[0001] Die Maschine betrifft eine programmgesteuerte Werkzeugschleifmaschine zum Schleifen
von rundlaufenden Werkzeugen, beispielsweise Fräsern und Bohrern, mit einem auf einem
Maschinengestell längs einer ersten Vertikalachse (Y) verstellbar und um diese verdrehbar
gelagerten Schleifkopf, der eine mit ihrer Achse in einer vertikalen Schwenkebene
schwenkbar gelagerte, angetriebene und endseitig eine Schleifscheibe tragende erste
Schleifspindel aufweist, sowie mit einem auf dem Maschinengestell im Abstand von dem
Schleifkopf auf einem Rundtisch angeordneten Werkzeugträger, der einen um die durch
den Rundtisch definierte zweite Vertikalachse (C) schwenkbaren, in einer Horizontalebene
verstellbaren Kreuzschlitten aufweist, auf welchem eine mit einer programmgesteuerten
Antriebsvorrichtung gekuppelte Werkzeugaufnahmespindel drehbar gelagert ist, wobei
der Rundtisch längs einer quer zu dem Schleifkopf verlaufenden ersten Horizontalachse
(X) und der Schleifkopf längs einer rechtwinklig zu der ersten Horizontalachse (X)
verlaufenden zweiten Hprizontalachse (Z) verstellbar sind und zumindest dem Schleifkopf
programmgesteuerte, ihm Stellbewegungen in Form von Längs- und Drehbewegungen bezüglich
der einzelnen Achsen erteilende Stellvorrichtungen zugeordnet sind.
[0002] Eine aus der US-PS 3680 263 bekannte Schleifmaschine dieser Art, bei der der Schleifkopf
jedoch nicht um eine Vertikalachse drehbar ist, dient zum Schleifen der Stirnzähne
eines spiralgenuteten Werkzeuges. Durch entsprechende Drehung des in der Aufnahmespindel
gespannten Werkzeuges während des Schleifvorganges können die Schneiden der Stirnzähne,
ausgehend von der Werkzeugachse, zum Umfang des Werkzeuges hin geschliffen werden.
Diese Maschine gestattet es aber nicht, beispielsweise die am Umfang des Werkzeugkörpers
vorhandenen Spiralnuten herzustellen oder zu bearbeiten. Auch könnten bei einem Schaftfräser
weder die Spannuten aus dem Vollen in den Rohling eingeschliffen, noch der Freiwinkel
an den zylindrischen Schneiden und anschließend im Radiusbereich angeschliffen werden.
Um deshalb ein solches Werkzeug fertig zu bearbeiten, müssen mehrere verschiedene
Schleifmaschinen aufeinanderfolgend in Einsatz kommen, wozu das Werkzeug jedesmal
neu gespannt und ausgerichtet werden muß.
[0003] Bei einer anderen, aus der US-PS 4115 956 bekannten programmgesteuerten Schleifmaschine,
die insbesondere zum Schleifen der Schneidkanten und der Freiflächen bei Planfräsern
und dergl. dient, ist der Schleifkopf noch zusätzlich um eine Vertikalachse schwenkbar,
um damit eine größere Vielfältigkeit der Einsatzmöglichkeiten zu erzielen, doch wird
dies mit einem mechanisch sehr komplizierten Aufbau der Maschine bezahlt. Da alle
Schleifoperationen mit einer einzigen, an dem Schleifkopf vorgesehenen Schleifscheibe
durchgeführt werden, ergeben sich verhältnismäßig komplizierte Stellbewegungen für
die Schleifspindel
-dieser Schleifscheibe, wobei es dennoch nicht ohne weiteres möglich ist, in einer
Aufspannung etwa spiralgenutete Schaftfräser an allen Stellen zu schleifen.
[0004] Außerdem muß die Schleifscheibe eine komplizierte Form haben, weil mit dieser einen
Schleifscheibe die verschiedenen Flächen an dem Fräser geschliffen werden müssen.
Diese Formschleifscheibe ist sowohl hinsichtlich des Einrichtens relativ zum Fräser
als auch in Bezug auf das Verschleißverhalten der Schleifscheibe nicht wirtschaftlich.
Handelsübliche genormte Standard-Schleifscheiben können deshalb nicht benutzt werden.
[0005] Daneben ist in der Praxis eine numerisch gesteuerte Werkzeugschleifmaschine bekannt
geworden, deren Schleifkopf zwei einander im festen Abstand und in fester Winkeleinstellung
stirnseitig gegenüberliegende Schleifscheiben trägt, die-es gestatten, die Schleifarbeit
aufzuteilen. Auch diese Maschine, die insbesondere ebenfalls zum Schleifen von Stirnfräsern
bestimmt ist, gestattet es nicht, alle Schleifarbeiten an komplizierteren, am Umfang
und stirnseitig sdmeidenden Werkzeugen durchzuführen, es sei denn, sie ist mit 8 Bewegungsachsen
ausgebildet, was aber wiederum einen sehr hohen Aufwand bedeutet.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine programmgesteuerte Werkzeugschleifmaschine
zu schaffen, die es gestattet, bei vergleichbar geringem technischem Aufwand auch
an komplizierteren Werkzeugen, beispielsweise bei einem Radiusfräser, alle.Schleifvorgänge,
einschließlich der Spiralnuten an Umfang und Stirn mit einer Werkzeugspannung programmgesteuert
selbsttätig durchzuführen.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die eingangs genannte Werkzeugschleifmaschine erfindungsgemüß
dadurch gekennzeichnet, daß der Schleifkopf wenigstens drei getrennte Schleifscheiben
aufweist, die auf zumindest zwei getrennt angetriebenen Spindeln'sitzen und programmgesteuert
nacheinander in der jeweils richtigen räumlichen Ausrichtung mit dem Werkzeug in Eingriff
bringbar sind,und daß wenigstens eine der Spindeln mit ihrer Achse im wesentlichen
in einer Horizontalebene liegend angeordnet ist.
[0008] Dadurch, daß der Schleifkopf zumindest drei Schleifscheiben aufweist, lassen sich
selbsttätig alle bei rundlaufenden Werkzeugen vorkommenden Schleifarbeiten durch entsprechende
Verstellung der Schleifspindeln des Schleifkopfes und des Werkzeugträgers durchführen,
ohne daß die Maschine übermäßig viele Bewegungsachsen aufweisen müßte, die die Steuerung,
die Programmierung und auch den mechanischen Aufbau der Maschine wesentlich verteuern.
Die neue Werkzeugschleifmaschine benötigt lediglich 6 Bewegungsachsen, von denen 3
jeweils einer Drehbewegung und 3 einer translatorischen Bewegung zugeordnet sind.
[0009] Jeder der Schleifscheiben kann eine eigene Schleifspindel zugeordnet sein, doch kann
die Anordnung auch derart getroffen sein, daß etwa auf der horizontalen Schleifspindel
zwei Schleifscheiben jeweils endseitig angeordnet sind. In ähnlicher Weise können
auch auf der in der Vertikalebene schwenkbaren ersten Schleifspindel zwei Schleifscheiben
jeweils endseitig vorgesehen sein. Da die erste Schleifspindel mit ihrer Achse, ausgehend
von einer Vertikalstellung, verschwankbar ist und wenigstens eine weitere Schleifspindel
mit ihrer Achse im wesentlichen horizontal angeordnet ist, so daß diese beiden Schleifspindeln
sich im Raume in der Ausgangsstellung rechtwinklig kreuzen, ergeben sich verhältnismäßig
kleine Verstellwege aus den genannten Ausgangsstellungen, um die Schleifscheiben für
den jeweiligen Schleifvorgang in die richtige räumliche Lage zu überführen.
[0010] Es können auch handelsübliche genormte Schleifscheiben zum Einsatz kommen; dadurch
wird die Wirtschaftlichkeit der Maschine wesentlich erhöht.
[0011] Dabei ist es zweckmäßig, wenn die die erste Schleifspindelachse enthaltende Vertikalebene-und
die andere horizontale Schleifspindel auf verschiedenen Seiten der ersten Vertikalachse
liegen, um die der Schleifkopf verdrehbar ist. Damit lassen sich nämlich verhältnismäßig
kleine Stellbewegungen sowohl des Werkzeugträgers als auch des Schleifkopfes beim
Übergang zwischen den einzelnen Bearbeitungsvorgängen des Werkzeuges erzielen. Dadurch
sind die unproduktiven Nebenzeiten ebenfalls sehr kurz, was zusätzlich die Wirtschaftlichkeit
der Maschine erhöht.
[0012] Vorteilhaft ist es auch, wenn die horizontale Schleifspindel um eine quer verlaufende
Horizontalachse schwenkbar gelagert ist, so daß beispielsweise zum Anschleifen des
Freiwinkels an den zylindrischen Schneiden eines Radiusfräsers die auf dieser Schleifspindel
sitzende Topf-Schleifscheibe um einen bestimmten kleinen Winkel in der Größenordnung
von 10° schräg gestellt werden kann. Auch kann die Anordnung derart getroffen sein,
daß die erste Schleifspindel mit ihrer Schwenkebene um eine im Abstand zu ihr verlaufende
Horizontalachse kippbar gelagert ist, womit die Vielfältigkeit der Einstellmöglichkeiten
erhöht wird.
[0013] Die erste Schleifspindel und/oder die horizontale Schleifspindel sind zweckmäßigerweisc
mit ihrem Antriebsmotor jeweils zu einer gemeinsam verstellbaren Einheit verbunden,
während der Schleifkopf selbst um wenigstens 180° um die erste Vertikalachse verschwenkbar
ausgebildet ist.
[0014] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt.
Es zeigen
Figur 1 eine Werkzeugschleifmaschine gemäß der Erfindung in perspektivischer, schematischer
Teildarstellung, Figur 2 die Werkzeugschleifmaschine nach Figur 1, in einer Seitenansicht,
in der Richtung der
Pfeile II-II der Figur 1, bei in der Ruhelage stehendem Werkzeugträger, Figur 3 die
Werkzeugschleifmaschine nach Figur 1, in einer Seitenansicht, in Richtung der Pfeile
III-III der Figur 1, bei seitwärts geschwenktem Werkzeugträger, Figur 4 die Werkzeugschleifmaschine
nach Figur 2, in der Draufsicht, Figur 5 den Schleifkopf und den Werkzeugträger der
Werkzeugschleif- , maschine nach Figur 1, in der Draufsicht, unter Veranschaulichung
der gegenseitigen räumlichen Zuordnung beim Schleifen der Spiralnuten eines in der
Werkzeugspindel aufgenommenen spiralgenuteten Werkzeuges, Figur 6 die Anordnung nach
Figur 5, in einer Seitenansicht, unter Veranschaulichung der gegenseitigen Zuordnung
beim Schleifen der Spanflächen des Werkzeugs, Figur 7 die Anordnung nach Figur 5,
in der Draufsicht, unter Veranschaulichung der gegenseitigen Zuordnung beim Anschleifen
der Freiflächen, und Figur 8 die Anordnung nach Figur 5, in der Draufsicht, unter
Veranschaulichung der gegenseitigen Zuordnung beim Schleifen des Freiwinkels im Radiusbereich
des Werkzeuges.
[0015] Die in den Figuren 1 bis 4 dargestellte programmgesteuerte Werkzeugschleifmaschine
weist ein Maschinengestell 1 auf, auf dem ein erster Schlitten 2 längs einer ersten
Horizontalachse X verschieblich gelagert ist. Der erste Schlitten 2 trägt einen Rundtisch
3 mit vertikaler Drehachse C, auf dem ein aus einem Längs- und Quersupport 4 bzw.
5 bestehender Kreuzschlitten endseitig befestigt ist.
[0016] Der Quersupport 5 trägt seinerseits ein Spindelgehäuse 6, das parallel zu dem Längssupport
4 ausgerichtet und in dem eine Werkzeugaufnahmespindel 7 drehbar gelagert ist. Das
Spindelgehäuse 6 ist zwischen zwei Backen 8 gehaltert und mittels Stellschrauben 9
fixiert. Nach dem Lösen der Stellschrauben 9 kann es um eine Horizontalachse 10 verschwenkt
werden, so daß die Achse der Werkzeugaufnahmespindel 7 eine entsprechende Neigung
gegenüber der Horizontalen erhält.
[0017] An das Spindelgehäuse 6 ist ein Untersetzungsgetriebe 11 angeflanscht, auf das ein
Schrittschaltmotor 12 aufgesetzt ist, der über das Untersetzungsgetriebe 11 die Werkzeugaufnahmespindel
7 um ihre Drehachse A antreiben kann, wie dies durch einen Pfeil 13 angedeutet ist
(Fig. 1).
[0018] In ähnlicher Weise ist dem
Rundtisch 3 über ein Untersetzungsgetriebe 14 (Fig. 2) ein zweiter Schrittschaltmotor
15 zugeordnet, der es gestattet, programmgesteuert den Rundtisch 3 und damit den darauf
sitzenden Kreuzschlitten um die Vertikalachse C zu verdrehen, was in Fig. 1 durch
einen Pfeil 16 angedeutet ist.
[0019] Auch der den Rundtisch 3 tragende Schlitten 2 ist über ein entsprechendes, nicht
weiter dargestelltes Untersetzungsgetriebe mit einem programmgesteuerten Schrittschaltmotor
16 (Fig. 2) gekuppelt, der es gestattet, den Rundtisch 3 und den darauf angeordneten,
im Vorstehenden beschriebenen, aus dem Kreuzschlitten dem Spindelgehäuse 6 der Werkzeugaufnahme
7 und dem Schrittschaltmotor 12 mit dem zugeordneten Untersetzungsgetriebe 11 bestehenden
Werkzeugträger längs der ersten Horizontalachse X programmgemäß zu verschieben.
[0020] Der Längssupport 4 des Kreuzschlittens kann von Hand durch Betätigung eines Handrads
17 (Fig. 2) verstellt werden, während die Verstellung des Quersupports 5 durch ein
entsprechendes Handrad 18 (Fig. 4) ebenfalls von Hand geschehen kann. Allerdings ist
auch vorgesehen, diese beiden Bewegungen durch einen geeigneten programmgesteuerten
Antrieb durchzuführen, womit die Umrüstzeiten weiter reduziert werden.können.
[0021] Auf dem Maschinengestell 2 ist ein zweiter Schlitten 19 längs einer zweiten Horizontalachse
Z längsverschieblich gelagert, die rechtwinklig zu der ersten Horizontalachse X verläuft,
längs derer der Rundtisch verschieblich ist. Auf dem zweiten Schlitten 19 ist eine
Säule 20 höhenverstellbar gelagert, auf der ein Schleifkopf 21 angeordnet ist. Der
zweite Schlitten 19 ist über ein Untersetzungsgetriebe 22 ebenfalls von einem Schrittschaltmotor
23 (Fig. 2) programmgesteuert längs der zweiten Horizontalachse Z verschiebbar.
[0022] Auf der höhenverstellbaren Säule 20, deren Höhenverstellung längs einer Y-Achse über
einen (Fig. 3) programmgesteuerten Schrittschaltmotor 27a erfolgt, der an einem Untersetzungsgetriebe
26 angeflanscht ist, ist der eigentliche Schleifkopf 21 aufgebaut und drehbar gelagert.
Der Sockel 25 ist über ein in dem Gehäuse des Untersetzungsgetriebes 26 enthaltenes
zweites UntersetzungsgetrieLe von einem ebenfalls angeflanschten Schrittschaltmotor
27 um eine Vertikalachse B (Fig. 1, 2), ausgehend von einer in Fig.1 veranschaulichten
Ausgangsstellung, in beiden Richtungen um wenigstens 18
0° verdrehbar. Auf ihm ist mittels Lagerteilen 28 eine Halterungsplatte 29 befestigt,
welche eine in einer Horizontalebene liegende Aufspannfläche trägt, an der über einen
Rundteller 31 eine erste Schleifeinheit 32 um eine Horizontalachse 33 schwenkbar gelagert
ist. Die erste Schleifeinheit 32 weist eine mit ihrer Achse 34 in einer Vertikalebene
um die Achse 33 schwenkbare erste Schleifspindel auf, die endseitig eine Schleifscheibe
35 trägt und durch einen einen Teil der Schleifeinheit 32 bildenden, mit ihr fest
gekuppelten Elektromotor 36 angetrieben ist. Ausgehend von der in Fig. 1 dargestellten
Ausgangsstellung kann die erste Schleifspindel 37 um die Horizontalachse 33 beispielsweise
um den Spiralwinkel eines zu schleifenden Werkzeuges geschwenkt werden; beispielsweise
bis zu plus oder minus 50°. Außerdem kann aber die ganze Schleifeinheit 32 erforderlichenfalls
gemeinsam mit der erwähnten SchwenKebene der Achse 34 der Schleifspindel 37 um die
andere Horizontalachse 30 geschwenkt werden. Beide Schwenkbewegungen können von Hand
vorgenommen werden; normalerweise sind den beiden Schwenkachsen 33,30 aber mit entsprechenden
Untersetzungsgetrieben ausgestattete Schrittschaltmotoren zugeordnet, wie sie bei
38 und 39 in Fig. 1 angedeutet sind.
[0023] Auf der der ersten Schleifeinheit 32 gegenüberliegenden Seite der Vertikalachse B
ist eine zweite Schleifeinheit 40 angeordnet, die eine zweite Schleifspindel 41 aufweist,
welche mit ihrer Achse 42 im wesentlichen in einer Horizontalebene liegt und über
einen einen Teil der Schleifeinheit 40 bildenden Elektromotor 43
0 angetrieben ist. Die horizontale Schleifspindel 41 trägt an ihren beiden Enden zwei
Schleifscheiben 43,44, von denen die eine (44) als Topf-Schleifscheibe ausgebildet
ist. Die zweite Schleifeinheit 40 ist an dem Sockel 25 um eine Horizontalachse 45
(Fig. 1,3) verschwenkbar, wobei in der Regel ein Schwenkbereich von plus oder minus
10°, ausgehend von der in den Fig.1,3 dargestellten Ausgangsstellung, genügt. Auch
diese Schwenkbewegung kann programmgesteuert durch einen bei 46 in Fig. 3 angedeuteten
Schrittschaltmotor erfolgen.
[0024] Der Schleifkopf 21 trägt ersichtlich drei Schleifscheiben 35, 43, 44, doch könnte
die Anordnung auch derart getroffen sein, daß auf die Vertikalspindel 37 noch eine
weitere Schleifscheibe - in Fig. 1 oben - endseitig aufgesetzt ist. Auch wäre es denkbar,
den beiden Schleifscheiben 41,44 jeweils eine eigene Schleifspindel zuzuordnen, die
auch über einen eigenen Antrieb verfügt. Wesentlich ist, daß in jedem Falle der Schleifkopf
21 zumindest drei getrennte Schleifscheiben aufweist und die ganze Werkzeugmaschine
über sechs programmgesteuerte Bewegungsachsen verfügt, nämlich die drei translatorischen
Bewegungen zugeordneten Achsen X,Y,Z (Fig. 1), wobei die Y-Achse der Hubbewegung der
Säule 20 und damit des Schleifkopfes 21 zugeordnet ist, und die drei Rotationsachsen
A,B,C.
[0025] Die Bewegungen längs bzw. um die Achsen X,Y,Z und A,B,C sind durch einen Programmregler
42 gesteuert (Fig.2), der gegebenenfalls auch eine Steuerung der übrigen erläuterten
Bewegungen über die Schrittschaltmotoren 28,38,46 vornehmen kann.
[0026] Die Arbeitsweise der Werkzeugschleifmaschine ist beispielhaft in den Fig. 5 bis 8
im Zusammenhang mit dem Schleifen eines Schaftfräsers mit Radius veranschaulicht:
[0027] In die Werkzeugaufnahmespindel 7 ist in Fig. 5 ein zylindrischer Rohling 50 eingesetzt;
der Rundtisch 3 und der Schleifkopf 21 sind in der in Fig. 5 ersichtlichen Weise um
den Spiralwinkel des aus dem Rohling 50 herzustellenden Werkzeuges um die Achsen C
und X gegeneinander verschwenkt; mittels der Umfangs-Schleifscheibe 43 werden die
Spannuten aus dem Vollen in den Rohling 50 eingeschliffen. Dabei wird der Rohling
50 um die Achse A entsprechend gedreht, während der Rundtisch 3 längs der X-Achse
bewegt wird, derart, daß die spiralige Spannut über die notwendige Länge des Rohlings
30 eingeschliffen wird.
[0028] Sowie die Spannuten eingeschliffen sind, werden der Schleifkopf 21 und der den Werkzeugträger
tragende Rundtisch 3 selbsttätig in die Stellung nach Fig. 6 überführt, in der die
Teller-Schleifscheibe 35 der um die Horizontalachse 33 entsprechend verschwenkten
Schleifeinheit 32 die Spanfläche im zylindrischen Schneidenteil und im Radiusbereich
des Werkzeuges 50 anschleift. Zum Anschleifen der Spanfläche im
Radiusbereich wird der Rundtisch 3 um die Achse C entsprechend verdreht, wobei zunächst
der zylindrische Teil an der Spanfläche geschliffen wird und erst am Ende der Bearbeitung
des zylindrischen Teils die Verschwenkung um die C-Achse erfolgt.
[0029] Daran anschließend werden programmgesteuert der Schleifkopf 21 und der Rundtisch
3 in die Stellung nach Fig. 7 überführt, in der mittels der Topf-Schleifscheibe 44
der Freiwinkel an den zylindrischen Schneiden angeschliffen wird. Dabei kann die horizontale
Schleifspindel um die Horizontalachse 45 (Fig. 1) um einen Wert von ca. 10° gegenüber
der Horizontalen geneigt sein.
[0030] Schließlich wird in der aus Fig. 8 ersichtlichen Weise der Freiwinkel im Radiusbereich
des Werkzeuges 50 angeschliffen, wobei sich der Rundtisch 3 um die Achse C hin- und
herbewegt.
[0031] Ersichtlich erfolgen die geschilderten Bearbeitungsvorgänge alle bei einer einzigen
Einspannung des Rohlinges-bzw. Werkzeuges 50. Damit ergibt sich nicht nur eine wesentliche
Einsparung an Arbeitszeit, sondern auch ein hohes Maß an Genauigkeit, da jedes Umspannen
des Werkzeuges Fehler mit sich bringen kann. Die geschilderten Bewegungsvorgänge erfolgen,gesteuert
von dem Programmsteuerungsgerät 47, selbsttätig gemäß dem vorher in das Programmsteuergerät
47 eingegebenen Progranun.
[0032] Selbstverständlich ist die geschilderte Arbeitsweise nur ein Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten
der Werkzeugschleifmaschine, die zur Herstellung und Bearbeitung praktisch aller vorkommender
Werkzeuge, und hier insbesondere auch der hartmetallbestückten oder aus Hartmetall
bestehenden Werkzeuge geeignet ist, an die besonders hohe Genauigkeitsanforderungen
gestellt werden.
[0033] Anstelle der bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel erläuterten Schrittschaltmotoren
können auch andere Antriebe, beispielsweise Gleichstromservoantriebe und/oder elektrohydraulische
Servoantriebe, verwendet werden.
1. Programmgesteuerte Werkzeugschleifmaschine zum Schleifen von rundlaufenden Werkzeugen,
beispielsweise Fräsern und Bohrern, mit einem auf einem Maschinengestell längs einer
ersten Vertikalachse (Y) verstellbar und um diese verdrehbar gelagerten Schleifkopf,
der eine mit ihrer Achse in einer vertikalen Schwenkebene schwenkbar gelagerte, angetriebene
und endseitig eine Schleifscheibe tragende erste Schleifspindel aufweist, sowie mit
einem auf dem Maschinengestell im Abstand von dem Schleifkopf auf einem Rundtisch
angeordneten Werkzeugträger, der einen um die durch den Rundtisch definierte zweite
Vertikalachse (C) schwenkbaren, in einer Horizontalebene verstellbaren Kreuzschlitten
aufweist, auf welchem eine mit einer programmgesteuerten Antriebsvorrichtung gekuppelte
Werkzeugaufnahmespindel drehbar gelagert ist, wobei der Rundtisch längs einer quer
zu dem Schleifkopf verlaufenden ersten Horizontalachse (X) und der Schleifkopf längs
einer rechtwinklig zu der ersten Horizontalachse verlaufenden zweiten Horizontalachse
(Z) verstellbar sind und zumindest dem Schleifkopf programmgesteuerte, ihm Stellbewegungen
in Form von Längs- und Drehbewegungen bezüglich der einzelnen Achsen erteilende Stellvorrichtungen
zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Schleifkopf (21) wenigstens drei
getrennte Schleifscheiben (35, 43, 44) aufweist, die auf zumindest zwei getrennt angetriebenen
Schleifspindeln (37,41) sitzen und programmgesteuert nacheinander mit der jeweils
richtigen räumlichen Ausrichtung mit dem Werkstück (50) in Eingriff bringbar sind,
und daß wenigstens eine (41) der Schleifspindeln mit ihrer Achse (42) im wesentlichen
in einer Horizontalebene liegend angeordnet ist.
2. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der
Schleifscheiben (35, 44,43) eine eigene Schleifspindel zugeordnet ist.
3. Werkzeugschleifmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die die erste Schleifspindelachse (34) enthaltende Vertikalebene und die andere
horizontale Schleifspindel (41) auf verschiedenen Seiten der ersten Vertikalachse(y)
liegen.
4. Werkzeugschleifmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der horizontalen
Schleifspindel (41) zwei Schleifscheiben (43,44) jeweils endseitig angeordnet sind.
5. Werkzeugschleifmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die horizontale Schleifspindel (41) um eine quer verlaufende Horizontalachse (45)
schwenkbar gelagert ist.
6. Werkzeugschleifmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Schleifspindel (37) mit ihrer Schwenkebene um eine im Abstand zu ihr
verlaufende Horizontalachse (30) kippbar gelagert ist.
7. Werkzeugschleifmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der ersten Schleifspindel (37) zwei Schleifscheiben (35) jeweils endseitig
angeordnet sind.
8. Werkzeugschleifmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Schleifspindel (37) und/oder die horizontale Schleifspindel (41) jeweils
mit ihrem Antriebsmotor (36 bzw. 43) zu einer gemeinsam verstellbaren Einheit (32,40)
verbunden sind.
9. Werkzeugschleifmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schleifkopf (21) um wenigstens 180° um die erste Vertikalachse (Y) verschwenkbar
ausgebildet ist.
10. Werkzeugschleifmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß alle Schleifscheiben (35, 44, 43) handelsübliche genormte Standard-Schleifscheiben
sind.