[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein zahnärztliches Gerät, welches eine mit seitlichen
Schlitzen versehene Horizontalführung enthält, die einen längsbeweglich gelagerten
Schlitten aufweist, an dem ein aus dem Schlitz herausragendes Tragteil für ein weiteres
Gerät angeordnet ist.
[0002] Bei einem bekannten solchen Gerät (DE-OS 29 46 592) ist am höhenverstellbaren Sitzträger
eines zahnärztlichen Patientenstuhles beidseitig eine Horizontalführung für einen
Instrumententräger angeordnet. Die Horizontalführung erstreckt sich parallel zur Längsachse
des Stuhles:
Bedingt durch die relativ hohe Tragfähigkeit des Tragteils ist die Schlitzbreite zwangsläufig
relativ groß, wodurch die Schlitze relativ große, nach außen offene Stellen bilden,
die nicht nur ästhetisch unschön sind, sondern auch das Eindringen von Schmutz, Hineinfallen
von kleinen Gegenständen usw. ermöglichen. Außerdem müßten bei solch relativ großen
offenen Stellen besonders aufwendige Maßnahmen getroffen werden, um den einschlägigen
mechanischen und elektrischen Sicherheitsvorschriften zu entsprechen.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, demgegenüber eine Verbesserung zu schaffen,
also Vorkehrungen zu schaffen, mit denen mit einfachen konstruktiven Mitteln die obengenannten
Nachteile vermieden werden können.
[0004] Zur Lösung dieses Problems wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß am Schlitten
bzw. am Tragteil ein an den Schlitzenden geführtes Band angeordnet ist, welches den
bei Bewegung des Schlittens von der einen in die andere Lage sich bildenden Schlitzabschnitt
zu beiden Seiten des Tragteils abdeckt. Das Band kann von an den Schlitzenden angeordneten
Wickeltrommeln bei Verstellung des Schlittens abgespult bzw. aufgewickelt werden oder
als "Endlosband" über an den Schlitzenden angeordnete Umlenkrollen geführt sein. Letzterer
Vorschlag hat den Vorzug, daß das Band zum Antrieb des Schlittens vorgesehen werden
kann, wozu dieses um eine von einem Antriebsmotor angetriebene Antriebsrolle geführt
ist.
[0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
enthalten. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert.
[0006] Es zeigen:
Fig. 1 einen zahnärztlichen Arbeitsplatz in schaubildlicher Darstellung,
Fig. 2 den Arbeitsplatz nach Fig. 1 von der gegenüberliegenden Seite aus betrachtet,
Fig. 3 den Aufbau des Stuhlunterteils in einer Explosionsdarstellung,
Fig. 4 Einzelheiten der Horizontalführung,
Fig. 5 und 6 Einzelheiten aus Fig. 3.
[0007] Die Fig. 1 zeigt in einer schaubildlichen Darstellung einen zahnärztlichen Arbeitsplatz,
bestehend aus einem Patientenstuhl 1, einem vom Patienten aus betrachtet rechts davon
angeordneten Arztgerät 2 und einem links des Patientenstuhles angeordneten Helferinnengerät
3. Der Patientenstuhl 1 besteht im wesentlichen aus einem Stuhloberteil und einem
Stuhlunterteil. Das Stuhlunterteil enthält ein Basisteil 4, in dem eine später noch
näher erläuterte Horizontalführung 5 für das Arztgerät 2 und in einem Anschlußkasten
6 zusammengefaßte elektrische und/oder pneumatische Versorgungsbausteine angeordnet
sind, sowie eine durch einen Faltenbalg 7 verdeckt angeordnete Höhenverstellvorrichtung
für das aus Sitz- und Rückenlehne bestehende Stuhloberteil 8. Das Gerät 3 ist ebenfalls
mittels einer Horizontalführung 9 (Fig. 2) parallel zur Längsachse des Stuhles verstellbar
gehaltert, wobei im Gegensatz zur Horizontalführung 5 für das Arztgerät 2, die am
ortsfesten Basisteil 4 über die gesamte Länge des Stuhles, also etwa von der hinteren
Sitzkante bis mindestens zum Fußende des Sitzes bzw. bis zum in der Darstellung nach
Fig. 1 rechten Ende des Anschlußkastens 6 verläuft, die Horizontalführung 9 für das
Helferinnengerät 3 am höhenverstellbaren Stuhloberteilträger 10 lediglich über dessen
Länge verläuft.
[0008] Die Fig. 3 zeigt den Aufbau des Stuhlunterteils einschließlich Stuhloberteilträger
10 in einer Explosionsdarstellung. Die Ansicht erfolgt von der Seite aus, aus der
die Fig. 2 zu betrachten ist.
[0009] Das Basisteil 4 wird im wesentlichen gebildet aus einer im Grundriß rechteckigen
Grundplatte 11, welche sämtliche tragenden Teile, insbesondere die mit 60 bezeichnete
Höhenverstelleinrichtung und den Träger 10 für das Stuhloberteil 8, aufnimmt, und
einen die Grundplatte 11 umgebenden Rahmen, der wiederum aus zwei an den kürzeren
Seiten angeordneten Endstücken 12 und aus an den längeren Seiten angeordneten Verkleidungsteilen
13 sowie Profilelementen 14 gebildet ist. Die Endstücke 12 sind als Eckprofile ausgebildet,
d.h. sie weisen rechtwinkelig abgewinkelte, die kürzeren Seiten der Grundplatte 11
umgreifende Endteile 12a auf, in die elastische Verbindungselemente 15 eingesteckt
werden, an denen die Verkleidungsteile 13 bzw. die Profilelemente 14 befestigt werden
können. Das in der Figur dargestellte rechte Endstück 12 enthält einen Ansatz 16,
an dem das untere Ende des Faltenbalgs 7 eingehängt wird. Die Endstücke 12 sind an
der Grundplatte 11 angeschraubt, wozu an dieser Befestigungsblöcke 17 und an den Endstücken
12 Laschen 18' angeordnet sind.
[0010] Die vollflächig ausgebildeten Verkleidungsteile 13 sind quergeteilt in einen Abschnitt
13a, der im wesentlichen der Länge des Stuhloberteilträgers 10 bzw. des die Höhenverstellvorrichtung
umschließenden Faltenbalgs 7 entspricht, und einem Abschnitt 13b, der der restlichen
Länge, im wesentlichen der Länge des Anschlußkastens 6, entspricht. An der Teilungsstelle
ist ein an der Grundplatte 11 bzw. an einer mit dieser verbundenen Leiste 19 befestigtes,
dem Profil der Verkleidungsteile 13 angepaßtes Halteteil 20 angeordnet, auf das die
Verkleidungsteile 13a, 13b mit ihren einen Enden zur Fixierung aufgeschoben werden,
bevor sie an ihren anderen Enden mittels der elastischen Verbindungselemente 15 mit
den Endstücken 12 verbunden werden. Das Verkleidungsteil 13a enthält, wie das rechte
Endstück 12, ebenfalls einen Ansatz 16, an dem der Faltenbalg 7 eingehängt wird. Die
Querteilung ist auch bei den Winkelprofilen 14 vorhanden; auch hier sind die einzelnen
Teile durch elastische Verbindungselemente 15 miteinander verbunden; das obere Winkelprofil
14a enthält, wie das Verkleidungsteil 13a, einen entsprechenden Ansatz 16, um den
Faltenbalg 7 befestigen zu können.
[0011] Ein wesentlicher Vorteil der Querteilung der Verkleidungsteile und Winkelprofile
in der beschriebenen Weise ist darin zu sehen, daß gleiche Verkleidungsteile für die
Verkleidung sowohl des Sitzträgers als auch des Basisteils verwendet werden können,
und zwar für eine Stuhlkonstruktion sowohl mit kurzem Basisteil, z.B. ohne Anschlußkasten,
als auch mit langem Basisteil, z.B. mit Anschlußkasten.
[0012] Die beiden Winkelprofile 14 bilden über ihre gesamte Länge einen Schlitz 21, aus
dem ein Anschluß- oder Tragteil 22 vorsteht, an dem die unten abgekröpfte Tragsäule
23 (Fig. 1) für das Gerät 2 befestigbar ist. Das Tragteil 22 ist mit einem Schlitten
24, der innerhalb des Basisteils 4 über die gesamte Länge des Schlitzes 21 in der
Horizontalführung 5 geführt ist, fest verbunden.
[0013] Der Schlitz 21 wird in jeder Stellung des Schlittens 24 durch ein am Schlitten 24
eingehängtes Gurtband 25 abgedeckt, welches als Endlosband über Umlenkrollen 26 etwa
rechteckig geführt ist. In den Schlitten 24 münden ferner diverse, zu einem flachen
Band zusammengefügte Versorgungsleitungen 27, welche die im Gerät 2 benötigten Medien
(Luft und/oder Wasser und/oder elektrischer Strom) von einer zentralen Versorgungsquelle
im Anschlußkasten 6 an das Tragteil 22 heranführen. Entsprechend den Aufbau des Basisteils
4 besieht auch der Stuhloberteilträger 10 aus einer im Grundriß rechteckigen Grundplatte
31 gleicher Breite wie die Grundplatte 11 und einem Rahmen, bestehend einerseits aus
beidseitigen Endstücken 32 und andererseits Verkleidungsteilen 33 sowie Winkelprofilen
34, die wiederum mittels entsprechender elastischer Verbindungselemente 35 an den
Endstücken befestigt sind. An den Endstücken und an den Winkelprofilen sind Ansätze
36 vorhanden, an denen der Faltenbalg 7 eingehängt werden kann.
[0014] Die Endstücke 32 sind identisch mit den Endstücken 12, weisen also an gleicher Stelle
und in gleicher Höhe Befestigungslaschen 38 auf; die zugehörigen Halterungen 37 sind
in der Grundplatte 31 vorgesehen. Auch die Verkleidungsteile 33 haben gleiche Abmessungen
wie die Verkleidungsabschnitte 13a, wodurch unter anderem die Lagerhaltung der Teile
vereinfacht wird und auch ein Austausch der Teile untereinander möglich ist. So kann
beispielsweise das mit einem Ansatz versehene rechte Endstück 12 vom Basisteil 4 zur
Verkleidung des Oberteilträgers verwendet werden.
[0015] Auch hier ragt durch den durch die beiden Winkelprofile 34 gebildeten Schlitz 41
ein Anschluß- oder Tragteil 42, an dem entweder direkt oder über einen Tragarm die
Tragsäule 43 (Fig. 2) des Gerätes 3 befestigt ist. Der Schlitz wird, wie beim Basisteil
4, durch ein Gurtband 45 abgedeckt.
[0016] Die Fig. 4 zeigt Einzelheiten der Horizontalführung 5.
[0017] Die Horizontalführung 5 enthält eine durchgehende, in Lagerböcken 46 gehalterte Achse
47, auf der der Schlitten 24 längsverschiebbar gelagert ist. Der Schlitten 24 stützt
sich mittels einer Laufrolle 48 an einem U-Profil 49 ab. Die vier Umlenkrollen 26
führen das Band 25 an den Schlitzenden, und zwar so, daß es etwa rechteckig umläuft.
Zwischen zwei weiteren Umlenkrollen 50 bildet das Band 25 eine Schleife. In diesem
Bereich drückt ein Reibrad 51,welches über eine Magnetkupplung 52 mit einer Antriebseinheit
53 gekuppelt ist, an das Band 25. Mit 54 ist eine durch eine Feder 55 gegen das Gurtband
25 angepreßte Andrückrolle bezeichnet, mit der-das Gurtband in ausreichendem Maße
gegen das Reibrad-51 gedrückt wird. so daß bei eingeschaltetem Antrieb 53 das als
Abdeckung des Schlitzes 21 dienende Gurtband 25 gleichzeitig als Antriebs- bzw. Übertragungselement
für den Schlitten 24-und damit für das Gerät 2 vorgesehen werden kann. Die Horizontalführung
9 für das Gerät 3 ist vom Prinzip her gleich aufgebaut; sie enthält jedoch keinen
Antrieb.
[0018] 56 Die Gurtbandenden/können am Schlitten mittels Schrauben lösbar befestigt oder
auch mittels eines Bügels an einem entsprechenden Haken am Schlitten eingehängt sein.
Sofern das an der Tragsäule 23 adaptierte Gerät nicht motorisch, sondern von Hand
verstellt werden soll, oder auch wenn aus Platzgründen das Gurtband nicht im Viereck
geführt werden kann, kann auf die Endlosführung des Bandes verzichtet werden und die
Schlitzabdeckung beispielsweise durch an den abgewinkelten Endteilen der Endstücke
(anstelle der vorderen Umlenkrollen 26 in Fig. 3) angeordnete Aufwickelrollen für
das dann aus zwei Teilen bestehende Gurtband vorgesehen werden.
[0019] Die Fig. 5 und 6 zeigen Details aus Fig. 3 und lassen den Aufbau des Basisteils erkennen.
Die Fig. 6 läßt insbesondere die Gestaltung der beiden Profilleisten erkennen, welche
den Schlitz zur Durchführung des Schlittens bzw. des mit ihm verbundenen Tragteils
bilden. Die Profilleisten sind Winkelprofile, die mit ihren ebenen Flächen nach außen
und mit ihren Schenkelenden zum Gurtband hin gerichtet angeordnet sind. Leicht nach
innen zum Band hin abgewinkelte Teile 14a der Profilleisten 14 überdecken im montierten
Zustand das Gurtband ein wenig und liegen an diesem leicht an, so daß eine weitgehend
staubfreie Schlitzabdeckung gegeben ist. Sämtliche Verkleidungsprofile, also sowohl
die vollflächigen Verkleidungsteile 13 als auch die Profilleisten 14, haben an den
Verbindungsstellen, also dort, wo die Verbindungselemente 15 eingreifen, gleiches
Profil, wodurch die Konstruktion vereinfacht, die Lagerhaltungskosten niedrig gehalten
und auch ein Austausch der Teile untereinander gegeben ist. So können die Endstücke
mit angeformtem Faltenbalghalter sowohl für das Basisteil als auch für den Sitzträger
verwendet werden; ebenso können die vollflächigen und die schlitzbildenden Verkleidungsprofile
alternativ auf der linken oder rechten Stuhlseite oder auch auf beiden Stuhlseiten
vorgesehen werden, je nachdem, ob, und wenn, an welcher Seite des Stuhles dann ein
Gerät verschiebbar gehaltert werden soll.
1. Zahnärztliches Gerät, welches eine mit seitlichen Schlitzen (21, 41) versehene
Horizontalführung (5, 9) enthält, die einen längsbeweglich gelagerten Schlitten (24)
aufweist, an dem ein aus dem Schlitz herausragendes Tragteil (22, 42) für ein weiteres
Gerät (2, 3) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß am Schlitten (24) bzw. am
Tragteil (22, 42) ein an den Schlitzenden geführtes Band (25, 45) angeordnet ist,
welches den bei Bewegung des Schlittens von der einen in die andere Endlage sich bildenden
Schlitzabschnitt zu beiden Seiten des Tragteils (22, 42) abdeckt.
2. Zahnärztliches Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (25,
45) von an den Schlitzenden angeordneten Aufwickelrollen aufgenommen wird.
3. Zahnärztliches Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß das Band (25,
45) über an den Schlitzenden angeordnete Umlenkrollen (26) als Endlosband geführt
ist.
4. Zahnärztliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Enden des Bandes (25, 45) am Schlitten (24) bzw. am Tragteil (22, 42) lösbar
befestigt sind, vorzugsweise mittels einer Haken/Ösen-Befestigung eingehängt sind.
5. Zahnärztliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet ,
daß das Band (25, 45) zum Antrieb des Schlittens (24) dient, wozu dieses um ein von
einem Antriebsmotor (53) angetriebenes Reibrad (51) geführt ist.
6. Zahnärztliches Gerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß ein elektromotorischer
Antrieb (53) mit einer Rutschkupplung, vorzugsweise einer elektromagnetischen Kupplung
(52), zwischen Antrieb- und Reibrolle (51) vorgesehen ist.
7. Zahnärztliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet ,
daß ein Gurtband (25, 45) oder ein gummielastisches Band vorgesehen ist.
S. Zahnärztliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet ,
daß der Führungsschlitz (21, 41) durch Winkelprofile (14, 34) gebildet ist, die mit
ihren ebenen Flächen nach außen und mit schmalen Schenkelenden zum Band (25, 45) gerichtet
angeordnet sind.
9. Zahnärztliches Gerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet , daß die Winkelprofile
(14, 34) in Endstücken (12, 32) gehaltert sind, welche an einer Grundplatte (11, 31)
befestigt sind.
10. Zahnärztliches Gerät nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelprofile
(14, 34) mittels elastischer Verbindungselemente (15, 35) in Endstücken (12, 32) gehalten
sind.
11. Zahnärztliches Gerät nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet
, daß die Winkelprofile (14, 34) zusammen mit abgewinkelte Endteile (12a, 32a) enthaltenden
Endstücken (12, 32) einen rechteckigen Rahmen bilden.