(19)
(11) EP 0 092 149 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.10.1983  Patentblatt  1983/43

(21) Anmeldenummer: 83103541.5

(22) Anmeldetag:  13.04.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D04B 15/88
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH FR GB IT LI

(30) Priorität: 16.04.1982 DE 3213950

(71) Anmelder: ALBI-Maschinenfabrik Alber + Bitzer KG
D-7470 Albstadt 2 Tailfingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Schmid, Hans Hermann
    D-7470 Albstadt 2 (DE)

(74) Vertreter: Rüger, Rudolf, Dr.-Ing. 
Patentanwälte Rüger, Barthelt & Abel Postfach 348
73704 Esslingen
73704 Esslingen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Warenabzugsvorrichtung für Rundstrickmaschinen


    (57) Eine Warenabzugsvorrichtung für Rundstrickmaschinen mit umlaufendem Nadelzylinder weist wenigstens zwei koaxiale Abzugswalzen (8, 9, 10) auf, die gemeinsam mit dem Nadelzylinder um dessen Achse umlaufend an dem Maschinengestell gelagert und mit einem ihnen die Abzugsdrehbewegung erteilenden, von einer ortsfesten Antriebsquelle angetriebenen Getriebe gekuppelt sind.
    Um bei einfachem betriebssicherem Aufbau der Warenabzugsvorrichtung auch bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten eine große Laufruhe zu erzielen, ist die Warenabzugsvorrichtung derart ausgebildet, daß das Getriebe ein einen endlosen Riemen (17) aufweisendes Umschlingungsgetriebe ist, dessen in einer Horizontalebene liegender Riemen (17) eine zu dem Nadelzylinder koaxiale feststehende Antriebstrommel (3) und ein neben der Antriebstrommel (3) angeordnetes, gemeinsam mit den Abzugswalzen (8, 9, 10) umlaufendes kleines Antriebsrad (16) umschlingt, welches über einen Winkeltrieb (22) mit den Abzugswalzen (8, 9, 10) gekuppelt ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Warenabzugsvorrichtung für Rundstrickmaschinen mit umlaufendem Nadelzylinder, mit wenigstens zwei koaxialen Abzugswalzen, die gemeinsam mit dem Nadelzylinder um dessen Achse umlaufend an dem Maschinengestell gelagert und mit einem ihnen die Abzugsdrehbewegung erteilenden, von einer ortsfesten Antriebsquelle angetriebenen Getriebe gekuppelt sind.

    [0002] Der Antrieb der Abzugswalzen einer solchen Warenabzugsvorrichtung erfolgt in der Regel über ein Zahnradgetriebe, das ein mit einem gestellfesten Zahnkranz in Eingriff stehendes Ritzel aufweist, welches bei der gemeinsam mit dem Nadelzylinder erfolgenden Umlaufbewegung der Abzugswalzen sich auf dem feststehenden Zahnkranz abwälzt und damit in Umdrehung versetzt wird. Dies ist beispielsweise in Albert Diebler, "Die Großrundrändermaschinen", Konradin-Verlag Robert Kohlhammer, Stuttgart, beschrieben. Ein derartiger Zahnradantrieb ist aber in der Fertigung teuer und erzeugt bei zunehmender Arbeitsgeschwindigkeit ein immer störender werdendes Laufgeräusch.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist es, hier abzuhelfen und eine Warenabzungsvorrichtung zu schaffen, die sich durch einen betriebssicheren, einfachen Aufbau auszeichnet und auch bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten mit großer Laufruhe arbeitet.

    [0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die eingangs genannte Warenabzugsvorrichtung erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe ein einen endlosen Riemen aufweisendes Umschlingungsgetriebe ist, dessen in einer Horizontalebene liegender Riemen eine zu dem Nadelzylinder koaxiale feststehende Antriebstrommel und ein neben der Antriebstrommel angeordnetes, gemeinsam mit den Abzugswalzen umlaufendes kleines Antriebsrad umschlingt, welches über einen Winkeltrieb mit den Abzugswalzen gekuppelt ist.

    [0005] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist dabei der Riemen ein Zahnriemen, dessen Verzahnung mit der Verzahnung des als Ritzel ausgebildeten Antriebsrades in Eingriff steht, während die Antriebstrommel eine unverzahnte, den Zahnriemen tragende Zylinderfläche aufweist.

    [0006] Das Umschlingungsgetriebe arbeitet praktisch geräuschlos und stellt keine allzu hohen Anforderungen an die Fertigungstoleranzen seiner Teile. Es ist einfach zu montieren und kann auch an bereits vorhandenen Maschinen nachträglich angebaut werden, weil es keine Eingriffe in die eigentliche Maschinenkonstruktion notwendig macht.

    [0007] Zweckmäßig ist es, wenn die Übersetzung zwischen der Antriebstrommel und dem Antriebsrad größer als etwa 15 ist, weil dann eine für die meisten Zwecke ausreichend schlupfarme Drehmomentübertragung zwischen der ortsfesten unverzahnten Antriebstrommel und dem Ritzel gewährleistet ist.

    [0008] Der Riemen kann durch eine geeignete Spannvorrichtung gespannt gehalten sein, die es auch gestattet, die im Betrieb auftretende Riemenlängung auszugleichen.

    [0009] Um die Warenabzugsgeschwindigkeit entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen genau einregulieren zu können ist es vorteilhaft, wenn zwischen das Antriebsrad und die Abzugswalzen ein Regelgetriebe geschaltet ist.

    [0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Warenabzungsvorrichtung gemäß der Erfindung, in einer Seitenansicht und in schematischer Darstellung,

    Fig. 2 die Warenabzugsvorrichtung nach Fig. 1, in einer Teildarstellung, unter Veranschaulichung eines Teiles des Maschinengestelles sowie der Antriebstrommel und des Ritzels, in einer Seitenansicht und in schematischer Darstellung, und

    Fig. 3 die Warenabzugsvorrichtung nach Fig. 1, in einer Draufsicht und im Ausschnitt.



    [0011] Von dem üblichen Maschinengestell einer Rundstrickmaschine ist in den Fig. 1,2 lediglich der Gestellring 1 veranschaulicht, der über ebenfalls nicht dargestellte Gestellfüße auf dem Fußboden ortsfest abgestützt ist. Mit dem ortsfesten Gestellring ist ein Lagerring 2 starr verschraubt, der eine koaxiale Antriebstrommel 3 trägt, die auf ihrer Außenseite mit einer glatten Zylinderfläche 4 versehen ist, die auf der Unterseite durch eine Ringschulter 5 begrenzt ist. Auf dem Lagerring 2 ist ein koaxialer Abzugslaufring 6 drehbar gelagert, an dem zwei Seitenträger 7 befestigt sind, die auf einem Durchmesser des Abzugslaufringes 6 liegend einander gegenüberstehend angeordnet sind. An den Seitenträgern 7, von denen in Fig. 2 lediglich einer dargestellt ist, sind drei Abzugswalzen 8,9,10 drehbar gelagert (Fig. 1), über die die von dem oberhalb des Gestellringes 1 und koaxial zu diesem drehbar gelagerten sowie nicht weiter dargestellten Nadelzylinder kommende Ware, wie bei 11 angedeutet, in an sich bekannter Weise geführt ist.

    [0012] An dem in Fig. 2 dargestellten Seitenträger 7 ist mittels zweier Konsolen 12,13 eine zu der Drehachse des Abzugslaufringes 6 achsparallele Welle 14 drehbar gelagert, die somit die Umlaufbewegung der Abzugswalzen 8, 9, 10 um deren mit dem Nadelzylinder koaxiale Vertikalachse 15 (Fig. 3) mitmacht. Die Welle 14 trägt an ihrem oberen Ende ein drehfest aufgesetztes Ritzel 16, das mit der Verzahnung eines Zahnriemens 17 in Eingriff steht, welcher einen Teil eines Umschlingungsgetriebes bildet und das Ritzel 16 sowie die zylindrische Fläche 4 der Antriebstrommel 3 umschlingt.

    [0013] An ihrem unteren Ende ist die Welle 14 mit einer Keilriemenscheibe 18 drehfest verbunden, die über einen Keilriemen 19 mit einer Regelscheibe 20 gekuppelt ist, welche ihrerseits über eine Welle 21 ein Winkelgetriebe, beispielsweise in Gestalt eines Schneckengetriebes 22, antreibt, das an dem Seitenträger 7 angeordnet ist. Die Abtriebsriemenscheibe 23 des Winkelgetriebes 22 ist bspw. über einen Zahnriemen 24 mit einer Antriebsriemenscheibe 25 der Abzugswalze 9 gekuppelt, gegen die in an sich bekannter Weise die beiden anderen koaxialen Walzen 8,10 seitlich angedrückt sind.

    [0014] Im Betrieb wird der Abzugslaufring 6 durch eine nicht weiter dargestellte Antriebsquelle um die Vertikalachse 15 in Richtung des Pfeiles 26 (Fig. 3) in Umdrehung versetzt. Dabei wälzt sich das Ritzel 16 auf der Innenseite des die feststehende Antriebstrommel 3 umschliengenden Zahnriemens 17 ab, womit es seinerseits in Richtung des Pfeiles 27 (Fig. 3) angetrieben wird. Diese Antriebsbewegung wird über die Welle 14 und das von den Teilen 18,19,20 gebildete stufenlos regelbare Keilriemengetriebe sowie das Winkelgetriebe 22 und den Zahnriemen 24 auf die Abzugswalzen 8 bis 10 übertragen, die damit die Abzugsdrehbewegung ausführen. Durch entsprechende Verstellung der Regelscheibe 20 kann dabei die Drehzahl der Abzugswalzen 8,9,10 den jeweiligen Erfordernissen entsprechend fein eingeregelt werden, womit gewährleistet ist, daß stets die richtige Warenabzugsgeschwindigkeit eingehalten bleibt.

    [0015] Das Ritzel 16 ist, wie aus Fig. 2 zu ersehen, seitlich neben der zylindrischen Fläche 4 der Antriebstrommel 3 angeordnet,

    [0016] wobei die Ringschulter 5 den Zahnriemen 16 abstützt, so daß dieser sicher auf der glatten Zylinderfläche 4 gehalten ist. Das übersetzungsverhältnis zwischen der Zylinderfläche 4 der Antriebstrommel 3 und dem Ritzel 16 ist größer als 15:1, womit der Umschlingungswinkel des Zahnriemens 17 so groß ist, daß ein praktisch schlupfloser Antrieb des Ritzels 16 erfolgt, obwohl die Zylinderfläche 4 der Antriebstrommel 3 glatt, d.h. ohne Verzahnung, ausgebildet ist.

    [0017] Um den endlosen Zahnriemen 17 stets gespannt zu halten, kann eine im einzelnen nicht weiter dargestellte, an sich bekannte Riemenspannrolle vorgesehen sein.

    [0018] Alternativ ist eine Ausführungsform denkbar, bei der der Zahnriemen 17 durch einen endlosen Riemen mit glatter Lauffläche ersetzt ist, wobei dann anstelle des Ritzels 16 ein kleines Antriebsrad in Gestalt einer entsprechend ausgebildeten Riemenscheibe tritt.

    [0019] Ebenso kann der Zahnriemen 24 durch eine Rollenkette oder ein anderes schlupffrei arbeitendes Antriebselement ersetzt werden.


    Ansprüche

    1. Warenabzugsvorrichtung für Rundstrickmaschinen mit umlaufendem Nadelzylinder, mit wenigstens zwei koaxialen Abzugswalzen, die gemeinsam mit dem Nadelzylinder um dessen Achse umlaufend an dem Maschinengestell gelagert und mit einem ihnen die Abzugsdrehbewegung erteilenden, von einer ortsfesten Antriebsquelle angetriebenen Getriebe gekuppelt sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe ein einen endlosen Riemen (17) aufweisendes Umschlingungsgetriebe ist, dessen in einer Horizontalebene liegender Riemen (17) eine zu dem Nadelzylinder koaxiale feststehende Antriebstrommel (3) und ein neben der Antriebstrommel angeordnetes, gemeinsam mit den Abzugswalzen (8,9, 10) umlaufendes kleines Antriebsrad (16) umschlingt, welches über einen Winkeltrieb (22) mit den'Abzugswalzen (8,9,10) gekuppelt ist.
     
    2. Warenabzugsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Riemen ein Zahnriemen (17) ist, dessen Verzahnung mit der Verzahnung des als Ritzel (16) ausgebildeten Antriebsrades in Eingriff steht.
     
    3. Warenabzugsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebstrommel (3) eine unverzahnte, den Zahnriemen (17) tragende Zylinderfläche (4) aufweist.
     
    4. Warenabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ubersetzung zwischen der Antriebstrommel (3) und dem Antriebsrad (16) größer als 15 ist.
     
    5. Warenabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Riemen (17) durch eine Spannvorrichtung gespannt gehalten ist.
     
    6. Warenabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen das Antriebsrad (16) und die Abzugswalzen (8,9,10) ein Regelgetriebe (18,19,20) geschaltet ist.
     




    Zeichnung