[0001] Die Erfindung betrifft ein neues Korrektur-Set zum Korrigieren von Schriftstücken,
das besteht aus einem eine Korrekturflüssigkeit enthaltenden Behälter mit Schraubverschluß,
an dessen Innenseite ein in geschlossenem Zustand in die Korrekturflüssigkeit eintauchender
Auftragsstift befestigt ist, mit dessen Hilfe es möglich ist, Tipp- und Schreibfehler
zu korrigieren.
[0002] Neben abhebenden und abdeckenden Korrektureinrichtungen, wie z.B. Korrekturbändern
und Korrekturpapieren bzw. -folien, die in modernen Schreibmaschinen und Schreibautomaten
fest eingebaut sind, werden zur Korrektur von Tipp-und Schreibfehlern in den Fällen,
in denen diese fest eingebauten Korrektureinrichtungen nicht angewendet werden können,
in zunehmendem Umfang flüssige Korrekturmittel verwendet. Dabei handelt es sich um
meist weiße, gut deckende Flüssigkeiten, die in Mengen von etwa 20 bis 30 ml in mit
einem Schraubverschluß versehenen Flaschen abgefüllt sind. In den Schraubverschluß
ist ein Pinsel eingesetzt, mit dessen Hilfe die Korrekturflüssigkeit auf die zu entfernenden
Schriftzeichen aufgetragen wird.
[0003] Der Pinsel besteht in der Regel aus Tierhaaren, Pflanzenfasern oder synthetischen
Fasern. Mit einem Pinselstrich können etwa 12 Buchstaben, d.h. etwa eine Viertel-Zeile
Schriftzeichen, entfernt werden. Beim Auftragen der Korrekturflüssigkeit mit dem Pinsel
entstehen Streifen auf dem Papier, die ein späteres erneutes Beschriften beeinträchtigen.
[0004] Bei den Korrekturflüssigkeiten der bisher auf dem Markt befindlichen Korrektur-Sets
handelt es sich um solche auf Wasserbasis oder um solche auf Lösungsmittelbasis. Erstere
werden verhältnismäßig selten verwendet, da die aufgetragene Korrekturflüssigkeit
eine verhältnismäßig lange Trocknungszeit (in der Größenordnung von etwa 1 Minute)
benötigt, bevor die korrigierte Stelle erneut beschriftet werden kann. Außerdem tritt
beim Auftrag einer solchen Korrekturflüssigkeit auf das Schriftstück eine unerwünschte
Wellung desselben auf, die das Aussehen dieses Schriftstückes stark beeinträchtigt.
[0005] Die meisten derzeit auf dem Markt befindlichen und praktisch verwendeten Korrekturflüssigkeiten
sind daher solche auf Basis organischer Lösungsmittel, die sich nach dem Auftragen
der Korrekturflüssigkeit auf das zu korrigierende Schriftstück schnell verflüchtigen,
so daß das korrigierte Schriftstück schon nach etwa 15 Sekunden erneut beschriftet
werden kann, und bei denen außerdem die unerwünschte Wellung des Schriftstückes an
der korrigierten Stelle nicht auftritt. Nachteilig an diesen bekannten Korrektur-Sets
ist jedoch, daß die zu ihrem Auftrag verwendeten Auftragspinsel nur verhältnismäßig
wenig Korrekturflüssigkeit aufnehmen können, so daß großflächige Korrekturen damit
nicht möglich sind ohne mehrfaches Wiedereintauchen des Pinsels in die Korrekturflüssigkeit,
was zu einer unvermeidlichen Streifenbildung und ungleichmäßigen Abdeckung der zu
korrigierenden Textstellen führt. Dies hat zur Folge, daß mit jedem Öffnen der die
Korrekturflüssigkeit enthaltenden Flasche Lösungsmittel entweicht, so daß die Korrekturflüssigkeit
schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit für den gleichmäßigen Auftrag zu dickflüssig
wird und daher mit einem mitgelieferten Verdünnungsmittel in immer kürzer werdenden
Zeitabständen wieder auf die geeignete Fließfähigkeit eingestellt werden muß. Abgesehen
davon, daß das bisher in derartigen Korrekturflüssigkeiten in erster Linie als Lösungsmittel
eingesetzte 1,1,1-Trichloräthan gesundheitsschädlich und als solches zu kennzeichnen
ist, entstehen bei dem Pinselauftrag der bekannten Korrekturflüssigkeiten streifige
Überzüge mit einer sehr unebenen Oberfläche, die für eine nachfolgende erneute Beschriftung
nur sehr bedingt geeignet ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung war es daher, diese bekannten Korrektur-Sets aus Auftragspinsel
und Korrekturflüssigkeit auf Lösungsmittelbasis dahingehend weiterzuentwickeln, daß
sie frei von den vorstehend geschilderten Nachteilen der bekannten Korrektur-Sets
sind, insbesondere auch die großflächige Korrektur von Schriftstücken durch Abdecken
mit einem streifenfreien, gleichmäßig dicken und glatten Überzug aus der Korrekturflüssigkeit
ermöglichen.
[0007] Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einem Korrektur-Set
der eingangs genannten Art gelöst werden kann, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
der zum Auftrag der Korrekturflüssigkeit auf Lösungsmittelbasis verwendete Auftragsstift
an seinem freien Ende einen Kunststoffüberzug aufweist, der vorzugsweise abgeschrägt
ist.
[0008] Der Kunststoffüberzug hat vorzugsweise die Form einer pelzartigen Bürste aus Kunststoffasern,
insbesondere Polyamidfasern, oder er besteht aus einem Kunststoffschaum bzw. -schwamm.
[0009] Zur Herstellung des Kunststoffüberzugs können handelsübliche Kunststoffe, vorzugsweise
Polyvinylchlorid, Polyamide, Polyurethane, Polyätherurethane, Phenolharze oder Acrylharze,verwendet
werden. Besonders geeignete Kunststoffe sind Polyvinylchlorid und Polyamide.
[0010] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird in der Korrekturflüssigkeit als Lösungsmittel
ein organisches Lösungsmittel aus der Gruppe der Glykoläther, der ein-und mehrwertigen
Alkohole, der aromatischen und aliphatischen Kohlenwasserstoffe mit einem Siedepunkt
bis zu etwa 150
0C verwendet, wobei die Verwendung von aliphatischen Kohlenwasserstoffen, insbesondere
Isohexan, besonders bevorzugt ist.
[0011] Die vorgenannten Lösungsmittel bieten gegenüber den bisher in Korrekturflüssigkeiten
verwendeten Lösungsmitteln den Vorteil, daß sie bei etwa gleich guter Flüchtigkeit
und damit etwa gleich guten Trocknungseigenschaften der sie enthaltenden Korrekturflüssigkeit
nicht gesundheitsschädlich und damit auch nicht entsprechend kennzeichnungspflichtig
sind. Dies ist im Hinblick auf das ständig wachsende Umweltbewußtsein der Verbraucher
sowie im Hinblick auf die sich daran anpassenden behördlichen Vorschriften von erheblicher
Bedeutung.
[0012] Mit dem erfindungsgemäßen neuen Korrektur-Set ist es möglich, auch größere Flächen
von Schriftstücken mit der Korrekturflüssigkeit abzudecken, ohne daß der Auftragsstift
zwischenzeitlich in die Korrekturflüssigkeit eingetaucht werden muß. Der Kunststoffüberzug
an der Spitze des Auftragsstiftes ist nämlich in der Lage, etwa viermal soviel Korrekturflüssigkeit
aufzunehmen wie ein herkömmlicher Auftragspinsel. Dadurch, daß mit dem Auftragsstift
des erfindungsgemäßen Korrektur-Sets die Korrektur in einem Zug durchgeführt werden
kann, erhält man nach Durchführung der Korrektur eine wesentlich glattere Oberfläche,
die auch besser wieder beschreibbar ist als bei Verwendung eines Auftragspinsels,
der unweigerlich zu einer streifigen Korrektur mit ungleichmäßig dicker und damit
unebener Oberfläche führt. Dieser technische Vorteil ist zurückzuführen auf die schwammartige
bzw. pelzbürstenartige Beschaffenheit der Spitze des in dem erfindungsgemäßen Korrektur-Set
verwendeten Auftragsstiftes, die in der Lage ist, im Innern eine wesentlich größere
Menge Korrekturflüssigkeit zu speichern, die unter dem Einfluß des mechanischen Druckes,
der bei Durchführung der Korrektur auf die Spitze des Auftragsstiftes einwirkt, nach
und nach an die Oberfläche gepreßt wird und damit einen gleichmäßigen Auftrag der
Korrekturflüssigkeit ermöglicht, die innerhalb einer ebenso kurzen Trocknungszeit
wie die bisher verwendeten Korrekturflüssigkeiten (in der Größenordnung von etwa 15
Sekunden) einen glatten überzug ergibt, der nach dem Trocknen problemlos erneut beschriftet
werden kann.
[0013] Mit dem in dem erfindungsgemäßen Korrektur-Set verwendeten Korrekturstift, dessen
Spitze vorzugsweise abgeschrägt ist, ist es ferner möglich, schneller und selektiver
Korrekturen durchzuführen als mit den bisher verwendeten Auftragspinseln.
[0014] Da aufgrund des erfindungsgemäß verwendeten neuartigen Auftragsstiftes der die Korrekturflüssigkeit
enthaltende Behälter wesentlich seltener geöffnet werden muß als bei den bekannten
Korrektur-Sets, sind die dadurch verursachten Lösungsmittelverluste wesentlich geringer,
so daß ein Verdünnen der Korrekturflüssigkeit während der Gebrauchsdauer des erfindungsgemäßen
Korrektur-Sets in aller Regel entfallen kann. Damit ist auch die Beschaffung und Lagerung
von Flaschen, die nur Verdünner für die Korrekturflüssigkeit enthalten, um bei vorzeitigem
Eindicken derselben diese wieder funktionsfähig zu machen, entbehrlich.
[0015] Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher
erläutert. Diese zeigt:
Eine schemaitsche Darstellung des erfindungsgemäßen Korrektur-Sets, bestehend aus
dem die Korrekturflüssigkeit F enthaltenden Behälter B mit Schraubverschluß S, an dessen Innenseite der Auftragsstift A befestigt ist, der an seinem Ende einen
schwammartigen oder pelzbürstenartigen Kunststoffüberzug K aufweist, der in der dargestellten
Ausführungsform am Ende abgeschrägt ist.
[0016] Der den Kunststoffüberzug tragende Auftragsstift des erfindungsgemäßen Korrektur-Sets
besteht zweckmäßig aus einem Kunststoff, der mit der Korrekturflüssigkeit verträglich
ist, d.h. darin weder aufquillt noch zersetzt wird.
[0017] Die in dem Behälter mit Schraubverschluß enthaltene Korrekturflüssigkeit besteht
in der Regel aus 33 bis 42 Gew.-Teilen des obengenannten organischen Lösungsmittels,
50 bis 60 Gew.-Teilen eines Pigments, vorzugsweise eines weißen Pigments, insbesondere
Titandioxid, und 5 bis 12 Gew.-Teilen Bindemittel. Bevorzugte Mengenbereiche sind
35 bis 40 Gew.-Teile organisches Lösungsmittel, 54 bis 58 Gew.-Teile Pigment und 7
bis 10 Gew.-Teile Bindemittel, vorzugsweise Acrylharz. Eine erfindungsgemäß besonders
bevorzugte Korrekturflüssigkeit enthält 8 Gew.-Teile Acrylharz, 54 Gew.-Teile Titandioxid
und 38 Gew.-Teile eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, insbesondere Isohexan.
[0018] Die Erfindung wurde zwar vorstehend unter Bezugnahme auf spezifische bevorzugte Ausführungsformen
näher erläutert, es ist jedoch für den Fachmann selbstverständlich, daß sie darauf
keineswegs beschränkt ist, sondern daß diese in vielfacher Hinsicht abgeändert und
modifiziert werden können, ohne daß dadurch der Rahmen der vorliegenden Erfindung
verlassen wird.
1. Korrektur-Set zum Korrigieren von Schriftstücken, bestehend aus einem eine Korrekturflüssigkeit
enthaltenden Behälter mit Schraubverschluß, an dessen Innenseite ein in geschlossenem
Zustand in die Korrekturflüssigkeit eintauchender Auftragsstift befestigt ist, dadurch
gekennzeichnet , daß der Auftragsstift (A) an seinem freien Ende einen Kunst stoffüberzug
(K) aufweist.
2. Korrektur-Set nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der den Kunststoffüberzug
(K) aufweisende Teil des Auftragsstiftes (A) abgeschrägt ist.
3. Korrektur-Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffüberzug(K)
die Form einer pelzartigen Bürste aus Kunststoffasern hat.
4. Korrektur-Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffüberzug
(K) aus einem Kunststoffschaum besteht und die Form eines Schwammes hat.
5. Korrektur-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kunststoffüberzug (K) aus Polyvinylchlorid, einem Polyamid, einem Polyurethan, einem
Polyätherurethan, einem Phenolharz oder einem Acrylharz besteht.
6. Korrektur-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Korrekturflüssigkeit als Lösungsmittel ein organisches Lösungsmittel aus der Gruppe
der Glykoläther, der ein- oder mehrwertigen Alkohole und der aromatischen oder aliphatischen
Kohlenwasserstoffe mit einem Siedepunkt bis zu etwa 150°C einzeln oder in Form eines
Gemisches enthält.
7. Korrektur-Set nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturflüssigkeit
als Lösungsmittel Isohexan enthält.-