(19)
(11) EP 0 128 133 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.12.1984  Patentblatt  1984/50

(21) Anmeldenummer: 84890098.1

(22) Anmeldetag:  29.05.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3A43B 5/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR IT LI

(30) Priorität: 01.06.1983 AT 2018/83

(71) Anmelder: Koflach Sportgeräte Gesellschaft m.b.H
A-1010 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Hensler, Adolf
    A-8580 Köflach (AT)

(74) Vertreter: Haffner, Thomas M., Dr. et al
Patentanwalt Schottengasse 3a
1014 Wien
1014 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schuh, insbesondere Schischuh


    (57) Der Schischuh weist eine Unterschale (2), eine schwenkbare Manschette (4) und einen abklappbaren hinteren Schaftteil (5) auf. Zur Begrenzung der Verschwenkung des abklappbaren Schaftteiles (5) ist ein zusätzliches Zugglied (9) mit wenigstens einem Ende an der Unterschale (2) angelenkt, welches in geschlossenem Zustand den hinteren Schaftteil (5) umgreift. Die Anschlußstelle(n) des zusätzlichen Zuggliedes (9) an der Unterschale (2) sind in geschlossenem Zustand von der schwenkbaren Manschette (4) abgedeckt und in vorteilhafter Weise als Langloch ausgebildet (Fig. 1).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schuh, insbesondere Schischuh, mit einer Unterschale, einer schwenkbaren Manschette und einem abklappbaren hinteren Schaftteil, bei welchem der abklappbare Schaftteil mit der Manschette durch ein Schließglied verspannbar ist. Bei derartigen Schuhen, insbesondere Schischuhen, ist es bekannt, die um eine Schwenkachse an der Unterschale schwenkbar angelencte Manschette mit einem Schließglied unmittelbar mit dem abklappbaren Schaftteil zu verbinden, wodurch der Schaft in seiner Gesamtheit, das heißt sowohl die Manschette als auch der abklappbare Schaftteil, nach dem Verschließen der beiden Teile gegeneinander relativ zur Unterschale schwenkbar ist.

    [0002] Nachteilig bei diesen bekannten Ausbildungen ist die Tat- sache, daß die Vorlage, das heißt die durch den abklappbaren Schalenteil vorgegebene .Stellung des Beines 'zum Fuß, bei einer Verschwenkung der Manschette beeinträchtigt wird und nicht exakt definiert ist. Eine Begrenzung der Verschwenkung des abklappbaren Schaftteiles nach hinten kann aber nicht in der bei anderen Schuhen üblichen Weise durch einen Anschlag an der Unterschale erzielt werden, da bei einer solchen Ausbildung der hintere Schaftteil nicht abklappbar war. Ein abklappbarer Schaftteil ist aber Voraussetzung für die Möglichkeit eines zentralen Einstieges bzw. eines Einstieges von hinten in den Schuh, wenn auf aufweitbare Schlitze im Schalen- bzw. Manschettenbereich verzichtet werden soll.

    [0003] Die Erfindung zielt nun darauf ab, bei einem derartigen Schischuh mit abklappbarem Schaftteil eine exakte Begrenzung der Verschwenkung des abklappbaren Schaftteiles nach hinten zu ermöglichen. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die Erfindung im wesentlichen darin, daß der abklappbare Schaftteil von einem von dem Schließglied gesonderten Zugglied zur Begrenzung der Schwenkbarkeit nach hinten hintergriffen ist, dessen eines Ende an der Unterschale festgelegt ist und dessen zweites Ende an der Unterschale oder der Manschette lösbar festgelegt ist. Dadurch, daß ein gesondertes Zugglied zur Begrenzung der Schwenkbarkeit vorgesehen ist, kann dieses Zugglied zumindest an einer Seite an der Unterschale festgelegt werden, wodurch die relative Verschwenkung des abklappbaren Schaftteiles nach hinten begrenzt werden kann. Das zweite Ende dieses gesonderten Zuggliedes kann gleichfalls an der Unterschale festgelegt werden, wodurch eine exakte Begrenzung erzielt wird. Wenn das zweite Ende dieses Zuggliedes an der Manschette festgelegt wird, ergibt sich noch der Vorteil, daß der mögliche Schwenkweg des abklappbaren Schaftteiles wesentlich gegenüber einer Ausbildung verringert wird, bei welcher dieser abklappbare Schaftteil gemeinsam mit der Manschette verschwenkbar ist. Bei einer- derartigen Ausbildung, bei welcher das andere Ende des Zuggliedes an der Manschette festgelegt wird, ist in vorteilhafter Weise die lösbare Festlegung des gesonderten Zuggliedes* von einer an der Manschette festgelegten Schnalle gebildet. In besonders bevorzugter Weise erfolgt jedoch die Festlegung beider Enden des gesonderten Zuggliedes an der Unterschale, wobei vorzugsweise das oder die an der Unterschale festgelegte(n) Ende(n) des gesonderten Zuggliedes an der Unterschale, insbesondere in einem Langloch oder Schlitz, in Längsrichtung des Zuggliedes verschiebbar angreifen. Ein derartiges Langloch begrenzt den Weg des abklappbaren Schalenteiles nach hinten, wobei jedoch gleichzeitig bei einer Verschwenkung der Manschette in die Vorlage auch bei relativ steifen Zuggliedern eine gewisse Nachgiebigkeit in die Vorlage sichergestellt wird. Bei dieser Bewegung wird der abklappbare Schaftteil von dem üblicherweise vorgesehenen Schließglied, welches den abklappbaren Schaftteil mit der Manschette verbindet, in die Vorlage mitgenommen. Hiebei ist vorzugsweise die Ausbildung so getroffen, daß bei Festlegung beider Enden des Zuggliedes an der Unterschale ein die beiden Enden des Zuggliedes längenveränderlich verbindendes Zwischenglied, insbesondere eine Spannschnalle, vorgesehen ist.

    [0004] In besonders einfacher Weise können das Schließglied und das Zugglied von Riemen gebildet sein, welche an Schnallen längenveränderlich festlegbar sind. Um die Schwenkkräfte nicht ausschließlich über die Materialeigenschaften des abklappbaren Schaftteiles bzw. der Manschette zu beherrschen, ist in vorteilhafter Weise die Ausbildung so getroffen, daß das gesonderte Zugglied an der Unterschale oberhalb der Schwenkachse des abklappbaren Schaftteiles bzw. der Manschette angreift, wobei vorzugsweise die Angriffstellen des gesonderten Zuggliedes zu beiden Seiten der Unterschale bzw. der Manschette in ungefähr gleichem Normalabstand von der Sohle des Schuhes angeordnet sind und das gesonderte Zugglied zwischen der Schwenkachse der Manschette bzw. des abklappbaren Schaftteiles und dem Schließglied und vorzugsweise in einer zu der durch den Umfang des Schließgliedes definierten Ebene ungefähr parallelen Ebene angeordnet ist. Auf diese Weise wird ein relativ günstiger Hebelarm für die Aufnahme der Vorlagekräfte erzielt und die Vorlage des abklappbaren Schaftteiles exakt eingehalten.

    [0005] In vorteilhafter Weise kann die an der Unterschale angelenkte schwenkbare Manschette in Abstand von der Schwenkachse an der Unterschale, insbesondere durch Eingriff eines Vorsprunges in ein Langloch, in Schwenkrichtung geführt sein.

    [0006] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung läßt sich nach dem öffnen des Schließgliedes und des gesonderten Zuggliedes eine relativ große Einstiegöffnung erzielen, wodurch das Anlegen des Schuhes erleichtert wird. Nach dem Verschließen des gesonderten Zuggliedes wird bei öffnung des oberen Schließgliedes immer noch ein hohes Maß an Komfort ermöglicht, mit welchem unangenehme Druckstellen am Bein vermieden werden können, ohne daß die Begrenzung der Vorlage durch den abklappbaren Schaftteil beeinträchtigt wird.

    [0007] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In dieser zeigen Fig.l eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Schischuhes in geöffneter Stellung, Fig.2 eine Seitenansicht des Schischuhes nach Fig.l in geschlossener Stellung, wobei zur besseren Verdeutlichung die Manschette lediglich strichliert angedeutet ist, Fig.3 eine weitere Ausbildung des erfindungsgemäßen Schuhes in der Seitenansicht in geschlossenem Zustand und Fig.4 eine Ansicht des Schuhes nach Fig.3 von der gegenüberliegenden Seite mit teilweise weggebrochener Manschette.

    [0008] In Fig.l ist ein Schischuh 1 dargestellt, dessen Unterschale 2 eine Schwenkachse 3 trägt, an welcher eine Manschette 4 und ein abklappbarer Schaftteil 5 schwenkbar angelenkt ist. Mit 6 ist eine Abdeckung für eine von einem Langloch gebildete Führung bezeichnet, über welche die Manschette 4 an der Unterschale 2 in Schwenkrichtung im Sinne des Doppelpfeiles 7 geführt ist. Das übliche Schließglied bei einem derartigen Schuh, mit welchem die Manschette und der abklappbare Schaftteil verbunden werden, ist mit 8 bezeichnet. Es ist ein gesondertes Zugglied 9 vorgesehen, welches an der Unterschale 2 festgelegt ist und den abklappbaren Schaftteil 5 in die Schließlage hintergreift, wobei das gegenüberliegende freie Ende an der Manschette 4 oder in vorteilhafter Weise gleichfalls an der Unterschale 2 festgelegt sein kann. Im ersteren Fall kann die Festlegung an der Manschette 4 über eine nicht dargestellte konventionelle Schnalle erfolgen, im zweiteren Falle muß ein Zwischenglied im rückwärtigen Bereich 10 des gesonderten Zuggliedes 9 vorgesehen sein, über welches die beiden an der Unterschale 2 festgelegten Teilbereiche des Zuggliedes 9 in der Schließlage miteinander verbunden werden. In Fig.2 ist der Schuh nach Fig.l in der Schließlage dargestellt, wobei die Anlenkstelle des gesonderten Zuggliedes 9 an der Unterschale mit 11 bezeichnet ist. Die durch das gesonderte Zugglied in der Schließlage aufgespannte Querschnittsebene 12, welche durch den Umriß dieses Zuggliedes 9 bestimmt ist, liegt hiebei zwischen der Schwenkachse 3 und der Querschnittsebene 13 des Umrisses des konventionellen Schließgliedes 8, wobei die beiden Querschnittsebenen 12 und 13 im wesentlichen parallel zueinander liegen. Auf Grund des relativ zur Sohle 14 hoch liegenden Angriffspunktes des hinteren Teilbereiches 10 des gesonderten Zuggliedes am abklappbaren Schalenteil 5 wird eine gute Kraftaufnahme und eine gute Begrenzung der Verschwenkung des abklappbaren Schaftteiles erzielt.

    [0009] Bei der Ausbildung nach Fig.3 und 4 sind an der Manschette 4 Schnallen 15 und 16 festgelegt, über welche das Schließglied 8 und das gesonderte Zugglied 9 an der Manschette 4 festgelegt werden können. Der abklappbare Schaftteil ist wiederum mit 5 bezeichnet. Aus der Darstellung nach Fig.4 ist ersichtlich, daß das gesonderte Zugglied 9 an der Unterschale 2 in einem Langloch 17 in Richtung der Längsachse des Zuggliedes 9 beweglich angeschlossen ist. Bei einer Verschwenkung der Manschette 4 in Richtung des Pfeiles 18 kann somit das Zugglied 9 im Sinne des Pfeiles 19 mitgenommen werden, wobei in die Gegenrichtung des Doppelpfeiles 19 einer Verschwenkung des abklappbaren Schaftteiles 5 durch den Rand des Langloches 17 Grenzen gesetzt sind. Das Langloch 17 liegt wiederum oberhalb der Schwenkachse 3 und unterhalb der Angriffstelle des Schließgliedes 8.

    [0010] Die Anschlußstelle(n) des zusätzlichen Zuggliedes an der Unterschale sind in geschlossenem Zustand von der schwenkbaren Manschette abgedeckt.


    Ansprüche

    1. Schuh, insbesondere Schischuh, mit einer Unterschale (2), einer schwenkbaren Manschette (4) und einem abklappbaren hinteren Schaftteil (5), bei welchem der abklappbare Schaftteil (5) mit der Manschette (4) durch ein Schließglied (8) verspannbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der abklappbare Schaftteil (5) von einem von dem Schließglied (8) gesonderten Zugglied (9) zur Begrenzung der Schwenkbarkeit nach hinten hintergriffen ist, dessen eines Ende an der Unterschale (2) festgelegt ist und dessen zweites Ende an der Unterschale (2) oder der Manschette (4) lösbar festgelegt ist.
     
    2. Schuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Festlegung des gesonderten Zuggliedes (9) von einer an der Manschette (4) festgelegten Schnalle (16) gebildet ist.
     
    3. Schuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das oder die an der Unterschale (2) festgelegte(n) Ende(n) des gesonderten Zuggliedes (9) an der Unterschale (2), insbesondere in einem Langloch (17) oder Schlitz, in Längsrichtung des Zuggliedes (9) verschiebbar angreifen.
     
    4. Schuh nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Festlegung beider Enden des Zuggliedes (9) an der Unterschale (2) ein die beiden Enden des Zuggliedes (9) längenveränderlich verbindendes Zwischenglied, insbesondere eine Spannschnalle, vorgesehen ist.
     
    5. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Schließglied (8) und das Zugglied (9) von Riemen gebildet sind, welche an Schnallen längenveränderlich festlegbar sind.
     
    6. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die an der Unterschale (2) angelenkte schwenkbare Manschette (4) in Abstand von der Schwenkachse (3) an der Unterschale (2), insbesondere durch Eingriff eines Vorsprunges in ein Langloch, in Schwenkrichtung geführt ist.
     
    7. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das gesonderte Zugglied (9) an der Unterschale (2) oberhalb der Schwenkachse (3) des abklappbaren Schaftteiles (5) bzw. der Manschette (4) und vorzugsweise in einem von der schwenkbaren Manschette (4) in der Schließlage übergriffenen Bereich der Unterschale (2) angreift..
     
    8. Schuh nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Angriffstellen des gesonderten Zuggliedes (9) zu beiden Seiten der Unterschale (2) bzw. der Manschette (4) in ungefähr gleichem Normalabstand' von der Sohle (14) des Schuhes angeordnet sind.
     
    9. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das gesonderte Zugglied (9) zwischen der Schwenkachse (3) der Manschette (4) bzw. des abklappbaren Schaftteiles (5) und dem Schließglied (8) und vorzugsweise in einer zu der durch den Umfang des Schließgliedes (8) definierten Ebene (13) ungefähr parallelen Ebene (12) angeordnet ist.
     
    10. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlenkachsen (3) des abklappbaren Schaftteiles (5) und der schwenkbaren Manschette (4) in ungefähr gleichem Normalabstand von der Sohle (14) angeordnet und vorzugsweise als gemeinsame Achse (3) ausgebildet sind.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht