(19)
(11) EP 0 100 505 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.02.1984  Patentblatt  1984/07

(21) Anmeldenummer: 83107261.6

(22) Anmeldetag:  25.07.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3C25D 13/22
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 02.08.1982 DE 3228797
18.08.1982 DE 3230660

(71) Anmelder: BASF Lacke + Farben AG
48165 Münster-Hiltrup (DE)

(72) Erfinder:
  • Lauke, Arno, Dipl.-Ing.
    D-4400 Münster (DE)

(74) Vertreter: Habbel, Hans-Georg, Dipl.-Ing. 
Postfach 34 29
D-48019 Münster
D-48019 Münster (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Vorrichtung zur Durchführung einer Elektrotauchlackierung


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung einer Elektrotauchlackierung, wobei zur besseren verschmutzungsfreien Beschichtung der Karosserie vorgesehen wird, daß die Badflüssigkeit im unteren Bereich des Beckens in Förderrichtung des einzutauchenden Substrates und im oberen Bereich des Beckens entgegen der Förderrichtung des einzutauchenden Substrates bewegt wird. Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann in der Rückführungsleitung vor dem Ultrafiltrationsfilter und dem eigentlichen Schmutzfilter ein Zyklonabscheider eingeschaltet sein.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Durchführung einer Elektrotauchlackierung, bei dem ein elektrisch leitfähiges Substrat in ein wäßriges, ein etektrophoretisch abscheidbares Harz enthattendes Bad eingetaucht, die Badflüssigkeit in und gegen die Förderrichtung des einzutauchenden Substrates kontinuierlich umlaufend zwangsbewegt, zwischen dem Substrat und mindestens einer Gegenelektrode eine Spannung angelegt, das Substrat mit einem Überzug beschichtet und danach aus dem Bad ausgetaucht und der überzug eingebrannt wird.

    [0002] Z. B. für Automobilkarosserien, Haushattsgeräte, wie Kühtschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen u. dgl., erfolgt die Grundierung mittels einer sogenannten Elektrotauchlackierung. Auf diese Grundierung folgt üblicherweise ein Gesamtlackaufbau, der aus mehreren Schichten bestehen kann und im wesentlichen aus einem Grundfüller und einem DeckLack besteht. Das zu grundierende Substrat wird in ein Etektrotauchtackbad eingeführt und in wenigen Minuten beschichtet. Nach dem Austauchen erfolgt ein Spüten des Substrates, dann ein Einbrennen des aufgebrachten Lackes und eine mechanische Bearbeitung der grundierten Flächen sowie anschließend das Aufbringen des Grundfüllers.

    [0003] Es ist nicht zu vermeiden, daß das Tauchbad verunreinigt wird'und Feinpartikelchen enthält, was dazu führt, daß die Badflüssigkeit filtriert werden muß.

    [0004] Es ist dabei aber nicht zu vermeiden, daß sich Feinstpartikelchen auf die zu grundierenden Flächen absetzen, so daß Rauhigkeiten gebildet werden, die besonders nachbearbeitet werden müssen, und zwar durch mechanische Verfahren, wie beispielsweise abschmiergetn. Der Verfahrensgang der mechanischen Bearbeitung ist zeit- und kostenaufwendig.

    [0005] Um ein Absetzen von Badmaterial zu verhindern, wird das BehandLungsbad, d. h. die FLüssigkeit des Behandlungsbades, kontinuierlich umgewälzt und dabei über einen sogenannten ultrafiltrationskreislauf und einfachen FiLterkreisLauf geführt. Der Stand der Technik bezüglich der ReinhaLtung des Beckeninhaltes ist also unbefriedigend und es kommt immer wieder vor, insbesondere nach Betriebsunterbrechungen, daß die Filter sauber und rein, demgegenüber aber die zu beschichtenden Substrate schmutzig sind. Hierbei mußte festgestellt werden, daß ein Teil des Schmutzes mit den Substraten selbst aus dem Bad ausgetragen wird, wobei die Substrate um so reiner sind, je größer der Durchsatz ist.

    [0006] Der Erfindung Liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachsten MitteLn die an den Substraten anhaftenden Schmutzmengen zu verringern, den mechanischen Nachbearbeitungsvorgang weitgehend zu vermeiden.

    [0007] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Hauptanspruches gelöst.

    [0008] Die Erfindung geht dabei von der überlegung der überprüfung des Schmutzprofils innerhalb des 8ehandlungsbeckens aus. Hierbei konnte festgestellt werden, daß bei den üblichen Verfahrensweisen die größte Schmutzansammlung am Beckenende im Bereich des Substrateinlaufes ist, wobei die Förderrichtung der Umlaufbewegung der Badflüssigkeit im Bereich der Bodendüsen in Richtung zu diesem Beckenende gerichtet ist, während die Umlaufbewegung der Badflüssigkeit im oberen Bereich in der gleichen Richtung wie die Substratförderrichtung erfolgt.

    [0009] Bei der erfindungsgemäßen Verfahrensweise und bei der Vorrichtung zur Durchführung dieses erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt also das Eintauchen des Substrates in einem Bereich des Behandlungsbeckens, in dem die Schmutzkonzentration ein Minimum ist und überraschenderweise konnte nun festgestellt werden, daß durch eine solche Verfahrensweise die auf dem Substrat anhaftende Schmutzmenge auffallend geringer wird.

    [0010] VorteiLhafte AusgestaLtungen des Erfindungsvorschlages sind in den Unteransprüchen erläutert.

    [0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert.

    [0012] In der Zeichnung (Fig. 1) ist schematisch mit 1 ein BehandLungsbecken bezeichnet, in dessen Bodenbereich Förderdüsen 2 angeordnet sind. Der Winkel BF verdeutlicht die Oberfläche der Badflüssigkeit. Bei 3 ist eine in das Becken einzutauchende und durch das Becken zu führende Autokarosserie als Ausführungsbeispiel für das zu lackierende Substrat dargestellt.

    [0013] Am einen Beckenende ist ein Abzugswehr 4 vorgesehen. Die hier abgezogene Badftüssigkeit wird über einen Kreislauf 5 unter Zwischenschaltung entsprechender Fitter (Ultrafittrationsfilter 6a und Schmutzfilter 6b) zu den verschiedenen am Beckenboden angeordneten Düsen 2 geführte auf dem Weg gereinigt und durch die Düsen 2 wieder in das Becken eingebracht, wobei gleichzeitig durch den Sprühdruck der Düsen 2 eine Umwälzbewegung des Beckens in Richtung der eingezeichneten Pfeile F1 und F2 erfolgt. Es ist dabei erkennbar, daß die Förderrichtung der BadfLüssigkeit am-Beckenboden parallel zur Substratführung erfolgt, während die Förderrichtung der BadfLüssigkeit im oberen Bereich entgegen der Förderrichtung der Karosserie gerichtet ist.

    [0014] An dem dem Abzugswehr 4 entgegengesetzten Ende ist eine überiauirinne 7 vorgesehen, die dem Abzug von Schaum dient, da dieser Schaum zum TeiL beladen mit feinsten SchmutzpartikeLchen nicht mehr über das Abzugswehr 4 abgezogen werden kann.

    [0015] Durch diese erfindungsgemäße Anordnung wird erreicht, daß innerhalb des Beckens die SchmutzansammLung vor dem Abzugswehr 4 erfolgt, so daß die einzutauchenden Karosserien in eine relativ saubere BadfLüssigkeit eintauchen und erst von der sauberen zur verschmutzten BadfLüssigkeit hin bewegt werden.

    [0016] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung (Fig. 2) kann es sehr vorteilhaft sein, in die Leitung 5 einen Abscheider, beispielsweise einen ZykLonabscheider 7, einzuschalten.

    [0017] Es ist auch möglich, einen in Förderrichtung des Einlaufens der Karosserie 3 gesehen am Beckenende angeordneten Bodenabzug für die rezyklierende Badflüssigkeit vorzusehen, die dann in dem Bereich des Beckens erfolgt, an dem die größte Schmutzansammlung vorliegt.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Durchführung einer Etektrotauchtackierung, bei dem

    ein elektrisch leitfähiges Substrat in ein wäßriges, ein elektrophoretisch abscheidbares Harz enthaltendes Bad eingetaucht,

    die Badflüssigkeit in und gegen die Förderrichtung des einzutauchenden Substrates kontinuierlich umlaufend zwangsbewegt,

    zwischen dem Substrat und mindestens einer Gegenelektrode eine Spannung angelegt,

    das Substrat mit einem Überzug beschichtet und danach aus dem Bad ausgetaucht und der überzug eingebrannt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Badflüssigkeit im unteren Bereich des Tauchbeckens in Förderrichtung des einzutauchenden Substrates und im oberen Bereich des Tauchbeckens entgegen der Förderrichtung des einzutauchenden Substrates bewegt wird.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abzug der ggf. unter Zwischenschaltung von Filtereinrichtungen zu rezyklierenden Badflüssigkeit an dem dem Substrateinlauf abgewandten Ende des Behandlungsbades erfolgt.
     
    3. Vorrichtung zur Durchführung einer ElektrotauchLackierung mit einem die BadfLüssigkeit aufnehmenden Becken, am Boden des Beckens angeordnete, die rezyklierende Badflüssigkeit in das Becken einführende und dadurch die Zwangsbewegung der Badflüssigkeit bewirkenden Düsen sowie einem Abzugswehr, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausströmöffnungen der Düsen (2) am Boden des Bekkens (1) in Richtung der Förderrichtung des Substrates gerichtet sind.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Richtung der Ausströmöffnungen der Düsen (2) am BehandLungsbadende ein Abzugswehr (4) angeordnet ist.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß - in Förderrichtung des einzutauchenden Substrates gesehen - dem Abzugswehr (4) gegenüberliegend eine UberLaufrinne (7) angeordnet ist.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in die Leitung (5) für die rezyklierende Badflüssigkeit ein Abscheider, z. B. ein Zentrifugalabscheider, eingeschaltet ist.
     
    7. Vorrichtung zur Durchführung einer Elektrotauchlackierung mit einem die Badflüssigkeit aufnehmenden Becken sowie am Beckenboden angeordnete, die umlaufende Zwangsbewegung der Badflüssigkeit bewirkende Förderdüsen, gekennzeichnet durch einen in Förderrichtung des Substrateinlaufes gesehen am Beckenende angeordneten Bodenabzug für die rezyklierende BadfLüssigkeit.
     
    8. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3 und der Vorrichtung gemäß Anspruch 4 bis 7 für die BehandLung von Kraftfahrzeugkarosserien.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht