(19)
(11) EP 0 121 648 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.10.1984  Patentblatt  1984/42

(21) Anmeldenummer: 84100266.0

(22) Anmeldetag:  12.01.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D03D 47/06, D03D 35/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 16.03.1983 CH 1451/83

(71) Anmelder: Textilma AG
CH-6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Villa, Carlo
    I-20066 Melzo (IT)

(74) Vertreter: Schmauder, Klaus Dieter et al
Schmauder & Wann Patentanwaltsbüro Zwängiweg 7
8038 Zürich
8038 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bandwebmaschine


    (57) Die Bandwebmaschine weist eine an einer Seite der Kettfäden (14) angeordnete Eintragnadel (22) auf zum Eintragen mindestens einer Schlaufe eines Schußfadens (46a und/oder 46b) in das aus den Kettfäden gebildete Webfach. Die Eintragnadel (22) enthält einen fast über deren gesamte Länge gehenden Längsschlitz (34) und ferner ist die Eintragnadel (22) mit einem Haken (40) ausgerüstet, der außerhalb des Längsschlitzes (34) mindestens annähernd in der Bewegungsebene der Eintragnadel liegt und gegen die Fadenführer (44a und/oder 44b) für die Schußfäden (46a, 46b) gerichtet ist. Die Spitze (42) des Hakens (40) ist nahe des freien Endes der Eintragnadel (22) und gegen dieses hingerichtet angeordnet. Damit ergibt sich eine besonders schmale Bauweise der Eintragnadel und ein sicherer Eingriff des oder der Schußfäden an den Haken, allein mittels der Fadenführer ohne zusätzliche Hilfsmittel.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Bandwebmaschine gemäss Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Eine Bandwebmaschine der eingangs genannten Art ist aus der DE-PS 24 00 101 bekannt. Bei dieser Bandwebmaschine ist die Ooffnungsebene des Längsschlitzes der Eintragnadel quer zur Bewegungsebene der Eintragnadel angeordnet und der Haken liegt innerhalb des Längsschlitzes an einem Rand eines Schenkels der den Längsschlitz bildenden Schenkel. Obwohl mit der Eintragnadel bereits sehr gute Ergebnisse erzielt werden, hat sie jedoch den Nachteil, dass zur sicheren Einlegung eines oder mehrerer der Schussfäden Stecher erforderlich sind, die den oder die Schussfäden führen. Ausserdem ergibt sich der Nachteil, dass der Schussfaden von dem Haken abspringen kann. Durch die Anordnung des Hakens innerhalb des Längsschlitzes ist es überdies erforderlich, dass die Eintragnadel eine relativ grosse Breite aufweisen muss, was wiederum ein relativ grosses Webfach notwendig macht. Die zum Oeffnen des Webfaches notwendigen grösseren Wege der entsprechenden Schäfte erfordern entsprechend grössere Antriebe, deren Drehzahl begrenzt ist. Damit sind der Leistung einer solchen Bandwebmaschine Grenzen gesetzt.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bandwebmaschine der eingangs genannten Art so auszubilden, dass die erwähnten Nachteile vermieden werden.

    [0004] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.

    [0005] Dadurch, dass der Haken ausserhalb des Längsschlitzes der Eintragnadel angeordnet ist und mindestens annähernd in der Bewegungsebene der Eintragnadel gegen die Fadenführer gerichtet liegt, begrenzt der Haken die Oeffnung des Längsschlitzes nicht, sodass letzterer wesentlich schmäler ausgeführt werden kann, wobei allein auf die Führung des oder der Schussfäden Rücksicht zu nehmen ist. Ein schmälerer Längsschlitz führt wiederum zu einer schmäleren Eintragnadel, wodurch das Webfach nicht mehr so weit geöffnet werden muss und man deshalb mit kleineren Wegen der entsprechenden Schäfte auskommt. Dies führt wiederum zu kleineren und schnelleren Antrieben, wodurch die Leistung einer solchen Bandwebmaschine erhöht werden kann. Die Anordnung des Hakens ausserhalb des Längsschlitzes und in Richtung auf die Fadenführer sowie die exakte Führung der Schussfäden innerhalb des Längsschlitzes ermöglichen es, dass auf Stecher in einer solchen Bandwebmaschine verzichtet werden kann und dennoch eine sichere Funktion der Eintragnadel dank der besseren Fadenführung gewährleistet ist. Damit wird aber auch ein Abspringen des oder der Schussfäden von dem Haken der Eintragnadel vermieden.

    [0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Bandwebmaschine sind in den Ansprüchen 2 bis 5 beschrieben.

    [0007] Die Oeffnungsebene des Längsschlitzes der Eintragnadel kann bei der neuen Anordnung des Hakens in der Bewegungsebene der Eintragnadel liegen. Dadurch ergibt sich eine besonders flache Ausgestaltung der Eintragnadel, was wiederum ein besonders kleines Webfach zur Folge hat und damit sehr hohe Leistungen der Bandwebmaschinen ermöglicht. Allerdings erfahren die Schussfäden im Längsschlitz eine sehr straffe Führung, sodass dem Kreuzen eines einzulegenden Schussfadens mit einem in Auswahlstellung befindlichen Schussfaden Grenzen gesetzt sind. Es sind auch Zwischenstufen der Ausbildung der Eintragnadel möglich, bei denen die Oeffnungsebene des Längsschlitzes einen Winkel zwischen 0 und 90 zur Bewegungsebene der Eintragnadel bildet. Besonders vorteilhaft ist jedoch eine Ausbildung der Bandwebmaschine nach Anspruch 3, da hier die Schussfäden im Längsschlitz leichter kreuzen können. Dabei kann der Haken am unteren oder oberen Schenkel der Eintragnadel angeordnet sein, je nachdem, ob die Fadenführer beim Wandern in die Auswahlstellung nach unten oder oben bewegt werden.

    [0008] Eine besonders schmale und stabile Ausbildung der Eintragnadel ergibt sich durch die Ausbildung nach Anspruch 4. Dies ermöglicht es, den hakenfreien Schenkel der Eintragnadel nach Anspruch 5 weiter auszugestalten.

    [0009] Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Webmaschine werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher beschrieben, dabei zeigen:

    Figur 1 die Webmaschine im Ausschnitt und in Draufsicht;

    Figur 2 die Webmaschine der Figur 1 in Seitenansicht;

    Figur 3 die Eintragnadel der Webmaschine in funktionellem Zusammenhang, im Detail, in grösserem Massstab und in schaubildlicher Darstellung;

    Figur 4 die Webmaschine der Figur 2 in Ansicht auf die Wirknadelseite und während des Eintragens eines Schussfadens bei zurückgenommenem Webblatt, teilweise geschnitten; und

    Figur 5 eine weitere Eintragnadel in ähnlicher Darstellung wie in Figur 3.



    [0010] Die Webmaschine weist eine auf einem Maschinengestell 2 angeordnete Auflageplatte 4 auf, die zur Auflage und Führung der gewebten Ware 6 dient. Am vorderen Ende der Auflageplatte schliesst sich ein Brustbaum 8 an, über den die gewebte Ware zu einem nicht näher dargestellten Warenbaum geführt wird. Das rückwärtige Ende der Auflageplatte 4 dient zur Führung und Halterung der Ware an der Anschlagkante 12, von der die Kettfäden 14 über eine Fachbildevorrichtung 16 zu einer nicht näher dargestellten Kettfadenliefervorrichtung führen.

    [0011] Das Maschinengestell 2 enthält eine nicht näher dargestellte Antriebsvorrichtung, die eine Welle 18 oszillierend antreibt, an der ein Arm 20 angeordnet ist, der eine Schussfaden-Eintragnadel 22 trägt. Die Eintragnadel 22 dient zur Eintragung eines oder mehrerer Schussfadenschlaufen 24 in das durch die Kettfäden 14 gebildete Webfach 26. Auf der der Eintragnadel 22 gegenüberliegenden Seite des Webfaches 26 ist eine hin- und hergehend angetriebene Wirknadel angeordnet, die zum Abbinden der eingetragenen Schussfadenschlaufen 24 dient. Dabei können aufeinanderfolgende Schussfadenschlaufen mit sich selbst und/oder mit einem Hilfsfaden verwirkt und abgebunden werden. Ein an einem Schwenkarm 30 angeordnetes Webblatt 32 dient zum Anschlagen der eingetragenen Schussfadenschlaufen an der Anschlagkante.

    [0012] Die Eintragnadel 22 enthält einen Längsschlitz 34, dessen Oeffnungsebene quer zur Bewegungsebene der Eintragnadel liegt. Dieser Längsschlitz wird durch zwei Schenkel gebildet, wobei der obere Schenkel 36 einen rechteckigen Querschnitt aufweist, dessen Hauptachse in der Bewegungsebene liegt. An dem oberen Schenkel 36 ist nahe des freien Endes der Eintragnadel 22 durch eine absatzweise Verjüngung 38 ein Haken 40 gebildet, dessen Spitze 42 gegen das freie Ende der Eintragnadel 22 weist und gegen rückwärtige Fadenführer 44a, 44b, für Schussfäden 46a, 46b, gerichtet ist.

    [0013] Der untere, den Längsschlitz 34 begrenzende Schenkel 48 der Eintragnadel 22 ist schwächer und vorzugsweise aus einem Draht 50 gebildet. In dem Längsschlitz 34 können mehrere Schussfäden 46a, 46b, geführt sein, im vorliegenden Falle sind nur zwei dargestellt. In Ruhestellung der Fadenführer 44a, 44b, liegen die Schussfäden 46a, 46b, am unteren Rand des Längsschlitzes 34, d.h. am unteren Schenkel 48 an, wie dies in Figur 3 und insbesondere in Figur 4 für den Schussfaden 46b dargestellt ist. Dadurch liegen die Schussfäden 46a, 46b, ausserhalb des Eingriffsbereiches des Hakens 40. Wird nun ein Fadenführer 44a und/oder 44b (Fadenführer 44a in Figur 4) in die Auswahlstellung angehoben, so wird auch der entsprechende Schussfaden 46a und/oder 46b (Schussfaden 46a in Figur 4) schräg nach oben geführt, wodurch er in den Eingriffsbereich des Hakens 40 gelangt. Der jeweils erfasste Schussfaden wird von der Eintragnadel 22 in Form einer Schlaufe in das Webfach 26 eingelegt und auf der gegenüberliegenden Seite mittels der Wirknadel 28 festgehalten und abgebunden.

    [0014] Für die Auswahl des jeweils in das Webfach 26 einzutragenden Schussfadens aus einer Mehrzahl der in dem Längsschlitz 34 geführten Schussfäden 46a, 46b können irgendwelche programmierbare Vorrichtungen vorgesehen sein, so z.B. eine Nockenvorrichtung oder dergleichen. Die Auswahl kann aber auch durch die Fachbildevorrichtung, beispielsweise eine Schaftmaschine, eine Einzellitzensteuerung oder eine Jacquardmaschine erfolgen. Letztere ist im vorliegenden Beispiel dargestellt und man erkennt deren Litzenbündel 50, welches durch eine mit Löchern versehenes Chorbrett 52 geführt ist.

    [0015] Die Figur 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Schussfaden-Eintragnadel 54, die im Gegensatz zur Schussfaden-Eintragnadel 22 der Figuren 3 und 4 einen Längsschlitz 56 aufweist, dessen Oeffnung in der Bewegungsebene der Eintragnadel 54 liegt. An dem rückwärtigen, den Längsschlitz 56 einseitig bestimmenden Schenkel 58 ist ein Haken 60 angeordnet, der analog dem Haken 40 der Eintragnadel 22 angeordnet und ausgebildet ist. Der vordere, den Längsschlitz 56 begrenzende Schenkel 62 der Eintragnadel 54 ist ebenfalls schwächer ausgebildet, wie dies auch bei der Eintragnadel 22 der Fall ist. Die Funktion dieser Eintragnadel 54 bezüglich des Eintragens der Schussfäden 46a und/oder 46b entspricht dem bereits oben beschriebenen Arbeitsablauf.

    [0016] Es sind noch weitere Ausgestaltungen der Eintragnadel möglich. So sind zum Beispiel Mischformen zwischen den Eintragnadeln 22 und 54 denkbar, d.h. die Oeffnungsebene des Längsschlitzes kann gegebenenfalls in einem zwischen 00 und 900 schwankenden Winkel zur Bewegungsebene der Eintragsnadel angeordnet sein. Ausserdem ist es keinenfalls erforderlich, dass die Eintragnadel gebogen ist. Es sind auch gerade Nadeln mit gradlinig hin- und hergehenden Bewegungen möglich.

    Bezugszeichenaufstellung



    [0017] 

    2 Maschinengestell

    4 Auflageplatte

    6 gewebte Ware

    8 Brustbaum

    12 Anschlagkante

    14 Kettfaden

    16 Fachbildevorrichtung

    18 Welle

    20 Arm

    22 Schussfaden-Eintragnadel

    24 Schussfadenschlaufen

    26 Webfach

    28 Wirknadel

    30 Schwenkarm

    32 Webblatt

    34 Längsschlitz von 22

    36 oberer Schenkel von 22

    38 Verjüngung

    40 Haken von 22

    42 Spitze von 40

    44a Fadenführer

    44b Fadenführer

    46a Schussfaden

    46b Schussfaden

    48 unterer Schenkel von 22

    50 Litzenbündel

    52 Chorbrett

    54 Schussfaden-Eintragnadel

    56 Längsschlitz von 54

    58 rückwärtiger Schenkel von 54

    60 Haken von 54

    62 vorderer Schenkel von 54




    Ansprüche

    1. Bandwebmaschine mit einer an einer Seite der Kettfäden angeordneten, eine Schussfadenschlaufe in das Webfach eintragenden Eintragnadel, die einen angenähert über deren gesamte Länge gehenden Längsschlitz und in der Nähe des freien Nadelendes einen Haken aufweist, dessen Spitze dem freien Nadelende zugewandt ist, wobei durch den Längsschlitz mindestens zwei Schussfäden hindurchführbar sind, die von Fadenführern in nicht ausgewählter Stellung gehalten und bei in Auswahlstellung befindlichen Fadenführern mindestens einzeln vom Haken erfassbar und durch die Schussfaden-Eintragnadel in das Webfach eintragbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Haken (40,60) ausserhalb des Längsschlitzes (34,56), mindestens annähernd in der Bewegungsebene der Eintragnadel (22,54) und gegen die Fadenführer (44a,44b) für die Schussfäden (46a,46b) gerichtet angeordnet ist.
     
    2. Bandwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oeffnungsebene des Längsschlitzes (56) in der Bewegungsebene der Eintragnadel (54) liegt.
     
    3. Bandwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oeffnungsebene des Längsschlitzes (34) mindestens angenähert quer zur Bewegungsebene der Eintragnadel (22) liegt, wobei der Haken (40) vorzugsweise am oberen Schenkel (36) der den Längsschlitz (34) bildenden Schenkel (36,48) angeordnet ist.
     
    4. Bandwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der den Haken (40,60) tragende Schenkel (36,58) der den Längsschlitzes (34,54) begrenzenden Schenkel (36,48,58,62) einen mindestens annähernd rechteckigen Querschnitt aufweist, dessen Hauptachse mindestens annähernd in der Bewegungsebene der Eintragnadel (22,54) liegt, wobei der Haken (40,60) vorzugsweise durch eine absatzweise Verjüngung (38) des vorderen Teiles der Eintragnadel (22,54) gebildet ist.
     
    5. Bandwebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der hakenfreie Schenkel (48,62) der Eintragnadel (22,54) schwächer, vorzugsweise aus Draht ausgebildet ist.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht