[0001] Die Erfindung betrifft eine Warenabzugsvorrichtung für Rundstrickmaschinen mit umlaufendem
Nadelzylinder, mit wenigstens zwei koaxialen Abzugswalzen, die gemeinsam mit dem Nadelzylinder
um dessen Achse umlaufend an dem Maschinengestell gelagert und mit einem ihnen die
Abzugsdrehbewegung erteilenden, von einer ortsfesten Antriebsquelle angetriebenen
Getriebe gekuppelt sind.
[0002] Der Antrieb der Abzugswalzen einer solchen Warenabzugsvorrichtung erfolgt in der
Regel über ein Zahnradgetriebe, das ein mit einem gestellfesten Zahnkranz in Eingriff
stehendes Ritzel aufweist, welches bei der gemeinsam mit dem Nadelzylinder erfolgenden
Umlaufbewegung der Abzugswalzen sich auf dem feststehenden Zahnkranz abwälzt und damit
in Umdrehung versetzt wird. Dies ist beispielsweise in Albert Diebler, "Die Großrundrändermaschinen",
Konradin-Verlag Robert Kohlhammer, Stuttgart, beschrieben. Ein derartiger Zahnradantrieb
ist aber in der Fertigung teuer und erzeugt bei zunehmender Arbeitsgeschwindigkeit
ein immer störender werdendes Laufgeräusch.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, hier abzuhelfen und eine Warenabzungsvorrichtung zu
schaffen, die sich durch einen betriebssicheren, einfachen Aufbau auszeichnet und
auch bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten mit großer Laufruhe arbeitet.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die eingangs genannte Warenabzugsvorrichtung erfindungsgemäß
dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe ein einen endlosen Riemen aufweisendes Umschlingungsgetriebe
ist, dessen in einer Horizontalebene liegender Riemen eine zu dem Nadelzylinder koaxiale
feststehende Antriebstrommel und ein neben der Antriebstrommel angeordnetes, gemeinsam
mit den Abzugswalzen umlaufendes kleines Antriebsrad umschlingt, welches über einen
Winkeltrieb mit den Abzugswalzen gekuppelt ist.
[0005] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist dabei der Riemen ein Zahnriemen, dessen
Verzahnung mit der Verzahnung des als Ritzel ausgebildeten Antriebsrades in Eingriff
steht, während die Antriebstrommel eine unverzahnte, den Zahnriemen tragende Zylinderfläche
aufweist.
[0006] Das Umschlingungsgetriebe arbeitet praktisch geräuschlos und stellt keine allzu hohen
Anforderungen an die Fertigungstoleranzen seiner Teile. Es ist einfach zu montieren
und kann auch an bereits vorhandenen Maschinen nachträglich angebaut werden, weil
es keine Eingriffe in die eigentliche Maschinenkonstruktion notwendig macht.
[0007] Zweckmäßig ist es, wenn die Übersetzung zwischen der Antriebstrommel und dem Antriebsrad
größer als etwa 15 ist, weil dann eine für die meisten Zwecke ausreichend schlupfarme
Drehmomentübertragung zwischen der ortsfesten unverzahnten Antriebstrommel und dem
Ritzel gewährleistet ist.
[0008] Der Riemen kann durch eine geeignete Spannvorrichtung gespannt gehalten sein, die
es auch gestattet, die im Betrieb auftretende Riemenlängung auszugleichen.
[0009] Um die Warenabzugsgeschwindigkeit entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen genau
einregulieren zu können ist es vorteilhaft, wenn zwischen das Antriebsrad und die
Abzugswalzen ein Regelgetriebe geschaltet ist.
[0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Warenabzungsvorrichtung gemäß der Erfindung, in einer Seitenansicht und
in schematischer Darstellung,
Fig. 2 die Warenabzugsvorrichtung nach Fig. 1, in einer Teildarstellung, unter Veranschaulichung
eines Teiles des Maschinengestelles sowie der Antriebstrommel und des Ritzels, in
einer Seitenansicht und in schematischer Darstellung, und
Fig. 3 die Warenabzugsvorrichtung nach Fig. 1, in einer Draufsicht und im Ausschnitt.
[0011] Von dem üblichen Maschinengestell einer Rundstrickmaschine ist in den Fig. 1,2 lediglich
der Gestellring 1 veranschaulicht, der über ebenfalls nicht dargestellte Gestellfüße
auf dem Fußboden ortsfest abgestützt ist. Mit dem ortsfesten Gestellring ist ein Lagerring
2 starr verschraubt, der eine koaxiale Antriebstrommel 3 trägt, die auf ihrer Außenseite
mit einer glatten Zylinderfläche 4 versehen ist, die auf der Unterseite durch eine
Ringschulter 5 begrenzt ist. Auf dem Lagerring 2 ist ein koaxialer Abzugslaufring
6 drehbar gelagert, an dem zwei Seitenträger 7 befestigt sind, die auf einem Durchmesser
des Abzugslaufringes 6 liegend einander gegenüberstehend angeordnet sind. An den Seitenträgern
7, von denen in Fig. 2 lediglich einer dargestellt ist, sind drei Abzugswalzen 8,9,10
drehbar gelagert (Fig. 1), über die die von dem oberhalb des Gestellringes 1 und koaxial
zu diesem drehbar gelagerten sowie nicht weiter dargestellten Nadelzylinder kommende
Ware, wie bei 11 angedeutet, in an sich bekannter Weise geführt ist.
[0012] An dem in Fig. 2 dargestellten Seitenträger 7 ist mittels zweier Konsolen 12,13 eine
zu der Drehachse des Abzugslaufringes 6 achsparallele Welle 14 drehbar gelagert, die
somit die Umlaufbewegung der Abzugswalzen 8, 9, 10 um deren mit dem Nadelzylinder
koaxiale Vertikalachse 15 (Fig. 3) mitmacht. Die Welle 14 trägt an ihrem oberen Ende
ein drehfest aufgesetztes Ritzel 16, das mit der Verzahnung eines Zahnriemens 17 in
Eingriff steht, welcher einen Teil eines Umschlingungsgetriebes bildet und das Ritzel
16 sowie die zylindrische Fläche 4 der Antriebstrommel 3 umschlingt.
[0013] An ihrem unteren Ende ist die Welle 14 mit einer Keilriemenscheibe 18 drehfest verbunden,
die über einen Keilriemen 19 mit einer Regelscheibe 20 gekuppelt ist, welche ihrerseits
über eine Welle 21 ein Winkelgetriebe, beispielsweise in Gestalt eines Schneckengetriebes
22, antreibt, das an dem Seitenträger 7 angeordnet ist. Die Abtriebsriemenscheibe
23 des Winkelgetriebes 22 ist bspw. über einen Zahnriemen 24 mit einer Antriebsriemenscheibe
25 der Abzugswalze 9 gekuppelt, gegen die in an sich bekannter Weise die beiden anderen
koaxialen Walzen 8,10 seitlich angedrückt sind.
[0014] Im Betrieb wird der Abzugslaufring 6 durch eine nicht weiter dargestellte Antriebsquelle
um die Vertikalachse 15 in Richtung des Pfeiles 26 (Fig. 3) in Umdrehung versetzt.
Dabei wälzt sich das Ritzel 16 auf der Innenseite des die feststehende Antriebstrommel
3 umschliengenden Zahnriemens 17 ab, womit es seinerseits in Richtung des Pfeiles
27 (Fig. 3) angetrieben wird. Diese Antriebsbewegung wird über die Welle 14 und das
von den Teilen 18,19,20 gebildete stufenlos regelbare Keilriemengetriebe sowie das
Winkelgetriebe 22 und den Zahnriemen 24 auf die Abzugswalzen 8 bis 10 übertragen,
die damit die Abzugsdrehbewegung ausführen. Durch entsprechende Verstellung der Regelscheibe
20 kann dabei die Drehzahl der Abzugswalzen 8,9,10 den jeweiligen Erfordernissen entsprechend
fein eingeregelt werden, womit gewährleistet ist, daß stets die richtige Warenabzugsgeschwindigkeit
eingehalten bleibt.
[0015] Das Ritzel 16 ist, wie aus Fig. 2 zu ersehen, seitlich neben der zylindrischen Fläche
4 der Antriebstrommel 3 angeordnet,
[0016] wobei die Ringschulter 5 den Zahnriemen 16 abstützt, so daß dieser sicher auf der
glatten Zylinderfläche 4 gehalten ist. Das übersetzungsverhältnis zwischen der Zylinderfläche
4 der Antriebstrommel 3 und dem Ritzel 16 ist größer als 15:1, womit der Umschlingungswinkel
des Zahnriemens 17 so groß ist, daß ein praktisch schlupfloser Antrieb des Ritzels
16 erfolgt, obwohl die Zylinderfläche 4 der Antriebstrommel 3 glatt, d.h. ohne Verzahnung,
ausgebildet ist.
[0017] Um den endlosen Zahnriemen 17 stets gespannt zu halten, kann eine im einzelnen nicht
weiter dargestellte, an sich bekannte Riemenspannrolle vorgesehen sein.
[0018] Alternativ ist eine Ausführungsform denkbar, bei der der Zahnriemen 17 durch einen
endlosen Riemen mit glatter Lauffläche ersetzt ist, wobei dann anstelle des Ritzels
16 ein kleines Antriebsrad in Gestalt einer entsprechend ausgebildeten Riemenscheibe
tritt.
[0019] Ebenso kann der Zahnriemen 24 durch eine Rollenkette oder ein anderes schlupffrei
arbeitendes Antriebselement ersetzt werden.
1. Warenabzugsvorrichtung für Rundstrickmaschinen mit umlaufendem Nadelzylinder, mit
wenigstens zwei koaxialen Abzugswalzen, die gemeinsam mit dem Nadelzylinder um dessen
Achse umlaufend an dem Maschinengestell gelagert und mit einem ihnen die Abzugsdrehbewegung
erteilenden, von einer ortsfesten Antriebsquelle angetriebenen Getriebe gekuppelt
sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe ein einen endlosen Riemen (17) aufweisendes
Umschlingungsgetriebe ist, dessen in einer Horizontalebene liegender Riemen (17) eine
zu dem Nadelzylinder koaxiale feststehende Antriebstrommel (3) und ein neben der Antriebstrommel
angeordnetes, gemeinsam mit den Abzugswalzen (8,9, 10) umlaufendes kleines Antriebsrad
(16) umschlingt, welches über einen Winkeltrieb (22) mit den'Abzugswalzen (8,9,10)
gekuppelt ist.
2. Warenabzugsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Riemen
ein Zahnriemen (17) ist, dessen Verzahnung mit der Verzahnung des als Ritzel (16)
ausgebildeten Antriebsrades in Eingriff steht.
3. Warenabzugsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebstrommel
(3) eine unverzahnte, den Zahnriemen (17) tragende Zylinderfläche (4) aufweist.
4. Warenabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ubersetzung zwischen der Antriebstrommel (3) und dem Antriebsrad (16) größer
als 15 ist.
5. Warenabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Riemen (17) durch eine Spannvorrichtung gespannt gehalten ist.
6. Warenabzugsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen das Antriebsrad (16) und die Abzugswalzen (8,9,10) ein Regelgetriebe
(18,19,20) geschaltet ist.