[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Trennen eines Faserbandes, wie
dies im Oberbegriff des ersten Anspruches beschrieben ist.
[0002] Aus der US-Patentschrift Nr. 3605198 ist eine Vorrichtung zum automatischen Wechseln
von Kannen bekannt, bei der ein Faserband durch einen schwenkbaren Doppelarm festgehalten
und mittels einer Schwenkbewegung zweier Hebel in einer Richtung quer zum Faserband
getrennt wird.
[0003] Die Nachteile dieser Vorrichtung liegen einerseits in einem umfangreichen notwendigen
Mechanismus, sowie in der Notwendigkeit des vollzogenen Kannenwechsels bevor das Band
getrennt werden kann.
[0004] Eine weitere US-PS Nr. 3354513 zeigt eine durch ein Kraftmittel automatisch betätigbare
Schere, welche ein zwischen Bandkanalausgang und verschobener voller Kanne durchhängendes
Band trennt.
[0005] Es können dieselben Nachteile wie für die Vorrichtung der US-PS 3605198 aufgeführt
werden.
[0006] Eine dritte US-Patentschrift mit Nummer 3381342 zeigt und beschreibt schliesslich
eine Faserbandtrennvorrichtung, bei der nach vollzogenem Kannenwechsel das Faserband
von einem pneumatisch verschiebbaren Greifer erfasst und gegen ein in Gegenrichtung
bewegbares Trennmittel gebracht wird. Das Trennmittel wird dabei vom Greifer betätigt.
[0007] Auch für diese Vorrichtung gelten die für die US-PS 3605198 erwähnten Nachteile.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu beheben und eine einfache
Bandtrennvorrichtung vorzuschlagen, welche gleichzeitig mit dem Kannenwechsel betätigbar
ist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen aufgeführte Erfindung gelöst.
[0010] Die Vorteile der Erfindung sind im wesentlichen darin zu sehen, dass die Bandtrennung
gleichzeitig mit dem Wechsel einer vollen Kanne gegen eine leere Kanne durchgeführt
werden kann, und dass die Vorrichtung strukturell und funktionell einfach aufgebaut
ist.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert.
[0012] Es zeigt:
Fig. 1 und 3 je einen Aufriss eines Teiles einer Kannenwech-selvorrichtung mit einer
Kannenfüllstation und einer Kannenausfahrvorrichtung sowie mit einer erfindungsgemässen
Vorrichtung, halbschematisch dargestellt,
Fig. 2 je eine Draufsicht der Vorrichtung von Fig. 1 und 4 resp. 3, halbschematisch
dargestellt.
[0013] In einer Kannenfüllstation mit einem Bodenteil 1 und einem Kopfteil 2 (in Fig. 2
mit strichpunktierten Linien angedeutet) ist ein Trichterrad 3 (in Fig. 1 und 2 mit
strichlierten Linien angedeutet) im Kopfteil 2 rotierbar gelagert.
[0014] Das Trichterrad dient zur Aufnahme eines Faserbandkanals 4 (mit strichlierten Linien
angedeutet), der eine Faserbandausgangöffnung 5 aufweist.
[0015] Auf dem Bodenteil 1 steht eine zu füllende Kanne 6 in Fig. 1 (mit strichpunktierten
Linien dargestellt).
[0016] Eine Kannenausfahrvorrichtung 7 besteht aus einem Fahrgestell 8, einem daran schwenkbar
angeordneten Arm 9 sowie einem daran schwenkbar angeordneten Kannenmitnehmer 10.
[0017] Das Fahrgestell 8 ist mittels daran angeordneten Laufrollen 11, 12 und 13 auf Schienen
14 und 15 fahrbar abgestützt. Die Schienen 14 und 15 sind ein Bestandteil der Kannenfüllstation.
[0018] Das Schwenken des Armes 9 respektive des Mitnehmers 10 geschieht mittels doppelt
wirkendem Pneumatikzylinder 16, der einerseits mit dem Mitnehmer 10 direkt und anderseits
mit dem Arm 9 über ein Federglied 17 je schwenkbar verbunden ist.
[0019] Das Federglied 17 umfasst eine auf Zug und Druck beanspruchbare Schraubenfeder 18,
welche in einer Büchse 19 gegen seitliches Ausscheren derart geführt ist, dass die
Federwindungen gleitbar an der Innenwand der Büchse 19 geführt sind. Die Büchse 19
ist mit einer Kolbenstange des Zylinders 16 verbunden. Das eine Ende der Feder 18
ist mit dem Büchsenboden 21 fest und das andere Ende mittels Gelenkbolzen 22 mit dem
Arm 9 gelenkig verbunden.
[0020] Der Arm 9 dient zur Aufnahme eines Bandabstreifers 23, der aus einem Halter 24 und
einer mit diesem fest verbundenen Streiflippe 25 aus Kunststoff, z.B. Polyurethan
besteht. Eine am Halter 24 vorgesehene Lasche 26 dient zusammen mit einem Gelenkbolzen
27 der gelenkigen Verbindung des Bandabstreifers 23 mit dem Arm 9. Diese Schwenkbarkeit
ist lediglich notwendig, um dem Bandabstreifer 23 eine genaue Anlage an die mit der
Trichterradunterseite 28 bündige Unterseite 29 des Kopfteiles 2 zu ermöglichen.
[0021] Die Reibung zwischen Gelenkbolzen 27 und Lasche 26 resp. Arm 9 ist derart, dass sich
die Lage des Bandabstreifers 23, relativ zum Arm 9, beim Schwenken aus der in Figur
1 und 2 gezeigten Arbeitsposition in eine im wesentlichen vertikale Ausgangsposition
(nicht gezeigt) nicht verändert.
[0022] Das Trennen eines Faserbandes geschieht nun folgendermassen:
Nachdem eine Kanne 6 die gewünschte Füllhöhe erreicht hat wird der Pneumatikzylinder
16 derart betätigt, dass sich der Mitnehmer 10 und der Arm 9 aus der genannten Ausgangsposition
in die in der Figur 1 resp. 2 gezeigte Arbeitsposition bewegen. In dieser Position
liegt die Streiflippe 25 an der Unterseite 29 des Kopfteiles 2 an.
[0023] Anschliessend wird das Fahrgestell 8 der Kannenausfahrvorrichtung in Pfeilrichtung
A verschoben, so dass der Mitnehmer 10 zur Anlage an die volle Kanne 6 gelangt und
diese in der vorgenannten Pfeilrichtung A aus der Kannenfüllstation wegverschiebt.
In der Folge erfasst die Streiflippe 25 das inzwischen stillgesetzte Faserband an
der Ausgangsöffnung 5 des Faserbandkanales 4 und zerreisst das Faserband mittels dieser
Streifbewegung innerhalb einer Vorschublänge B, welche im Minimum der doppelten Länge
der längsten im Band enthaltenen Faser entspricht. Die minimale Kannenausfahrstrecke
muss deshalb derart gewählt werden, dass diese Bedingung erfüllt ist.
[0024] Nachdem die volle Kanne ihre nächste Funktionsposition ausserhalb der Kannenfüllstation
erreicht hat, wird der Pneumatikzylinder 16 erneut betätigt, so dass der Mitnehmer
10 sowie der Arm 9 zurück in die Ausgangsposition schwenken. Darauf fährt die Kannenausfahrvorrichtung
wieder zurück in ihre in Fig. 1 und 2 gezeigte Ausgangsposition. In der Zwischenzeit
wurde eine leere Kanne entweder aus der Richtung C oder aus der Richtung D in die
Kannenfüllposition gebracht. Der Kannenfüllvorgang kann anschliessend wieder gestartet
werden.
[0025] Die Fig. 3 und 4 zeigen eine Variante der Anwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung,
indem das Kannenausfahren und damit auch das Bandtrennen nicht mit einer geradlinigen
Bewegung, sondern mit einer Kreisbewegung durchgeführt wird. Dementsprechend sind
der Arm 9 und der Kannenmitnehmer 10 an einer Drehsäule 30 schwenkbar befestigt. Die
Drehsäule 30 ist am oberen Ende in einem am Kopfteil 2 befestigten Lagerelement 31
und das untere Ende in einem zum Bodenteil 1 gehörenden Lagerelement 32 drehbar gelagert.
[0026] Beim Kannenausfahren muss der Arm 9 im Minimum so weit geschwenkt werden, dass die
in Fig. 4 gezeigte Strecke B im Minimum der doppelten Länge der längsten im Band enthaltenen
Faser entspricht.
[0027] Grundsätzlich ist das Stillsetzen der Ausgangsöffnung 5 nicht an eine Position innerhalb
der Kreisbewegung der Oeffnung gebunden, vorausgesetzt, dass die die Strecke B betreffende
Bedingung erfüllt ist.
[0028] Das Bewegen der Kannenausfahrvorrichtungen geschieht je durch einen Antrieb mit entsprechender
Steuerung (beides nicht gezeigt), welche nicht Bestandteile dieser Erfindung sind.
1. Vorrichtung zum Trennen eines aus einem Faserbandkanal eines Trichterrades gelieferten
Faserbandes, in einer Kannenfüllstation mit einer Kannenausfahrvorrichtung, wobei
das Faserband zwischen dem Ausgang des Faserbandkanales und einer verschobenen gefüllten
Kanne getrennt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bandabstreifer (23) vorgesehen
ist, der beim Ausfahren der vollen Kanne (6) diese nachfolgend und im wesentlichen
synchron zur Ausfahrbewegung der Kanne sowie mit einem vorbestimmten Anpressdruck
an der Unterseite (28) des Trichterrades (3) anliegend satt über den Ausgang (5) des
Faserbandkanales (4) verschiebbar ist, und dass der Verschiebeweg (B) des Bandabstreifers
(23) nach dem Verschieben über den genannten Ausgang (5) mindestens der doppelten
Faserlänge entspricht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandabstreifer (23)
von der Unterseite (28) des Trichterrades (3) abhebbar angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandabstreifer (23)
an einem durch ein Kraftmittel (16) schwenkbaren Arm (9) befestigt ist, und dass zwischen
Arm (9) und Kraftmittel (16) eine den genannten Anpressdruck bestimmende Feder (18)
vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandabstreifer (23)
mit der Kannenausfahrvorrichtung (7) gekoppelt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandabstreifer (23)
ein Gleitelement (25) aus Kunststoff aufweist.