dieser Signale oder aus dem
Mittelwert mehrerer Signale ein Stellsignal gebildet wird, das dann den Stellungsregler
(6a, 6b) eines motorisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigten Dosierventils (7a,
7b) für die Wasserzufuhr steuert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die fortlaufenden Temperaturmessungen
und damit die Einstellungen der Wasserdosierung mit Zeitabständen von 0,1 bis 10 sec
vorgenommen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man auf dem Durchlaufweg
des Kühlguts (11) in mehreren, in Abständen angeordneten Bereichen die Temperatur
mißt und in den jeweils zugehörigen Bereichen die Wasserzufuhr entsprechend dosiert,
wobei die erste Messung und Dosierung dort durchgeführt wird, wo das vom Sand mitgebrachte
Wasser weitgehend verdunstet ist und die aus der Form kommenden Sandklumpen zerfallen
sind und die zweite und gegebenenfalls weitere Messungen und Dosierungen dort durchgeführt
werden, wo das im ersten bzw. vorhergehenden Bereich zugeführte Wasser weitgehend
verdunstet ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man zur
Eichung der Anlage die Nullstellung des Wasserdosierventils (7a, 7b) reguliert.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Temperaturmeß-und Wasserdosierbereich oder mehrere solcher
Bereiche mit je folgenden Merkmalen vorgesehen ist bzw. sind :
a) im Innenraum der Kühltrommel (1) ist eine Infrarot-Kamera (4) oder eine Mehrzahl
hintereinander, nebeneinander oder versetzt angeordneten Infrarot-Kameras (4a, 4b)
installiert ;
b) außerhalb der Kühltrommel (1) befindet sich eine Steuereinrichtung (5), welche
die Temperaturmeßwertsignale der Infrarot-Kameras aufnimmt und daraus ein Steuersignal
für die Wasserzufuhr bildet ;
c) eine Wasserzuführleitung (8) ist in den Innenraum der Kühltrommel geführt und mündet
in Auslaufrohre, Spritz- oder Sprühdüsen (9), die im Temperaturmeßbereich liegen ;
d) in der Wasserzuführleitung (8) befindet sich ein Dosierventil (7), das motorisch,
pneumatisch oder hydraulisch betätigt ist, wobei für diese Betätigung ein von der
Steuereinrichtung (5) gesteuerter Stellungsregler (6) vorgesehen ist ;
e) in Durchlaufrichtung vor dem Dosierventil (7) befindet sich ein Absperrventil (10),
das durch Koppelung mit dem Trommelantrieb bei Trommelstillstand die Wasserzufuhr
unterbricht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Optik der Infrarot-Kamera
(4, Fig. 2) auf eine mittlere Stelle, bzw. eine Stelle etwa größter Dicke des Kühlguts
(11) gerichtet ist, so wie sich das Kühlgut (11) infolge der Drehung der Kühltrommel
einstellt (Fig. 2).
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Temperaturmeß-
und Wasserdosierbereich an der Stelle der Kühltrommel angeordnet ist, wo das vom Sand
mitgebrachte Wasser weitgehend verdunstet ist und die aus der Form kommenden Sandklumpen
zerfallen sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter
oder weiterer Temperaturmeß- und Wasserdosierbereich an der Stelle der Kühltrommel
angeordnet ist, wo das im vorhergehenden Bereich zugegebene Wasser weitgehend verdunstet
ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8 dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaufrohre,
Spritz- oder Sprühdüsen (9, Fig. 2) so nach oben gerichtet sind, daß ihre Mündungen
oberhalb der Wasserzuführleitung (8) liegen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das
Absperrventil (10) ein elektromagnetisches, über den Steuerstrom des Kühltrommelantriebs
gesteuertes Ventil ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das
Dosierventil (7) in seiner Nullstellung regulierbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, gekennzeichnet durch eine Infrarot-Kamera
(4, Fig. 3) mit einem äußeren Schutzgehäuse (12), das einen Zwischenraum um die Außenwandungen
der Infrarot-Kamera bildet, einen an der Rückseite der Kamera gelegenen Einströmungsstutzen
(13) für Druckluft, einem die Optik der Kamera umgebenden Ringschlitz und einem über
die Optik hinausragenden Schutzrohr (16).
1. Process for automatic dosing of water in operating a foundry cooling drum (1) for
the simultaneous cooling of foundry sand, core sand and cast characterized in that
in the interior space of the cooling drum (1) the radiated temperature of the material
(11) put in place and to be cooled is measured contactlessly, continously in short
time intervals by means of an infrared camera (4, 4a, 4b), that in a measuring transmitter
electric signals corresponding with the measured temperatures are produced that in
a controlling device (5a, 5b) going out from every one of these signals or from the
average value of a plurality of the signals a commanding signal is produced, which
then actuates on the control unit (6a, 6b) of a motor-driven, pneumatically or hydraulically
driven metering valve.
2. Process according to claim 1, characterized in that the continuous measurements
of the temperature and therewith the adjustments of the water dosage are made in intervals
of 0,1 to 10 sec.
3. Process according to claim 1 or 2, characterized in that the measurement is made
on the way which passes the material to be cooled and the measurement of the temperature
is made in a plurality of regions arranged in distances and that the water supply
is dosed into the respective appertaining region whereby the first measurement and
dosage is there carried out, where the water brought along with sand is vastly volatilized
and the lumps of sand arrived from the mould are disintegrated and whereby the second
and possibly further measurements and dosages are carried out there where the water
brought along in the first or preceding region is vastly volatilized.
4. Process according one of the claim 1 to 3, characterized in that the zero position
of the metering valve for the water supply (7a, 7b) is regulated for the calibration
of the plant.
5. Device for carrying out the process according to anyone of the claim 1 to 4, characterized
in that the region for measurement of the temperature and the region for water dosage
or a plurality of those regions is or are provided with the following features :
a) in the interior space of the cooling drum (1) is installed an infrared camera (4)
or a plurality of infrared cameras (4a, 4b) arranged serially, side-by-side or out-of-line
;
b) outside of the cooling drum (1) is arranged a controlling device which accepts
the signals of the measured values of the temperature from the infrared cameras and
forms thereof a signal to control the water supply ;
c) a water supply pipe line (8) is lead into the inner space of the cooling drum and
terminates in outlet tubes, spray nozzles or spray diffusers (9) which are arranged
in the region of measurement of the temperature ;
d) in the water supply pipe line (8) is arranged a motor-driven, pneumatically or
hydraulically driven metering valve (7), whereby for this activity is provided a controlling
device (5) actuated by the control unit (6) ;
e) in the direction of the flow a shutt-off-valve (10) is arranged before the metering
valve (7) which by coupling with the drive of the drum interrupts the water supply
at stop of the drum.
6. Device according to claim 5, characterized in that the lens of the infrared camera
(4, Fig. 2) is directed to a central place or a place of about the greatest thickness
of the material to be cooled (11) so as the material to be cooled (11) is placed due
to the rotation of the cooling drum (Fig. 2).
7. Device according to claim 5 or 6, characterized in that the first region for measurement
of the temperature and the first region for water dosage is arranged at that place
of the cooling drum where the water brought away with the sand is vastly volatilized
and the lumps of sand arrived from the mould are disintegrated.
8. Device according to any of claims 5 to 7, characterized in that a second or a further
region for the measurement of the temperature and the water dosage is arranged at
that place of the cooling drum where the water added at the preceding region is vastly
volatilized.
9. Device according to any of the claims 5 to 8, characterized in that the outlet
tubes, spray nozzles or spray diffusers (9, Fig. 2) are directed upwardly in such
manner that their openings lay above the water supply line (8).
10. Device according to any of the claims 5 to 9, characterized in that the shutt-off-valve
(10) is a valve controlled electromagnetically by the pilot current of the drive of
the cooling drum.
11. Device according to any of the claims 5 to 10, characterized in that the metering
valve (7) in its zero position is adjustable.
12. Device according to any of the claims 5 to 11, characterized by a infrared camera
(4, Fig. 3) with an outer protecting case (12) forming an interspace around the outer
walls of thl-infrared camera, a connecting pipe (13) at the backside of the camera for the introduction
of compressed air, a ring groove surrounding the optic of the camera and a protective
tube projecting over the optic.
1. Procédé pour le dosage automatique de l'eau pour le fonctionnement d'un tambour
refroidisseur (1) utilisé en fonderie pour le refroidissement simultané du sable de
moule et de noyaux et de la pièce moulée (11), caractérisé en ce que, dans le volume
intérieur du tambour refroidisseur(1), la température de rayonnement de la matière
(11) en cours de refroidissement, est mesurée sans contact, à l'aide d'au moins une
caméra à infrarouges (4, 4a, 4b) de façon consécutive à de courts intervalles de temps,
en ce que les températures mesurées sont transformées dans un convertisseur de mesure
en signaux électriques correspondants, en ce que, à partir de chacun desdits signaux
ou bien de la valeur moyenne de plusieurs signaux, un signal de commande est produit
dans un dispositif de commande (5a, 5b), ledit signal commandant alors le régulateur
de position (6a, 6b) d'une vanne de dosage, actionnée par moteur, pneumatiquement
ou hydrauliquement, pour l'alimentation en eau.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les mesures consécutives
de température, et par conséquent les réglages du dosage d'eau, sont effectués à intervalles
de temps de 0,1 à 10 secondes.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on mesure la
température sur le trajet de passage de la matière à refroidir (11) dans plusieurs
zones placées à intervalles, en ce que, dans les zones correspondantes, on dose l'alimentation
en eau, en ce que la mesure et le dosage réalisés en premier sont effectués dans la
zone où l'eau entraînée par le sable s'est évaporée en majeure partie et les grumeaux
de sable provenant du moule se sont désagrégés et en ce que la mesure et le dosage
réalisés en second, et le cas échéant d'autres mesures et dosages, sont effectués
où l'eau introduite dans la première zzone, ou la zone précédente, s'est évaporée
en majeure partie.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, pour l'étalonnage
de l'installation, on règle la position de zéro de la vanne de dosage d'eau (7a, 7b).
5. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications 1 à
4, caractérisé en ce qu'il est prévu une ou plusieurs zones de mesure de température
et de dosage d'eau présentant les caractéristiques suivantes :
a) dans le volume intérieur du tambour- refroidisseur (1) est installée une caméra
à infra- rouges (4) ou plusieurs caméras (4a, 4b) à infra- rouges disposées l'une
derrière l'autre, l'une à côté de l'autre ou avec décalage,
b) à l'extérieur du tambour refroidisseur (1), se trouve un dispositif de commande
(5) qui reçoit les signaux de mesure de températures de la caméra à infra-rouges et
qui produit en correspondance un signal de commande d'alimentation en eau,
c) un tuyau d'alimentation en eau (8) passe dans le volume intérieur du tambour refroidisseur
et débouche dans des tubes de décharge, des buses de pulvérisation ou de projection
(9) qui sont placés dans la zone de mesure de température;
d) dans le tuyau d'alimentation en eau (8), se trouve une vanne de dosage (7) qui
est actionnée par moteur, pneumatiquement ou hydrauliquement, un régulateur de position
(6), commandé par le dispositif de commande (5) étant prévu pour cet actionnement
;
e) en amont de la vanne dosage (7) en considérant le sens de passage, il y a une vanne
d'arrêt (10) qui interrompt l'alimentation en eau par couplage avec l'entraînement
du tambour lors de l'immobilisation de ce dernier.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que la partie optique de
la caméra infra- rouges (4, figure 2) est dirigée vers une zone médiane, ou une zone
d'épaisseur un peu supérieure de la matière à refroidir (11), en correspondance au
positionnement de la matière à refroidir (11) par suite de la rotation du tambour
a refroidisseur (figure 2).
7. Dispositif selon l'une des revendications 5 ou 6, caractérisé en ce que la première
zone de mesure de température et de dosage d'eau est placée à l'endroit du tambour
refroidisseur, où l'eau entraînée par le sable est vaporisée en majeure et où les
grumeaux de sable provenant du moule sont désagrégés.
8. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce qu'il est prévu
une seconde ou d'autres zones de mesure de température et de dosage d'eau à l'endroit
du tambour refroidisseur, où l'eau introduite dans la zone précédente s'est en majeure
partie évaporée.
9. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 8, caractérisé en ce que les tubes
de décharge, les buses de pulvérisation ou de projection (9, figure 2) sont orientés
vers le haut de telle sorte que leurs embouchures soient situées au-dessus du tuyau
d'alimentation en eau (8).
10. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 9, caractérisé en ce que la vanne
d'arrêt (10) est une vanne électromagnétique commandée par l'intermédiaire du courant
de commande de l'entraînement du tambour de refroidissement.
11. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 10, caractérisé en ce que la position
de zéro de la vanne de dosage (7) est réglable.
12. Dispositif selon l'une des revendications 5 à 11, caractérisé en ce qu'il est
prévu une caméra à infra-rouges (4, figure 3) pourvue d'un carter extérieur de protection
(12) qui constitue un volume intermédiaire autour des parois extérieures de la caméra
à infra-rouges, une tubulure d'injection (13) d'air comprimé placée sur le côté arrière
de la caméra, une fente annulaire entourant la partie optique de la caméra et un tube
protecteur (16) dépassant de la partie optique.
