(19)
(11) EP 0 124 711 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.11.1984  Patentblatt  1984/46

(21) Anmeldenummer: 84102460.7

(22) Anmeldetag:  08.03.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3A47B 96/18, A47B 77/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 12.03.1983 DE 3308947

(71) Anmelder: DUROPAL-Werk Eberh. Wrede GmbH & Co. KG
D-5760 Arnsberg 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Ofterdinger, Helmuth
    D-4773 Möhnesee-Wamel (DE)

(74) Vertreter: von Rohr, Hans Wilhelm, Dipl.-Phys. et al
Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr & Weidener, Postfach 10 13 54
45013 Essen
45013 Essen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Arbeitsplatte


    (57) Bei einer Arbeitsplatte mit einer zur Verrichtung von Arbeiten vorgesehenen Nutzseite und einer dieser gegenüberliegenden Unterseite, die mit der Nutzseite über Kanten verbunden ist, erstreckt sich durch die Unterseite im Bereich mindestens einer Kante eine nutförmige Vertiefung, deren Länge höchstens derjenigen der Kante entspricht. Die nutförmige Vertiefung weist eine der Kante zugewandte, die Ausbildung von Tropfen fördernde Abtröpfkante auf. Die nutförmige Vertiefung erstreckt sich in einem Bereich der Unterseite, die sich zwischen der Kante einerseits und einem vor Nässe zu schützenden Bereich der Unterseite andererseits erstreckt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Arbeitsplatte mit einer zur Verrichtung von Arbeiten vorgesehenen Nutzseite und einer dieser gegenüberliegenden Unterseite, die mit der Nutzseite über Kanten verbunden ist.

    [0002] Die Kanten derartiger Arbeitsplatten, die vorzugsweise als Küchenarbeitsplatte, aber auch in Krankenhäusern, Großküchen, Labors etc. eingesetzt werden können, werden sehr häufig abgerundet ausgebildet. Gegenüber eckigen Kanten mit ihren notwendigerweise sichtbaren Leimfugen, haben die abgerundeten Kanten wesentliche Vorteile. Diese ergeben sich einerseits aus technischen sowie andererseits aus Aspekten der Arbeitssicherheit, der Hygiene und des Designs. Ein Nachteil ergibt sich lediglich daraus, daß bei Abrundung über 9o0 hinaus Nässe, die sich auf einer für die Benutzung der Arbeitsplatte vorgesehenen Nutzseite sammelt, über die abgerundeten Kanten auf eine der Nutzseite abgewandte Unterseite der Arbeitsplatte wandert.

    [0003] Im Falle der Verformung über 90° dringt die Nässe weit in den Bereich der Unterseite vor und findet auf diese Weise Einlaß in feuchtigkeitsempfindliche Bereiche, die sich unterhalb der Arbeitsplatte erstrecken können. Auf diese Weise ist es denkbar, daß Feuchtigkeit in Unterschränke eindringt, die unterhalb der Arbeitsplatte angeordnet sind. Es ist somit möglich, daß die Nässe in ungeschützte Holzteile bzw. in Schubladen, Unterschränke etc. eindringt, die unter dem Einfluß der Feuchtigkeit quellen und dadurch zerstört werden.

    [0004] Nicht zuletzt werden auch Gegenstände bzw. Lebensmittel, die sich in den Unterschränken befinden, durch die vordringende Feuchtigkeit gefährdet.

    [0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Arbeitsplatte der einleitend genannten Art so zu verbessern, daß Nässe davon abgehalten wird, in den Bereich der Unterseite der Arbeitsplatte vorzudringen.

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sich durch die Unterseite im Bereich mindestens einer Kante eine nutförmige Vertiefung erstreckt, deren Länge höchstens derjenigen der Kante entspricht.

    [0007] Diese nutförmige Vertiefung trennt die abgerundete Kante von der Unterseite und verhindert das Vordringen von Nässe. Die Nässe kann bei der erfindungsgemäßen Ausführung lediglich bis zu der, der abgerundeten Kante zugewandten aufsteigenden Seite der nutförmigen Vertiefung vordringen. Da sie nicht, entgegengesetzt zur Schwerkraft und in Richtung auf die Nutzseite aufsteigen kann, tropft sie an dieser Stelle ab. Die Vertiefung erstreckt sich in einem Bereich, der gegen Nässe unempfindlich ist. Insbesondere kann die aus der Vertiefung abtropfende Nässe nicht in feuchtigkeitsempfindliche Bereiche eindringen. Unterschränke erstrecken sich von der Kante aus gesehen jenseits der Vertiefung, so daß in sie die Feuchtigkeit nicht eindringen kann.

    [0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die nutförmige Vertiefung eine der Kante zugewandte Abtropfkante auf, die die Ausbildung von Tropfen fördert. Diese Abtropfkante ist scharfkantig ausgebildet und fördert auf diese Weise die Ausbildung von Tropfen, und definiert auf diese Weise exakt die Stelle, an der die Feuchtigkeit aus der Vertiefung abfällt.

    [0009] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung beispielsweise veranschaulicht ist.

    [0010] In den Zeichnungen zeigen:

    Fig. 1: Einen Querschnitt durch eine Arbeitsplatte im Bereich einer Kante mit großem Radius,

    Fig. 2: einen Querschnitt durch eine Arbeitsplatte im Bereich einer Vertiefung mit eckigem Querschnitt.



    [0011] Eine Arbeitsplatte besteht im wesentlichen aus einer Spanplatte als Plattenkörper 1, der mit einer Nutzseite 2 und einer planparallel zur Nutzseite 2 verlaufenden Unterseite 3 versehen ist. Der Plattenkörper 1 wird in seiner Längserstreckung durch zwei Kanten 4 begrenzt, die sich zwischen der Nutzseite 2 und der Unterseite 3 erstrecken. Dabei können nur eine oder beide Kanten abgerundet sein. Eine solche Kante 4 weist an ihrem Übergang sowohl in die Nutzseite 2 als auch in die Unterseite 3 Rundungen 5 auf, die einen mehr oder minder großen Radius haben können. Diese Rundungen 5 verbessern einerseits das Aussehen der Arbeitsplatte, andererseits dienen sie dazu, die Arbeitsplatte am Übergang von der Nutzseite 2 zur Unterseite 3 gut sauberhalten zu können und die Gefahr von Verletzungen herabzusetzen, die im Bereich scharfer Ausbildungen der Kante 4 auftreten können.

    [0012] Die Nutzseite 2 der Arbeitsplatte ist mit einer Beschichtung 6 versehen, die aus einer Hochdruckschichtstoffplatte bestehen kann. Diese ist durch Verklebung mit dem Trägerwerkstoff 1 verbunden. Ein weiterer Vorteil der Rundungen 5 besteht darin, daß die Beschichtung 6 um die Kante 4 bis in den Bereich der Unterseite 3 herumgelegt werden kann. Auf diese Weise bildet die Beschichtung 6 eine durchgehende Abdeckung sowohl der Nutzseite 2 als auch der Kanten 4. Die auf diese Weise ausgebildete Beschichtung 6 verhindert auch im Bereich der Kante 4 ein Eindringen von Nässe in den Plattenkörper.

    [0013] Die Unterseite 3 ist mit einer Abdeckung 7 abgedeckt. Diese kann sowohl aus einer HPL, einer speziellen Rückseitenqualität oder harzgetränkten Papieren bzw. Folien bestehen, die einen Nässeschutz darstellen. Auch diese Abdeckung ist mit dem Trägerwerkstoff verklebt.

    [0014] Am Auslauf der Rundung 5 in die Unterseite 3 erstreckt sich eine Nut 8 parallel zum Verlauf der Kante 4 durch den Plattenkörper 1. Diese Nut 8 kann einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Sie ist mit einem nässeabweisenden Material 9 ausgegossen, durch das verhindert wird, daß Nässe in den Plattenkörper 1 eindringen kann. In das nässeabweisende Material 9 ist eine nutförmige Ver- tiefung 1o eingearbeitet, beispielsweise gefräst. Diese nutförmige Vertiefung 1o kann einen halbkreisförmigen Querschnitt aufweisen, der sich von der Unterseite 3 in Richtung auf die Nutzseite 2 erstreckt. Die Vorderseite wirkt als Abtropfkante. Im Bereich dieser Abtropfkante 12 weist die nutförmige Vertiefung 1o einen weitgehend parallel zur Kante 4 verlaufenden lotrechten Anstieg auf, so daß an dieser Stelle ein Tropfen 13 von der Abtropfkante 12 in Richtung auf einen nicht dargestellten Boden abtropft.

    [0015] Mit ihrer der Vorderseite 11 gegenüber liegenden Hinterseite 12 grenzt die nutförmige Vertiefung 1o an die Abdeckung 7 der Unterseite 3. Diese Abdeckung 7 ist mit dem nässeabweisenden Material 9 fest verbunden. Auf diese Weise dient das nässeabweisende Material 9 als Übergang von der Beschichtung 6 auf die Abdeckung 7. Das nässeabweisende Material 9 muß so ausgewählt werden, daß eine innige Verbindung beispielsweise zwischen dem nässeabweisenden Material 9 einerseits und der Abdeckung 7 bzw. der Beschichtung 6 andererseits zustande kommt.

    [0016] Die Nut 8 kann mit dem nässeabweisenden Material 9 nicht nur ausgegossen werden. Es ist auch möglich, in die Nut 8 einen ihren Abmessungen angepaßten Ein- satz einzufügen, der das gewünschte Profil der nutenförmigen Vertiefung 1o aufweist. Ein solcher Einsatz wird mit dem Plattenkörper 1, der beispielsweise aus Spanplatte bestehen kann, verklebt. Er kann z.B.im Extrusionsverfahren hergestellt werden, und anschließend mit einer sehr genauen und engen Passung in die Nut 8 eingefügt werden. Dabei muß sichergestellt werden, daß eine feuchtigkeitsfeste Verleimung stattfindet. Weiterhin ist es denkbar, statt Kunststoffen auch ein Metall zur Auskleidung der Nut 8 haranzuziehen. Außerdem kann auch die nutförmige Vertiefung 1o statt als Halbrundprofil in anderer Weise ausgebildet sein. Beispeilsweise kann die Vertiefung 1o auch als ein eckiges Profil 15 ausgebildet sein.


    Ansprüche

    1. Arbeitsplatte mit einer zur Verrichtung von Arbeiten vorgesehenen Nutzseite und einer dieser gegenüberliegenden Unterseite, die mit der Nutzseite über Kanten verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß sich durch die Unterseite (3) im Bereich mindestens einer Kante (4) eine nutförmige Vertiefung (10) erstreckt, deren Länge höchstens derjenigen der Kante (4) entspricht.
     
    2. Arbeitsplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nutförmige Vertiefung (10) eine der Kanten (4) zugewandte, die Ausbildung von Tropfen (13) fördernde Abtropfkante (12) aufweist.
     
    3. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nutförmige Vertiefung (10) sich in einem Bereich der Unterseite (3) erstreckt, die sich zwischen der Kante (4) einerseits und einem vor Nässe zu schützenden Bereich der Unterseite ( 3) andererseits erstreckt.
     
    4. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung (10) parallel zur Kante (4) verläuft.
     
    5. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung (10) sich durch ein nässeabweisendes Material (9) erstreckt, das in eine auf der Unterseite (3) verlaufenden Nut(8) eingefüllt ist.
     
    6. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das wasserabweisende Material (9) ein aus einer gießfähigen Phase aushärtender Kunststoff ist.
     
    7. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff mit einer die Unterseite (3) bedeckenden Abdeckung (7) verbunden ist.
     
    8. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung (6) eine andere Dicke als die Abdeckung (7) aufweist.
     
    9. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung (10) einen halbkreisförmigen Querschnitt aufweist, an dessen Übergang zur Kante (4) sich die Abtropfkante (12) erstreckt.
     
    lo. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung (10) einen rechteckigen Querschnitt aufweist, an dessen Übergang zur Kante (4) sich die Abtropfkante (12) erstreckt.
     
    11. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung (10) in den Kunststoff gefräst ist.
     
    12. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das sie Nut (8) ausfüllende Material, in dem sich die Vertiefung (10) erstreckt, eine vorgefertigte Profilleiste bildet, die in die Nut(8) eingepaßt ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht