[0001] Die nachstehend erläuterte Erfindung betrifft das gleichmässige Färben von in Schlauchform
vorliegenden Rundstuhl-Wirkwaren aus Cellulosefasern, insbesondere Baumwolle, mit
auf der Faser erzeugten wasserunlöslichen Azofarbstoffen nach einer kontinuierlichen
oder halbkontinuierlichen Methode, wobei die Grundierung durch Vorklotzen mit einer
Kupplungskomponente unter alkalischen Bedingungen und die nachfolgende Farbstoff-Entwicklung
nass-in-nass durch Überklotzen mit einer Diazokomponente in Gegenwart von Säure oder
säureliefernden Substanzen vorgenommen werden.
[0002] Das Färben von Baumwoll-Geweben mit Azo-Entwicklungsfarbstoffen auf dem Foulard ist
hinlänglich bekannt. Normalerweise wird dabei nach dem Grundieren mit der Kupplungskomponente
das Textilmaterial zwischengetrocknet und dann wird durch Überklotzen der vorgeklotzten
Ware mit der kupplungsfähigen Diazokomponente der Farbstoff auf der Faser gebildet.
Bei Einsatz von voluminösen Textilien lässt sich dieses bekannte Verfahren allerdings
nicht durchführen, weil Migrationsprobleme, welche sich bei der Zwischentrocknung
der nassen Grundierung aus der ersten Stufe bemerkbar machen, nicht zu lösen sind.
Grundsätzlich wäre es indessen möglich, auf eine derartige Zwischentrocknung überhaupt
zu verzichten und Färbegut nass-in-nass mit der Diazokomponente zu überklotzen. Ein
solches Vorhaben liess sich aber nur in Ausnahmefällen realisieren. In der Praxis
sind hingegen Versuche nach diesem Arbeitsprinzip gescheitert, weil es bisher nicht
möglich war, die notwendigen Mengen an Diazokomponente in der von der (vom Grundieren
her) nassen Ware beim zweiten Klotzen zusätzlich noch aufgenommenen Flottenmenge zu
lösen, d.h. beim Überklotzen mit der Entwicklungsflotte ist die Flottenaufnahme unter
den gegebenen Umständen unzulänglich.
[0003] Bekannt für die Herstellung von Azofarbstoffen auf der Faser ist fernerhin eine Applikationstechnik,
bei der man im Rahmen der Grundierklotzung neben der Kupplungskomponente auch noch
eine stabilisierte, jedoch nichtkupplungsfähige Diazokomponente gleichzeitig mit auf
das Textilgut aufbringt. Hiernach wird durch eine nass-in-nass Überklotzung mit Säure
die Freisetzung der Diazoniumverbindung samt Farbstoffkupplung bewirkt. Dieses Verfahren
kann jedoch nur auf nicht voluminösen, glatten Textilbahnen durchgeführt werden, weil
im Falle voluminöser Textilien die Neutralisation der alkalischen Grundierung im Wareninnern
rascher verläuft als die Bildung der kupplungsfähigen Diazoniumverbindung, was letzten
Endes das Bild einer schlechten Durchfärbung infolge ungleichmässiger Farbstoffkupplung
zwischen Warenaussenseite und Wareninnerem ergibt.
[0004] Beim Färben von Rundstuhlgewirken in Schlauchform treten die oben erwähnten Schwierigkeiten
in verstärktem Masse auf. Auch hier kann auf die Ware beim zweiten Klotzen nicht genug
Flotte aufgebracht werden bzw. es reichen die Löslichkeiten der Diazoniumverbindungen
nicht aus, um genügend davon in der zusätzlich vom Textilgut aufgenommenen Flotte
lösen zu können.
[0005] Zum anderen wird bei einem solchen Vorgehen die Konzentration der Alkalibindemittel
zur Einstellung des günstigen Kupplungs-pH-Bereichs wiederum so hoch, dass beim ersten
Kontakt der grundierten, alkalischen Ware mit der Entwicklungsflotte eine örtliche
«Überneutralisation» stattfindet und die schon aufgrund der höheren Warendichte langsamer
verlaufende Farbstoff- kupplung zusätzlich stört.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand also darin, die zuvor geschilderten
Nachteile beim zweibadigen Färben von Rundstuhl-Wirkwaren in Schlauchform nass-in-nass
mit den Komponenten zur Bildung von Azofarbstoffen auf der Faser zu beheben. Hierzu
stellte sich in erster Linie das Problem, durch welche Mittel bzw. auf welchem Wege
beim zweiten Klotzen mit der Diazokomponente oder nur mit Säure eine höhere Flottenaufnahme
durch das Textilgut erzielt werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass man der alkalischen Grundierungsflotte
mit der Kupplungskomponente 10 bis 30 g/I eines Polymerisats oder Mischpolymerisats
des Acrylsäureamids in Form einer 2 bis 8, vorzugsweise 4 bis 5 gew.%igen, wässrigen
Einstellung sowie 2 bis 20 g/I eines anionischen Netzmittels, und der sauren Entwicklungsflotte
mit der kupplungsfähigen Diazokomponente ebenfalls 30 bis 60 g/I eines Polymerisats
oder Mischpolymerisats des Acrylsäureamids in Form einer 2 bis 8, vorzugsweise 4 bis
5 gew.%igen, wässrigen Einstellung sowie 2 bis 20 g/I des anionischen oder nichtionischen
Netzmittels zusetzt.
[0008] Als solche Polymerisate oder Mischpolymerisate des Acrylsäureamids kommen beispielsweise
in Betracht:
a) lineare oder verzweigte Polymerisate des Acrylsäureamids;
b) Mischpolymerisate aus Acrylsäureamid und Halbestern der Maleinsäure mit Polyglykoläthern
von natürlichen oder synthetischen Fettalkoholen (mit 12 bis 18 C-Atomen) mit 5 bis
10 Mol Äthylenoxid je Mol Fettalkohol, im Gewichtsverhältnis von 1:0,05 bis 1:0,5
(bezogen auf das Acrylsäureamid);
c) Mischpolymerisate aus Acrylsäureamid und Acrylamidopropansulfonsäure im Gewichtsverhältnis
von 1:0,05 bis 1:0,5 (bezogen auf das Acrylsäureamid);
d) Mischpolymerisate aus Acrylsäureamid und N-Vinyl-N-methylacetamid im Gewichtsverhältnis
von 1:0,05 bis 1:0,5 (bezogen auf das Acrylsäureamid);
e) Mischungen der vorstehend unter a) bis d) genannten Polymerisate untereinander
und gegebenenfalls in Kombination mit s-Caprolactam im Gewichtsverhältnis von 1:0,5
bis 1:1 (bezogen auf die Polymerisate).
[0009] Die zur Anwendung gelangenden Polymerisate des Acrylsäureamids oder dessen Mischpolymerisate
mit den anderen, vorstehend unter a) bis e) genannten Monomeren weisen ein Molekulargewicht
von 1,0 - 10
6 bis 2,5 - 10
6, vorzugsweise von 1,5 · 106 bis 2,0 . 106 auf.
[0010] Aus den spezifischen Eigenschaften der genannten Acrylsäureamid-Polymerisate resultiert
überraschenderweise eine Zunahme der Flottenaufnahme bei gleichem Walzendruck (in
bar/cm
2). Dieser Effekt ist etwa proportional der angewendeten Menge der Produkte, d.h. je
höher die Anwendungskonzentration, desto stärker auch die Zunahme der Flottenaufnahme
innerhalb eines technisch vertretbaren Bereichs (in Einklang mit den empfohlenen Konzentrationen
der zugesetzten Polymerisate).
[0011] Durch die Mitwirkung von Polymerisaten oder Mischpolymerisaten des Acrylsäureamids
sowie eines Netzmittels im Rahmen der vorliegenden Erfindung gelingt es, die Flottenaufnahme
durch das Färbegut sowohl bei der Grundierung als auch bei der nass-in-nass-Überklotzung
mit der Entwicklungsflotte derart zu steigern und deren Durchdringungsgeschwindigkeit
durch das doppelt liegende Textilmaterial so zu fördern, dass egale, gut durchgefärbte
Warenschläuche erhalten werden.
[0012] Im Gegensatz zu den Färbeergebnissen unter Weglassen der erfindungsgemäss angewandten
Hilfsmittelkombination erzielt man nach dem neuen Arbeitsprinzip auf den schlauchförmigen
Textilien erstaunlicherweise - je nach Einstellung und Leistungsfähigkeit des verwendeten
Foulards - beim Klotzen mit der Grundierungsflotte eine Flottenaufnahme von 70 bis
120% (vom Gewicht der trockenen Ware) und - was das beanspruchte Verfahren erst ermöglicht-
beim zweiten Klotzen mit der Entwicklungsflotte Flottenaufnahmewerte von zusätzlich
von einmal 90 bis 130 Gew.-%, d.h. im Endeffekt eine Gesamtflottenaufnahme von 180
bis 250 Gew.-% bei zweimaligem Klotzen. Erst dadurch ist es möglich, in dieser zusätzlichen
Flottenmenge die notwendige Menge an Diazokomponente zu lösen. Ausserdem wird auf
diesem Wege auch die Alkalibindemittelkonzentration auf normale Werte gebracht, so
dass dadurch keine Beeinträchtigung der Kupplungsbedingungen mehr verursacht wird.
Der Netzmittelzusatz bewirkt wiederum eine rasche gleichmässige Durchdringung des
Warenschlauches mit beiden Klotzflotten und trägt damit zur guten und vor allem gleichmässigen
Durchfärbung desselben bei.
[0013] Die vermehrte Flottenaufnahme bedingt ausserdem, dass Ungleichmässigkeiten, welche
das textile Material unmittelbar nach Verlassen des Foulards aufweist, durch Diffusion
ausgeglichen werden, so dass es zu keiner Markierung der Quetschkanten des Gewirkschlauches
kommt. Ein weiterer, bei den bisherigen Versuchen aufgetretener Mangel ist damit ebenfalls
behoben.
[0014] Der Einsatz der Klotzhilfsmittel nach dem erfindungsgemässen Verfahren erlaubt es,
erstmals auch voluminöses Material in Schlauchform zweibadig mit den Komponenten zur
Bildung wasserunlöslicher Azofarbstoffe auf der Faser einwandfrei und ohne Zwischentrocknung
zu färben. Dies bedeutet einen technischen Fortschritt, weil es bisher nur auf glatter
und dünner Ware möglich gewesen ist, Entwicklungsfarbstoffe in einem nass-in-nass-Verfahren
zu applizieren. Abgesehen davon, dass das neue Verfahren auf dieser Art von glatter
Ware keinen Vorteil bietet, ist es erstaunlich, dass dort auch nicht die die Erfindung
bedingenden höheren Flottenaufnahmen durch den Zusatz der Acrylsäureamidpolymerisate
und des Netzmittels zu erzielen sind.
[0015] Nun ist wohl beim kontinuierlichen Färben der Einsatz von Acrylsäureamidpolymerisaten
oder entsprechenden Mischpolymeren in den Klotzflotten nicht mehr neu. So wird davon
beim Verfahren nach der DE-A-28 15 511 Gebrauch gemacht, was unter Berücksichtigung
der Fixierungsbedingungen darauf hinausläuft, die Migration von Dispersionsfarbstoffen
auf Polyester/ Cellulose-Mischgeweben im Verlauf der Zwischentrocknung und damit das
Auftreten von Grauschleier beim Thermosolieren zu unterdrükken. Im Falle der DE-A1-27
38 497 bedient man sich des Hilfsmittels ebenso zur Verhinderung der Migration bei
der Zwischentrocknung. Bei diesen bekannten Techniken beruht die Wirkung der Acrylpolymerisate
darauf, dem Wandern von Flotte bzw. von darin enthaltenem Farbstoff oder Veredlungsmittel
beim Zwischentrocknen gegenzusteuern. Dieser Befund lässt sich indessen nicht in Richtung
auf die vorliegende Erfindungsidee auslegen, wo für den Ausgleich der Flottenverteilung
eher umgekehrtes Verhalten des Polymerenzusatzes massgebend ist.
[0016] Von den textilen Materialien eignen sich für das erfindungsgemässe Verfahren Rundstuhlwirkwaren
aus Cellulosefasern, insbesondere Baumwolle, die in Schlauchform zur Anwendung gelangen,
bei der die Egalität besonders wichtig ist. Als solche Gewirke kann sogar stuhlrohe
Ware (vorteilhaft bei sehr vollen oder gedeckten Nuancen) eingesetzt werden. Das beanspruchte
Verfahren kann natürlich auch mit aufgeschnittener Ware durchgeführt werden.
[0017] Für das Färben der Textilien nach der vorliegenden Erfindung kommen die zur Erzeugung
von Entwicklungsfarbstoffen üblichen, im Colour Index, 3. Auflage 1971 als «Azoic
Coupling Component» (Kupplungskomponente) und als «Azoic Diazo Component» (Diazokomponente)
aufgelisteten chemischen Verbindungen in Frage.
[0018] Von den erfindungsgemäss angewandten Polymerisationsprodukten des Acrylsäureamids
sind einige bekannt (DE-A-2 542 051, CASSELLA AKTIENGESELLSCHAFT), doch werden diese
für einen völlig anderen Zweck, nämlich zur Unterdrückung des «frosting effect» beim
Färben von Polyesterfasern mit Dispersionsfarbstoffen eingesetzt.
[0019] Bei der Durchführung des neuen Verfahrens wird wie folgt vorgegangen:
Zuerst wird das schlauchförmige Textilgut für die Klotzbehandlung breitgelegt. Die
erste Klotzung zur Grundierung erfolgt üblicherweise auf dem Foulard mit einer alkalischen
Lösung einer Kupplungskomponente unter Zusatz der erfindungsgemässen Kombination aus
polymerisiertem Acrylsäureamid und Netzmittel in den vorgeschriebenen Mengenverhältnissen.
Dabei erhält man in der Regel Flottenaufnahmewerte zwischen 70 und 120 Gew.-%. Nach
einem Luftgang (kontinuierlich) oder einer zwischengeschobenen kurzen Verweilzeit
(halbkontinuierlich) wird dann die so hergestellte Grundierung nass-in-nass in Gegenwart
von Alkalibindemittel (Säure oder säureliefernde Substanzen) mit der eine kupplungsfähige
Diazokomponente enthaltenden Entwicklungsflotte überklotzt, wobei man dieser zweiten
Klotzflotte ebenfalls die erfindungsgemässe Kombination aus polymerisiertem Acrylsäureamid
und Netzmittel in den angegebenen Mengen zusetzt.
[0020] Eine Modifikation des beanspruchten Verfahrens bietet die folgende Arbeitsweise,
wobei das Textilgut im ersten Klotzvorgang aus alkalischer Flotte, welche gleichzeitig
die Kupplungskomponente zusammen mit einer nicht-kupplungsfähigen Diazokomponente,
diese entweder in der Form einer unter den obengenannten Bedingungen nicht-kupplungsfähigen
Diazoniumverbindung oder in der Form eines entsprechend aufbereiteten (feindispergiert
oder in organischen Lösemitteln gelöst), diazotierbaren Amins mit dem zur Diazotierung
notwenigen Natriumnitrit, neben der erfindungsgemässen Hilfsmittelmischung enthält,
zur Grundierung vorgeklotzt wird, worauf man im zweiten Klotzvorgang nur noch die
die Kupplung bzw. die Diazotierung und Kupplung auslösende Säure samt der Polyacrylsäureamid/
Netzmittel-Kombination auf die Ware aufbringt. Diese modifizierte Methode kann weiter
abgewandelt werden, indem man Kupplungskomponente und Natriumnitrit gemeinsam mit
der Hilfsmittelmischung im ersten Klotzvorgang appliziert und dann in zweiter Phase
auf diese Grundierung ein diazotierbares Amin, Säure und die Hilfsmittelmischung zur
Entwicklung des Farbstoffes überklotzt.
[0021] Die nachfolgenden Beispiele sollen, vor allem was die eingesetzten Netzmittel betrifft,
in keiner Weise eine Einschränkung darstellen, sondern lediglich die vorliegende Erfindung
erläutern. Die in den Ausführungsbeispielen ersichtlichen Prozentangaben bedeuten
Gewichtsprozente; im Falle einer Nassbehandlung von Textilien beziehen sich solche
Prozentangaben bezüglich Flottenaufnahme auf das Gewicht der trockenen Ware.
Beispiel 1
[0022] 300 kg rohes Interlock-Schlauchgewirk aus Baumwolle sollen halbkontinuierlich gefärbt
werden. Dazu klotzt man die Ware auf dem Foulard mit einer Klotzflotte von 20 °C,
enthaltend eine wässrige Lösung von:

[0023] Beim ersten Klotzen erhält man auf diese Weise eine Flottenaufnahme des Textilgutes
von 100%. Dann rollt man die behandelte Ware auf und lässt diese 1 Stunde unter langsamem
Rotieren der Kaulen verweilen. Zur Entwicklung des Farbstoffes wird die Grundierung
auf dem Foulard nass-in-nass bei 20 °C überklotzt unter Einsatz einer wässrigen Flotte
enthaltend:
[0024]

[0025] Dabei resultiert auf dem Schlauchgewirk noch einmal eine Flottenaufnahme von 100%,
die Gesamtflottenaufnahme beträgt also 200%. In einem Luftgang von 30 Sekunden und
einer Heisswasserpassage bei 80 °C wird anschliessend die Farbstoffbildung vervollständigt.
Danach wird die erzeugte Färbung wie üblich geseift und getrocknet.
[0026] Man erhält einen gleichmässig, völlig durchgefärbten Warenschlauch in Bordo.
[0027] Bei der analogen Durchführung der zuvor beschriebenen Färbung, jedoch ohne den Zusatz
von Acrylsäureamidpolymerisat und Netzmittel, erhält man Flottenaufnahmen von 90%
beim ersten Klotzen und von nur 20% beim zweiten Klotzen, und einen unegal, teilweise
überhaupt nicht durchgefärbten, d.h. stellenweise noch weissen, Warenschlauch. Ein
Erhöhen der Konzentration der Diazoniumverbindung auf 270 g/I, wie es bei einer zusätzlichen
Flottenaufnahme von nur 20% notwendig wäre, scheitert an der nicht ausreichenden Löslichkeit
derselben.
Beispiel 2
[0028] 150 kg rohe Interlock-Schlauchware aus Baumwolle sind zu färben. Dazu klotzt man
das Textilgut auf dem Foulard mit einer wässrigen Klotzflotte von 20 °C von:

[0029] Auf diese Weise erhält man auf dem Textilgut eine Flottenaufnahme von 120%. Nach
einem Luftgang von 3 Minuten wird die so hergestellte Grundierung auf dem Foulard
nass-in-nass überklotzt mit einer 80 °C heissen, wässrigen Flotte enthaltend: ..

[0030] Dabei resultiert auf dem Schlauchgewirk eine zusätzliche Flottenaufnahme von 120%.
Ein Luftgang von 45 Sekunden Dauer und eine Heisswasserpassage bei 80 °C vervollständigen
sodann die Farbstoffkupplung.
[0031] Nach der wie üblich vorgenommenen Nachbehandlung erhält man einen egal und gut durchgefärbten
Warenschlauch in einem brillanten Scharlach.
Beispiel 3
[0032] Baumwoll-Interlock-Ware soll gleichzeitig gebleicht und gefärbt werden. Dazu klotzt
man den Warenschlauch auf dem Foulard bei einer Flottenaufnahme von 100% mit einer
wässrigen Klotzflotte von 20 °C enthaltend:

[0033] Nach dem Klotzen wird die so hergestellte Grundierung für 1 Stunde aufgerollt und
dann ohne Zwischentrocknung auf dem Foulard mit einer 80 °C heissen, wässrigen Flotte
überklotzt, die folgende Zusätze enthält

[0034] Danach wird die Ware wieder aufgerollt und zur Farbstoff-Kupplung 3 Stunden bei 85
°C verweilt. Die zusätzliche Flottenaufnahme beim zweiten Klotzen beträgt 100%, so
dass der Warenschlauch jetzt 200% Feuchtigkeit enthält.
[0035] Nach der Verweilzeit wird die Färbung gespült und wie üblich nachbehandelt. Man erhält
einen schalenfreien, brillant rotgefärbten Warenschlauch; Durchfärbung und Egalität
sind einwandfrei.
[0036] Die zweite Stufe der Behandlung des Warenschlauches kann mit einem ähnlichen Ergebnis
auch kontinuierlich gestaltet werden, indem anstelle des dreistündigen Verweilens
zur Vervollständigung der Farbstoff-Entwicklung 3 Minuten bei 103 °C gedämpft wird.
Beispiel 4
[0037] Es sind 250 kg rohe Baumwoll-Interlockware in Schlauchform zu färben. Dazu wird das
Textilgut auf dem Foulard mit einer Flotte, die eine wässrige Lösung von:

aufweist, kalt (20 °C) bei einer Flottenaufnahme von 120% geklotzt und diese Grundierung
wird sodann für 1 Stunde aufgerollt. Die Farbstoffbildung wird nun durch Überklotzen
des nassen Warenschlauches auf dem Foulard mit einer wässrigen Flotte enthaltend:

bei 20 °C und einer zusätzlichen Flottenaufnahme von 100% (die Gesamtflottenaufnahme
beträgt also 220%) eingeleitet und durch einen Luftgang von 20 Sekunden Dauer sowie
eine Heisswasserpassage bei 80 °C vervollständigt.
[0038] Nach der wie üblich durchgeführten Nachbehandlung der Färbung erhält man einen einwandfrei
durchgefärbten Warenschlauch in einem egalen, brillanten Rotton.
Beispiel 5
[0039] Zum Färben von 60 kg Interlock-Rohware in Schlauchform aus Baumwolle klotzt man das
Textilgut auf dem Foulard bei 20 °C und einer Flottenaufnahme von 90% mit einer Klotzflotte,
enthaltend eine wässrige Lösung von:

rollt die so hergestellte Grundierung auf und lässt diese 1 Stunde bei Raumtemperatur
verweilen. Danach wird die Ware auf dem Foulard bei 20 °C und einer zusätzlichen Flottenaufnahme
von 110% nass-in-nass überklotzt unter Verwendung einer wässrigen Entwicklungsflotte,
die im Liter Wasser enthält:

[0040] Durch einen Luftgang von 60 Sekunden Dauer und eine Heisswasserpassage bei 80 °C
wird sodann die Farbstoffbildung vervollständigt. Nach dem üblichen Nachbehandeln
der Färbung erhält man einen egal gefärbten, stumpf roten Interlock-Schlauch mit guter
Durchfärbung.
Beispiel 6
[0041] Kontinuierliches Färben von roher Baumwoll-Interlockware in Schlauchform. Die Klotzflotte
zur Grundierung enthält in diesem Fall als wässrige Lösung:

[0042] Damit klotzt man den Warenschlauch auf dem Foulard bei 20 °C und einer Flottenaufnahme
von 120%, legt das so behandelte Textilgut 3 Minuten in einer Rutsche ab und überklotzt
dieses ohne Zwischentrocknung sowie ohne Unterbrechung des Warenlaufs auf einem zweiten
Foulard mit einer wässrigen Entwicklungsflotte enthaltend:

[0043] Die Flottenaufnahme des Schlauches bei diesem zweiten Klotzen beträgt 90%. Nun folgt
ein Luftgang von 40 Sekunden und eine Heisswasserpassage bei 80 °C zur Vervollständigung
der Farbstoff-Kupplung.
[0044] Nachbehandelt wird diese Färbung dann wie bei Färbungen mit Entwicklungsfarbstoffen
sonst üblich. Man erhält auf diesem Wege einen brillant orangefarbenen Warenschlauch;
Egalität und Durchfärbung sind gut.
[0045] Lässt man bei der Durchführung der zuvor beschriebenen Färbeoperation in der Grundierungs-und
Entwicklungsflotte indessen das Netzmittel und das Acrylsäureamidpolymerisat weg,
so kann man bei entsprechender Einstellung des Klotzfoulards bei der Grundierung ebenfalls
eine Flottenaufnahme von 120% erhalten. Jedoch ist es dann unmöglich, beim zweiten
Klotzen noch eine zusätzliche Flottenaufnahme zu erzielen. Ein Eindringen der Entwicklungsflotte
in den Warenschlauch ist in diesem Fall fast nicht mehr gegeben und man erhält eine
unegal orange Nuance, im Schlauchinnern teilweise überhaupt keine Färbung.
1. Verfahren zum gleichmässigen Färben von in Schlauchform vorliegenden Rundstuhl-Wirkwaren
aus Cellulosefasern mit auf der Faser erzeugten wasserunlöslichen Azofarbstoffen nach
einer kontinuierlichen oder halbkontinuierlichen Methode, wobei die Grundierung durch
Vorklotzen mit einer Kupplungskomponente unter alkalischen Bedingungen und die nachfolgende
Farbstoff-Entwicklung nass-in-nass durch Überklotzen mit einer Diazokomponente in
Gegenwart von Säure oder säureliefernden Substanzen vorgenommen werden, dadurch gekennzeichnet,
dass man der alkalischen Grundierungsflotte mit der Kupplungskomponente 10 bis 30
g/I eines Polymerisats oder Mischpolymerisats des Acrylsäureamids in Form einer 2
bis 8, vorzugsweise 4 bis 5 gew.%igen, wässrigen Einstellung sowie 2 bis 20 g/I eines
anionischen Netzmittels, und der sauren Entwicklungsflotte mit der kupplungsfähigen
Diazokomponente ebenfalls 30 bis 60 g/I eines Polymerisats oder Mischpolymerisats
des Acrylsäureamids in Form einer 2 bis 8, vorzugsweise 4 bis 5 gew.%igen, wässrigen
Einstellung sowie 2 bis 20 g/I eines anionischen oder nichtionischen Netzmittels zusetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man lineares oder verzweigtes
Polyacrylsäureamid zusetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Mischpolymerisate aus
Acrylsäureamid und Halbestern der Maleinsäure mit Polyglykoläthern von natürlichen
oder synthetischen Fettalkoholen (mit 12 bis 18 C-Atomen) mit 5 bis 10 Mol Äthylenoxid
je Mol Fettalkohol, im Gewichtsverhältnis von 1:0,05 bis 1:0,5 (bezogen auf das Acrylsäureamid)
zusetzt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Mischpolymerisate aus
Acrylsäureamid und Acrylamidopropansulfonsäure im Gewichtsverhältnis von 1:0,05 bis
1:0,5 (bezogen auf das Acrylsäureamid) zusetzt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Mischpolymerisate aus
Acrylsäureamid und N-Vinyl-N-methylacetamid im Gewichtsverhältnis von 1:0,05 bis 1:0,5
(bezogen auf das Acrylsäureamid) zusetzt.
6. Verfahren nach Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Mischungen
der dort genannten Polymerisate zusetzt.
7. Verfahren nach Ansprüchen 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man den dort genannten
Polymerisaten noch E-Caprolactam im Gewichtsverhältnis von 1:0,5 bis 1:1 (bezogen auf die Polymerisate)
zusetzt.
8. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die verwendeten
Polymerisate des Acrylsäureamids oder dessen Mischpolymerisate ein Molekulargewicht
von 1,0 - 106 bis 2,5 . 106 aufweisen.
9. Modifikation des Verfahrens nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die alkalische Grundierungsflotte neben der Hilfsmittelmischung die Kupplungskomponente
sowie eine nicht-kupplungsfähige Diazokomponente enthält, und dass die saure Entwicklungsflotte
neben der Hilfsmittelmischung im wesentlichen nur Säure enthält.
10. Modifikation des Verfahrens nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die alkalische Grundierungsflotte neben der Hilfsmittelmischung die Kupplungskomponente
sowie ein diazotierbares Amin und Natriumnitrit enthält, und dass die saure Entwicklungsflotte
neben der Hilfsmittelmischung im wesentlichen nur Säure enthält.
11. Modifikation des Verfahrens nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die alkalische Grundierungsflotte neben der Hilfsmittelmischung die Kupplungskomponente
sowie Natriumnitrit enthält, und dass die saure Entwicklungsflotte neben der Hilfsmittelmischung
ein diazotierbares Amin sowie Säure enthält.
1. Procédé pour la teinture uniforme de tricots obtenus sur métier circulaire, se
présentant sous une forme tubulaire, en fibres cellulosiques, par des colorant azoïques
insolubles dans l'eau produits sur la fibre, selon un procédé continu ou se- mi-continu,
dans lequel le piétage est réalisé par préfoulardage avec un composant de copulation
dans des conditions alcalins, le développement du colorant étant effectué ensuite,
mouillé sur mouillé, par surfoulardage avec un composant de diazotation, en présence
d'un acide ou de substances donnant des acides, caractérisé en ce qu'on ajoute au
bain de piétage alcalin contenant le composant de copulation 10 à 30 g/I d'un polymère
ou d'un copolymère de l'acrylamide sous la forme d'une formulation aqueuse à 2 à 8,
de préférence 4 à 5% en poids, ainsi que 2 à 20 g/I d'un mouillant anionique, et que
l'on ajoute de même au bain de développement acide contenant le composant de diazotation
pouvant être copulé 30 à 60 g/I d'un polymère ou d'un copolymère de l'acrylamide sous
la forme d'une formulation aqueuse à 2 à 8, de préférence 4 à 5% en poids, ainsi que
2 à 20 g/I d'un mouillant anionique ou non-ionique.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on ajoute un polyacrylamide
linéaire ou ramifié.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on ajoute des copolymères
de l'acryl- amide et des semi-esters maléiques d'éthers de polyéthylèneglycol d'alcools
gras naturels ou synthétiques (à 12 à 18 atomes de carbone) contenant 5 à 10 moles
d'oxyde d'éthylène par mole d'alcool gras, selon un rapport pondéral compris entre
1:0,05 et 1:0,5, sur la base de l'acrylamide.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on ajoute des copolymères
de l'acryl- amide et de l'acide acrylamidopropanesulfonique selon un rapport pondéral
compris entre 1:0,05 et 1:0,5, sur la base de l'acrylamide.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on ajoute des copolymères
de l'acryl- amide et du N-vinyl-N-méthylacétamide, selon un rapport pondéral compris
entre 1:0,05 et 1:0,5, sur la base de l'acrylamide.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 2 à 5, caractérisé en ce qu'on
ajoute des mélanges des polymères qui y sont mentionnés.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 2 à 6, caractérisé en ce qu'on
ajoute encore, aux polymères qui y sont mentionnés, de l'a-caprolactame, selon un
rapport pondéral compris entre 1:0,5 et 1:1, sur la base des polymères.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que
les polymères utilisés de l'acrylamide ou ses copolymères présentent une masse moléculaire
de 1,0 - 106 à 2,5 . 106.
9. Variante du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisée
en ce que le bain alcalin de piétage contient, outre le mélange d'adjuvants, le composant
de copulation et un composant de diazotation ne pouvant être copulé, et que le bain
acide de développement ne contient essentiellement que de l'acide en plus du mélange
d'adjuvants.
10. Variante du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisée
en ce que le bain de piétage alcalin contient, outre le mélange d'adjuvants, le composant
de copulation ainsi qu'une amine diazotable et du nitrite de sodium, et que le bain
de développement acide ne contient essentiellement que de l'acide en plus du mélange
d'adjuvants.
11. Variante du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisée
en ce que le bain de piétage alcalin contient, outre le mélange d'adjuvants, le composant
de copulation ainsi que du nitrite de sodium, et que le bain de développement acide
contient, outre le mélange d'adjuvants, une amine diazotable et un acide.
1. A process for the even dyeing of a tubular knitted fabric in hose form and consisting
of or containing cellulose fibers, with water-insoluble azo dyestuffs produced on
the fiber according to a continuous or semi-continuous method, in which the impregnation
is performed by pre- padding the hose fabric with a coupling component under alkaline
conditions, and subsequently the development of the dyestuff is effected, wet- in-wet,
by slop-padding the textile goods with a diazo component in the presence of an acid
and/ or an acid-forming substance, which comprises adding to the alkaline impregnation
bath containing the coupling component an auxiliaries' combination of polymers or
copolymers of acrylic acid amide, said polymeric component being incorporated in an
amount of from 10 to 30 g/I in the form of a 2 to 8% (by weight), preferably 4 to
5% (by weight), aqueous formulation, and of from 2 to 20 g/I of an anionic wetting
agent; and likewise adding to the acidic developing liquor containing the diazo component
capable of being coupled an auxiliaries' combination of polymers or copolymers of
acrylic acide amide, said polymeric component being incorporated in an amount of from
30 to 60 g/I in the form of a 2 to 8% (by weight), preferably 4 to 5% (by weight),
aqueous formulation, and of from 2 to 20 g/I of an anionic or nonionic wetting agent.
2. A process as claimed in claim 1, wherein as polymeric component linear or branched
homopolymers of acrylic acid amide are added.
3. A process as claimed in claim 1, wherein as polymeric component copolymers of acrylic
acid amide and semiesters of maleic acid with polyglycol ethers of natural or synthetic
fatty alcohols (of from 12 to 18 carbon atoms) with from 5 to 10 mols of ethylene
oxide per mol of fatty alcohol, in a weight ratio of from 1:0.05 to 1:0.5 (calculated
on the acrylic acid amide) are added.
4. A process as claimed in claim 1, wherein as polymeric component copolymers of acrylic
acid amide and acrylamido-propane-sulfonic acid in a weight ratio of from 1:0.05 to
1:0.5 (calculated on the acrylic acid amide) are added.
5. A process as claimed in claim 1, wherein as polymeric component copolymers of acrylic
acid amide and N-vinyl-N-methyl-acetamide in a weight ratio of from 1:0.05 to 1:0.5
(calculated on the acrylic acid amide) are added.
6. A process as claimed in claims 2 to 5, wherein mixtures of the specified polymeric
components one with another are added.
7. A process as claimed in claims 2 to 6, wherein to the specified polymeric components
s-caprolactam is further added in a weight ratio of from 1:0.5 to 1:1 (calculated
on the weight of the polymeric component).
8. A process as claimed in claims 1 to 7, wherein the applied polymers of acrylic
acid amide or the copolymers thereof have a molecular weight of from 1.0 .106 to 2.5
1 Os.
9. A modification of the process as claimed in claims 1 to 8, wherein the alkaline
impregnation bath contains, in addition to the auxiliaries' combination, the coupling
component and a diazonium compound not capable of being coupled of a diazotizable
amine; and the acidic developing liquor contains, in addition to the auxiliaries'
combination, substantially only acid.
10. A modification of the process as claimed in claims 1 to 8, wherein the alkaline
impregnation bath contains, in addition to the auxiliaries' combination, the coupling
component, a diazotizable amine and sodium nitrite; and the acidic developing liquor
contains, in addition to the auxiliaries' combination, substantially only acid.
11. A modification of the process as claimed in claims 1 to 8, wherein the alkaline
impegnation bath contains, in addition to the auxiliaries' combination, the coupling
component and sodium nitrite; and the acidic developing liquor contains, in addition
to the auxiliaries' combination, a diazotizable amine and acid.