(19)
(11) EP 0 119 506 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.09.1984  Patentblatt  1984/39

(21) Anmeldenummer: 84101812.0

(22) Anmeldetag:  21.02.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B43L 19/00, B43M 11/06, B65D 51/32, B05C 17/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 22.02.1983 DE 3306168

(71) Anmelder: Pro Büro GmbH
D-6380 Bad Homburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Sógaro, Alberto C.
    D-6830 Bad Homburg (DE)

(74) Vertreter: Dost, Wolfgang, Dr.rer.nat., Dipl.-Chem. et al
Patent- und Rechtsanwälte Bardehle . Pagenberg . Dost . Altenburg . Frohwitter . Geissler & Partner Galileiplatz 1
81679 München
81679 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Korrekturset für Schriftstücke


    (57) © Korrektur-Set zum Korrigieren von Schriftstücken, das besteht aus einem eine Korrekturflüssigkeit [F] auf organischer Lösungsmittelbasis enthaltenden Behälter [B], mit Schraubverschluß [S], an dessen Innenseite ein im geschlossenen Zustand in die Korrekturflüssigkeit [F] eintauchender Auftragsstift [A] befestigt ist, der an seinem freien Ende einen Kunststoffüberzug [K] aufweist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein neues Korrektur-Set zum Korrigieren von Schriftstücken, das besteht aus einem eine Korrekturflüssigkeit enthaltenden Behälter mit Schraubverschluß, an dessen Innenseite ein in geschlossenem Zustand in die Korrekturflüssigkeit eintauchender Auftragsstift befestigt ist, mit dessen Hilfe es möglich ist, Tipp- und Schreibfehler zu korrigieren.

    [0002] Neben abhebenden und abdeckenden Korrektureinrichtungen, wie z.B. Korrekturbändern und Korrekturpapieren bzw. -folien, die in modernen Schreibmaschinen und Schreibautomaten fest eingebaut sind, werden zur Korrektur von Tipp-und Schreibfehlern in den Fällen, in denen diese fest eingebauten Korrektureinrichtungen nicht angewendet werden können, in zunehmendem Umfang flüssige Korrekturmittel verwendet. Dabei handelt es sich um meist weiße, gut deckende Flüssigkeiten, die in Mengen von etwa 20 bis 30 ml in mit einem Schraubverschluß versehenen Flaschen abgefüllt sind. In den Schraubverschluß ist ein Pinsel eingesetzt, mit dessen Hilfe die Korrekturflüssigkeit auf die zu entfernenden Schriftzeichen aufgetragen wird.

    [0003] Der Pinsel besteht in der Regel aus Tierhaaren, Pflanzenfasern oder synthetischen Fasern. Mit einem Pinselstrich können etwa 12 Buchstaben, d.h. etwa eine Viertel-Zeile Schriftzeichen, entfernt werden. Beim Auftragen der Korrekturflüssigkeit mit dem Pinsel entstehen Streifen auf dem Papier, die ein späteres erneutes Beschriften beeinträchtigen.

    [0004] Bei den Korrekturflüssigkeiten der bisher auf dem Markt befindlichen Korrektur-Sets handelt es sich um solche auf Wasserbasis oder um solche auf Lösungsmittelbasis. Erstere werden verhältnismäßig selten verwendet, da die aufgetragene Korrekturflüssigkeit eine verhältnismäßig lange Trocknungszeit (in der Größenordnung von etwa 1 Minute) benötigt, bevor die korrigierte Stelle erneut beschriftet werden kann. Außerdem tritt beim Auftrag einer solchen Korrekturflüssigkeit auf das Schriftstück eine unerwünschte Wellung desselben auf, die das Aussehen dieses Schriftstückes stark beeinträchtigt.

    [0005] Die meisten derzeit auf dem Markt befindlichen und praktisch verwendeten Korrekturflüssigkeiten sind daher solche auf Basis organischer Lösungsmittel, die sich nach dem Auftragen der Korrekturflüssigkeit auf das zu korrigierende Schriftstück schnell verflüchtigen, so daß das korrigierte Schriftstück schon nach etwa 15 Sekunden erneut beschriftet werden kann, und bei denen außerdem die unerwünschte Wellung des Schriftstückes an der korrigierten Stelle nicht auftritt. Nachteilig an diesen bekannten Korrektur-Sets ist jedoch, daß die zu ihrem Auftrag verwendeten Auftragspinsel nur verhältnismäßig wenig Korrekturflüssigkeit aufnehmen können, so daß großflächige Korrekturen damit nicht möglich sind ohne mehrfaches Wiedereintauchen des Pinsels in die Korrekturflüssigkeit, was zu einer unvermeidlichen Streifenbildung und ungleichmäßigen Abdeckung der zu korrigierenden Textstellen führt. Dies hat zur Folge, daß mit jedem Öffnen der die Korrekturflüssigkeit enthaltenden Flasche Lösungsmittel entweicht, so daß die Korrekturflüssigkeit schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit für den gleichmäßigen Auftrag zu dickflüssig wird und daher mit einem mitgelieferten Verdünnungsmittel in immer kürzer werdenden Zeitabständen wieder auf die geeignete Fließfähigkeit eingestellt werden muß. Abgesehen davon, daß das bisher in derartigen Korrekturflüssigkeiten in erster Linie als Lösungsmittel eingesetzte 1,1,1-Trichloräthan gesundheitsschädlich und als solches zu kennzeichnen ist, entstehen bei dem Pinselauftrag der bekannten Korrekturflüssigkeiten streifige Überzüge mit einer sehr unebenen Oberfläche, die für eine nachfolgende erneute Beschriftung nur sehr bedingt geeignet ist.

    [0006] Aufgabe der Erfindung war es daher, diese bekannten Korrektur-Sets aus Auftragspinsel und Korrekturflüssigkeit auf Lösungsmittelbasis dahingehend weiterzuentwickeln, daß sie frei von den vorstehend geschilderten Nachteilen der bekannten Korrektur-Sets sind, insbesondere auch die großflächige Korrektur von Schriftstücken durch Abdecken mit einem streifenfreien, gleichmäßig dicken und glatten Überzug aus der Korrekturflüssigkeit ermöglichen.

    [0007] Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einem Korrektur-Set der eingangs genannten Art gelöst werden kann, das dadurch gekennzeichnet ist, daß der zum Auftrag der Korrekturflüssigkeit auf Lösungsmittelbasis verwendete Auftragsstift an seinem freien Ende einen Kunststoffüberzug aufweist, der vorzugsweise abgeschrägt ist.

    [0008] Der Kunststoffüberzug hat vorzugsweise die Form einer pelzartigen Bürste aus Kunststoffasern, insbesondere Polyamidfasern, oder er besteht aus einem Kunststoffschaum bzw. -schwamm.

    [0009] Zur Herstellung des Kunststoffüberzugs können handelsübliche Kunststoffe, vorzugsweise Polyvinylchlorid, Polyamide, Polyurethane, Polyätherurethane, Phenolharze oder Acrylharze,verwendet werden. Besonders geeignete Kunststoffe sind Polyvinylchlorid und Polyamide.

    [0010] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird in der Korrekturflüssigkeit als Lösungsmittel ein organisches Lösungsmittel aus der Gruppe der Glykoläther, der ein-und mehrwertigen Alkohole, der aromatischen und aliphatischen Kohlenwasserstoffe mit einem Siedepunkt bis zu etwa 1500C verwendet, wobei die Verwendung von aliphatischen Kohlenwasserstoffen, insbesondere Isohexan, besonders bevorzugt ist.

    [0011] Die vorgenannten Lösungsmittel bieten gegenüber den bisher in Korrekturflüssigkeiten verwendeten Lösungsmitteln den Vorteil, daß sie bei etwa gleich guter Flüchtigkeit und damit etwa gleich guten Trocknungseigenschaften der sie enthaltenden Korrekturflüssigkeit nicht gesundheitsschädlich und damit auch nicht entsprechend kennzeichnungspflichtig sind. Dies ist im Hinblick auf das ständig wachsende Umweltbewußtsein der Verbraucher sowie im Hinblick auf die sich daran anpassenden behördlichen Vorschriften von erheblicher Bedeutung.

    [0012] Mit dem erfindungsgemäßen neuen Korrektur-Set ist es möglich, auch größere Flächen von Schriftstücken mit der Korrekturflüssigkeit abzudecken, ohne daß der Auftragsstift zwischenzeitlich in die Korrekturflüssigkeit eingetaucht werden muß. Der Kunststoffüberzug an der Spitze des Auftragsstiftes ist nämlich in der Lage, etwa viermal soviel Korrekturflüssigkeit aufzunehmen wie ein herkömmlicher Auftragspinsel. Dadurch, daß mit dem Auftragsstift des erfindungsgemäßen Korrektur-Sets die Korrektur in einem Zug durchgeführt werden kann, erhält man nach Durchführung der Korrektur eine wesentlich glattere Oberfläche, die auch besser wieder beschreibbar ist als bei Verwendung eines Auftragspinsels, der unweigerlich zu einer streifigen Korrektur mit ungleichmäßig dicker und damit unebener Oberfläche führt. Dieser technische Vorteil ist zurückzuführen auf die schwammartige bzw. pelzbürstenartige Beschaffenheit der Spitze des in dem erfindungsgemäßen Korrektur-Set verwendeten Auftragsstiftes, die in der Lage ist, im Innern eine wesentlich größere Menge Korrekturflüssigkeit zu speichern, die unter dem Einfluß des mechanischen Druckes, der bei Durchführung der Korrektur auf die Spitze des Auftragsstiftes einwirkt, nach und nach an die Oberfläche gepreßt wird und damit einen gleichmäßigen Auftrag der Korrekturflüssigkeit ermöglicht, die innerhalb einer ebenso kurzen Trocknungszeit wie die bisher verwendeten Korrekturflüssigkeiten (in der Größenordnung von etwa 15 Sekunden) einen glatten überzug ergibt, der nach dem Trocknen problemlos erneut beschriftet werden kann.

    [0013] Mit dem in dem erfindungsgemäßen Korrektur-Set verwendeten Korrekturstift, dessen Spitze vorzugsweise abgeschrägt ist, ist es ferner möglich, schneller und selektiver Korrekturen durchzuführen als mit den bisher verwendeten Auftragspinseln.

    [0014] Da aufgrund des erfindungsgemäß verwendeten neuartigen Auftragsstiftes der die Korrekturflüssigkeit enthaltende Behälter wesentlich seltener geöffnet werden muß als bei den bekannten Korrektur-Sets, sind die dadurch verursachten Lösungsmittelverluste wesentlich geringer, so daß ein Verdünnen der Korrekturflüssigkeit während der Gebrauchsdauer des erfindungsgemäßen Korrektur-Sets in aller Regel entfallen kann. Damit ist auch die Beschaffung und Lagerung von Flaschen, die nur Verdünner für die Korrekturflüssigkeit enthalten, um bei vorzeitigem Eindicken derselben diese wieder funktionsfähig zu machen, entbehrlich.

    [0015] Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt:

    Eine schemaitsche Darstellung des erfindungsgemäßen Korrektur-Sets, bestehend aus dem die Korrekturflüssigkeit F enthaltenden Behälter B mit Schraubverschluß S, an dessen Innenseite der Auftragsstift A befestigt ist, der an seinem Ende einen schwammartigen oder pelzbürstenartigen Kunststoffüberzug K aufweist, der in der dargestellten Ausführungsform am Ende abgeschrägt ist.



    [0016] Der den Kunststoffüberzug tragende Auftragsstift des erfindungsgemäßen Korrektur-Sets besteht zweckmäßig aus einem Kunststoff, der mit der Korrekturflüssigkeit verträglich ist, d.h. darin weder aufquillt noch zersetzt wird.

    [0017] Die in dem Behälter mit Schraubverschluß enthaltene Korrekturflüssigkeit besteht in der Regel aus 33 bis 42 Gew.-Teilen des obengenannten organischen Lösungsmittels, 50 bis 60 Gew.-Teilen eines Pigments, vorzugsweise eines weißen Pigments, insbesondere Titandioxid, und 5 bis 12 Gew.-Teilen Bindemittel. Bevorzugte Mengenbereiche sind 35 bis 40 Gew.-Teile organisches Lösungsmittel, 54 bis 58 Gew.-Teile Pigment und 7 bis 10 Gew.-Teile Bindemittel, vorzugsweise Acrylharz. Eine erfindungsgemäß besonders bevorzugte Korrekturflüssigkeit enthält 8 Gew.-Teile Acrylharz, 54 Gew.-Teile Titandioxid und 38 Gew.-Teile eines aliphatischen Kohlenwasserstoffs, insbesondere Isohexan.

    [0018] Die Erfindung wurde zwar vorstehend unter Bezugnahme auf spezifische bevorzugte Ausführungsformen näher erläutert, es ist jedoch für den Fachmann selbstverständlich, daß sie darauf keineswegs beschränkt ist, sondern daß diese in vielfacher Hinsicht abgeändert und modifiziert werden können, ohne daß dadurch der Rahmen der vorliegenden Erfindung verlassen wird.


    Ansprüche

    1. Korrektur-Set zum Korrigieren von Schriftstücken, bestehend aus einem eine Korrekturflüssigkeit enthaltenden Behälter mit Schraubverschluß, an dessen Innenseite ein in geschlossenem Zustand in die Korrekturflüssigkeit eintauchender Auftragsstift befestigt ist, dadurch gekennzeichnet , daß der Auftragsstift (A) an seinem freien Ende einen Kunst stoffüberzug (K) aufweist.
     
    2. Korrektur-Set nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der den Kunststoffüberzug (K) aufweisende Teil des Auftragsstiftes (A) abgeschrägt ist.
     
    3. Korrektur-Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffüberzug(K) die Form einer pelzartigen Bürste aus Kunststoffasern hat.
     
    4. Korrektur-Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffüberzug (K) aus einem Kunststoffschaum besteht und die Form eines Schwammes hat.
     
    5. Korrektur-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffüberzug (K) aus Polyvinylchlorid, einem Polyamid, einem Polyurethan, einem Polyätherurethan, einem Phenolharz oder einem Acrylharz besteht.
     
    6. Korrektur-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturflüssigkeit als Lösungsmittel ein organisches Lösungsmittel aus der Gruppe der Glykoläther, der ein- oder mehrwertigen Alkohole und der aromatischen oder aliphatischen Kohlenwasserstoffe mit einem Siedepunkt bis zu etwa 150°C einzeln oder in Form eines Gemisches enthält.
     
    7. Korrektur-Set nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturflüssigkeit als Lösungsmittel Isohexan enthält.-
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht