(19)
(11) EP 0 019 102 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
27.04.1983  Patentblatt  1983/17

(21) Anmeldenummer: 80102132.0

(22) Anmeldetag:  21.04.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D06P 3/60, D06M 15/54, D06M 15/58

(54)

Verfahren zum Färben oder Bedrucken und gleichzeitigen Ausrüsten von Textilien

Process for the dyeing or printing and simultaneously finishing of textiles

Procédé pour le teinture ou l'impression et l'ennoblissement simultané de matières textiles


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 25.04.1979 DE 2916672
25.04.1979 DE 2916678

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
26.11.1980  Patentblatt  1980/24

(71) Anmelder: BASF Aktiengesellschaft
67063 Ludwigshafen (DE)

(72) Erfinder:
  • Baumgarte, Ulrich, Dr.
    D-6703 Limburgerhof (DE)
  • Petersen, Harro, Dr.
    D-6710 Frankenthal (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
     
    Bemerkungen:
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    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Färben oder Bedrucken und gleichzeitigem Ausrüsten von Textilien aus Cellulosefasern mit Dispersionsfarbstoffen in wässrigem Medium in Gegenwart von wasserlöslichen Quell- und Farbstofflösungsmitteln und Fixieren der Farbstoffe durch Erhitzen der gefärbten oder bedruckten Textilien bei Temperaturen bis zu 230 °C.

    [0002] Aus der DE-A 18 11 796 ist bekannt, zum Färben und Bedrucken von Textilien aus Cellulosefasern oder Gemischen aus Cellulosefasern und synthetischen Fasern mit Dispersionsfarbstoffen im wässrigen Medium zu arbeiten und die wasserunlöslichen Dispersionsfarbstoffe unter Verwendung von wasserlöslichen Quell- und Farbstofflösungsmitteln auch in das Innere der gequollenen Cellulosefasern zu bringen. Als wasserlösliche Quell-und Farbstofflösungsmittel werden vor allem Polyäthylenglykole und deren Derivate verwendet.

    [0003] Es ist ausserdem bekannt, Artikel, die aus Cellulosefasern bestehen oder diese im Gemisch mit anderen Fasern enthalten, auszurüsten, so dass Krumpfung und Knitterverhalten des Textilgutes in positivem Sinne beeinflusst werden. Das Ausrüsten des Textilgutes erfolgt in der Regel im Anschluss an den Färbevorgang. Das Ausrüsten des textilen Materials kann nachteilige Auswirkungen auf die fixierten Farbstoffe haben. Ausserdem ist das einbadige Pigmentfärben und Ausrüsten von textilen Materialien bekannt. Hierbei dringt der Farbstoff nicht in die Fasern ein, sondern wird an der Oberfläche des Textilgutes fixiert. Um den Pigmentfarbstoff fest an das textile Material zu binden, ist es erforderlich, einen Pigmentbinder beim Färben und Ausrüsten zu verwenden. Dadurch kann der Griff der Ware erheblich, in nicht erwünschter Weise beeinflusst werden.

    [0004] Aus der GB-A-1 441 641 ist ein Verfahren zum Färben oder Bedrucken von Textilien aus Fasermischungen aus Cellulosefasern und synthetischen Fasern bekannt, bei dem man Dispersionsfarbstoffe mit Hilfe eines Bindemittels, das entweder eine polymere Substanz, die funktionelle Gruppen enthält, oder ein Harzbildner sein kann, auf dem textilen Material verankert. Die Farbtiefe der Färbung bzw. des Drucks hängt von der Menge der eingesetzten polymeren Substanz oder des Harzbildners ab.

    [0005] Aus der FR-A-1 456 577 ist ein Verfahren zum Färben von Baumwolle mit Dispersionsfarbstoffen bekannt, bei dem man als Hilfsstoffe Harnstoff, Hexamethylolmelamin-hexamethylether und Ammoniumchlorid verwendet. Bei diesem Verfahren wird der eingesetzte Farbstoff nur unzureichend ausgenutzt. Er gelangt nicht in das Innere der Cellulosefasern sondern wird mit Hilfe des Harzbildners auf der Oberfläche der Cellulosefasern gebunden. Beim Fixieren der Farbstoffe bilden sich aus dem Harnstoff unerwünschte Abbauprodukte.

    [0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Färben oder Bedrukken von Textilien aus Cellulosefasern mit Dispersionsfarbstoffen in wässrigem Medium in Gegenwart von wasserlöslichen Quell- und Farbstofflösungsmitteln und Fixieren der Farbstoffe durch Erhitzen der gefärbten oder bedruckten Textilien auf Temperaturen bis zu 230 °C zur Verfügung zu stellen, bei dem der Farbstoff von den Fasern aufgenommen und die Textilien auch gleichzeitig ausgerüstet werden.

    [0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss bei dem eingangs beschriebenen Verfahren dadurch gelöst, dass in 1000 Gewichtsteilen der Flotten

    a) 5 bis 150 Gewichtsteile einer Methylol- und/ oder Methylolätherverbindung von Harnstoff, cyclischen Harnstoffen, Carbamaten oder Aminotriazinen als Ausrüstungsmittel oder

    b) 30 bis 300 Gewichtsteile eines Polyäthers, der durch Umsetzung von 5 bis 25 Äthylenoxid-Einheiten enthaltendem Polyäthylenglykol mit einer Methylol- und/oder Methylolätherverbindung von Harnstoff, cyclischen Harnstoffen, Carbamaten oder Aminotriazinen erhalten wird, als Ausrüstungs-, Quell- und Farbstofflösungsmittel und gegebenenfalls bis zu 50 Gewichtsteilen eines sauren Katalysators enthalten sind oder die Textilien bedruckt werden, indem man sie zunächst mit einer der Flotten (a) oder (b) klotzt, dann zwischentrocknet, anschliessend bedruckt und die Farbstoffe fixiert. Man erzielt auf diese Weise in einer einzigen Verfahrensstufe eine Durchfärbung der Cellulosefasern und erhält dabei gleichzeitig eine Ausrüstung der Cellulosefasern verbunden mit einem guten Glättebild des gefärbten Materials und gegenüber bekannten Druck- und Färbeverfahren eine Ware, deren Griff verbessert ist.



    [0008] Nach dem erfindungsgemässen Verfahren werden Cellulosefasern gefärbt oder bedruckt. Die Cellulosefasern sind quellbar, beispielsweise eignen sich Baumwolle und Fasern aus Regeneratcellulose, die für das Quell- und Farbstoff-Lösungsmittel zugänglich sind.

    [0009] Unter Textilien sollen Kammzüge, Faservliese, Garne, Fäden, Stickschläuche, Stückwaren, Gewebe und Teppiche verstanden werden.

    [0010] . Cellulosefasern werden bei dem erfindungsgemässen Verfahren mit Dispersionsfarbstoffen gefärbt oder bedruckt. Die Dispersionsfarbstoffe können beispielsweise folgenden Farbstoffklassen angehören: Farbstoffe mit einer oder mehreren Azobindungen, Anthrachinonfarbstoffe, indigoide-Farbstoffe und Phthalocyaninfarbstoffe. Die Farbstoffe werden unter Zusatz anionischer oder nichtionogener Dispergiermittel in eine fein verteilte Zubereitung überführt. Die Zubereitung kann als flüssige Einstellung oder in Pulverform verwendet werden. Der Reinfarbstoffgehalt liegt meistens zwischen 10 und 90 Gewichtsprozent. Bevorzugt werden Dispersionsfarbstoffe, die in Wasser bei Temperaturen von 100 °C und darunter unlöslich und im verwendeten Lösemittel bei der Fixiertemperatur gut löslich sind. Sie werden mit Hilfe eines Quell- und Farbstofflösungsmittels auch in das Innsere der mit Wasser angequollenen Cellulosefasern gebracht. Die Quell- und Farbstofflösungsmittel sind so beschaffen, dass sie in die Cellulosefaser eindringen können und dort das Wasser ersetzen bzw. sich mit dem Wasser mischen und haben gleichzeitig die Eigenschaft, ein Lösungsmittel für den wasserunlöslichen Dispersionsfarbstoff zu sein. Derartige Quell- und Farbstofflösungsmittel sind beispielsweise Polyäthylenglykole, Blockcopolymerisate aus Äthylenoxid und Propylenoxid oder Äther-, Ester- oder Carbamat-Derivate von Polyäthylenglykol oder Blockcopolymerisaten aus Äthylenoxid und Propylenoxid. Die in Betracht kommenden Polyäthylenglykole haben ein Molekulargewicht in dem Bereich von 300 bis 5000, vorzugsweise 400 bis 1000. Blockcopolymerisate aus Äthylenoxid und Propylenoxid enthalten 10 bis 100, vorzugsweise 20 bis 50 Propylenoxid-Einheiten und 8 bis 300, vorzugsweise 10 bis 200 Äthylenoxid-Einheiten. Diese Blockcopolymerisate werden vorzugsweise dadurch hergestellt, dass man an Polypropylenglykol mit 10 bis 100 Propylenoxid-Einheiten 8 bis 300 Mol Äthylenoxid anlagert. Produkte dieser Art können mit Hilfe der Formel

    beschrieben werden, in der

    m = 10 bis 100, vorzugsweise 20 bis 50 bedeutet.



    [0011] Ausserdem eignen sich Mono- und Diäther von Polyäthylenglykolen als Quell- und Farbstofflösungsmischung.

    [0012] Diese Verbindungen werden hergestellt, indem man ein- oder mehrwertige Alkohole oder Phenole mit Äthylenoxid umsetzt. Geeignete Alkohole sind beispielsweise Methanol, Äthanol, Propanol, Butanol, Hexanol, Decanol und Dodecanol, mehrwertige Alkohole, wie Äthylenglykol, Glycerin, Trimefhylolpropan, Pentaerythrit und Sorbit. Die Alkohole können auch mit einem Mischgas aus Äthylenoxid und Propylenoxid umgesetzt werden. Dabei erhält man Monoäther von Polyalkylenoxiden, in denen Äthylenoxid- und Propylenoxid-Einheiten statistisch verteilt sind. Daneben kommen auch solche Derivate von Polyalkylenoxiden in Betracht, die Äthylenoxid- und Propylenoxid-Blöcke enthalten. Ausser den Alkoholen kommen zur Herstellung der Äther auch Phenole in Betracht, die mit Äthylenoxid bzw. Äthylenoxid und Propylenoxid umgesetzt werden. Geiegnete Phenole sind beispielsweise das unsubstituierte Phenol, die isomeren Methylphenole, Bisphenol-A, 2,5-Dimethylphenol, 2,4-Dimethylphenol, o-Phenylphenol und p-Chlorphenol, Isooctylphenol, Isononylphenol, Isododecylphenol, p-tert. Butylphenol und die entsprechenden Diisoalkylphenole.

    [0013] Als Quell- und Farbstofflösungsmittel eignen sich auch Carbonsäureester von Polyäthylenglykolen und Blockcopolymerisaten der oben beschriebenen Art. Die Carbonsäurepolyglykolester werden beispielsweise hergestellt, indem man z.B. einen Carbonsäureester einer C2- bis C20-Carbonsäure mit beispielsweise einem C1- bis C4-Alkohol einer Umesterungsreaktion mit einem Polyalkylenoxid unterwirft. Als Carbonsäuren kommen sowohl gesättigte Carbonsäuren, wie Essigsäure, Propionsäure, Palmitinsäure und Stearinsäure als auch ungesättigte Carbonsäuren, wie Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure und Ölsäure in Betracht.

    [0014] Geeignete Carbamate werden beispielsweise durch Umsetzung von Harnstoff mit Polyäthylenoxiden oder Blockcopolymerisaten aus Äthylenoxid und Propylenoxid erhalten. Verbindungen dieser Art können beispielsweise mit Hilfe der Formel

    charakterisiert werden, in der

    n = 8 bis 300 und

    m = 0 bis 100 ist.



    [0015] Neben diesen Monocarbamaten kommen die entsprechenden Biscarbamate in Betracht.

    [0016] Ausser Carbonsäureestern kommen auch Borsäureester in Betracht, die beispielsweise durch Veresterung von Polyäthylenglykol oder Blockcopolymerisaten aus Äthylenoxid und Propylenoxid mit Borsäure im Molverhältnis 0,5:1 bis 3:1 erhalten werden. Geeignete Borsäureester erhält man auch, wenn man Monoäther von Polyäthylenglykolen mit Borsäure verestert. Hierzu kann man beispielsweise C1- bis C8-einwertige Alkohole, C2- bis C8-Diole, Glycerin, Trimethylolpropan, Pentaerythrit und Sorbit mit Äthylenoxid umsetzen, wobei man pro Hydroxylgruppe des Alkohols 1' bis 20 Äthylenoxid-Einheiten anlagert. Zur Herstellung der Oxäthylierungsprodukte kann man auch von einem Mischgas aus Äthylenoxid und Propylenoxid ausgehen, so dass man statistische Copolymerisate erhält. Man kann jedoch auch Monoäther herstellen, in denen Propylenoxid- und Äthylenoxid-Einheiten als Blöcke vorliegen. Diese Monoäther werden dann in bekannter Weise mit Borsäure verestert.

    [0017] Für die praktische Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist es wünschenswert, dass beim Fixieren der Farbstoffe möglichst keine Nebelbildung auftritt, die vor allem auf das Verdampfen des Quell- und Farbstofflösungsmittels zurückzuführen ist. Man ist daher bestrebt, schwerflüchtige Quell- und Farbstofflösungsmittel zu verwenden, die während der Behandlung weitgehend in den Cellulosefasern verbleiben. Als besonders vorteilhaft haben sich Mischungen erwiesen,: die 99 bis 1 Gewichtsprozent mindestens eines Polyäthylenglykols oder eines Blockcopolymerisates aus Äthylenoxid und Propylenoxid oder deren Äther-, Ester- oder Carbamat-Derivate und 1 bis 99 Gewichtsprozent mindestens eines polyäthoxylierten Amins, dessen Äthoxylierungsgrad mindestens 3 beträgt, enthalten. Polyalkoxylierte Amine sind bekannt. Sie werden beispielsweise hergestellt, indem man Amine mit Äthylenoxid bzw. Propylenoxid umsetzt. Die Amine, die der Alkoxylierung unterworfen werden, enthalten mindestens eine alkoxylierbare NH-Gruppe oder funktionelle Gruppen, die der Alkoxylierungsreaktion zugänglich sind, z.B. eine Hydroxyäthylgruppe wie im Triäthanolamin. Geeignete Amine enthalten mindestens ein basisches Stickstoffatom.

    [0018] Für die Alkoxylierung kommen sowohl Monoals auch Di- und Polyamine in Betracht, z.B. Methylamin, Athylamin, Propylamin, Butylamin, Dimethylamin, Dibutylamin, Hexylamin, Äthanolamin, Diäthanolamin, Triäthanolamin, Piperazin, 2-Äthylcyclohexylamin, Dioxadodecandiamin, Äthylendiamin, Propylendiamin, Hexamethylendiamin, Neopentandiamin, Diäthylentriamin, Dipropylentriamin, Triäthylentetramin, Tetraäthylenpentamin, Polyäthylenimin, Anilin, N-Methylanilin, Naphthylamin, 3-Amino-1-cyclohexylami- nopropan, Diamino-dicyclohexylmethan, Diamino-diphenylmethan, Imidazol, Piperazin und Po-Iyäthylenimin.

    [0019] Die in Betracht kommenden Amine werden entweder mit Äthylenoxid allein, und zwar mit 3 bis 100; vorzugsweise 8 bis 50 Mol Äthylenoxid umgesetzt oder man lagert zunächst 3 bis 100 Mol Propylenoxid an und lässt dieses Reaktionsprodukt anschliessend mit 3 bis 200 Mol Äthylenoxid reagieren. Man kann jedoch auch ein 3- bis 100- fach äthoxyliertes Amin mit 4 bis 100 Mol Propylenoxid und daran anschliessend mit 3 bis 100 Mol Äthylenoxid umsetzen. Man erhält auf diese Weise Blockpolymerisate der Formeln A-B-A oder B-A-B, bei denen A 3 bis 100 Äthylenoxid-Einheiten und B 3 bis 100 Propylenoxid-Einheiten bedeuten. In allen Fällen liegen wasserlösliche Produkte vor, die ein Quellmittel für die Cellulose und ein Farbstofflösungsmittel für den wasserunlöslichen Dispersionsfarbstoff darstellen. Die Mischungen der Quell- und Farbstofflösungsmittel enthalten vorzugsweise 5 bis 20 Gewichtsprozent an polyalkoxylierten Aminen.

    [0020] 1000 Gewichtsteile der Flotte bzw. Druckpaste enthalten 20 bis 300, vorzugsweise 40 bis 250 Gewichtsteile mindestens eines Quell- und Farbstofflösungsmittels sowie 1 bis 200 Gewichtsteile mindestens eines Dispersionsfarbstoffes, jeweils bezogen auf 20%ige Zubereitungen der Dispersionsfarbstoffe.

    [0021] Um zusammen mit dem Färben oder Bedrucken ein gleichzeitiges Ausrüsten von Cellulosefasern enthaltenden Textilien zu bewirken, enthalten die Flotten oder Druckpasten ausser dem Quell- und Farbstofflösungsmittel noch (a) 5 bis 150 Gewichtsteile, bezogen auf 1000 Gewichtsteile der Flotte oder Druckpaste, eines Ausrüstungsmittels. Als Ausrüstungsmittel kommen Methylol- und/ oder Methylolätherverbindungen von Harnstoff, cyclischen Harnstoffen, Carbamaten oder Aminotriazinen in Betracht. Verbindung dieser Art sind bekannt und wurden bisher als Ausrüstungsmittel verwendet. Hierzu gehören vor allem Verbindungen der Formeln bis IX



















    [0022] In den oben angegebenen Formeln bedeuten die Substituenten

    R1, R2 = H, C1- bis C6-Alkyl, - [CH2-CH2-O-]n R3,

    R3 = H, Cl- bis C6-Alkyl, C3- bis C6-Alkoxyalkyl und -B<





    [0023] Die Substituenten R1 bis R12 können jeweils die gleiche oder eine verschiedene Bedeutung haben.

    [0024] Gemäss der Verfahrensvariante (b) verwendet man einen Hilfsstoff, der gleichzeitig als Quell-und Farbstofflösungsmittel und auch als Ausrüstungsmittel wirkt. In diesem Fall enthalten 1000 Gewichtsteile der Flotte bzw. Druckpaste 30 bis 300, vorzugsweise 50 bis 250 Gewichtsteile des als Ausrüstungs-, Quell- und Farbstofflösungsmittel wirkenden Färbehilfsmittels. Es war nicht zu erwarten, dass eine einzige Verbindung - und zwar mit Polyäthylenglykol verätherte Methylol- oder Methylolätherverbindungen von Harnstoff, cyclischen Harnstoffen, Carbamaten oder Aminotriazinen - als Quellmittel für die Cellulosefasern, als Farbstofflösungsmittel und als Ausrüstungsmittel für Cellulosefasern verwendet werden kann und dabei das Färben der gegebenenfalls vorhandenen synthetischen Fasern nicht nachteilig beeinflusst.

    [0025] Als Ausrüstungs-, Quell- und Farbstofflösungsmittel geeignete Verbindungen können ebenfalls mit Hilfe der oben angegebenen Formeln bis IX charakterisiert werden, jedoch haben dann in den angegebenen Formeln die Substituenten R1, R2 und R9 sowie n folgende Bedeutung:

    R1 = - [CH2-CH2-O-]n R3,

    R2 = H, C1- bis C6-Alkyl, -[CH2-CH2-O-]n R3,

    R9 = -CH2-OR1, H, n = 5 bis 25, vorzugsweise 10 bis 15.



    [0026] Die als Ausrüstungsmittel für die Verfahrensvariante (a) in Betracht kommenden Derivate von Harnstoff, cyclischen Harnstoffen, Carbamaten oder Aminotriazinen enthalten vorzugsweise mindestens 2 Methylol- oder Methyloläthergruppen. Die Methylolverbindungen der oben genannten Harnstoffderivate können teilweise oder vollständig mit Alkoholen, wie Methanol, Propanol oder Isopropanol, veräthert sein oder über eine Ätherbrücke mit Alkoxygruppen, z.B. mit Oxyäthyl-, mit Oxyisopropyl- oder mit Oxymethylgruppen verbunden sein. Sie können ausserdem mit Glykol, Diglykol und Polyäthylenglykol, das 3.bis 20, vorzugsweise 10 bis 15 Äthylenoxid-Eiriheiten enthält, veräthert sein. Diese Äther enthalten noch eine freie Hydroxylgruppe, die mit Borsäure verestert sein oder in einen C1- bis C6-Alkyläther überführt werden kann. Anstelle von Glykol, Diglykol oder Polyäthylenglykol kann man auch die entsprechenden C1- bis C6-Monoalkyläther oder eine mit einer C3- bis C6-Alkoxyalkylgruppe substituierte Verbindung von Glykol, Diglykol oder Polyäthylenglykol mit 3 bis 20 Äthylenoxid-Einheiten verwenden. Beispiele für einzelne Verbindungen sind N,N'-Dihydroxymethylharnstoff, N,N'-Dibut- oxymethyl-N-Methylharnstoff, N,N',N'-Trimeth- oxymethyl-N-Äthylenharnstoff, 1,3-Dihydroxymethyl-äthylenharnstoff, 1,3-Dihydroxymethylpropylenharnstoff, 1,3-Dihydroxymethyl-4-meth- oxy-5,5-dimethyl-propylenharnstoff, per-N-Hydroxymethyl-acethylendiharnstoff, partiell oder vollständig methylolierte Derivate des Diglykolmonocarbamats, methylolierte Derivate des Butyl-diglykolmonocarbamats, methylolierte Derivate von Polyäthylenglykol-biscarbamaten, in denen das Polyäthylenglykol ein Molekulargewicht von 200 bis 1000 hat,
    methylolierte Derivate von Äthylenglykol-mono-carbamat (Molekulargewicht 600) sowie deren Alkyl (z.B. Methyl-, Äthyl-, Butyl-)äther, ferner Umsetzungsprodukte des methylolierten Diglykolmonocarbamates mit Polyäthylenglykolen des Molekulargewichts 100 bis 800.

    [0027] Ausser den bereits genannten Verbindungen eignen sich Dimethylol-Hexahydrotriazinon, Dimethoxymethyluron und Dimethylol-5-hydroxy- propylenharnstoff und dessen Derivate.

    [0028] Die für die Verfahrensvariante (b) als Färbehilfsmittel (Quell-, Farbstofflösungs-und Ausrüstungsmittelt in Betracht kommenden Polyäthylenglykol-Derivate von Harnstoff, cyclischen Harnstoffen, Carbamaten oder Aminotriazinen enthalten ebenfalls vorzugsweise mindestens 2 Methylol- oder Methyloläthergruppen. Sie weisen mindestens eine Polyäthylenglykol-Gruppierung auf, die 5 bis 25, vorzugsweise 10 bis 15 Äthylenoxid-Einheiten enthält. Diese Äther enthalten noch eine freie Hydroxylgruppe, die mit Borsäure verestert sein oder in einen C,- bis C6-Alkyläther überführt werden kann. Verbindungen, die mit Polyäthylenglykol, das 5 bis 25 Äthylenoxid-Einheiten enthält, veräthert werden können sind mit denjenigen identisch, die bereits bei der beispielhaften Aufzählung der Ausrüstungsmittel für die Verfahrensvariante (a) beschrieben wurden, und zwar: N,N'-Dihydroxymethylharnstoff, N,N'-Dibut- oxymethyl-N-Methyiharnstoff, N,N',N'-Trimeth- oxymethyl-N-Äthylenharnstoff, 1,3-Dihydroxymethyl-äthylenharnstoff, 1,3-Dihydroxymethylpropylenharnstoff, 1,3-Dihydroxymethyl-4-meth- oxy-5,5-dimethyl-propylenharnstoff, per-N-Hydroxymethyl-acetylendiharnstoff, partiell oder vollständig methylolierte Derivate des Diglykolmonocarbamats, methylolierte Derivate des Butyl-diglykolmonocarbamats und methyloliertes Diglykolmonocarbamat sowie Dimethylol-Hexahydrotriazinon, Dimethoxymethyluron und Dimethylol-5-hydroxypropylenharnstoff.

    [0029] Für das Bedrucken werden Druckpasten eingesetzt, die sich von den Färbeflotten im wesentlichen dadurch unterscheiden, dass sie ein Verdikkungsmittel enthalten. Geeignete Verdickungsmittel sind die üblicherweise verwendeten Stärkeäther, Atginate, Tragant und Kernmehläther, sowie synthetische Verdickungsmittel auf Basis hochmolekularer Polymerisate äthylenisch ungesättigter Carbonsäuren mit 3 bis 5 Kohlenstoffatomen. Es handelt sich hierbei in erster Linie um Polymerisate der Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure und Itaconsäure sowie um Copolymerisate der genannten Carbonsäuren. Die genannten Carbonsäuren können auch mit anderen copolymerisierbaren äthylenisch ungesättigten Monomeren, wie Äthylen, Vinylestern, Acrylsäureestern, Methacrylsäureestern, Styrol, Vinyläther und Amiden von äthylenisch ungesättigten C3- bis Cs-Carbonsäuren copolymerisiert werden. Diese Gruppe von Copolymerisaten enthält mindestens 40, vorzugsweise 75 bis 99,9 Gew.-% an äthylenisch ungesättigten Carbonsäuren.

    [0030] Die synthetischen Verdickungsmittel haben ein hohes Molekulargewicht. Besonders geeignete synthetische Verdickungsmittel erhält man, wenn man die oben genannten äthylenisch ungesättigten Carbonsäuren mit solchen Monomeren copolymerisiert, die zwei äthylenisch ungesättigte Doppelbindungen enthalten, beispielsweise Butadien, Divinylbenzol, Butandioldiacrylat, Di-, Tri-und Tetraallyläther des Pentaerythrits, Divinyldioxan oder Diallylphthalat. Diese Monomeren sind zu etwa 0,05 bis 5 Gew.-% am Aufbau der hochmolekularen Copolymerisate beteiligt.

    [0031] 1000 Teile der Klotzflotte oder der Druckpaste enthalten 0 bis 100 Gewichtsteile eines Verdikkungsmittels sowie beim Färben üblicherweise mitverwendete Hilfsstoffe, wie Netzmittel, Antimigrationsmittel, Schaumdämpfer, pH-Regulatoren, Antifrostingmittel, Emulgatoren, Dispergiermittel, Egalisiermittel und Fixierbeschleuniger.

    [0032] Um ein textiles Material zu färben und gleichzeitig auszurüsten, kann man es beispielsweise mit einer Färbeflotte klotzen, die als wesentliche Bestandteile einen wasserunlöslichen Dispersionsfarbstoff, ein Quell- und Farbstofflösungsmittel und das Ausrüstungsmittel (Verfahrensvariante (a) bzw. einen Dispersionsfarbstoff und das als Quell-, Farbstofflösungs- und Ausrüstungsmittel wirkende Färbehilfsmittel gemäss Verfahrensvariante (b) enthält. Die Flottenaufnahme liegt in dem Bereich von 25 bis 120%. Nach dem Klotzen erfolgt in der Regel ein Zwischentrocknen des Materials bei Temperaturen von 90 bis 120 °C und daran anschliessend der Fixiervorgang bei Temperaturen von 200 bis 220 °C. Der Fixiervorgang kann z.B. im Spannrahmen, auf der Hot-flue oder auf Siebtrommelanlagen vorgenommen werden. Während des Fixiervorgangs erfolgt auch gleichzeitig die Reaktion des Ausrüstungsmittels mit den Cellulosefasern. Für das Fixieren und gleichzeitige Ausrüsten benötigt man etwa 15 bis 120, vorzugsweise 45 bis 90 Sekunden unter den oben genannten Bedingungen. Dieser Verfahrensschritt kann jedoch auch mit Heissdampf bei Temperaturen von 180 bis 190 °C durchgeführt werden. In diesem Fall ist jedoch die Einwirkungsdauer auf 3 bis 10 Minuten zu verlängern.

    [0033] Wenn man als Ausrüstungsmittel Borsäureester verwendet bzw. hoch reaktive Vernetzungsmittel einsetzt, erübrigt es sich, Katalysatoren mitzuverwenden, die üblicherweise bei der Ausrüstung von Cellulosefasern enthaltenden textilen Materialien mit den oben beschriebenen Ausrüstungsmitteln verwendet werden. In der Regel verwendet man jedoch zusammen mit dem Ausrüstungsmittel einen sauren Katalysator, der die Kondensationsreaktionen der Methylol- bzw. Methyloläthergruppen des Ausrüstungsmittels beschleunigt. Solche Katalysatoren sind allgemein Säurespender, z.B. Magnesiumchlorid, Magnesiumsulfat, Ammoniumnitrat, Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat, Zinknitrat, Monoammoniumphosphat, Diammoniumphosphat, Zinkchlorid und Zinksalze, die das Zink komplex gebunden enthalten und Ammoniumoxalat sowie organische Verbindungen, die unter Fixierbedingungen zerfallen und dabei eine Säure freisetzen, z.B. Acetylharnstoff. Die Säurespender werden in einer Menge von 0 bis 50, vorzugsweise 2,5 bis 15 g/1000 g Flotte verwendet.

    [0034] Für das gleichzeitige Färben und Ausrüsten des Textilmaterials nach diesem Verfahren wird stets einstufig gearbeitet, d.h. man bringt Farbstoff und Färbehilfsmittel (d.h. Quell- und Farbstofflösungsmittel gemäss Verfahrensvariante (a) und Quell-, Farbstofflösungs- und Ausrüstungsmittel gemäss Verfahrensvariante (b)) sowie gegebenenfalls die erforderlichen anderen Hilfsstoffe auf das Gewebe, trocknet, behandelt bei den genannten Temperaturen und wäscht das Textilgut aus.

    [0035] Für den Druck verfährt man, um einen gleichmässigen Ausrüstungseffekt zu erzielen, bei der Verfahrensvariante (a) zweckmässig so, dass man das Gewebe zunächst mit einer Flotte klotzt, die mindestens ein Ausrüstungsmittel sowie, wenn notwendig, einen Säurespender enthält, die Ware zwischentrocknet und dann mit einer Druckpaste bedruckt, die mindestens einen Dispersionsfarbstoff, mindestens ein Quell- und Farbstoff-Lösemittel und ein Verdickungsmittel enthält oder (b) das Gewebe zunächst mit einer wässrigen Flotte imprägniert, die einen gleichzeitig als Ausrüstungs-, Quell-und Farbstofflösungsmittel wirkenden Hilfsstoff und gegebenenfalls einen Säurespender enthält, die Ware zwischentrocknen und mit einer Druckpaste bedrucken, die einen Dispersionsfarbstoff und ein Verdickungsmittel enthält. Im Anschluss daran wird das Material bei beiden Verfahrensvarianten getrocknet und fixiert.

    [0036] Das gefärbte oder bedruckte und ausgerüstete Gewebe wird im Anschluss an den Fixiervorgang gespült, und einer Nachwäsche in wässrigem Milieu bei höheren Temperaturen unterworfen, bei der übliche Waschmittel verwendet werden können.

    [0037] Bei dem Fixierprozess wird ein Teil des Quell-und Farbstofflösemittels in der Cellulosefaser waschecht fixiert. Dies hat zur Folge, dass der Griff der Ware in der Regel angenehm weich und glatt ist.

    [0038] Die in den Beispielen angegebenen Teile sind Gewichtsteile, die Angaben in Prozent sind Gewichtsprozent. Die Beispiele 1 bis 6 erläutern die Verfahrensvariante (a), die Beispiele 7 bis 9 die Verfahrensvariante (b).

    [0039] Die technologischen Prüfungen zur Feststellung des Ausrüstungseffektes wurden wie folgt durchgeführt:

    1. Nassknittererholung nach DIN 53891



    [0040] Die ausgerüstete und gefärbte Ware wurde 2 Stunden bei 95 °C gewaschen und die Summe der Knitterwinkel in Kett--und Schuss-Richtung bestimmt. Die Werte wurden mit denen verglichen, die mit dem Ausgangs-Gewebe nach einer Blindbehandlung mit Wasser erhalten wurden.

    2. Glätte nach dem Test AATCC 88A-1964 T (Appearance of Fabrics in wash-and-wear-ltems after Home Laundering)



    [0041] Die ausgerüstete und gefärbte Ware wurde 2 Stunden bei 95 °C (Baumwollgewebe) bzw. 60 °C (PES/Bw-Gewebe) gewaschen und maschinengetrocknet. Das Glättebild der ausgerüsteten Ware wurde mit dem der Ausgangs-Ware, die mit Wasser blind behandelt wurde, verglichen (Skala 1 (= schlecht) bis 5 (sehr gut).

    3. Dimensionsstabilität nach DIN 53 892



    [0042] Die ausgerüsteten und gefärbten Gewebestücke wurden 2 Stunden bei 95°C (Baumwoll-Gewebe) bzw. 60 °C (PES/Bw-Gewebe) gewaschen und das Einlaufen (Krumpf) in Kett- und Schussrichtung in Prozent gemessen. Die Werte wurden mit denen verglichen, die mit dem Ausgangs-Gewebe nach einer Blindbehandlung mit Wasser erhalten wurden.

    Beispiel 1



    [0043] Ein Gewebe aus Baumwoll-Popeline wird mit einer Flotte imprägniert, die 80 g/I einer 20%igen flüssigen Zubereitung des rotbraunen Dispersionsfarbstoffes der Formel

    200 g/I eines Polyäthylenglykols mit einem Molgewicht von etwa 400, 100 g/l 1,3-Dimethoxy-4,5-dihydroxy-äthylenharnstoff und 10 g/I Magnesiumchlorid-hexahydrat enthält. Die Flottenaufnahme beträgt etwa 70%. Das Gewebe wird dann in einem Labortrockner 60 s bei einer Temperatur von 120 °C getrocknet und 60 s bei 215 °C gehalten. Danach wird kalt und warm gespült und 5 Minuten bei 100 °C in Gegenwart eines handelsüblichen Waschmittels gewaschen. Man erhält eine rotbraune Färbung mit guten Wasch-, Licht-und Reibechtheiten.

    [0044] Die Prüfung der Nassknittererholung nach einer Wäsche von 2 Stunden bei 95 °C ergab, dass die Summe der Knitterwinkel in Kett- und Schussrichtung bei 210° gegenüber 160° bei der nicht ausgerüsteten Ware lag. Die Dimensionsstabilität war verbessert. Der Krumpf betrug nach der gleichen Wäsche 1,5 bzw. 0,5% in Kett- bzw. Schussrichtung gegenüber 4,0 bzw. 1,0% bei der nicht ausgerüsteten Ware.

    Beispiel 2



    [0045] Ein Gewebe aus Baumwollpopeline wird mit einer Flotte imprägniert, die 20 g/I einer 20%igen flüssigen Zubereitung des roten Dispersionsfarbstoffs der Formel

    120 g/l eines Polyäthylenglykols mit einem Molgewicht von etwa 600, 75 g/I der Verbindung:

    und 7,5 g/I Magnesiumchlorid-hexahydrat enthält. Die Flottenaufnahme beträgt 70%. Das Gewebe wird dann in einem Labortrockner 60 s bei 120 °C getrocknet und 60 bei 210 °C gehalten. Danach wird kalt und warm gepsült und 5 Minuten bei Kochtemperatur in Gegenwart eines handelsüblichen Waschmittels gewaschen. Man erhält eine rote Färbung mit guten Gebrauchsechtheiten.

    [0046] Die Prüfung der Nassknittererholung nach einer Wäsche von 120 Minuten bei 95° ergab, dass die Summe der Knitterwinkel in Kett- und Schuss- Richtung bei 200° gegenüber 160° bei der nicht ausgerüsteten Ware lag. Die Dimensionsstabilität nach der gleichen Wäsche war verbessert. Der Krumpf betrug 2,0 bzw. 1,0% in Kett- bzw. in Schuss-Richtung gegenüber 4,0 bzw. 1,0% bei der nicht ausgerüsteten Ware.

    Beispiel 3



    [0047] Ein Gewebe aus Baumwoll-Köper, mercerisiert, wird mit einer Flotte imprägniert, die 20 g/I einer 20%igen flüssigen Zubereitung des gelben wasserunlöslichen Dispersionsfarbstoffs der Formel

    150 g/l eines Polyäthylenglykols mit einem mittleren Molgewicht von etwa 600, 100 g eines mit Isopropanol teilverätherten 1,3-Dimethoxy-4,5-di- hydroxyäthylenharnstoffes und 5 g/I Magnesiumchloridhexahydrat enthält. Die Flottenaufnahme beträgt etwa 65%. Das Gewebe wird dann in einem Labortrockner 60 s bei einer Temperatur von 120 °C getrocknet und anschliessend 60 s bei 205 °C gehalten. Danach wird wie bei den vorigen Beispielen fertiggestellt. Man erhält eine gelbe Färbung mit guten Gebrauchsechtheiten.

    [0048] Die Prüfung der Glätte nach einer Wäsche von 2 Stunden bei 95 °C und einer Maschinentrocknung nach erwähnten AATCC-Test ergab einen Wert von 4,0 gegenüber 2,0 bei der nicht ausgerüsteten Ware.

    Beispiel 4



    [0049] Ein Gewebe aus Baumwoll-Popeline wird mit einer Flotte imprägniert, die 75 g/I 1,3-Bis-methoxyäthoxymethyl-propylenharnstoff auf 5 g/I Magnesiumchlorid-hexahydrat enthält. Die Flottenaufnahme beträgt etwa 60%. Das Gewebe wird dann in einem Labortrockner 60 s bei 120 °C getrocknet. Auf dieses Substrat wird folgende Druckpaste gedruckt:

    500 Teile wässrige Stärkeäther-Verdickung (10%), 2 Teile Zitronensäure

    250 g/I eines Polyäthylenglykols mit einem Molgewicht von etwa 400

    10 Teile m-Nitrobenzolsulfonsaures Natrium

    80 Teile einer 20%igen flüssigen Zubereitung des Farbstoffes in Beispiel 2

    1000 Teile



    [0050] Nach dem Drucken wird 2 Minuten bei 130 °C getrocknet, 60 s bei 200 °C mit Heissluft behandelt, kalt und warm gespült, heiss geseift und kalt nachgespült. Man erhält einen leuchtend roten Druck auf weissem Fond.

    [0051] Die Prüfung der Nassknittererholung nach einer Wäsche von 120 Minuten bei 95 °C ergab, dass die Summe der Knitterwinkel in Kett- und Schussrichtung bei 190° gegenüber 160° bei der nicht ausgerüsteten Ware lag. Die Dimensionsstabilität nach der gleichen Wäsche war verbessert. Sie betrug 2,0 bzw. 0,2% in Kett- bzw. Schussrichtung gegenüber 4,0 bzw. 1,0% in der nicht ausgerüsteten Ware.

    Beispiel 5



    [0052] Ein Gewebe aus Baumwoll-Köper (nicht mercerisiert) wird mit einer Flotte imprägniert, die 50 g/1 einer 20%igen Zubereitung des blauen Dispersionsfarbstoffs der Formel:

    120 g/I eines Borsäureesters von Polyäthylenglykol (Molgewicht etwa 800) im Molverhältnis 1:3 und 50 g/I Per-N-Methoxyäthoxymethyl-acetylendiharnstoff enthält. Die Flottenaufnahme beträgt etwa 70%. Das Gewebe wird dann 60 s in einem Labortrockner bei 120 °C getrocknet und 60 s bei 200 °C gehalten. Anschliessend wird wie beim Beispiel 1 fertiggestellt. Man erhält ein blau gefärbtes Gewebe mit guten Gebrauchsechtheiten.

    [0053] Die Prüfung der Dimensionsstabilität nach einer Wäsche von 120 Minuten bei 95 °C zeigte, dass das Gewebe weniger krumpft. Der Krumpf betrug 3,0 bzw. 2,0% in Kett- bzw. Schuss-Richtung gegenüber 7,5 bzw. 4,0% bei der nicht behandelten Ware. Das Glättebild nach dem AATCC-Test war gegenüber dem Ausgangsmaterial um eine Note verbessert.

    Beispiel 6



    [0054] Ein Gewebe aus Baumwollköper (mercerisiert) wird mit einer Flotte imprägniert, die 80 g/I einer 20%igen Zubereitung des roten Dispersionsfarbstoffes gemäss Beispiel 2, 200 g/I eines Gemisches aus 95 Teilen eines Polyäthylenglykols (Molgewicht etwa 600) und 5 Teilen eines Umsetzungsproduktes aus Anilin und 14 Mol Äthylenoxid, 100 g/I eines mit Methanol teilverätherten Methylol-Melamins, welches zwischen 3 und 6 Methylolgruppen trägt und 10 g/I Magnesiumchlorid-hexahydrat, enthält. Die Flottenaufnahme beträgt etwa 65%. Danach wird das Gewebe im Labortrockner 60 s bei 120 °C getrocknet und 90 s bei 180 °C gehalten. Anschliessend wird wie in Beispiel 1 fertiggestellt. Man erhält eine brillante Rotfärbung mit guten Gebrauchsechtheiten.

    [0055] Die Prüfung der Glätte nach einer Wäsche von 2 Stunden bei 95 °C nach dem AATCC-Test ergab einen Wert von 4,0 gegenüber 2,0 bei der nicht ausgerüsteten Ware. Die Dimensionsstabilität nach der gleichen Wäsche war verbessert. Sie betrug 2,0 bzw. 0,5% in Kett- bzw. Schussrichtung gegenüber 6,0 bzw. 2,5% bei der nicht behandelten Ware.

    Beispiel 7



    [0056] Ein Gewebe aus Baumwollpopeline wird mit einer Flotte imprägniert, die 40 g/l einer 20%igen flüssigen Zubereitung des gelben wasserunlöslichen Farbstoffs

    250 g/I des 1,3-Dimethylol-4-methoxy-5,5-dimethyl-propylenharnstoffs, veräthert mit 2 Mol eines Polyäthylenoxids mit einem Molgewicht von 600, und 5 g/I Magnesiumchlorid-hexahydrat enthält. Die Flottenaufnahme beträgt 65%. Das Gewebe wird dann in einem Labortrockner 60 s bei einer Temperatur von 120 °C getrocknet und 45 s bei 220 °C mit Heissluft behandelt. Danach wird kalt und warm gespült, 5 Minuten bei 100 °C in Gegenwart eines handelsüblichen Waschmittels gewaschen und nochmals gespült. Man erhält eine brillante Gelbfärbung mit guten Echtheiten.

    [0057] Die Prüfung der Nassknittererholung nach einer Wäsche von 120 Minuten bei 95 °C ergab, dass die Summe der Knitterwinkel in Kett- und Schussrichtung bei 210° gegenüber 160° bei der nicht ausgerüsteten Ware lag. Die Dimensionsstabilität nach der gleichen Wäsche war deutlich besser. Der Krumpf betrug 2,0 bzw. 0,5% in Kett- bzw. Schuss- richtung gegenüber 4,0 bzw. 1,0% bei der nicht ausgerüsteten Ware.

    Beispiel 8



    [0058] Ein Gewebe aus Baumwoll-Köper wird mit einer Flotte imprägniert, die 20 g/I einer20%igen flüssigen Zubereitung des braunen wasserunlöslichen Farbstoffes der Formel

    200 g/t eines Umsetzungsproduktes (Polyäthylenglykoläther) aus Dimethylol-propylenharnstoff und einem Polyäthylenglykol mit einem Molgewicht von etwa 400 im Molverhältnis 1:2 und 10 g/I Magnesiumchlorid-hexahydrat enthält. Die Flottenaufnahme beträgt etwa 70%. Das Gewebe wird dann in einem Labortrockner 60 s bei 120 °C getrocknet und 60 s bei 225 °C gehalten. Danach wird gespült. 5 Minuten in Gegenwart eines handelsüblichen Waschmittels gewaschen und nochmals gespült. Man erhält eine hellbraune Färbung mit guten Gebrauchsechtheiten.

    [0059] Die Prüfung der Glätte nach einer Wäsche von 2 Stunden bei 95 °C und einer Maschinentrocknung nach dem beschriebenen AATCC-Test ergab einen Wert von etwa 4,0 gegenüber 2,0 bei der nicht ausgerüsteten Ware. Die Dimensionsstabilität nach der gleichen Wäsche war verbessert. Sie betrug 2,5 bzw. 1,0% in Kett- bzw. Schuss-Richtung gegenüber 7,5 bzw. 4,0% beim nicht behandelten Gewebe.

    Beispiel 9



    [0060] Ein Gewebe aus Baumwollpopeline wird mit einer Flotte imprägniert, die 200 g/1 eines Umsetzungsproduktes aus 1,3-Dihydroxymethyl-4,5-di- oxyäthylenharnstoff und einem Polyäthylenglykol mit einem Molgewicht von etwa 400 im Molverhältnis 1:2 und 5 g/I Magnesiumchlorid-hexahydrat enthält. Die Flottenaufnahme beträgt etwa 65%. Das Gewebe wird 60 s bei 120 °C getrocknet.

    [0061] Auf dieses Substrat wird folgende Druckpaste gedrückt:

    500 Teile wässrige Stärkeätherverdickung (10%)

    2 Teile Zitronensäure

    10 Teile m-Nitrobenzolsulfonsaures Natrium

    50 Teile einer 20%igen flüssigen Zubereitung des blauen Farbstoffes der Formel

    1000 Teile



    [0062] Nach dem Drucken wird 60 s bei 120 °C getrocknet und 60 s bei 215 °C gehalten. Anschliessend wird gespült, heiss mit einem handelsüblichen Waschmittel gewaschen und nochmals gespült. Man erhält einen tiefblauen Druck auf weissem Fond.

    [0063] Die Prüfung der Glätte nach einer Wäsche von 2 Stunden bei 95 °C und einer Maschinentrocknung nach dem erwähnten AATCC-Test ergab einen Wert von 3,0 gegenüber 1,5 bei der nicht behandelten Ware. Die Dimensionsstabilität nach der gleichen Wäsche war verbessert. Sie betrugt 1,75 bzw. 0,25% in Kett- bzw. Schussrichtung gegenüber 3,5 bzw. 1,25% beim nicht behandelten Gewebe.


    Ansprüche

    Verfahren zum Färben oder Bedrucken und gleichzeitigem Ausrüsten von Textilien aus Cellulosefasern mit Dispersionsfarbstoffen in wässrigem Medium in Gegenwart von wasserlöslichen Quell- und Farbstofflösungsmitteln und Fixieren der Farbstoffe durch Erhitzen der gefärbten oder bedruckten Textilien auf Temperaturen bis zu 230 °C, dadurch gekennzeichnet, dass in 1000 Gewichtsteilen der Flotten

    (a) 5 bis 150 Gewichtsteile einer Methylol- und/ oder Methylolätherverbindung von Harnstoff, cyclischen Harnstoffen, Carbamaten oder Aminotriazinen als Ausrüstungsmittel oder

    (b) 30 bis 300 Gewichtsteile eines Polyäthers, der durch Umsetzung von 5 bis 25 Äthylenoxid-Einheiten enthaltendem Polyäthylenglykol mit einer Methylol- und/oder Methylolätherverbindung von Harnstoff, cyclischen Harnstoffen, Carbamaten oder Aminotriazinen erhalten wird, als Ausrüstungs-, Quell- und Farbstofflösungsmittel und gegebenenfalls bis zu 50 Gewichtsteile eines sauren Katalysators enthalten sind oder die Textilien bedruckt werden, indem man sie zunächst mit einer der Flotten (a) oder (b) klotzt, dann zwischentrocknet, anschliessend bedruckt und die Farbstoffe fixiert.


     


    Revendications

    Procédé de teinture ou d'impression et apprêtage simultané de textiles en fibres cellulosiques, avec des colorants à dispersion, dans un milieu aqueux, en présence de gonflants et de solvants de colorants et fixation du colorant par chauffage des textiles teints ou imprimés à des températures allant jusqu'à 230 °C, caractérisé par le fait que dans 1000 parties en poids des bains sont contenues:

    (a) 5 à 150 parties en poids d'un dérivé de méthylol et/ou méthyloléther d'urée, urées cycliques, carbamates ou aminotriazines, en tant qu'agent d'apprêtage, ou

    (b) 30 à 300 parties en poids d'un polyéther qui a été obtenu par réaction de polyéthylèneglycol contenant de 5 à 25 motifs éthylèneoxyde, avec un dérivé de méthylol et/ou méthyloléther d'urée, urées cycliques, carbamates ou aminotriazines, en tant qu'agent d'apprêtage, de gonflant et de solvant du colorant, et éventuellement jusqu'à 50 parties en poids d'un catalyseur acide, ou bien les textiles sont imprimés en les foulardant d'abord avec un des bains (a) ou (b), puis en procédant à un séchage intermédiaire, ensuite en les imprimant et en fixant le colorant.


     


    Claims

    A process for dyeing or printing and sumulta- neously finishing a textile, consisting of cellulose fibers, with a disperse dye in an aqueous medium in the presence of water-soluble swelling agents and dye solvents, and fixing the dye by heating the dyed or printed textile at up to 230 °C, wherein 1000 parts by weight of the liquor contain

    (a) from 5 to 150 parts by weight of a methylol compound and/or methylol-ether compound of urea, a cyclic urea, a carbamate or an aminotriazine as the finishing agent, or

    (b) from 30 to 300 parts by weight of a polyether which is obtained by reacting a polyethylene glycol, containing from 5 to 25 ethylene oxide units, with a methylol compound and/or methylol-ether compound of urea, a cyclic urea, a carbamate or an aminotriazine, as a finishing agent, swelling agent and dye solvent, and may or may not contain up to 50 parts by weight of an acid catalyst, or the textile is printed by first padding it with one of the liquors (a) or (b) and then subjecting it to an intermediate drying step, following which it is printed and the dye is fixed.