[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen zahnärztlichen Patientenstuhl mit einem zumindest
den Stuhlsitz tragen- .den Stuhloberteil, einem eine Höhenverstelleinrichtung für
das Stuhloberteil enthaltenden Stuhlunterteil und mit wenigstens einem, am Stuhlunterteil
adaptierbaren Gerät, welches diverse Medien, wie Luft, Wasser, elektrischer Strom,
benötigt, die mittels Versorgungsleitungen von einem am Fußboden angeordneten Anschlußkasten
durch das Stuhlunterteil hindurch in das Gerät geführt sind.
[0002] Bei einem bekannten solchen Patientenstuhl (DE-OS 29 46 593) verlaufen die die Versorgungsmedien
führenden Leitungen durch das Stuhlunterteil hindurch bis zu einer in
'Nähe des Gerätes gelegenen Austrittsöffnung, treten dort aus und münden direkt in
das Innere des Gerätes ein. Die Versorgungsleitungen sind an einer oder mehreren Stellen
durch Schellen od.dgl. festgelegt und können in diesem Bereich auch quergeteilt sein,
wobei dann die Teilungsenden durch eine Klemmleiste oder einen Mehrfachstecker m iteinander
verbunden sind. Die Adaption des Gerätes erfolgt über einen als Verschiebebahn ausgebildeten
Träger, der als separates Bauteil am Stuhloberteilträger seitlich angeschraubt ist.
Diverse Verkleidungsteile decken schließlich die Innenteile der Verschiebebahn ab.
[0003] Um das Gerät an den Patientenstuhl betriebsbereit anzuschließen, bedarf es eines
relativ großen Montageaufwandes. Zunächst ist das Gerät mechanisch an den Stuhl anzukoppeln,
danach sind die einzelnen Versorgungsleitungen miteinander zu verbinden; schließlich
sind noch die Innenteile der Verschiebebahn durch entsprechende Verkleidungsteile
abzudecken. Die seitliche Adaption der als separates Bauteil mit eigenem, verwindungssteifen
Gehäuse ausgebildeten Verschiebebahn bildet außerdem unerwünscht vorstehende Teile
und Trennfugen, die keine kompakte Konstruktion entstehen lassen.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, demgegenüber eine Verbesserung zu schaffen,
also einen Patientenstuhl der eingangs genannten Gattung zu schaffen, bei dem durch
eine kompakte Bauweise der Montageaufwand für ein betriebsbereites Anschließen eines
Gerätes an den Stuhl verringert werden kann. Insbesondere soll die Montage eines Gerätes
vor Ort, also beim.Kunden, leichter ermöglicht werden als bisher.
[0005] Zur Erreichung dieses Zieles wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß.zum Anschluß
des Gerätes das Stuhlunterteil ein Anschlußteil enthält, welches Kupplungsmittel sowohl
für eine mechanische Kupplung als auch für eine Kupplung der einzelnen Medien enthält
und daß das daran anzuschließende Gerät ein zum Anschlußteil des Stuhlunterteils passendes
Gegenstück aufweist, welches bei mechanischer Ankoppelung des Gerätes mit den Kupplungsmitteln
in Eingriff bringbare und dabei die Medienverbindung herstellende Gegenkupplungsmittel
enthält.
[0006] Vorteilhafte Ausbildungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
enthalten.
[0007] Dadurch, daß mit dem mechanischen Ankuppeln des Gerätes an den Stuhl praktisch die
Medien miteinander betriebsbereit verbunden werden, wird das betriebsfertige Anschließen
des Gerätes wesentlich vereinfacht. Das Stuhlunterteil kann werksseitig so weit komplettiert
und mit den erforderlichen Medienleitungen bestückt, gefertigt und geprüft werden,
daß vor Ort, also beim Kunden, das Gerät nur an den Stuhl angekoppelt zu werden braucht.
Das Anschlußteil, das sämtliche elektrische, pneumatische und hydraulische Anschlußelemente
enthält, kann vorteilhafterweise gleichzeitig als Prüfadapter verwendet werden, um
werksseitig bereits _die Funktion der Leitungsverlegung überprüfen zu können.
[0008] Eine besonders vorteilhafte Ausführung sieht vor, bodennah am Stuhlunterteil ein
erstes Anschlußteil zur Ankoppelung eines Arztgerätes und bodenfern am höhenverstellbaren
Oberteilträger ein zweites Anschlußteil für ein patientenbezogenes Gerät mit Spei-
und Spülmöglichkeiten, häufig auch als Wassereinheit oder Helferinnengerät bezeichnet,
vorzusehen. Die Anschlußteile sind vorteilhafterweise an einem Führungsschlitten befestigt,
der Teil einer im Stuhlunterteil integriert angeordneten Verschiebebahn ist. Die Verschiebebahn
für das bodennahe Anschlußteil kann vorteilhafterweise über die gesamte Länge des
Basisteils des Stuhles, beginnend etwa mit der Sitzhinterkante und endend etwa im
Bereich der Vorderkante der FuBauflage, angeordnet sein; für die Verschiebebahn des
fußbodenfernen Anschlußteils dagegen genügt es, wenn diese an der dem bodennahen Anschlußteil
gegenüberliegenden Seite des Stuhles nur in einer etwa der Sitztiefe entsprechenden
Länge am Sitzträger angeordnet ist. Basisteil und/oder Sitzträger bilden längs der
Stuhlachse einen Freiraum, in dem der Führungsschlitten längsverstellbar gehaltert
ist; seitlich neben der mittig angeordneten Höhenverstelleinrichtung und innerhalb
der äußeren Begrenzungen des Stuhlunterteils liegend ist ein Kabelschacht vorhanden,
in dem die vom Anschlußkasten kommenden Medienleitungen in Form einer Kabel-. schlaufe
zu dem mit dem Führungsschlitten verbundenen Anschlußteil führen.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert.
[0010] Es zeigen:
Fig. 1 einen zahnärztlichen Arbeitsplatz in einer schaubildlichen vereinfachten Darstellung,
Fig. 2 den Arbeitsplatz nach Fig. 1 von der gegenüberliegenden Seite aus betrachtet,
Fig. 3 den Aufbau des Stuhlunterteils mit der Höhenverstelleinrichtung in einer Explosionsdarstellung,
Fig. 4 einen Teil der Hubvorrichtung in schaubildlicher Ansicht,
Fig. 5 das Stuhlunterteil im Querschnitt,
Fig. 6 einen Ausschnitt aus Fig. 3 mit dem Anschlußteil für das bodennah adaptierbare
Gerät (Pos. 2 in Fig. 1),
Fig. 7 das dazugehörige geräteseitige Gegenstück,
Fig. 8 einen Teil der in Fig. 6 und 7 gezeigten Anschlußteile im montierten Zustand
und im Längsschnitt entlang der Linien VIII/VIII in den Fig. 6 und 7,
Fig. 9 das Anschlußteil für das bodenferne Gerät (Pos. 3 in Fig. 3),
Fig. 10 das zugehörige geräteseitige Gegenstück zusammen mit der im Oberteilträger
angeordneten Verschiebebahn.
[0011] Die Fig. 1 zeigt in einer schaubildlichen Darstellung einen zahnärztlichen Arbeitsplatz,
bestehend aus einem Patientenstuhl 1, einem vom Patienten aus betrachtet rechts davon
angeordneten Arztgerät 2 und einem links des Patientenstuhles angeordneten Helferinnengerät
3. Der Patientenstuhl 1 besteht im wesentlichen aus einem Stuhloberteil und einem
Stuhlunterteil. Das Stuhlunterteil enthält ein Basisteil 4, in dem eine später noch
näher erläuterte Horizontalführung 5 für das Arztgerät 2 und in einem Anschlußkasten
6 zusammengefaßte elektrische und/oder pneumatische Versorgungsbausteine angeordnet
sind, sowie eine durch einen Faltenbalg 7 verdeckt angeordnete Höhenverstellvorrichtung
für das aus Sitz- und Rückenlehne bestehende Stuhloberteil 8. Das Gerät 3 ist ebenfalls
mittels einer Horizontalführung 9 (Fig. 2) parallel zur Längsachse des Stuhles verstellbar
gehaltert, wobei im Gegensatz zur Horizontalführung 5 für das Arztgerät 2, die am
ortsfesten Basisteil 4 über die gesamte Länge des Stuhles, also etwa von der hinteren
Sitzkante bis mindestens zum Fußende des Sitzes bzw. bis zum in der Darstellung nach
Fig. 1 rechten Ende des Anschlußkastens 6 verläuft, die Horizontalführung 9 für das
Helferinnengerät 3 am höhenverstellbaren Stuhloberteilträger 10 lediglich über dessen
Länge verläuft.
[0012] Die Fig. 3 zeigt den Aufbau des Stuhlunterteils einschließlich Stuhl oberteil träger
10 in einer Explosionsdarstellung. Die Ansicht erfolgt von der Seite aus, aus der
die Fig. 2 zu betrachten ist.
[0013] Das Basisteil 4 wird im wesentlichen gebildet aus einer im Grundriß rechteckigen
Grundplatte 11, welche sämtliche tragenden Teile, insbesondere die mit 60 bezeichnete
Höhenverstelleinrichtung und den Träger 10 für das Stuhloberteil 8, aufnimmt, und
einen die Grundplatte 11 umgebenden Rahmen, der wiederum aus zwei an den kürzeren
Seiten angeordneten Endstücken 12 und aus an den längeren Seiten angeordneten Verkleidungsteilen
13 sowie Profilelementen 14 gebildet ist. Die Endstücke 12 sind als Eckprofile ausgebildet,
d.h. sie weisen rechtwinkelig abgewinkelte, die kürzeren Seiten der Grundplatte
11 umgreifende Endteile 12a auf, in die elastische Verbindungselemente 15 eingesteckt
werden, an denen die Verkleidungsteile 13 bzw. die Profilelemente 14 befestigt werden
können. Das in der Figur dargestellte rechte Endstück 12 enthält einen Ansatz 16,
an dem das untere Ende des Faltenbalgs 7 eingehängt wird. Die Endstücke 12 sind an
der Grundplatte 11 angeschraubt, wozu an dieser Befestigungsblöcke 17 und an den Endstücken
12 Laschen 18' angeordnet sind.
[0014] Die vollflächig ausgebildeten Verkleidungsteile 13 sind quergeteilt in einen Abschnitt
13a, der im wesentlichen der Länge des Stuhloberteilträgers- 10 bzw. des die Höhenverstellvorrichtung
umschließenden Faltenbalgs 7 entspricht, und einem Abschnitt 13b, der der restlichen
Länge, im wesentlichen der Länge des Anschlußkastens 6, entspricht. An der Teilungsstelle
ist ein an der Grundplatte 11 bzw. an einer mit dieser verbundenen Leiste 19 befestigtes,
dem Profil der Verkleidungsteile 13 angepaßtes Halteteil 20 angeordnet, auf das die
Verkleidungsteile 13a, 13b mit ihren einen Enden zur Fixierung aufgeschoben werden,
bevor sie an ihren anderen Enden mittels der elastischen Verbindungselemente 15 mit
den Endstucken 12 verbunden werden. Das Verkleidungsteil 13a enthält, wie das rechte
Endstück 12, ebenfalls einen Ansatz 16, an dem der Faltenbalg 7 eingehängt wird. Die
Querteilung ist auch bei den Winkelprofilen 14 vorhanden; auch hier sind die einzelnen
Teile durch elastische Verbindungselemente 15 miteinander verbunden; das obere Winkelprofil
14a enthält, wie das Verkleidungsteil 13a, einen entsprechenden Ansatz 16, um den
Faltenbalg 7 befestigen zu können.
[0015] Ein wesentlicher Vorteil der Querteilung der Verkleidungsteile und Winkelprofile
in der beschriebenen Weise ist darin zu sehen, daß gleiche Verkleidungsteile für die
Verkleidung sowohl des Sitzträgers als auch des Basisteils verwendet werden können,
und zwar für eine Stuhlkonstruktion sowohl mit kurzem Basisteil, z.B. ohne Anschlußkasten,
als auch mit langem Basisteil, z.B. mit AnschluBkasten.
[0016] Die beiden Winkelprofile 14 bilden über ihre gesamte Länge einen Schlitz 21, aus
dem ein Anschluß- oder Tragteil 22 vorsteht, an dem die unten abgekröpfte Tragsäule
23 (Fig. 1) für das Gerät 2 befestigbar ist. Das Tragteil 22 ist mit einem Schlitten
24, der innerhalb des Basisteils 4 über die gesamte Länge des Schlitzes 21 in der
Horizontalführung 5 geführt ist, fest verbunden.
[0017] Der Schlitz 21 wird in jeder Stellung des Schlittens 24 durch ein am Schlitten 24
eingehängtes Gurtband 25 abgedeckt, welches als Endlosband über Umlenkrollen 26 etwa
rechteckig geführt ist. In den Schlitten 24 münden ferner diverse, zu einem flachen
Band zusammengefügte Versorgungsleitungen 27, welche die im Gerät 2 benötigten Medien
(Luft und/oder Wasser und/oder elektrischer Strom) von einer zentralen Versorgungsquelle
im Anschlußkasten 6 an das Tragteil 22 heranführen. Entsprechend dem Aufbau des Basisteils
4 besteht auch der Stuhloberteilträger 10 aus einer im Grundriß rechteckigen Grundplatte
31 gleicher Breite wie die Grundplatte 11 und einem Rahmen, bestehend einerseits aus
beidseitigen Endstücken 32 und andererseits Verkleidungsteilen 33 sowie Winkelprofilen
34, die wiederum mittels entsprechender elastischer Verbindungselemente 35 an den
Endstücken befestigt sind. An den Endstücken und an den Winkelprofilen sind Ansätze
36 vorhanden, an denen der Faltenbalg 7 eingehängt werden kann.
[0018] Die Endstücke 32 sind identisch mit den Endstücken 12, weisen also an gleicher Stelle
und in gleicher Höhe Befestigungslaschen 38 auf zugehörigen Halterungen 37 sind in
der Grundplatte 31 vorgesehen. Auch die Verkleidungsteile 33 haben gleiche Abmessungen
wie die Verkleidungsabschnitte 13a, wodurch unter anderem die Lagerhaltung der Teile
vereinfacht wird und auch ein Austausch der Teile untereinander möglich ist. So kann
beispielsweise das mit einem Ansatz versehene rechte Endstück 12 vom Basisteil 4 zur
Verkleidung des Oberteilträgers verwendet werden.
[0019] Auch hier ragt durch den durch die beiden Winkelprofile 34 gebildeten Schlitz 41
ein Anschluß- oder Tragteil 42, an dem entweder direkt oder über einen Tragarm die
Tragsäule 43 (Fig. 2) des Gerätes 3 befestigt ist. Der Schlitz wird, wie beim Basisteil
4, durch ein Gurtband 45 abgedeckt. Anhand der Fig. 3 und der nachfolgenden Figuren
wird der Aufbau der Hubvorrichtung zur Verstellung des Stuhloberteils näher erläutert.
[0020] An der Grundplatte 11 des Basisteils 4 sind Sockelteile 61 angeformt, auf denen ein
kastenförmiger, nach oben und unten offener Rahmen 62 befestigt ist. Eine aus zwei
Teilen 63, 64 gebildete Scherenarmkonstruktion ist einerseits am Rahmen 62 und andererseits
am Stuhloberteilträger 10 angelenkt.
[0021] Die Scherenarmteile 63, 64 sind bis auf den Anlenkpunkt eines später noch näher erläuterten
Antriebs gleich aufgebaut, d.h. sie bilden jeweils einen langen Tragarm 63a, einen
demgegenüber kürzeren Tragarm 63b und eine dazwischen liegende Querversteifung 63c.
Der kürzere Tragarm 63b, 64b hat etwa die halbe Länge des längeren Tragarmes 63a,
64a und ist in einer gemeinsamen Achslagerung 65 geführt. Die auf gleicher Höhe auslaufenden
Enden 66 der parallel verlaufenden Tragarme 63a, 63b sind am Stuhloberteilträger 10
gelagert; das freie Ende 67 des längeren Tragarmes 63a ist an einer Buchse 68 . angelenkt,
die zusammen mit einer am Rahmen 62 befestigten Führungsstange 69 eine Horizontalführung
bildet.
[0022] Entsprechendes gilt für den Scherenarmteil 64, dessen freies Ende 70 an einer Buchse
71 angelenkt ist, die durch eine am Stuhloberteilträger 10 befestigte Führungsstange
72 geführt ist. Am Scherenarmteil 64 sind Helterungs- und Lagerteile 73 angeordnet
für eine Spindelmutter 74, die Teil eines Spindelantriebes ist, dessen Antriebsmotor
75 an der Grundplatte 11 befestigt ist und deren Spindel 76 durch den Rahmen 62 hindurchgreift.
[0023] Die Fig. 4 zeigt den Scherenarmteil 64 von der Rückseite; aus der Darstellung ist
ersichtlich, daß sowohl der Scherenarmteil 64 als solcher, als auch der lange Tragarm
64a im Querschnitt U-förmig ausgebildet sind und dazwischen diagonal verlaufende und
sich überkreuzende Versteifungsrippen 77 vorgesehen sind. Die gesamte Scherenarmkonstruktion
ist dadurch äußerst verwindungssteif.
[0024] Wie aus den Fig. 3 und 5 ersichtlich ist, sind die beiden Scherenarmteile 63 und
64 zueinander so angeordnet, daß die Schenkel der U-förmigen Tragarme einander zugewandt
sind. Die beiden Scherenarmteile können so in der Tiefstlage (Fig. 6 waagerecht angeordnet
sein. Durch das Ineinandergreifen der Scherenarmteile wäre sogar eine noch tiefere
Endlage möglich, wenn dies aus bestimmten konstruktiven Erfordernissen notwendig wäre.
[0025] Die Ausbildung der Hubvorrichtung in der geschilderten Weise macht es möglich, die
gesamte Hubvorrichtung extrem schmal zu bauen, wodurch im Vergleich zu anderen Konstruktionen
seitlich der Scherenarmteile mehr Platz geschaffen wird.
[0026] Ein weiterer Vorzug ist, daß unterhalb der in der Tiefststellung waagerecht liegenden
Scherenarme genügend Stauraum für die Unterbringung der Versorgungsleitungen gebildet
wird.
[0027] Basisteil 4 und Stuhloberteilträger 10 bilden zu beiden Seiten der Höhenverstelleinrichtung
60 jeweils einen als Kabelschacht für die Kabel 27 und 28 dienenden Freiraum 78 bzw.
79. Dieser Freiraum erstreckt sich parallel zur Längsachse des Stuhles und ist einerseits
durch die Sockel- und Rahmenteile 61, 62 und andererseits durch den Faltenbalg 7 begrenzt.
Die Versorgungsleitungen 27, 28 sind nach Art eines Flachbandkabels zusammengefaßt
und in den Kabelschächten 78, 79 unter Bildung einer Schlaufe 50 verlegt, daß sie
der Bewegung der Geräte folgen können. Das eine Ende der Leitungen mündet jeweils
in den Schlitten 24 bzw. 44, bewegt sich also längs der Führungsbahn mit, das andere
Ende mündet in dem Anschlußkasten 6. Nachdem die Versorgungsleitungen 28 für das Helferinnengerät
3 im Gegensatz zu den
-Leitungen 27 neben der hin- und hergehenden Bewegung auch noch die Höhenverstellbewegung
des Stuhloberteilträgers 10 mitmachen müssen, ist die Länge der Leitungen dort so
bemessen, daß sie in den jeweiligen Endstellungen innerhalb des Kabelschachtes noch
ausreichend geführt sind.
[0028] Anhand der Fig. 6 bis 10 wird der Aufbau der zur Adaption von Gerät und Stuhl vorgesehenen
Mittel näher erläutert. Die Fig. 6 zeigt den Führungsschlitten 24 mit dem dort befestigten
Trag- oder Anschlüßteil 22 in vergrößerter Darstellung. Stirnseitig des Teils 22 sind
zwei Zentrier- und Haltezapfen 80 (in der Darstellung nur einer erkennbar) angeordnet,
die im montierten Zustand in entsprechende Bohrungen 81 am korrespondierenden Adaptergegenstück
82 der Tragsäule 23, an der das Gerät 2 gehaltert ist, eingreifen. Mit diesen beiden
Zapfen wird einerseits eine mechanische Ankoppelung von Gerät und Stuhl und andererseits
eine Zentrierung der übrigen Kupplungsglieder erreicht. Der elektrische Anschluß erfolgt
mittels einer am Anschlußteil 22 befestigten Mehrfachsteckleiste 83, deren nicht näher
bezeichnete Kontaktstifte im gekuppelten Zustand in federnde Aufnahmeteile eines entsprechenden,
am Adaptergegenstück 82 befestigten Gegenkupplungsstückes 84 eingreifen. Die pneumatischen
und/oder hydraulischen Anschlüsse werden mittels Anschlußglieder 85, die in entsprechende
Gegenglieder 86 eingreifen bzw. diese übergreifen, hergestellt. Diese Anschluß-und
Gegenglieder 85, 86 sind mittels gemeinsamer Sicherungsbleche 87, 88 an den betreffenden
Adapterteilen 22 bzw. 82 gehalten. Näheres zeigt die Fig. 8, die eine Verbindung im
montierten Zustand im Längsschnitt zeigt. Die Sicherungsbleche 87, 88 drücken gegen
einen durch einen Bund oder einer Sicherungsscheibe gebildeten Flansch 89 die Anschluß-
und Gegenglieder 85, 86 gegen eine entsprechende Anlagefläche des Adapterteils 22
bzw..82. Um einen gewissen Spielausgleich zu haben, ist zumindest die Bohrung 90 im
einen Adapterteil 82 wesentlich größer als der Durchmesser des Anschlußgliedes 86
selbst. Die Zentrierung und Halterung wird alleine durch die Sicherungsbleche 87,
88 erzielt; die dort vorgesehenen Bohrungen bestimmen also die Lage der Kupplungsglieder
zueinander.
[0029] Die Fig. 9 und 10 zeigen Einzelheiten der Adapterteile für das am Stuhloberteilträger
10 adaptierbare Gerät 3. Das am Schlitten 44der Verschiebebahn 9 befestigte Trag-
oder Anschlußteil 42 enthält zwei Zentrier- und Haltezapfen 91, die wiederum in entsprechende
Bohrungen 92 am Adaptergegenstück 93 der Tragsäule 43 für das Gerät 3 eingreifen.
Eine Steckerleiste 94 mit Steckstiften korrespondiert mit einem entsprechenden Gegenstück
95 am Adapterteil 42. Anschlußglieder 96 für Druckluft und Druckwasser und 97 für
Saugluft bzw. Abwasser werden durch ein gemeinsames Sicherungsblech 97 am Adapterteil
93 befestigt. Im AnschluBteil 42 sind zu den AnschluBgliedern 96, 97 passende Aufnahmebohrungen
99, 100 vorgesehen, die mit den zum Anschlußkasten 6 führenden Versorgungsleitungen
28 verbunden sind.
1. Zahnärztlicher Patientenstuhl mit einem zumindest den Stuhlsitz tragenden Stuhloberteil
(8), mit einem eine Höhenverstelleinrichtung (60) für das Stuhloberteil enthaltenden
Stuhlunterteil (4-10) und mit wenigstens einem am Stuhlunterteil adaptierbaren Gerät
(2,3), welches diverse Medien, wie Luft, Wasser, elektrischer Strom, benötigt, die
mittels Versorgungsleitungen (27, 28) von einem am Fußboden angeordneten Anschlußkasten
(6) durch das Stuhlunterteil (4-10) hindurch in das Gerät (2, 3) geführt sind, dadurch
gekennzeichnet , daß zum Anschluß des Ge- rätes (2, 3) das Stuhlunterteil (4-10) ein Anschlußteil (22, 42) enthält, welches
Kupplungsmittel (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) für sowohl eine mechanische Kupplung
als auch eine Kupplung der einzelnen Medien enthält, und daß das daran anzuschließende
Gerät (2, 3) ein zum Anschlußteil (22, 42) des Stuhlunterteils passendes Gegenstück
(82, 93) aufweist, welches bei mechanischer Ankoppelung des Gerätes (2, 3) mit den
Kupplungsmitteln (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) in Eingriff bringbare und dabei die
Medienverbindung herstellende Gegenkupplungsmittel (81, 84, 86; 92, 94, 96, 97) enthält.
2. Patientenstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß bodennah am Stuhlunterteil
(4-10) ein erstes Anschlußteil (22) zur Ankupplung eines Arztgerätes (2) und bodenfern
am höhenverstellbaren Oberteilträger (10) ein zweites Anschlußteil (42) für ein patientenbezogenes
Gerät (3) mit Spei- und Spüleinrichtungen vorgesehen ist.
3. Patientenstuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß das Anschlußteil
(22, 42) an einem Führungsschlitten (24, 44) befestigt ist, der Teil einer innerhalb
der äußeren Begrenzungen des Stuhlunterteils (4-10) angeordneten Verschiebebahn (5,
9) ist, und daß das Anschlußteil (22, 42) mit den nach außen zeigenden Kupplungsmitteln
(80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) aus einem Führungsschlitz (21, 41) der Verschiebebahn
(5, 9) vorsteht.
4. Patientenstuhl nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Verschiebebahn
(5) für das bodennahe Anschlußteil (22) über die gesamte Länge des Basisteils (4)
des Stuhles, beginnend etwa mit der Sitzhinterkante bis zur Vorderkante der Fußauflage,
die Verschiebebahn (9) des bodenfernen Anschlußteils (42) dagegen an der dem bodennahen
Anschlußteil (22) gegenüberliegenden Seite des Stuhles nur in einer etwa der Sitztiefe
entsprechenden Länge am Stuhloberteilträger (10) angeordnet ist.
5. Patientenstuhl nach Anspruch 3 oder 4, d a - durch gekennzeichnet, daß die im Stuhlunterteil
(4-10) integriert angeordnete Verschiebebahn (5, 9) dadurch gebildet ist, daß Basisteil
(4) und/oder Sitzträger (10) einen längs der Stuhlachse verlaufenden Freiraum bilden,
in dem der Führungsschlitten (24, 44) längsverstellbar gehaltert ist, und daß seitlich
neben der mittig angeordneten Höhenverstelleinrichtung (60) und innerhalb der äußeren
Begrenzungen (7) des Stuhlunterteils (4-10) liegend ein Kabelschacht (78, 79) vorhanden.ist,
in dem die vom Anschlußkasten (6) kommenden Medienleitungen (27, 28) in Form einer
Kabelschlaufe zu dem mit dem Führungsschlitten (24, 44) verbundenen Anschlußteil (22,
42) führen, der aus einem Schlitz (21, 41) der Verschiebebahn (5, 9) herausragt und
dort stirnseitig Kupplungsglieder (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) sowohl für die mechanische
Fixierung und Halterung des zu adaptierenden Gerätes (2, 3) als auch für einen Anschluß
der im Gerät vorhandenen Medienleitungen (27, 28) enthält.
6. Patientenstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß das
Basisteil (4) und/oder der Sitzträger (10) aus jeweils einer Grundplatte (11, 31)
und seitlichen Verkleidungsteilen (12-14; 32-34) gebildet ist, an denen ein die äußere
Begrenzung der Kabelschächte (78, 79) bildender Faltenbalg (7) befestigt ist.
7. Patientenstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet , daß die
mittig angeordnete Höhenverstelleinrichtung (60) als Doppelscherenarmkonstruktion
ausgebildet ist, die an einem der Grundplatte (11) des Basisteils (4) befestigten
Rahmen (61, 62) angelenkt ist, der die innere Begrenzung der Kabelschächte (78, 79)
bildet.