(19)
(11) EP 0 060 516 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.09.1982  Patentblatt  1982/38

(21) Anmeldenummer: 82101936.1

(22) Anmeldetag:  11.03.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B04B 7/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 18.03.1981 DE 3110481

(71) Anmelder: Steimel, Richard
D-5202 Hennef/Sieg 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Steimel, Richard
    D-5202 Hennef/Sieg 1 (DE)

(74) Vertreter: Freischem, Werner, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Freischem, An Gross St. Martin 2
50667 Köln
50667 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Tulpenförmige Schleudertrommel für Zentrifugen zum kontinuierlichen Entölen von Metallspänen


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf eine tulpenförmige Schleudertrommel für Zentrifugen zum kontinuierlichen Entölen von Metallspänen, die aus einem unteren Trommelteil (1) mit Boden (2) und konischen Mantelteil (3), an dessen oberem Rand ein nach aussen gerichteter Flansch (4) angeordnet ist, und einem oberen Trommelteil (5) zusammengesetzt ist, an dessen unterem Rand ebenfalls ein nach aussen gerichteter Flansch (6) angeordnet ist, der unter Freilassung eines Spaltes (10) zum Abführen der abzuscheidenden Flüssigkeit auf dem F)ansch(4)des unteren Trommelteils (1) befestigt ist. Damit die Entölungsöffnungen der Schleudertrommel leichter freigehalten werden können und schneller von Verunreinigungen befreit werden können, wird vorgeschlagen, dass der Spalt (10) sich bis zur Trommelinnenwand (9) erstreckt und sich von der Trommelinnenwand (9) zur Trommelaussenwand (11) hin konisch erweitert und der lichte Durchmesser der an der Trommelinnenwand (9) befindlichen, oberen Kante (12) des Spaltes (10) grösser ist als der lichte Durchmesser der am unteren Trommelteil (1) befindlichen, unteren Kante (13) des Spaltes (10).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine tulpenförmige Schleudertrommel für Zentrifugen zum kontinuierlichen Entölen von Metallspänen entsprechend den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruches 1. Eine derartige Schleudertrommel ist bekannt aus der DE-PS 12 26 793.

    [0002] Bei der bekannten Schleudertrommel werden die Austrittsöffnungen für die abzuscheidende Flüssigkeit von den Löchern eines feinperforierten, ringförmigen Siebblechs gebildet, das an der Trommelinnenwand vor dem zwischen den aufeinandergeschraubten Flanschen der beiden Trommelteile befindlichen Spalt angeordnet ist. Zur Bildung des Spalts sind zwischen den Flanschen Distanzscheiben angeordnet. Das Siebblech, das in entsprechende Ausnehmungen an der Trommelinnenseite eingesetzt ist, deckt den Spalt ab. Diese Ausbildung der Schleudertrommel hat sich nicht bewährt, weil durch das eingesetzte ringförmige Siebblech an der Innenwand der Trommel zwei Fugen gebildet sind, die den kontinuierlichen Abfluß der Metallspäne stören. Das Siebblech kann zwar leicht ausgewechselt werden, jedoch hat diese bekannte Schleudertrommel den Nachteil, daß das feinperforierte Siebblech sich schnell zusetzt und nur mit relativ größtem Aufwand gereinigt werden kann.

    [0003] Von der Firma Maschinenfabrik Gebr. Steimel wird eine Zentrifuge zum kontinuierlichen Entölen von Metallspänen hergestellt, bei der die tulpenförmige Schleudertrommel einstückig ist und die Austrittsöffnungen zum Abführen der abzuscheidenden Flüssigkeit von mehreren Reihen von konischen Bohrungen gebildet. sind, die ihren kleinsten Durchmesser an der Innenwand der Schleudertrommel haben. Auch bei dieser Schleudertrommel ist das Reinigen der mehr oder weniger zugesetzten Bohrungen aufwendig. Zum Freiblasen der beispielsweise in vier Ebenen angeordneten.Bohrungen sind in der bekannten Zentrifuge in vier entsprechenden Ebenen Preßluftdüsen angeordnet, mit deren Hilfe die-Bohrungen weitgehend freigeblasen werden können. Trotz der konischen Ausbildung der Bohrungen und Anordnung von Preßluftdüsen setzen sich die Bohrungen nach längerem Gebrauch der Zentrifuge in Folge Anhaftens von ölbestandteilen und sonstigen klebrigen, sich absetzenden oder verharzenden Rückstände zu. Deshalb müssen die Bohrungen von Zeit zu Zeit mittels eines dornartigen Spezialwerkzeuges von den Rückständen befreit werden. Diese Arbeit ist sehr zeitaufwendig. Ein weiterer Nachteil der bekannten Schleudertrommel ist darin zu sehen, daß sie im Bereich der Bohrungen einem stärkeren Verschleiß ausgesetzt ist. Durch die ständig scheuernde Wirkung der Metallspäne bilden sich von den Bohrungen ausgehende Riefen und Rinnen in der Innenwand der Schleudertrommel, die das stetige Abführen der Späne stören und den Wirkungsgrad der Zentrifuge verschlechtern.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schleudertrommel für kontinuierlich arbeitende Spänezentrifugen zu schaffen, welche die beschriebenen Nachteile der bekannten Schleudertrommel vermeidet und so ausgebildet ist, daß ihre Austrittsöffnungen zum Abführen der abzuscheidenden Flüssigkeit leicht freigehalten und gereinigt werden können, daß sie keinem örtlich verstärktem Verschleiß unterliegt.

    [0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

    [0006] Die erfindungsgemäße Schleudertrommel hat den Vorteil, daß zum Abführen der abzuscheidenden Flüssigkeit nur ein Spalt dient, der durch nur eine Preßluftdüse freigeblasen werden kann und der mit Hilfe eines Schabers mit einer Ringsumbewegung leicht freigeschabt werden kann. Dabei kann ein übliches Messer, z.B. ein Teppichmesser als Schaber dienen. Dadurch, daß der Durchmesser der unteren Kante am Spalteinlaß kleiner ist als der Durchmesser der oberen Kante am Spalteinlaß, entsteht für die über die untere Kante des Spalteinlasses kontinuierlich gleitenden Metallspäne eine Art Sprungschanze. Die Metallspäne überspringen bei ihrer Wanderung vom Trommelboden zum oberen Trommelrand den Spalt, so daß sie nicht an der oberen Kante des Spaltes hängenbleiben und dort Verschleiß bewirken können. Die Breite des Spaltes am Spalteinlaß kann durch entsprechende Dimensionierung von Distanzhaltern, z..B. Distanzringen, die zwischen den Flanschen des Trommelunterteils und Trommeloberteils anzuordnen sind, optimal dem zu behandelnden Gut angepaßt werden. Ferner kann auch der obere Trommelteil, dessen Innenwand vertikal oder nach innen geneigt verläuft und als Bremszone für die nach oben wandernden Metallspäne dient, durch Auswechseln dem zu behandelnden Gut angepaßt werden. Die von der Vertikalen abweichende Neigung der Innenwand des oberen Trommelteiles muß bei der Behandlung von Stahlspänen stärker sein als bei der Behandlung von Aluminiumspänen. Bei völlig gleichförmigen unteren Trommelteilen kann durch Auswechseln von oberen Trommelteilen mit unterschiedlich geneigter Innenwand die Schleudertrommel den Erfordernissen des jeweils zu behandelnden Gutes angepaßt werden. Dadurch kann die Herstellung und Lagerhaltung von optimal dem zu behandelnden Gut angepaßten Schleudertrommeln vereinfacht werden.

    [0007] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen2 bis 10.

    [0008] In der folgenden Beschreibung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in

    Fig. 1 eine Schleudertrommel nach der Erfindung im Vertikalschnitt

    Fig. 2 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1

    Fig. 3 eine Ansicht ähnlich Fig. 2 einer abgeänderten Ausführungsform der Erfindung.



    [0009] Die Fig. 1 zeigt eine tulpenförmige, unmittelbar auf eine senkrechte Welle aufsetzbare Schleudertrommel, die aus einem unteren Trommelteil 1 mit Trommelboden 2 und konischem Mantelteil 3 und aus einem oberen Trommelteil 5 mit einer vertikalen oder nach innen geneigten Innenwand 9 zusammengesetzt ist.

    [0010] Am oberen Rand des unteren Trommelteils 1 ist ein sich nach außen erstreckender Flansch 4 und am unteren Rand des oberen Trommelteils 5 ist ein sich nach außen erstreckender Flansch 6 angeordnet. Diese Flansche 5 und 6 sind unter Zwischenfügen von Distanzhaltern bzw. Distanzscheiben 8 mittels Paßschrauben 7 so miteinander verschraubt, daß zwischen ihnen ein Spalt 10 freibleibt, durch den das abzuschleudernde öl von der Trommelinnenwand 9 nach außen gelangen kann, während die Metallspäne unter der Zentrifugalwirkung im konischen Mantelteil 3 stetig nach oben wandern bis zum oberen Rand des oberen Trommelteils 5, wo sie abgeschleudert und vom öl getrennt aufgesammelt werden. Die obere ringförmige Stirnfläche 14 des unteren Trommelteils 1 ist zur Trommelaußenwand 11 hin abfallend geneigt, und die untere, ringförmige Stirnfläche 15 des oberen Trommelteils 5 ist von innen nach außen ansteigend geneigt, so daß der Spalt 10 eine engste Stelle an der Trommelinnenwand 9 und eine weiteste Stelle an der Trommelaußenwand 11 aufweist. Zur Bildung des von innen nach außen sich erweiternden Spaltes 10 genügt es, daß nur eine der beiden Stirnflächen 14, 15 gegenüber der Horizontalen geneigt ist. Die engste Stelle des Spaltes 10 wird von der unteren Kante 12 des oberen Trommelteils 5 und der oberen Kante 13 des unteren Trommelteils 1 gebildet. Wie die Fig. 2 zeigt, können die geneigten Stirnflächen 14, 15 zwei oder drei Millimeter vor der Innenwand 9 in eine horizontale Fläche übergehen, so daß die Kanten 12 und 13 nicht spitzwinklig sondern stumpfwinklig ausgebildet sind. Diese Ausbildung hat den Vorteil, daß die Schleudertrommel an ihrer Innenwand 9 mehrfach nachgearbeitet werden kann, ohne daß dadurch die Breite des Spaltes 10 an der Trommelinnenwand 9 vergrößert wird. Der Spalt 10 ist an seiner engsten Stelle etwa 1 mm breit, während die Breite des Spaltes 10 an der Trommelaußenwand 11 etwa 9 mm beträgt. Der Neigungswinkel der beiden Stirnflächen 14, 15 beträgt etwa ± 15° zur Horizontalen. Der lichte Durchmesser der unteren Kante 12 des Trommeloberteils 5 ist etwa 2 bis 3 mm größer als der lichte Durchmesser der oberen Kante 13 des Trommelunterteils 1. Die nach oben wandernden Metallspäne treffen deshalb oberhalb der Kante 12 auf das Trommeloberteil 5 auf. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 sind zwei sich nach außen erweiternde Spalte 10 und 10' vorgesehen, welche durch ein Ringteil 16 gebildet werden, das zwischen dem unteren Trommelteil 1 und dem oberen Trommelteil 5 angeordnet ist. Das Ringteil 16 weist einen Flansch 17 auf, der mittels Distanzscheiben 8 und 8' auf Abstand zwischen Flansch 4 des unteren Trommelteils 1 und dem Flansch 6 des oberen Trommelteils 5 gehalten ist. Die Innenwand 18 des Ringteils 16 ist derart geneigt, daß ihre untere Kante 19 einen größeren Durchmesser aufweist als die obere Kante 13 des unteren Trommelteils 1 und ihre obere Kante 20 einen kleineren Durchmesser aufweist als die untere Kante 12 des oberen Trommelteils 5. Die untere Stirnfläche 21 und die obere Stirnfläche 22 des Ringteils 16 sind um gleiche Winkel zur Horizontalen, jedoch entgegengesetzt geneigt. Zwischen den Flanschen 4, 17, 6 des unteren Trommelteils 1, des Ringteils 16 und des oberen Trommelteils 5 sind gleich hohe Distanzringe 8 und 8' angeordnet, so daß zwei gleichartige nach außen sich erweiternde Spalte 10 und 10' gebildet werden. Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 können die obere Stirnfläche des unteren Trommelteils 1 und die untere Stirnfläche des oberen Trommelteils 5 auch horizontal verlaufen.

    Bezugszeichenliste



    [0011] 

    1 unterer Trommelteil

    2 Trommelboden

    3 konischer Manteilteil

    4 Flansch

    5 oberer Trommelteil

    6 Flansch

    7 Paßschraube

    8,8' Distanzringe

    9 Trommelinnenwand

    10,10' Spalt

    11. Trommelaußenwand

    12 Kante

    13 Kante

    14 Stirnfläche

    15 Stirnfläche

    16 Ringteil

    17 Flansch des Ringteils

    18 Innenwand des Ringteils

    19 untere Kante des Ringteils

    20 obere Kante des Ringteils

    21 Stirnfläche des Ringteils

    22 Stirnfläche des Ringteils




    Ansprüche

    1. Tulpenförmige Schleudertrommel für Zentrifugen zum kontinuierlichen Entölen von Metallspänen, die aus einem unteren Trommelteil (1) mit Boden (2) und konischem Mantelteil (3), an dessen oberem Rand ein nach außen gerichteter Flansch (4) angeordnet ist, und einem oberen Trommelteil (5) zusammengesetzt ist, an dessen unterem Rand ebenfalls ein nach außen gerichteter Flansch (6) angeordnet ist, der unter Freilassung eines Spaltes (10) zum Abführen der abzuscheidenden Flüssigkeit auf dem Flansch (4) des unteren Trommelteils (1) befestigt ist,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    der Spalt (10) sich bis zum Trommelinnenwand (9) erstreckt und sich von der Trommelinnenwand (9) zur Trommelaußenwand (11) hin konisch erweitert und der lichte Durchmesser der an der Trommelinnenwand (9) befindlichen, oberen Kante (12) des Spaltes (10) größer ist als der lichte Durchmesser der am unteren Trommelteil (1) befindlichen unteren Kante (13) des Spaltes (10).
     
    2.Schleudertrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die obere ringförmige Stirnfläche (14) des unteren Trommelteils (1) nach außen abfallend geneigt ist.
     
    3. Schleudertrommel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Stirnfläche (15) des oberen Trommelteils (5) nach außen ansteigend geneigt ist.
     
    4. Schleudertrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der ringförmigen Stirnfläche (14 oder 15) ein bis drei Millimeter vor der Trommelinnenwand (9) endet und dann in eine horizontale Fläche übergeht.
     
    5. Schleudertrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem unteren Trommelteil (1) und dem oberen Trommelteil (5) ein Ringteil (16) angeordnet ist, dessen Flansch (17) auf Abstand zum Flansch (4) des unteren Trommelteils (1) und zum Flansch (6) des oberen Trommelteils (5) gehalten ist und dessen Innenwand (18) derart geneigt ist, daß ihre untere Kante (19)' einen größeren Durchmesser aufweist als die obere Kante (13) des unteren Trommelteils (1) und ihre obere Kante (20) einen kleineren Durchmesser aufweist als die untere Kante (12) des oberen Trommelteils (5).
     
    6. Schleudertrommel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Stirnfläche (22) und die untere Stirnfläche (21) des Ringteils (16) im wesentlichen um gleiche Winkel, jedoch entgegengesetzt geneigt sind und zwischen den Flanschen (4,17,6) des unteren Trommelteils (1) des Ringteils (16) und des oberen Trommelteils (5) gleich große Distanzringe (8,8') angeordnet sind.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht