[0001] Die Erfindung betrifft eine Arbeitsplatte mit einer zur Verrichtung von Arbeiten
vorgesehenen Nutzseite und einer dieser gegenüberliegenden Unterseite, die mit der
Nutzseite über Kanten verbunden ist.
[0002] Die Kanten derartiger Arbeitsplatten, die vorzugsweise als Küchenarbeitsplatte, aber
auch in Krankenhäusern, Großküchen, Labors etc. eingesetzt werden können, werden sehr
häufig abgerundet ausgebildet. Gegenüber eckigen Kanten mit ihren notwendigerweise
sichtbaren Leimfugen, haben die abgerundeten Kanten wesentliche Vorteile. Diese ergeben
sich einerseits aus technischen sowie andererseits aus Aspekten der Arbeitssicherheit,
der Hygiene und des Designs. Ein Nachteil ergibt sich lediglich daraus, daß bei Abrundung
über 9o
0 hinaus Nässe, die sich auf einer für die Benutzung der Arbeitsplatte vorgesehenen
Nutzseite sammelt, über die abgerundeten Kanten auf eine der Nutzseite abgewandte
Unterseite der Arbeitsplatte wandert.
[0003] Im Falle der Verformung über 9
0° dringt die Nässe weit in den Bereich der Unterseite vor und findet auf diese Weise
Einlaß in feuchtigkeitsempfindliche Bereiche, die sich unterhalb der Arbeitsplatte
erstrecken können. Auf diese Weise ist es denkbar, daß Feuchtigkeit in Unterschränke
eindringt, die unterhalb der Arbeitsplatte angeordnet sind. Es ist somit möglich,
daß die Nässe in ungeschützte Holzteile bzw. in Schubladen, Unterschränke etc. eindringt,
die unter dem Einfluß der Feuchtigkeit quellen und dadurch zerstört werden.
[0004] Nicht zuletzt werden auch Gegenstände bzw. Lebensmittel, die sich in den Unterschränken
befinden, durch die vordringende Feuchtigkeit gefährdet.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Arbeitsplatte der einleitend
genannten Art so zu verbessern, daß Nässe davon abgehalten wird, in den Bereich der
Unterseite der Arbeitsplatte vorzudringen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sich durch die Unterseite
im Bereich mindestens einer Kante eine nutförmige Vertiefung erstreckt, deren Länge
höchstens derjenigen der Kante entspricht.
[0007] Diese nutförmige Vertiefung trennt die abgerundete Kante von der Unterseite und verhindert
das Vordringen von Nässe. Die Nässe kann bei der erfindungsgemäßen Ausführung lediglich
bis zu der, der abgerundeten Kante zugewandten aufsteigenden Seite der nutförmigen
Vertiefung vordringen. Da sie nicht, entgegengesetzt zur Schwerkraft und in Richtung
auf die Nutzseite aufsteigen kann, tropft sie an dieser Stelle ab. Die Vertiefung
erstreckt sich in einem Bereich, der gegen Nässe unempfindlich ist. Insbesondere kann
die aus der Vertiefung abtropfende Nässe nicht in feuchtigkeitsempfindliche Bereiche
eindringen. Unterschränke erstrecken sich von der Kante aus gesehen jenseits der Vertiefung,
so daß in sie die Feuchtigkeit nicht eindringen kann.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die nutförmige Vertiefung
eine der Kante zugewandte Abtropfkante auf, die die Ausbildung von Tropfen fördert.
Diese Abtropfkante ist scharfkantig ausgebildet und fördert auf diese Weise die Ausbildung
von Tropfen, und definiert auf diese Weise exakt die Stelle, an der die Feuchtigkeit
aus der Vertiefung abfällt.
[0009] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen
Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung beispielsweise veranschaulicht ist.
[0010] In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1: Einen Querschnitt durch eine Arbeitsplatte im Bereich einer Kante mit großem
Radius,
Fig. 2: einen Querschnitt durch eine Arbeitsplatte im Bereich einer Vertiefung mit
eckigem Querschnitt.
[0011] Eine Arbeitsplatte besteht im wesentlichen aus einer Spanplatte als Plattenkörper
1, der mit einer Nutzseite 2 und einer planparallel zur Nutzseite 2 verlaufenden Unterseite
3 versehen ist. Der Plattenkörper 1 wird in seiner Längserstreckung durch zwei Kanten
4 begrenzt, die sich zwischen der Nutzseite 2 und der Unterseite 3 erstrecken. Dabei
können nur eine oder beide Kanten abgerundet sein. Eine solche Kante 4 weist an ihrem
Übergang sowohl in die Nutzseite 2 als auch in die Unterseite 3 Rundungen 5 auf, die
einen mehr oder minder großen Radius haben können. Diese Rundungen 5 verbessern einerseits
das Aussehen der Arbeitsplatte, andererseits dienen sie dazu, die Arbeitsplatte am
Übergang von der Nutzseite 2 zur Unterseite 3 gut sauberhalten zu können und die Gefahr
von Verletzungen herabzusetzen, die im Bereich scharfer Ausbildungen der Kante 4 auftreten
können.
[0012] Die Nutzseite 2 der Arbeitsplatte ist mit einer Beschichtung 6 versehen, die aus
einer Hochdruckschichtstoffplatte bestehen kann. Diese ist durch Verklebung mit dem
Trägerwerkstoff 1 verbunden. Ein weiterer Vorteil der Rundungen 5 besteht darin, daß
die Beschichtung 6 um die Kante 4 bis in den Bereich der Unterseite 3 herumgelegt
werden kann. Auf diese Weise bildet die Beschichtung 6 eine durchgehende Abdeckung
sowohl der Nutzseite 2 als auch der Kanten 4. Die auf diese Weise ausgebildete Beschichtung
6 verhindert auch im Bereich der Kante 4 ein Eindringen von Nässe in den Plattenkörper.
[0013] Die Unterseite 3 ist mit einer Abdeckung 7 abgedeckt. Diese kann sowohl aus einer
HPL, einer speziellen Rückseitenqualität oder harzgetränkten Papieren bzw. Folien
bestehen, die einen Nässeschutz darstellen. Auch diese Abdeckung ist mit dem Trägerwerkstoff
verklebt.
[0014] Am Auslauf der Rundung 5 in die Unterseite 3 erstreckt sich eine Nut 8 parallel zum
Verlauf der Kante 4 durch den Plattenkörper 1. Diese Nut 8 kann einen rechteckigen
Querschnitt aufweisen. Sie ist mit einem nässeabweisenden Material 9 ausgegossen,
durch das verhindert wird, daß Nässe in den Plattenkörper 1 eindringen kann. In das
nässeabweisende Material 9 ist eine nutförmige Ver
- tiefung 1o eingearbeitet, beispielsweise gefräst. Diese nutförmige Vertiefung 1o
kann einen halbkreisförmigen Querschnitt aufweisen, der sich von der Unterseite 3
in Richtung auf die Nutzseite 2 erstreckt. Die Vorderseite wirkt als Abtropfkante.
Im Bereich dieser Abtropfkante 12 weist die nutförmige Vertiefung 1o einen weitgehend
parallel zur Kante 4 verlaufenden lotrechten Anstieg auf, so daß an dieser Stelle
ein Tropfen 13 von der Abtropfkante 12 in Richtung auf einen nicht dargestellten Boden
abtropft.
[0015] Mit ihrer der Vorderseite 11 gegenüber liegenden Hinterseite 12 grenzt die nutförmige
Vertiefung 1o an die Abdeckung 7 der Unterseite 3. Diese Abdeckung 7 ist mit dem nässeabweisenden
Material 9 fest verbunden. Auf diese Weise dient das nässeabweisende Material 9 als
Übergang von der Beschichtung 6 auf die Abdeckung 7. Das nässeabweisende Material
9 muß so ausgewählt werden, daß eine innige Verbindung beispielsweise zwischen dem
nässeabweisenden Material 9 einerseits und der Abdeckung 7 bzw. der Beschichtung 6
andererseits zustande kommt.
[0016] Die Nut 8 kann mit dem nässeabweisenden Material 9 nicht nur ausgegossen werden.
Es ist auch möglich, in die Nut 8 einen ihren Abmessungen angepaßten Ein
- satz einzufügen, der das gewünschte Profil der nutenförmigen Vertiefung 1o aufweist.
Ein solcher Einsatz wird mit dem Plattenkörper 1, der beispielsweise aus Spanplatte
bestehen kann, verklebt. Er kann z.B.im Extrusionsverfahren hergestellt werden, und
anschließend mit einer sehr genauen und engen Passung in die Nut 8 eingefügt werden.
Dabei muß sichergestellt werden, daß eine feuchtigkeitsfeste Verleimung stattfindet.
Weiterhin ist es denkbar, statt Kunststoffen auch ein Metall zur Auskleidung der Nut
8 haranzuziehen. Außerdem kann auch die nutförmige Vertiefung 1o statt als Halbrundprofil
in anderer Weise ausgebildet sein. Beispeilsweise kann die Vertiefung 1o auch als
ein eckiges Profil 15 ausgebildet sein.
1. Arbeitsplatte mit einer zur Verrichtung von Arbeiten vorgesehenen Nutzseite und
einer dieser gegenüberliegenden Unterseite, die mit der Nutzseite über Kanten verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, daß sich durch die Unterseite (3) im Bereich mindestens
einer Kante (4) eine nutförmige Vertiefung (10) erstreckt, deren Länge höchstens derjenigen
der Kante (4) entspricht.
2. Arbeitsplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nutförmige Vertiefung
(10) eine der Kanten (4) zugewandte, die Ausbildung von Tropfen (13) fördernde Abtropfkante
(12) aufweist.
3. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nutförmige
Vertiefung (10) sich in einem Bereich der Unterseite (3) erstreckt, die sich zwischen
der Kante (4) einerseits und einem vor Nässe zu schützenden Bereich der Unterseite
( 3) andererseits erstreckt.
4. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung
(10) parallel zur Kante (4) verläuft.
5. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung
(10) sich durch ein nässeabweisendes Material (9) erstreckt, das in eine auf der Unterseite
(3) verlaufenden Nut(8) eingefüllt ist.
6. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das wasserabweisende
Material (9) ein aus einer gießfähigen Phase aushärtender Kunststoff ist.
7. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff
mit einer die Unterseite (3) bedeckenden Abdeckung (7) verbunden ist.
8. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung
(6) eine andere Dicke als die Abdeckung (7) aufweist.
9. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung
(10) einen halbkreisförmigen Querschnitt aufweist, an dessen Übergang zur Kante (4) sich
die Abtropfkante (12) erstreckt.
lo. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung
(10) einen rechteckigen Querschnitt aufweist, an dessen Übergang zur Kante (4) sich die
Abtropfkante (12) erstreckt.
11. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefung (10) in den Kunststoff gefräst ist.
12. Arbeitsplatte nach Anspruch 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das sie Nut
(8) ausfüllende Material, in dem sich die Vertiefung (10) erstreckt, eine vorgefertigte Profilleiste bildet, die in die Nut(8) eingepaßt ist.