(19)
(11) EP 0 033 480 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
14.11.1984  Patentblatt  1984/46

(21) Anmeldenummer: 81100443.1

(22) Anmeldetag:  22.01.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E06B 1/62

(54)

Isolier-Fertigteil für Bauwerke

Insulating prefabricated element for building constructions

Elément préfabriqué isolant pour bâtiments


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR NL

(30) Priorität: 02.02.1980 DE 8002725 U
30.06.1980 DE 3024774

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.08.1981  Patentblatt  1981/32

(71) Anmelder: Müller, Gerda geb. Möller
D-2000 Norderstedt (DE)

(72) Erfinder:
  • Müller, Gerda geb. Möller
    D-2000 Norderstedt (DE)

(74) Vertreter: Walenda, Hans 
Berner Weg 28
D-2000 Hamburg 65
D-2000 Hamburg 65 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verminderung des Wärmeverlustes aus dem Inneren von Bauwerken durch die Kältebrücke des Zargenverstrichs an den Leibungen und Stürzen der Fenster- und Türöffnungen sowie ein für die Durchführung des Verfahrens geeignetes Fertigbauteil.

    [0002] Da der Zargenverstrich nicht nur die Aufgabe hat, die Zarge abzudichten, sondern auch das Fenster bzw. die Türe fest mit dem Mauerwerk zu verbinden, wird als Material für den Zargenverstrich praktisch ausschliesslich Zementmörtel verwendet, weil nur dieser unter den in Betracht kommenden Materialien genügend hohe Festigkeit hat. Dabei muss allerdings in Kauf genommen werden, dass der Zementmörtel einen erheblich grösseren Wärmeleitungskoeffizienten oder, was dasselbe bedeutet, wesentlich schlechtere Wärmedämmungseigenschaften hat als die Baumaterialien der Aussenwände wie Ziegel, Fertigbauplatten u.dgl.

    [0003] Daher bildet der Zargenverstrich eine Kältebrücke, die bei niedrigen Aussentemperaturen im Inneren des Gebäudes eine Kälteausstrahlung hervorruft, welche nicht nur als solche unangenehm empfunden wird und eine unerwünschte Erhöhung der Heizungskosten verursacht, sondern auch nicht selten durch Feuchtigkeitskondensation die Bildung hässlicher Stockflecken bewirkt. Der bekannt gewordene Vorschlag, die Fenster und Türen einzuschäumen, also den konventionellen Zargenverstrich aus Zementmörtel durch Kunststoffschaum zu ersetzen, hat sich wegen unzureichender Festigkeit des Kunststoffschaums nicht bewährt.

    [0004] Ein an Gebäudeöffnungen wie Fenster- und Türöffnungen angebrachtes, Gipskarton enthaltendes und etwa L-förmiges Gebilde, das aber nur aus optischen Gründen zum Verbergen des Mauerwerks dient und für Zwecke der Wärmedämmung weder bestimmt noch geeignet ist, ist durch die GB-A-1 396 881 bekannt. Dieses Gebilde ist auch kein vom Hersteller fertig beziehbares und nur anzubringendes, z.B. anzuklebendes Fertigbauteil, sondern wird erst an Ort und Stelle aus separaten, an verschiedenen Gebäudeteilen gesondert befestigten Einzelteilen zusammengesetzt.

    [0005] Ferner ist in der US-A-1 393 792 eine aus vier Metallblechen zusammengesetzte rechteckige Einfassung für die Innenseite von Fensteröffnungen als Schutz für die Ecken und Kanten der Maueröffnung sowie als sturmdichte und insektenfeste Bedeckung beschrieben. Für Zwecke der Wärmedämmung ist sie weder bestimmt noch, da sie ausschliesslich aus Metall besteht, im geringsten geeignet. Dementsprechend ist auch eine Verbindung mit Hartschaumplatten oder anderem wärmedämmenden Material nicht vorgesehen.

    [0006] Schliesslich wäre noch die DE-A-2 124 781 zu erwähnen, die einen für die Abdeckung der Leibungen an der Aussenseite des Gebäudes bestimmten Verkleidungsstreifen aus Kunststoff mit L-ähnlichem Querschnitt beschreibt. Eine Ausfüllung des Hohlraumes mit einer ihn plan abschliessenden Hartschaumplatte ist weder vorgesehen noch wäre sie für den bestimmungsgemässen Zweck sinnvoll. Sie wäre auch nicht ohne weiteres möglich, weil eine einfache rechtwinkelige Hartschaumplatte in den die verschiedensten Vorsprünge und Wellen aufweisenden, nur etwa L-förmigen Innenraum des Verkleidungsstreifens nicht ohne vorherige entsprechende Formgebung untergebracht werden könnte.

    [0007] Aufgabe der Erfindung ist es, auf einfache und zeitsparende Weise den Wärmeverlust durch den Zargenverstrich zu vermeiden.

    [0008] Das erfindungsgemässe Verfahren besteht darin, dass entlang des Zargenverstriches an Stelle des Innenwandverputzes an die Innenwand Fertigbauteile angebracht, vorzugsweise angeklebt werden, die aus einer L-förmigen Aussenschale aus Gipskarton und einer mit dieser Schale fest verbundenen, den Hohlraum des L ausfüllenden und ihn plan abschliessenden Hartschaumplatte bestehen.

    [0009] Ein erfindungsgemässes Fertigbauteil stellt eine rechteckige flache Platte dar, die ähnlich wie eine Kachel gehandhabt und aufgeklebt werden kann und besteht im Wesentlichen aus einer L-förmigen Aussenschale aus Gipskarton und einer mit dieser fest verbundenen, den Hohlraum des L ausfüllenden und ihn plan abschliessenden Hartschaumplatte. Da die Aussenfläche dieses Fertigbauteiles das Aussehen und die Eigenschaften eines guten Innenwandverputzes hat und ausserdem, wenn gewünscht, schon vom Hersteller mit einem beliebigen zusätzlichen Finish versehen werden kann, entfällt bei Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens vor allem auf die Erstellung von Neubauten die lohnkostenaufwendige Notwendigkeit der Anbringung eines Innenwandverputzes, einer Vertäfelung o.dgl.

    [0010] Die Erfindung ist nachstehend an Hand der Figuren beispielsweise näher erläutert.

    [0011] Fig. 1 ist ein Horizontalschnitt durch ein Fenster bzw. eine Tür in konventioneller einschaliger Bauweise und Fig. 2 ein entsprechender Horizontalschnitt durch ein Fenster bzw. eine Tür in konventioneller zweischaliger Bauweise.

    [0012] In Fig. 1 ist 1 das Verblendwerk, 2 das innere, z. B. KSL-Mauerwerk, 3 ist die Tür- oder Fensterzarge und 4 eine Mörtelfuge. 5 ist der Zargenverstrich, 6 eine häufig zur Abdichtung gegen die Atmosphäre vorgesehene in dauerelastischem Kitt eingebettete Profilleiste und 7 und 8 der Innenverputz.

    [0013] In Fig. 2 ist 11 die Aussenschale, 12 die innere Schale des Mauerwerkes, 13 ist die Tür- oder Fensterzarge, 14 und 15 der zur Abdichtung erforderliche Zargenverstrich, 6 die gleiche Profilleiste wie in Fig. 1 und 17 und 18 der innere Wandverputz.

    [0014] Da alle bekannten für den Zargenverstrich verwendbaren Materialien wesentlich bessere Wärmeleiter sind als Ziegel oder sonst übliche Baumaterialien für die Mauern, bildet der Zargenverstrich stets eine «Kältebrücke», längs der Kälte in das Innere des Bauwerkes kriecht und dann vor allem von der vom Innenwandverputz 8 bzw. 18 bedeckten Innenwandfläche in den Innenraum «strahlt». Diese Kälteeinströmung entlang des Zargenverstriches 5 bzw. 14, 15 kann durch den erfindungsgemässen Isolier-Fertigbauteil erheblich vermindert werden. Dieser Bauteil ist in Fig. 3 für sich allein und in den Fig. 4 und 5 nach seinem Einbau in der Fenster- bzw. Türöffnung dargestellt.

    [0015] Dieses Bauteil, das erfindungsgemäss vorzugsweise an Stelle des inneren Wandverputzes 8 bzw. 18 an die Innenwand angebracht und zwar vorzugsweise angeklebt wird, besteht im Wesentlichen aus einer L-förmigen Aussenschale 19, 20 geeigneter Stärke aus Gipskarton wie Rigips und einer mit dieser Schale fest verbundenen, vorzugsweise verklebten, den Hohlraum des L ausfüllenden und ihn plan abschliessenden Hartschaumplatte 21. Die aus zwei rechtwinklig miteinander verbundenen Gipskartonplatten 19, 20 bestehende Aussenschale ist zweckmässig aus Platten der handelsüblichen Stärke von a = 12 mm gefertigt.

    [0016] Die Gesamtdicke L des erfindungsgemässen Fertigbauteiles soll im Idealfall etwa 42 mm betragen, entsprechend einer Dicke der Hartschaumplatte von d = 30 mm. Diese Abmessungen verbinden wirtschaftlichste Herstellungskosten mit optimaler Wärmedämmung, Feuersicherheit und Transportfestigkeit mit einer Gesamtdicke D, die klein genug ist um weder beim Einbau noch beim Transport der Bauteile störend zu wirken und sind besonders geeignet für den Einbau in Neubauten, bei denen weder auf bereits vorhandenen Innenputz noch auf Verriegelungen o. dgl. Rücksicht genommen zu werden braucht. In diesem Falle können die erfindungsgemässen Fertigbauteile einfach an die Innenwand geklebt werden und damit den Innenverputz 8 bzw. 18 ersetzen, was den zusätzlichen Vorteil einer nicht unbeträchtlichen Lohnkostenersparnis mit sich bringt.

    [0017] Für den nachträglichen Einbau in bereits bestehende Gebäude kann es unter Umständen notwendig oder zweckmässig sein, die Gesamtdicke D zu reduzieren, was in gewissen Grenzen sowohl durch Verringerung der Wandungsstärke a der Gipskartonplatten 20, wie auch durch Verwendung dünnerer Hartschaumplatten 21 erzielt werden kann.

    [0018] Die erfindungsgemässen Fertigbauteile können in gleicher Weise und mit den gleichen vorteilhaften Wirkungen wie voranstehend für den Einbau an Leibungsflächen geschildert, auch an den Stürzflächen der Fenster- und Türöffnungen eingebaut werden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Verminderung des Wärmeverlustes durch die Kältebrücke des Zargenverstriches (5, 15) an den Leibungen und Stürzen der Fenster- und Türöffnungen von Bauwerken, dadurch gekennzeichnet, dass entlang des Zargenverstriches (5, 15) an Stelle des Innenwandverputzes (8, 18) an die Innenwand Fertigbauteile angebracht, vorzugsweise angeklebt werden, die aus einer L-förmigen Aussenschale (19, 20) aus Gipskarton und einer mit dieser Schale fest verbundenen, den Hohlraum des L ausfüllenden und ihn plan abschliessenden Hartschaumplatte (21) bestehen.
     
    2. Fertigbauteil für die Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer von zwei rechtwinkelig miteinander verbundenen Platten (19, 20) aus Gipskarton wie Rigips gebildeten L-förmigen Aussenschale und einer mit dieser Aussenschale fest verbundenen, den Hohlraum des L ausfüllenden und ihn plan abschliessenden Hartschaumplatte (21) besteht.
     
    3. Fertigbauteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass seine Gesamtdicke ca. 42 mm beträgt.
     
    4. Fertigbauteil nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Aussenschale (19, 20) a = 12 mm beträgt.
     
    5. Fertigbauteil nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Hartschaumplatte ca. 30 mm beträgt.
     


    Claims

    1. Process for diminishing the heat loss by the heat conduction of the joint flushings (5, 15) on the soffits and lintels of window- and door openings of buildings, characterized in that along the joint flushing (5, 15) prefabricated building elements are attached, preferably glued onto the inner wall instead of the inner wall plaster (8, 18), said prefabricated building elements consisting of an L-shaped outer shell (19, 20) of plaster board fastened to a hard foam slab (21) filling up flush to hollow space of the L.
     
    2. Prefabricated building element for carrying out the process of claim 1, characterized in that it consists of an L-shaped outer shell formed by two slabs (19, 20) of plaster board such as Rigips joined together at a right angle and a hard foam slab (21) filling up flush the hollow space of the L.
     
    3. Prefabricated building element according to claim 2, characterized in that its thickness is about 42 mm.
     
    4. Prefabricated building element according to the claims 2 and 3, characterized in that the thickness a of the outer shell (18, 20) is a = 12 mm.
     
    5. Prefabricated building element according to the claims 2 to 4, characterized in that the thickness of the hard foam slab is about 30 mm.
     


    Revendications

    1. Procédé de diminution de la déperdition calorifique à travers la fuite thermique du jointoiement du châssis (5, 15) aux embrasures et linteaux des fenêtres et portes des bâtiments, caractérisé en ce qu'on applique, de préférence en ce qu'on colle au mur intérieur le long du jointoiement du châssis (5, 15) au lieu du crépi (8, 18) des éléments de construction préfabriqués, consistant en une coque extérieure (19, 20) de carton de plâtre en forme de L et en une plaque de mousse solide en matière plastique (21), jointe fermement à la coque, remplissant l'espace vide en forme de L de cette façon que l'on obtient des surfaces planes.
     
    2. Elément de construction préfabriqué pour la réalisation du procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'il se compose d'une coque extérieure en forme de L, formée de 2 plaques de carton de plâtre, comme le Rigips, jointes à angle droit (19, 20) et d'une plaque de mousse solide en matière plastique (21), jointe fermement à la coque, remplissant l'espace vide en forme de L de cette façon que l'on obtient des surfaces planes.
     
    3. Elément de construction préfabriqué suivant la revendication 2, caractérisé en ce que l'épaisseur totale soit à peu près 42 mm.
     
    4. Elément de construction préfabriqué suivant les revendications 2 et 3, caractérisé en ce que l'épaisseur de la coque (19, 20) extérieure soit a= 12 mm.
     
    5. Elément de construction préfabriqué suivant les revendications 2-4, caractérisé en ce que l'épaisseur de la plaque de mousse solide en matière plastique soit à peu près 30 mm.
     




    Zeichnung