[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Delignifizieren von Lignocellulosematerial,
wie z. B. Holz, Stroh, Rohr, Bagasse, Hanf und dergleichen durch ein alkalisch oder
neutrales Aufschlußverfahren. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß der Aufschluß
bei einem Flottenverhältnis von 1 : 3 bis 1 : 50 in Gegenwart einer Thioamid-, Thiocarbamid-,
Thiocarbamat- oder Dithiocarbamat-Verbindung durchgeführt wird.
[0002] Bei den Thiocarbamid- und Dithiocarbamat-Verbindungen handelt es sich sowohl um cyclische
als auch um vorzugsweise acyclische Verbindungen. Dabei sind die acyclischen Thioharnstoff-Verbindungen
besonders bevorzugt.
[0003] Vorzugsweise werden Verbindungen der Formel

eingesetzt, worin
X Alkyl mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, Cycloalkyl, Aryl, Aralkyl,

-OM oder -SM
R1, R2, R3 und R4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, Niederalkoxy-Niederalkyl,
Phenyl, Benzol oder durch Halogen, Niederalkyl, Niederalkoxy, Niederalkoxy-Niederalkyl
oder Sulfo substituiertes Phenyl oder Benzyl oder die Substituentenpaare (R1 und R2) und (R3 und R4) unabhängig voneinander, je zusammen mit dem sie verbindenden Stickstoffatom einen
fünf- oder sechsgliedrigen heterocyclischen Rest oder RI und R3 zusammen Alkylen mit 2 oder 3 Kohlenstoffatomen oder Phenylen und M ein Kation bedeuten.
[0004] Niederalkyl und Niederalkoxy stellen bei der Definition der Reste der Verbindungen
der Formel (1) und der nachfolgenden Formeln in der Regel solche Gruppen oder Gruppenbestandteile
dar, die 1 bis 5, insbesondere 1 bis 3 Kohlenstoffatome aufweisen, wie z. B. Methyl,
Ethyl, n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, sek-Butyl, tert.-Butyl oder Amyl bzw. Methoxy,
Ethoxy oder Isopropoxy. Halogen ist beispielsweise Fluor, Brom oder vorzugsweise Chlor.
[0005] Der Ausdruck »Sulfo« bedeutet die Sulfonsäuregruppe. Aryl umfaßt bevorzugt Phenyl
und Aralkyl ist insbesondere Benzyl.
[0006] Stellen die Substituenten X, R
i, R
2, R
3 und R
4 eine Alkylgruppe dar, so kann sie geradkettig oder verzweigt sein. Diese Alkylgruppe
kann 1 bis 12 Kohlenstoffatome aufweisen, vorzugsweise jedoch 1 bis 5 und insbesondere
1 bis 3 Kohlenstoffatome. Beispiele für solche Alkylreste sind Methyl, Ethyl, n-Propyl,
Isopropyl, n-Butyl, sek-Butyl, n-Hexyl, n-Octyl oder n-Dodecyl.
[0007] Bedeuten Ri, R
2, R
3 und R
4 eine Niederalkoxy-Niederalkylgruppe, so handelt es sich vor allem um Alkoxyalkyl
mit insgesamt 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie z. B. ß-Methoxyethyl oder β-Ethoxyethyl.
[0008] Beispiele für Cycloalkyl in der Bedeutung von X sind Cyclopentyl oder vorzugsweise
Cyclohexyl.
[0009] X in der Bedeutung von Aralkyl steht in der Regel für Phenyläthyl oder in erster
Linie für Benzyl, während Aryl zweckmäßigerweise Naphthyl, Diphenyl und vor allem
Phenyl bedeutet. Die Aralkyl- und Arylreste können durch Halogen, Niederalkyl, Niederalkoxy
oder Sulfo substituiert sein.
[0010] Bevorzugte Substituenten in der Phenyl- und Benzylgruppe des Restes X und der R-Reste
sind z. B. Halogen, Niederalkyl oder Niederalkoxy wie z. B. Chlor, Methyl oder Methoxy.
[0011] Wenn die Substituentenpaare (R
1 und R
2) und (R
3 und R
4) zusammen mit dem gemeinsamen Stickstoffatom einen heterocyclischen Rest darstellen,
so ist dieser beispielsweise Pyrrolidino, Piperidino, Pipecolino, Morpholino oder
Thiomorpholino.
[0012] Bedeuten R
1 und R
3 zusammen Alkylen von 2 oder 3 Kohlenstoffatomen, so bilden sie mit dem sie verbindenden
Stickstoffatom eine cyclische Thioharnstoffverbindung wie z. B. Äthylenthioharnstoff
oder Propylenthioharnstoff. Bedeuten R, und R
3 zusammen Phenylen, so bilden sie mit der Thioureidogruppierung Phenylenthioharnstoff,
der durch R
2 und R
4 substituiert sein kann. Als cyclische Thiocarbamidverbindung kann auch Thiouracil-2
verwendet werden.
[0013] Der Substituent X ist vorzugsweise eine Niederalkyl- oder insbesondere eine R
3R
4N-Gruppe. R
i, R
2, R
3 und R
4 sind bevorzugt Wasserstoff oder jeweils eine Niederalkylgruppe wie Methyl oder Ethyl.
[0014] Als Kation kann M beispielsweise Wasserstoff, ein Alkalimetall, besonders Natrium
oder Kalium, ein Erdalkalimetall, besonders Magnesium oder Calcium oder eine Ammoniumgruppe
darstellen. Der Ausdruck »Ammoniumgruppe«, wie er hier verwendet wird, bezieht sich
sowohl auf Ammonium (NH
4+), als auch auf substituierte Ammoniumgruppen.
[0015] Letztere leiten sich z. B. von aliphatischen Aminen wie Di- oder Triäthyl- oder Mono-,
Di- oder Triäthanolamin oder cycloaliphatischen Aminen, wie Cyclohexylamin ab. Bevorzugt
bedeutet M Wasserstoff, ein Alkalimetall oder Ammonium.
[0016] Vorzugsweise werden erfindungsgemäß Verbindungen der Formel

verwendet, worin X, Niederalkyl oder

und R
5, R
ß, R
7 und R
8 unabhängig voneinander Wasserstoff oder Niederalkyl bedeuten. Dabei kann X
1. vorzugsweise auch Phenyl darstellen.
[0017] Unter den Verbindungen der Formel (2) sind diejenigen, in denen Xi Methyl, NH
2 oder ―N(CH
3)
2 und R
5 und R
6 Wasserstoff oder Methyl bedeuten, besonders bevorzugt. Typische Vertreter sind hierbei
Thioacetamid, Thiobenzamid, Tetramethylthioharnstoff und vor allem Thioharnstoff.
[0018] Besonders gut geeignet sind auch Dithiocarbamate der Formel

worin R, und R
2 die angegebene Bedeutung haben und M
1 ein Alkalimetall oder Ammonium bedeutet.
[0019] Bei der Formel (3) bedeuten Ri und R
2 vorzugsweise Niederalkyl wie Methyl oder Ethyl. Der wichtigste Vertreter dieser Gruppe
ist Natriumdiethyldithiocarbamat. Weitere Thiocarbamate sind z. B. Piperidinnatriumdithiocarbamat
oder Diethylammoniumdiethyldithiocarbamat. ,
[0020] Erfindungsgemäß werden die Verbindungen der Formeln (1) bis (3) in erster Linie als
Additive zur Gewinnung von Zellstoff aus Lignocellulosematerialien eingesetzt, womit
bei gegebener Kappa-Zahl (TAPPI-Methode T-236 M-60) zufriedenstellende Zellstoffausbeuten
erzielt werden.
[0021] Die Einsatzmengen, in denen die Verbindungen der Formeln (1) bis (3) den Pulpeflüssigkeiten
zugesetzt werden, bewegen sich zwischen 0,001 und 5 Gewichtsprozent, vorzugsweise
0,001 und 2,5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Lignocellulosematerial.
[0022] Die besagten Thioamide, Thiocarbamide, Thiocarbamate und Dithiocarbamate werden allein
oder vorzugsweise in Kombination mit einer organischen, cyclischen, Keto- und/oder
Hydroxygruppen enthaltenden Verbindung verwendet.
[0023] Als organische, cyclische, Keto- und/oder Hydroxygruppen enthaltende Verbindungen
kommen beispielsweise mono-, di- und/oder polycyclische, insbesondere di-, tri- und/oder
tetracyclische Verbindungen in Betracht, welche zwei Ketogruppen und/oder zwei Hydroxygruppen
enthalten. Vorzugsweise kommen hierfür 1,4-Naphthochinon, 9,10-Anthrachinon, Diels-Alder-Addukte
von 1,3-Dienen, z. B. von unsubstituierten oder substituierten Butadien an p-Benzochinon
und/oder 1,4-Naphthochinon und/oder deren Monoalkyl-, Dialkyl-, Hydroxy-, Amino-,
Alkoxy-, Alkylamino-, Halogen- und/oder Sulfoderivate in Frage.
[0024] Beispielsweise können erfindungsgemäß 9,10-Anthrachinon, 2-Methylanthrachinon, 2-Ethylanthrachinon,
Dichloranthrachinon, 2,3-Dimethylanthrachinon, 2,6-Dimethylanthrachinon, 2,7-Dimethylanthrachinon,
2-Aminoanthrachinon, 1-Methoxyanthrachinon, 2-Methoxyanthrachinon, Anthrachinon-2-sulfonsäure
oder Anthrachinon-disulfonsäure (als Alkalimetallsalze), 1,2-Benzanthrachinon, Phenanthrenchinon,
Anthron, 10-Methylenanthron, Dihydroxyanthracen, Dihydroxyanthracensulfonat, Tetra-
hydro-9,10-diketoanthracen oder 1,3-Dimethyl-tetrahydro-9,10-diketoanthracen mitverwendet
werden. Erfindungsgemäß können zwei oder mehrere dieser Ketoverbindungen eingesetzt
werden. Bevorzugt wird nur einer dieser Stoffe und ganz besonders bevorzugt wird 9,10-Anthrachinon
oder 2-Methyl-9,10-anthrachinon zusammen mit den besagten Thioamiden, Thiocarbamideh
oder Dithiocarbamaten eingesetzt.
[0025] Erfindungsgemäß können Gemische aus beispielsweise 50 bis 95 Gewichtsprozent einer
oder mehrerer organischen, cyclischen, Keto- und/oder Hydroxygruppen enthaltenden
Verbindungen, insbesondere 9,10-Anthrachinon und 5 bis 50 Gewichtsprozent einer oder
mehrerer der Verbindungen der Formeln (1) bis (3) verwendet werden. Vorteilhafterweise
werden Gemische aus 60 oder vorzugsweise aus 70 bis 90 Gewichtsprozent einer cyclischen
Keto- und/oder Hydroxygruppe enthaltenden Verbindung, insbesondere 9,10-Anthrachinon
oder 2-Methylanthrachinon und 10 bis 40, vorzugsweise 10 bis 30 Gewichtsprozent einer
Verbindung der Formeln (1) bis (3), insbesondere Thioharnstoff, Thioacetamid, Tetramethylthioharnstoff
oder Natriumdiäthyldithiocarbamat eingesetzt. Von Interesse sind Gemische aus Thioharnstoff
und Anthrachinon, welche im Mischungsverhältnis 1 : 3 oder 1 : 4 oder vorzugsweise
von 1 : 9 bis 3 : 7 verwendet werden.
[0026] Die Einsatzmengen, in denen die Gemische aus den Verbindungen der Formeln (1) bis
(3) und den cyclischen Keto- und/oder Hydroxyverbindungen den Pulpeflüssigkeiten zugesetzt
werden, bewegen sich zwischen 0,001 und 1 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,001 und
0,2 Gewichtsprozent, bezogen auf das Lignocellulosematerial.
[0027] Als Lignocellulosematerial wird vorzugsweise Holz verwendet. Dieses wird in der Regel
zunächst in Schnitzel oder Späne überführt. Das Holz kann aus Nadelholz, wie z. B.
Balsamtanne, Fichte oder Kiefer, oder aus Laubho'z, wie z. B. Ahorn, Birke, Buche,
Eiche, Espe oder Pappel bestehen. Das Lignocellulosematerial kann jedoch auch in Faserform
vorliegen.
[0028] Der chemische Aufschluß zur Zellstoffgewinnung erfolgt in alkalischem Medium, z.
B. gemäß dem Sulfat- oder Kraftaufschlußverfahren, dem Natronaufschlußverfahren, der
Sulfitkochung unter halb-alkalischen Bedingungen oder dem sogenannten Sauerstoff-Alkali-Verfahren.
Im letzteren Fall kann der Sauerstoff vor, während oder nach der Alkalibehandlung
angewendet werden. Als weiteres Aufschlußverfahren für die erfindungsgemäße Zellstoffgewinnung
kann das Polysulfidverfahren in Betracht kommen. Dieses kann sowohl alkalisch als
auch neutral durchgeführt werden. Das neutrale Sulfit-Aufschlußverfahren kann insbesondere
unter Verwendung der besagten Gemische aus den Thioverbindungen und den cyclischen
Ketoverbindungen vorgenommen werden. Ferner kann man das Lignocellulosematerial in
einer ersten Kochstoffe in Anwesenheit von Natriumhydroxyd kochen, das behandelte
Material zerfasern und das zerfaserte Material einer zweiten Kochstufe unterwerfen,
wobei die zweite Kochstufe in Anwesenheit einer alkalischen Lösung eines Peroxides
z. B. Wasserstoffperoxid oder eines Alkaliperoxides durchgeführt wird.
[0029] Das erfindungsgemäße Aufschlußverfahren kann bei einer Temperatur von 50 bis 250°C,
vorzugsweise 120 bis 200° C, vorgenommen werden. Der Aufschluß erfolgt in einem Flottenverhältnis
des Lignocellulosematerials zu der Pulpierflüssigkeit von 1 : 3 bis 1 : 50, vorzugsweise
1 : 3 bis 1 : 10.
[0030] Vorzugsweise wird Lignocellulosematerial in einem geschlossenen Behälter im Flottenverhältnis
1 : 3 bis 1 : 10 mit einer alkalischen Zubereitung behandelt, welche 0,001 bis 0,2
Gewichtsprozent eines Gemisches aus einer Verbindung der Formeln (1) bis (3) und einer
Anthrachinonverbindung, bezogen auf das Lignocellulosematerial, enthält. Als Alkali
wird vorzugsweise Natriumhydroxid und/oder Magnesiumhydroxid verwendet, welche in
der Regel in Form einer 2 bis 15%igen wässerigen Lösung eingesetzt werden. Sehr gute
Ergebnisse werden auch mit einer Kombination der besagten Natriumhydroxidlösung mit
Natriumsulfid gemäß dem sogenannten Kraftverfahren erzielt. Natriumsulfid wird vorteilhafterweise
in einer Menge von 0,01 bis 40 g/I, vorzugsweise 0,1 bis 25 g/I, verwendet.
[0031] Gegenüber dem Einsatz von Anthrachinon allein als bekanntem Delignifizierungsmittel
zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren, insbesondere unter Verwendung des besagten
Gemisches, dadurch aus, daß es Pulpen ergibt, sie zu einem Papier mit besseren Festigkeitseigenschaften
führen. Vor allem ist es möglich, dank der synergistischen Wirkung des verwendeten
Gemisches, eine Verringerung des kostspieligen Anthrachinonderivates unter praktisch
gleichbleibender Ausbeute und Entholzungsgeschwindigkeit zu erzielen.
[0032] In den nachfolgenden Beispielen werden die Chlorzahl als Maß für den Ligninrestgehalt
und die erzielten Ausbeuten bestimmt. Darin sind die Prozente Gewichtsprozente und
die Teile Gewichtsteile. Atro ist gleich absolut trocken.
Beispiele 1 bis 3
[0033] Jeweils drei Proben von Holzschnitzeln (Picea Abies, maximale Dicke=3 mm) zu je 25
g werden in einem Autoklaven bei 80°C mit 100 ml einer wässerigen 1,18-N-Natriumhydroxydlösung
versetzt und mit Stickstoff gespült. Alsdann wird jeweils die alkalische Mischung
mit einem der in der folgenden Tabelle 1 aufgeführten Gemische (2. Spalte) aus Thioharnstoff
und 9,10-Anthrachinon in den dort angegebenen prozentigen Mengen (3. Spalte) und Mischungsverhältnissen
(4. Spalte) versetzt, worauf die Temperatur auf 173°C erhöht und die Aufschlußmischung
zwei Stunden bei dieser Temperatur gehalten wird. Nach dem Abkühlen wird die Rohpulpe
abfiltriert, mit heißem Wasser gewaschen und mit entionisiertem Wasser gespült. Darauf
wird die Pulpe zerfasert und zu einem Blatt zusammengepreßt. Anschließend werden die
mittlere Chlorzahl und die mittleren Ausbeuten aus den drei Versuchen einzelner Beispiele
bestimmt. Die erhaltenen Daten sind in der nachfolgenden Tabelle 1 zusammengestellt.
Die Ausbeute der erhaltenen Pulpen, in Gewichtsprozent bezogen auf das eingesetzte
Holz ist in der vorletzten Kolonne der Tabelle angegeben. Der Ligningehalt der Pulpen
wird durch Multiplizieren des Chlorverbrauches mit dem Faktor 0,90, gemäß »Scandinavian
pulp, paperand board testing comite (Scan-C 29 : 72)«, berechnet. Die entsprechende
Chlorzahl ist in der 5. Spalte Der Tabelle angegeben. Der Kohlehydratgehalt der Pulpen
wird durch die Differenz zwischen der Pulpenausbeute und dem Ligningehalt bestimmt.
In der letzten Spalte der Tabelle ist somit die ligninfreie Stoffausbeute aufgeführt.

Beispiele 4 bis 6
[0034] Jeweils drei Proben von Holzschnitzeln zu je 25 g werden in einem Autoklaven bei
80°C mit 100 ml einer wässerigen 1,11-N-Natriumhydroxydtösung und 1,13 g Natriumsulfid
versetzt und mit Stickstoff gespült. Alsdann wird jeweils die alkalische Mischung
mit einem der in folgender Tabelle 2 aufgeführten Gemische (Spalte 2) aus Thioharnstoff
und 9,10-Anthrachinon in den dort angegebenen prozentigen Mengen (Spalte 3) und Mischungsverhältnissen
(Spalte 4) versetzt, worauf die Temperatur auf 168°C erhöht und die Aufschlußmischung
2 Stunden bei dieser Temperatur gehalten wird. Nach dem Abkühlen wird die Rohpulpe
abfiltriert, mit heißem Wasser gewaschen und mit entionisiertem Wasser gespült. Darauf
wird die Pulpe zerfasert und zu einem Blatt zusammengepreßt. Anschließend werden die
Chlorzahl und die Ausbeuten einzelner Versuche und der Mittelwert der drei entsprechenden
Versuche bestimmt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 2 zusammengestellt. Die Chlorzahl
ist in der Spalte 5 der Tabelle angegeben, während in Spalte 6 bzw. 7 die Pulpeausbeute
und die ligninfreie Stoffausbeute in %, bezogen auf das eingesetzte Holz, aufgeführt
sind.

Beispiele 7 bis 9
[0035] Jeweils drei Proben von Holzschnitzeln zu je 25 g werden in einem Autoklaven bei
80°C mit 100 ml einer wässerigen 1-N-Natriumhydroxydlösung und 2 g Natriumsulfid versetzt
und mit Stickstoff gespült. Alsdann wird jeweils die alkalische Mischung mit einem
der in folgender Tabelle 3 aufgeführten Gemische (Spalte 2) aus Thioharnstoff und
9,1 0-Anthrachinon in den dort angegebenen prozentigen Mengen (Spalte 3) und Mischungsverhältnissen
(Spalte 4) versetzt, worauf die Temperatur auf 168°C erhöht und die Aufschlußmischung
2 Stunden bei dieser Temperatur gehalten wird. Nach dem Abkühlen wird die Rohpulpe
abfiltriert, mit heißem Wasser gewaschen und mit entionisiertem Wasser gespült. Darauf
wird die Pulpe zerfasert und zu einem Blatt zusammengepreßt. Anschließend werden die
Chlorzahl und die Ausbeute einzelner Versuche und der Mittelwert der drei entsprechenden
Versuche bestimmt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 3 zusammengestellt. Die Chlorzahl
ist in der Spalte 5 der Tabelle angegeben, während in Spalte 6 bzw. 7 die Pulpeausbeute
und die ligninfreie Stoffausbeute in %, bezogen auf das eingesetzte Holz, aufgeführt
sind.

Beispiel 10
[0036] Jeweils drei Proben von Holzschnitzeln zu je 25 g werden in einem Autoklaven bei
80 C mit 100 ml einer wässerigen 1,18-N-Natriumhydroxydlösung versetzt und mit Stickstoff
gespült. Alsdann wird jeweils die alkalische Mischung einerseits ohne Additiv und
andererseits mit Thioharnstoff bzw. 9,10-Anthrachinon in den dort angegebenen prozentigen
Mengen (Spalte 2) versetzt, worauf die Temperatur auf 173°C erhöht und die Aufschlußmischung
2 Stunden in dieser Temperatur gehalten wird. Nach dem Abkühlen wird die Rohpulpe
abfiltriert, mit heißem Wasser gewaschen und mit entionisiertem Wasser gespült. Darauf
wird die Pulpe zerfasert und zu einem Blatt zusammengepreßt. Anschließend werden die
Chlorzahl und die Ausbeuten einzelner Versuche und die Durchschnitte der drei entsprechenden
Versuche berechnet. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 4 zusammengestellt. Die Chlorzahl
ist in der Spalte 3 der Tabelle angegeben, während in Spalte 4 bzw. 5 die Pulpeausbeute
und die ligninfreie Stoffausbeute in Prozent, bezogen auf das eingesetzte Holz, aufgeführt
sind.
[0037] Wie aus Beispiel 10 ersichtlich ist, kann Thioharnstoff auch alleine eingesetzt werden,
um die Selektivität des Prozesses zu erhöhen. Es braucht jedoch etwa 40mal mehr Thioharnstoff
als Anthrachinon, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Die Tatsache, daß mit einer Mischung
bis zu 30% Thioharnstoff und 70% Anthrachinon dieselbe Wirkung wie mit reinem Anthrachinon
erzielt wird (siehe Beispiele 1 -9), zeigt deshalb, daß die Kombination dieser Additive
einen synergistischen Effekt zeigt.

Beispiele 11 -20
[0038] Jeweils zwei Proben von Holzschnitzeln zu je 25 g werden in einem Autoklaven bei
80° C mit 100 m) einer wässerigen 1,118- oder 1,123-N-Natriumhydroxydlösung versetzt
und mit Stickstoff gespült. Alsdann wird jeweils die alkalische Mischung einerseits
ohne Additiv oder mit Zusatz von Anthrachinon und andererseits mit Tetramethylthioharnstoff,
Äthylenthioharnstoff, Benzothioamid bzw. Natriumdiethyldithiocarbamat in den dort
angegebenen prozentigen Mengen (Spalte 3 der Tabelle 5) versetzt, worauf die Temperatur
auf 173°C erhöht und die Aufschlußmischung 2 Stunden bei dieser Temperatur gehalten
wird. Nach dem Abkühlen wird die Rohpulpe abfiltriert, mit heißem Wasser gewaschen
und mit entionisiertem Wasser gespült. Darauf wird die Pulpe zerfasert und zu einem
Blatt zusammengepreßt. Anschließend werden die Chlorzahl und die Ausbeuten einzelner
Versuche bestimmt und die Durchschnittswerte der zwei entsprechenden Versuche berechnet.
Die Ergebnisse sind in der Tabelle 5 zusammengestellt. Die Chlorzahl ist in der Spalte
5 der Tabelle angegeben, während in Spalte 6 bzw. 7 die Pulpeausbeute und die ligninfreie
Stoffausbeute in Prozent, bezogen auf das eingesetzte Holz, aufgeführt sind.

Beispiele 21 -35
[0039] Jeweils zwei Proben von Holzschnitzeln zu je 25 g werden in einem Autoklaven bei
80°C mit 100 ml einer wässerigen 1,116 N- oder 1,126 N-Natriumhydroxidlösung versetzt
und mit Stickstoff gespült. Alsdann wird jeweils die alkalische Mischung einerseits
mit Zusatz von Anthrachinon und andererseits mit Äthylenthioharnstoff, Thioacetamid,
Thiobenzamid bzw. Thiouracil-2 in den dort angegebenen prozentigen Mengen (Spalte
3 der Tabelle 6) versetzt, worauf die Temperatur auf 173° C erhöht und die Aufschlußmischung
2 Stunden bei dieser Temperatur gehalten wird. Nach dem Abkühlen wird die Rohpulpe
abfiltriert, mit heißem Wasser gewaschen und mit entionisiertem Wasser gespült. Darauf
wird die Pulpe zerfasert und zu einem Blatt zusammengepreßt. Anschließend werden die
Chlorzahl und die Ausbeuten der einzelnen Versuche bestimmt und die Durchschnittswerte
der zwei entsprechenden Versuche berechnet. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 6 zusammengestellt.
Die Chlorzahl ist in der Spalte 5 der Tabelle angegeben, während in Spalte 6 bzw.
7 die Pulpenausheute und die ligninfreie Stoffausbeute in Prozent, bezogen auf das
eingesetzte Holz, aufgeführt sind.

Beispiele 36-41
[0040] Jeweils 3 Proben von Holzschnitzeln zu je 25 g werden in einem Autoklaven bei 80°
C niit 100 ml einer wässerigen 1,10 N-Natriumhydroxidlösung (Beispiele 39-41 zusätzlich
11 g/I Na
2S) versetzt und mit Stickstoff gespült. Alsdann wird jeweils die alkalische Mischung
einerseits mit Zusatz von Anthrachinon bzw. 2-Methylanthrachinon und andererseits
mit Thioharnstoff, Thioharnstoff/2-Methylanthrachinon (1 : 4), Thioharnstoff/Anthrachinon
1 : 3, Thioacetamid/Anthrachinon (1 : 3) in den dort angegebenen prozentigen Mengen
(Spalte 3 der Tabelle 7) versetzt, worauf die Temperatur auf 173°C (Beispiele 39―41:
168°C) erhöht und die Aufschlußmischung 2 Stunden (Beispiele 39―41: 53 Minuten) bei
dieser Temperatur gehalten wird. Nach dem Abkühlen wird die Rohpulpe abfiltriert,
mit heißem Wasser gewaschen und mit entionisiertem Wasser gespült. Darauf wird die
Pulpe zerfasert und zu einem Blatt zusammengepreßt. Anschließend werden die Chlorzahl
und die Ausbeuten der einzelnen Versuche bestimmt und die Durchschnittswerte der drei
entsprechenden Versuche berechnet. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 7 zusammengestellt.
Die Chlorzahl ist in Spalte 5 der Tabelle angegeben, während in Spalte 6 bzw. 7 die
Pulpeausbeute und die ligninfreie Stoffausbeute in Prozent, bezogen auf die eingesetzte
Holzmenge, aufgeführt sind.

Beispiele42-53
[0041] Jeweils drei Proben von Holzschnitzeln zu je 25 g werden in einem Autoklaven bei
80° C mit 100 ml einer wässerigen 1,10 N-Natriumhydroxidlösung (Beispiele 46-49 zusätzlich
11 g/I Na
2S, Beispiele 50-53 zusätzlich 40,6 g/I Na
zS) versetzt und mit Stickstoff gespült. Alsdann wird jeweils die alkalische Mischung
einerseits mit Anthrachinon und andererseits mit Thioharnstoff bzw. Thioharnstoff/Anthrachinon
(1 : 3) in den dort angegebenen Mengen (Spalte 3 der Tabelle 8) versetzt, worauf die
Temperatur auf 160°C (Beispiele 46-53 150°C) erhöht und die Aufschlußmischung 90 Minuten
(Beispiele 46-53 45 Minuten) bei dieser Temperatur gehalten wird. Nach dem Abkühlen
wird die Rohpulpe abfiltriert, mit heißem Wasser gewaschen und mit entionisiertem
Wasser gespült. Darauf wird die Pulpe zerfasert und zu einem Blatt gepreßt. Anschließend
werden die Chlorzahl und die Ausbeuten der einzelnen Versuche bestimmt und die Durchschnittswerte
der drei entsprechenden Versuche berechnet. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 8 zusammengestellt.
Die Chlorzahl ist in der Spalte 5 derTabelle, während in Spalte 6 bzw. 7 die Pulpeausbeute
und die ligninfreie Stoffausbeute in Prozent, bezogen auf die eingesetzte Holzmenge,
aufgeführt sind.
[0042] Zusätzlich wird ein Teil der Rohpulpe gebleicht und die Viskosität des Zellstoffes
bestimmt. Die Werte sind in der Spalte 8 der Tabelle aufgeführt.

Beispiele 54―57
[0043] Jeweils 700 g (atro) Holzschnitzel (Mill chips) aus Fichtenholz (picea excelsa) werden
mit 2,8 Kochlauge bei 80°C in einen Autoklaven gegeben. Die Kochlauge ist in Tabelle
9 spezifiziert. Es wird 1°C pro Minute auf 173°C (Beispiele 54-56) bzw. auf 168°C
(Beispiel 57) aufgeheizt und die Aufschlußmischung 2 Stunden (Beispiele 54-56) bzw.
1 Stunde (Beispiel 57) bei dieser Temperatur gehalten. Darauf wird abgekühlt und die
so erhaltenen Zellstoffe auf die übliche Art und Weise aufbereitet und analysiert.
Die Daten sind in nachstehender Tabelle 9 angegeben. Zusätzlich werden die Zellstoffe
gemahlen (je 6 verschiedene Mahlgrade) und die entsprechenden physikalischen Eigenschaften
bestimmt. Die Resultate sind in den nachfolgenden Tabellen 10 bis 13 zusammengefaßt,
wobei zu Vergleichszwecken Tearwerte gegenüber der entsprechenden Reißlänge aufgeführt
sind.
[0044] Aus der Relation der Tearwerte gegen die entsprechenden Reißlängen zeigt es sich,
daß die Zellstoffe der Beispiele 54 und 55 etwa gleiche Festigkeiten liefern, obwohl
die Kappazahl von Beispiel 55 etwas höher ausgefallen ist. Zusätzlich ist zu bemerken,
daß die sortierte Ausbeute von Beispiel 55 um etwa 3,7% höher liegt. Wie aus dem Unterschied
der ligninfreien Ausbeuten (2,6%) ersichtlich, ist diese Ausbeuteerhöhung auf eine
größere Kohlenhydratausbeute zurückzuführen. Der Grobstoffanteil von Beispiel 55 ist
etwas besser als jener von Beispiel 54. Auch die Viskosität ist verbessert.
1. Verfahren zum Delignifizieren von Lignocellulosematerial durch ein alkalisches
oder neutrales Aufschlußverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufschluß bei einem
Flottenverhältnis von 1 : 3 bis 1 : 50 in Gegenwart einer Thioamid-, Thiocarbamid-,
Thiocarbamat- oder Dithiocarbamat-Verbindung durchgeführt wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man cyclische oder acyclische
Thiocarbamid- oder Dithiocarbamat-Verbindungen verwendet.
3. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man eine
acyclische Thioharnstoff-Verbindung verwendet.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Verbindung der
Formel

verwendet, worin X Alkyl mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, Cycloalkyl, Aryl, Aralkyl,

-OM oder -SM R
i, R
2, R
3 und R
4 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, Niederalkoxy-Niederalkyl,
Phenyl, Benzyl oder durch Halogen, Niederalkyl, Niederalkoxy, Niederalkoxy-Niederalkyl
oder Sulfo substituiertes Phenyl oder Benzyl oder die Substituentenpaare (R
1 und R
2) und (R
3 und R
4) unabhängig voneinander, je zusammen mit dem sie verbindenden Stickstoffatom einen
fünf- oder sechsgliedrigen heterocyclischen Rest oder R
1 und R
3 zusammen Alkylen mit 2 oder 3 Kohlenstoffatomen oder Phenylen und M ein Kation bedeuten.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Verbindung der
Formel

verwendet, worin X
1 Niederalkyl oder

und R
5, R
6, R
7 und R
8 unabhängig voneinander Wasserstoff oder Niederalkyl bedeuten.
6. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Verbindung der
Formel

verwendet, worin R
1 und R
2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, Niederalkoxy-Niederalkyl,
Phenyl, Benzyl oder durch Halogen, Niederalkyl, Niederalkoxy, Niederalkoxy-Niederalkyl
oder Sulfo substituiertes Phenyl oder Benzyl oder R, und R
2 zusammen mit dem sie verbindenden Stickstoffatom einen fünf- oder sechsgliedrigen
heterocyclischen Rest und M
1 ein Alkalimetall oderAmmonium bedeuten.
7. Verfahren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Verbindung der
Formel (3) verwendet, in der R1 und R2 Niederalkyl bedeuten.
8. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zusätzlich zur Thioamid-,
Thiocarbamid-, Thiocarbamat- oder Dithiocarbamat-Verbindung eine organische, cyclische,
Keto-und/oder Hydroxygruppen enthaltende Verbindung verwendet.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Verbindung
eine di-, tri- und/oder tetracyclische Verbindung, welche zwei Ketogruppen und/oder
zwei Hydroxygruppen enthält, ist.
10. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Verbindung
Anthrachinon oder 2-Methylanthrachinon ist.
11. Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufschlußzubereitung
ein Gemisch aus 50 bis 95 Gewichtsprozent einer oder mehrerer organischen, cyclischen,
Keto- und/oder Hydroxygruppen enthaltenden Verbindungen und 5 bis 50 Gewichtsprozent
einer oder mehrerer der Verbindungen der Formel (1) gemäß Anspruch 4 enthält.
12. Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufschlußzubereitung
70 bis 90 Gewichtsprozent einer organischen cyclischen Keto- und/oder Hydroxygruppen
enthaltenden Verbindung und 10 bis 30 Gewichtsprozent einer Verbindung der Formel
(1) gemäß Anspruch 4 enthält.
13. Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufschlußzubereitung
ein Gemisch aus Thioharnstoff und Anthrachinon oder 2-Methylanthrachinon im Mischungsverhältnis
1 : 3 oder 1 : 4 enthält.
14. Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufschlußzubereitung
ein Gemisch aus Thioharnstoff und Anthrachinon im Mischungsverhältnis 1 : 9 bis 3
: 7 enthält.
15. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der
Aufschluß bei einer Temperatur von 50 bis 250" C, vorzugsweise 120 bis 200" C, durchgeführt
wird.
1. A process for delignifying lignocellulose material by alkaline or neutral chemical
pulping, which process comprises carrying out the pulping operation at a liquor ratio
of 1 : 3 to 1 : 50 in the presence of a thioamide, thiocarbamide, thiocarbamate or
dithiocarbamate.
2. A process according to claim 1 which comprises the use of a cyclic or acyclic thiocarbamide
or dithiocarbamate.
3. A process according to either of claims 1 or 2 which comprises the use of an acyclic
thiourea.
4. A process according to claim 1 which comprises the use of a compound of the formula

wherein X is alkyl of 1 to 12 carbon atoms, cycloalkyl, aryl, aralkyl,

-OM or -SM each of R
1, R
2, R
3 and R
4 independently is hydrogen, alkyl of 1 to 12 carbon atoms, lower alkoxy-lower alkyl,
phenyl, benzyl, or phenyl or benzyl substituted by halogen, lower alkyl, lower alkoxy,
lower alkoxy-lower alkyl or sulfo, or each pair of substituents (R
i and R
2) and (R
3 and R
4) independently, together with the nitrogen atom to which said pair is attached, is
a 5- or 6-membered heterocyclic radical, or R
1 and R
3 together are alkylene of 2 or 3 carbons of phenylene, and M is a cation.
5. A process according to claim 4 which comprises the use of a compound of the formula

wherein X
I is lower alkyl or

and each of R
5, R
s, R
7 and R
8 independently is hydrogen or lower alkyl.
6. A process according to claim 4 which comprises the use of a compound of the formula

wherein each of R
I and R
2 independently is hydrogen, alkyl of 1 to 12 carbon atoms, lower alkoxy-lower alkyl,
phenyl, benzyl, or phenyl or benzyl substituted by halogen, lower alkyl, lower alkoxy,
lower alkoxy-lower alkyl or sulfo, or R
1 and R
2, together with the nitrogen atom to which they are attached, are a 5- or 6-membered
heterocyclic radical and M
1 is an alkali metal or ammonium.
7. A process according to claim 6 which comprises the use of a compound of the formula
(3), in which Ri and R2 are lower alkyl.
8. A process according to claim 1 which comprises the use of an organic cyclic compound
containing keto and/or hydroxyl groups, in addition to the thioamide, thiocarbamide,
thiocarbamate or dithiocarbamate.
9. A process according to claim 8, wherein the additional compound is a dicyclic,
tricyclic and/or tetracyclic compound which contains two keto groups and/or two hydroxyl
groups.
10. A process according to claim 9, wherein the additional compound is anthraquinone
or 2-methylanthraquinone.
11. A process according to claim 8, wherein the cooking liquor contains a mixture
of 50 to 95% by weight of one more organic cyclic compounds containing keto and/or
hydroxyl groups, and 5 to 50% by weight of one or more compounds of the formula (1)
as claimed in claim 1.
12. A process according to claim 8, wherein the cooking liquor contains 70 to 90%
by weight of an organic cyclic compound containing keto and/or hydroxyl groups and
10 to 30% by weight of a compound of the formula (1) as claimed in claim 4.
13. A process according to claim 8, wherein the cooking liquor contains a mixture
of thiourea and anthraquinone or 2-methyl-anthraquinone, in the ratio of 1 : 3 or
1 : 4.
14. A process according to claim 8, wherein the cooking liquor contains a mixture
of thiourea and anthraquinone in the ratio of 1 : 9 to 3 : 7.
15. A process according to any one of claims 1 to 14, wherein pulping is carried out
in the temperature range from 50° to 250° C, preferably from 120° to 200° C.
1. Procédé de délignification de matières lignocellulosiques par un procédé de lessivage
alcalin ou neutre, caractérisé par le fait que le lessivage est effectué avec un rapport
de bain de 1 : 3 à 1 : 50 en présence d'un composé thioamide, thiocarbamide, thiocarbamate
ou dithiocarbamate.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'on utilise des composés
thiocarbamides ou dithiocarbamates cycliques ou acycliques.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé par le fait qu'on utilise
un composé thiourée acyclique.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'on utilise un composé
ayant la formule:

dans laquelle X est un groupe alkyle avec 1 à 12 atomes de carbone, cycloalkyle, aryle,
aralkyle,

-OM ou -SM R
1, R
2, R
3 et R
4 indépendamment l'un de l'autre représentent chacun de l'hydrogène, un groupe alkyle
avec 1 à 12 atomes de carbone, alcoxy inférieur-alkyle inférieur, phényle, benzyle
ou un groupe phényle ou benzyle substituté par de l'halogène, un radical alkyle inférieur,
alcoxy inférieur, alcoxy inférieur-alkyle inférieur ou sulfo, ou bien les paires de
substituants (R
1 et R
2) et (R
3 et R
4) indépendamment l'une de l'autre représentent chacune en commun avec l'atome d'azote
qui les relie un reste hétérocyclique à 5 ou 6 chaînons, ou bien R
i et R
3 forment ensemble un groupe alkylène avec 2 ou 3 atomes de carbone ou un groupe phénylène,
et M désigne un cation.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé par le fait qu'on utilise un composé
ayant la formule:

dans laquelle X
I est un groupe alkyle inférieur ou ·

et R
5, R
6, R
7 et R
8 indépendamment l'un de l'autre désignent chacun de l'hydrogène ou un groupe alkyle
inférieur.
6. Procédé selon revendication 4, caractérisé par le fait qu'on utilise un composé
ayant la formule:

dans laquelle R
1 et R
2 indépendamment l'un de l'autre sont de l'hydrogène, un groupe alkyle avec 1 à 12
atomes de carbone, alcoxy inférieur-alkyle inférieur, phényle ou benzyle ou bien un
groupe phényle ou benzyle substitué par de l'halogène, un radical alkyle inférieur,
alcoxy inférieur, alcoxy inférieur-alkyle inférieur ou sulfo, ou bien Ri et R
2 forment ensemble avec l'atome d'azote qui les relie un reste hétérocycliques à 5
ou 6 chaînons, et M
1 est un métal alcalin ou l'ammonium.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé par le fait qu'on utilise un composé
de formule (3) dans lequel Ri et R2 représentent des groupes alkyle inférieur.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'on utilise en plus
du composé thioamide, thiocarbamide, thiocarbamate ou dithiocarbamate, un composé
organique cyclique contenant des groupes céto et/ou hydroxyle.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé par le fait que le composé supplémentaire
est un composé di-, tri- et/ou tétracyclique qui contient deux groupes céto et/ou
deux groupes hydroxyle.
10 Procédé selon la revendication 9, caractérisé par le fait que le composé supplémentaire
est l'anthraquinone ou la 2-méthylanthraquinone.
11. Procédé selon la revendication 8, caractérisé par le fait que la préparation de
lessivage contient un mélange de 50 à 95% en poids d'un ou plusieurs composés organiques
cycliques contenant des groupes céto et/ou hydroxyle et de 5 à 50% en poids d'un ou
plusieurs des composés de formule (1) selon la revendication 4.
12. Procédé selon la revendication 8, caractérisé par le fait que la préparation de
lessivage contient 70 à 90% en poids d'un composé organique cyclique contenant des
groupes céto et/ou hydroxyle et 10 à 30% en poids d'un composé de formule (1) selon
la revendication 4.
13. Procédé selon la revendication 8, caractérisé par le fait que la préparation de
lessivage contient un mélange de thiourée et d'anthraquinone ou de 2-méthyl-anthraquinone
dans le rapport de mélange 1 : 3 ou 1 : 4.
14. Procédé selon la revendication 8, caractérisé par le fait que la préparation de
lessivage contient un mélange de thiourée et d'anthraquinone dans un rapport de mélange
de 1 : 9 à 3 : 7.
15 Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, caractérisé par le fait
que le lessivage est effectué à une température de 50 à 250° C, de préférence de 120
à 200° C.