[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine tulpenförmige Schleudertrommel für Zentrifugen
zum kontinuierlichen Entölen von Metallspänen entsprechend den Merkmalen des Oberbegriffs
des Patentanspruches 1. Eine derartige Schleudertrommel ist bekannt aus der DE-PS
12 26 793.
[0002] Bei der bekannten Schleudertrommel werden die Austrittsöffnungen für die abzuscheidende
Flüssigkeit von den Löchern eines feinperforierten, ringförmigen Siebblechs gebildet,
das an der Trommelinnenwand vor dem zwischen den aufeinandergeschraubten Flanschen
der beiden Trommelteile befindlichen Spalt angeordnet ist. Zur Bildung des Spalts
sind zwischen den Flanschen Distanzscheiben angeordnet. Das Siebblech, das in entsprechende
Ausnehmungen an der Trommelinnenseite eingesetzt ist, deckt den Spalt ab. Diese Ausbildung
der Schleudertrommel hat sich nicht bewährt, weil durch das eingesetzte ringförmige
Siebblech an der Innenwand der Trommel zwei Fugen gebildet sind, die den kontinuierlichen
Abfluß der Metallspäne stören. Das Siebblech kann zwar leicht ausgewechselt werden,
jedoch hat diese bekannte Schleudertrommel den Nachteil, daß das feinperforierte Siebblech
sich schnell zusetzt und nur mit relativ größtem Aufwand gereinigt werden kann.
[0003] Von der Firma Maschinenfabrik Gebr. Steimel wird eine Zentrifuge zum kontinuierlichen
Entölen von Metallspänen hergestellt, bei der die tulpenförmige Schleudertrommel einstückig
ist und die Austrittsöffnungen zum Abführen der abzuscheidenden Flüssigkeit von mehreren
Reihen von konischen Bohrungen gebildet. sind, die ihren kleinsten Durchmesser an
der Innenwand der Schleudertrommel haben. Auch bei dieser Schleudertrommel ist das
Reinigen der mehr oder weniger zugesetzten Bohrungen aufwendig. Zum Freiblasen der
beispielsweise in vier Ebenen angeordneten.Bohrungen sind in der bekannten Zentrifuge
in vier entsprechenden Ebenen Preßluftdüsen angeordnet, mit deren Hilfe die-Bohrungen
weitgehend freigeblasen werden können. Trotz der konischen Ausbildung der Bohrungen
und Anordnung von Preßluftdüsen setzen sich die Bohrungen nach längerem Gebrauch der
Zentrifuge in Folge Anhaftens von ölbestandteilen und sonstigen klebrigen, sich absetzenden
oder verharzenden Rückstände zu. Deshalb müssen die Bohrungen von Zeit zu Zeit mittels
eines dornartigen Spezialwerkzeuges von den Rückständen befreit werden. Diese Arbeit
ist sehr zeitaufwendig. Ein weiterer Nachteil der bekannten Schleudertrommel ist darin
zu sehen, daß sie im Bereich der Bohrungen einem stärkeren Verschleiß ausgesetzt ist.
Durch die ständig scheuernde Wirkung der Metallspäne bilden sich von den Bohrungen
ausgehende Riefen und Rinnen in der Innenwand der Schleudertrommel, die das stetige
Abführen der Späne stören und den Wirkungsgrad der Zentrifuge verschlechtern.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schleudertrommel für kontinuierlich
arbeitende Spänezentrifugen zu schaffen, welche die beschriebenen Nachteile der bekannten
Schleudertrommel vermeidet und so ausgebildet ist, daß ihre Austrittsöffnungen zum
Abführen der abzuscheidenden Flüssigkeit leicht freigehalten und gereinigt werden
können, daß sie keinem örtlich verstärktem Verschleiß unterliegt.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
[0006] Die erfindungsgemäße Schleudertrommel hat den Vorteil, daß zum Abführen der abzuscheidenden
Flüssigkeit nur ein Spalt dient, der durch nur eine Preßluftdüse freigeblasen werden
kann und der mit Hilfe eines Schabers mit einer Ringsumbewegung leicht freigeschabt
werden kann. Dabei kann ein übliches Messer, z.B. ein Teppichmesser als Schaber dienen.
Dadurch, daß der Durchmesser der unteren Kante am Spalteinlaß kleiner ist als der
Durchmesser der oberen Kante am Spalteinlaß, entsteht für die über die untere Kante
des Spalteinlasses kontinuierlich gleitenden Metallspäne eine Art Sprungschanze. Die
Metallspäne überspringen bei ihrer Wanderung vom Trommelboden zum oberen Trommelrand
den Spalt, so daß sie nicht an der oberen Kante des Spaltes hängenbleiben und dort
Verschleiß bewirken können. Die Breite des Spaltes am Spalteinlaß kann durch entsprechende
Dimensionierung von Distanzhaltern, z..B. Distanzringen, die zwischen den Flanschen
des Trommelunterteils und Trommeloberteils anzuordnen sind, optimal dem zu behandelnden
Gut angepaßt werden. Ferner kann auch der obere Trommelteil, dessen Innenwand vertikal
oder nach innen geneigt verläuft und als Bremszone für die nach oben wandernden Metallspäne
dient, durch Auswechseln dem zu behandelnden Gut angepaßt werden. Die von der Vertikalen
abweichende Neigung der Innenwand des oberen Trommelteiles muß bei der Behandlung
von Stahlspänen stärker sein als bei der Behandlung von Aluminiumspänen. Bei völlig
gleichförmigen unteren Trommelteilen kann durch Auswechseln von oberen Trommelteilen
mit unterschiedlich geneigter Innenwand die Schleudertrommel den Erfordernissen des
jeweils zu behandelnden Gutes angepaßt werden. Dadurch kann die Herstellung und Lagerhaltung
von optimal dem zu behandelnden Gut angepaßten Schleudertrommeln vereinfacht werden.
[0007] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen2 bis 10.
[0008] In der folgenden Beschreibung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 eine Schleudertrommel nach der Erfindung im Vertikalschnitt
Fig. 2 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1
Fig. 3 eine Ansicht ähnlich Fig. 2 einer abgeänderten Ausführungsform der Erfindung.
[0009] Die Fig. 1 zeigt eine tulpenförmige, unmittelbar auf eine senkrechte Welle aufsetzbare
Schleudertrommel, die aus einem unteren Trommelteil 1 mit Trommelboden 2 und konischem
Mantelteil 3 und aus einem oberen Trommelteil 5 mit einer vertikalen oder nach innen
geneigten Innenwand 9 zusammengesetzt ist.
[0010] Am oberen Rand des unteren Trommelteils 1 ist ein sich nach außen erstreckender Flansch
4 und am unteren Rand des oberen Trommelteils 5 ist ein sich nach außen erstreckender
Flansch 6 angeordnet. Diese Flansche 5 und 6 sind unter Zwischenfügen von Distanzhaltern
bzw. Distanzscheiben 8 mittels Paßschrauben 7 so miteinander verschraubt, daß zwischen
ihnen ein Spalt 10 freibleibt, durch den das abzuschleudernde öl von der Trommelinnenwand
9 nach außen gelangen kann, während die Metallspäne unter der Zentrifugalwirkung im
konischen Mantelteil 3 stetig nach oben wandern bis zum oberen Rand des oberen Trommelteils
5, wo sie abgeschleudert und vom öl getrennt aufgesammelt werden. Die obere ringförmige
Stirnfläche 14 des unteren Trommelteils 1 ist zur Trommelaußenwand 11 hin abfallend
geneigt, und die untere, ringförmige Stirnfläche 15 des oberen Trommelteils 5 ist
von innen nach außen ansteigend geneigt, so daß der Spalt 10 eine engste Stelle an
der Trommelinnenwand 9 und eine weiteste Stelle an der Trommelaußenwand 11 aufweist.
Zur Bildung des von innen nach außen sich erweiternden Spaltes 10 genügt es, daß nur
eine der beiden Stirnflächen 14, 15 gegenüber der Horizontalen geneigt ist. Die engste
Stelle des Spaltes 10 wird von der unteren Kante 12 des oberen Trommelteils 5 und
der oberen Kante 13 des unteren Trommelteils 1 gebildet. Wie die Fig. 2 zeigt, können
die geneigten Stirnflächen 14, 15 zwei oder drei Millimeter vor der Innenwand 9 in
eine horizontale Fläche übergehen, so daß die Kanten 12 und 13 nicht spitzwinklig
sondern stumpfwinklig ausgebildet sind. Diese Ausbildung hat den Vorteil, daß die
Schleudertrommel an ihrer Innenwand 9 mehrfach nachgearbeitet werden kann, ohne daß
dadurch die Breite des Spaltes 10 an der Trommelinnenwand 9 vergrößert wird. Der Spalt
10 ist an seiner engsten Stelle etwa 1 mm breit, während die Breite des Spaltes 10
an der Trommelaußenwand 11 etwa 9 mm beträgt. Der Neigungswinkel der beiden Stirnflächen
14, 15 beträgt etwa
± 15° zur Horizontalen. Der lichte Durchmesser der unteren Kante 12 des Trommeloberteils
5 ist etwa 2 bis 3 mm größer als der lichte Durchmesser der oberen Kante 13 des Trommelunterteils
1. Die nach oben wandernden Metallspäne treffen deshalb oberhalb der Kante 12 auf
das Trommeloberteil 5 auf. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 sind zwei sich nach
außen erweiternde Spalte 10 und 10' vorgesehen, welche durch ein Ringteil 16 gebildet
werden, das zwischen dem unteren Trommelteil 1 und dem oberen Trommelteil 5 angeordnet
ist. Das Ringteil 16 weist einen Flansch 17 auf, der mittels Distanzscheiben 8 und
8' auf Abstand zwischen Flansch 4 des unteren Trommelteils 1 und dem Flansch 6 des
oberen Trommelteils 5 gehalten ist. Die Innenwand 18 des Ringteils 16 ist derart geneigt,
daß ihre untere Kante 19 einen größeren Durchmesser aufweist als die obere Kante 13
des unteren Trommelteils 1 und ihre obere Kante 20 einen kleineren Durchmesser aufweist
als die untere Kante 12 des oberen Trommelteils 5. Die untere Stirnfläche 21 und die
obere Stirnfläche 22 des Ringteils 16 sind um gleiche Winkel zur Horizontalen, jedoch
entgegengesetzt geneigt. Zwischen den Flanschen 4, 17, 6 des unteren Trommelteils
1, des Ringteils 16 und des oberen Trommelteils 5 sind gleich hohe Distanzringe 8
und 8' angeordnet, so daß zwei gleichartige nach außen sich erweiternde Spalte 10
und 10' gebildet werden. Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 können die obere Stirnfläche
des unteren Trommelteils 1 und die untere Stirnfläche des oberen Trommelteils 5 auch
horizontal verlaufen.
Bezugszeichenliste
[0011]
1 unterer Trommelteil
2 Trommelboden
3 konischer Manteilteil
4 Flansch
5 oberer Trommelteil
6 Flansch
7 Paßschraube
8,8' Distanzringe
9 Trommelinnenwand
10,10' Spalt
11. Trommelaußenwand
12 Kante
13 Kante
14 Stirnfläche
15 Stirnfläche
16 Ringteil
17 Flansch des Ringteils
18 Innenwand des Ringteils
19 untere Kante des Ringteils
20 obere Kante des Ringteils
21 Stirnfläche des Ringteils
22 Stirnfläche des Ringteils
1. Tulpenförmige Schleudertrommel für Zentrifugen zum kontinuierlichen Entölen von
Metallspänen, die aus einem unteren Trommelteil (1) mit Boden (2) und konischem Mantelteil
(3), an dessen oberem Rand ein nach außen gerichteter Flansch (4) angeordnet ist,
und einem oberen Trommelteil (5) zusammengesetzt ist, an dessen unterem Rand ebenfalls
ein nach außen gerichteter Flansch (6) angeordnet ist, der unter Freilassung eines
Spaltes (10) zum Abführen der abzuscheidenden Flüssigkeit auf dem Flansch (4) des
unteren Trommelteils (1) befestigt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Spalt (10) sich bis zum Trommelinnenwand (9) erstreckt und sich von der Trommelinnenwand
(9) zur Trommelaußenwand (11) hin konisch erweitert und der lichte Durchmesser der
an der Trommelinnenwand (9) befindlichen, oberen Kante (12) des Spaltes (10) größer
ist als der lichte Durchmesser der am unteren Trommelteil (1) befindlichen unteren
Kante (13) des Spaltes (10).
2.Schleudertrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die obere ringförmige
Stirnfläche (14) des unteren Trommelteils (1) nach außen abfallend geneigt ist.
3. Schleudertrommel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die untere
Stirnfläche (15) des oberen Trommelteils (5) nach außen ansteigend geneigt ist.
4. Schleudertrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Neigung der ringförmigen Stirnfläche (14 oder 15) ein bis drei Millimeter vor
der Trommelinnenwand (9) endet und dann in eine horizontale Fläche übergeht.
5. Schleudertrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem unteren Trommelteil (1) und dem oberen Trommelteil (5) ein Ringteil (16)
angeordnet ist, dessen Flansch (17) auf Abstand zum Flansch (4) des unteren Trommelteils
(1) und zum Flansch (6) des oberen Trommelteils (5) gehalten ist und dessen Innenwand
(18) derart geneigt ist, daß ihre untere Kante (19)' einen größeren Durchmesser aufweist
als die obere Kante (13) des unteren Trommelteils (1) und ihre obere Kante (20) einen
kleineren Durchmesser aufweist als die untere Kante (12) des oberen Trommelteils (5).
6. Schleudertrommel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Stirnfläche
(22) und die untere Stirnfläche (21) des Ringteils (16) im wesentlichen um gleiche
Winkel, jedoch entgegengesetzt geneigt sind und zwischen den Flanschen (4,17,6) des
unteren Trommelteils (1) des Ringteils (16) und des oberen Trommelteils (5) gleich
große Distanzringe (8,8') angeordnet sind.