(19)
(11) EP 0 100 492 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.02.1984  Patentblatt  1984/07

(21) Anmeldenummer: 83107116.2

(22) Anmeldetag:  20.07.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3A61G 15/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 02.08.1982 DE 3228853

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Behringer, Wolfgang
    D-6140 Bensheim 4 (DE)
  • Stöckl, Klaus
    D-6148 Heppenheim (DE)
  • Weiland, Rolf-Jürgen
    D-6147 Lautertal 3 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Zahnärztlicher Patientenstuhl


    (57) Die Erfindung betrifft einen zahnärztlichen Patientenstuhl mit einem zumindest den Stuhlsitz tragenden Stuhloberteil (8). Das Stuhlunterteil (4-10) enthält eine Höhenverstelleinrichtung (60) für das Stuhloberteil, wenigstens ein am Stuhlunterteil adaptierbares Gerät (2, 3), welches diverse Medien, wie Luft, Wasser, elektrischer Strom, benötigt, die mittels Versorgungsleitungen (27,28) von einem am Fußboden angeordneten Anschlußkasten (6) durch das Stuhlunterteil (4-10) hindurch in das Gerät (2,3) geführt sind. Zum Anschluß des Gerätes (2, 3) enthält das Stuhlunterteil (4-10) erfindungsgemäß ein Anschlußteil (22, 42), welches Kupplungsmittel (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) für sowohl eine mechanische Kupplung als auch eine Kupplung der einzelnen Medien enthält. Das daran anzuschließende Gerät weist ein zum Anschlußteil (22, 42) des Stuhlunterteils passendes Gegenstück (82,93) auf, weiches bei mechanischer Ankoppelung des Gerätes (2,3) mit den Kupplungsmitteln (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) in Eingriff bringbare und dabei die Medienverbindung herstellende Gegenkupplungsmittel (81, 84, 86; 92, 94, 96, 97) enthält.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen zahnärztlichen Patientenstuhl mit einem zumindest den Stuhlsitz tragen- .den Stuhloberteil, einem eine Höhenverstelleinrichtung für das Stuhloberteil enthaltenden Stuhlunterteil und mit wenigstens einem, am Stuhlunterteil adaptierbaren Gerät, welches diverse Medien, wie Luft, Wasser, elektrischer Strom, benötigt, die mittels Versorgungsleitungen von einem am Fußboden angeordneten Anschlußkasten durch das Stuhlunterteil hindurch in das Gerät geführt sind.

    [0002] Bei einem bekannten solchen Patientenstuhl (DE-OS 29 46 593) verlaufen die die Versorgungsmedien führenden Leitungen durch das Stuhlunterteil hindurch bis zu einer in'Nähe des Gerätes gelegenen Austrittsöffnung, treten dort aus und münden direkt in das Innere des Gerätes ein. Die Versorgungsleitungen sind an einer oder mehreren Stellen durch Schellen od.dgl. festgelegt und können in diesem Bereich auch quergeteilt sein, wobei dann die Teilungsenden durch eine Klemmleiste oder einen Mehrfachstecker m iteinander verbunden sind. Die Adaption des Gerätes erfolgt über einen als Verschiebebahn ausgebildeten Träger, der als separates Bauteil am Stuhloberteilträger seitlich angeschraubt ist. Diverse Verkleidungsteile decken schließlich die Innenteile der Verschiebebahn ab.

    [0003] Um das Gerät an den Patientenstuhl betriebsbereit anzuschließen, bedarf es eines relativ großen Montageaufwandes. Zunächst ist das Gerät mechanisch an den Stuhl anzukoppeln, danach sind die einzelnen Versorgungsleitungen miteinander zu verbinden; schließlich sind noch die Innenteile der Verschiebebahn durch entsprechende Verkleidungsteile abzudecken. Die seitliche Adaption der als separates Bauteil mit eigenem, verwindungssteifen Gehäuse ausgebildeten Verschiebebahn bildet außerdem unerwünscht vorstehende Teile und Trennfugen, die keine kompakte Konstruktion entstehen lassen.

    [0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, demgegenüber eine Verbesserung zu schaffen, also einen Patientenstuhl der eingangs genannten Gattung zu schaffen, bei dem durch eine kompakte Bauweise der Montageaufwand für ein betriebsbereites Anschließen eines Gerätes an den Stuhl verringert werden kann. Insbesondere soll die Montage eines Gerätes vor Ort, also beim.Kunden, leichter ermöglicht werden als bisher.

    [0005] Zur Erreichung dieses Zieles wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß.zum Anschluß des Gerätes das Stuhlunterteil ein Anschlußteil enthält, welches Kupplungsmittel sowohl für eine mechanische Kupplung als auch für eine Kupplung der einzelnen Medien enthält und daß das daran anzuschließende Gerät ein zum Anschlußteil des Stuhlunterteils passendes Gegenstück aufweist, welches bei mechanischer Ankoppelung des Gerätes mit den Kupplungsmitteln in Eingriff bringbare und dabei die Medienverbindung herstellende Gegenkupplungsmittel enthält.

    [0006] Vorteilhafte Ausbildungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.

    [0007] Dadurch, daß mit dem mechanischen Ankuppeln des Gerätes an den Stuhl praktisch die Medien miteinander betriebsbereit verbunden werden, wird das betriebsfertige Anschließen des Gerätes wesentlich vereinfacht. Das Stuhlunterteil kann werksseitig so weit komplettiert und mit den erforderlichen Medienleitungen bestückt, gefertigt und geprüft werden, daß vor Ort, also beim Kunden, das Gerät nur an den Stuhl angekoppelt zu werden braucht. Das Anschlußteil, das sämtliche elektrische, pneumatische und hydraulische Anschlußelemente enthält, kann vorteilhafterweise gleichzeitig als Prüfadapter verwendet werden, um werksseitig bereits _die Funktion der Leitungsverlegung überprüfen zu können.

    [0008] Eine besonders vorteilhafte Ausführung sieht vor, bodennah am Stuhlunterteil ein erstes Anschlußteil zur Ankoppelung eines Arztgerätes und bodenfern am höhenverstellbaren Oberteilträger ein zweites Anschlußteil für ein patientenbezogenes Gerät mit Spei- und Spülmöglichkeiten, häufig auch als Wassereinheit oder Helferinnengerät bezeichnet, vorzusehen. Die Anschlußteile sind vorteilhafterweise an einem Führungsschlitten befestigt, der Teil einer im Stuhlunterteil integriert angeordneten Verschiebebahn ist. Die Verschiebebahn für das bodennahe Anschlußteil kann vorteilhafterweise über die gesamte Länge des Basisteils des Stuhles, beginnend etwa mit der Sitzhinterkante und endend etwa im Bereich der Vorderkante der FuBauflage, angeordnet sein; für die Verschiebebahn des fußbodenfernen Anschlußteils dagegen genügt es, wenn diese an der dem bodennahen Anschlußteil gegenüberliegenden Seite des Stuhles nur in einer etwa der Sitztiefe entsprechenden Länge am Sitzträger angeordnet ist. Basisteil und/oder Sitzträger bilden längs der Stuhlachse einen Freiraum, in dem der Führungsschlitten längsverstellbar gehaltert ist; seitlich neben der mittig angeordneten Höhenverstelleinrichtung und innerhalb der äußeren Begrenzungen des Stuhlunterteils liegend ist ein Kabelschacht vorhanden, in dem die vom Anschlußkasten kommenden Medienleitungen in Form einer Kabel-. schlaufe zu dem mit dem Führungsschlitten verbundenen Anschlußteil führen.

    [0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert.

    [0010] Es zeigen:

    Fig. 1 einen zahnärztlichen Arbeitsplatz in einer schaubildlichen vereinfachten Darstellung,

    Fig. 2 den Arbeitsplatz nach Fig. 1 von der gegenüberliegenden Seite aus betrachtet,

    Fig. 3 den Aufbau des Stuhlunterteils mit der Höhenverstelleinrichtung in einer Explosionsdarstellung,

    Fig. 4 einen Teil der Hubvorrichtung in schaubildlicher Ansicht,

    Fig. 5 das Stuhlunterteil im Querschnitt,

    Fig. 6 einen Ausschnitt aus Fig. 3 mit dem Anschlußteil für das bodennah adaptierbare Gerät (Pos. 2 in Fig. 1),

    Fig. 7 das dazugehörige geräteseitige Gegenstück,

    Fig. 8 einen Teil der in Fig. 6 und 7 gezeigten Anschlußteile im montierten Zustand und im Längsschnitt entlang der Linien VIII/VIII in den Fig. 6 und 7,

    Fig. 9 das Anschlußteil für das bodenferne Gerät (Pos. 3 in Fig. 3),

    Fig. 10 das zugehörige geräteseitige Gegenstück zusammen mit der im Oberteilträger angeordneten Verschiebebahn.



    [0011] Die Fig. 1 zeigt in einer schaubildlichen Darstellung einen zahnärztlichen Arbeitsplatz, bestehend aus einem Patientenstuhl 1, einem vom Patienten aus betrachtet rechts davon angeordneten Arztgerät 2 und einem links des Patientenstuhles angeordneten Helferinnengerät 3. Der Patientenstuhl 1 besteht im wesentlichen aus einem Stuhloberteil und einem Stuhlunterteil. Das Stuhlunterteil enthält ein Basisteil 4, in dem eine später noch näher erläuterte Horizontalführung 5 für das Arztgerät 2 und in einem Anschlußkasten 6 zusammengefaßte elektrische und/oder pneumatische Versorgungsbausteine angeordnet sind, sowie eine durch einen Faltenbalg 7 verdeckt angeordnete Höhenverstellvorrichtung für das aus Sitz- und Rückenlehne bestehende Stuhloberteil 8. Das Gerät 3 ist ebenfalls mittels einer Horizontalführung 9 (Fig. 2) parallel zur Längsachse des Stuhles verstellbar gehaltert, wobei im Gegensatz zur Horizontalführung 5 für das Arztgerät 2, die am ortsfesten Basisteil 4 über die gesamte Länge des Stuhles, also etwa von der hinteren Sitzkante bis mindestens zum Fußende des Sitzes bzw. bis zum in der Darstellung nach Fig. 1 rechten Ende des Anschlußkastens 6 verläuft, die Horizontalführung 9 für das Helferinnengerät 3 am höhenverstellbaren Stuhloberteilträger 10 lediglich über dessen Länge verläuft.

    [0012] Die Fig. 3 zeigt den Aufbau des Stuhlunterteils einschließlich Stuhl oberteil träger 10 in einer Explosionsdarstellung. Die Ansicht erfolgt von der Seite aus, aus der die Fig. 2 zu betrachten ist.

    [0013] Das Basisteil 4 wird im wesentlichen gebildet aus einer im Grundriß rechteckigen Grundplatte 11, welche sämtliche tragenden Teile, insbesondere die mit 60 bezeichnete Höhenverstelleinrichtung und den Träger 10 für das Stuhloberteil 8, aufnimmt, und einen die Grundplatte 11 umgebenden Rahmen, der wiederum aus zwei an den kürzeren Seiten angeordneten Endstücken 12 und aus an den längeren Seiten angeordneten Verkleidungsteilen 13 sowie Profilelementen 14 gebildet ist. Die Endstücke 12 sind als Eckprofile ausgebildet, d.h. sie weisen rechtwinkelig abgewinkelte, die kürzeren Seiten der Grundplatte 11 umgreifende Endteile 12a auf, in die elastische Verbindungselemente 15 eingesteckt werden, an denen die Verkleidungsteile 13 bzw. die Profilelemente 14 befestigt werden können. Das in der Figur dargestellte rechte Endstück 12 enthält einen Ansatz 16, an dem das untere Ende des Faltenbalgs 7 eingehängt wird. Die Endstücke 12 sind an der Grundplatte 11 angeschraubt, wozu an dieser Befestigungsblöcke 17 und an den Endstücken 12 Laschen 18' angeordnet sind.

    [0014] Die vollflächig ausgebildeten Verkleidungsteile 13 sind quergeteilt in einen Abschnitt 13a, der im wesentlichen der Länge des Stuhloberteilträgers- 10 bzw. des die Höhenverstellvorrichtung umschließenden Faltenbalgs 7 entspricht, und einem Abschnitt 13b, der der restlichen Länge, im wesentlichen der Länge des Anschlußkastens 6, entspricht. An der Teilungsstelle ist ein an der Grundplatte 11 bzw. an einer mit dieser verbundenen Leiste 19 befestigtes, dem Profil der Verkleidungsteile 13 angepaßtes Halteteil 20 angeordnet, auf das die Verkleidungsteile 13a, 13b mit ihren einen Enden zur Fixierung aufgeschoben werden, bevor sie an ihren anderen Enden mittels der elastischen Verbindungselemente 15 mit den Endstucken 12 verbunden werden. Das Verkleidungsteil 13a enthält, wie das rechte Endstück 12, ebenfalls einen Ansatz 16, an dem der Faltenbalg 7 eingehängt wird. Die Querteilung ist auch bei den Winkelprofilen 14 vorhanden; auch hier sind die einzelnen Teile durch elastische Verbindungselemente 15 miteinander verbunden; das obere Winkelprofil 14a enthält, wie das Verkleidungsteil 13a, einen entsprechenden Ansatz 16, um den Faltenbalg 7 befestigen zu können.

    [0015] Ein wesentlicher Vorteil der Querteilung der Verkleidungsteile und Winkelprofile in der beschriebenen Weise ist darin zu sehen, daß gleiche Verkleidungsteile für die Verkleidung sowohl des Sitzträgers als auch des Basisteils verwendet werden können, und zwar für eine Stuhlkonstruktion sowohl mit kurzem Basisteil, z.B. ohne Anschlußkasten, als auch mit langem Basisteil, z.B. mit AnschluBkasten.

    [0016] Die beiden Winkelprofile 14 bilden über ihre gesamte Länge einen Schlitz 21, aus dem ein Anschluß- oder Tragteil 22 vorsteht, an dem die unten abgekröpfte Tragsäule 23 (Fig. 1) für das Gerät 2 befestigbar ist. Das Tragteil 22 ist mit einem Schlitten 24, der innerhalb des Basisteils 4 über die gesamte Länge des Schlitzes 21 in der Horizontalführung 5 geführt ist, fest verbunden.

    [0017] Der Schlitz 21 wird in jeder Stellung des Schlittens 24 durch ein am Schlitten 24 eingehängtes Gurtband 25 abgedeckt, welches als Endlosband über Umlenkrollen 26 etwa rechteckig geführt ist. In den Schlitten 24 münden ferner diverse, zu einem flachen Band zusammengefügte Versorgungsleitungen 27, welche die im Gerät 2 benötigten Medien (Luft und/oder Wasser und/oder elektrischer Strom) von einer zentralen Versorgungsquelle im Anschlußkasten 6 an das Tragteil 22 heranführen. Entsprechend dem Aufbau des Basisteils 4 besteht auch der Stuhloberteilträger 10 aus einer im Grundriß rechteckigen Grundplatte 31 gleicher Breite wie die Grundplatte 11 und einem Rahmen, bestehend einerseits aus beidseitigen Endstücken 32 und andererseits Verkleidungsteilen 33 sowie Winkelprofilen 34, die wiederum mittels entsprechender elastischer Verbindungselemente 35 an den Endstücken befestigt sind. An den Endstücken und an den Winkelprofilen sind Ansätze 36 vorhanden, an denen der Faltenbalg 7 eingehängt werden kann.

    [0018] Die Endstücke 32 sind identisch mit den Endstücken 12, weisen also an gleicher Stelle und in gleicher Höhe Befestigungslaschen 38 auf zugehörigen Halterungen 37 sind in der Grundplatte 31 vorgesehen. Auch die Verkleidungsteile 33 haben gleiche Abmessungen wie die Verkleidungsabschnitte 13a, wodurch unter anderem die Lagerhaltung der Teile vereinfacht wird und auch ein Austausch der Teile untereinander möglich ist. So kann beispielsweise das mit einem Ansatz versehene rechte Endstück 12 vom Basisteil 4 zur Verkleidung des Oberteilträgers verwendet werden.

    [0019] Auch hier ragt durch den durch die beiden Winkelprofile 34 gebildeten Schlitz 41 ein Anschluß- oder Tragteil 42, an dem entweder direkt oder über einen Tragarm die Tragsäule 43 (Fig. 2) des Gerätes 3 befestigt ist. Der Schlitz wird, wie beim Basisteil 4, durch ein Gurtband 45 abgedeckt. Anhand der Fig. 3 und der nachfolgenden Figuren wird der Aufbau der Hubvorrichtung zur Verstellung des Stuhloberteils näher erläutert.

    [0020] An der Grundplatte 11 des Basisteils 4 sind Sockelteile 61 angeformt, auf denen ein kastenförmiger, nach oben und unten offener Rahmen 62 befestigt ist. Eine aus zwei Teilen 63, 64 gebildete Scherenarmkonstruktion ist einerseits am Rahmen 62 und andererseits am Stuhloberteilträger 10 angelenkt.

    [0021] Die Scherenarmteile 63, 64 sind bis auf den Anlenkpunkt eines später noch näher erläuterten Antriebs gleich aufgebaut, d.h. sie bilden jeweils einen langen Tragarm 63a, einen demgegenüber kürzeren Tragarm 63b und eine dazwischen liegende Querversteifung 63c. Der kürzere Tragarm 63b, 64b hat etwa die halbe Länge des längeren Tragarmes 63a, 64a und ist in einer gemeinsamen Achslagerung 65 geführt. Die auf gleicher Höhe auslaufenden Enden 66 der parallel verlaufenden Tragarme 63a, 63b sind am Stuhloberteilträger 10 gelagert; das freie Ende 67 des längeren Tragarmes 63a ist an einer Buchse 68 . angelenkt, die zusammen mit einer am Rahmen 62 befestigten Führungsstange 69 eine Horizontalführung bildet.

    [0022] Entsprechendes gilt für den Scherenarmteil 64, dessen freies Ende 70 an einer Buchse 71 angelenkt ist, die durch eine am Stuhloberteilträger 10 befestigte Führungsstange 72 geführt ist. Am Scherenarmteil 64 sind Helterungs- und Lagerteile 73 angeordnet für eine Spindelmutter 74, die Teil eines Spindelantriebes ist, dessen Antriebsmotor 75 an der Grundplatte 11 befestigt ist und deren Spindel 76 durch den Rahmen 62 hindurchgreift.

    [0023] Die Fig. 4 zeigt den Scherenarmteil 64 von der Rückseite; aus der Darstellung ist ersichtlich, daß sowohl der Scherenarmteil 64 als solcher, als auch der lange Tragarm 64a im Querschnitt U-förmig ausgebildet sind und dazwischen diagonal verlaufende und sich überkreuzende Versteifungsrippen 77 vorgesehen sind. Die gesamte Scherenarmkonstruktion ist dadurch äußerst verwindungssteif.

    [0024] Wie aus den Fig. 3 und 5 ersichtlich ist, sind die beiden Scherenarmteile 63 und 64 zueinander so angeordnet, daß die Schenkel der U-förmigen Tragarme einander zugewandt sind. Die beiden Scherenarmteile können so in der Tiefstlage (Fig. 6 waagerecht angeordnet sein. Durch das Ineinandergreifen der Scherenarmteile wäre sogar eine noch tiefere Endlage möglich, wenn dies aus bestimmten konstruktiven Erfordernissen notwendig wäre.

    [0025] Die Ausbildung der Hubvorrichtung in der geschilderten Weise macht es möglich, die gesamte Hubvorrichtung extrem schmal zu bauen, wodurch im Vergleich zu anderen Konstruktionen seitlich der Scherenarmteile mehr Platz geschaffen wird.

    [0026] Ein weiterer Vorzug ist, daß unterhalb der in der Tiefststellung waagerecht liegenden Scherenarme genügend Stauraum für die Unterbringung der Versorgungsleitungen gebildet wird.

    [0027] Basisteil 4 und Stuhloberteilträger 10 bilden zu beiden Seiten der Höhenverstelleinrichtung 60 jeweils einen als Kabelschacht für die Kabel 27 und 28 dienenden Freiraum 78 bzw. 79. Dieser Freiraum erstreckt sich parallel zur Längsachse des Stuhles und ist einerseits durch die Sockel- und Rahmenteile 61, 62 und andererseits durch den Faltenbalg 7 begrenzt. Die Versorgungsleitungen 27, 28 sind nach Art eines Flachbandkabels zusammengefaßt und in den Kabelschächten 78, 79 unter Bildung einer Schlaufe 50 verlegt, daß sie der Bewegung der Geräte folgen können. Das eine Ende der Leitungen mündet jeweils in den Schlitten 24 bzw. 44, bewegt sich also längs der Führungsbahn mit, das andere Ende mündet in dem Anschlußkasten 6. Nachdem die Versorgungsleitungen 28 für das Helferinnengerät 3 im Gegensatz zu den-Leitungen 27 neben der hin- und hergehenden Bewegung auch noch die Höhenverstellbewegung des Stuhloberteilträgers 10 mitmachen müssen, ist die Länge der Leitungen dort so bemessen, daß sie in den jeweiligen Endstellungen innerhalb des Kabelschachtes noch ausreichend geführt sind.

    [0028] Anhand der Fig. 6 bis 10 wird der Aufbau der zur Adaption von Gerät und Stuhl vorgesehenen Mittel näher erläutert. Die Fig. 6 zeigt den Führungsschlitten 24 mit dem dort befestigten Trag- oder Anschlüßteil 22 in vergrößerter Darstellung. Stirnseitig des Teils 22 sind zwei Zentrier- und Haltezapfen 80 (in der Darstellung nur einer erkennbar) angeordnet, die im montierten Zustand in entsprechende Bohrungen 81 am korrespondierenden Adaptergegenstück 82 der Tragsäule 23, an der das Gerät 2 gehaltert ist, eingreifen. Mit diesen beiden Zapfen wird einerseits eine mechanische Ankoppelung von Gerät und Stuhl und andererseits eine Zentrierung der übrigen Kupplungsglieder erreicht. Der elektrische Anschluß erfolgt mittels einer am Anschlußteil 22 befestigten Mehrfachsteckleiste 83, deren nicht näher bezeichnete Kontaktstifte im gekuppelten Zustand in federnde Aufnahmeteile eines entsprechenden, am Adaptergegenstück 82 befestigten Gegenkupplungsstückes 84 eingreifen. Die pneumatischen und/oder hydraulischen Anschlüsse werden mittels Anschlußglieder 85, die in entsprechende Gegenglieder 86 eingreifen bzw. diese übergreifen, hergestellt. Diese Anschluß-und Gegenglieder 85, 86 sind mittels gemeinsamer Sicherungsbleche 87, 88 an den betreffenden Adapterteilen 22 bzw. 82 gehalten. Näheres zeigt die Fig. 8, die eine Verbindung im montierten Zustand im Längsschnitt zeigt. Die Sicherungsbleche 87, 88 drücken gegen einen durch einen Bund oder einer Sicherungsscheibe gebildeten Flansch 89 die Anschluß- und Gegenglieder 85, 86 gegen eine entsprechende Anlagefläche des Adapterteils 22 bzw..82. Um einen gewissen Spielausgleich zu haben, ist zumindest die Bohrung 90 im einen Adapterteil 82 wesentlich größer als der Durchmesser des Anschlußgliedes 86 selbst. Die Zentrierung und Halterung wird alleine durch die Sicherungsbleche 87, 88 erzielt; die dort vorgesehenen Bohrungen bestimmen also die Lage der Kupplungsglieder zueinander.

    [0029] Die Fig. 9 und 10 zeigen Einzelheiten der Adapterteile für das am Stuhloberteilträger 10 adaptierbare Gerät 3. Das am Schlitten 44der Verschiebebahn 9 befestigte Trag- oder Anschlußteil 42 enthält zwei Zentrier- und Haltezapfen 91, die wiederum in entsprechende Bohrungen 92 am Adaptergegenstück 93 der Tragsäule 43 für das Gerät 3 eingreifen. Eine Steckerleiste 94 mit Steckstiften korrespondiert mit einem entsprechenden Gegenstück 95 am Adapterteil 42. Anschlußglieder 96 für Druckluft und Druckwasser und 97 für Saugluft bzw. Abwasser werden durch ein gemeinsames Sicherungsblech 97 am Adapterteil 93 befestigt. Im AnschluBteil 42 sind zu den AnschluBgliedern 96, 97 passende Aufnahmebohrungen 99, 100 vorgesehen, die mit den zum Anschlußkasten 6 führenden Versorgungsleitungen 28 verbunden sind.


    Ansprüche

    1. Zahnärztlicher Patientenstuhl mit einem zumindest den Stuhlsitz tragenden Stuhloberteil (8), mit einem eine Höhenverstelleinrichtung (60) für das Stuhloberteil enthaltenden Stuhlunterteil (4-10) und mit wenigstens einem am Stuhlunterteil adaptierbaren Gerät (2,3), welches diverse Medien, wie Luft, Wasser, elektrischer Strom, benötigt, die mittels Versorgungsleitungen (27, 28) von einem am Fußboden angeordneten Anschlußkasten (6) durch das Stuhlunterteil (4-10) hindurch in das Gerät (2, 3) geführt sind, dadurch gekennzeichnet , daß zum Anschluß des Ge- rätes (2, 3) das Stuhlunterteil (4-10) ein Anschlußteil (22, 42) enthält, welches Kupplungsmittel (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) für sowohl eine mechanische Kupplung als auch eine Kupplung der einzelnen Medien enthält, und daß das daran anzuschließende Gerät (2, 3) ein zum Anschlußteil (22, 42) des Stuhlunterteils passendes Gegenstück (82, 93) aufweist, welches bei mechanischer Ankoppelung des Gerätes (2, 3) mit den Kupplungsmitteln (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) in Eingriff bringbare und dabei die Medienverbindung herstellende Gegenkupplungsmittel (81, 84, 86; 92, 94, 96, 97) enthält.
     
    2. Patientenstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß bodennah am Stuhlunterteil (4-10) ein erstes Anschlußteil (22) zur Ankupplung eines Arztgerätes (2) und bodenfern am höhenverstellbaren Oberteilträger (10) ein zweites Anschlußteil (42) für ein patientenbezogenes Gerät (3) mit Spei- und Spüleinrichtungen vorgesehen ist.
     
    3. Patientenstuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß das Anschlußteil (22, 42) an einem Führungsschlitten (24, 44) befestigt ist, der Teil einer innerhalb der äußeren Begrenzungen des Stuhlunterteils (4-10) angeordneten Verschiebebahn (5, 9) ist, und daß das Anschlußteil (22, 42) mit den nach außen zeigenden Kupplungsmitteln (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) aus einem Führungsschlitz (21, 41) der Verschiebebahn (5, 9) vorsteht.
     
    4. Patientenstuhl nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Verschiebebahn (5) für das bodennahe Anschlußteil (22) über die gesamte Länge des Basisteils (4) des Stuhles, beginnend etwa mit der Sitzhinterkante bis zur Vorderkante der Fußauflage, die Verschiebebahn (9) des bodenfernen Anschlußteils (42) dagegen an der dem bodennahen Anschlußteil (22) gegenüberliegenden Seite des Stuhles nur in einer etwa der Sitztiefe entsprechenden Länge am Stuhloberteilträger (10) angeordnet ist.
     
    5. Patientenstuhl nach Anspruch 3 oder 4, d a - durch gekennzeichnet, daß die im Stuhlunterteil (4-10) integriert angeordnete Verschiebebahn (5, 9) dadurch gebildet ist, daß Basisteil (4) und/oder Sitzträger (10) einen längs der Stuhlachse verlaufenden Freiraum bilden, in dem der Führungsschlitten (24, 44) längsverstellbar gehaltert ist, und daß seitlich neben der mittig angeordneten Höhenverstelleinrichtung (60) und innerhalb der äußeren Begrenzungen (7) des Stuhlunterteils (4-10) liegend ein Kabelschacht (78, 79) vorhanden.ist, in dem die vom Anschlußkasten (6) kommenden Medienleitungen (27, 28) in Form einer Kabelschlaufe zu dem mit dem Führungsschlitten (24, 44) verbundenen Anschlußteil (22, 42) führen, der aus einem Schlitz (21, 41) der Verschiebebahn (5, 9) herausragt und dort stirnseitig Kupplungsglieder (80, 83, 85; 91, 95, 99, 100) sowohl für die mechanische Fixierung und Halterung des zu adaptierenden Gerätes (2, 3) als auch für einen Anschluß der im Gerät vorhandenen Medienleitungen (27, 28) enthält.
     
    6. Patientenstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß das Basisteil (4) und/oder der Sitzträger (10) aus jeweils einer Grundplatte (11, 31) und seitlichen Verkleidungsteilen (12-14; 32-34) gebildet ist, an denen ein die äußere Begrenzung der Kabelschächte (78, 79) bildender Faltenbalg (7) befestigt ist.
     
    7. Patientenstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet , daß die mittig angeordnete Höhenverstelleinrichtung (60) als Doppelscherenarmkonstruktion ausgebildet ist, die an einem der Grundplatte (11) des Basisteils (4) befestigten Rahmen (61, 62) angelenkt ist, der die innere Begrenzung der Kabelschächte (78, 79) bildet.
     




    Zeichnung