[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Erzeugung von Druckgas, insbesondere
für eine Druckluft-Bremsanlage, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine derartige Einrichtung ist im Zusammenhang mit einer Druckluft-Bremsanlage in
der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 31 36 948.0 beschrieben.
Bei dieser Einrichtung wird eine vom Druck des Vorratsbehälters beaufschlagbare Druckregeleinrichtung
(bekannt unter der Bezeichnung "Governor") u. a. dazu benutzt, um die Förderphase
des Luftpressers in eine Leerlaufphase umzuschalten. Die zwischen dem Vorratsbehälter
und dem Ansaugteil des Verdichters geschaltete Druckregelventileinrichtung schaltet
beim Übersteigen eines bestimmten Behälterdruckes in der Weise um, daß ein im Zylinderkopf
des Verdichters angeordneter Schaltkolben mit Druckluft beaufschlagt wird und die
dadurch ausgelöste Hubbewegung des Schaltkolbens mittels eines Kolbenstößels das Saugventil
des Verdichters aufstößt. Infolge dieser zwischen dem Saugraum und dem Verdichtungsraum
des Verdichters geschaffenen Verbindung fördert dieser keine Druckluft in der Leerlaufphase,
bis bei einem bestimmten Abfall des Behälterdruckes die Druckregelventileinrichtung
zurückschaltet und der Schaltkolben durch Wegfall der Druckluftbeaufschlagung in seine
Ausgangsstellung zurückkehrt, so daß das Saugventil in der Förderphase seine normale
Funktion wieder ausüben kann.
[0003] Es ist bekannt, daß bei Verdichtern die Verwendung von Lamellenventilen für die Saugventile
vorteilhafter ist als die ebenfalls gehandhabte Verwendung von Tellerventilen, da
bei gleichem Ventiltotraumvolumen die Lamellenventile einen größeren Einströmquerschnitt
freigeben als die Tellerventile. Die Vorteile eines größeren Einströmquerschnittes
sind u. a. geringere Ansaugverluste und ein günstiger Liefergrad des Verdichters.
[0004] Die Verwendung von Saugventilen in der vorteilhaften Lamellenbauweise ist völlig
problemlos, wenn der Verdichter in einer Einrichtung angeordnet ist, deren Druckregelung
mittels einer Ventileinrichtung erfolgt, bei welcher in bekannter Weise ein eine bestimmte
Druckhöhe übersteigender Druck in die Atmosphäre abgeblasen wird, d. h. der Verdichter
fördert in der Leerlaufphase weiterhin Druckluft, so daß das Saugventil seine normale
Funktion während dieser Phase beibehält.
[0005] Ein beim Saugvorgang des Verdichters sich öffnendes Lamellen- ventil ragt mit seiner
Lamelle in den Kompressionsraum und wird beim Verdichtungsvorgang wieder aus dem Verdichtungsraum
bzw. aus dem Kolbenhubbereich des Kolbens heraus auf seinen Ventilsitz in Schließstellung
gedrückt.
[0006] Bei der normalen Förderphase und bei einer Leerlaufphase des Verdichters, bei welcher
der überschüssige Druck in die Atmosphäre entlüftet wird, gibt es hier keine Probleme.
Bei einer Druckregelung mittels "Governor", bei welcher während der Leerlaufphase
das Saugventil offengehalten wird, müßten Maßnahmen getroffen werden, die verhindern,
daß der sich aufwärts bewegende Kolben gegen die in den Verdichtungsraum ragende Ventillamelle
stößt, d. h. der Raum oberhalb des Kolbens müßte in dessen oberster Hubstellung eine
entsprechende größere Höhe aufweisen. Die Folgen hiervon wären eine erhebliche Verschlechterung
des Liefergrades, eine verlängerte Bauweise des Verdichters und längere Auffüllzeiten
der Einrichtung. Man nimmt aus diesem Grunde das kleinere Übel in Kauf und legt die
Saugventile als Tellerventile aus.
[0007] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei der trotz Druckregelung mittels eines "Governors" das Saugventil
des Verdichters als Lamellenventil ausgelegt werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Einrichtung wird in vorteilhafter Weise durch eine während
der Leerlaufphase geschaffene Verbindung zwischen dem Saugraum und dem Verdichtungsraum,
die außerhalb des Kolbenbereiches liegt, die Verwendung eines Saugventils in Lamellenbauweise
ermöglicht, da die Ventillamelle in der Leerlaufphase dieselben Öffnungs- und Schließbewegungen
machen kann, wie in der Förderphase. Durch das zusätzliche Ventil der Leerlauf-Ventileinrichtung
wird außerdem der Füllungsgrad des Verdichters verbessert.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen, die in der Zeichnung
dargestellt sind, näher erläutert.
[0012] Es zeigen:
Fig. 1 eine Druckluft-Erzeugeranlage mit Governor-Druckregelung und einer Leerlauf-Ventileinrichtung
des Verdichters, dessen Leerlauf-Ventil in einer Ausnehmung des Verdichtungsraumes
außerhalb der Zylinderbohrung liegt,
Fig. 2 eine Teildarstellung eines Verdichters gemäß Fig. 1, jedoch mit einem Leerlauf-Ventil
in Tellerbauweise . und ;,
Fig. 3 eine Teildarstellung des Verdichters gemäß Fig. 2, dessen Leerlauf-Ventil jedoch
in einer Ausnehmung des Verdichtungsraumes innerhalb der Zylinderbohrung liegt.
[0013] Die Einrichtung zur Erzeugung von Druckluft gemäß Fig. 1 besteht aus einem im Schnitt
dargestellten Verdichter, einem Vorratsbehälter 8 und einer aus einem symbolisch dargestellten
Governor bestehenden Druckregeleinrichtung 9.
[0014] Das Schnittbild des Verdichters zeigt den Teil eines Zylinders 16 mit einem Verdichtungsraum
1, einen Zylinderkopf 10 mit einem Saugraum 2 und einem Druckraum 4 und einer zwischen
dem Zylinder 16 und dem Zylinderkopf 10 angeordneten Ventilplatte 17. Die Ventilplatte
17 trägt ein den Saugraum 2 und den Verdichtungsraum 1 verbindendes Lamellen-Saugventil
3 sowie ein den Verdichtungsraum 1 und den Druckraum 4 verbindendes Druckventil. Ein
Druckluft-Ausgang 5 des Zylinderkopfes 10 stellt eine Verbindung zwischen dem Druckraum
4 und dem Vorratsbehälter 8 über eine Leitung 7 her.
[0015] Die Ventilplatte 17 trägt ein weiteres den Saugraum 2 und den Verdichtungsraum l
verbindendes Lamellen-Ventil, welches als Leerlauf-Ventil 12 Teil einer Leerlauf-Ventileinrichtung
11, 12 ist. Die Lage des Leerlauf-Ventils 12 befindet sich außerhalb des von der Bohrung
des Zylinders 16 gebildeten zylindrischen Verdichtungsraumes 1, wobei eine Ausnehmung
15 des Zylinders 16 mit dem Verdichtungsraum 1 verbunden ist. Zu der Leerlauf-Veniileinrichtung
11, 12 gehört ein Leerlauf-Schaltkolben 11 mit einem Stößel lla zur Betätigung des
Leerlauf-Ventils 12 in derselben Öffnungsrichtung wie das Saugventil 3. Der Leerlauf-Schaltkolben
11 ist mit Druckluft beaufschlagbar. Zu diesem Zweck besteht eine Verbindung mit der
vom Vorratsbehälterdruck gesteuerten Druckregeleinrichtung über eine Leitung 13 und
einen Druckluft-Eingang 14 des Zylinderkopfes 10. Die Spannung einer Feder llb beaufschlagt
den Leerlauf-Schaltkolben 11 in Schließrichtung des Leerlauf-Ventils 12.
[0016] Gemäß Fig. 2 besteht das Leerlauf-Ventil aus einem Tellerventil 18, dessen Teller
in Ventilschließrichtung durch die Spannung einer Feder l8a beaufschlagt wird. Die
Bezifferung der mit Fig. 1 übereinstimmenden Bauteile in Fig. 2 erfolgt mit denselben
Zahlen wie in Fig. 1. Auf die schematische Darstellung des mit dem Verdichter über
die Anschlüsse verbundenen Bauelementes wurde sowohl in Fig. 2 als auch in Fig. 3
verzichtet.
[0017] Ein weiteres Ausführungsbeispiel zeigt die Fig. 3, bei welcher sich das Leerlauf-Ventil
19 als Lamellenventil ausgebildet in einer Ausnehmung 20 der Ventilplatte 21 innerhalb
des von der Bohrung des Zylinders 21 gebildeten zylindrischen Verdichtungsraumes befindet.
Das Saugventil erscheint auf dieser Schnittzeichnung nicht. Auf die Bezifferung der
aus Fig. 1 und 2 bekannten Bauteile wurde in Fig. 3 verzichtet.
[0018] Die Feder 18a gemäß Fig. 2 kann in vorteilhafter Weise derart ausgelegt werden, daß
während der Förderphase des Verdichters das Ventil 18 nicht oder nur teilweise öffnet,
was eine Verbesserung der Lebensdauer des Ventils bedeuten kann.
[0019] Nachfolgend wird anhand der Fig. 1 die Funktion kurz beschrieben. Dabei wird die
Funktion eines Verdichters als bekannt vorausgesetzt.
[0020] Nach Erreichen eines bestimmten vom Luftpresser geförderten Druckes in dem Vorratsbehälter
8 schaltet der bis dahin in Sperrstellung befindliche "Governor" um und Druckluft
strömt aus dem Vorratsbehälter 8 über die Leitung 13 und den Eingang 14 auf den Leerlauf-Schaltkolben
11. Die dadurch ausgelöste Hubbewegung des Leerlauf-Schaltkolbens 11 stößt mit dem
Stößel lla das Leerlauf-Ventil 12 auf, und zwar so lange, bis bei einem bestimmten
Druckabfall im Vorratsbehälter 8 der "Governor" wieder zurückschaltet und der nunmehr
druckent- ,lastete Leerlauf-Schaltkolben 11 mit Hilfe der Spannung der Feder llb in
seine Anfangslage zurückkehrt. Das somit entlastete Leerlauf-Ventil 12 kehrt ebenfalls
bei einem Verdichtungshub des Verdichterkolbens in seine Ventilschließstellung zurück.
[0021] Während der Offenstellung des Leerlauf-Ventils 12 findet ein ungehinderter Luftaustausch
zwischen dem Verdichtungsraum 1 und dem Saugraum 2 statt, d. h. es wird keine Druckluft
über das Druckventil 6 und den Druckraum 4 in den Vorratsbehälter 8 gefördert.
1. Einrichtung zur Erzeugung von Druckgas, insbesondere für eine Druckluft-Bremsanlage,
die folgende Merkmale umfaßt:
a) Es ist ein Verdichter mit einem Verdichtungsraum (1), einem Saugraum (2) und einem
Druckraum (4) vorgesehen, wobei der Verdichtungsraum (1) mit dem Saugraum (2) über
ein Saugventil (3) und mit dem Druckraum (4) über ein Druckventil (6) verbindbar ist;
b) der Druckraum (4) weist einen Druckgas-Ausgang (5) auf;
c) der Druckgas-Ausgang (5) ist über eine Druckleitung (7) mit einem insbesondere
als Vorratsbehälter (8) ausgebildeten Verbraucher verbunden;
d) es ist eine zwischen dem Verbraucher (8) und der Saugkammer (2) geschaltete Druckregelventileinrichtung
(9) vorgesehen, die bei Erreichen eines vorgegebenen Druckes in der Verbraucheranlage
(8) den Verdichter von einer Förderphase in eine Leerlaufphase umschaltet;
e) es sind Mittel vorgesehen, die beim Umschalten der Druckregelventileinrichtung
(9) in die Leerlaufphase eine während der Leerlaufphase ständig offene Verbindung
zwischen dem Verdichtungsraum (1) und dem Saugraum (2) des Luftpressers herstellen
und die beim Wiedereinschalten der Druckregelventileinrichtung (9) in die Förderphase
diese Verbindung wieder schließen,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
f) das zwischen dem Saugraum (2) und dem Verdichtungsraum (1) angeordnete Saugventil
(3) besteht aus einer während der Saugphase des Luftpressers in den Verdichtungsraum
(1) sich öffnenden Ventillamelle;
g) die Mittel zur Herstellung einer während der Leerlaufphase ständig offenen Verbindung
zwischen dem Verdichtungsraum (1) und dem Saugraum (2) bestehen aus einer vom Saugventil
(3) unabhängigen und vom Druck der Druckregelventileinrichtung (9) beaufschlagbaren
Leerlauf-Ventileinrichtung (11, 12);
h) die Leerlauf-Ventileinrichtung (11, 12) ist so angeordnet, daß sie nicht in den
vom Kolben des Verdichters überfahrenden Bereich ragt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) Die Leerlauf-Ventileinrichtung (11, 12) besteht aus einem im Zylinderkopf (10)
des Luftpressers angeordneten Leerlauf-Schaltkolben (11) und einem von diesem Schaltkolben
(11) betätigbaren, zwischen dem Saugraum (2) und dem Verdichtungsraum (1) angeordneten
Leerlauf-Ventil (12);
b) der Leerlauf-Schaltkolben (11) ist während der Leerlaufphase über die Druckregelventileinrichtung
(9) mit dem Druck der Verbraucheranlage (8) beaufschlagbar, wobei die dadurch verursachte
Hubbewegung das Leerlauf-Ventil (12) öffnet.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:
Die Druckregelventileinrichtung (9) ist im Zylinderkopf (10) integriert.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3, gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:
Die Anordnung des Leerlauf-Ventils (12, 18) erfolgt im Bereich einer mit dem Verdichtungsraum
(1) verbundenen Ausnehmung (15) des Luftpresser-Zylindergehäuses (16), welche außerhalb
des von der Zylinderbohrung gebildeten zylindrischen Verdichtungsraumes (1) liegt.
5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch
folgendes Merkmal:
Die Anordnung des Leerlauf-Ventils (19) erfolgt in einer Ausnehmung (20) der das Saugventil
und das Druckventil tragenden Ventilplatte (21).
6. Einrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:
Die Ausnehmung (15) liegt außerhalb des von der Zylinderbohrung gebildeten Verdichtungsraumes
(1).
7. Einrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:
Die Ausnehmung (20) liegt innerhalb des von der Zylinderbohrung gebildeten Verdichtungsraumes
(1).
8. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch folgendes
Merkmal:
Das Leerlauf-Ventil (12, 19) wird von einer elastischen Lamelle gebildet.
9. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch folgende
Merkmale:
a) Das Leerlauf-Ventil (18) wird von einem starren Teller gebildet; ,
b) unterhalb des starren Tellers ist eine in Schließrichtung des Leerlauf-Ventils
(18) spannende Feder (18a) angeordnet.