[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Relais mit einer Erregerspule und einem Anker
sowie mit mindestens zwei in einer Ebene nebeneinander angeordneten, mit Anschlußelementen
versehenen Gegenkontaktelementen, welche durch eine vom Anker betätigbare Brückenkontaktfeder
elektrisch überbrückbar sind.
[0002] Die Verwendung von Brückenkontakten ist bei Schützen und Starkstromrelais seit langem
bekannt und üblich. Durch die mit der Brückenkontaktfeder erreichbare doppelte Kontaktunterbrechung
läßt sich im Vergleich zum Ankerhub ein doppelter Kontaktabstand erzielen, was besonders
beim Schalten hoher Ströme von Vorteil ist. Bei den bekannten Brückenkontaktkonstruktionen
wird die Brückenkontaktfeder üblicherweise vom Anker über einen Betätigungsschieber
geschaltet, welcher zentral etwa in der Mitte zwischen den beiden Kontaktstellen angreift.
Die Brückenkontaktfeder selbst ist entweder in einem Grundkörper eingespannt oder
in einer Schneide gelagert. Bei 'dieser erwähnten zentralen Betätigung ergibt sich
praktisch keine Reib- bzw. Roll-Bewegung im Bereich der Kontaktstellen. Beim Schalten
hoher Ströme ist dies auch nicht notwendig, da bei Schützen ohnehin große Kontaktkräfte
bzw. Schaltkräfte im Spiel sind, durch die eine sichere Kontaktgabe und eine sichere
Kontakttrennung auch bei geringfügig aneinander klebenden Kontakten gewährleistet
wird.
[0003] Bei Schwachstrom-Relais führt der Trend zu immer kleineren Baugrößen zwangsläufig
dazu, daß auch die Kontaktabstände kleiner werden. Damit wird aber das Schaltvermögen
besonders bei induktiven Lasten vermindert. Die Anwendung von Brückenkontakten könnte
auch hier trotz eines kleinen Ankerhubes das Schaltvermögen verbessern. Doch stehen
einer Anwendung der bei Schützen üblichen Brückenkontakte die Nachteile entgegen,
daß die Kontaktwiderstände wegen der zweimaligen Kontaktunterbrechung verhältnismäßig
hoch sind, insbesondere, wenn sich auf den Kontaktoberflächen Fremdschichten bilden.
Bei rein senkrechter Kontaktbetätigung ohne Reib- und Roll-Bewegungen können solche
Fremdschichten auch nicht abgerieben werden, wobei die in Kleinrelais verhältnismäßig
geringen Kontaktkräfte dann zu einer guten Kontaktgabe nicht mehr ausreichen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Relais mit Brückenkontakten so zu gestalten,
daß es zum Schalten sehr kleiner Ströme bei gleichzeitig hoher Lebensdauer geeignet
ist bzw. über einen hohen Lastbereich von sehr kleinen Strömen bis sehr großen Strömen-angewendet
werden kann. Darüber hinaus soll eine Ausführungsform für ein derartigen Relais geschaffen
werden, welches unter Anwendung des erfindungsgemäßen. Prinzips sehr einfach und mit
wenigen Teilen aufgebaut sowie in einfacher Weise flüssigkeitsdicht abgeschlossen
werden kann.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Relais der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, daß die Brückenkontaktfeder mit ihrer Einspannstelle in direkter fester Wirkverbindung
mit dem Anker steht, daß zwischen den am freien Ende der Kontaktfeder angeordneten,
den Gegenkontaktelementen gegenüberstehenden Kontaktstellen und der Einspannstelle
der Kontaktfeder am Anker mindestens ein Abschnitt verminderten Querschnitts vorgesehen
ist, dessen Federbreite höchstens dem halben Abstand zwischen den beiden Kontaktstellen
entspricht, und daß die beiden Kontaktstellen gegenüber der Längsachse der Kontaktfeder
derart versetzt angeordnet sind, daß bei Berührung der Gegenkontakte sowohl eine Hebelwirkung
um die Einspannachse als auch eine zusätzliche Hebelwirkung um eine zur Einspannachse
senkrechte Achse erzielbar ist.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Relais wird durch die Gestaltung und Anordnung der Brückenkontaktfeder
eine Schub-Reib-Rollbewegung an den Kontaktstellen erzeugt, die durch die beiden zueinander
senkrechten Hebelwirkungen zwischen Einspannung der Feder am Anker und den Gegenkontaktelementen
zustande kommt. Durch diese Reibbewegung werden Fremdschichten, welche den Kontaktwiderstand
ansonsten erhöhen würden, beim Schalten durchgerieben; gleichzeitig werden auf den
Kontaktoberflächen liegende Fremdpartikel weggerieben bzw. weggeschoben. Beim Schalten
von Gleichstrom werden durch die auftretende Materialwanderung erzeugte Unebenheiten
bereits beim Entstehen eingeebnet. Wegen der großen Schälkräfte im Mikrobereich werden
trotz der kleineren Kontaktkräfte auch Verschweißungen der Kontakte aufgerissen.
[0007] In einer zweckmäßigen Ausführungsform ist die Brückenkontaktfeder T-förmig ausgebildet,
wobei sie mit dem Ende des Mittelschenkels am Anker eingespannt ist und an den freien
Enden des Querschenkels jeweils die Kontaktstellen trägt. In einer anderen Ausführungsform
kann die Brückenkontaktfeder einen langgestreckten ersten Federschenkel besitzen,
der mit einem Ende am Anker eingespannt ist und an seinem freien Ende zumindest an
einer Seite über einen seitlichen Zwischensteg einen Kontaktschenkel trägt. Weiterhin
kann die Brückenkontaktfeder auch im Bereich zwischen der Einspannstelle und den Kontaktstellen
mäanderförmig ausgebildet sein.
[0008] Die mit der Erfindung beabsichtigte Kontakt-Reibbewegung wird besonders günstig erzielt,
wenn die Einspannachse der Brückenkontaktfeder gegenüber der Ankerdrehachse seitlich
versetzt ist. Die einer gemeinsamen Brückenkontaktfeder zugeordneten Gegenkontaktelemente
können in einer zweckmäßigen Ausführungsform in einer Ebene aus einem Grundkörper
austreten und durch entgegengesetzt abgewinkelte Abschnitte in einer Ebene übereinanderliegende
Kontaktstellen bilden. Weiterhin ist es zweckmäßig, daß die Brückenkontaktfeder mit
einem elektrischen Anschlußelement versehen ist, so daß wahlweise auch eine Doppelkontaktgabe
zwischen der Brückenkontaktfeder einerseits und den beiden, gegebenenfalls parallel
geschalteten, Gegenkontaktelementen erzielbar ist. Dadurch wird der Anwendungsbereich
des Relais für kleine und große Schaltlasten wesentlich erweitert.
[0009] Eine besonders zweckmäßige Anwendung des erfindungsgemäßen Prinzips bei einem Relais,
bei dem die Spule mit ihrer Achse waagrecht und der Anker im wesentlichen parallel
zur.Spulenachse bzw. zur Grundebene angeordnet sind, ergibt sich dadurch, daß die
Brückenkontaktfeder sich parallel über dem plattenförmigen Anker über die ganze Spulenlänge
erstreckt, im Bereich eines ersten Spulenflansches eine senkrecht zur Spulenachse
verlaufende Anschlußfahne bildet und im Bereich eines entgegengesetzten zweiten Spulenflansches
den beiden Gegenkontaktelementen gegenüberliegt, welche sich mit ihren Anschlußelementen
beiderseits an den Außenseiten des zweiten Spulenflansches senkrecht zur Grundebene
erstrekken und mit ihren kontaktgebenden Enden der Brückenkontaktfeder gegenüberstehend
zueinander entgegengesetzt in eine gemeinsame Ebene gebogen sind. Ein derartiges Relais
läßt sich besonders einfach aus wenigen einfachen Teilen herstellen.
[0010] In einer zweckmäßigen Ausführungsform eines deratigen Relais ist der Anker mit der
Brückenkontaktfeder über der Spule angeordnet, wobei die für hohe Ströme erforderlichen
Luft- und Kriechstrecken gut realisiert werden können. Die oberhalb der Spule liegende
Brückenkontaktfeder ist vor dem Aufbringen einer Gehäusekappe gut von außen zur Justierung
zugänglich, wobei zur Einstellung einer synchronen Kontaktgabe an beiden Kontaktstellen
die Brückenkontaktfeder durch Beschuß mit Laserstrahlen, etwa nach DE-OS 29 18 100,
justiert werden kann.
[0011] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung eines derartigen Relais ist der plattenförmige,
mit einem Ende an einem Schenkel des U-förmig nach oben gebogenen Spulenkerns gelagerte
Anker über ein zwischenliegendes Isolierteil mit der Brückenkontaktfeder verbunden.
Dieses Isolierteil kann durch Umspritzen oder sonstige Einbettung des Ankers gebildet
sein. Es wäre allerdings auch möglich, den Anker durch Stecken mit dem Isolierteil
zu verbinden. In einer zweckmäßigen Ausgestaltung besitzt das Isolierteil einen parallel
zur Anschlußfahne der Brückenkontaktfeder verlaufenden elastischen Schenkel, der als
Rückstellfeder für den Anker dient. Dieser elastische Schenkel kann an einem freigeschnittenen
Lappen der Brückenkontaktfeder im Bereich der Anschlußfahne abgestützt sein. Am gegenüberliegenden
Ende des Isolierteils kann ebenfalls ein überstehender Schenkel vorgesehen sein, um
den Anker gegenüber den Gegenkontaktelementen zu isolieren.
[0012] In einer weiteren zweckmäßigen Ausführungsform ist der Anker mit der Brückenkontaktfeder
innerhalb der Spule längs der Spulenachse angeordnet, wobei die Brückenkontaktfeder
stirnseitig vor dem zweiten Spulenflansch einen Querschenkel besitzt, mit dem sie
den Gegenkontaktelementen gegenübersteht. Die Brückenkontaktfedern kann'auf geeignete
Weise mit dem Anker verbunden sein, wobei gegebenen falls auch eine Isolierstoffzwischenlage
vorgesehen werden kann. Zweckmäßigerweise ist in diesem Fall ein U-förmiges Joch mit
seinem Mittelteil außerhalb der Spule so angeordnet, daß ein Jochschenkel zur Lagerung
des Ankers dient und der zweite Jochschenkel mit dem Anker den Arbeitsluftspalt bildet.
Als Ankerrückstellfeder kann gleichzeitig die im ersten Spulenflansch verankerte Brükkenkontaktfeder
dienen.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine T-förmige Brückenkontaktfeder,
Fig. 2 bis 4 verschiedene elektrische Anschlußmöglichkeiten für eine Brückenkontakteinheit,
Fig. 5 .und 6 zwei verschiedene Ausführungsformen von mit einem Anker verbundenen
Brückenkontakten,
Fig. 7 und 8 weitere Ausführungsformen für Brückenkontaktfedern,
Fig.9, 10 und 11 ein Relais mit Brückenkontaktfeder in - drei verschiedenen Ansichten,
Fig.12 eine weitere Ausführungsform eines Relais mit Brückenkontakfeder.
[0014] Fig. 1 zeigt eine T-förmige Brückenkontaktfeder 1, wie sie für ein Relais zum Schalten
von Schwachstrom geeignet ist. Sie ist mit ihrem langgestreckten Schenkel 1a in einem
Träger 2 eingespannt, und zwar ist sie über diesen Träger- 2 fest mit einem nicht
dargestellten-Anker verbunden. Sie wird also über diesen Träger 2 und nicht über einen
eigenen Kontaktschieber betätigt. Der Querschenkel 1b besitzt an den Enden die Kontaktstellen
bzw. Kontaktniete 3 und 4, die mit den jeweiligen Gegenkontaktelementen zusammenwirken.
[0015] Durch diesen Aufbau und die Art der Betätigung ist an der Brückenkontaktfeder 1 eine
doppelte Hebelwirkung erzielbar. Als Hebelarm in Längsrichtung wirkt der Schenkel
1a mit der Länge 1, über den eine Schub-Reib-Rollbewegung an den Kontaktstellen erzielt
werden kann. Dazu senkrecht wirkt der Querhebel mit dem Querschenkel 1b, wobei der
Hebelarm gegenüber der Federlängsachse die halbe Breite
b zwischen den beiden Kontaktstellen 3 und 4 beträgt. Beide Hebel kommen aufgrund der
Ankerbetätigung bei der Kontaktgabe und beim Kontaktöffnen zur Wirkung, wodurch an
den Kontaktstellen eine Reibbewegung mit den bereits oben erwähnten Wirkungen erzielt
wird.
[0016] Versieht man auch die Brückenkontaktfeder 1 mit einem elektrischen Anschlußelement,
so läßt sich das Relais besonders gut an verschiedene Schaltprobleme anpassen. So
läßt sich beispielsweise gemäß Fig. 2 eine Doppelkontaktgabe erzielen, wobei die Schaltspannung
U zwischen die Anschlüsse der Brückenkontaktfeder 1 einerseits und der parallel geschalteten
Gegenkontaktelemente 5 und 6 andererseits angelegt wird. Eine solche Doppelkontaktgabe
erhöht die Schaltsicherheit, insbesondere beim Schalten von kleinen Lasten.
[0017] Gemäß Fig. 3 liegt die Schaltspannung U zwischen den beiden Gegenkontaktelementen
5 und 6, so daß die Brückenkontaktfeder 1 lediglich als Kontaktbrücke ohne-eigenen
Anschluß verwendet wird. In diesem Fall wird der beim Brükkenkontakt erzielbare doppelte
Kontaktabstand ausgenutzt.
[0018] Bei der Schaltung nach Fig. 4 liegt die Schaltspannung U wiederum zwischen der Brückenkontaktfeder
1 und den beiden Gegenkontaktelementen 5 und 6. Diese Gegenkontaktelemente sind jedoch
nicht unmittelbar parallel geschaltet, sondern in Reihe zum Gegenkontaktelement 5
liegt ein Zusatzwiderstand 7. Außerdem besitzt das Gegenkontaktelement 5 einen kleineren
Kontaktabstand d1 im Vergleich zum Kontaktabstand d2 des Gegenkontaktelementes 6 gegenüber
der Brückenkontaktfeder 1. Das Gegenkontaktelement 5 dient also als Vorlaufkontakt,
welcher früher schaltet; eine derartige Anordnung kann bei hohen Stromspitzen von
Vorteil sein.
[0019] Fig. 5 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel für die Anwendung eines Brückenkontaktelementes
für ein Relais mit einem Drehanker 8, der über einen isolierenden Träger 9 auf einem
Grundkörper 10 gelagert ist. Mit dem Anker 8 ist über den Träger 9 eine T-förmige
Brückenkontaktfeder 11 verbunden, welche im Träger 9 fest eingespannt ist und die
Schaltbewegungen-des Ankers 8 um die Drehachse 12 mitmacht. Zwei Gegenkontaktelemente
13 und 14 sind in einer Ebene im Grundkörper 10 verankert. Sie sind mit ihren freien
Enden jeweils gegeneinander so abgewinkelt, daß sie übereinander in einer Ebene stehende
Kontaktstellen 13a bzw. 14a bilden, die mit dem Querschenkel 11a der Brückenkontaktfeder
11 zusammenwirken. Auf den Kontaktelementen sind jeweils Kontaktprofile 15 über die
gesamte Breite der kontaktgebenden Teile 13a, 14a und 11a aufgebracht, so daß sie
kreuzförmig übereinander liegen und bei der auftretenden Reibbewegung eine sichere
Kontaktgabe gewährleisten.
[0020] Eine etwas abgewandelte Ausführungsform der Kontaktfeder zeigt Fig. 6, wo im Träger
9 eine langgestreckte Kontaktfeder 16 verankert ist. Diese trägt an ihrem freien Ende
über einen Quersteg 16a eine Kontaktbrücke 17, die sich parallel zur Kontaktfeder
16 erstreckt und mit ihren beiden freien Enden jeweils Kontakt mit den Gegenkontaktelementen
18 und 19 gibt. Auch in diesem Fall ergibt sich die doppelte Hebelwirkung der Kontaktbrücke
um eine durch die Einspannstelle 20 gehende Achse sowie um die Längsachse der Kontaktfeder
16. Eine verstärkte Reibbewegung ist in diesen Fällen nach Fig. 5 und 6 dadurch gegeben,
daß die Einspannstelle 20 einen relativ großen Abstand a gegenüber der Ankerdrehachse
12 besitzt. Beim Schalten vollführt dadurch die Kontaktfeder 16 eine relativ große
Bewegung in ihrer Längsrichtung, was sich in einer entsprechenden Reibbewegung an
den Kontaktstellen auswirkt.
[0021] Fig. 7 zeigt eine mäanderförmige Brückenkontaktfeder 21, welche durch die Einschnitte
22 und 23 eine zweimalige Querschnittsverminderung zwischen der Kontaktbrücke 24 und
der Einspannstelle 25 auf etwa ein Drittel der sonstigen Federbreite aufweist. Eine
abgewandelte Ausführungsform einer Kontaktfeder 26 zeigt Fig. 8. Dort ist am freien
Ende der Kontaktfeder 26 beiderseits über einen Steg 27 ein Kontaktschenkel 28 angeformt,
welche zusammen als Kontaktbrücke die oben erwähnte Hebelwirkung gegenüber der Einspannstelle
29 erzeugen.
[0022] In den Fig. 9 bis 11 ist ein einfaches kompaktes Kleinrelais gezeigt, in welchem
einer der oben beschriebenen Brückenkontakte angewendet werden kann. Das Relais besitzt
einen Grundkörper 31, der gleichzeitig als Spulenkörper für die Wicklung 32 dient.
Im Spulenkörper ist ein U-förmiger Kern 33 angeordnet, dessen beide Seitenschenkel
34 und 35 jeweils im Bereich eines Spulenflansches 36 bzw. 37 liegen. Dieser Kern
33 kann zweckmäßigerweise in den Grundkörper 31 eingespritzt werden. Auch kann die
Spule nach dem Wickeln mit Kunststoff umspritzt werden. Auf dem Kernschenkel 34 ist
ein Anker 38 gelagert, der plattenförmig über der Spule, parallel zur Grundebene,
liegt und mit seinem freien Ende einen Arbeitsluftspalt 39.mit dem Kernschenkel 35
bildet. Der Anker 38 ist in einem Isolierstoffteil 40 gehalten, welches beispielsweise
durch Umspritzen des Ankers gebildet sein kann. In anderer Ausführungsform könnte
dieses Isolierstoffteil 40 aber auch den Anker durch Einstecken oder eine andere Befestigungsart
aufnehmen. Über dem Isolierstoffteil 40 liegt eine Brückenkontaktfeder 41, welche
sich über die gesamte Spulenlänge erstreckt und über das Isolierstoffteil 40 mit dem
Anker 38 fest verbunden ist. Zur Befestigung können an dem Isolierstoffteil 40 beispielsweise
Zapfen, Stege oder sonstige Fortsätze vorgesehen sein, welche durch Warmverformen
an der Seitenkante oder in Ausnehmungen der Feder 41 diese halten. Die Brückenkontaktfeder
41 ist im Bereich des Spulenflansches 36 rechtwinklig nach unten abgebogen und bildet
so eine Anschlußfahne 42, die durch eine Ausnehmung 43 des Grundkörpers 31 gesteckt
und mit einem abgebogenen Lappen 44 dort verankert ist. Ein im Bereich des Spulenflansches
36 liegender Schenkel 45 des Isolierstoffteiles 41 dient als Rückstellfeder für den
Anker, wobei er sich über die Nase 47 an einem herausgebogenen Lappen 48 der Brückenkontaktfeder
41 abstützt.
[0023] Das freie Ende der Brückenkontaktfeder 41, die beispielsweise gemäß Fig. 1 T-förmig
ausgebildet sein kann, trägt ein Kontaktprofil 49, welches mit zwei Gegenkontaktelementen
50 und 51 zusammenwirkt. Diese beiden Gegenkontaktelemente sind mit ihren Anschlußteilen
50a bzw. 51a jeweils seitlich vom Spulenflansch 37 angeordnet und mit ihren kontaktgebenden
Enden 50b bzw. 51b in eine gemeinsame Ebene unterhalb der Brückenkontaktfeder 41 gebogen.
Gegenüber dem Anker bzw. dem Kern sind sie durch den Schenkel 52 des Isolierstoffteiles
40 zusätzlich isoliert. Durch die seitliche Anordnung der Gegenkontaktelemente ist
auch eine gute Wärmeableitung gewährleistet. Der Spulenflansch 37 besitzt im Bereich
zwischen den beiden Gegenkontaktelementen eine Kammer 53 zur Aufnahme einer Getterpille
54, welche zwischen lamellenförmigen Rippen 55 des Grundkörpers befestigt ist. Diese
Lamellen bilden weitere Isolierstrecken zwischen den Gegenkontakten, welche auch durch
Abbrandprodukte nicht ohne weiteres überbrückbar sind.
[0024] Das Relais wird durch eine über dem Grundkörper 31 gestülpte Kappe 56 aus Kunststoff
abgeschlossen und an der Unterseite mit einem Vlies 57, das mit Kunstharz getränkt
wird, abgedichtet. Eine an der Kappe angeformte Rippe 58 dient zur Hubbegrenzung für
den Anker bzw. die Brückenkontaktfeder 41. Außerdem kann die Kontaktfeder vor dem
Aufbringen der Kappe von oben beispielsweise mit Laserstrahlen justiert werden.
[0025] Eine abgewandelte Ausführungsform zeigt Fig. 12. In diesem Fall bildet der Spulenkörper
61 einen durchgehenden axialen Hohlraum 62, in welchem ein stabförmiger Anker 63 angeordnet-ist.
Ein U-förmiges Joch 64 ist von unten so in Ausnehmungen des Spulenkörpers 61 eingeschoben,
daß es mit seinem Schenkel 65 im Bereich des Spulenflansches 66 eine Lagerstelle für
den Anker 63 bildet, während der Schenkel 67 im Bereich des Spulenflansches 68 einen
Arbeitsluftspalt mit dem Anker bildet.
[0026] Mit dem Anker 63 ist eine Brückenkontaktfeder 69 verbunden, welche über die ganze
Länge des Spulenrohres über dem Anker liegt und mit ihrem abgebogenen, als Anschlußfahne
dienenden Schenkel 70 im Spulenflansch 66 verankert ist. Durch geeignete Vorspannung
kann die Brückenkontaktfeder gleichzeitig als Rückstellfeder für den Anker dienen.
Die Brückenkontaktfeder ist auch in diesem Fall T-förmig ausgebildet, wobei der Querschenkel
71 stirnseitig vor der Spulenwicklung im Bereich des Spulenflansches 68 liegt und
mit zwei Gegenkontaktelementen 72 zwei Kontaktstellen bildet. Die Gegenkontaktelemente
72 sind wie die Gegenkontaktelemente 50 und 51 seitlich am Spulenflansch befestigt
und mit ihren kontaktgebenden Enden in eine waagrechte Ebene unterhalb des Kontaktschenkels
71 der Brückenkontaktfeder abgebogen. Über den Kontaktstellen ist eine Getterpille
73 in geeigneter Weise im Spulenkörper befestigt. Auch dieses Relais ist mit einer
Kappe 74 abgeschlossen.
[0027] 16 Patentansprüche 12 Figuren
1. Relais mit einer Erregerspule und einem Anker sowie mit mindestens zwei in einer
Ebene nebeneinander angeordneten, mit Anschlußelementen versehenen Gegenkontaktelementen,
welche durch eine vom Anker betätigbare Brückenkontaktfeder elektrisch überbrückbar
sind, dadurch gekennzeichnet , daß die Brückenkontaktfeder (1; 11; 16; 21; 26; 41;
69) mit ihrer Einspannstelle (1a; 20; 25) in direkter fester Wirkverbindung mit dem
Anker (8; 38; 63) steht, daß zwischen den am freien Ende der Kontaktfeder angeordneten,
den Gegenkontaktelementen (5, 6; 13, 14; 18, 1-9; 50, 51; 72) gegenüberstehenden Kontaktstellen
(3, 4) und der Einspannstelle (2) der Kontaktfeder (1; 11; 16; 21; 41) am Anker (8;
38) mindestens ein Abschnitt (1a) verminderten Querschnitts vorgesehen ist, dessen
Federbreite höchstens dem halben Abstand zwischen den beiden Kontaktstellen (3, 4)
entspricht, und daß die beiden Kontaktstellen (3, 4) gegenüber der Längsachse der
Kontaktfeder derart versetzt angeordnet sind, daß bei Berührung der Gegenkontaktelemente
sowohl eine Hebelwirkung um die Einspannachse als auch eine zusätzliche Hebelwirkung
um eine zur Einspannachse senkrechte Achse erzielbar ist.
2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (1;
11; 41) T-förmig ausgebildet ist, wobei sie mit dem Ende des Mittelschenkels (1a)
am Anker eingespannt ist und an den freien Enden des Querschenkels (1b) die Kontaktstellen
(3, 4) trägt.
3. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (16,
26) einen langgestreckten ersten Federschenkel (16a; 26a) besitzt, der mit einem Ende
am Anker eingespannt ist und an seinem freien Ende zumindest an einer Seite über einen
seitlichen Zwischensteg (16b; 27) einen Kontaktschenkel (17; 28) trägt.
4. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (21)
im Bereich zwischen-der Einspannstelle (25) und den Kontaktstellen (24) mäanderförmig
ausgebildet ist.
5. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Einspannachse
(20) der Brückenkontaktfeder (16) gegenüber der Ankerdrehachse (12) seitlich versetzt
ist.
6. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Brückenkontaktfeder
(1) mit einem elektrischen Anschlußelement versehen ist.
7. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Brückenkontaktfeder
(1) im Bereich zwischen ihrer Einspannstelle und dem kontaktgebenden Ende zumindest
an einer Stelle auf etwa ein Drittel ihres Querschnitts vermindert ist.
8. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet , daß die einer
gemeinsamen Brückenkontaktfeder (11) zugeordneten Gegenkontaktelemente (13, 14) in
einer Ebene aus einem Grundkörper (10) austreten und durch entgegengesetzt abgewinkelte
Abschnitte (13a, 14a) in einer Ebene übereinander liegende Kontaktstellen bilden.
9. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Spule mit ihrer Achse waagrecht
und der Anker im wesentlichen parallel zur Spulenachse bzw. zur Grundebene angeordnet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (41; 69) sich parallel über
dem plattenförmigen Anker (38; 63) über die ganze Spulenlänge erstreckt, im Bereich
eines ersten Spulenflansches (36; 66) eine senkrecht zur Spulenachse verlaufende Anschlußfahne
(42; 70) bildet und im Bereich eines entgegengesetzten zweiten Spulenflansches (37)
den beiden Gegenkontaktelementen (50, 51; 72) gegenüberliegt, welche sich mit ihren
Anschlußelementen (50a, 51a) beiderseits an den Außenseiten des zweiten Spulenflansches
(37; 68) senkrecht zur Grundebene erstrecken und mit ihren kontaktgebenden Enden (50b,
51b) der Brückenkontaktfeder (41; 69) gegenüberstehend zueinander entgegengesetzt
in eine gemeinsame Ebene gebogen sind.
10. Relais nach Anspruch 9, dadurch ge- kennzeichnet, daß der mit einem Ende an einem
Schenkel (34) des U-förmig nach oben gebogenen Spulenkerns (33) gelagerte Anker (38)
über ein zwischenliegendes Isolierstoffteil (40) mit der Brückenkontaktfeder (41)
verbunden ist.
11. Relais nach Anspruch 10, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Isolierstoffteil (40)
als Einbettung des Ankers (38) ausgebildet ist.
12. Relais nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet , daß das Isolierstoffteil
(40) einen parallel zur Anschlußfahne (42) der Brückenkontaktfeder (41) verlaufenden
elastischen Schenkel (46) besitzt, der als Rückstellfeder für den Anker dient.
13. Relais nach Anspruch 12, dadurch ge- kennzeichnet, daß der elastische Schenkel
(46) des Isolierstoffteils an einem freigeschnittenen Lappen (48) der Brückenkontaktfeder
(41) abgestützt ist.
14. Relais nach einem der Ansprüche 9 bis 13, da- durch gekennzeichnet , daß in dem
zweiten Spulenflansch (37) zwischen den Gegenkontaktelementen (50, 51) eine Kammer
(53) zur Aufnahme eines Getters (54) ausgebildet ist, wobei die seitlichen Wände der
kammer lamellenförmige Vorsprünge (55) aufweisen.
15. Relais nach einem der Ansprüche 9 bis 14, da- durch gekennzeichnet, daß der Anker
(38) mit dem auf ihm liegenden Teil der Brückenkontaktfeder (41) oberhalb der Spule
(32, 33) angeordnet ist.
16. Relais nach einem der Ansprüche 9 bis 14, da- durch gekennzeichnet, daß der Anker
(63) mit dem auf ihm liegenden Teil der Brückenkontaktfeder (69) innerhalb des Spulenkörpers
(61) etwa längs der Achse angeordnet ist, wobei die Brückenkontaktfeder außerhalb
des Spulenkörpers (61) mit einem Querschenkel (71) zwei Kontaktstellen mit den beiden
Gegenkontaktelementen (72) bildet.