(19)
(11) EP 0 099 019 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.01.1984  Patentblatt  1984/04

(21) Anmeldenummer: 83106253.4

(22) Anmeldetag:  27.06.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3H01H 1/18, H01H 50/54
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB LI

(30) Priorität: 30.06.1982 DE 3224468

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Esterl, Robert
    D-8019 Reinstorf (DE)
  • Weiser, Josef, DR.
    D-8021 Hohenschäftlarn (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Relais mit Brückenkontaktfeder


    (57) Das Relais besitzt eine mit zwei Gegenkontaktelementen (13, 14) zusammenwirkende Brückenkontaktfeder (11), welche fest mit einem Anker (8) verbunden ist und zwischen ihrer Einspannstelle und dem im Abstand zu ihrer Längsachse angeordneten Kontaktstellen einen verminderten Querschnitt aufweist, der höchstens die Hälfte des Abstandes zwischen den Kontaktstellen beträgt. Dadurch ergibt sich eine Hebelwirkung der Kontaktstellen um zwei unterschiedliche Achsen, wodurch an den Kontaktstellen eine Reibwirkung erzeugt wird. Dadurch wird der Brückenkontakt insbesondere auch für das Schalten von geringen Strömen anwendbar.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Relais mit einer Erregerspule und einem Anker sowie mit mindestens zwei in einer Ebene nebeneinander angeordneten, mit Anschlußelementen versehenen Gegenkontaktelementen, welche durch eine vom Anker betätigbare Brückenkontaktfeder elektrisch überbrückbar sind.

    [0002] Die Verwendung von Brückenkontakten ist bei Schützen und Starkstromrelais seit langem bekannt und üblich. Durch die mit der Brückenkontaktfeder erreichbare doppelte Kontaktunterbrechung läßt sich im Vergleich zum Ankerhub ein doppelter Kontaktabstand erzielen, was besonders beim Schalten hoher Ströme von Vorteil ist. Bei den bekannten Brückenkontaktkonstruktionen wird die Brückenkontaktfeder üblicherweise vom Anker über einen Betätigungsschieber geschaltet, welcher zentral etwa in der Mitte zwischen den beiden Kontaktstellen angreift. Die Brückenkontaktfeder selbst ist entweder in einem Grundkörper eingespannt oder in einer Schneide gelagert. Bei 'dieser erwähnten zentralen Betätigung ergibt sich praktisch keine Reib- bzw. Roll-Bewegung im Bereich der Kontaktstellen. Beim Schalten hoher Ströme ist dies auch nicht notwendig, da bei Schützen ohnehin große Kontaktkräfte bzw. Schaltkräfte im Spiel sind, durch die eine sichere Kontaktgabe und eine sichere Kontakttrennung auch bei geringfügig aneinander klebenden Kontakten gewährleistet wird.

    [0003] Bei Schwachstrom-Relais führt der Trend zu immer kleineren Baugrößen zwangsläufig dazu, daß auch die Kontaktabstände kleiner werden. Damit wird aber das Schaltvermögen besonders bei induktiven Lasten vermindert. Die Anwendung von Brückenkontakten könnte auch hier trotz eines kleinen Ankerhubes das Schaltvermögen verbessern. Doch stehen einer Anwendung der bei Schützen üblichen Brückenkontakte die Nachteile entgegen, daß die Kontaktwiderstände wegen der zweimaligen Kontaktunterbrechung verhältnismäßig hoch sind, insbesondere, wenn sich auf den Kontaktoberflächen Fremdschichten bilden. Bei rein senkrechter Kontaktbetätigung ohne Reib- und Roll-Bewegungen können solche Fremdschichten auch nicht abgerieben werden, wobei die in Kleinrelais verhältnismäßig geringen Kontaktkräfte dann zu einer guten Kontaktgabe nicht mehr ausreichen.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Relais mit Brückenkontakten so zu gestalten, daß es zum Schalten sehr kleiner Ströme bei gleichzeitig hoher Lebensdauer geeignet ist bzw. über einen hohen Lastbereich von sehr kleinen Strömen bis sehr großen Strömen-angewendet werden kann. Darüber hinaus soll eine Ausführungsform für ein derartigen Relais geschaffen werden, welches unter Anwendung des erfindungsgemäßen. Prinzips sehr einfach und mit wenigen Teilen aufgebaut sowie in einfacher Weise flüssigkeitsdicht abgeschlossen werden kann.

    [0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Relais der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die Brückenkontaktfeder mit ihrer Einspannstelle in direkter fester Wirkverbindung mit dem Anker steht, daß zwischen den am freien Ende der Kontaktfeder angeordneten, den Gegenkontaktelementen gegenüberstehenden Kontaktstellen und der Einspannstelle der Kontaktfeder am Anker mindestens ein Abschnitt verminderten Querschnitts vorgesehen ist, dessen Federbreite höchstens dem halben Abstand zwischen den beiden Kontaktstellen entspricht, und daß die beiden Kontaktstellen gegenüber der Längsachse der Kontaktfeder derart versetzt angeordnet sind, daß bei Berührung der Gegenkontakte sowohl eine Hebelwirkung um die Einspannachse als auch eine zusätzliche Hebelwirkung um eine zur Einspannachse senkrechte Achse erzielbar ist.

    [0006] Bei dem erfindungsgemäßen Relais wird durch die Gestaltung und Anordnung der Brückenkontaktfeder eine Schub-Reib-Rollbewegung an den Kontaktstellen erzeugt, die durch die beiden zueinander senkrechten Hebelwirkungen zwischen Einspannung der Feder am Anker und den Gegenkontaktelementen zustande kommt. Durch diese Reibbewegung werden Fremdschichten, welche den Kontaktwiderstand ansonsten erhöhen würden, beim Schalten durchgerieben; gleichzeitig werden auf den Kontaktoberflächen liegende Fremdpartikel weggerieben bzw. weggeschoben. Beim Schalten von Gleichstrom werden durch die auftretende Materialwanderung erzeugte Unebenheiten bereits beim Entstehen eingeebnet. Wegen der großen Schälkräfte im Mikrobereich werden trotz der kleineren Kontaktkräfte auch Verschweißungen der Kontakte aufgerissen.

    [0007] In einer zweckmäßigen Ausführungsform ist die Brückenkontaktfeder T-förmig ausgebildet, wobei sie mit dem Ende des Mittelschenkels am Anker eingespannt ist und an den freien Enden des Querschenkels jeweils die Kontaktstellen trägt. In einer anderen Ausführungsform kann die Brückenkontaktfeder einen langgestreckten ersten Federschenkel besitzen, der mit einem Ende am Anker eingespannt ist und an seinem freien Ende zumindest an einer Seite über einen seitlichen Zwischensteg einen Kontaktschenkel trägt. Weiterhin kann die Brückenkontaktfeder auch im Bereich zwischen der Einspannstelle und den Kontaktstellen mäanderförmig ausgebildet sein.

    [0008] Die mit der Erfindung beabsichtigte Kontakt-Reibbewegung wird besonders günstig erzielt, wenn die Einspannachse der Brückenkontaktfeder gegenüber der Ankerdrehachse seitlich versetzt ist. Die einer gemeinsamen Brückenkontaktfeder zugeordneten Gegenkontaktelemente können in einer zweckmäßigen Ausführungsform in einer Ebene aus einem Grundkörper austreten und durch entgegengesetzt abgewinkelte Abschnitte in einer Ebene übereinanderliegende Kontaktstellen bilden. Weiterhin ist es zweckmäßig, daß die Brückenkontaktfeder mit einem elektrischen Anschlußelement versehen ist, so daß wahlweise auch eine Doppelkontaktgabe zwischen der Brückenkontaktfeder einerseits und den beiden, gegebenenfalls parallel geschalteten, Gegenkontaktelementen erzielbar ist. Dadurch wird der Anwendungsbereich des Relais für kleine und große Schaltlasten wesentlich erweitert.

    [0009] Eine besonders zweckmäßige Anwendung des erfindungsgemäßen Prinzips bei einem Relais, bei dem die Spule mit ihrer Achse waagrecht und der Anker im wesentlichen parallel zur.Spulenachse bzw. zur Grundebene angeordnet sind, ergibt sich dadurch, daß die Brückenkontaktfeder sich parallel über dem plattenförmigen Anker über die ganze Spulenlänge erstreckt, im Bereich eines ersten Spulenflansches eine senkrecht zur Spulenachse verlaufende Anschlußfahne bildet und im Bereich eines entgegengesetzten zweiten Spulenflansches den beiden Gegenkontaktelementen gegenüberliegt, welche sich mit ihren Anschlußelementen beiderseits an den Außenseiten des zweiten Spulenflansches senkrecht zur Grundebene erstrekken und mit ihren kontaktgebenden Enden der Brückenkontaktfeder gegenüberstehend zueinander entgegengesetzt in eine gemeinsame Ebene gebogen sind. Ein derartiges Relais läßt sich besonders einfach aus wenigen einfachen Teilen herstellen.

    [0010] In einer zweckmäßigen Ausführungsform eines deratigen Relais ist der Anker mit der Brückenkontaktfeder über der Spule angeordnet, wobei die für hohe Ströme erforderlichen Luft- und Kriechstrecken gut realisiert werden können. Die oberhalb der Spule liegende Brückenkontaktfeder ist vor dem Aufbringen einer Gehäusekappe gut von außen zur Justierung zugänglich, wobei zur Einstellung einer synchronen Kontaktgabe an beiden Kontaktstellen die Brückenkontaktfeder durch Beschuß mit Laserstrahlen, etwa nach DE-OS 29 18 100, justiert werden kann.

    [0011] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung eines derartigen Relais ist der plattenförmige, mit einem Ende an einem Schenkel des U-förmig nach oben gebogenen Spulenkerns gelagerte Anker über ein zwischenliegendes Isolierteil mit der Brückenkontaktfeder verbunden. Dieses Isolierteil kann durch Umspritzen oder sonstige Einbettung des Ankers gebildet sein. Es wäre allerdings auch möglich, den Anker durch Stecken mit dem Isolierteil zu verbinden. In einer zweckmäßigen Ausgestaltung besitzt das Isolierteil einen parallel zur Anschlußfahne der Brückenkontaktfeder verlaufenden elastischen Schenkel, der als Rückstellfeder für den Anker dient. Dieser elastische Schenkel kann an einem freigeschnittenen Lappen der Brückenkontaktfeder im Bereich der Anschlußfahne abgestützt sein. Am gegenüberliegenden Ende des Isolierteils kann ebenfalls ein überstehender Schenkel vorgesehen sein, um den Anker gegenüber den Gegenkontaktelementen zu isolieren.

    [0012] In einer weiteren zweckmäßigen Ausführungsform ist der Anker mit der Brückenkontaktfeder innerhalb der Spule längs der Spulenachse angeordnet, wobei die Brückenkontaktfeder stirnseitig vor dem zweiten Spulenflansch einen Querschenkel besitzt, mit dem sie den Gegenkontaktelementen gegenübersteht. Die Brückenkontaktfedern kann'auf geeignete Weise mit dem Anker verbunden sein, wobei gegebenen falls auch eine Isolierstoffzwischenlage vorgesehen werden kann. Zweckmäßigerweise ist in diesem Fall ein U-förmiges Joch mit seinem Mittelteil außerhalb der Spule so angeordnet, daß ein Jochschenkel zur Lagerung des Ankers dient und der zweite Jochschenkel mit dem Anker den Arbeitsluftspalt bildet. Als Ankerrückstellfeder kann gleichzeitig die im ersten Spulenflansch verankerte Brükkenkontaktfeder dienen.

    [0013] Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt

    Fig. 1 eine T-förmige Brückenkontaktfeder,

    Fig. 2 bis 4 verschiedene elektrische Anschlußmöglichkeiten für eine Brückenkontakteinheit,

    Fig. 5 .und 6 zwei verschiedene Ausführungsformen von mit einem Anker verbundenen Brückenkontakten,

    Fig. 7 und 8 weitere Ausführungsformen für Brückenkontaktfedern,

    Fig.9, 10 und 11 ein Relais mit Brückenkontaktfeder in - drei verschiedenen Ansichten,

    Fig.12 eine weitere Ausführungsform eines Relais mit Brückenkontakfeder.



    [0014] Fig. 1 zeigt eine T-förmige Brückenkontaktfeder 1, wie sie für ein Relais zum Schalten von Schwachstrom geeignet ist. Sie ist mit ihrem langgestreckten Schenkel 1a in einem Träger 2 eingespannt, und zwar ist sie über diesen Träger- 2 fest mit einem nicht dargestellten-Anker verbunden. Sie wird also über diesen Träger 2 und nicht über einen eigenen Kontaktschieber betätigt. Der Querschenkel 1b besitzt an den Enden die Kontaktstellen bzw. Kontaktniete 3 und 4, die mit den jeweiligen Gegenkontaktelementen zusammenwirken.

    [0015] Durch diesen Aufbau und die Art der Betätigung ist an der Brückenkontaktfeder 1 eine doppelte Hebelwirkung erzielbar. Als Hebelarm in Längsrichtung wirkt der Schenkel 1a mit der Länge 1, über den eine Schub-Reib-Rollbewegung an den Kontaktstellen erzielt werden kann. Dazu senkrecht wirkt der Querhebel mit dem Querschenkel 1b, wobei der Hebelarm gegenüber der Federlängsachse die halbe Breite b zwischen den beiden Kontaktstellen 3 und 4 beträgt. Beide Hebel kommen aufgrund der Ankerbetätigung bei der Kontaktgabe und beim Kontaktöffnen zur Wirkung, wodurch an den Kontaktstellen eine Reibbewegung mit den bereits oben erwähnten Wirkungen erzielt wird.

    [0016] Versieht man auch die Brückenkontaktfeder 1 mit einem elektrischen Anschlußelement, so läßt sich das Relais besonders gut an verschiedene Schaltprobleme anpassen. So läßt sich beispielsweise gemäß Fig. 2 eine Doppelkontaktgabe erzielen, wobei die Schaltspannung U zwischen die Anschlüsse der Brückenkontaktfeder 1 einerseits und der parallel geschalteten Gegenkontaktelemente 5 und 6 andererseits angelegt wird. Eine solche Doppelkontaktgabe erhöht die Schaltsicherheit, insbesondere beim Schalten von kleinen Lasten.

    [0017] Gemäß Fig. 3 liegt die Schaltspannung U zwischen den beiden Gegenkontaktelementen 5 und 6, so daß die Brückenkontaktfeder 1 lediglich als Kontaktbrücke ohne-eigenen Anschluß verwendet wird. In diesem Fall wird der beim Brükkenkontakt erzielbare doppelte Kontaktabstand ausgenutzt.

    [0018] Bei der Schaltung nach Fig. 4 liegt die Schaltspannung U wiederum zwischen der Brückenkontaktfeder 1 und den beiden Gegenkontaktelementen 5 und 6. Diese Gegenkontaktelemente sind jedoch nicht unmittelbar parallel geschaltet, sondern in Reihe zum Gegenkontaktelement 5 liegt ein Zusatzwiderstand 7. Außerdem besitzt das Gegenkontaktelement 5 einen kleineren Kontaktabstand d1 im Vergleich zum Kontaktabstand d2 des Gegenkontaktelementes 6 gegenüber der Brückenkontaktfeder 1. Das Gegenkontaktelement 5 dient also als Vorlaufkontakt, welcher früher schaltet; eine derartige Anordnung kann bei hohen Stromspitzen von Vorteil sein.

    [0019] Fig. 5 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel für die Anwendung eines Brückenkontaktelementes für ein Relais mit einem Drehanker 8, der über einen isolierenden Träger 9 auf einem Grundkörper 10 gelagert ist. Mit dem Anker 8 ist über den Träger 9 eine T-förmige Brückenkontaktfeder 11 verbunden, welche im Träger 9 fest eingespannt ist und die Schaltbewegungen-des Ankers 8 um die Drehachse 12 mitmacht. Zwei Gegenkontaktelemente 13 und 14 sind in einer Ebene im Grundkörper 10 verankert. Sie sind mit ihren freien Enden jeweils gegeneinander so abgewinkelt, daß sie übereinander in einer Ebene stehende Kontaktstellen 13a bzw. 14a bilden, die mit dem Querschenkel 11a der Brückenkontaktfeder 11 zusammenwirken. Auf den Kontaktelementen sind jeweils Kontaktprofile 15 über die gesamte Breite der kontaktgebenden Teile 13a, 14a und 11a aufgebracht, so daß sie kreuzförmig übereinander liegen und bei der auftretenden Reibbewegung eine sichere Kontaktgabe gewährleisten.

    [0020] Eine etwas abgewandelte Ausführungsform der Kontaktfeder zeigt Fig. 6, wo im Träger 9 eine langgestreckte Kontaktfeder 16 verankert ist. Diese trägt an ihrem freien Ende über einen Quersteg 16a eine Kontaktbrücke 17, die sich parallel zur Kontaktfeder 16 erstreckt und mit ihren beiden freien Enden jeweils Kontakt mit den Gegenkontaktelementen 18 und 19 gibt. Auch in diesem Fall ergibt sich die doppelte Hebelwirkung der Kontaktbrücke um eine durch die Einspannstelle 20 gehende Achse sowie um die Längsachse der Kontaktfeder 16. Eine verstärkte Reibbewegung ist in diesen Fällen nach Fig. 5 und 6 dadurch gegeben, daß die Einspannstelle 20 einen relativ großen Abstand a gegenüber der Ankerdrehachse 12 besitzt. Beim Schalten vollführt dadurch die Kontaktfeder 16 eine relativ große Bewegung in ihrer Längsrichtung, was sich in einer entsprechenden Reibbewegung an den Kontaktstellen auswirkt.

    [0021] Fig. 7 zeigt eine mäanderförmige Brückenkontaktfeder 21, welche durch die Einschnitte 22 und 23 eine zweimalige Querschnittsverminderung zwischen der Kontaktbrücke 24 und der Einspannstelle 25 auf etwa ein Drittel der sonstigen Federbreite aufweist. Eine abgewandelte Ausführungsform einer Kontaktfeder 26 zeigt Fig. 8. Dort ist am freien Ende der Kontaktfeder 26 beiderseits über einen Steg 27 ein Kontaktschenkel 28 angeformt, welche zusammen als Kontaktbrücke die oben erwähnte Hebelwirkung gegenüber der Einspannstelle 29 erzeugen.

    [0022] In den Fig. 9 bis 11 ist ein einfaches kompaktes Kleinrelais gezeigt, in welchem einer der oben beschriebenen Brückenkontakte angewendet werden kann. Das Relais besitzt einen Grundkörper 31, der gleichzeitig als Spulenkörper für die Wicklung 32 dient. Im Spulenkörper ist ein U-förmiger Kern 33 angeordnet, dessen beide Seitenschenkel 34 und 35 jeweils im Bereich eines Spulenflansches 36 bzw. 37 liegen. Dieser Kern 33 kann zweckmäßigerweise in den Grundkörper 31 eingespritzt werden. Auch kann die Spule nach dem Wickeln mit Kunststoff umspritzt werden. Auf dem Kernschenkel 34 ist ein Anker 38 gelagert, der plattenförmig über der Spule, parallel zur Grundebene, liegt und mit seinem freien Ende einen Arbeitsluftspalt 39.mit dem Kernschenkel 35 bildet. Der Anker 38 ist in einem Isolierstoffteil 40 gehalten, welches beispielsweise durch Umspritzen des Ankers gebildet sein kann. In anderer Ausführungsform könnte dieses Isolierstoffteil 40 aber auch den Anker durch Einstecken oder eine andere Befestigungsart aufnehmen. Über dem Isolierstoffteil 40 liegt eine Brückenkontaktfeder 41, welche sich über die gesamte Spulenlänge erstreckt und über das Isolierstoffteil 40 mit dem Anker 38 fest verbunden ist. Zur Befestigung können an dem Isolierstoffteil 40 beispielsweise Zapfen, Stege oder sonstige Fortsätze vorgesehen sein, welche durch Warmverformen an der Seitenkante oder in Ausnehmungen der Feder 41 diese halten. Die Brückenkontaktfeder 41 ist im Bereich des Spulenflansches 36 rechtwinklig nach unten abgebogen und bildet so eine Anschlußfahne 42, die durch eine Ausnehmung 43 des Grundkörpers 31 gesteckt und mit einem abgebogenen Lappen 44 dort verankert ist. Ein im Bereich des Spulenflansches 36 liegender Schenkel 45 des Isolierstoffteiles 41 dient als Rückstellfeder für den Anker, wobei er sich über die Nase 47 an einem herausgebogenen Lappen 48 der Brückenkontaktfeder 41 abstützt.

    [0023] Das freie Ende der Brückenkontaktfeder 41, die beispielsweise gemäß Fig. 1 T-förmig ausgebildet sein kann, trägt ein Kontaktprofil 49, welches mit zwei Gegenkontaktelementen 50 und 51 zusammenwirkt. Diese beiden Gegenkontaktelemente sind mit ihren Anschlußteilen 50a bzw. 51a jeweils seitlich vom Spulenflansch 37 angeordnet und mit ihren kontaktgebenden Enden 50b bzw. 51b in eine gemeinsame Ebene unterhalb der Brückenkontaktfeder 41 gebogen. Gegenüber dem Anker bzw. dem Kern sind sie durch den Schenkel 52 des Isolierstoffteiles 40 zusätzlich isoliert. Durch die seitliche Anordnung der Gegenkontaktelemente ist auch eine gute Wärmeableitung gewährleistet. Der Spulenflansch 37 besitzt im Bereich zwischen den beiden Gegenkontaktelementen eine Kammer 53 zur Aufnahme einer Getterpille 54, welche zwischen lamellenförmigen Rippen 55 des Grundkörpers befestigt ist. Diese Lamellen bilden weitere Isolierstrecken zwischen den Gegenkontakten, welche auch durch Abbrandprodukte nicht ohne weiteres überbrückbar sind.

    [0024] Das Relais wird durch eine über dem Grundkörper 31 gestülpte Kappe 56 aus Kunststoff abgeschlossen und an der Unterseite mit einem Vlies 57, das mit Kunstharz getränkt wird, abgedichtet. Eine an der Kappe angeformte Rippe 58 dient zur Hubbegrenzung für den Anker bzw. die Brückenkontaktfeder 41. Außerdem kann die Kontaktfeder vor dem Aufbringen der Kappe von oben beispielsweise mit Laserstrahlen justiert werden.

    [0025] Eine abgewandelte Ausführungsform zeigt Fig. 12. In diesem Fall bildet der Spulenkörper 61 einen durchgehenden axialen Hohlraum 62, in welchem ein stabförmiger Anker 63 angeordnet-ist. Ein U-förmiges Joch 64 ist von unten so in Ausnehmungen des Spulenkörpers 61 eingeschoben, daß es mit seinem Schenkel 65 im Bereich des Spulenflansches 66 eine Lagerstelle für den Anker 63 bildet, während der Schenkel 67 im Bereich des Spulenflansches 68 einen Arbeitsluftspalt mit dem Anker bildet.

    [0026] Mit dem Anker 63 ist eine Brückenkontaktfeder 69 verbunden, welche über die ganze Länge des Spulenrohres über dem Anker liegt und mit ihrem abgebogenen, als Anschlußfahne dienenden Schenkel 70 im Spulenflansch 66 verankert ist. Durch geeignete Vorspannung kann die Brückenkontaktfeder gleichzeitig als Rückstellfeder für den Anker dienen. Die Brückenkontaktfeder ist auch in diesem Fall T-förmig ausgebildet, wobei der Querschenkel 71 stirnseitig vor der Spulenwicklung im Bereich des Spulenflansches 68 liegt und mit zwei Gegenkontaktelementen 72 zwei Kontaktstellen bildet. Die Gegenkontaktelemente 72 sind wie die Gegenkontaktelemente 50 und 51 seitlich am Spulenflansch befestigt und mit ihren kontaktgebenden Enden in eine waagrechte Ebene unterhalb des Kontaktschenkels 71 der Brückenkontaktfeder abgebogen. Über den Kontaktstellen ist eine Getterpille 73 in geeigneter Weise im Spulenkörper befestigt. Auch dieses Relais ist mit einer Kappe 74 abgeschlossen.

    [0027] 16 Patentansprüche 12 Figuren


    Ansprüche

    1. Relais mit einer Erregerspule und einem Anker sowie mit mindestens zwei in einer Ebene nebeneinander angeordneten, mit Anschlußelementen versehenen Gegenkontaktelementen, welche durch eine vom Anker betätigbare Brückenkontaktfeder elektrisch überbrückbar sind, dadurch gekennzeichnet , daß die Brückenkontaktfeder (1; 11; 16; 21; 26; 41; 69) mit ihrer Einspannstelle (1a; 20; 25) in direkter fester Wirkverbindung mit dem Anker (8; 38; 63) steht, daß zwischen den am freien Ende der Kontaktfeder angeordneten, den Gegenkontaktelementen (5, 6; 13, 14; 18, 1-9; 50, 51; 72) gegenüberstehenden Kontaktstellen (3, 4) und der Einspannstelle (2) der Kontaktfeder (1; 11; 16; 21; 41) am Anker (8; 38) mindestens ein Abschnitt (1a) verminderten Querschnitts vorgesehen ist, dessen Federbreite höchstens dem halben Abstand zwischen den beiden Kontaktstellen (3, 4) entspricht, und daß die beiden Kontaktstellen (3, 4) gegenüber der Längsachse der Kontaktfeder derart versetzt angeordnet sind, daß bei Berührung der Gegenkontaktelemente sowohl eine Hebelwirkung um die Einspannachse als auch eine zusätzliche Hebelwirkung um eine zur Einspannachse senkrechte Achse erzielbar ist.
     
    2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (1; 11; 41) T-förmig ausgebildet ist, wobei sie mit dem Ende des Mittelschenkels (1a) am Anker eingespannt ist und an den freien Enden des Querschenkels (1b) die Kontaktstellen (3, 4) trägt.
     
    3. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (16, 26) einen langgestreckten ersten Federschenkel (16a; 26a) besitzt, der mit einem Ende am Anker eingespannt ist und an seinem freien Ende zumindest an einer Seite über einen seitlichen Zwischensteg (16b; 27) einen Kontaktschenkel (17; 28) trägt.
     
    4. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (21) im Bereich zwischen-der Einspannstelle (25) und den Kontaktstellen (24) mäanderförmig ausgebildet ist.
     
    5. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Einspannachse (20) der Brückenkontaktfeder (16) gegenüber der Ankerdrehachse (12) seitlich versetzt ist.
     
    6. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Brückenkontaktfeder (1) mit einem elektrischen Anschlußelement versehen ist.
     
    7. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (1) im Bereich zwischen ihrer Einspannstelle und dem kontaktgebenden Ende zumindest an einer Stelle auf etwa ein Drittel ihres Querschnitts vermindert ist.
     
    8. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet , daß die einer gemeinsamen Brückenkontaktfeder (11) zugeordneten Gegenkontaktelemente (13, 14) in einer Ebene aus einem Grundkörper (10) austreten und durch entgegengesetzt abgewinkelte Abschnitte (13a, 14a) in einer Ebene übereinander liegende Kontaktstellen bilden.
     
    9. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Spule mit ihrer Achse waagrecht und der Anker im wesentlichen parallel zur Spulenachse bzw. zur Grundebene angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Brückenkontaktfeder (41; 69) sich parallel über dem plattenförmigen Anker (38; 63) über die ganze Spulenlänge erstreckt, im Bereich eines ersten Spulenflansches (36; 66) eine senkrecht zur Spulenachse verlaufende Anschlußfahne (42; 70) bildet und im Bereich eines entgegengesetzten zweiten Spulenflansches (37) den beiden Gegenkontaktelementen (50, 51; 72) gegenüberliegt, welche sich mit ihren Anschlußelementen (50a, 51a) beiderseits an den Außenseiten des zweiten Spulenflansches (37; 68) senkrecht zur Grundebene erstrecken und mit ihren kontaktgebenden Enden (50b, 51b) der Brückenkontaktfeder (41; 69) gegenüberstehend zueinander entgegengesetzt in eine gemeinsame Ebene gebogen sind.
     
    10. Relais nach Anspruch 9, dadurch ge- kennzeichnet, daß der mit einem Ende an einem Schenkel (34) des U-förmig nach oben gebogenen Spulenkerns (33) gelagerte Anker (38) über ein zwischenliegendes Isolierstoffteil (40) mit der Brückenkontaktfeder (41) verbunden ist.
     
    11. Relais nach Anspruch 10, dadurch ge- kennzeichnet, daß das Isolierstoffteil (40) als Einbettung des Ankers (38) ausgebildet ist.
     
    12. Relais nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet , daß das Isolierstoffteil (40) einen parallel zur Anschlußfahne (42) der Brückenkontaktfeder (41) verlaufenden elastischen Schenkel (46) besitzt, der als Rückstellfeder für den Anker dient.
     
    13. Relais nach Anspruch 12, dadurch ge- kennzeichnet, daß der elastische Schenkel (46) des Isolierstoffteils an einem freigeschnittenen Lappen (48) der Brückenkontaktfeder (41) abgestützt ist.
     
    14. Relais nach einem der Ansprüche 9 bis 13, da- durch gekennzeichnet , daß in dem zweiten Spulenflansch (37) zwischen den Gegenkontaktelementen (50, 51) eine Kammer (53) zur Aufnahme eines Getters (54) ausgebildet ist, wobei die seitlichen Wände der kammer lamellenförmige Vorsprünge (55) aufweisen.
     
    15. Relais nach einem der Ansprüche 9 bis 14, da- durch gekennzeichnet, daß der Anker (38) mit dem auf ihm liegenden Teil der Brückenkontaktfeder (41) oberhalb der Spule (32, 33) angeordnet ist.
     
    16. Relais nach einem der Ansprüche 9 bis 14, da- durch gekennzeichnet, daß der Anker (63) mit dem auf ihm liegenden Teil der Brückenkontaktfeder (69) innerhalb des Spulenkörpers (61) etwa längs der Achse angeordnet ist, wobei die Brückenkontaktfeder außerhalb des Spulenkörpers (61) mit einem Querschenkel (71) zwei Kontaktstellen mit den beiden Gegenkontaktelementen (72) bildet.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht