[0001] Die Erfindung betrifft eine Arbeitsmappe, bestehend aus zwei entlang einer ihrer
Kanten miteinander verbundenen, aufeinander gefalteten Deckelfeldern und einem mit
dem einen
Dek- kelfeld eine Einschiebetasche bildenden Taschenfeld, das über eine Faltkante entlang
wenigstens eines Teils einer an die gemeinsame Faltkante der beiden Deckelfelder anschließenden
Kante des einen Deckelfeldes mit diesem einstückig verbunden und entlang wenigstens
einer weiteren seiner Kanten an demselben Deckelfeld befestigt ist.
[0002] Solche Arbeitsmappen sind aus Abbildung II der deutschen Gebrauchsmusterschrift 1
890 229 bekannt. Aus der deutschen Gebrauchsmusterschrift 1 816 323 sind ähnliche
Arbeitsmappen bekannt, bei denen das Taschenfeld sich im Zuschnitt aber an eine Faltkante
anschließt, die parallel zu der gemeinsamen Faltkante der beiden Deckelfelder verläuft.
Solche Arbeitsmappen dienen dazu, vorübergehend einzelne Papiere aufzubewahren oder
anderen Personen zu übergeben, wobei es üblich ist, zur leichteren Orientierung des
Inhalts solche Arbeitsmappen auf der Außenseite eines der Deckelfelder zu beschriften.
Beispielsweise werden derartige Arbeitsmappen von Handwerkern oder Architekten verwendet,
um einzelne Skizzenblätter oder Arbeitszeichnungen eines Auftrages bis zum Abschluß
dieses Auftrages zusammenzuhalten oder auch nur zusammen zu übergeben, ohne die einzelnen
Blätter heften zu müssen. In der gewerblichen Wirtschaft, insbesondere im Handwerk,
werden sie als Laufmappen bei der Durchführung von Aufträgen benutzt. In Anwaltsbüros
werden solche Arbeitsmappen vielfach verwendet, um von Klienten übergebene Unterlagen
vor dem Anlegen einer endgültigen Akte zusammenzuhalten. In Kliniken finden solche
Arbeitsmappen Verwendung etwa zur Aufnahme von Röntgenfilmen oder als Laufmappen,
wenn ein Patient mehrere Stationen nacheinander aufsuchen muß. Häufig werden solche
Arbeitsmappen auch zur Übergabe von Kongreßmaterial an Kongreßteilnehmer, von Firmenprospekten
an Messebesucher oder von Stadt- und Hotelführern für Besuchergruppen einer Stadt
verwendet.
[0003] In allen Fällen dienen solche Arbeitsmappen nur relativ kurzzeitig der Aufnahme von
Einzelblättern, Prospekten und dergleichen und werden dann weggeworfen. Dies bedeutet,
daß solche Arbeitsmappen in der Herstellung und im Materialverbrauch preiswert sein
müssen.
[0004] Die Zuschnitte bekannter derartiger Arbeitsmappen haben den Nachteil, daß sie wegen
des aus einem Stück mit einem der Deckelfelder bestehenden Taschenfeldes zu unerwünscht
viel Verschnitt, d.h. Abfall, führen, so daß handelsübliche Kartonbögen nur schlecht
ausgenutzt werden können und aus einem Bogen relativ wenige Arbeitsmappen hergestellt
werden können. Im Hinblick auf die große - Verschnittmenge sind solche Arbeitsmappen
daher relativ aufwendig in der Herstellung und teuer im Verkauf.
[0005] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe bestand nun darin, Arbeitsmappen der eingang
beschriebenen Art zu bekommen, die mit möglichst geringem Verschnitt hergestellt werden
können. Weiterhin ist es erwünscht, solche Arbeitsmappen auf einem Automaten mit möglichst
wenig Arbeitsgängen herstellen zu können.
[0006] Die erfindungsgemäße Arbeitsmappe, bestehend aus zwei entlang einer ihrer Kanten
miteinander verbundenen, aufeinander gefalteten Deckelfeldern und einem mit dem einen
Deckelfeld eine Einschiebetasche bildenden Taschenfeld, das über eine Faltkante entlang
wenigstens eines Teils einer an die gemeinsame Faltkante der beiden Deckelfelder anschließenden
Kante des einen Deckelfeldes mit diesem einstückig verbunden und entlang wenigstens
einer weiteren seiner. Kanten an demselben Deckelfeld befestigt ist, ist dadurch gekennzeichnet,
daß das andere Deckelfeld einen an wenigstens einer seiner Kanten von dem Taschenfeld
etwas überlappten Ausschnitt besitzt.
[0007] Arbeitsmappen mit diesen Merkmalen können mit minimalem Verschnitt hergestellt werden,
da jeweils zwei Zuschnitte so gegeneinander gelegt werden können, daß das Taschenfeld
des einen Zuschnittes in den Ausschnitt des anderen Zuschnittes eingreift. Bei Berücksichtigung
des DIN A 4-Formates von Papieren, die in einer solchen .Arbeitsmappe gewöhnlich unterzubringen
sind, können aus einem üblichen Bogen in der Größe von 100 x 140 cm unter optimaler
Ausnutzung der Bogenfläche acht Zuschnitte gewonnen werden. Dies verbilligt die Herstellung
solcher Arbeitsmappen erheblich, da der Kartonabfall auf ein Minimum herabgesetzt
wird.
[0008] Außerdem haben solche Arbeitsmappen den Vorteil, daß man sie auf dem Taschenfeld
beschriften kann und diese Beschriftung sowohl in geschlossenem wie auch in geöffnetem
Zustand der Arbeitsmappe lesen kann, so daß man beim Studium der Unterlagen in geöffnetem
Zustand der Arbeitsmappe nicht das Deckelfeld erst umklappen muß, wenn man irgendetwas
von der Außenbeschriftung lesen will. Zusätzlich können sie selbstverständlich auch
auf der Rückseite und der Innen- und Außenseite des vorderen Deckelfeldes beschriftet
werden.
[0009] Die erfindungsgemäßen Arbeitsmappen sind auch besonders einfach herstellbar. In einem
ersten Arbeitsgang wird der Zuschnitt einschließlich eventuell der weiter unten erwähnten
Löcher des Heftrandes ausgestanzt und gleichzeitig genietet, wo gefalzt wird. Im zweiten
Arbeitsgang wird gefalzt und gleichzeitig die eine Kante des Taschenfeldes auf das
Dekkelfeld, auf das das Taschenfeld gefaltet wurde, sowie gegebenenfalls gleichzeitig
der Heftrand geklebt oder geheftet. Alle drei Arbeitsgänge'können auf einem Auomaten
erfolgen.
[0010] Das Taschenfeld kann die unterschiedlichste Form haben und sich entweder nur über
einen Teil oder über die ganze Länge der Kante. des einen Deckelfeldes, an das es
angelenkt ist, erstrecken. So kann das Taschenfeld rechteckig ausgebildet sein, und
die Form der beiden freien Kanten des Feldes kann beliebig, wie geschwungen, sein.
Günstigerweise ist das Taschenfeld trapezförmig ausgebildet, wobei die Grundlinien
des Trapezes parallel zu der gemeinsamen Faltkante der beiden Deckelfelder angeordnet
sind und der eine Schenkel des Trapezes senkrecht zu den Grundlinien steht und die
Faltkante bildet, über die das Taschenfeld an das eine Deckelfeld angelenkt ist. Eine
solche Ausbildung des Taschenfeldes gewährleistet einen festen Sitz der in die Tasche
eingeschobenen Papiere, ohne das vordere Deckelfeld zu klein halten zu müssen.
[0011] Zweckmäßig erstreckt sich das Taschenfeld nur über einen s Teil, wie 50 bis 75 %,
der durch die gemeinsame Faltkante der beiden Deckelfelder anschließenden Kante des
angrenzenden Deckelfeldes, da dies für eine feste Halterung der Papiere in der Tasche
völlig ausreicht und hierdurch der vordere Deckel stabilisiert wird.
[0012] Es ist wichtig, daß das Taschenfeld wenigstens an einer Kante des Ausschnittes des
anderen Deckelfeldes diesen Ausschnitt überlappt, da sich sonst Ausschnitt und Taschenfeld
verhaken können. Zweckmäßig ist es, wenn das Taschenfeld mit seinen beiden freien
Kanten die beiden Kanten des Ausschnittes überlappt. An sich kann es für die Überlappungsbreite
nach oben keine kritische Grenze geben, doch wird bei zu großer Überlappungsbreite
der Materialverschnitt größer, und bei zu kleiner Überlappungsbreite besteht nach
wie vor die Gefahr eines Verhakens. Bevorzugt überlappt das Taschenfeld die Ausschnittkante
mit einer Breite von etwa 0,5 bis 3 cm, besonders bevorzugt in einer Breite von l
bis 2 cm. Selbstverständlich braucht die Überlappungsbreite nicht über die gesamte
Kantenlänge des Ausschnittes gleich zu sein.
[0013] Für viele Anwendungszwecke ist ein Heftrand der Arbeitsmappe nicht erforderlich,
wie beispielsweise, wenn sie dazu dient, Prospektmaterial oder dergleichen zu übergeben.
In anderen Fällen, wenn die Arbeitsmappe beispielsweise Arbeitspapiere für einen Arbeitsauftrag
oder dergleichen enthalten soll, ist es vielfach erwünscht, die Arbeitsmappe alternativ
auch in einem Ordner abheften zu können. In diesem Fall ist es günstig, daß die beiden
Deckelfelder entlang ihrer gemeinsamen Faltkante einen gelochten Heftrand besitzen..Dieser
Heftrand hat eine Lochung üblicher Abheftsysteme, im Regelfall mit zwei bis acht Löchern.
Zur Stabilisierung dieses Heftrandes können die beiden planparallel aufeinanderliegenden
Heftränder der beiden Deckelfelder miteinander verleimt oder anderweitig miteinander
verbunden werden, wie durch Heftklammern oder dergleichen. Besonders zweckmäßig ist
es, den Heftrand in einem Arbeitsgang mit der Befestigung des Taschenfeldes auf dem
benachbarten
Deckelfeld zu verkleben. Selbstverständlich kann alternativ auch das Taschenfeld auf
dem angrenzenden Deckelfeld durch Heftklammern oder dergleichen befestigt werden.
[0014] Durch die Anbringung des Heftrandes wird nur geringfügig mehr Material benötigt,
wofür aber die Arbeitsmappe eine zusätzliche Funktion bekommt.
[0015] Bei bestimmten Anwendungen, insbesondere in Anwaltskanzleien oder dergleichen, ist
es vielfach erwünscht, daß die Arbeitsmappe zusätzlich an ihrem unteren Rand eine
von dort abstehende Beschriftungslasche besitzt, damit die Gefahr verhindert wird,
daß die Arbeitsmappe zwischen anderen Akten verschwindet. Wenn dies erwünscht ist,
ist es zweckmäßig, daß sich das Taschenfeld nur über einen Teil der an die gemeinsame
Faltkante der beiden Deckelfelder anschließende Kante des einen Deckelfeldes erstreckt
und wenigstens über einen Teil des Restes dieser Kante mit diesem Deckelfeld eine
Beschriftungslasche einstückig verbunden ist. Zweckmäßig schließt sich diese Lasche
unmittelbar an das benachbarte Taschenfeld an. Günstigerweise wird diese Beschriftungslasche
an ihrer gemeinsamen Kante mit dem benachbarten Dekkelfeld beim Falzen der Faltkante
des Taschenfeldes und der übrigen Faltkanten mitgefalzt, so daß diese Beschriftüngslasche
im Versandzustand nach innen zwischen die beiden Dekkelfelder gefaltet vorliegt und
erst ausgeklappt wird, wenn die Arbeitsmappe in Benutzung genommen wird. In der Zeichnung
bedeuten
Fig 1 eine Draufsicht auf eine Ausführungsform einer Arbeitsmappe nach der Erfindung
in fertigem Zustand und
Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Zuschnitt zur Herstellung einer Arbeitsmappe nach
Fig. 1 in ausgestanztem und gefalztem Zustand.
[0016] Der Zuschnitt besteht aus den Deckelfeldern 1 und 2, die über die ihnen gemeinsame
Faltkante 11 miteinander verbunden sind. Parallel zu dieser Faltkante besitzt jedes
der Dekkelfelder 1 und 2 einen Heftrand 5 mit üblicher Anzahl von Löchern 6 zum Abheften
in einem Ordner.
[0017] Über die gefalzte Faltkante 12 ist mit dem Deckelfeld 1 das Taschenfeld 3 verbunden,
und hieran schließt sich die Beschriftungslasche 7 an, die von dem Taschenfeld 3 getrennt
ist, aber über die gefalzte Faltkante 13 mit dem Deckelfeld 1 einstückig verbunden
ist.
[0018] Das Deckelfeld 2 besitzt eine Ausnehmung 4, die in der Form etwa dem Taschenfeld
3 entspricht, von diesem aber entlang der Ausnehmungskante 9 im Bereich 8 überlappt
wird.
[0019] In dem in Fig. l dargestellten Zustand der Arbeitsmappe blickt man von vorn auf das
Deckelfeld 2. In der Ausnehmung dieses Deckelfeldes 2 ist aber das dahinterliegende
Taschenfeld 3 sichtbar, das einen Aufdruck für eine vorgesehene Beschriftung trägt.
Diese Beschriftung kann ohne Blättern in geschlossenem wie in offenem Zustand der
Arbeitsmappe gelesen werden. In Fig. 1 ist die Beschriftungslasche 7 bereits herausgeklappt.
Für den Transport wird sie jedoch zwischen die beiden Deckelfelder 1 und 2 nach innen
geklappt. Die Beschriftungslasche 7 kann je nach Bedarf auch ganz weggelassen werden,
was zusätzliche Materialeinsparung bringt, da zwei gegeneinanderliegende Zuschnitte
auf einem Bogen näher zueinander gerückt werden können.
[0020] Die erfindungsgemäße Arbeitsmappe besteht im Regelfall aus festem Papier oder Karton,
kann aber selbstverständlich auch aus einem anderen Bogenmaterial, wie Kunststoffolie,
bestehen.
1. Arbeitsmappe, bestehend aus zwei entlang einer ihrer Kanten miteinander verbundenen,
aufeinander gefalteten Dek- kelfeldern und einem mit dem einen Deckelfeld eine Ein- schiebetasche bildenden Taschenfeld, das über eine Faltkante entlang wenigstens eines
Teils einer an die gemeinsame Faltkante der beiden Deckelfelder anschließenden Kante
des einen Deckelfeldes mit diesem einstückig verbunden und entlang wenigstens einer
weiteren seiner Kanten an demselben Deckelfeld befestigt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß das andere Deckelfeld (2) einen an wenigstens einer seiner Kanten (9) von dem
Taschenfeld (3) etwas überlappten Ausschnitt (4) besitzt.
2. Arbeitsmappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausschnitt (4) des
anderen Deckelfeldes (2) von dem Taschenfeld (3) entlang den Ausschnittkanten (9)
in einer Breite von etwa 0,5 bis 3, vorzugsweise 1 bis 2 cm überlappt wird.
3. Arbeitsmappe nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Taschenfeld (3) und der Ausschnitt (4) trapezförmig ausgebildet sind, wobei die Grundlinien
des Trapezes parallel zu der gemeinsamen Faltkante (11) der beiden Deckelfelder (1,
2) angeordnet sind und der eine Schenkel des Trapezes senkrecht zu den Grundlinien
steht und die Faltkante (12) bildet, über die das Taschenfeld (3) mit dem einen Deckelfeld
(1) verbunden ist.
4. Arbeitsmappe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Taschenfeld (3) sich nur über einen Teil der an die gemeinsame Faltkante (11) der
beiden Deckelfelder (1, 2) anschließenden Kante des einen Deckelfeldes (1) erstreckt
und wenigstens über einen Teil des Restes dieser Kante mit dem Deckelfeld (1) eine
Beschriftungslasche (7) einstückig verbunden ist.