(19)
(11) EP 0 019 647 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
27.04.1983  Patentblatt  1983/17

(21) Anmeldenummer: 79101733.8

(22) Anmeldetag:  01.06.1979
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D03D 47/30

(54)

Zahnelement zur Führung des Schusseintrags-Luftstrahles bei einer Düsenwebmaschine

Confining comb for guiding the weft-introducing air jet in a jet loom

Peigne à lamelles pour le guidage du jet d'air introducteur de trame dans un métier à tisser pneumatique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR IT

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
10.12.1980  Patentblatt  1980/25

(71) Anmelder: GEBRÜDER SULZER AKTIENGESELLSCHAFT
CH-8401 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Zimmermann, Rolf
    CH-8321 Wildberg (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Zahnelement zur Führung des Schusseintrags-Luftstrahles bei einer Düsenwebmaschine, mit einer Öffnung für den Durchtritt des Luftstrahles und einem Schlitz für den Austritt des eingetragenen Schusses beim folgenden Rietanschlag.

    [0002] Bei einem bisherigen Zahnelement einer Luftdüsenwebmaschine (DE-OS 2739431) befindet sich in einem passenden Bereich des Umfanges der Luftstrahlöffnung ein radial gerichteter Schlitz für den Austritt des Schussfadens beim folgenden Rietanschlag. Das Zahnelement bzw. die Luftstrahlöffnung erstreckt sich somit nahezu über 360 und begrenzt überall die Luftstrahlöffnung durchgehend. Lediglich an dem einzigen Fadenaustrittsschlitz ist das Element unterbrochen.

    [0003] Bei diesem bekannten Zahnelement neigt der Lufteintragsstrahl dazu, sich in Richtung zum Fadenaustrittsschlitz hin zu dezentralisieren. Dieser Effekt wiederholt sich bei den folgenden Zahnelementen entlang der Schusslinie sukzessive, so dass auch das einzutragende Schussmaterial (im folgenden ist beispielsweise ein Schussfaden angenommen) mehr und mehr aus der Mitte der Luftstrahlöffnung der einzelnen Zahnelemente und damit aus der Schusslinie abgelenkt werden kann. Die Fadenspitze kann dann schliesslich auf die Begrenzungswandung eines Zahnelementes auftreffen, wodruch der Schusseintrag gestört werden kann.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein besonders in dieser Hinsicht verbessertes Zahnelement zu schaffen.

    [0005] Die Erfindung liegt in einer zusätzlich zu dem Austrittsschlitz in der Luftstrahlöffnung angebrachten Ausnehmung, welche auf der durch Austrittsschlitz und Schusslinie verlaufenden Geraden dem Austrittsschlitz gegenüber angeordnet ist.

    [0006] Hierdurch lässt sich ein Druckausgleich auf der dem Fadenaustrittsschlitz gegenüberliegenden Seite der Luftstrahlöffnung des Zahnelementes erzielen, d.h. auch auf dieser Seite nimmt der Druck etwa in gleichem Mass ab wie auf der Seite des Fadenaustrittsschlitzes. Man erhält somit symmetrische Druckverhältnisse innerhalb der Luftstrahlöffnung jedes Zahnelementes. Damit lässt sich der Luftstrahl in sämtlichen Zahnelementen entlang der Schusslinie zentrieren, wodurch auch der Schussfaden ständig im Zentrum der einzelnen Zahnelemente gehalten werden kann. Die Spitze des einzutragenden Schussfadens kann somit ohne Dezentralisierung und ohne störendes Aufschlagen auf ein Zahnelement ganz in das Webfach eingetragen werden. Man erhält einen besonders störungsfreien Schusseintrag mittels des Luftstrahles.

    [0007] Es ist zwar auch ein Zahnelement einer Düsenwebmaschine bekannt (DE-OS 19 17 780), das zwei nebeneinander angeordnete Luftführungs- öffnungen enthält, die miteinander über einen Ausfädelschlitz verbunden sind. Dieser dient dazu, dass ein durch die hintere Öffnung eingetragener Schussfaden beim Rietanschlag in die vordere Öffnung übertreten und von hier aus dem Zahnelement austreten kann. Der zwischen beiden Öffnungen liegende Ausfädelschlitz ist jedoch nicht bezüglich der Schusslinie (Mittelachse) der vorderen Öffnung symmetrisch zu deren Ausfädelschlitz angeordnet, sondern in einem Bogenabstand von ca. 120° von ihm, also in asymmetrischer Anordnung. Aus diesem Grund kann dort keine Zentrierung des Schussfadens im obenerwähnten Sinn eintreten. Vielmehr wird dieser aufgrund der asymmetrsichen Schlitzanordnung einseitig in Richtung auf das Riet hin abgelenkt.

    [0008] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Ansprüchen und der Zeichnung.

    Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäss ausgebildetes Zahnelement einer Webmaschine mit Luftstrahleintrag,

    Fig. 2 ist ein zugehöriger Schnitt,

    Fig. 3 ist eine Vorderansicht eines abgewandelten Ausführungsbeispieles,

    Fig. 4 ein zugehöriger Schnitt,

    Fig. 5 und 6, Fig. 7 und 8 sowie Fig. 9 und 10 veranschaulichen in entsprechenden Darstellungen weitere Bauarten,

    Fig. 11 zeigt die Variante nach Fig. 1 in Anwendung bei einer Webmaschine und

    Fig. 12 zeigt einen zugehörigen Schnitt durch die wichtigsten Teile der Webmaschine entlang der Schusslinie.



    [0009] Das Zahnelement 1 enthält eine Öffnung 2 für den Durchtritt des Luftstrahles. Öffnung 2 ist mit einer Schräge 20 versehen und hat im wesentlichen kreisrunde Innenbegrenzung 3. Ein radial gerichteter Schlitz 4 dient zum Austritt eines durch die Öffnung 2 vertikal zu Fig. 1 eingetragenen Schussfadens 28 (Schusslinie 6) während des auf den Eintrag folgenden Rietanschlages.

    [0010] Diametral gegenüber dem Fadenaustrittsschlitz 4 ist ein Schlitz 5 angeordnet, der bei diesem Beispiel im vollen Material endet, also nicht wie der Austrittsschlitz 4 durchgehend ausgebildet ist. Durch den Blindschlitz 5 wird erreicht, dass der Druck des Luftstrahles von der Schusslinie 6 in Richtung der beiden Schlitze 4, gleichmässig abnimmt. Somit herrschen in der Öffnung 2 symmetrische Druckverhältnisse. Luftstrahl und Faden lassen sich dadurch leicht im Zentrum bzw. der Schusslinie 6 während des Eintrages halten.

    [0011] Bei dem Beispiel nach Fig. 3,4 enthält das Zahnelement 1 einen oberen, etwa halbkreisförmig ausgebildeten Teil 7, der mittels zweier Stifte 8 unter Innehaltung von Spiel 9 an dem unteren Teil 11 des Zahnelementes befestigt ist.

    [0012] Das Spiel 9 bildet in ähnlicher Weise wie der Schlitz 5 nach Fig. 1 und 2 einen Druckausgleich in der Öffnung 2 mit dem Unterschied, dass bei diesem Beispiel der durch das Spiel 9 gebildete Druckausgleichschlitz sich bis zum Ende des Zahnelementes bei 12 fortsetzt, also durchgehend ausgebildet ist.

    [0013] Bei dem Beispiel nach Fig. 5, 6 ist die innere Begrenzung 3a der Luftstrahlöffnung 2 quadratisch ausgebildet. Im übrigen entspricht diese Variante weitgehend derjenigen nach Fig. 3, 4.

    [0014] Bei dem Beispiel nach Fig. 7, 8 ist eine quadratische, innere Begrenzung der Luftstrahlöffnung 2 entsprechend Fig. 5, 6 angewendet. Im übrigen ist ein nicht durchgehender Ausgleichsschlitz 5 angebracht.

    [0015] Ferner ist bei dem Beispiel nach Fig. 9 angedeutet, wie in demjenigen Bereich 29 der inneren Begrenzung 3 der Luftstrahlöffnung 2, welcher dem Fadenaustrittsschlitz 4 gegenüberliegt, zwei Druckausgleichschlitze 5 angeordnet werden können, die jeweils in einem Bogenabstand von etwa 150° vom Austrittsschlitz 4 entfernt liegen. Die Schlitze 5 nach Fig. 9 sind symmetrisch zu der durch den Schlitz 4 und die Schusslinie 6 gehenden, in Fig. 9 gestrichelt angedeuteten Geraden 35 angeordnet, besitzen also gleichen Bogenabstand von dieser. Auch bei dieser Bauart lässt sich durch die Anordnung der beiden Schlitze 5 ein Druckausgleich auf der dem Fadenaustrittsschlitz 4 gegenüberliegenden Seite der Schusslinie 6 erzielen, wodurch sich Luftstrahl und Schussfaden 28 während des Eintrages zentrieren lassen.

    [0016] Bei dem Beispiel nach Fig. 10 ist die Luftstrahlöffnung 2 bei 37 V-förmig ausgebildet. Auch die Druckausgleichausnehmung 5a ist V-förmig gestaltet. Die Weite b beim Beginn derAusnehmung 5a ist grösser als die Weite a des Fadenaustrittsschlitzes 4. Der Druckausgleich lässt sich dadurch besonders wirksam gestalten.

    [0017] Bei Anbringung der Zahnelemente 1 in einer Luftstrahl-Oüsenwebmaschine werden die Zahnelemente entsprechend Fig. 11, 12 auf der Lade 21 der Webmaschine befestigt, auf der auch das Riet 22 angebracht ist. Beim Schusseintrag ragen die Zahnelemente 1 entsprechend Fig. 10 in das von den Kettfäden 25,26 gebildete Webfach 27 hinein. Der Schussfaden 28 wird in Zentrum 6 (Schusslinie) der Öffnung 2 der Elemente eingetragen. Während des Eintrags kann der Faden 28 besonders gut zentriert werden, weil jedes Element 1 Druckausgleichsschlitze 5 aufweist.

    [0018] Bei dem folgenden, dem Pfeil 30 entsprechenden Rietanschlag werden die Teile 1, 22, 21 in Fig. 10 nach links verschwenkt, so dass der Schussfaden 28 an der Anschlagstelle 31 zur Entstehung des Gewebes 32 angeschlagen wird. Der Faden 28 wird mittels einer ausserhalb des Webfaches 27 angeordneten Luftdüse 33 (Fig. 11) durch das Fach geschossen.

    [0019] Bei allen Ausführungsformen sind ein oder mehrere Druckausgleichsschlitze 5, 9 zusätzlich zu dem Fadenaustrittsschlitz 4 in der Luftstrahlöffnung 2 angebracht, und zwar sind diese Druckausgleichsschlitze im wesentlichen gegenüber dem Fadenaustrittsschlitz 4 angeordnet, so dass eine symmetrische Kraftwirkung auf die Schusslinie 6 bzw. den einzutragenden Schussfaden 28 entsteht und dieser während des Eintrages zentriert wird.


    Ansprüche

    1. Zahnelement zur Führung des Schusseintrags-Luftstrahles bei einer Düsenwebmaschine, mit einer Öffnung für den Durchtritt des Luftstrahles und einem Schlitz für den Austritt des eingetragenen Schusses beim folgenden Rietanschlag, gekennzeichnet durch eine, zusätzlich zu dem Austrittsschlitz (4) in der Luftstrahlöffnung (2) angebrachte Ausnehmung (5, 9), welche auf der durch Austrittsschlitz (4) und Schusslinie (6) verlaufenden Geraden dem Austrittsschlitz (4) gegenüber angeordnet ist.
     
    2. Element nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckausgleich-Ausnehmung ein radial gerichteter Schlitz (5, 9) ist.
     
    3. Element nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein oberer Teil (7) des Zahnelementes (1) halbkreisförmig ausgebildet ist und an seinem einen Ende mittels Stiften (8) an dem unteren Teil (11) des Zahnelementes (1) unter Innehaltung eines am hinteren Ende nach aussen offenen Druckausgleichsschlitzes (9) befestigt ist.
     
    4. Zahnelement zur Führung des Schusseintrags-Luftstrahles bei einer Düsenwebmaschine, mit einer Öffnung für den Durchtritt des Luftstrahles und einem Schlitz für den Austritt des eingetragenen Schusses beim folgenden Rietanschlag, gekennzeichnet durch wenigstens zwei zusätzlich zu dem Austrittsschlitz (4) in der Luftstrahlöffnung (2) angebrachte Ausnehmungen (5, 9) in dem dem Austrittsschlitz (4) gegenüberliegenden Bereich (29) der Luftstrahlöffnung (2), welche Ausnehmungen symmetrisch zu der durch Austrittsschlitz (4) und Schusslinie (6) verlaufenden Geraden angeordnet sind.
     
    5. Element nach den Ansprüchen 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckausgleich-Ausnehmung (5a) V-förmig gestaltet ist.
     
    6. Element nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Weite (b) der Druckausgleich- Ausnehmung (5a) am Beginn der Ausnehmung grösser ist als die Weite (a) des Austrittsschlitzes (4).
     


    Revendications

    1. Peigne à lamelles pour le guidage du jet d'air introducteur de trame dans un métier à tisser pneumatique, comportant un orifice pour le passage du jet d'air et une fente pour la sortie de la trame introduite lors de la butée suivante de peigne, caractérisé par un évidement (5, 9) réalisé en plus de la fente de sortie (4) dans l'orifice de jet d'air (2) et qui est situé en face de la fente de sortie (4) sur la droite passant par la fente de sortie (4) et la ligne de trame (6).
     
    2. Peigne selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'évidement d'équilibre de pression est une fente (5, 9) dirigée radialement.
     
    3. Peigne selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'une partie supérieure (7) du peigne à lamelles (1) est en forme de demi-cercle et est fixée à l'une de ses extrémités au moyen de broches (8) à la partie inférieure (11) du peigne à lamelles (1) en ménageant une fente d'équilibrage de pression (9) ouverte vers l'extérieur à l'extrémité postérieure.
     
    4. Peigne à lamelles pour le guidage du jet d'air introducteur de trame dans un métier à tisser pneumatique, comportant un orifice pour le passage du jet d'air et une fente pour la sortie de la trame introduite lors de la butée suivante de peigne, caractérisé par au mois deux évidements (5, 9) disposés en plus de la fente de sortie (4) dans l'orifice de jet d'air (2), dans la zone (29) de l'orifice de jet d'air (2), se trouvant en face de la fente de sortie (4), les évidements étant disposés symétriquement par rapport à la droite passant par la fente de sortie (4) et la ligne de trame (6).
     
    5. Peigne selon les revendications 1 ou 4, caractérisé en ce que l'évidement d'équilibre de pression (5a) est en forme de V.
     
    6. Peigne selon la revendication 5, caractérisé en ce que la largeur (b) de l'évidement d'équilibre de pression (5a) est plus grande au début de l'évidement que la largeur (a) de la fente de sortie (4).
     


    Claims

    1. A tooth element for guiding the picking air stream of a nozzle weaving machine, the element being formed with an orifice for the passage of the air stream and with a slot for the exit of the picked weft at the next beating-up by the reed, characterised by a recess (5, 9) which is in addition to the exit slot (4) in the air stream orifice (2) and which is disposed opposite the same on the straight line passing through the exit slot (4) and the weft line (6).
     
    2. An element according to claim 1, characterised in that the pressure-equalizing recess is a radial slot (5, 9).
     
    3. An element according to claims 1 and 2, characterised in that a top part (7) of the tooth element (1) is semicircular and is secured at one end by means of pins (8) to the bottom part (11) of the tooth element (1), an outwardly open pressure-equalizing slot (9) remaining at the rear end.
     
    4. A tooth element for guiding the picking air stream of a nozzle weaving machine, the element being formed with an orifice for the passage of the air stream and with a slot for the exit of the picked weft at the next beating-up by the reed, characterised by at least two recesses (5, 9) which are in addition to the exit slot (4) in the air stream orifice (2) and which are disposed in that zone (29) of the air stream orifice (2) opposite the exit slot (4), the recesses (5, 9) being disposed symmetrically of the straight line passing through the exit slot (4) and the weft line (6).
     
    5. An element according to claim 1 or 4, characterised in that the pressure-equalizing recess (5a) is V-shaped.
     
    6. An element according to claim 5, characterised in that the width (b) of the pressure-equalizing recess (5a) is greater at the start of such recess than the width (a) of the exit slot (4).
     




    Zeichnung