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EP 0 044 291 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.04.1984 Patentblatt 1984/15 |
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Anmeldetag: 07.07.1981 |
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Einrichtung an einer Stranggiesskokille zum Ermitteln der zwischen den Seitenwänden
der Kokille und der Strangoberfläche herrschenden Reibungskräfte
Means for measuring the frictional force between the mould and the strand at continuous
casting
Dispositif pour déterminer les forces de frottement entre la lingotière et le lingot
dans une installation de coulée continue
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
11.07.1980 AT 3619/80
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.01.1982 Patentblatt 1982/03 |
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Anmelder: VOEST-ALPINE Aktiengesellschaft |
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A-4010 Linz (AT) |
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Erfinder: |
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- Hargassner, Reinhard
A-4020 Linz (AT)
- Angerer, Reinhold, Dr.
A-4020 Linz (AT)
- Weberberger, Hans
A-4020 Linz (AT)
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| (74) |
Vertreter: Wolfram, Gustav, Dipl.-Ing. |
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Patentanwälte
Sonn, Pawloy, Weinzinger & Wolfram,
Riemergasse 14 1010 Wien 1010 Wien (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung an einer während des Betriebs ständig oszillierenden
Stranggießkokille, insbesondere Stahlbrammen-Stranggießkokille, zum Ermitteln der
zwischen den Seitenwänden der Kokille und der Strangoberfläche herrschenden Reibungskräfte.
[0002] Beim Stranggießen kann es durch Aufreißen der Strangschale zu einem Auslaufen der
flüssigen Metallschmelze und damit zu einem Betriebsstillstand der Stranggießanlage
kommen. Etwa 70 % der Strangschalendurchbrüche haben ihre Ursache in einem Hängenbleiben
der Strangschale an einer Kupferseitenwand der Kokille. Um solche « Schalenhänger
» zu vermeiden, hat man bisher während des Gießens die Schmelze laufend visuell beobachtet.
Kommt es zu einem Herauswachsen der Strangschale aus der Badoberfläche, ist die Schale
in der Kokille gerissen und höchste Gefahr für ein Auslaufen der flüssigen Metallschmelze
gegeben. Durch sofortiges Stoppen des Gießens gelingt es manchmal in solchen Situationen,
ein Auslaufen der Metallschmelze zu vermeiden. Für das visuelle Beobachten der Strangschale
benötigt man einen eigenen Mitarbeiter, der sich in unmittelbarer Nähe der Badoberfläche
aufhalten muß, was mit nicht unbeträchtlichen Gefahren verbunden ist. Da oft über
längere Zeiträume der Betrieb der Anlage ordnungsgemäß abläuft, kann die Konzentration
dieses Beobachters nachlassen, sodaß ein zeitgerechtes Einschreiten, d. h. Stoppen
des Gießens, nicht möglich ist, da dieser Mitarbeiter das Herauswachsen der Strangschale
nicht sogleich im Anfangsstadium bemerkt.
[0003] Es ist aus der DE-OS 27 43 579 bekannt, mit Hilfe eines Beschleunigungsmessers diejenigen
Beschleunigungskomponenten zu erfassen und sichtbar zu machen, welche nicht auf die
der Kokille beaufschlagte Pendelbewegung zurückzuführen sind. Tritt eine Abweichung
dieser sichtbar gemachten Schwingungen der Kokille (mit einer Frequenz höher als ihre
Oszillierfrequenz) gegenüber früheren, bei ordnungsgemäßem Gießverlauf beobachteten
Schwingungen auf, so wird dies als Anzeichen für mangelnde Schmierung und für ein
Hängenbleiben der Strangschale an der Kokille gewertet. Als Abhilfe wird in Abhängigkeit
von der beobachteten Schwingungsfrequenz die Pulverzusammensetzung des Gießpulvers
geändert. Bei diesem Verfahren ist eine Ausbruchwarnung nur durch genaues Beobachten
und durch ständigen Vergleich mit dem durch Erfahrung für gut befundenen Schwingungsverlauf
der Kokille gegeben. Abgesehen davon, daß ein solcher Vergleich stets mit subjektiven
Fehlern behaftet ist, werden bei diesem Verfahren Änderungen im Oszillierantrieb durch
Abnützung und Verschmutzung sowie Änderungen der Oszillierfrequenz, die enorme Störfaktoren
beim Beobachten der Schwingungen der Kokille darstellen, ungenügend berücksichtigt.
Solche Störfaktoren können nur durch langwierige Vergleichsversuche eliminiert werden.
[0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Einrichtung der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, die es ermöglicht, « Schalenhänger » sofort anzuzeigen und eine verläßliche
Warnung vor einem Auslaufen von Metallschmelze zu geben, u. zw. unabhängig von subjektiven
Einflüssen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kokille mit einem Beschleunigungsaufnehmer
verbunden ist und an der Abstützung der Kokille eine Kraftmeßeinrichtung zur Messung
der von der Kokille auf die Abstützung übertragenen Kräfte vorgesehen ist und daß
der Beschleunigungsaufnehmer und die Kraftmeßeinrichtungen durch eine elektrische
Subtrahierschaltung verbunden sind.
[0006] Aus der FR-A-1 259 300 ist eine im normalen Gießbetrieb stillstehende, auf Kraftmeßdosen
abgestützte Durchlaufkokille bekannt, wobei die Kraftmeßdosen das Gewicht der Kokille
und während des Gießens zusätzlich zum Gewicht die zwischen der Kokille und dem gegossenen
Strang auftretenden Reibungskräfte messen. Sobald die bei der stillstehenden Kokille
gemessenen Reibungskräfte einen bestimmten Wert überschreiten, d. h. die Gefahr eines
Strangdurchbruches besteht, wird die Kokille in oszillierende Bewegung versetzt, um
die Strangschale von den Kokillenseitenwänden zu lösen. Während des Oszillierens der
Kokille ist es infolge der Vielfalt der die Massenkräfte beeinflussenden Faktoren
nicht mehr möglich, die Reibungskräfte getrennt von den Massenkräften zu erfassen.
[0007] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, bei der die Seitenwände der
Kokille an einem Wasserkasten abgestützt sind, ist die Kraftmeßeinrichtung als zwischen
den Kokillenseitenwänden und dem Wasserkasten der Kokille vorgesehene Druckmeßdosen
ausgebildet.
[0008] Zweckmäßig sind dabei die Druckmeßdosen unterhalb der Breitseitenwände an einer die
Breitseitenwände untergreifenden, am Wasserkasten starr befestigten Stützplatte angeordnet.
[0009] Um auch die Stelle orten zu können, an der ein Schalenhänger auftritt, sind zweckmäßig
die Druckmeßdosen jeweils in den an die Schmalseitenwände grenzenden Bereichen unterhalb
der Breitseitenwände angeordnet.
[0010] Um einwandfreie Meßergebnisse ohne Verfälschungen zu erhalten, sind die Kokillenseitenwände,
insbesondere die Breitseitenwände, vorteilhaft am Wasserkasten in vertikaler Richtung
verschiebbar befestigt.
[0011] Dabei ist zweckmäßig eine Kokillenseitenwand, insbesondere eine Breitseitenwand,
mit dem Wasserkasten mittels Gelenkstangen, die sowohl am Wasserkasten als auch an
der Kokillenseitenwand gelenkt befestigt sind, verbunden, wobei vorteilhaft zwei einander
gegenüberliegende Kokillenseitenwände, insbesondere Breitseitenwände, miteinander
mittels an den Kokillenseitenwänden gelenkig gelagerter Bolzen verbunden sind.
[0012] Eine zweckmäßige Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Einrichtung ist dadurch gekennzeichnet,
daß jede Druckmeßdose mit einer die Werte der Druckmeßdosen summierenden Addiereinrichtung
verbunden ist, daß der Addiereinrichtung eine das Eigengewicht der Kokillenseitenwände
subtrahierende Tariereinrichtung nachgeschaltet ist und daß im Anschluß an die die
Werte des Beschleunigungsaufnehmers subtrahierende Subtrahiereinrichtung ein Spitzenwertgleichrichter
vorgesehen ist, dessen Ausgangssignal einem Anzeigegerät zugeleitet ist.
[0013] Zur Erfassung des Ortes, an dem eine erhöhte Reibung auftritt, ist vorteilhaft jede
Druckmeßdose mit einer eigenen abgleichbaren Subtrahiereinrichtung verbunden, ist
jeder Subtrahiereinrichtung ein eigener Spitzenwertgleichrichter nachgeschaltet und
sind die Ausgangssignale jedes Spitzenwertgleichrichters jeweils einem eigenen Anzeigegerät
zugeleitet.
[0014] Eine weitere Ausführungsform, bei der die Seitenwände der Kokille an einem Wasserkasten
abgestützt sind und der Wasserkasten mittels Oszillierhebel an einen Oszillierantrieb
gekoppelt ist, ist dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftmeßeinrichtung als an den
Oszillierhebeln befestigte Dehnmeßstreifen ausgebildet ist.
[0015] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung an mehreren schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Kokille
und Fig. 2 einen Schnitt gemäß der Linie 11-11 der Fig. 1 zeigen. Die Fig. 3 und 4
veranschaulichen zwei verschiedene Schaltschemen für die erfindungsgemäße Einrichtung
nach den Fig. 1 und 2. In Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform in Seitenansicht
gezeigt ; Fig. 6 zeigt das zugehörige Schaltschema.
[0016] Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsform sind die vier, einen rechteckigen
Innenraum 1 begrenzenden Kokillenseitenwände 2 bis 5, u. zw. die Breitseitenwände
2, 3 und die Schmalseitenwände 4, 5, innerhalb eines diese Seitenwände rahmenartig
umgebenden Wasserkastens 6 eingesetzt..Der Wasserkasten 6 ist hohl ausgebildet. Eine
(2) der Breitseitenwände, u. zw. die sogenannte Festseite, ist am Wasserkasten 6 in
horizontaler Richtung zwar einstellbar gelagert, jedoch nach einer einmalig erfolgten
Einstellung in horizontaler Richtung fixiert. Sie ist lediglich in vertikaler Richtung
gegenüber dem Wasserkasten 6 verschiebbar. Dazu dienen obere und untere Gelenkstangen
7, 8, die am Wasserkasten 6 und an der Kokillenseitenwand 2 mittels Gelenke 9, 10
beweglich gelagert sind.
[0017] Die beiden Breitseitenwände 2, 3 sind mittels Bolzen 11, 12 miteinander verbunden.
Jeder dieser Bolzen 11, 12 ist an der die Festseite bildenden Breitseitenwand 2 mittels
eines Kugelgelenkes 13 gelenkig gelagert und mittels eines weiteren Kugelgelenkes
14 mit einem in einem Federtopf 15 verschiebbar geführten Kolben 16 verbunden. Die
Bolzen 11, 12 könnten auch starr mit den Seitenwänden 2, 3 verbunden sein ; es müßte
aber in diesem Fall eine elastische Durchbiegung der Bolzen 11, 12 bei einer Vertikalbewegung
der Seitenwände 2, 3 in Kauf genommen werden. Der Federtopf 15 hat die Aufgabe, die
beiden Breitseitenwände 2, 3 zueinander zu pressen, um dem ferrostatischen Druck der
in den Innenraum 1 gegossenen Schmelze standzuhalten.
[0018] Die Schmalseitenwände 4, 5 stützen sich an den Breitseitenwänden 2, 3 mittels an
ihren Oberseiten angeordneter Stützleisten 17 ab. Die Schmalseitenwände 4, 5 können
über an ihnen mittels Gelenke 18 angelenkter Stellspindeln 19 auf die jeweils gewünschte
Strangbreite eingestellt werden. Zum Verstellen der die Losseite bildenden Breitseitenwand
3 (zum Zweck des Einstellens unterschiedlicher Brammendicken) sind ebenfalls Stellmittel,
beispielsweise Druckmittelzylinder 20, vorgesehen. Die Bolzen 11, 12 werden dabei
gegenüber dem Kugelgelenk 13 in ihrer Längsrichtung verstellt.
[0019] Die Schmal- und Breitseitenwände 2 bis 5 sind hohl ausgebildet und über Kühlwasserzu-
und Kühlwasserableitungsrohre 21 mit dem Hohlraum 22 des Wasserkastens 6 leitungsmäßig
verbunden. Für die verstellbaren Seitenwände sind diese Rohre 21 als Teleskoprohre
ausgebildet. Um die gegenüber dem Wasserkasten erforderliche vertikale Beweglichkeit
der Kokillenseitenwände nicht zu behindern, sind die Rohre 21 so ausgebildet, daß
sie eine Bewegung der Kokillenseitenwände 2 bis 5 in vertikaler Richtung zulassen.
An der Unterseite der Breitseitenwände 2, 3 sind Fußrollen 23 mittels Konsolen 24
befestigt.
[0020] Die Unterseite des Wasserkastens 6 weist eine bis unter die Breitseitenwände 2, 3
reichende Stützplatte 25 auf, an der sich die Breitseitenwände 2, 3 über Druckmeßdosen
26 abstützen. Die Druckmeßdosen 26 sind in an der Unterseite der Breitseitenwände
vorgesehene Ausnehmungen 27 eingesetzt und an die Ausnehmungen 27 nach oben begrenzenden
Deckplatten 28 angeschraubt. Die Druckmeßdosen sind auch mit der Stützplatte 25 des
Wasserkastens 6 verschraubt, wobei die an der die Losseite bildenden Breitseitenwand
3 vorgesehenen Druckmeßdosen 26 in Längsschlitzen 29 dieser Stützplatte 25 verschiebbar
sind.
[0021] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, sind insgesamt vier Druckmeßdosen 26 vorgesehen,
wobei die . Druckmeßdosen jeweils in den an die Schmalseitenwände 4, 5 grenzenden
Bereichen unterhalb der Breitseitenwände 2, 3 angeordnet sind. An einer Seitenwand
30 des Wasserkastens 6 ist ein Beschleunigungsaufnehmer 31 befestigt.
[0022] Fig. 3 zeigt ein zu dieser Einrichtung gehörendes Schema der Schaltung. Von den vier
Druckmeßdosen 26 führt jeweils eine Leitung 32 zu einer Addiereinrichtung 33, der
eine Tariereinrichtung 34 nachgeschaltet ist. Die Tariereinrichtung 34 subtrahiert
das statische Eigengewicht der Kokillenseitenwände von der Summe der Meßwerte der
vier Druckmeßdosen 26. In der nachgeschalteten Subtrahiereinrichtung 35 wird die vom
Beschleunigungsaufnehmer 31 ermittelte, in einem Verstärker 36 verstärkte dynamische
Massenkraft der Kokille abgezogen. Der Subtrahiereinrichtung 35 nachgeschaltet ist
ein Spitzenwertgleichrichter 37, dessen Ausgangssignal an ein Anzeigegerät 38 bzw.
an ein Alarmgerät 39 weitergegeben wird. Weiters ist noch ein Anzeigegerät 40 für
den Momentanwert an die zwischen Subtrahiereinrichtung 35 und Gleichrichter 37 vorgesehene
Leitung 41 angeschlossen.
[0023] Die Funktion der Einrichtung ist folgende : Bei Auftreten einer Reibungskraft zwischen
Strangschale und den Kupferplatten 42 der Kokillenseitenwände 2 bis 5 werden die Seitenwände
mehr oder weniger nach unten gepreßt, je nachdem, ob sich die Kokille während des
Oszillierens gerade nach unten oder nach oben bewegt. Dadurch werden die Druckmeßdosen
26 mehr oder weniger belastet und die Kokillenseitenwände 2 bis 5 entsprechend der
Nachgibigkeit der Druckmeßdosen 26 um ein - allerdings nur sehr geringes Maß
. - in vertikaler Richtung gegenüber dem Wasserkasten 6 verschoben. Die von den vier
Druckmeßdosen 26 erfaßten Werte werden addiert, von diesem Summenwert wird in der
Tariereinrichtung 34 das statische Eigengewicht abgezogen und von diesem Wert wiederum
in der Subtrahiereinrichtung 35 die Beschleunigungskraft abgezogen. Dadurch wird erreicht,
daß bei frei oszillierender (d. h. ohne Reibungskraft oszillierender) Kokille am Ausgang
der Subtrahiereinrichtung 35 unabhängig von der Oszillierfrequenz kein Signal entsteht.
Erst eine zusätzlich wirkende Reibungskraft gibt dort ein Signal. Dieses Signal ist
mit der Oszillierfrequenz moduliert, da die Kokille bei der Auf- und Abbewegung den
Strang überholt. Da nur eine Zugkraft die Strangschale aufreißen kann, wird der Spitzenwert
des Signals bei Aufwärtsbewegung der Kokille mittels eines Spitzenwertgleichrichters
37 ermittelt. Die Alarmeinrichtung 39 zeigt an, falls ein vorher eingestellter, als
zulässig erkannter Wert überschritten wird.
[0024] Mit dieser Meßeinrichtung kann ein drohender Ausbruch flüssigen Materials frühzeitig
erkannt werden. Wird aufgrund einer zu großen Reibungskraft die Gießgeschwindigkeit
zurückgenommen - was ein stärkeres Schalenwachstum zur Folge hat - bis sich wieder
ein normaler Gießzustand einpendelt, können die sonst wegen Ausbruchgefahr notwendigen
Gießabbrüche vermieden werden. Des weiteren bringt die erfindungsgemäße Einrichtung
wertvolle Aufschlüsse über den Zustand der Grenzflächen Strang-Kokille, da das Meßsignal
stets der wahren Reibungskraft entspricht. Fehlerhaft eingestellte Kokillen (d. h.
Kokillen mit fehlerhaft eingestellter Konizität) bzw. ungeeignetes Gießpulver können
mit dieser Einrichtung bereits während des Gießens erkannt werden und nicht erst durch
Sichtprüfung an der fertig gegossenen, Oberflächenrisse aufweisenden Bramme.
[0025] Bei dem in Fig. 4 dargestellten Schaltschema sind die Signale der Druckmeßdosen 26
einzeln zur Anzeige gebracht. Zur Kompensation der Beschleunigungskräfte werden abgleichbare
Subtrahiereinrichtungen 35' verwendet, die ein unterschiedliches Tragverhalten der
Druckmeßdosen 26 ausgleichen. An jede Subtrahiereinrichtung 35' ist jeweils ein eigener
Spitzenwertgleichrichter 37 angeschlossen. Die Alarmeinrichtung 39 ist in diesem Fall
so ausgelegt, daß Signal gegeben wird, wenn bereits die Anzeige einer einzelnen Druckmeßdose
26 einen vorgegebenen, als zulässig erkannten Wert überschreitet. An den Anzeigegeräten
38 läßt sich feststellen, von welcher Druckmeßdose 26 ein über dem zulässigen Wert
liegender Meßwert kommt, sodaß der Ort eines « Schalenhängers annähernd bestimmt werden
kann.
[0026] Bei der in Fig. 5 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung
ist der Wasserkasten 6', in den die Kokillenseitenwände 2', 3' eingesetzt sind, mittels
beidseitig des Hubtisches 6" befindlicher Oszillierhebel 43, 44 (in Fig. 5 hintereinander
befindlich) heb- und senkbar. Die Oszillierhebel 43, 44 sind über Koppelstangen 45,
46 und einen Hebel 47 an einem Oszillierantrieb 48 angeschlossen. Das ortsfeste Stützgerüst,
an dem der Oszillierhebel gelagert ist, ist mit 49 bezeichnet.
[0027] An jedem der Oszillierhebel 43, 44 sind jeweils Dehnmeßstreifen 50, 51 aufgeklebt,
die die Dehnung dieser Hebel infolge Durchbiegung ermitteln. Da die Durchbiegund der
Hebel 43, 44 durch die an den Grenzflächen Strang-Kokillenseitenwand wirkenden Reibungskräfte
nur gering ist, sind zur Erhöhung der Empfindlichkeit an beiden Hebeln 43, 44 je ein
Dehnmeßstreifen 50 in Längs- und einer (51) in Querrichtung aufgeklebt.
[0028] Die Registrierung des Meßsignals erfolgt auf einem Schreiber 52, wobei das durch
das Oszillieren pulsierende Signal vorher mittels eines Trägerfrequenz-Meßverstärkers
53 verstärkt und mittels eines Gleichrichters 54 gleichgerichtet wird. Auch bei dieser
Einrichtung werden die auf die Kokille wirkenden reinen Beschleunigungskräfte, die
von den Dehnmeßstreifen 50, 51 miterfaßt werden und die notwendig sind, um die Masse
der Kokille mit Oszillierfrequenz auf und ab zu bewegen, abgezogen. Dies geschieht
durch Erfassen der Massenkräfte der Kokille mittels des Beschleunigungsaufnehmers
31 und Subtrahieren der vom Beschleunigungsaufnehmer 31 ermittelten Signale von dem
Signal der Dehnmeßstreifen.
1. Einrichtung an einer während des Betriebs ständig oszillierenden Stranggießkokille,
insbesondere Stahlbrammen-Stranggießkokille, zum Ermitteln der zwischen den Seitenwänden
(2 bis 5 ; 2', 3') der Kokille und der Strangoberfläche herrschenden Reibungskräfte
dadurch gekennzeichnet, daß die Kokille mit einem Beschleunigungsaufnehmer (31) verbunden
ist an der Abstützung (25 ; 43, 44) der Kokille eine Kraftmeßeinrichtung (26 ; 50,
51) zur Messung der von der Kokille auf die Abstützung übertragenen Kräfte vorgesehen
ist und daß der Beschleunigungsaufnehmer (31) und die Kraftmeßeinrichtungen (26 ;
50, 51) durch eine elektrische Subtrahierschaltung verbunden sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei die Seitenwände (2 bis 5) der Kokille an einem
Wasserkasten (6) abgestützt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftmeßeinrichtung
als zwischen den Kokillenseitenwänden (2, 3) und dem Wasserkasten (6) der Kokille
vorgesehene Druckmeßdosen (26) ausgebildet ist (Fig. 1 und 2).
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckmeßdosen (26)
unterhalb der Breitseitenwände (2, 3) an einer die Breitseitenwände untergreifenden,
am Wasserkasten (6) starr befestigten Stützplatte (25) angeordnet sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckmeßdosen (26)
jeweils in den an die Schmalseitenwände (4, 5) grenzenden Bereichen unterhalb der
Breitseitenwände (2, 3) angeordnet sind.
5. Einrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kokillenseitenwände
(2 bis 5), insbesondere die Breitseitenwände (2, 3), am Wasserkasten (6) in vertikaler
Richtung verschiebbar befestigt sind.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kokillenseitenwand,
insbesondere eine Breitseitenwand (2), mit dem Wasserkasten (6) mittels Gelenkstangen
(7, 8), die sowohl am Wasserkasten (6) als auch an der Kokillenseitenwand (2) gelenkig
befestigt sind, verbunden ist.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwei einander gegenüberliegende
Kokillenseitenwände, insbesondere Breitseitenwände (2, 3), miteinander mittels an
den Kokillenseitenwänden (2, 3) gelenkig gelagerter Bolzen (11, 12) verbunden sind.
8. Einrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß jede Druckmeßdose
(26) mit einer die Werte der Druckmeßdosen summierenden Addiereinrichtung (33) verbunden
ist, daß der Addiereinrichtung (33) eine das Eigengewicht der Kokillenseitenwände
subtrahierende Tariereinrichtung (34) nachgeschaltet ist und daß im Anschluß an die
die Werte des Beschleunigungsaufnehmers (31) subtrahierende Subtrahiereinrichtung
(35) ein Spitzenwertgleichrichter (37) vorgesehen ist, dessen Ausgangssignal einem
Anzeigegerät (38, 39) zugeleitet ist (Fig. 3).
9. Einrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß jede Druckmeßdose
(26) mit einer eigenen abgleichbaren Subtrahiereinrichtung (35') verbunden ist, jeder
Subtrahiereinrichtung (35') ein eigener Spitzenwertgleichrichter (37) nachgeschaltet
ist und die Ausgangssignale jedes Spitzenwertgleichrichters jeweils einem eigenen
Anzeigegerät (38) zugeleitet sind (Fig. 4).
10. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei die Seitenwände (2', 3') der Kokille an einem
Wasserkasten (6') abgestützt sind und der Wasserkasten (6') mittels Oszillierhebel
(43, 44) an einen Oszillierantrieb (48) gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kraftmeßeinrichtung als an den Oszillierhebeln (43, 44) befestigte Dehnmeßstreifen
(50, 51) ausgebildet ist (Fig. 5).
11. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Beschleunigungsaufnehmer
(31) am Wasserkasten (6, 6') befestigt ist.
1. An arrangement at a continuous casting mold permanently reciprocating during operation,
in particular a steel slab continuous casting plant, for determining the frictional
forces prevailing between the side walls (2 to 5 ; 2', 3') of the mold and the strand
surface, characterized in that the mold is connected with an acceleration sensor (31),
a force-measuring means (26 ; 50, 51) is provided on the support (25 ; 43, 44) of
the mold for measuring the forces transmitted from the mold to the support, and that
the acceleration pick-up (31) and the force-measuring means (26 ; 50, 51) are connected
by an electric subtraction mounting.
2. An arrangement according to claim 1, wherein the side walls (2 to 5) of the mold
are supported on a water box (6), characterized in that the force-measuring means
is designed as pressure pickups (26) provided between the mold side walls (2, 3) and
the water box (6) of the mold (Figs. 1 and 2).
3. An arrangement according to claim 2, characterized in that the pressure pickups
(26) are arranged below the broad-side walls (2, 3) on a supporting plate (25) contacting
the broad-side walls from below and rigidly fastened to the water box (6).
4. An arrangement according to claim 3, characterized in that the pressure pickups
(26) are each arranged in the regions bordering at the narrow-side walls (4, 5) below
the broad-side walls (2, 3).
5. An arrangement according to claims 2 to 4, characterized in that the mold side
walls (2 to 5), in particular the broad-side walls (2, 3), are fastened to the water
box (6) so as to be displaceable in the vertical direction.
6. An arrangement according to claim 5, characterized in that a mold side wall, in
particular a broad-side wall (2), is connected with the water box (6) by means of
articulation rods (7, 8), which are articulately fastened both to the water box (6)
and to the mold side wall (2).
7. An arrangement according to claim 6, characterized in that two oppositely arranged
mold side walls, in particular broad-side walls (2, 3), are connected with each other
by means of pins (11, 12) articulately mounted on the mold side walls (2, 3).
8. An arrangement according to claims 2 to 7, characterized in that each pressure
pickup (26) is connected with an adding device (33) adding up the values of the pressure
pickups, that the adding device (33) is followed by a tare device (34) subtracting
the dead weight of the mold side walls, and that, following the subtraction means
(35) subtracting the values of the acceleration sensor (31), a peak value rectifier
(37) is provided, whose output signal is transferred to a display (38, 39) (Fig. 3).
9. An arrangement according to claims 2 to 7, characterized in that each pressure
pickup (26) is connected with a separate adjustable subtraction means (35'), each
subtraction means (35') is followed by a separate peak value rectifier (37), and the
output signals of each peak value rectifier are each supplied to a separate display
(38) (Fig. 4).
10. An arrangement according to claim 1, wherein the side walls (2', 3') of the mold
are supported on a water box (6') and the water box (6') is coupled to an oscillation
drive (48) by means of oscillation levers (43, 44), characterized in that the force-measuring
means is designed as wire strain gauges (50, 51) fastened to the oscillation levers
(43, 44) (Fig. 5).
11. An arrangement according to claims 1 to 9, characterized in that the acceleration
sensor (31) is fastened to the water box (6, 6').
1. Dispositif, prévu sur une lingotière de coulée continue oscillant en permanence
pendant le service, en particulier sur une lingotière pour la coulée continue de brames
d'acier, pour déterminer les forces de frottement entre les parois latérales (2 à
5 ; 2', 3') de la lingotière et la surface de la barre coulée, caractérisé en ce que
la lingotière est reliée à un capteur d'accélération (31) et le support (25 ; 43,
44) de la lingotière est pourvu d'un dispositif dynamométrique (26 ; 50, 51) pour
mesurer les forces transmises de la lingotière à son support, et en ce que le capteur
d'accélération (31) et le dispositif dynamométrique (26 ; 50, 51) sont reliés par
un montage électrique de soustraction.
2. Dispositif selon la revendication 1, où les parois latérales (2 à 5) de la lingotière
sont appuyées sur une caisse à eau (6), caractérisé en ce que le dispositif dynamométrique
est constitué par des boîtes dynamométriques (26) disposées entre les parois latérales
(2, 3) de la lingotière et la caisse à eau (6) de la lingotière (figures 1 et 2).
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que les boîtes dynamométriques
(26) sont disposées sous les parois latérales (2, 3) des grands côtés de la lingotière
et sur une plaque d'appui (25) fixée rigidement à la caisse à eau (6) et se prolongeant
jusque sous lesdites parois latérales.
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que les boîtes dynamométriques
(26) sont disposées chacune sous les parois latérales (2, 3) des grands côtés dans
une zone voisine des parois latérales (4, 5) des petits côtés de la lingotière.
5. Dispositif selon les revendications 2 à 4, caractérisé en ce que les parois latérales
(2 à 5) de la lingotière, en particulier celles (2, 3) des grands côtés, sont montées
mobiles dans le sens vertical sur la caisse à eau (6).
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'une des parois latérales
de la lingotière, en particulier une paroi (2) d'un grand côté, est reliée à la caisse
à eau (6) par des barres d'attelage (7, 8) qui sont articulées à la fois sur la caisse
à eau (6) et sur la paroi latérale (2) de la lingotière.
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que deux parois latérales
opposées de la lingotière, en particulier les deux parois (2, 3) définissant les grands
côtés, sont reliées l'une à l'autre par des tiges (11, 12) articulées sur les parois
(2, 3).
8. Dispositif selon les revendications 2 à 7, caractérisé en ce que chaque boîte dynamométrique
(26) est reliée à un additionneur (33) totalisant les valeurs fournies par les boîtes,
que l'additionneur (33) est suivi d'un dispositif de tarage (34) qui déduit le poids
propre des parois latérales de la lingotière et en ce que le dispositif soustracteur
(35), qui déduit les valeurs fournies par le capteur d'accélération (31), est suivi
d'un redresseur de crête (37) dont le signal de sortie est appliqué à un appareil
d'affichage (38, 39) (figure 3).
9. Dispositif selon les revendications 2 à 7, caractérisé en ce que chaque boîte dynamométrique
(26) est reliée à un dispositif soustracteur (35') particulier ajustable, un redresseur
de crête (37) particulier est prévu à la suite de chaque dispositif soustracteur (35')
et les signaux de sortie de chaque redresseur de crête sont appliqués à un appareil
d'affichage (38) particulier (figure 4).
10. Dispositif selon la revendication 1, où les parois latérales (2', 3') de la lingotière
sont appuyées sur une caisse à eau (6') et la caisse à eau (6') est accouplée par
des leviers d'oscillation (43, 44) à un mécanisme de commande d'oscillation (48),
caractérisé en ce que le dispositif dynamométrique est constitué par des jauges de
contrainte (50, 51) fixées aux leviers d'oscillation (43, 44) (figure 5).
11. Dispositif selon les revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le capteur d'accélération
(31) est fixé à la caisse à eau (6, 6').