(19)
(11) EP 0 098 979 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.01.1984  Patentblatt  1984/04

(21) Anmeldenummer: 83105752.6

(22) Anmeldetag:  11.06.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F01P 7/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE FR GB IT LU NL SE

(30) Priorität: 13.07.1982 DE 3226104

(71) Anmelder: Behr-Thomson Dehnstoffregler GmbH
D-70806 Kornwestheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Saur, Roland
    D-7000 Stuttgart 31 (DE)

(74) Vertreter: Wilhelm, Hans-Herbert, Dr.-Ing. et al
Wilhelm & Dauster Patentanwälte Hospitalstrasse 8
70174 Stuttgart
70174 Stuttgart (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Regeln der Temperatur in einem Kühlkreislauf eines Verbrennungsmotors, insbesondere eines Kraftfahrzeugmotors


    (57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Regeln der Temperatur des Kühlkreislaufes, insbesondere eines Verbrennungsmotors eines Kraftfahrzeuges, die ein Thermostatventil mit einem thermostatischen Arbeitselement enthält. Um die Temperatur in dem Kühlmittelkreislauf und damit die Temperatur des Verbrennungsmotors abhängig von irgendwelchen Betriebsbedingungen oder äußeren Einflüssen auf verschiedene Werte einstellen zu können, ist dem Arbeitskolben des thermostatischen Arbeitselementes ein mittels eines Stellantriebes verstellbares Widerlager zugeordnet, so daß dadurch die Öffnungstemperatur und die Regelungscharakteristik des Thermostatventils verstellt werden können.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Regeln der Temperatur in einem Kühlkreislauf eines Verbrennungsmotors, insbesondere eines Kraftfahrzeugmotors, die ein Thermostatventil enthält, das den Kühlmittelfluß von dem Verbrennungsmotor durch einen direkten Rücklauf und/oder einen Wärmetauscher zurück zum Verbrennungsmotor regelt und das ein thermostatisches Arbeitselement enthält, dessen Gehäuse einen Ventilteller eines zu dem Wärmetauscher führenden Ventils trägt und dessen bei Erwärmung ausfahrender Arbeitskolben einem Widerlager gegenüberliegt.

    [0002] Es ist seit langem bekannt, die Temperatur des Kühlmittels und damit die Temperatur des Verbrennungsmotors, insbesondere beim Starten des Verbrennungsmotors zu regeln, indem das Thermostatventil so eingestellt wird, daß es ab einer bestimmten, unterhalb der Betriebstemperatur liegenden Temperatur die Verbindung zu dem Wärmetauscher frei gibt. Dadurch soll erreicht werden, daß der Verbrennungsmotor in möglichst kurzer Zeit auf seine Betriebstemperatur erwärmt wird. Dabei hat die Außentemperatur einen wesentlichen Einfluß auf die Aufwärmzeit, da die Betriebstemperatur bei hoher Außentemperatur schneller als bei niedriger Außentemperatur erreicht wird. Ein Thermostatventil, das bei einer zu tief unterhalb der Betriebstemperatur liegenden Temperatur öffnet, verzögert insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen das Erreichen der Betriebstemperatur. 'Bei niedrigen Außentemperaturen ist es deshalb erwünscht, daß das Thermostatventil erst bei einer höheren Temperatur öffnet. Bei hohen Außentemperaturen soll das Thermostatventil dagegen schon bei einer deutlich niedrigeren Temperatur öffnen, damit die Betriebstemperatur des Motors nicht überschritten wird. Es besteht deshalb in der Praxis seit langem der Wunsch, ein Thermostatventil so auszulegen, daß es bei niedrigen Außentemperaturen bei einer höheren Temperatur als bei höheren Außentemperaturen öffnet. Dieses Bedürfnis wurde früher dadurch erfüllt, daß für niedrige Außentemperaturen sogenannte Winter-Thermostatventile und für höhere Außentemperaturen sogenannte Sommer-Thermostatventile eingebaut wurden. Dies führt jedoch zu einem zusätzlichen Wartungsvorgang und vor allem bei einer nicht korrekten Wahl des Thermostatventils zu der Gefahr von Motorschäden.

    [0003] Um das geschilderte Problem zu lösen, sind auch schon seit langem Überlegungen bekannt, eine einheitliche Vorrichtung zu schaffen, die auf die jeweils vorhandene Außentemperatur umstellbar ist. Keine der bisher bekannt gewordenen Vorrichtungen hat jedoch Eingang in die Praxis gefunden, da alle einen zu hohen Aufwand erfordern und außerdem keine ausreichende Funktionssicherheit bieten. Beispielsweise ist es durch die DE-OS 14 51 669 bekannt, zwei thermostatische Arbeitselemente vorzusehen, die wechselweise einzeln oder auch nacheinander zum Einsatz kommen sollen. Dabei wird vorgesehen, daß die relative Lage der beiden thermostatischen Arbeitselemente jeweils für sich oder gemeinsam zu dem Ventilteller verändert wird, was eine Relativbewegung zwischen den thermostatischen Arbeitselementen und dem Ventilteller notwendig macht. Abgesehen von dem hohen Aufwand führt diese Vorrichtung zu dem Problem, daß eine Gleitführung zwischen dem Ventilteller und den thermostatischen Arbeitselementen vorgesehen werden muß, die sehr störanfällig ist und die außerdem auch noch dicht sein soll.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art mit einfachen und funktionssicheren Mitteln so auszubilden, daß eine Veränderung der Ventilcharakteristik ermöglicht wird. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Position des Widerlagers derart veränderbar ist, daß es Abstützpunkte für den Arbeitskolben bildet, deren Abstand zu dem Gehäuse mit dem Ventilteller einstellbar ist.

    [0005] Durch ein Verändern der relativen Position des Widerlagers zu dem thermostatischen Arbeitselement läßt sich in einfacher Weise der Arbeitsbereich des Thermostatventils verändern. Eine grundsätzliche Veränderung der in der Praxis vielfach bewährten Ventilkonstruktion ist nicht erforderlich, so daß auf bewährte Teile und Konstruktionen zurückgegriffen werden kann. Dabei kann der Arbeitsbereich nicht nur in zwei Extremstellungen geschaltet, sondern auch auf Zwischenstellungen eingestellt werden, so daß eine wirksame Regelung möglich ist, die außer oder anstatt der vorliegenden Außentemperatur auch andere Werte als Führungsgrößen für die Regelung benutzen kann, beispielsweise die Abgastemperatur, die Drehzahl und/oder das Drehmoment des Motors, den Unterdruck im Saugrohr, die Druckdifferenz an einer Unterdruckdose, die öltemperatur o.dgl. Es ist möglich, aufgrund dieser Werte die Motortemperatur in gewissen Grenzen zu verändern, um den Betrieb des Verbrennungsmotors zu optimieren.

    [0006] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele und den Unteransprüchen.

    Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch eine Regelvorrichtung entsprechend der Erfindung mit einem linearen Stellglied und einem quer zum Arbeitskolben des thermostatischen Arbeitselementes verschiebbaren Abstützkörper,

    Fig. 2 eine Teilansicht einer Regelvorrichtung mit einem rotierenden Stellantrieb und einem ebenfalls quer zum Arbeitskolben des thermostatischen Arbeitselementes verschiebbaren Abstützkörper,

    Fig. 3 eine um 90° gedrehte Ansicht der Ausführungsform nach Fig. 2,

    Fig. 4 eine Teilansicht einer Regelvorrichtung mit einem linearen Stellantrieb und einer Hebelübersetzung zu dem Arbeitskolben des thermostatischen Arbeitselementes und

    Fig. 5 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Regelvorrichtung mit einem Widerlager, das einen koaxial zu dem Arbeitskolben des thermostatischen Arbeitselementes bewegbaren Abstützkörper aufweist.



    [0007] Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist ein Zulauf 17 für die Kühlflüssigkeit eines Verbrennungsmotors vorgesehen, der über ein Thermostatventil mit einem direkten Rücklauf 18 und/oder mit einem zu einem nicht dargestellten Wärmetauscher führenden Anschlußstutzen 15 verbindbar ist. Von dem Wärmetauscher führt in ebenfalls nicht dargestellter Weise eine Leitung zurück zu dem Verbrennungsmotor. Das Thermostatventil besitzt ein thermostatisches Arbeitselement, das einen Arbeitskolben 2 und ein Gehäuse 3 aufweist. In dem Gehäuse 3 ist ein Dehnstoff untergebracht, der sich bei Erwärmung ausdehnt und dabei den Arbeitskolben 2 aus dem Gehäuse 3 austreibt. Bei Abkühlung verringert der Dehnstoff sein Volumen, so daß der Arbeitskolben 2 wieder in das Gehäuse 3 hineingedrückt werden kann.

    [0008] Mit dem Gehäuse 3 des thermostatischen Arbeitselementes ist fest ein Ventilteller 4 verbunden, beispielsweise durch Aufpressen oder Aufbördeln o.dgl., der mit einem konischen Rand einen rechtwinkligen Ventilsitz 16 zugeordnet ist, der von dem Anschlußstutzen 15 gebildet wird. Das aus dem Ventilteller 4 und dem Ventilsitz 16 gebildete Ventil verschließt oder öffnet die Verbindung zwischen dem Zulauf 17 und dem zum Wärmetauscher führenden Anschlußstutzen 15. Der Ventilteller 4 wird mit einer konischen Druckfeder 19 in der dargestellten Schließstellung gehalten.

    [0009] Auf dem Gehäuse 3 ist mittels einer Gleitführung ein weiterer Ventilteller 20 angeordnet, der dem direkten Rücklauf 18 zugeordnet ist, der einen dem Ventilteller 20 zugeordneten Ventilsitz 21 aufweist. Der Ventilteller 20 ist mit einer Druckfeder 22 belastet, die sich im Bereich des Ventiltellers 4 an dem Gehäuse 3 abstützt. Der Zulauf 17 befindet sich zwischen den beiden Ventiltellern 4 und 20.

    [0010] Der Arbeitskolben 2 des thermostatischen Arbeitselementes stützt sich an einem Widerlager 1 ab.

    [0011] Bei einem Starten des Verbrennungsmotors und bei einem damit ausgelösten Umwälzen des Kühlmittels befindet sich das Thermostatventil in der in Fig. 1 dargestellten Position, d.h. die Verbindung von dem Zulauf zu dem Anschlußstutzen 15 ist geschlossen,und die Verbindung zu dem direkten Rücklauf 18 ist offen. Das Kühlmittel umströmt dabei das Gehäuse 3 des thermostatischen Arbeitselementes. Wenn eine durch die Auslegung des Dehnstoffes des thermostatischen Arbeitselementes festgelegte Temperatur erreicht wird, so wird der Arbeitskolben 2 nach einer bestimmten, von dem Dehnstoff abhängigen Charakteristik über einen bestimmten Arbeitsbereich ausgefahren. Der sich an dem Widerlager 1 abstützende Arbeitskolben 2 bewegt dann das Gehäuse 3 mit den Ventiltellern 4 und 20,'so daß über einen gewissen Temperaturbereich zunächst beide Ventile 4, 16 und 20, 21 offen sind, während anschließend bei weiterer Erhöhung der Temperatur das Ventil 20, 21 geschlossen wird und nur noch das Ventil 4, 16 geöffnet ist.

    [0012] Um trotz des durch die Wahl des Dehnstoffes festgelegten Temperaturbereiches, in welchem der Arbeitskolben 2 mit linearer Bewegung aus dem Gehäuse 3 ausgefahren wird, den Arbeitsbereich des Thermostatventils auf verschiedene Temperaturniveaus durch einen Eingriff von außen verlegen zu können, ist das Widerlager 1 mit einem unabhängig von und relativ zu dem thermostatischen Arbeitselement verstellbaren Abstützkörper 5 versehen, der quer zur Achse des Arbeitskolbens 2 verschiebbar ist und der eine schräg zur Achse des Arbeitskolbens 2 geneigte Abstützfläche 13 aufweist. Durch Verschieben des Abstützkörpers 5 quer zu dem Arbeitskolben können die jeweils zum Einsatz kommenden Abstützpunkte auf einen unterschiedlichen Abstand zu dem Gehäuse 3 und damit dem Ventilteller 4 in einem Bereich X verändert werden, so daß damit von außen der Arbeitsbereich des Thermostatventils veränderbar ist. Die Verschieberichtung des Abstützkörpers 5 und die Neigung der Abstützfläche 13 werden relativ zu der Achse des Arbeitskolbens 2 so gewählt, daß die Verstellbewegung des Abstützkörpers mit einer Untersetzung in eine Veränderung des Bereichs X umgewandelt wird, gegebenenfalls kann auch eine Übersetzung eingestellt werden. In der dargestellten Stellung des Abstützkörpers 5 befindet sich der am weitesten von dem Gehäuse 3 und dem Ventiller 4 entfernte Abstützpunkt der Abstützfläche 13 im Einsatz, so daß ein Öffnen des Ventils 4, 16 (und Schließen des Ventils 20, 21) erst bei einer erhöhten Temperatur des Kühlmittels erfolgt, was beispielsweise bei niedrigen Außentemperaturen gewünscht ist. Der Arbeitskolben 2 muß erst einen Leerweg von der Größe X zurücklegen, bevor er sich tatsächlich an der Abstützfläche 13 abstützt und durch ein weiteres Ausfahren aus dem Gehäuse 3 dieses und die Ventileteller 4 und 20 verschieben kann. Durch Verschieben des Arbeitskörpers 5 aus der dargestellten Extremstellung (in Fig. 1 nach links) kann der Leerweg des Arbeitskolbens 2 verkleinert werden, so daß damit der Arbeitsbereich des thermostatischen Arbeitselementes und damit des Thermostatventils auf ein niedrigeres Temperaturniveau verlagert wird, wie dies beispielsweise bei hohen Außentemperaturen gewünscht ist. Bei gleicher Erwärmung des thermostatischen Arbeitselementes erreicht dann der Arbeitskolben 2 die Anschlagfläche 13 früher, so daß dann die öffnungsbewegung des Ventils 4, 16 (und die Schließbewegung des Ventils 20, 21) früher beginnt. Wie leicht verständlich ist, können auch zwischen den beiden Endpunkten der schrägen Abstützfläche 13 liegende Abstützpunkte gewählt werden, so daß der Arbeitsbereich des Thermostatventils in den gewählten Grenzen stufenlos veränderbar ist.

    [0013] Das Verschieben des Abstützkörpers 5 des Widerlagers 1 erfolgt bei der dargestellten Ausführungsform durch ein Stellglied 9, das als thermostatisches Arbeitselement ausgebildet ist. Bei Erwärmung wird ein Arbeitskolben 23 aus dem thermostatischen Arbeitselement 9 ausgefahren, der bei Abkühlung entsprechend wieder zurückbewegt wird, wozu eine Rückstellfeder 25 vorgesehen ist, die den Abstützkörper 5 belastet, der ein koaxial zu dem Arbeitskolben 23 ausgerichteter Kolben ist, der in einer Führung eines Gehäuses 26 gleitet, die einteilig mit dem Anschlußstutzen 15 ausgebildet ist. In dieses Gehäuse 26 ist das thermostatische Arbeitselement 9 mit einem Gewindeansatz 27 eingeschraubt.

    [0014] Das thermostatische Arbeitselement 9 ist in bekannter Weise mit einem elektrischen Heizelement versehen, beispielsweise einem PTC-Widerstand, so daß die lineare Bewegung des Arbeitskolbens und damit das Einstellen des Arbeitsbereiches des Thermostatventils elektrisch gesteuert werden kann. Die Stromzufuhr zu dem thermostatischen Arbeitselement wird von einem Signalwandler 28 bewirkt, der aufgrund verschiedenster Führungs- größen aktiviert werden kann. Beispielsweise ist es damit möglich, nicht nur die Außentemperatur oder auch anstelle der Außentemperatur weitere Führungsgrößen für eine Veränderung des Arbeitsbereiches des Thermostatventils heranzuziehen, beispielsweise die Abgastemperatur, die Drehzahl oder das Drehmoment des Verbrennungsmotors, den Unterdruck im Saugrohr, die Druckdifferenz in einer Unterdruckdose oder die öltemperatur o.dgl. Um dabei den Arbeitsbereich des Thermostatventils verändern zu können, auch wenn der Arbeitskolben 2 des thermostatischen Arbeitselementes des Thermostatventils bereits ganz oder teilweise ausgefahren ist, muß die Rückstellfeder 25 so ausgelegt werden, daß sie die Kraft der Feder 19 überwinden und das Ventil 4, 16 durch Verschieben des Gehäuses 3 mit dem Ventilteller 4 öffnen kann.

    [0015] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Anschlußstutzen 15 mit dem Thermostatventil und dem verstellbaren Widerlager 1 als eine Baueinheit ausgebildet, die als Ganzes montiert und gegebenenfalls ausgetauscht werden kann.

    [0016] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 kann auch derart abgewandelt werden, daß die Vorrichtung ohne Zufuhr einer Hilfsenergie arbeitet, d.h., das thermostatische Arbeitselement 9 führt eine Verstellung des Abstützkörpers 5, abhängig von der Umgebungstemperatur, aus. Beispielsweise kann das thermostatische Arbeitselement 9 durch Wahl des in ihm enthaltenen Dehnstoffes so ausgelegt werden, daß bei niedriger Umgebungstemperatur bis zum Beispiel 15° C ein öffnen des Ventils 4, 16 ab einer höheren Temperatur des Kühlmittels beginnt als bei Umgebungstemperaturen von mehr als 15° C. In diesem Falle müßten gegenüber der Darstellung nach Fig. 1 das thermostatische Arbeitselement 9 und die Rückstellfeder 25 gegeneinander vertauscht werden, so daß bei eingefahrenem Arbeitskolben 23 des Arbeitselementes niedrige Umgebungstemperatur der in Einsatz kommende Abstützpunkt der Abstützfläche 13 weiter von dem Gehäuse 3 und dem Ventiller 4 und auch dem Ventilsitz 16 entfernt ist, als bei ausgefahrenem Arbeitskolben 23 des Arbeitselementes 9 (höhere Umgebungstemperatur).

    [0017] In den Fig. 2 bis 5 sind weitere Ausführunsbeispiele für Stellantriebe dargestellt, mit denen der Arbeitsbereich eines Thermostatventils entsprechend Fig. 1 verlagert werden kann, indem für den dem Arbeitskolben 3 des thermostatischen Arbeitselementes ein von außen verstellbares Widerlager vorgesehen ist. Dabei können lineare Stellantriebe oder auch drehende Stellantriebe vorgesehen werden.'Die dargestellten Ausführungsbeispiele stellen nur einen Ausschnitt aus den verschiedensten Möglichkeiten dar, die mit oder ohne Zufuhr einer Hilfsenergie arbeiten können. Es können ohne weiteres auch Stellorgane mit hydraulischen oder pneumatischen Stellgliedern vorgesehen werden.

    [0018] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 und 3 ist ein in seiner Drehrichtung umkehrbarer Drehmotor 10 als Stellglied vorgesehen, der mit einem Antriebsritzel 29 in eine Zahnstange 30 eines Abstützkörpers 6 eingreift, der quer zu der Achse eines Arbeitskolbens 2 eines thermostatischen Arbeitselementes hin und her bewegbar ist, um den Arbeitsbereich um den Betrag X eines Thermostatventils zu verstellen. Mit der Zahnstange 30 ist eine schräg zur Achse des Arbeitskolbens 2 verlaufende Abstützfläche 14 verbunden. Dabei wird der Drehmotor 10 so ausgelegt, daß er auch gegen die Kraft der Feder 19 des Thermostatventils arbeiten kann.

    [0019] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist wieder ein Stellglied 11 mit linearer Antriebsbewegung vorgesehen, beispielweise ein Thermostatelement oder ein Hubmagnet oder ein Motor mit einer Drehspindel, der einen als doppelarmigen Hebel ausgebildeten Abstützkörper 7 belastet, der um eine quer zur Achse eines Arbeitskolbens 2 eines thermostatischen Arbeitselementes eines Thermostatventils verlaufende Achse verschwenkbar ist. Koaxial zu dem Arbeitskolben 2 wird der doppelarmige Hebel 7 mit einer Druckfeder 31 belastet, die die Rückstellbewegung bewirkt und die stärker als die nicht dargestellten Ventilfedern ist.

    [0020] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist der Abstützkörper 8 unmittelbar in axialer Richtung des Arbeitskolbens 2 eines thermostatischen Arbeitselementes eines Thermostatventils verstellbar. Der Abstützkörper 8 ist beispielsweise der Arbeitskolben eines thermostatischen Arbeitselementes 12, das elektrisch beheizt ist, d.h. mit einer Hilfsenergie arbeitet, oder das ohne Hilfsenergie arbeitet und auf die Umgebungstemperatur derart anspricht, daß sein Arbeitskolben bei niedriger Umgebungstemperatur eingefahren bleibt und erst ab einer bestimmten Umgebungstemperatur ausfährt. In gleicher Weise kann der Abstützkörper 8 auch die Spindel eines Drehspindelmotors sein. Ebenso kann er auch der Kolben eines Hubmagneten sein.

    [0021] Anstelle einer Zahnschiene entsprechend dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 und 3 kann auch ein um eine zum Ritzel 29 parallele Achse drehbare, mit einer Außenverzahnung versehene Scheibe vorgesehen werden, die auf ihrer dem Arbeitskolben 2 zugewandten Seite mit einer als Abstützfläche dienenden Nockenfläche versehen ist, durch die unterschiedliche Arbeitsbereiche für den Arbeitskolben einstellbar sind.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Regeln der Temperatur in einem Kühlkreislauf eines Verbrennungsmotors, insbesondere eines Kraftfahrzeugmotors, die ein Thermostatventil enthält, das den Kühlmittelfluß von dem Verbrennungsmotor durch einen direkten Rücklauf und/oder einen Wärmetauscher zurück zum Verbrennungsmotor regelt und das ein thermostatisches Arbeitselement enthält, dessen Gehäuse einen Ventilteller eines zu dem Wärmetauscher führenden Ventils trägt und dessen bei Erwärmung ausfahrender Arbeitskolben einem Widerlager gegenüberliegt, dadurch gekennzeichnet, daß die Position des Widerlagers (1) derart veränderbar ist, daß es Abstützpunkte für den Arbeitskolben (2) bildet, deren Abstand zu dem Gehäuse (3) mit dem Ventilteller (4) verstellbar ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Widerlager ein verstellbarer Abstützkörper (5, 6, 7, 8) für den Arbeitskolben (2) vorgesehen ist, der an ein Stellorgan (9, 10, 11, 12) angeschlossen ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan ein thermostatisches Arbeitselement (9, 12) ist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellorgan ein durch Hilfsenergie betätigbares Stellglied (9, 10, 11, 12) enthält.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Stellglied ein elektrisch beheizbares thermostatisches Arbeitselement (9, 11) dient.
     
    6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstützkörper (7, 8) in axialer Richtung des Antriebskolbens (2) verstellbar ist.
     
    7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstützkörper (5, 6) quer zur Achse des Antriebskolbens (2) verstellbar und mit einer schräg zur Achse des Arbeitskolbens (2) geneigten Abstützfläche (13, 14) versehen ist.
     
    8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstützkörper eine verdrehbare Scheibe ist, die eine dem Arbeitskolben (2) zugewandte Nockenfläche aufweist.
     
    9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Widerlager (1) mit dem Abstützkörper (5) in einem Anschlußstutzen (15) untergebracht ist.
     
    10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlußstutzen (15) als Ventilsitz (16) für den mit dem Gehäuse (3) des thermostatischen Arbeitselementes verbundenen Ventilteller (4) gestaltet ist.
     
    11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlußstutzen (15) mit dem thermostatischen Arbeitselement und dem Widerlager (1) und dem Stellglied (9) eine Baueinheit bildet.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht