[0001] Die Erfindung betrifft eine Fixiervorrichtung für ein elektrofotografisches Kopiergerät
, mit einer Heizplatte, die aus zumindest zwei Schichten besteht und über deren Oberfläche
ein das zu fixierende Tonerbild tragender Aufzeichnungsträger transportiert wird.
[0002] In elektrofotografischen Kopiergeräten wird eine Fotoleiterschicht elektrostatisch
aufgeladen und bildmäßig belichtet. Das dadurch auf der Fotoleiterschicht erzeugte
latente Ladungsbild wird mit Hilfe von Trockentoner oder Flüssigtoner zu einem sichtbaren
Bild entwickelt. Flüssigtoner besteht im wesentlichen aus einer Dispergierflüssigkeit
aus aliphatischen Kohlenwasserstoffen, in der der Toner in Form von aufgeladenen Pigmenten
dispergiert ist. Das entwickelte feuchte Tonerbild wird von der Fotoleiterschicht
auf den Aufzeichnungsträger wie Papier durch Andruck übertragen und die Fotoleiterschicht
für den nächsten Kopierzyklus gereinigt. Das feuchte und deshalb nicht wischfeste
Tonerbild auf dem Aufzeichnungsträger wird durch Erwärmen fixiert. Eine bewährte und
in vielen Kopiergeräten benutzte Technik besteht darin, den feuchten Aufzeichnungsträger
mit der Rückseite im Gleitkontakt über eine beheizte Platte zu führen.
[0003] Solche Heizplatten in ebener oder gekrümmter Form bestehen aus einem Metallkörper
mit eingelassenen elektrischen Heizelementen. In einer bekannten Ausführungsform besteht
die Heizplatte aus Aluminiumguß mit den Abmessungen 2,5 x 85 x 290 mm mit zwei eingelassenen
Heizstäben von je 400 Watt Heizleistung. Durch einen Thermofühler wird die Temperatur
in Zweipunktregelung durch Ein- und Ausschalten auf etwa 200
OC geregelt.
[0004] Beim Einschalten bekannter elektrofotografischer Kopiergeräte nach längerem Stillstand
ist es üblich, zuerst in einem Vorlauf von etwa 25Sek:. Dauer den Fotoleiter von angetrockneten
Tonerresten durch Spülen mit Tonerflüssigkeit zu reinigen. In dieser Vorlaufzeit wird
auch die Heizplatte auf ihre Betriebstemperatur aufgeheizt. Eine Heizplatte der beschriebenen
Art erreicht am Ende der Vorlaufzeit von 25 Sek. eine Temperatur von nur etwa 65 °C
bei einer Umgebungstemperatur von etwa 22 °C. Die Betriebstemperatur von ca. 200 °C
wird erst nach etwa 80 Sek. erreicht. Deshalb sind die ersten, unmittelbar nach der
Vorlaufzeit hergestellten Kopien häufig noch nicht wischfest fixiert. Besonders bei
Kopiergeräten höherer Kopierleistung ab etwa 30 Kopien/Min., die in Verbindung mit
einer nachgeschalteten Sortiereinrichtung für die Kopien arbeiten, treten immer wieder
Verwischungen auf.
[0005] Bei Stillstandzeiten bis zu einigen Minuten kühlt sich die Heizplatte entsprechend
ihrer großen Wärmekapazität nur langsam ab, so daß nach nur kurzem Gerätestillstand
die Vorlaufzeit auf wenige Sekunden verkürzt werden kann, um die Wartezeit für jede
Kopie gering zu halten.
[0006] Bei zusätzlicher Heizung während der Vorlaufzeit mit einer vielfach größeren Leistung
als sie der Betriebsleistung entspricht, werden die üblichen zulässigen Leistungsgrenzen
der elektrischen Installationen oft überschritten, so daß die Gefahr eines Geräteausfalls
gegeben ist.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fixiervorrichtung der eingangs beschriebenen Art
so zu verbessern, daß die Aufheizzeit der Fixiervorrichtung gegenüber der Vorlaufzeit
ohne Erhöhung des Heiz- leistungsbedarfs'der Heizplatte verkürzt wird.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Fixiervorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 dadurch gelöst, daß eine Heizschicht zu beiden Seiten von weiteren Schichten eingeschlossen
ist, deren Abmessungen und Materialzusammensetzung so gewählt sind, daß die Wärmekapazität
der Heizplatte zu Beginn des Aufheizvorgangs bis zum Erreichen der Betriebstemperatur
kleiner ist als ihre Wärmekapazität im Dauerbetrieb.
[0009] Die weitere Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus den Merkmalen der Unteransprüche.
[0010] Mit der Erfindung wird der Vorteil erzielt, daß sich die Heizplatte einerseits schnell
aufheizt und andererseits langsam abkühlt, so daß von Anfang an wischfest fixierte
Kopien und bei kurzen Stillstandzeiten des Kopiergeräts nahezu ohne Wartezeit nach
dem Einschalten des Geräts wischfest fixierte Kopien erhalten werden. Dies folgt daraus,
daß die effektive Wärmekapazität beim Einschalten zunächst klein ist, beim Er-reichen
der Betriebstemperatur im Dauerbetrieb jedoch groß ist.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0012] Es zeigen:
Fig. 1 eine Schnittansicht einer Heizplatte nach der Erfindung, die aus mehreren Schichten
aufgebaut ist, und
Fig. 2 den Temperaturverlauf auf der Oberfläche von mehreren Heizplatten in Abhängigkeit
von der Heizzeit.
[0013] Eine Heizschicht 1 aus einer elektrisch aufheizbaren Schicht aus dünnem Blech, das
flächenhaft oder in Streifen angeordnet ist oder aus falten- oder spiralförmig angeordneten
Widerstandsdrähten besteht, bildet das Mittelstück einer Heizplatte 9. In einem Ausführungsbeispiel
mit sechs Blechstreifen von 280 mm Länge in Längsrichtung der Heizplatte 9, bei einer
Breite der Heizplatte 9 von 85 mm,beträgt der Widerstand zwischen Anschlußkontakten
6 etwa 15 Ohm. Bei einer Versorgungsspannung von 110 Volt beträgt die installierte
Leistung 807 Watt.
[0014] Die Heizschicht 1 ist zu beiden Seiten von je einer Isolierschicht 2 bzw. 4 eingeschlossen,
die unterschiedliche Wärmedurchgangskoeffizienten besitzen. An der einen Isolierschicht
2 liegt eine Kontaktschicht 3 an, über die ein Aufzeichnungsträger 7 geführt ist.
Die andere Isolierschicht 4 grenzt an eine Speicherschicht 5 an. Der Wärmedurchgangskoeffizient
der Isolierschicht 2 ist größer als der Wärmedurchgangskoeffizient der Isolierschicht
4.
[0015] Die Dicke der Isolierschicht 2 ist bei Verwendung des gleichen Materials auch für
die Isolierschicht 4 geringer als deren Dicke.
[0016] Die Wärmekapazität der Kontaktschicht 3 wird kleiner als die oder gleich der Wärmekapazität
der Speicherschicht 5 gewählt. Wird gleiches Material für die beiden Schichten verwendet,
so ist im allgemeinen die Dicke der Speicherschicht 5 größer als diejenige der Kontaktschicht
3.
[0017] Als temperaturfeste Isolationsmaterialien für die Schichten 2 und 4 sind Glimmer
oder temperaturbeständige Folien aus beispielsweise ?olyimid geeignet. Gut bewährt
hat sich als Isolationsmaterial auch Keramikpapier, ein aus mineralischen-keramischen
Fasern aufgebauter Filz. Für einen schnellen Wärmeübergang von der Heizschicht 1 zur
Kontaktschicht 3 wird die Isolierschicht 2 dünn ausgebildet und besteht beispielsweise
aus 0,4 mm dickem Keramikpapier. Zur Überprüfung des Einflusses der Dicke der Isolierschicht
2 auf den Wärmeübergang wird auch 0,8 mm dickes Keramikpapier benutzt. Die Kontaktschicht
3 muß gegenüber den im Gleitkontakt hinweggeführten Aufzeichnungsträgern bzw. Kopien
7 mechanisch stabil sein und durch gute Wärmeleitfähigkeit einen wirkungsvollen Wärmeübergang
von der Heizplatte 9 zu den Kopien gewährleisten. Ein gut geeignetes Material für
die Kontaktschicht 3 ist unter anderem Kupferblech, auf das die darüberlaufenden Kopien
7 beispielsweise durch angetriebene oder lose mitlaufende, nicht gezeigte Rollen angedrückt
werden. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel besteht die Kontaktschicht 3 aus
1 mm dickem Kupferblech. Wesentlich dünneres Kupferblech mit einer Dicke unter 0,5
mm ist weniger gut geeignet, weil dann die Abkühlung durch die darübergleitenden Kopien
zu großen Temperaturschwankungen von 20 °C und höher führt.
[0018] In die Kontaktschicht 3 ist zweckmäßigerweise ein Temperaturfühler 8 zur Steuerung
der Heizspannung eingebettet. Die Isolierschicht 4 wird aus denselben temperaturfesten
Isolationsmaterialien ausgewählt, wie sie für die Schicht 2 verwendet werden.
[0019] In einem Ausführungsbeispiel besteht die Isolierschicht 4 aus 4 mm dickem Keramikpapier,
so daß der Wärmeübergang von der Heizschicht 1 zur Speicherschicht 5 merklich langsamer
erfolgt als zur Kontaktschicht 3 durch die vergleichsweise dünne Isolierschicht 2
von 0,4 mm oder 0,8 mm Dicke. Die Speicherschicht 5 dient als Wärmespeicher. Sie besteht
grundsätzlich aus temperaturfesten Materialien wie Keramik. Wegen der größeren Bruchfestigkeit
wird auch bevorzugt Metall
.eingesetzt. Je dicker die Speicherschicht 5 gewählt wird, desto größer ist die Wärmekapazität
der gesamten Heizplatte 9, desto langsamer kühlt sie nach Abschluß des Kopiervorganges
ab.
[0020] Um die Wirkung einer erfindungsgemäßen Heizplatte 9 mit einer-nach dem Stand der
Technik vergleichen zu können, wurde unter anderem die Dicke der Speicherschicht 5
so gewählt, daß die Wärmekapazitäten der zu vergleichenden Heizplatten ähnlich groß
waren. Die Speicherschicht 5 bildete ein 1 mm dickes Kupferblech. Zusätzlich wurde
die Speicherschicht 5 auf ihrer offenen Seite mit einer Wärmeisolierschicht abgedeckt.
[0021] In Fig. 2 sind'die an drei unterschiedlich aufgebauten Heizplatten auf der Kontaktschicht
3 gemessenen Temperaturen in Grad Celsius in Abhängigkeit von der Heizzeit in Sekunden
dargestellt. Die Kurven A und B zeigen den Temperaturverlauf der Heizplatte 9 nach
der Erfindung mit einer 0,4 mm dünnen Isolierschicht 2 aus Keramikpapier und mit einer
0,8 mm dicken Isolierschicht 2. Die Kurve C gibt den Temperaturverlauf einer Heizplatte
nach dem Stand der Technik wieder. Eine Verkleinerung der effektiven Wärmekapazität
beim Anheizen bewirkt einen schnelleren Temperaturanstieg der Kontaktschicht 3 (Kurven
A und B im Vergleich zu Kurve C). Die vorübergehende Verkleinerung der effektiven
Wärmekapazität wird durch eine Aufteilung der Wärmeflüsse von der Heizschicht 1 nach
der Kontaktschicht 3 bzw. der Speicherschicht 5 erreicht. Bei dieser Aufteilung ist
der Wärmefluß in die Kontaktschicht 3 zumindest gleich, vorzugsweise größer als der
Wärmefluß in die Speicherschicht 5. Bei·einem gleichartigen Aufbau von Kontaktschicht
3 und Speicherschicht 5 und bei gleichartigen Isolationsmaterialien wird dies einfach
durch die Dicken der Isolierschichten 2 bzw. 4 bestimmt. Je dünner die Schichten sind,
desto größer sind die Wärmedurchgangskoeffizienten. Je größer das Verhältnis der Wärmedurchgangskoeffizienten
der Isolierschicht 2 und der Isolierschicht 4 ist, desto schneller steigt die Temperatur
beim Anheizen an, wie ein Vergleich der Kurven A und B zeigt. Das Verhältnis der Wärmedurchgangskoeffizienten
liegt bei Kurve A in der Größenordnung 10:1 und bei Kurve 'B bei 5:1. Die Anstiege
der Kurven A:B:C verhalten sich wie 2,6:1,6:1. Bei einer dünneren Kontaktschicht 3
aus beispielsweise 0,5 mm dünnem Kupferblech beträgt der Temperaturanstieg im Verhältnis
zu dem der Kurve C beinahe 4.
[0022] Die zuletzt beschriebenen Vorgänge beziehen sich auf den Einschaltvorgang, der beim
Erreichen der vorgegebenen Temperatur von beispielsweise 200 °C beendet ist. Beim
Erreichen der vorgegebenen Temperatur wird die Heizspannung solange unterbrochen,
bis der Temperaturabfall die zugelassene Temperaturschwankungsbreite übersteigt. Diese
Ein- und Ausschaltvorgänge wiederholen sich während des Kopiervorganges. Däbei steigt
langsam und stetig die Temperatur der Speicherschicht 5 durch den Wärmefluß durch
die Isolierschicht 4 hindurch an.
[0023] Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf eine Fixiervorrichtung in einem elektrofotografischen
Kopiergerät beschrieben, jedoch ist es selbstverständlich auch möglich, die Heizplatte
in Aufzeichnungsgeräten zu verwenden, bei denen beispielsweise die Erzeugung von Ladungsbildern
mit Schreibelektroden erfolgt.
1. Fixiervorrichtung für ein elektrofotografisches Kopiergerät, mit einer Heizplatte,
die aus zumindest zwei Schichten besteht und über deren Oberfläche ein das zu fixierende
Tonerbild tragender Aufzeichnungsträger transportiert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Heizschicht (1) zu beiden Seiten von weiteren Schichten (2,3 und 4,5) eingeschlossen
ist, deren Abmessungen und Materialzusammensetzung so gewählt sind, daß die Wärmekapazität
der Heizplatte (9) zu Beginn des Aufheizvorgangs bis zum Erreichen der Betriebstemperatur
kleiner ist als ihre Wärmekapazität im Dauerbetrieb.
2. Fixiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizplatte (9)
zwei, unmittelbar die Heizschicht (1) zu beiden Seiten einschließende Isolierschichten
(2,4), eine an die eine Isolierschicht (2) angrenzende Kontaktschicht (3), über welche
Aufzeichnungsträger (7) geführt ist und eine an die andere Isolierschicht (4) anliegende
Speicherschicht (5) umfaßt.
3. Fixiervorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmedurchgangskoeffizient
der an die Kontaktschicht (3) angrenzenden Isolierschicht (2) größer als der Wärmedurchgangskoeffizient
der an der Speicherschicht (5) anliegenden Isolierschicht (4) ist.
4. Fixiervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierschichten
(2,4) aus dem gleichen Material bestehen und daß die an die Kontaktschicht (3) grenzende
Isolierschicht (2) eine geringere Dicke als die andere Isolierschicht (4) besitzt.
5. Fixiervorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Material
für die Isolierschichten (2,4) Glimmer, temperaturbeständige Folien, wie Polyimidfolien
oder Keramikpapier, ein aus mineralischen - keramischen Fasern aufgebauter Filz ist.
6. Fixiervorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wärmekapazität der Kontaktschicht (3) kleiner als die oder gleich der Wärmekapazität
der Speicherschicht (5) ist.
7. Fixiervorrichtung nach:Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktschicht
(3) und die Speicherschicht (5) aus dem gleichen Material sind und daß die Dicke der
Speicherschicht (5) größer als die Dicke der Kontaktschicht (3) ist.
8. Fixiervorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Speicherschicht
(5) aus Keramik besteht.
9. Fixiervorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Material der
Kontaktschicht (3) und der Speicherschicht (5) ein Metall mit guter Wärmeleitfähigkeit
ist,.
10. Fixiervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis
der Wärmedurchgangskoeffizienten der einen Isolierschicht (2) zu der anderen Isolierschicht
(4) in der Größenordnung 10:1 bis 5:1 liegt.