(19)
(11) EP 0 047 335 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
12.12.1984  Patentblatt  1984/50

(21) Anmeldenummer: 80105387.7

(22) Anmeldetag:  09.09.1980
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3D03D 47/28

(54)

Düsenanordnung für eine Webmaschine

Jet arrangement for a loom

Dispositif de jet pour métier à tisser


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR IT LI

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
17.03.1982  Patentblatt  1982/11

(71) Anmelder: GEBRÜDER SULZER AKTIENGESELLSCHAFT
CH-8401 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Simson, Dionizy
    CH-8400 Winterthur (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Düsenanordnung für eine Webmaschine, mit einem Führungskanal für fadenförmiges Material und einem unter spitzem Winkel in den Material-Führungskanal mündenden Kanal zum Einleiten eines Fluid-Strahles. (Im folgenden ist als fadenförmiges Material z. B. der Schußfaden einer Webmaschine, als Fluid z. B. Luft angenommen.)

    [0002] Bei einer bekannten Anordnung der genannten Art (CH-PS 462 061) münden in den Fadenführungskanal unter spitzem Winkel zwei Lufteinleitkanäle, die über einen Steuerschieber wechselweise an eine Preßluftzuführungsleitung anschließbar sind. Der eine Lufteinleitkanal ist in Richtung der Beförderung des Fadens in dem Fadenführungskanal angeordnet, der andere in dazu entgegengesetzter Richtung. Die Anordnung kann dadurch als Bremsdüse für einen Faden verwendet werden und andererseits, z. B. bei Fadenbruch, nach Umschalten der Lufteinleitkanäle zum Einfädeln des Fadens in den Fadenführungskanal benutzt werden.

    [0003] Diese bekannte Anordnung läßt sich nur an eine einzige Luftzuführungsleitung anschließen. Soll die Düsenanordnung während des Webbetriebes als Bremsdüse und z. B. nach Fadenbruch zum Einfädeln verwendet werden, so muß diese einzige Luftzuleitung unmittelbar von dem Druckluftnetz der Webmaschine gespeist werden. Dies ist erforderlich, damit auch nach Stillstand der Webmaschine und dem damit gekuppelten Schließen eines Maschinen-Hauptventiles Luft zum Einfädeln des gebrochenen Schußfadens in die Bremsdüse zur Verfügung steht. Hierdurch sind bei der bekannten Anordnung bei Stillstand einer Webmaschine Luftverluste unumgänglich.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine besonders in dieser Hinsicht verbesserte Düsenanordnung zu schaffen.

    [0005] Die Erfindung besteht darin, daß der Einleitkanal für den Fluid-Strahl, z. B. für einen Luftstrahl, in einem Drehkörper der Anordnung enthalten ist, durch den der Einleitkanal verschwenkbar ist, derart, daß der eingeleitete Fluid-Strahl wechselweise in Förderrichtung des fadenförmigen Materials oder entgegengesetzt dazu strömt. Durch die schwenkbare Anordnung des Einleitkanals in einem Drehkörper wird die Bauart besonders einfach. Es läßt sich in der Regel mit einer einzigen Dichtung an dem Drehkörper auskommen. Ferner wird erzielt, daß die Mündung der eingeleiteten Luft immer etwa an der gleichen Stelle des Fadenführungskanales erfolgt. Im Gegensatz dazu liegen die Mündungsstellen der beiden stationären, wahlweise einzuschaltenden Einleitkanäle bei der erwähnten, bekannten Düsenanordnung um ein relativ großes Stück auseinander, so daß auch die gesamte Düsenanordnung entsprechend mehr Raum beansprucht und relativ aufwendig wird.

    [0006] Ferner läßt sich bei der erfindungsgemäßen .Anordnung erreichen, daß an dem Drehkörper zwei weitere Lufteingänge vorhanden und wechselweise anschließbar sind. An dem einen Lufteingang läßt sich beispielsweise unmittelbar die Druckluftquelle anschließen, an dem anderen das Hauptventil einer zugehörigen Webinaschine. Dadurch wird es möglich, daß bei Verwendung der Düsenanordnung als Bremsdüse die erforderliche Bremsluft nach dem Hauptventil der Webmaschine entnommen werden kann, wäh rend die z. B. bei Stillständen infolge Schußfadenbruchs erforderliche Einfädelung des gebrochenen Fadens in den Fadenzuführungskanal, welche in Eintragsrichtung des Schußfadens vorgenommen werden muß, unmittelbar aus dem Druckluftnetz entnommen werden kann. Bei Stillstand der Webmaschine und dem damit gekuppelten Schließen des Webmaschinenhauptventiles kann dann vermieden werden, daß Luft infolge eines Direktanschlusses der Düsenanordnung an das Druckluftnetz in die Umgebung ausströmen kann. Luftverluste lassen sich somit vermeiden.

    [0007] Weitere Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung und den Ansprüchen.

    Fig. 1 zeigt eine teilweise schematisierte Übersichtsdarstellung einer erfindungsgemäßen Düsenanordnung in Verbindung mit einer Web maschine,

    Fig. 2 ist ein Schnitt nach Linie C-C in Fig. 1, in größerem Maßstab,

    Fig. 3 ist ein Schnitt nach Linie A-A in Fig. 2,

    Fig 4 ein Schnitt nach Linie B-B in Fig. 2 und

    Fig. 5 ein der Fig. 4 entsprechender Schnitt bei anderer Position derTeile.



    [0008] Bei der Webmaschine 1 nach Fig. 1 ist angenommen, daß es sich um eine Lufteintragsmaschine handelt, bei der der Schußfaden entlang der gestrichelt angedeuteten Schußlinie 2 in das Webfach eingetragen wird. Die nicht gezeichneten Eintragsdüsen sind über eine Luftzuführungsleitung 3 an eine Druckluftquelle 4, z. B. an ein Druckluftnetz angeschlossen. Die Leitung 3 enthält ein Filter 5 und ein Hauptventil 6. Bei Webbetrieb an der Maschine 1 werden alle Luftverbraucher, insbesondere die Eintragsdüsen über die Leitung 3 um das geöffnete Ventil 6 gespeist. Bei Stillstand der Webmaschine 1 etwa infolge Schußfadenbruches wird das Hauptventil 6 automatisch geschlossen zwecks Vermeidung von Luftverlusten.

    [0009] Aus der Leitung 3 sind bei 32 eine ein Drosselorgan 42 enthaltende, direkte Luftzuführungsleitung 7 und nach dem Hauptventil 6 bei 31 eine ein Drosselorgan 48 enthaltende Bremsluft-Zuführungsleitung 28 abgezweigt und zu einer als Ganzes mit 8 bezeichneten, bei 35 bzw. 29 angeschlossenen Düsenanordnung geführt, welche an der Eintragsseite der Webmaschine 1 angeordnet ist.

    [0010] Die Anordnung 8 (Fig 2) enthält einen Düsenkörper 11, in welchem ein Fadenführungskanal 12 für einen in Richtung des Pfeiles 13 einzutragenden, in Fig. 1 nicht gezeichneten Schußfaden 14 angebracht ist. In dem Düsenkörper 11 ist ein um eine vertikale Achse 15 drehbarer Steuerschieber 16 unter Zwischenlage einer Dichtung 11 und einer Blattfeder 18 angeordnet. Der Steuerschieber 16 enthält einen Luftzuführungskanal, welcher aus einem vertikalen Abschnitt 21, einem horizontalen Abschnitt 22 und einem zentralen, vertikalen Abschnitt 23 besteht. Aus Ab schnitt 23 ist ein unter spitzem Winkel von z. B. 10" abmündender Lufteinleitkanal 24 abgezweigt.

    [0011] Die Wirkungsweise ist folgende. Bei Webbetrieb der Maschine 1 ist die Düsenanordnung 8 in der Bremsposition nach Fig. 2-4. Das Hauptventil 6 ist geöffnet. Nunmehr strömt Luft über die Leitungen 3, 28 und den Einleitkanal 24 entsprechend Pfeilen 25, 41 in entgegengesetzter Richtung zum Schußfadeneintrag gemäß Pfeile 13. Der Schußfaden 14 wird daher unter der eingeleiteten Bremsluft einer leichten permanenten Bremswirkung bzw. Spannung unterworfen, wodurch er in Anlage auf einer auf der Eintragsseite der Webmaschine angeordneten Faden-Zumeß-Trommel 43 gehalten werden kann.

    [0012] Wenn z. B. in der Webmaschine 1 ein Schußfadenbruch eintritt, so wird die Maschine stillgesetzt und das Hauptventil 6 automatisch geschlossen. Nunmehr kann mittels des Hebels 34 der Steuerschieber 6 aus der Bremsposition nach 2 bis Fig. 4 um 180° in die Einfädelposition nach Fig 5 verschwenkt werden. In dieser ist die direkte Luftzuführungsleitung 7 angeschlossen. Die Kanalabschnitte 21 und 22 des Steuerschiebers 16 befinden sich in den Positionen 21a, 22a nach Fig 5. Es wird nunmehr Luft aus der Leitung 3 über die Abzweigstelle 32 und Leitung 7 unmittelbar aus dem Netz 4 in die Düsenanordnung 8 geleitet und in Richtung der Schußeintragspfeile 13 in den Fadenführungskanal 12 geleitet. Dadurch kann der abgebrochene Schußfaden in die Bremsdüse 8 bzw. den Fadenkanal 12 eingefädelt werden. Dabei wird er in Fig. 2 von links her in den Kanal 12 eingesaugt und den weiteren Teilen für den Schußeintrag zugeführt.

    [0013] Zum Verschwenken des Einleitkanales 24 aus der Bremsposition nach Fig. 4 in die Einfädelposition 24a nach Fig. ist ein sich über 180° erstreckender Ringschulterabschnitt 37 an dem Steuerschieber 16 ausgespart, der mit einem feststehenden Anschlagzapfen 38 zusammenarbeitet. Es wird auf diese Weise erzielt, daß die Düsenanordnung 8 während des Webbetriebes Luft aus der Leitung 3 über die Abzweigstelle 31 erhält, so daß bei Schußfadenbruch und Stillstand der Webmaschine 1 sofort auch die der Düsenanordnung 8 zugeführte Luft, die während des Webbetriebes als Bremsluft verwendet wird (Position nach Fig. 2 bis 4), unmittelbar bei Schließen des Hauptventils 6 ebenfalls abgesperrt wird.

    [0014] Zum Einfädeln des Schußfadens in die Anordnung 8 wird in die Position nach Fig. 5 umgeschaltet, so daß nur in diesem Falle und für die Zeit des Einfädelns Luft unmittelbar aus dem Netz 4 bezogen werden kann. Wenn eingefädelt ist und der Webbetrieb wieder aufgenommen wird, wird die Düsenanordnung 8 mittels des Hebels 34 wieder aus der Position nach Fig. 5 in die Position nach Fig. 2 bis 4 (Bremsposition) zurückgestellt. In ihr läßt sich der zugeführte Schußfaden wieder ständig unter Spannung an der Zumeß-Trommei 43 während des Betriebes halten.

    [0015] Bei einer abgewandelten Ausführungsform ist auf die automatische, während des Webbetriebes eingeschaltete Leitung 28 verzichtet. Die Düse 8 enthält dann nur den verschwenkbaren Einleitkanal 24, dem über Leitung 7 direkt von der Luftquelle 4 her Luft zugeleitet werden kann. Der Kanal 12 kann auch z. B. bei der Achse 15 abgewinkelt sein. Bei einer weiteren Bauart ist der Verschluß-Stopfen 52 fortgelassen. Der Handhebel 34 ist beispielsweise von außen auf den Steuerschieber 16 aufgeklemmt. Leitung 7 ist in Fig. 2, 3 oben an den Kanal 23 angeschlossen, so daß die zuzuführende Luft auf diesem Wege eingeleitet wird. Leitung 28 ist in diesem Fall fortgelassen. Bei dieser Bauart entfallen dann auch die Verbindungskanäle 53, 54 in dem Düsenkörper 11. Statt Luft kann auch ein anderes Fluid, z. B. Wasser verwendet werden, was besonders bei Wasserstrahl-Webmaschinen in Betracht kommen kann.


    Ansprüche

    1. Düsenanordnung für eine Webmaschine, mit einem Führungskanal für fadenförmiges Material und einem unter spitzem Winkel in den Material-Führungskanal mündenden Kanal zum Einleiten eines Fluid-Strahles, dadurch gekennzeichnet, daß der Einleitkanal (24) für den Fluid-Strahl, z. B. für einen Luftstrahl, in einem Drehkörper (16) der Anordnung enthalten ist, durch den der Einleitkanal (24) verschwenkbar ist, derart, daß der eingeleitete Fluid-Strahl wechselweise in Förderrichtung (13) des fadenförmigen Materials (14) oder entgegengesetzt dazu strömt.
     
    2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung - außer dem verschwenkbaren Fluid-Einleitkanal (24) - zwei wechselweise durch Drehung des Drehkörpers (16) anschließbare Fluid-Zuführungskanäle (29, 35) aufweist, von denen einer (35) unmittelbar an einer Fluidquelle (4) für eine zugehörige Webmaschine (1) anschließbar ist, während der andere (29) an ein Hauptventil (6) der Webmaschine (1) anschließbar ist.
     
    3. Anordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in einer in Förderrichtung (13) des fadenförmigen Materials (14) wirksamen Position des Drehkörpers (16) direkte Verbindung zwischen der Fluid-Quelle (4) und dem Einleitkanal (24) besteht, während in einer entgegengesetzt (41) zur Förderrichtung (13) des fadenförmigen Materials (14) wirksamen Position des Drehkörpers (16) Verbindung zwischen dem Hauptventil (6) der Webmaschine (1) und dem Einleitkanal (24) besteht.
     


    Claims

    1. Nozzle arrangement for a weaving machine, having a guide channel for filamentous material and a channel for introducing a fluid jet opening into the material-guiding channel under an acute angle, characterized in that the admission channel (24) for the fluid jet, e. g. an air jet, is contained in a rotary body (16) of the arrangement, by which the admission channel (24) is pivotable, in such a way that the introduced fluid jet flows alternately in transport direction (13) of the filamentous material (14) or in opposite direction.
     
    2. Arrangement according to claim 1, characterized in that the arrangement comprises - besides the pivotable fluid admission channel (24) - two fluid supply channels (29, 35) alternately connectable by rotation of the rotary body (16), of which one (35) is connectable directly to a fluid source (4) for an associated weaving machine (1), while the other (29) is connectable to a main valve (6) of the weaving machine (1).
     
    3. Arrangement according to claims 1 and 2, characterized in that, in a position of the rotary body (16) operative in transport direction (13) of the filamentous material (14), direct connection exists between the fluid source (4) and the admission channel (24), while in a position of the rotary body (16) operative counter (41) to the transport direction (13) of the filamentous material (14) connection exists between the main valve (6) of the weaving machine (1) and the admission channel (24).
     


    Revendications

    1. Dispositif à buse pour un métier à tisser comportant un canal de guidage pour une matière filamentaire et un canal débouchant sous un angle aigu dans le canal de guidage de matière pour introduire un jet de fluide, caractérisé en ce que le canal d'introduction (24) destiné au jet de fluide, par exemple un jet d'air, est contenue dans un corps rotatif (16) du dispositif à travers lequel le canal d'introduction (24) peut pivoter de telle manière que le jet de fluide introduit s'écoule alternativement dans le sens d'avancement (13) de la matière filamentaire (14) ou dans le sens contraire.
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il comprend, en plus du canal d'introduction de fluide (24) pivotant, deux canaux (29, 35) d'amenée de fluide raccordables alternativement par rotation du corps rotatif (16), l'un d'eux (35) étant raccordable directement sur une source de fluide (4) pour un métier à tisser correspondant (1), tandis que l'autre (29) peut se raccorder sur une soupape principale (6) du métier à tisser (1).
     
    3. Dispositif selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que dans une position du corps rotatif (16) agissant dans la direction d'avancement (13) de la matière filamentaire (14), il y a une liaison directe entere la source de fluide (4) et le canal d'introduction (24), tandis que dans une position du corps rotatif (16) agissant de façon opposée (41) par rapport à la direction d'avancement (13) de la matière filament dire (14) il y a une liaison entre la soupape prinGlpale (6) du métier à tisser (1) et le canal d'introduction (24).
     




    Zeichnung