(19)
(11) EP 0 055 362 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.01.1985  Patentblatt  1985/01

(21) Anmeldenummer: 81108907.7

(22) Anmeldetag:  26.10.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D04H 11/08

(54)

Verfahren zur Herstellung eines textilen Flächengebildes sowie ein damit hergestelltes Flächengebilde

Process for producing a textile sheet material and the textile product so produced

Procédé de fabrication d'un produit textile plat ainsi que le produit textile ainsi fabriqué


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 23.12.1980 CH 9507/80

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
07.07.1982  Patentblatt  1982/27

(71) Anmelder: BREVETEAM S.A.
CH-6300 Zug (CH)

(72) Erfinder:
  • Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Lesser, Karl-Bolko, Dipl.-Ing. 
Patentanwalt & European Patent Attorney Gnesener Strasse 2
85276 Pfaffenhofen
85276 Pfaffenhofen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines textilen Flächengebildes gemäß Oberbegriff des Anspruches 1, sowie ein damit hergestelltes Flächengebilde.

    [0002] Es ist bekannt, strukturierte, getuftete textile Flächengebilde dadurch herzustellen, daß man das Polgarn mit unterschiedlicher Polhöhe in die Trägerschicht eintuftet, so daß die Polschlingen nicht auf gleicher Höhe liegen und eine Hoch-Tief-Struktur erzeugt wird. Die Polhöhen sind hierbei gleichmäßig unterschiedlich, d. h., Bereiche mit gleichmäßig niedriger Polhöhe wechseln mit Bereichen höherer Polhöhe ab. Eine derart gleichmäßige Hoch-Tief-Struktur ist durch die vorgegebene Anordnung oder Einstellung der Tuftingeinrichtung bedingt, durch welche sich lediglich abwechselnd gleichmäßig hohe und niedrige Polschlingenbereiche erzielen lassen. Auch besteht der weitere Nachteil, daß die Herstellung von unterschiedlichen Polhöhen zur Erzielung einer gewünschten Musterung und/oder. Struktur mit dem Tuftingprozeß gekoppelt und daher nicht nur an den Tuftingprozeß selbst, sondern auch an die bereits vorerwähnte Tuftingeinrichtung gebunden ist. Ein Musterwechsel erfordert daher aufwendige Umstellungen des Tuftingvorganges bzw. dessen Vorbereitungs- und Arbeitsbedingungen. Die bekannten getufteten Produkte sind daher auf vorgegebene gleichmäßige Strukturen und/oder Musterungen beschränkt.

    [0003] Aus der DE-A-2452136 ist auch bekannt, durch Tuften eines Polgarnes in eine Trägerschicht eine Oberschicht aus Polschlingen herzustellen und Einzelfasern aus der Unterschicht in freie Räume der Oberschicht durch die Trägerschicht hindurchzunadeln. Hierdurch soll bei dem ein ausgesprochen niedriges Florgewicht aufweisenden Produkt eine vollflächige Bedekkung erreicht werden. Es ist jedoch zum vollständigen Ausfüllen der freien Räume durch eine große Menge von Einzelfasern eine sehr gezielte Arbeit erforderlich. Musterungsmöglichkeiten derartiger textiler Flächengebilde sind dabei auf die Eigenschaften der vernadelten, offen hervorstehenden Einzelfasern beschränkt, die der Oberschicht das Aussehen eines Tip-shear-Artikels bzw. eines offenpoligen Artikels mit gleichmäßiger Struktur geben sollen.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines textilen Flächengebildes ohne die Nachteile der bekannten Herstellungsverfahren zu schaffen, mit dem ein getuftetes Produkt mit einer Struktur und/oder Musterung unabhängig vom bereits getuftetem Material oder aufwendigen Tuftungprozessen hergestellt werden kann und mit dem ein textiles Flächengebilde geschaffen werden soll, das an seiner Oberseite in vielseitiger Weise strukturiert und/oder gemustert sein kann.

    [0005] Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß einige der hervorstehenden Polschlingen von durch die Trägerschicht von der Rückseite her hindurchgestoßenen Nadeln ergriffen und in ihrer Polhöhe vergrößert und Form verändert werden, wobei mindestens eine mit der ergriffenen Polschlinge über eine gemeinsame Basisschlinge zusammenhängende, nicht ergriffene Polschlinge in Richtung der Trägerschicht eingezogen wird.

    [0006] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann daher in überraschender Weise nachträglich an einem bereits getufteten Produkt die Polhöhen-und Formänderung vorgenommen und unabhängig von einem Tuftingprozeß das textile Flächengebilde mit einer Struktur und/oder Musterung, z. B. einer Hoch-Tief-Struktur, hergestellt werden. In vorteilhafter Weise kann durch das erfindungsgemäße Ergreifen der Polschlingen eine unregelmäßige Struktur erzeugt werden, wie sie durch Tuften alleine nicht erreichbar ist. Insbesondere kann die Beschaffenheit und der Charakter der Oberseite des getufteten textilen Flächengebildes in einfacher Weise, nämlich durch einfaches Einstechen von Nadeln von der Rückseite der Trägerschicht her geändert werden. Das Verfahren wird daher der Anforderung gerecht, unabhängig von dem bereits getufteten Ausgangsprodukt eine vielfältige Struktur und/ oder Musterung zu erzeugen.

    [0007] Es kann daher vorteilhafterweise ein textiles Flächengebilde mit in eine Trägerschicht getuftetem Polgarn geschaffen werden, das an der Oberseite des Flächengebildes eine Oberschicht mit hervorstehenden Polschlingen bildet und bei dem die Oberschicht ungleichmäßig unterschiedliche Polhöhen der Polschlingen aufweist.

    [0008] Es ist damit ein Produkt geschaffen, bei dem die unterschiedlichen Polhöhen der Polschlingen ungleichmäßig abwechseln und z. B. willkürlich voneinander verschiedene Polhöhen vorliegen können, so daß von »anarchisch« vorliegenden Polhöhen gesprochen werden kann. Das textile Flächengebilde läßt eine vielfältige Anwendungsmöglichkeit zu und ist z. B. insbesondere als Boden- oder Wandbelag oder Dekorations-oder Möbelstoff einsetzbar, bei denen eine Struktur und/oder Musterung gewünscht ist. Infolge des getufteten Polgarns und der Polhöhen-und Formänderung durch das Vernadeln liegt das textile Flächengebilde vorzugsweise in ungewebter Form vor.

    [0009] Die ergriffenen Polschlingen sind in ihrer Polhöhe vergrößert und mindestens die eine nicht ergriffenen Polschlinge ist in ihrer Polhöhe verkleinert. Die unterschiedlichen Polhöhen können ungleichmäßig, z. B. willkürlich verteilt in der Oberschicht des Flächengebildes vorliegen. Hierbei kann die nicht ergriffene benachbarte Polschlinge auch ganz in oder sogar durch die Trägerschicht hindurch zurückgezogen sein, so daß eine besonders stark ausgeprägte ungleichmäßige Hoch-Tief-Struktur erreicht werden kann. So kann eine unregelmäßige Hoch-Tief-Struktur erreicht werden kann. So kann eine unregelmäßige Struktur erzeugt sein, wie sie z. B. für einen Teppichboden verwendet wird. Zur Vergrößerung der Polhöhe bzw. auch zur Veränderung der Form der Polschlinge ist ein Nachschub von Polgarn erforderlich. Ein Anteil des Polgarns kann dabei über die gemeinsame Basisschlinge aus mindestens der einen nicht ergriffenen Polschlinge nachgezogen werden, da die Polschlingen ausziehbar getuftet, d. h. unbefestigt in der Trägerschicht und daher unfixiert in derselben vorliegen können.

    [0010] Die Form der Polschlingen kann in besonders vorteilhafter Weise durch das Eingreifen der Nadeln verändert werden, welche die Polschlingen in einer Weise erfassen können, daß diesselben z. B. gerupft oder gerauht werden. Auf diese Weise können die Polschlingen in ihrer Form verungleichmäßigt, z. B. verunstaltet werden und so eine weitere Ausgestaltung der Struktur und/ oder Musterung erreicht werden. Als Nadeln können normale Filznadeln mit Widerhaken oder Spezialfilznadeln, wie z. B. herkömmliche Sidehocnadeln, Gabelnadeln oder Loopnadeln verwendet werden, wie sie z. B. von der Singer Spezialnadelfabrik GmbH, D-5102 Würselen, erhältlich sind. Nach dem Durchstoßen durch die Trägerschicht können mit derartigen Nadeln die Polschlingen an irgendeiner Stelle erfaßt und dabei ihre Polhöhe und Form beeinflußt werden. Durch die Formänderung, z. B. Verunstaltung der Polschlingen kann bei Vorliegen eines Polgarns aus synthetischen Fasern oder Filamenten, z. B. Multifilamenten, das zu gleichmäßige Aussehen des synthetischen Materials beseitigt und das Aussehen eines natürlichen, aus Fasern gesponnenen Garns erreicht werden. Nach dem Vernadeln, d. h., z. B. durch einfaches Einstechen der Nadeln von der Rückseite her, können auch die Polschlingen nach der Seite umgebogen werden, so daß sie eine im wesentlichen horizontalere Richtung einnehmen können. Hierdurch kann eine weitere Strukturbelebung erreicht sein. Eine weitere Verstärkung der Strukturierung kann auch dadurch erreicht werden, daß die Polhöhe der ergriffenen Polschlingen mit ungleicher Länge vergrößert werden, wodurch eine weitere Verunstaltung und/oder anarchische Anordnung derselben erreicht werden kann.

    [0011] Je nach Nadeldichte können mehr oder weniger der Polschlingen ergriffen und die nicht ergriffenen Polschlingen zurückgezogen werden. Die Polschlingen können mit einer Nadeldichte von 5 bis 80 Einstichen/cm2, vorzugsweise 20 bis 30 Einstichen/cm2 ergriffen werden, und es können 20 bis 30% Polschlingen des Flächengebildes ergriffen werden. Das textile Flächengebilde kann daher 20 bis 30% der Polschlingen mit einer größeren Polhöhe als die übrigen Polschlingen besitzen. Dabei können die Polschlingen mit der größeren Polhöhe die zuvor geschilderte ungleichmäßige Form bzw. Gestalt aufweisen. Die Polhöhe kann um 20 bis 100% gegenüber einer ursprünglichen Polhöhe vergrößert sein. Beträgt die ursprüngliche Polhöhe z. B. 3 mm, so kann dieselbe mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auf z. B. 5 bis 6 mm vergrößert bzw. verlängert werden.

    [0012] Es kann von einem fertigen, bereits getufteten Produkt ausgegangen werden und dasselbe erfindungsgemäß vernadelt werden. Das getuftete Produkt kann daher in vorteilhafter Weise gelagert sein und zur jeweiligen Herstellung des gemusterten und/oder strukturierten textilen Flächengebildes mit dem erfindungsgemäßen Verfahren verarbeitet werden. Es kann aber auch in aufeinanderfolgenden Arbeitsgängen das Polgarn in die Trägerschicht getuftet und z. B. unmittelbar danach die Polhöhe und Form der Polschlingen durch das Nadeln von der Rückseite der Trägerschicht her verändert werden. Dies bringt den Vorteil, daß das erfindungsgemäß hergestellte textile Flächengebilde kontinuierlich an einem Herstellungsort angefertigt werden kann. Das getuftete Ausgangsprodukt kann Polschlingen mit gleicher oder auch ungleicher Polhöhe aufweisen, wie sie z. B. durch den eingangs geschilderten bekannten Tuftingprozeß erreicht werden kann.

    [0013] In einer anderen Ausführungsform des Verfahrens kann anch dem Tuften des Polgarns ein Fasermaterial aus einer Unterschicht durch die Trägerschicht hindurch in die Oberschicht mit den Polschlingen derart hineingenadelt werden, daß nach der Polhöhen- und Formänderung mindestens einige Räume in der Oberschicht durch das Hineinnadeln von abgegrenzten Fasergebilden ausgefüllt werden. Dadurch kann ein textiles Flächengebilde erhalten werden, bei dem die Polschlingen mit abgegrenzten Fasergebilden gemischt vorliegen, die sich noch mit einem Teil in der Unterschicht und/oder Trägerschicht befinden und dort verankert sein können. Ein derartiges Verfahren und Produkt ist z. B. in der EP-A-0 054 686 beschrieben, auf die zur näheren Erläuterung an dieser Stelle verwiesen wird. Auf diese Weise läßt sich eine weitere Möglichkeit zur Strukturierung und/oder Musterung erreichen, die auch farblich ausgestaltet werden kann, wenn die abgegrenzten Fasergebilde z. B. eine andere Farbe, als das Material der Polschlingen oder sogar untereinander unterschiedliche Farbe aufweisen. Die abgegrenzten Fasergebilde können nicht nur in der Oberschicht selbst, d. h., z. B. zwischen den Polschlingen derselben, sondern auch an deren Oberseite oder sogar auf derselben vorliegen, so daß eine Vielfalt von Strukturierungs- und/oder Musterungsmöglichkeiten gegeben ist. In diesem Zusammenhang sei wiederum auf die vorgenannte EP-A-0 054 686 zur näheren Erläuterung verwiesen. Die abgegrenzten Fasergebilde können an Stellen der Polschlingen mit verkleinerter Polhöhe in die Oberschicht hineingenadelt werden. Hierdurch ist ein gezieltes Auffüllen oder Ausfüllen von Tiefpolstellen möglich, wie sie durch die verkleinerten Polschlingen hervorgerufen sind. Es können damit optisch stark abstechende Strukturen und/oder Muster erzielt werden. Insbesondere können Kugelgarne aus sphärisch verwikkelten Fasern oder Fäden als die abgegrenzten Fasergebilde in freie Räume der Oberschicht hineingenadelt werden, die z. B. an sich zwischen den Polschlingen vorliegen, aber auch beim erfindungsgemäßen Vernadeln durch die Nadeln erst geschaffen werden können. Durch das von der Rückseite her erfolgende Vernadeln von Kugelgarnen kann in vorteilhafter Weise eine punkt- oder tupfenartige Musterung erreicht werden. Die Kugelgarne sind z. B. aus der EP-A-0 013 427 und aus der EP-A-0 013 428 bekannt, auf die an dieser Stelle zur näheren Erläuterung ebenfalls verwiesen wird.

    [0014] Die Erfindung wird im folgenden anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.

    [0015] Es zeigt

    Fig. 1 einen Teil eines getufteten textilen Flächengebildes in schematischer Darstellung im Schnitt;

    Fig. 2 das textile Flächengebilde gemäß Fig. 1 mit veränderter Polhöhe;

    Fig. 3 einen Teil eines anderen getufteten textilen Flächengebildes mit veränderter Polhöhe und veränderter Form in schematischer Darstellung im Schnitt, und

    Fig. 4 einen Teil eines weiteren getufteten textilen Flächengebildes in schematischer Darstellung im Schnitt.



    [0016] Gemäß Fig. 1 ist ein Polgarn 1 in eine Trägerschicht 2 getuftet, so daß an ihrer Oberseite 3 eine Oberschicht 4 mit hervorstehenden Polschlingen 5 gebildet ist, die gleiche Polhöhe H aufweisen und über Basisschlingen 6 an der Unterseite 7 der Trägerschicht 2 zusammenhängen. In das so auf bekannte Weise hergestellte, getuftete Produkt wird von der Unterseite 7 her durch die Trägerschicht 2 hindurch mit Nadeln eingestochen, welche derart angeordnet sind, daß einige der Polschlingen von denselben ergriffen und verändert, insbesondere von der Trägerschicht 2 weg herausgestoßen, werden. Man gelangt durch das Vernadeln zu einem textilen Flächengebilde 8, wie es Fig. 2 zeigt, in der mit Fig. 1 gleiche Teile die gleichen Bezugszeichen aufweisen.

    [0017] Beim Vernadeln ergriffene Polschlingen 5a sind in ihrer Polhöhe vergrößert, d. h., die Polhöhe derselben ist größer, als die Polhöhe H vor dem Vernadeln, wie es zum Vergleich durch die in Fig. 2 gestrichelt eingezeichnete Polschlinge 5 aus Fig. 1 dargestellt ist. Gleichzeitig ist mindestens eine andere Polschlinge 5b, die durch die Nadeln nicht ergriffen wurde, d. h., in einem Bereich ohne Nadeleinstich oder Erfassung durch die Nadeln lag und die mit der jeweils ergriffenen Polschlinge 5a über die jeweilige Basisschlinge 6 zusammenhängt, gegenüber der ursprünglichen Polhöhe H in ihrer Polhöhe verkleinert. Diese Verkleinerung der Polhöhe der nicht ergriffenen Polschlinge 5b erfolgt dadurch, daß bei der Vergrößerung der Polhöhe der ergriffenen Polschlinge 5a ein Anteil des Polgarns 1 über die jeweils gemeinsame Basisschlinge 6 aus mindestens der einen nicht ergriffenen Polschlinge 5b nachgezogen bzw geliefert wurde. Die Polhöhen sowohl der Polschlingen 5a, als auch der Polschlingen 5b sind dabei voneinander verschieden.

    [0018] Es ist damit ein textiles Flächengebilde 8 geschaffen, dessen Oberseite 9 ungleichmäßige unterschiedliche Polhöhen aufweist, die ungleichmäßig und unregelmäßig, z. B. willkürlich, verteilt vorliegen. Beim Vernadeln erfolgt aber auch eine Formänderung der Polschlingen 5 von Fig. 1, wie die ergriffenen Polschlingen 5a zeigen. Die Nadeln können beim Erfassen und Herausstoßen der Polschlingen 5 die Schlingenform beeinflussen und mehr oder weniger verändern, z. B. verungleichmäßigen. Hierbei wird das Polgarn 1 z. B. mehr oder weniger leicht angegriffen, so daß an den Polschlingen 5a Faserbüschel 10 entstanden sind. Dieses begünstigt z. B. die Ausbildung einer strukturierten Oberfläche und gibt einer Ware z. B. das Aussehen wie aus natürlichem Fasermaterial, wenn das Polarn 1 z. B. aus synthetischem Fasermaterial besteht. Die Ausbildung der ergriffenen Polschlingen 5a hängt z. B. von der Art des Polgarns oder der ursprünglichen Polschlinge 5, z. B. deren Anordnung oder Dichte, oder von den Vernadelungsbedingungen, z. B. der Art der Nadeln, ab. Das textile Flächengebilde 8 besitzt daher eine Struktur und/oder Musterung, die durch die unterschiedlichen Polhöhen der Polschlingen 5a und 5b, sowie durch die unregelmäßige Form der Polschlingen 5a geprägt ist.

    [0019] Bei einem textilen Flächengebilde 11 gemäß Fig. 3 ist ein Polgarn 12 in eine Trägerschicht 13 getuftet. An der Oberseite 14 der Trägerschicht 13 liegt eine Oberschicht 15 mit hervorstehenden Polschlingen 16 und 17 vor, die an der Unterseite 18 der Trägerschicht 13 über Basisschlingen 19 zusammenhängen. Nach dem Tuften des Polgarns 12, wobei ein Produkt gemäß Fig. 1 anfallen kann, wurde mit Nadeln von der Trägerschicht 13 her eingestochen, wie es im vorstehenden Ausführungsbeispiel im Zusammenhang mit den Fig. 1 und 2 beschrieben wurde, so daß die Polschlingen 16 und 17 unterschiedliche Polhöhen aufweisen. Beim Vernadeln wurden Polschlingen entsprechend den Polschlingen 16 von Nadeln ergriffen und in ihrer Polhöhe vergrößert. Nicht ergriffene, den Polschlingen 17 entsprechende Polschlingen wurden dagegen in ihrer Polhöhe verkleinert, d. h., in Richtung der Trägerschicht 13 eingezogen. Die Polschlingen 16 weisen durch das Vernadeln wiederum eine unregelmäßige Form und Faserbüschel 20 auf, die durch das Ergreifen mittels der Nadeln entstanden sind, wie es vorstehend im Ausführungsbeispiel zu Fig. 1 und 2 beschrieben wurde. Durch die unregelmäßige Form wird zusätzlich zu den unterschiedlichen und willkürlich unregelmäßig vorliegenden Polhöhen eine Struktur erzeugt, die dem textilen Flächengebilde 11 das gerupfte oder aufgerauhte Aussehen geben kann.

    [0020] Fig. 4 zeigt noch ein textiles Flächengebilde 21 mit einem Polgarn 22, das in eine Trägerschicht 23 getuftet ist, so daß in einer Oberschicht 24 Polschlingen 25 und 26 vorliegen, die über Bagi-,

    [0021] schlingen 27 zusammenhängen. Das zuvor getuftete Produkt wurde von der Trägerschicht 23 her durch Einstechen von Nadeln vernadelt, wie es vorstehend im Ausführungsbeispiel für die Fig. 1 und 2 beschrieben wurde, wobei wiederum von dem getufteten Produkt gemäß Fig. 2 ausgegangen werden kann. Die von den Nadeln ergriffenen Polschlingen 25 weisen eine größere Polhöhe auf, als die von den Nadeln nicht ergriffenen Polschlingen 26. Die Polschlingen 25 sind in der Oberschicht 24 vorzugsweise willkürlich und regelmäßig verteilt und weisen unter sich unterschiedliche Polhöhen auf, was auch bei den nicht ergriffenen Polschlingen 26 der Fall ist. Die voneinander verschiedenen Polhöhen der Polschlingen 25 und 26 sind ungleichmäßig bzw. unregelmäßig verteilt, so daß eine unregelmäßige Struktur bzw. eine Strukltur und/oder Musterung mit unregelmäßigem Aussehen erzeugt wird.

    [0022] Zwischen den Polschlingen 25 und 26 und auch an und auf der Oberseite 28 der Oberschicht 24 liegen abgegrenzte Fasergebilde in Form von Kugelgarnen 29 aus sphärisch verwikkelten Fasern oder Fäden vor. Zum Einbringen der Kugelgarne 29 wird nach dem Vernadeln des zuvor getufteten Produktes, d. h., nach dem Erzeugen der Polschlingen 25 und 26 mit den unterschiedlichen Polhöhen, eine Unterschicht 30 an der Unterseite 31 der Trägerschicht 23 aufgelegt, in der die Kugelgarne 29 zum Anordnen an der Unterseite 31 in ein Fasermaterial 32 eingebettet sind. Durch Nadeln werden die Kugelgarne 29 erfaßt und z. B. paketartig durch die Trägerschicht 23 hindurchgestoßen. Beim Ergreifen durch die Nadeln und Hindurchzwängen durch die Trägerschicht 23 werden z. B. schwanz- oder halsartige Faserbüschel ausgebildet, mit denen die Kugelgarne 29 in der Unterschicht 30 und der Trägerschicht 23 verankert bleiben und so befestigt sind. Das Einbringen von abgegrenzten Fasergebilden ist bereits in der bereits erwähnten EP-A-0 054 686 eingehend beschrieben, weshalb zur näheren Erläuterung auch an dieser Stelle auf dieselbe verwiesen wird.

    [0023] Die Kugelgarne 29 können z. B. Leerstellen zwischen den Polschlingen 25 und 26 oder über den Polschlingen 26 mit der kleineren Polhöhe aus- oder auffüllen. Das textile Flächengebilde 21 besitzt daher eine Struktur und/oder Musterung, die durch Kombination der unterschiedlichen Polhöhen der Polschlingen 25 und 26 mit den eingebrachten Kugelgarnen 29 geprägt ist. Durch die Vernadelung zur Erzeugung der Polschlingen 25 und 26 mit unterschiedlichen Polhöhen und das Einbringen der Kugelgarne 29 in die Oberschicht 24 können daher vielseitige, neuartige Strukturen und/oder Musterungen erreicht werden.

    [0024] Zur übersichtlichen Darstellung sind in den Fig. 1 bis 4 die Polschlingen und in Fig. 4 auch die abgegrenzten Fasergebilde in schematischer Weise dargestellt. Tatsächlich können sie mit anderen Abständen voneinander oder mit anderen Abmessungen vorliegen und z. B. dichter oder enger aneinander angeordnet sein.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung eines textilen Flächengebildes (8; 11; 21) mit einer Struktur und/ oder Musterung an seiner Oberseite, bei dem Polgarn (1; 12; 22) in eine Trägerschicht (2; 13; 23) getuftet ist, so daß an der Oberseite in einer Oberschicht (4; 15; 24) Polschlingen (5; 16, 17; 25, 26) hervorstehen und an der Rückseite der Trägerschicht (2; 13; 23) Basisschlingen (6; 19; 27) vorliegen, dadurch gekennzeichnet, daß einige der hervorstehenden Polschlingen (5a; 16; 25) von durch die Trägerschicht (2; 13; 23) von der Rückseite her hindurchgestoßenen Nadeln ergriffen und in ihrer Polhöhe (H) vergrößert und in ihrer Form verändert werden, wobei mindestens eine mit der jeweils ergriffenen Polschlinge (5a; 16; 25) über eine gemeinsame Basisschlinge (6; 19; 27) zusammenhängende, nicht ergriffene Polschlinge (5b; 17; 26) in Richtung der Trägerschicht (2; 13; 23) eingezogen wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ergriffenen Polschlingen (5a; 16; 25) in ihrer Form verungleichmäßigt, z. B. gerupft oder gerauht, werden.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Polhöhen der ergriffenen Polschlingen (5a; 16; 25) mit ungleicher Länge vergrößert werden.
     
    4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Polschlingen (5a; 16; 25) mit einer Nadeldichte von 5 bis 80 Einstichen/cm2, vorzugsweise 20 bis 30 Einstichen/cm2, ergriffen werden.
     
    5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß 20 bis 30% der Polschlingen (5a; 16; 25) des Flächengebildes (8; 11; 21) ergriffen werden.
     
    6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Polhöhe der Polschlingen (5a; 16; 25) um 20 bis 100% der ursprünglichen Polhöhe vergrößert wird.
     
    7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Polhöhen- und Formänderung eine ein Fasermaterial (32) und abgegrenzte Fasergebilde (29) enthaltende Unterschicht (30) an der Unterseite (31) der Trägeschicht (23) aufgelegt wird, und daß mindestens einige Räume in der Oberschicht (24) durch das Hineinnadeln von abgegrenzten Fasergebilden (29) aus der Unterschicht (30), ausgefüllt werden.
     
    8. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die abgegrenzten Fasergebilde (29) an Stellen der Polschlingen (26) mit verkleinerter Polhöhe in die Oberschicht (24) hineingenadelt werden.
     
    9. Verfahren nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Kugelgarne (29) aus sphärisch verwickelten Fasern oder Fäden als die abgegrenzten Fasergebilde in die z. B. freien Räume der Oberschicht (24) hineingenadelt werden.
     
    10. Textiles Flächengebilde (8; 11; 21) mit in eine Trägerschicht (2; 13; 23) getuftetem Polgarn (1; 12; 22), das an der Oberseite des Flächengebildes (8; 11; 21) eine Oberschicht (4; 15; 24) mit hervorstehenden Polschlingen (5; 16, 17; 25, 26) bildet, hergestellt mit dem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberschicht (4; 15; 24) ungleichmäßig unterschiedliche Polhöhen (H) der Polschlingen (5a, 5b; 16,17; 25,26) aufweist.
     
    11. Textiles Flächengebilde nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die unterschiedlichen Polhöhen (H) ungleichmäßig, z. B. willkürlich, verteilt vorliegen.
     
    12. Textiles Flächengebilde nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß 20 bis 30% der Polschlingen (5a; 16; 25) des Flächengebildes (8; 11; 21) eine größere Polhöhe (H) besitzen, als die übrigen Polschlingen (5b; 17; 26).
     
    13. Textiles Flächengebilde nach einem der Ansprüche 10-12, dadurch gekennzeichnet, daß die Polschlingen (5a; 16; 25) mit der größeren Polhöhe (H) eine ungleichmäßige Form, z. B. eine gerupfte oder aufgerauhte Gestalt, besitzen.
     
    14. Textiles Flächengebilde nach einem der Ansprüche 10-13, dadurch gekennzeichnet, daß eine Unterschicht (30) vorliegt, welche Fasermaterial (32) und abgegrenzte Fasergebilde (29) enthält, wobei sich aus der Unterschicht (30) durch die Trägerschicht (23) hindurch in die Oberschicht (24) abgegrenzte Fasergebilde (29) erstrecken, und daß die Polschlingen (25, 26) mit aus der Unterschicht (30) stammenden, abgegrenzten Fasergebilden (29) gemischt vorliegen, die mit einem Teil in der Unterschicht (30) und/ oder Trägerschicht (23) verankert sind.
     
    15. Textiles Flächengebilde nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die abgegrenzten Fasergebilde (29) zwischen oder auf den Polschlingen (25, 26), z. B. auf der Oberseite der Oberschicht (24), vorliegen.
     
    16. Textiles Flächengebilde nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die abgegrenzten Fasergebilde Kugelgarne (29) aus sphärisch verwickelten Fasern oder Fäden sind.
     
    17. Textiles Flächengebilde nach einem der Ansprüche 14-16, dadurch gekennzeichnet, daß die mit den Polschlingen (25, 26) gemischt vorliegenden abgegrenzten Fasergebilde (29) sich in ihrer Gestalt von denjenigen in der Unterschicht (30) unterscheiden.
     


    Claims

    1. Process for producing a textile sheet material (8; 11; 21) having a structure and/or pattern on its upper surface, in which the pile yarn (1; 12; 22) is tufted into a substrate (2; 13; 23) so that pile loops (5; 16,17; 25,26) stand up on the upper face in an upper layer (4; 15; 24) and bottom loops (6; 19; 27) are present on the underside of the substrate (2; 13; 23), characterised in that some of the upstanding pile loops (5a; 16; 25) are engaged by needles forced through the substrate (2; 13; 23) from the rear face and have their height (H) increased and are altered in their shape, at least one pile loop (5b; 17; 26) which is not engaged and which is associated with the respective engaged pile loop (5a; 16; 25) through a common bottom loop (6; 19; 27) being pulled down towards the substrate (2; 13; 23).
     
    2. Process according to Claim 1 characterised in that the pile loops (5a; 16; 25) which are engaged are rendered non-uniform in shape, e. g. teased or roughened.
     
    3. Process according to Claim 1 or 2 characterised in that the heights of the pile loops (5a; 16; 25) which are engaged are increased by unequal lengths.
     
    4. Process according to one of the foregoing claims, characterised in that the pile loops (5a; 16; 25) are engaged with a needle density of 5 to 80 perforations per cm2, preferably 20 to 30 perforations per cm2.
     
    5. Process according to one of the foregoing claims characterised in that 20 to 30% of the pile loops (5a; 16; 25) of the sheet material (8; 11; 21) are engaged.
     
    6. Process according to one of the foregoing claims, characterised in that the height of the loops (5a; 16; 25) is increased by 20 to 100% of the original height.
     
    7. Process according to one of the foregoing claims, characterised in that, after the change in the height and shape of the pile, a lower layer (30) containing a fibre material (32) and ihdividu- al fibre bodies (29) ist applied to the underside (31) of the substrate (23), and that at least some spaces in the upper layer (24) are filled by needling individual fibre bodies (29) through from the lower layer (30).
     
    8. Process according to of the foregoing claim, characterised in that the individual fibre bodies (29) are needled through into the upper layer (24) at the positions of the pile loops (26) of reduced height.
     
    9. Process according to one of the foregoing claims, characterised in that ball yarns (29) made of spherically wound fibres or threads forming the individual fibre bodies are needled through into the, for example, free spaces in the upper layer (24).
     
    10. Textile sheet material (8; 11; 21) having a pile yarn (1; 12; 22) which is tufted into a substrate (2; 13; 23) and which forms on the upper face of the sheet material (8; 11; 21) an upper layer (4; 15; 24) having projecting pile loops (5; 16, 17; 25, 26), produced by the process according to one of the foregoing claims, characterised in that the upper layer (4; 15; 24) has pile loops (5a, 5b; 16, 17; 25, 26) of irregularly differing heights (H).
     
    11. Textile sheet material according to Claim 10, characterised in that the different pile heights (H) are irregularly, e. g. randomly, distributed.
     
    12. Textile sheet material according to Claim 10 or 11, characterised in that 20 to 30% of the pile loops (5a; 16; 25) of the sheet material (8; 11; 21) have a greater height (H) than the remaining loops (5b; 17; 26).
     
    13. Textile sheet material according to one of Claims 10 to 12, characterised in that the pile loops (5a; 16; 25) of greater height (H) are or irregular shape, e.g. they have a teased or roughened form.
     
    14. Textile sheet material according to one of Claims 10 to 13, characterised in that there is present a lower layer (30) containing fibre material (32) and individual fibre bodies (29), individual fibre bodies (29) extending from the lower layer (30) through the substrate (23) into the upper layer (24), and that the loops (25, 26) are present mixed with individual fibre bodies (29) originating from the lower layer (30), these bodies being anchored by parts of themselves in the lower layer (30) and/orthe substrate (23).
     
    15. Textile sheet material according to Claim 14, characterised in that the individual fibre bodies (29) are present between or on the loops (25, 26), e. g. on the upper face of the upper layer (24).
     
    16. Textile sheet material according to one of Claims 14 or 15, characterised in that the individual fibre bodies are ball yarns (29) of spherically wound fibres orthreads.
     
    17. Textile sheet material according to one of Claims 14 to 16, characterised in that the individual fibre bodies (29) present mixed with the pile loops (25, 26) differ in their shape from those in the lower layer (30).
     


    Revendications

    1. Procédé de fabrication d'une structure textile (8, 11, 21) possédant une structure et/ou un dessin sur sa face supérieure, avec un fil de poil (1, 12, 22) tufté dans une couche de support (2, 13, 23), afin de produire sur sa face supérieure, à l'intérieur d'une couche supérieure (4, 15, 24) des boucles de poils (5, 16, 17, 25, 26) tandis que des boucles de base (6, 19, 27) existent sur la face arriére de la couche de support (2, 13, 23), caractérisé par le fait qu'on saisit certaines boucles des poils en relief (5a, 16, 25) par des aiguilles traversant par l'arrière la couche de support (2, 13,23) affin d'augmenter la hauteur de leurs poils (H) et de modifier leur forme, alors qu'on ramène en direction de la couche de support (2,13,23) au moins une boucle de poil non saisie (5b, 17, 26) laquelle est maintenue avec la boucle de poil saisie (5a, 16, 25) par une boucle de base commune (6,19,27).
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'on irrégularise la forme des boucles de poils saisies (5a, 16, 25), ceci par exemple par arrachage ou grattage.
     
    3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé par le fait qu'on augmente de longueurs inégales les hauteurs du poil des boucles saisies (5a, 16,25).
     
    4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé par le fait qu'on saisit les boucles de poils (5a, 16, 25) avec une densité d'aiguilles comprise entre 5 et 80 piqûres/cm2, et de préférence entre 20 et 30 piqûres/cm2.
     
    5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé par le fait qu'on saisit une proportion de boucles de poils (5a, 16,25) de la structure textile (58, 11, 21), comprise entre 20 et 30%.
     
    6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé par le fait qu'on augmente la hauteur du poil formé par les boucles de poils (5a, 16, 25) d'une valeur comprise entre 20 et 100% par rapport à la hauteur initiale du poil.
     
    7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé par le fait qu'après modification de hauteur du poil et de forme, on applique sur la face inférieure (31) de la couche de support (23) une sous-couche (30) contenant une matière fibreuse (32) et une structure fibreuse séparée (29), et on remplit au moins quelques unes des cavités existant dans la couche supérieure (24) par introduction par aiguilletage de structures fibreuses séparées (29) provenant de la sous-couche (30).
     
    8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé par le fait qu'on introduit les structures fibreuses séparées (29) par aiguilletage dans la couche supérieure (24) aux endroits où les boucles de poils (26) sont de hauteur réduite.
     
    9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 7 et 8, caractérisé par le fait qu'on introduit des boules de fils (29) composés de fibres ou fils entremêlés sous forme sphérique par aiguilletage sous forme de structures fibreuses séparées dans les espaces, par exemple dans les espaces libres, de la couche supérieure (24).
     
    10. Structure textile (8, 11, 21) formée d'un fil de poil (1, 12, 22) tufté dans une couche de support (2, 13, 23) formant sur la face supérieure de la structure textile (8, 11, 21) une couche supérieure (4, 15, 24) composée de boucles de poils en relief (5, 16, 17, 25, 26), fabriquée selon le procédé conforme à l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé par le fait que la couche supérieure (4, 15, 24) comporte des boucles de poils (5a, 5b, 16, 17, 25, 26) de hauteurs différentes irrégulières (H).
     
    11. Structure textile selon la revendication 10, caractérisé par le fait que les différentes hauteurs de poils (H) sont irrégulièrement, par exemple volontairement, distribuées.
     
    12. Structure textile selon la revendication 10 ou 11, caractérisé par le fait que 20 à 30% des boucles de poils (5a, 16,25) de la structure textile (8, 11, 21) ont une plus grande hauteur de poil (H) que les autres boucles de poils (5b, 17,26).
     
    13. Structure textile selon l'une quelconque des revendications 10 à 12, caractérisé par le fait que les boucles de poils (5a, 16, 25) de plus grande hauteur (H) possèdent une forme irrégulière, par exemple une configuration arrachée ou grattée.
     
    14. Structure textile selon l'une quelconque des revendications 10 à 13, caractérisé par le fait qu'il existe une sous-couche (30) contenant une matière fibreuse (32) et une structure fibreuse séparée (29), dans laquelle la structure fibreuse séparée (29) provenant de la sous-couche (30) s'étend à travers la couche de support (23) jusque dans la couche supérieure (24), et que les boucles de poils (25, 26) sont mélangées avec des structures fibreuses séparées (29) provenant de la sous-couche (30), tandis que les structures fibreuses séparées (29) sont ancrées en partie dans la sous-couche (30) et/ou dans la couche de support (23).
     
    15. Structure textile selon la revendication 14, caractérisé par le fait que les structures fibreuses séparées (29) se trouvent entre ou sur les boucles de poils (25, 26) par exemple sur la face supérieure de la couche supérieure (24).
     
    16. Structure textile selon l'une quelconque des revendications 14 ou 15, caractérisé par le fait que les structures fibreuses séparées sont constituées par des boules des fils (29) formés de fibres ou fils entremêlés sous forme sphérique.
     
    17. Structure textile selon l'une quelconque des revendications 14 à 16, caractérisé par le fait que les structures fibreuses séparées (29) mélangées avec les boucles de poils (25, 26) ont une configuration différente de celle existant dans la sous-couche (30).
     




    Zeichnung