[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Paraffinieren eines Fadens
mit Hilfe eines Paraffinkörpers, welcher auf einem drehbaren Mehrkantbolzen, dessen
Achse im wesentlichen senkrecht zum Fadenlauf zwischen einer Lieferstelle und einer
Aufwindeeinrichtung verläuft, elastisch in Richtung gegen den Fadenlauf und einen
Anschlag verschiebbar gelagert ist.
[0002] Bei bekannten derartigen Paraffiniereinrichtungen (DE-AS 2.105.558 sowie DE-Gm 7.927.734)
ist seitlich vom Changierbereich des Fadens auf der Stirnfläche des Paraffinkörpers
auf einer oder auf beiden Seiten ein Anschlag angeordnet. Darüber hinaus ist der Paraffinkörper
nur auf einer Teillänge durch den ihn tragenden und antreibenden Mehrkantbolzen abgestützt,
damit mit Sicherheit ausgeschlossen wird, daß der Mehrkantbolzen über die Stirnseite
des Paraffinkörpers hervorragt und in Kontakt mit dem Garn gelangt. Aufgrund des Eigengewichtes
des Paraffinkörpers ergibt sich dabei ein Kippmoment, durch welches insbesondere ein
großer Paraffinkörper sich mit seiner dem Garn zugewandten Seite absenkt. Der Führungs-Innenmehrkant
im Paraffinkörper wird dabei ausgeschlagen, so daß die Kippbewegung immer größer und
die Mitnahme des Paraffinkörpers durch den Mehrkantbolzen immer schlechter wird. Außerdem
wird dieses Kippmoment in der Regel durch den oder die Anschläge verstärkt, die bei
den meist üblichen Fadenlaufbewegungen von unten nach oben an der unteren Hälfte der
Stirnseite des Paraffinkörpers angreifen.
[0003] Durch den oder die seitlich vom Changierbereich angeordneten Anschläge wird der Changierwinkel
sehr eingeschränkt, bei dessen Überschreiten der Faden in den Bereich des oder der
Anschläge gelangt und so eine Beeinträchtigung des Paraffiniervorganges bewirkt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Paraffiniereinrichtung der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß ein gleichmäßiges Drehen des Paraffinkörpers und ein gleichmäßiges
Paraffinieren des Fadens sichergestellt wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Anschlag als eine sich
quer zur Fadenlaufrichtung erstreckende Anschlagschiene ausgebildet ist, die auf der
der Fadenanlagenseite abgewandten Hälfte der Stirnseite des Paraffinkörpers angeordnet
ist. Durch die Maßnahme, daß die Anschlagschiene sich quer zur Fadenlaufrichtung erstreckt,
wird mit Sicherheit verhindert, daß der Faden sich bei seiner Changierbewegung am
Anschlag vorübergehend festsetzen kann, so daß ein hierdurch bedingtes ungleichmäßiges
Auftragen von Paraffin auf den Faden ausgeschlossen wird. Da ein Festhalten des Fadens
durch den Anschlag aufgrund von dessen Orientierung ausgeschlossen ist, kann ein alleiniges
Abtragen im Randbereich der Stirnseite bei gleichzeitigen Stehenlassen des Mittelbereichs
der Stirnseite des Paraffinkörpers nicht auftreten; im Gegensatz hierzu ist ein gleichmäßiges
Abtragen des Paraffinkörpers über die gesamte Fläche seiner Stirnseite sichergestellt.
Auch die Maßnahme, daß die Anschlagschiene zwischen der Stirnseite des Paraffinkörpers
und dem Faden angeordnet ist, stellt sicher, daß ein Einklemmen des Fadens zwischen
Anschlag und Paraffinkörper nicht auftreten kann.
[0006] Durch den Erfindungsgegenstand wird erreicht, daß sich die auf den Paraffinkörper
einwirkenden Momente im wesentlichen kompensieren, so daß auch ein Ausschlagen des
dem Mehrkantbolzen angepaßten Hohlmehrkants im Paraffinkörper nicht auftritt.
[0007] Durch die erzielte gleichmäßige Abnutzung des Paraffinkörpers sowie durch Bildung
eines Gegenmomentes zu dem durch die Schwerkraft erzeugten Kippmoment wird die Voraussetzung
dafür geschaffen, daß Paraffinkörper benutzt werden, deren Größe diejenige bisher
üblicher Paraffinkörper um ein Vielfaches übersteigt.
[0008] Um die Anlagefläche zwischen Anschlagschiene und Paraffinkörper zu vergrößern und
um damit den Anpreßdruck pro Flächeneinheit herabzusetzen, ist in zweckmäßiger Ausgestaltung
des Erfindungsgegenstandes vorgesehen, daß die Anschlagschiene eine flächige Verbreiterung
aufweist, die sich zum Rande des Paraffinkörpers erstreckt. Diese Verbreiterung vergrößert
die Anlagefläche der Anschlagschiene auf jener Seite des Fadenlaufes, auf welcher
der Faden ohnehin nicht am Paraffinkörper anliegt, und bewirkt ein schonendes Gleiten
auf dem rotierenden Paraffinkörper.
[0009] Vorteilhafterweise überragt die Verbreiterung den Paraffinkörper etwas auf seinem
Umfang, so daß der Paraffinkörper niemals mit der äußeren Kante der Anschlagschiene
in Kontakt geraten kann. Um auch zu verhindern, daß die innere Kante der Anschlagschiene
sich in den Paraffinkörper einschneiden kann, ist die flächige Verbreiterung gegen
den Umfangsrand des Paraffinkörpers geneigt. In vorteilhafter weiterer Ausgestaltung
ist die flächige Verbreiterung an ihrer dem Mehrkantbolzen zugewandten Seite gegen
den Paraffinkörper gerundet. Hierdurch gibt es keine scharfe Kante der Anschlagschiene,
die sich in den Paraffinkörper einschneiden kann, so daß die Kontaktaufnahme zwischen
Paraffinkörper und Anschlagschiene äußerst sanft erfolgt.
[0010] Vorteilhafterweise ist die Anschlagschiene als Fadenspannungsausgleichsbügel ausgebildet,
so daß ein seperater Fadenspannungsausgleichsbügel nicht erforderlich ist.
[0011] Während es bei den bisher bekannten Vorrichtungen zum Paraffinieren eines Fadens
mit festem Paraffin wenig Sinn hatte, große Paraffinkörper zu verwenden wegen der
Gefahr der ungleichmäßigen Abtragung und der Unmöglichkeit, auf längere Dauer gleichmäßige
Antriebsverhältnisse für den Paraffinkörper sicherzustellen, werden diese Nachteile
mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung vermieden. Vorteilhafterweise kommen deshalb
Paraffinkörper zur Verarbeitung, die einen Durchmesser von mindestens 50 mm aufweisen.
Hierdurch werden die Zeiten zwischen einer Erneuerung des Paraffinkörpers und der
nächsten wesentlich erhöht, was zu einer Entlastung der Maschinenbedienung führt.
[0012] Um den Anpreßdruck zwischen Paraffinkörper und Anschlagschiene einstellen zu können,
ist vorteilhafterweise die Anschlagschiene parallel zur Achse des Paraffinkörpers
verstellbar. Hierdurch wird der Umlenkwinkel des Garns auf den Paraffinkörper verändert,
wodurch sich auch der Anpreßdruck des in seinem Lauf fixierten Garnes ändert.
[0013] Um den Paraffinkörper rasch auswechseln zu können, ist zweckmäßigerweise die Anschlagschiene
aus dem Bereich von vor der Stirnseite des Paraffinkörpers wegschwenkbar gelagert,
wobei die Anschlagschiene vorteilhafterweise einen Fadenfänger aufweist, um den weiterhin
laufenden Faden aus dem Bereich vor der Stirnfläche des Paraffinkörpers herauszunehmen.
Zusätzlich oder anstelle der schwenkbaren Anordnung der Anschlagschiene kann auch
vorgesehen sein, daß der Anschlagschiene ein elastisches Element zugeordnet ist, mit
dessen Hilfe die Anschlagschiene elastisch gegen die Stirnseite des Paraffinkörpers
gedrückt wird. Auch auf diese Weise kann durch einfaches Wegklappen die Zugänglichkeit
zum Paraffinkörper verbessert werden.
[0014] Je größer der Paraffinkörper wird, desto größer wird die Gefahr, daß durch das auftretende
Kippmoment das Innenprofil des Paraffinkörpers ausgeschlagen wird. Um nicht durch
die Anschlagschiene ein zu großes Gegenmoment aufbringen zu müssen, wodurch sich der
Paraffinkörper rascher abnützen würde, ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung
vorgesehen, daß der Paraffinkörper sich auf einem längs des Mehrkantbolzens kippfrei
verschiebbaren Teller abstützt, wozu zweckmäßigerweise der Teller auf seiner dem Paraffinkörper
abgewandten Seite eine Führungsnabe mit einem der Form des Mehrkantbolzens angepaßten
Innenprofil besitzt. Eine solche Ausbildung des Tellers ist jedoch auch bei anderen
Ausbildungen von Anschlägen für den Paraffinkörper von Vorteil. Die stabilisierende
Wirkung des Tellers auf den Paraffinkörper wird noch vergrößert, wenn gemäß einem
weiteren Merkmal der Erfindung dieser Teller einen den Paraffinkörper an seinem Umfang
geringfügig umgreifenden Ringbund aufweist.
[0015] Der Erfindungsgegenstand bewirkt ein außerordentlich gleichmäßiges Abtragen des Paraffinkörpers,
da dieser dauerhaft in genau fixierter Position gedreht wird. Dies ermöglicht es erstmals,
große Paraffinkörper kostengünstig zu verarbeiten, was eine wirtschaftlichere Herstellung
der Paraffinkörper und darüber hinaus auch ein wirtschaftlicheres Arbeiten beim Paraffinieren
ermöglicht.
[0016] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 eine erfindungsgemäß ausgebildete Paraffiniereinrichtung in der Vorderansicht;
Figur 2 die in Figur 1 gezeigte Vorrichtung in der Draufsicht; und
Figur 3 die in Figur 1 gezeigte Vorrichtung in der Seitenansicht.
[0017] Die im Fadenlauf zwischen einer aktiven oder passiven Lieferstelle und einer Aufwickeleinrichtung
angeordnete Paraffiniereinrichtung weist einen als Mehrkantbolzen 10 ausgebildeten
drehbaren Führungsdorn auf, der durch eine geeignete Antriebsvorrichtung 1 (Figur
2), z.B. einen Motor oder ein auf geeignete Weise angetriebenes Getriebe, in Drehung
versetzt werden kann und auf welche ein Paraffinkörper 2 aufgesetzt ist. Unter aktiver
Lieferstelle soll hier eine Lieferstelle verstanden werden, welche den Faden 3 dem
Paraffinkörper 2 positiv zuführt, z.B. die Spinnvorrichtung einer Offenend-Spinnvorrichtung.
Eine passive Lieferstelle im Sinne dieser Beschreibung ist dagegen eine Stelle, von
wo der Faden abgezogen wird, z.B. die Vorlagespule einer Spulmaschine.
[0018] In Fadenlaufrichtung vor dem Paraffinkörper 2 befindet sich eine Fadenführung 4,
die bei einer Offenend-Spinnvorrichtung auch durch das Abzugswalzenpaar gebildet werden
kann. In Fadenlaufrichtung nach der Paraffiniereinrichtung ist der Faden 3 in einen
Changierfadenführer oder eine Kreuznutwalze eingelegt, durch welches Element der Faden
3 einer Spule changierend vorgelegt wird.
[0019] Der Faden 3 überstreicht beim Changieren eine dreieckige Fläche, das sogenannte Changierdreieck
5, das durch den gezeigten Lauf des Fadens sowie den gestrichelt dargestellten Lauf
3' des Fadens begrenzt wird. Die Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 ist so im Changierdreieck
5 angeordnet, daß der Paraffinkörper 2 dieses seitlich überragt. Hierdurch wird sichergestellt,
daß der changierende Faden 3 stets auf der Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 anliegt.
[0020] Dem Paraffinkörper 2 ist ein als Anschlagschiene 6 ausgebildeter Anschlag zugeordnet,
der die Position des Paraffinkörpers 2 in Richtung zum laufenden Faden 3 begrenzt.
Die Anschlagschiene 6 erstreckt sich quer zur Fadenlaufrichtung und liegt an der oberen
Hälfte der Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 an. Die Anschlagschiene 6 ist in geeigneter
Weise beidseitig vom Paraffinkörper 2 in ortsfesten Haltevorrichtungen 60 und 61 gelagert.
[0021] Am Maschinengestell 9 stützt sich eine Druckfeder 11 ab, welche den Paraffinkörper
2 in Anlage an der Anschlagschiene 6 hält. Wie Figur 3 zeigt, liegt der Faden 3 auf
seinem Weg von der Liefervorrichtung zur Aufwickelvorrichtung auf der unteren Hälfte
der Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 an, während er auf der oberen Hälfte der Stirnseite
20 des Paraffinkörpers 2 durch die Anschlagschiene 6 vom Paraffinkörper 2 abgehoben
ist.
[0022] Während des Spinn- oder Umspulvorganges passiert der Faden 3 die Stirnseite 20 des
Paraffinkörpers 2, wobei er durch die nicht gezeigte Changiereinrichtung (Changierfadenführer
oder Kreuznutwalze) pendelnd im Bereich des Changierdreiecks 5 hin- und herbewegt
wird. Bei dieser Bewegung liegt der Faden 3 auf der Zuführseite zum Paraffinkörper
2 an diesem an, während er auf der Abführseite des Paraffinkörpers 2 durch die Anschlagschiene
6 geringfügig vom Paraffinkörper 2 abgehoben ist. Durch die Stärke der gewählten Anschlagschiene
6 wird dabei festgelegt, über welchen Längenbereich des Fadenlaufs der Faden 3 auf
der Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 anliegt.
[0023] Der Faden 3 wird bei seiner Changierbewegung durch keinerlei Anschläge oder Paraffinanhäufungen
gestört, so daß ein regelmäßiges Changieren des Fadens 3 auch im Bereich des Paraffinkörpers
2 sichergestellt wird. Hierdurch wird auch ein gleichmäßiges Abtragen des Paraffinkörpers
2 gewährleistet. Da sich der Faden 3 auch nicht zwischen Anschlagschiene 6 und Paraffinkörper
3 festsetzen kann, da sich die Anschlagschiene 6 im wesentlichen quer zum Lauf des
changierenden Fadens 30 zwischen Faden und Paraffinkörper 2 erstreckt, wird auch im
Ringbereich 21 der Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2, in welchem sich dieser an
der Anschlagschiene 6 abstützt, ein gleichmäßiges Abnützen des Paraffinkörpers 2 erreicht.
[0024] Prinzipiell spielt die Fadenlaufrichtung keine Rolle. Während im beschriebenen Ausführungsbeispiel
sich die (aktive oder passive) Lieferstelle unterhalb vom Paraffinkörper 2 befindet
und die Aufwickeleinrichtung oberhalb derselben, so daß der Faden 3 den Paraffinkörper
2 von unten nach oben passiert, ist durchaus auch eine umgekehrte Fadenlaufrichtung
möglich. In diesem Fall kann zwar die Abstützschiene 6 nach wie vor an der oberen
Hälfte der Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 anliegen, doch befindet sich die durch
die Fadenführung 4 gebildete Spitze des Changierdreiecks 5 oberhalb des Paraffinkörpers
2. Auch bei einer solchen Ausbildung der Paraffiniereinrichtung wird der Vorteil erreicht,
daß ein Einklemmen des Fadens 3 im Bereich der Anschlagschiene 6 vermieden und dadurch
ein gleichmäßiges Abtragen des Paraffinkörpers 2 erzielt wird. Unabhängig von der
Fadenlaufrichtung wird sichergestellt, daß der Paraffinkörper 2 an jener Hälfte seiner
Stirnseite 20 an der Anschlagschiene 6 anliegt, an welcher der Faden 3 nicht an der
Stirnseite 20 anliegt.
[0025] Somit wird erreicht, daß der Faden 3 in der einen Hälfte der Stirnseite 20 und die
Anschlagschiene 6 in der anderen Hälfte der Stirnseite 20 einen Druck auf den Paraffinkörper
2 ausübt, wobei durch geeignete Wahl des Fadenanpreßdruckes und des durch die dem
Paraffinkörper 2 zugeordnete Druckfeder 11 ausgeübten Anpreßdruckes zwischen Paraffinkörper
2 und Anschlagschiene 6 sich die hierdurch erzeugten Momente weitgehend kompensieren.
[0026] Um einen besonders ruhigen Fadenlauf und damit ein besonders gleichmäßiges Paraffinieren
zu erreichen, ist bei der vorstehend beschriebenen Paraffiniervorrichtung vorgesehen,
daß die Fadenführung 4 unterhalb des Paraffinkörpers 2 und die Anschlagschiene 6 so
ausgebildet sind, daß der Faden im wesentlichen lediglich auf der unteren Hälfte der
Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 anliegt. Die Drehung des Paraffinkörpers 2 wirkt
somit stets auf der gesamten Anlagelänge des Fadens 3 auf dem Paraffinkörper 2 in
derselben Richtung - und nicht in entgegengesetzter Richtung wie bei größeren Anlagelängen
- auf den Faden 3.
[0027] Bevor noch andere Einzelheiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung erläutert werden,
soll - unter Zuhilfenahme der Figur 3 - die Wirkung im Vergleich zu einer bekannten
Paraffiniereinrichtung beschrieben werden. Wie Figur 3 zeigt, reicht der Mehrkantbolzen
10 nicht bis hin zur Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2, damit er keinesfalls mit
dem auf der Stirnseite 20 changierenden Faden 3 in Kontakt geraten kann, was ein gleichmäßiges
Paraffinieren verhindern würde. Aufgrund des Eigengewichtes des Paraffinkörpers 2
hat dieser die Tendenz, sich auf seiner nicht unterstützten Stirnseite 20 nach unten
zu neigen, insbesondere da sich gewisse Toleranzen zwischen Außenprofil des Mehrkantbolzens
10 und Innenprofil des Paraffinkörpers 2 nicht vermeiden lassen. Bei einer Abstützung
des Paraffinkörpers 2 auf der unteren Hälfte seiner Stirnseite 20 - wie dies beim
Stand der Technik der Fall ist - wird diese Tendenz noch unterstützt. Durch dieses
Kippmoment wird das Innenprofil des Paraffinkörpers 2 bei bekannten Paraffiniereinrichtungen
immer mehr mit immer weiter zunehmender Geschwindigkeit ausgeschlagen. Hieraus resultiert
eine immer schlechter werdende Antriebsmitnahme des Paraffinkörpers 2, so daß schließlich
die Paraffinierwirkung völlig undefiniert wird.
[0028] Anders dagegen bei der beschriebenen Vorrichtung. Der Paraffinkörper 2 wird hier
durch die Anschlagschiene 6 unabhängig von der Fadenlaufrichtung stets an der der
Fadenanlagenseite abgewandten Hälfte seiner Stirnseite 20 abgestützt, so daß ein Kippen
des Paraffinkörpers gar nicht erst auftreten kann. Hierdurch nimmt der Paraffinkörper
2 stets eine solche Position ein, daß seine Längsachse 200 mit der Achse 100 des Mehrkantbolzens
10 zusammenfällt (Figur 2). Dies stellt einen gleichmäßigen Antrieb des Paraffinkörpers
2 auch über lange Zeiten sicher und führt zu einem gleichmäßigen Abtragen des Paraffinkörpers
2. Dies ist bei Offenend-Spinnvorrichtungen von noch größerer Bedeutung als bei Spulmaschinen,
da wegen der geringeren Aufwindegeschwindigkeit des Fadens 3 gegenüber jener bei Spulmaschinen
die Arbeitsdauer eines Paraffinkörpers 2 bei Offenend-Spinnvorrichtungen um ein Mehrfaches
höher ist als bei Spulmaschinen.
[0029] Da die beschriebene Vorrichtung längere Laufzeiten des Paraffinkörpers 2 ermöglicht,
bietet sie auch die Voraussetzung für größere Abmessungen des Paraffinkörpers 2. Dies
ist auch insofern besonders vorteilhaft, da auf diese Weise die Kontaktlänge des Fadens
3 auf der Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2, die durch die sich quer zur Fadenlaufrichtung
erstreckende Anschlagschiene 6 etwas verkürzt worden ist, wieder vergrößert werden
kann. Der Paraffinkörper 2 weist zu diesem Zweck einen Durchmesser von mindestens
50 mm auf. Der Paraffinkörper 2 besitzt hierdurch beispielsweise gegenüber üblichen
Paraffinkörpergrößen die 5-fache Masse und eine mehr als 5-fache Lebensdauer.
[0030] Bei derart großen Paraffinkörpern 2 ist natürlich auch das Kippmoment bedeutend größer
als bei kleinen Paraffinkörpern 2. Wenn auch die Anschlagschiene 6 durchaus ein ausreichend
großes Gegenmoment erzeugt, so wird dies doch mit dem Nachteil einer erhöhten Anpreßkraft
und somit erhöhten Abnützung erkauft. Um diese Anpreßkraft im Vergleich zu kleinen
Paraffinkörpers 2 nicht erhöhen zu müssen, ist in der gezeigten Ausführung vorgesehen,
daß der Paraffinkörper 2 sich auf einem längs des Mehrkantbolzens verschiebbaren Teller
7 abstützt, der auf seiner den Paraffinkörper 2 abgewandten Seite eine Führungsnabe
70 aufweist, die ein dem Außenprofil des Mehrkantbolzens 10 angepaßtes Innenprofil
aufweist. Hierdurch wird ein kippfreies Verschieben des Tellers 7 auf dem Mehrkantbolzen
10 ermöglicht. Da der Paraffinkörper 2 aufgrund der auf ihn einwirkenden Axialkräfte
(Druckfeder 11 und Anschlagschiene 6) die Tendenz hat, mit der vollen Grundfläche
21 an diesem Teller 7 anzuliegen, wirkt der Teller 7 auf sichere Weise dem Kippmoment
des Paraffinkörpers 2 entgegen, welches durch dessen Eigengewicht und den sich nicht
über die volle Länge des Paraffinkörpers 2 erstreckenden Mehrkantbolzen 10 erzeugt
wird.
[0031] Diese Wirkung des Tellers 7 wird durch eine möglichst große Anlagefläche für den
Paraffinkörper 2 wesentlich unterstützt und erreicht ihr Optimum, wenn der Teller
7 an seinem Umfang einen Ringbund 71 aufweist, welcher den Paraffinkörper 2 geringfügig
umgreift. Auf diese Weise kann der Paraffinkörper 2 für eine besonders lange Arbeitsdauer
eingesetzt werden; selbst bei Paraffiniervorrichtungen mit anderen Anschlägen anstelle
der beschriebenen Anschlagschiene 6 ist ein solcher kippfrei geführter Teller 7 von
Vorteil.
[0032] Es ist nicht unbedingt erforderlich, daß der Teller 7 eine in Richtung zur Druckfeder
11 über den Tellerboden vorragende Führungsnabe 70 aufweist; bei entsprechender Stärke
des Tellers 7 kann diese Führungsnabe auch unter Umständen entfallen, wenn ein kippfreies
Führen des Tellers 7 gewährleistet ist.
[0033] Es ist bei größeren. Paraffinkörpern 2 vorteilhaft, wenn die Anschlagschiene 6 möglichst
weich am Paraffinkörper 2 anliegt, um hierdurch an der hohen Lebensdauer desselben
beizutragen. Zu diesem Zweck besitzt die Anschlagschiene 6 gemäß Figur 1 eine Verbreiterung
62 auf ihrer oberen Seite, mit welcher sie am Paraffinkörper 2 anliegt. Hierdurch
wird die Anschlagfläche 63 der Anschlagschiene 6 auf dem Paraffinkörper 2 vergrößert
und entsprechend bei gleichem Gesamt-Anlagedruck der Druck pro Flächeneinheit herabgesetzt.
Die Verbreiterung 62 wird auf besonders einfache Weise dadurch erzielt, daß die Anschlagschiene
6 mit der Verbreiterung 62 als ein durchgehendes Blech ausgebildet wird.
[0034] Das die Anschlagschiene 6 und die Verbreiterung 62 bildende Blech überragt in der
gezeigten Ausführung etwas den Paraffinkörper 2 an seinem Umfangsrand 23, so daß die
Anschlagschiene 6 auf ihrer oberen Seite keine Kante im Bereich des Paraffinkörpers
2 aufweist.
[0035] Um zu erreichen, daß sich die Anschlagschiene 62 nicht in den rotierenden Paraffinkörper
2 einschneiden kann, weist diese nicht nur abgerundete Kanten auf, sondern besitzt
eine besonders ausgebildete Anschlagfläche 63. Diese Anschlagfläche 63 läuft gemäß
Figur 3 zu ihrem unteren Ende hin leicht ballig aus, so daß auch hier wirksam verhindert
wird, daß sich eine Kante in die Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 einschneiden
kann.
[0036] Da durch das Paraffinieren des Fadens 3 die Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 mit
der Zeit ohnehin eine leicht ballige Form bekommt, die von der senkrecht zur Längsachse
200 des Paraffinkörpers gelegten Ebene 22 abweicht, läßt sich dieser Effekt der Anschlagfläche
63 auch dadurch erreichen, daß die Anschlagschiene 6 sich soweit nach unten erstreckt,
bis sie sich von der balligen Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 abhebt.
[0037] Je nach gewünschter Paraffinierintensität und je nach verarbeitetem Fasermaterial
oder zu bearbeitendem Garn ist es von Vorteil, wenn der Anpreßdruck des Paraffinkörpers
2 gegen den Faden 3 geändert werden kann. Die Ebene des Changierdreiecks 5 des Fadens
3 ist aber durch die Fadenführung 4 und die eine Fadenumlenkung bewirkende Anschlagschiene
6 festgelegt. Um die Anlagekraft des Fadens 3 am Paraffinkörper 2 zu verändern, wird
dieser parallel zu seiner Längsachse 200 verschoben, so daß auch die Fadenumlenkung
am unteren Umfangsrand 24 des Paraffinkörpers 2 herauf- oder herabgesetzt wird.
[0038] Die Fixierung des Paraffinkörpers 2 in seiner jeweiligen axialen Stellung erfolgt
durch Verstellen der Anschlagschiene 6 parallel zur Längsachse 200 des Paraffinkörpers
2. Gemäß Figur 2 weist die Anschlagschiene 6 zu diesem Zweck beidseitig je ein parallel
zur Längsachse 200 des Paraffinkörpers 2 gebogenes Ende 64 und 65 auf, mit deren Hilfe
die Anschlagschiene 6 in den Haltevorrichtungen 60 und 61 gelagert ist. Das eine Ende
64 besitzt mehrere hintereinander angeordnete Umfangsnuten 640, mit denen ein in der
Haltevorrichtung 60 elastisch gelagerter Rastbolzen 66 zusammenarbeitet. Durch teilweises
Herausziehen des Rastbolzens 66 kann die Anschlagschiene 6 um eine oder mehrere Umfangsnuten
in der einen oder anderen Richtung parallel zur Längsachse 200 des Paraffinkörpers
2 verstellt werden, woraufhin die Anschlagschiene 6 durch erneute Freigabe des Rastbolzens
66 in ihrer neuen Position wieder gesichert wird. Andere Befestigungen sind natürlich
ebenfalls möglich.
[0039] Gemäß den Figuren 1 und 2 ist die Lagerung des Endes 65 in der Haltevorrichtung 61
als eine nach oben offene Nut 610 ausgebildet. Auf diese Weise ist es bei einem erforderlich
werdenden Austausch des aufgebrauchten Paraffinkörpers 2 gegen einen neuen nicht notwendig,
zuvor erst die Anschlagschiene 6 abzubauen. Es genügt vielmehr, die Anschlagschiene
6 um das durch die Haltevorrichtung 61 gebildete Lager nach oben wegzuschwenken, so
daß die Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 freigegeben wird. Um gleichzeitig auch
noch den Faden 3 von der Stirnfläche 20 des Paraffinkörpers 2 zu entfernen, ohne daß
der Fadenabzug unterbrochen werden muß, besitzt die Anschlagschiene 6 in der gezeigten
Ausführung einen Fadenfänger 67, der in den Bereich des entlang der Anschlagschiene
6 gleitenden Fadens 3 gelangt und bei der Schwenkbewegung in die Ruhestellung 6' mitnimmt.
Der Austausch des Paraffinkörpers 2 geht sehr rasch vor sich, so daß die wenigen Meter
Garn, die hierbei nicht paraffiniert werden, für die Weiterverarbeitung völlig ohne
Bedeutung sind. Paraffiniertes Garn wird nämlich vornehmlich in der Wirkerei und Strickerei
eingesetzt, wo der Faden 3 vor Erreichen der maschenbildenden Teile durch Fadenführer
geführt wird. Bei der Zuführung von Garn zu den maschenbildenden Teilen setzt sich
im Laufe der Zeit ein Paraffinfilm ab, der bei nichtparaffinierten Garnabschnitten
für ein ausreichendes Gleiten und Nachparaffinieren des Fadens 3 sorgt.
[0040] Es ist nicht unbedingt notwendig, daß die Schwenkachse 68 der Anschlagschiene 6 parallel
zur Längsachse 200 des Paraffinkörpers 2 verläuft. Vielmehr ist es auch möglich, eine
vertikale Schwenkachse vorzusehen, so daß die Schwenkebene parallel zur Längsachse
200 des Paraffinkörpers 2 angeordnet ist. Auch hier kann ein Fadenfänger 67 vorgesehen
werden ebenso wie die Möglichkeit einer Verstellmöglichkeit der Anschlagschiene 6
parallel zur Längsachse 200 des Paraffinkörpers 2, indem beispielsweise die Haltevorrichtungen
60 und 61 in dieser Richtung verstellbar gelagert sind. Es ist auch möglich, die Schwenkachse
parallel zu der durch die Stirnseite 20 des Paraffinkörpers 2 gelegten Ebene 22 vorzusehen.
Eine solche Abwandlung der beschriebenen Vorrichtung zeigt Figur 3, welche oberhalb
vom Paraffinkörper 2 die Schwenkachse 69 der Anschlagschiene 6 zeigt. Auf der Schwenkachse
69 befindet sich hierbei ein Vierkant 8, der in eine Kerbe 81 eines Federbleches 80
eingreift, welches seinerseits auf dem Maschinengestell 9 gelagert ist. Dieses Federblech
80 bewirkt durch seine Elastizität auch eine elastische Abstützung des Paraffinkörpers
2 durch die Anschlagschiene 6.
[0041] Die Anschlagschiene 6 kann noch weitere Abwandlungen erfahren. So ist es beispielsweise
möglich, diese als Fadenspannungsausgleichsbügel auszubilden. Bei entsprechender Führung
des Faden über die Anschlagschiene 6 kann diese die Aufgabe eines Fadenspannungsausgleichsbügels
übernehmen, so daß ein separater Fadenspannungsausgleichsbügel überflüssig wird.
[0042] Die Größe des zur Verarbeitung kommenden Paraffinkörpers 2 ist im Prinzip für die
vorliegende Erfindung ohne Belang, doch ist ihre Anwendung besonders vorteilhaft bei
großen Durchmessern von 50 mm oder mehr.
[0043] Weitere Abwandlungen des Erfindungsgegenstandes durch Austausch von Elementen untereinander
oder gegen Äquivalente sowie deren Kombinationen fallen in den Rahmen der vorliegenden
Erfindung.
1. Vorrichtung zum Paraffinieren eines Fadens mit Hilfe eines Paraffinkörpers, welcher
auf einem drehbaren Mehrkantbolzen, dessen Achse im wesentlichen senkrecht zum Fadenlauf
zwischen einer Lieferstelle und einer Aufwindeeinrichtung verläuft, elastisch in Richtung
gegen den Fadenlauf und einen Anschlag verschiebbar gelagert ist, dadurch gekennzeichnet
, daß der Anschlag als eine sich quer zur Fadenlaufrichtung erstreckende Anschlagschiene
(6) ausgebildet ist, die auf der der Fadenanlagenseite abgewandten Hälfte der Stirnseite
(20) des Paraffinkörpers (2) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagschiene (6)
eine flächige Verbreiterung (62) aufweist, die sich zum Rande des Paraffinkörpers
(2) erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbreiterung (62)
den Paraffinkörper (2) überragt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet , daß die flächige Verbreiterung
(62) gegen den Umfangsrand (23) des Paraffinkörpers (2) geneigt ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet
, daß die Anschlagschiene (6) an ihrer dem Mehrkantbolzen (10) zugewandten Seite gegen
den Paraffinkörper (2) gerundet ist.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet
, daß die Anschlagschiene (6) als Fadenspannungsausgleichsbügel ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet
, daß der Paraffinkörper (2) einen Durchmesser von mindestens 50 mm aufweist.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet
, daß die Anschlagschiene (6) parallel zur Längsachse (200) des Paraffinkörpers (2)
verstellbar ist.
9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet
, daß die Anschlagschiene (6) aus dem Bereich von vor der Stirnseite (20) des Paraffinkörpers
(2) wegschwenkbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagschiene (6)
einen Fadenfänger (67) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet
, daß der Paraffinkörper (2) sich auf einem längs des Mehrkantbolzens (10) kippfrei
verschiebbaren Teller (7) abstützt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Teller (7) auf seiner
dem Paraffinkörper (2) abgewandten Seite eine Führungsnabe (70) mit einem der Form
des Mehrkantbolzens (10) angepaßten Innenprofil besitzt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet , daß der Teller
(7) einen den Paraffinkörper (2) an seinem Umfang geringfügig umgreifenden Ringbund
(71) aufweist.