[0001] Die Erfindung betrifft einen luftdurchströmten ölkühler mit beigeordnetem und mit
diesem verbundenen ölvorratsbehälter für stationäre oder mobile Hydraulikanlagen,
für einen offenen oder geschlossenen ölkreislauf, bei dem der ölkühler im Kühlstrom
liegende, vom öl durchströmbare Leitungen mit wirksamen Außenoberflächen aufweist.
[0002] Bei Hydraulikanlagen setzt sich die im Betrieb entstehende Verlustenergie in Wärme
um, die zu einer ansteigenden Erwärmung des öles führt. Je nach Zustand der Hydraulikanlage
und der ölart kann diese Verlustenergie 10 bis 25 % der Leistungsaufnahme der ölpumpe
im betriebswarmen Zustand betragen. Bei kaltem öl ist die Verlustenergie sehr hoch,
weil das öl eine temperaturbedingt höhere Viskosität aufweist. Durch die betriebsbedingt
zunehmende Erwärmung des öles sinkt die Verlustenergie. Wird jedoch eine von der verwendeten
ölsorte abhängige optimale öltemperatur überschritten, so wird die Viskosität des
öles so niedrig, daß die Gefahr von Schäden in der Hydraulikanlage auftreten kann,
weil der Zusammenhang der schmierenden ölfilme gestört ist.
[0003] Es ist daher aus energiewirtschaftlichen Gründen angebracht, Hydraulikanlagen so
auszugestalten, daß die verlustreiche Startphase, in welcher sich das öl bis auf die
Optimaltemperatur erwärmt, so klein bzw. kurz wie möglich gehalten wird. Andererseits
muß dafür gesorgt werden, daß die Optimaltemperatur während des Betriebes, sei es
bei Höchstlast oder Wechsellast, innerhalb eines bestimmten Schwankungsbereiches,
dessen obere Grenze die Optimaltemperatur des jeweils verwendeten öles ist, verbleibt.
[0004] In der Praxis wird diese Forderung bei bekannten Hydraulikanlagen jedoch nicht verwirklicht;
es gibt nicht nur verhältnismäßig lange Startphasen, während welchen die Anlage mit
hohen Verlusten arbeitet, weil das öl eine zu niedrige Temperatur hat, sondern auch
verlustbelastete Betriebsphasen, bei denen die Anlage mit weit unter der Optimaltemperatur
liegenden öltemperaturen arbeitet, weil man verhindern möchte, daß die öltemperatur
bei Spitzenlast über die optimale Temperatur in gefährliche Bereiche mangelnder Schmierfähigkeit
ansteigt.
[0005] So sind Hydraulikanlagen bekannt, die keinen ölkühler aufweisen, bei denen aber dafür
der ölvorratsbehälter das vier- bis zehnfache (und mehr) Fassungsvermögen der Pumpenfördermenge
pro Minute aufweist. Das Wärmespeichervermögen des ölinhaltes im Behälter soll bei
diesen Anlagen überhitzungen vermeiden. Dafür muß jedoch in Kauf genommen werden,
daß großvolumige Ölbehälter erforderlich sind, daß die Anlagen infolge des hohen Gewichts
derartiger ölbehälter großräumig und schwer werden; und es ist unvermeidbar, daß die
Startphase, während welcher die Anlage mit Verlusten arbeitet, weil das öl nicht bis
zur Optimaltemperatur erwärmt ist, lange Zeit anhält. Solche Anlagen arbeiten daher
mit einem erhöhten Energieaufwand, wobei insbesondere auch die Kosten für die große
ölmenge beim periodisch anfallenden Austausch eine große Rolle spielen,
[0006] Bei anderen bekannten Hydraulikanlagen werden daher Ölkühler verwendet, die mit entsprechend
großer wärmeabgebender Oberfläche ausgestattet sind, welche bypassartig zum ölvorratsbehälter
mittels Leitungen und Ventilen zugeschaltet sind. In den ölkühlern wird das öl entweder
mit Hilfe von Wasser oder mit Hilfe strömender Luft gekühlt. Die Verwendung von Wasser
ist aufwendig, weil sie einen zusätzlichen Kühlwasserkreislauf erfordert. Die Verwendung
strömender Luft ist bei den bekannten Anlagen ebenfalls aufwendig, weil ein Lüfter
verwendet wird, um den kühlenden Luftstrom zu erzeugen. In beiden Fällen muß zur Beseitigung
der im öl befindlichen Wärme Energie aufgewendet werden.
[0007] Es gibt Anlagen, bei denen dieser Lüfter auf der gleichen Achse wie die ölpumpe angeordnet
ist, so daß die ölkühlung ständig in Betrieb ist. Bei diesen Anlagen ergibt sich ein
ähnliches Betriebsverhalten wie bei Anlagen ohne Kühler, denn da von Anfang an gekühlt
wird, liegt die öltemperatur lange auf niederen Startphasen und verbleibt, außer bei
Spitzenlast, während der üblichen Wechsellastphasen weit unterhalb der Optimaltemperatur.
Bei diesen Anlagen wird zusätzlich zu den Verlusten infolge niedriger öltemperatur
auch noch der Energieverlust zum Betreiben des Lüfters in Kauf genommen. Der Bauaufwand
für den Lüfter ist nachteilig und führt zu komplizierten schweren und großvolumigen
Anlagen, und zwar auch dann, wenn der Lüfter separat von einem Elektro-oder Hydraulikmotor
angetrieben wird. Als nachteilig ist auch die Lärmemission des Lüfters anzusehen.
Darüber hinaus ist die Betriebssicherheit gefährdet, weil infolge betriebsbedingter
Schwingungen und Erschütterungen Kabelanschlüsse bei elektrisch angetriebenen Lüftermotoren
leicht abgeschlagen werden. Der Vorteil.der zusätzlichen Kühlaggregate besteht jedoch
darin, daß das Fassungsvermögen des Vorratsbehälters vergleichsweise klein in Bezug
auf Anlagen ohne ölkühler gewählt werden kann.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
einen belüfteten ölkühler mit ölvorratsbehälter der eingangs genannten Art so weiterzubilden,
daß die Vorteile von ölbehältern ohne Kühlaggregate mit denen, die zusätzliche Kühlaggregate
aufweisen, unter Vermeidung der spezifischen Nachteile beider Bauarten vereint werden,
wobei besonderes Gewicht auf die Erzeugung eines intensiven Kühlluftstromes, Wartungs-
und Einstellfreundlichkeit sowie bequeme Unterbringung und geringen Raumbedarf gelegt
werden soll.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe kennzeichnet sich die einleitend genannte Einheit aus luftdurchströmtem
ölkühler mit beigeordnetem ölvorratsbehälter erfindungsgemäß dadurch, daß in der Zuleitung
zum Ölbehälter ein Regelventil angeordnet ist, welches abströmseitig eine zum ölbehälter
führende Leitung und eine zum luftdurch- str8mten ölkühler führende Leitung entweder
selbst temperaturabhängig oder abhängig von einem im ölkreislauf angeordneten Temperaturfühler
derart steuert, daß der kalte ölstrom zur Verkürzung der Anfahrzeit entweder ausschließlich
in den ölbehälter oder der heiße ölstrom in Richtung ölkühler oder bei Zwischenbetriebszuständen
der ölstrom proportional zur öltemperatur teilweise gleichzeitig zum ölbehälter und
zum luftdurchströmten ölkühler geleitet wird, und daß der ölkühler im unteren Ende
eines diesen umgebenden Luftauftriebskamins angeordnet ist und beide in einem für
die verlustarme Lufteinströmung hinreichend großen Abstand von einer Standfläche bzw.
Wandfläche mittels Stützen bzw. Aufhängern gehalten sind, und bei dem die vom öl,
das die Leitungen oder ähnliche Kühlflächen des ölkühlers durchströmt, an die umgebende
Luft abgegebene Wärme die treibende Kraft für einen kühlenden Luftstrom ist.
[0010] Das Erreichen und Einhalten der Optimaltemperatur wird erfindungsgemäß sehr schnell
und genau verwirklicht, denn das Regelventil bleibt so lange in Richtung ölkühler
geschlossen, bis die öltemperatur im Behälter die Optimaltemperatur fast erreicht
hat, so daß die Startphase zeitlich sehr kurz ausfällt. Bei Wechsellast werden vom
Regelventil Teilströme durch den Kühler geleitet, dessen kühles öl sich im Vorratsbehälter
mit dem heißen, direkt zugeführten öl zu einer Mitteltemperatur vermischt, welche
nahe bei der optimalen Temperatur liegt. Bei Spitzenlasten kann die gesamte ölmenge
durch den Kühler geführt werden, so daß optimale öltemperaturen im Behälter erhalten
bleiben.
[0011] Ein sehr wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäß ausgebildeten Einheit besteht in
der Verwendung eines ölkühlers, dessen Kühlluftstrom ohne Lüfter, d. h. also ohne
Verbrauch mechanischer Energie, erzeugt wird. Alle Nachteile, wie Lärmemission, Betriebsunsicherheit,
zusätzlicher Bauaufwand für Motoren usw., wird eingespart. Darüber hinaus kann der
erfindungsgemäß ausgebildete ölkühler infolge seiner Ausbildung als Luftauftriebskamin
mit strömungsverlustarmer Gestaltung auch bei wechselnden Umgebungstemperaturen und
bei geringen Abmessungen, d. h. also geringem Raumbedarf, eine intensive Kühlung bewirken.
[0012] \ Gemäß zweier Weiterbildungen der Einheit kann der Temperaturfühler zur Steuerung
des Regelventiles entweder in der Zulaufleitung zum ölbehälter, und zwar vor dem Regelventil
oder am Regelventil selbst oder aber in der vom ölbehälter zur Pumpe führenden Leitung
angeordnet sein. Die Anordnung der Temperaturmessung in der Zulaufleitung ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn stark wechselnde Betriebszustände (stark schwankende öltemperaturen)
auftreten, weil dann überproportionale Erwärmungen des öles sofort im Kühler abgebaut
werden, während die Anordnung in der zur Pumpe führenden Leitung den Vorteil einer
sehr hohen Temperaturkonstanz bei unregelmäßigen Entnahmen aus dem ölbehälter gewährleistet.
[0013] Die gemäß Hauptanspruch und Unteransprüchen gewählte Anordnung des Regelventiles
und des Temperaturfühlers außerhalb des Ölbehälters ist von außerordentlichem Vorteil,
weil Wartungs- und Auswechslungsarbeiten ohne große ölverluste sehr leicht durchgeführt
werden können, insbesondere auch Umstellungen des Regelventiles oder Veränderungen
der Proportionalität zwischen Temperaturfühler und Regelventil bei wechselnden Ölsorten
oder sich ändernden Betriebsbedingungen sehr leicht durchführbar sind.
[0014] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäß ausgebildeten Einheit zur
Erzielung kleiner Baumaße und Gewichte sind zur Verringerung der Zugverluste (Eintrittsverluste)
der Lufteintritt in der unteren Öffnung des Luftauftriebskamines Luftströmungsverluste
mindernde, vorzugsweise abgewinkelte oder gekrümmte Luftleitflächen und Umlenkbleche
angeordnet.
[0015] . Vorteilhaft ist weiterhin, wenn am Lufteintritt zum Kühler eine sich von unten
nach oben verengende strömungsbeschleunigende Haube vorgesehen ist.
[0016] Außerdem ist es vorteilhaft, daß zur Verringerung der Austrittsverluste der Luftauftriebskamin
zumindest im Bereich seines oberen offenen Endes oder auf der gesamten Höhe oberhalb
des ölkühlers diffusorartig nach oben erweitert ist, wobei der Neigungswinkel der
Luftauftriebskaminwände sich zur Strömungsachse bis zu 20° erweitert.
[0017] Durch die beiden genannten Maßnahmen werden Luftströmungsverluste im Auftriebskamin
optimal vermieden und es ergibt sich trotzdem eine hochwirksame Luftströmung bei geringem
Raumbedarf des Luftauftriebskamines. Ein-und Austrittsverluste bilden einen erheblichen
Anteil von der Luftantriebskraftbilanz für die Erzeugung der Strömungsgeschwindigkeit.
Einsparungen der Strömungsverluste werden sinnvoll im Wärmeübergang an die ölkühlerelemente
genutzt. Die Wärmeübertragung vom öl zur Luft steigt je nach Ausbildung der Kühlelemente
etwa proportional zur Luftgeschwindigkeit. Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß
der ölbehälter mit dem ölkühler insgesamt kleiner und leichter ausgebildet werden
kann als bei Anlagen mit motorisch betriebenen Lüftern.
[0018] Die erfindungsgemäß ausgebildete Einheit zeichnet sich durch eine hohe Variierbarkeit
der Belastungen in Bezug auf ölmengen und öltemperatur aus. Da der ölkühler bei in
seiner Richtung geöffnetem Regelventil vom ölkreislauf zwangsdurchströmt wird, spielt
es für seine Funktion überhaupt keine Rolle, wo der ölbehälter angeordnet ist. So
kann er gemäß Anspruch 7 separat vom ölkühler auf gleicher Höhe oder auch unterhalb
oder oberhalb des ölkühlers angeordnet sein. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil,
daß die Unterbringung des Ölbehälters frei, je nach räumlicher Gestaltung der jeweiligen
Hydraulikanlage, gewählt werden kann und zu kompakten Gesamtanlagen beiträgt.
[0019] Es ist erfindungsgemäß, zusätzlich zur weiteren Raum-und Gewichtseinsparung, auch
möglich, daß der ölbehälter einen Teil der Außenwand bildet oder als ringförmiger
Körper den ölkühler umschließt und teilweise oder ganz die Außenwand des Luftauftriebskamins
bildet.
[0020] Bei diesen Ausgestaltungen bilden ölvorratsbehälter und ölkühler eine Kompakteinheit
mit geringem Gewicht und geringen Außenabmessungen, die sich stets leicht unterbringen
läßt.
[0021] Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß der ölbehälter die Gestalt eines verlustarm
umströmbaren Körpers aufweist und innerhalb des Luftauftriebskamines angeordnet ist.
[0022] Die vorgenannte Weiterbildung eignet sich insbesondere dann, wenn eine vergleicheweise
hohe Kühlleistung des Ölkühlers in Verbindung mit einem vergleichsweise möglichst
geringen Fassungsvermögen des ölbehälters kombiniert werden,
[0023] Die Ausgestaltung mit separatem ölbehälter ist besonders vorteilhaft für geschlossene
Hydraulikkreisläufe, denn bei diesen steht der Vorratsbehälter unter Druck und wird
deshalb vorzugsweise trommelförmig ausgebildet.
[0024] In vorteilhafter Weise kann das Fassungsvermögen des Ölbehälters kleiner als das
zweifache der Pumpenfördermenge pro Minute sein.
[0025] Erfindungsgemäß ist es möglich, den ölbehälter extrem klein auszubilden. Es ist lediglich
darauf zu achten, daß der Behälter durch sein Volumen die Nebenaufgaben, nämlich Speicherung
einer Reserve für Leckölverluste, Sedimentierung von Feststoffen, die z. B. durch
Verkokung entstanden sind, Volumenausdehnungen des öles durch Erwärmung, aufzunehmen,
wie auch schäumendem öl Raum zu geben, erfüllt. Werden diese Aufgaben erfüllt, so
kann ein ölbehälter auch noch wesentlich kleiner als es dem Zweifachen der Fördermenge
pro Minute der Pumpe entspricht, ausgebildet werden. Dies hat den Vorteil, daß die
Hydraulikanlage infolge kleinen Behälters klein und leicht ausfällt, mit geringem
Kostenaufwand für öl arbeitet und insbesondere extrem schnell auf Optimaltemperatur
kommt, weil nur eine geringe ölmenge zu erwärmen ist.
[0026] Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Einheit, bestehend aus belüftetem ölkühler
mit Vorratsbehälter, sind in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 - eine Seitenansicht,
Fig. 2 - eine Stirnansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäß ausgebildeten
Einheit,
Fig. 3 - eine Seitenansicht,
Fig. 4 - eine Draufsicht auf eine Weiterbildung, bei welcher ölbehälter und Luftauftriebskamin
eine gemeinsame Wandung haben,
Fig. 5 - eine Teil-Schnitt-Seitenansicht,
Fig. 6 - eine Draufsicht auf eine Weiterbildung mit ringförmigem ölbehälter und von
den Innenwandungen des Behälters begrenztem Luftauftriebskamin,
Fig. 7 - eine strömungstechnisch besonders günstige Ausgestaltung in Seitenansicht,
Fig. 8 - eine Seitenansicht einer strömungstechnisch günstigen Ausgestaltung des Luftauftriebskamines
mit beigeordnetem ölbehälter, der eine Seitenwand des Kamines begrenzt,
Fig. 9 - eine Draufsicht auf die Ausführung gemäß Fig. 8,
Fig.10 - eine Seitenansicht einer Ausgestaltung, bei welcher strömungstechnisch optimierter
Luftauftriebskamin und den Kamin auf einem Teil seiner Höhe ringförmig umgebender
Ölbehälter vereinigt sind,
Fig.11 - eine Draufsicht auf die Ausführung gemäß Fig. 10,
Fig.12 - eine Schema-Seitenansicht mit innerhalb des Luftauftriebskamines angeordnetem
ölvorratsbehälter,
Fig.13 - eine Draufsicht auf die Ausgestaltung nach Fig. 12.
[0027] In Fig. 1 ist eine Schema-Schnittansicht gezeigt, in welcher die Ausgestaltung einer
Ausführungsform eines ölbehälters 6 mit beigeordnetem ölkühler 4 wiedergegeben ist,
bei der die Bauhöhe nicht stark beschränkt ist. Figur 2 zeigt die Seitenansicht.
[0028] Der aus beiden, nämlich dem ölbehälter 6 und dem Kühler 4, bestehenden Einheit wird
über eine von der Hydraulikanlage kommende Zulaufleitung 1 betriebswarmes öl zugeführt
und in ein temperaturabhängig sich selbst steuerndes oder gesteuertes Regelventil
2 eingeleitet. Dieses Regelventil 2 hat abströmseitig eine Leitung 3, die zum ölkühler
4 führt und eine weitere Leitung 5, die direkt in den ölvorratsbehälter 6 ausmündet.
Aus dem Vorratsbehälter 6 wird das öl über eine Leitung 7 zur nicht dargestellten
Pumpe und weiter zum Hydrauliksystem geführt.
[0029] Bei diesem Beispiel wird der Ölkühler 4 aus einzelnen Leitungen 9, Rohrschlangen
o. dgl. gebildet. Das öl gelangt mit der Leitung 3 in den Sammler 6, aus dem die Rohrschlangen
9, das Kühlsystem 4 bildend, abgehen. Anstelle der Leitung 9, mit oder ohne Sammler
8, sind auch andere wärmeübertragende Elemente (wie z. B. Rippenrohre, elliptische
oder linsenförmige Rohre usw.) wählbar. Ein Sammler 10 führt das öl aus den Leitungen
9 ab und leitet es über eine Leitung 11 in den Vorratsbehälter 6.
[0030] Das Regelventil 2 ist bei der Ausführung gemäß Fig. 1 und 2 mit einem nicht getrennt
ausgeführten Temperaturfühler versehen. Messungen und entsprechende Regelverstellungen
erfolgen durch Temperaturfühler, die mit Ventilen und deren Sitzen direkt verbunden
sind. Aufgrund der Temperaturfühler-Steuerung im Regelventil 2 fließt das aus der
Zulaufleitung kommende öl, sofern es kalt ist und nicht der optimalen öltemperatur
entspricht, durch die Leitung 5 unmittelbar in den Vorratsbehälter 6. öl, das mit
seiner Temperatur die Optimaltemperatur zu überschreiten droht, wird durch entsprechende
Verstellung im Regelventil 2 durch die Leitung 3 in den ölkühler 4 geleitet und tritt
aus diesem gekühlt in den ölbehälter 6 zurück. Bei hohem Wärmeanfall im öl, d. h.
extrem hoher Spitzenlas, wird das Regelventil die Leitung 5 sperren, so daß der gesamte
ölstrom durch den ölkühler 4 läuft. Bei Zwischenzuständen wird das aus der Zulaufleitung
1 kommende öl in Teilströme aufgezweigt. Das Ergebnis dieser Steuertätigkeit des Regelventiles
2 besteht darin, daß im Vorratsbehälter 6 öl mit einer Temperatur enthalten ist, die
sich als Mischtemperatur der aus der Leitung 5 und der aus der Leitung 11 kommenden
ölanteile einstellt. Diese Mischtemperatur schwankt nur geringfügig nahe unterhalb
der Optimaltemperatur des Öles. Dies hat für einige Bedarfsfälle den Vorteile daß
kurzfristig mehr öl optimaler Temperatur entnommen werden kann als es der Rücklaufmenge
entspricht.
[0031] Um eine intensive Kühlung des öles auf geringem Raum zu erreichen, ist der ölkühler
4 in einem geraden Luftauftriebskamin 12 untergebracht, der auf Stützen 13 mit seinem
unteren offenen Ende in einem Abstand .von einer Standfläche gehalten ist. Für beschränkte
Gesamtbauhöhen sind zur Verbesserung des Kühlluftstromes, d. h. zur Verminderung von
Eintritts-Strömungsverlusten, unterhalb des Auftriebskamines 12 Luftströmungsverluste
mindernde, vorzugsweise abgewinkelte, ggfs. aber auch gekrümmte Luftleitflächen 14
sowie gleichermaßen ausgebildete Umlenkbleche 15 angeordnet. Die großen Pfeile in
den Figuren geben die Luftströmungsrichtung an.
[0032] Der ölbehälter 6 hat im oberen Bereich den üblichen öleinfüllstutzen 16, der bei
offenen Anlagen auch als Entlüftungsstutzen dienen kann; an der tiefsten Stelle des
ölkreislaufes im Beispiel gemäß Fig. 1 und 2 am unteren Sammler 10 des ölkühlers 4
ist ein Ablaßstutzen 1.7 vorgesehen.
[0033] Bei der Ausgestaltung gem. Fig. 3 und 4 ist auf kompakte raumsparende Ausbildung
Wert gelegt, indem der Luftauftriebskamin 12 und der ölbehälter 6 eine gemeinsame
Wandung aufweisen.
[0034] Bei der Ausgestaltung nach Fig. 5 und 6 ist die raum-und gewichtssparende Einsparung
noch weiter getrieben, indem der ölbehälter 6 ringförmig ausgestaltet ist und mit
den inneren, einen Hohlraum begrenzenden Wandungen die Wandungen des Luftauftriebskamines
12 bildet. Zur Umlenkverlustreduzierung sind im Einlauf zum (kühllufttreibenden) Auftriebskamin
12 und Behälterinnenraum 6 flügelartige Umlenkungen 15a (Flügelsche Umlenkung) vorgesehen,
[0035] Die Weiterbildung gemäß Fig. 7 ist insbesondere im Hinblick auf besonders wirksame
Kühlung, d. h. optimale Erzeugung eines Kühlluftstromes mit zusätzlich geringen Austrittsverlusten,
variiert. Bei dieser Anlage ist der ölbehälter 6 separat vom Luftauftriebskamin 12
angeordnet. Der schon erwähnte Temperaturfühler 18 ist in der vom ölbehälter 6 zur
Pumpe führenden Leitung 7 untergebracht und über eine elektrische Verbindung 19 mit
einem Proportionalitätsverstärker 20 verbunden, welcher einstellbar ist und seinerseits
mit dem Regelventil 2 steuerungstechnisch in Verbindung steht. Der ölbehälter 6 kann
z. B. als Druckbehälter trommelförmig ausgebildet sein und der Behälter kann zur Raumeinsparung
unterhalb und neben Luftaustrittskamin 12 und Diffusor 21 angebracht sein.
[0036] Zur Optimierung der Luftauftriebsströmung im Luftauftriebskamin 12 (Verringerung
der Auftriebsverluste, daher geringere erforderliche Höhe des Luftaustrittskamines
12 oder bei gleicher Luftaustrittskaminhöhe Vergrößerung der Auftriebsgeschwindigkeit
und damit wirksamerem Wärmeübergang vom öl auf die vorbeistreichende Luft) erweitert
sich der Luftaustrittskamin 12 zum Austritt 21 diffusorartig. Die Wandung kann je
nach Strömungsverhältnissen bis zu « 20° von der Strömungsachse 12a abgeneigt sein.
Die Austrittsverluste haben einen wesentlichen Anteil an der Zugverlustbilanz.
[0037] Die Fig. 8 und 9 zeigen eine Ausführung, bei welcher der Ölbehälter 6 eine Seitenwand
des Luftauftriebskamines 12 bildet, und zwar in einem Bereich, in welchem dieser Luftauftriebskamin
12, ähnlich wie bei der Ausgestaltung nach Fig. 7, behälterseitig stark nach außen
geneigt ist, um eine diffusorartige Verbreiterung 21 zu.bilden. Es ist natürlich auch
möglich, die Diffusorachse in Richtung der Kühlachse zu belassen und je einen kommunizierenden
Behälter links und rechts sowie unterhalb an den Diffusor. 21 anzuordnen.
[0038] Bei der Ausführung nach Fig. 10 und 11 ist die Einrichtung an einer stehenden Wand
in hängender Ausführung ausgebildet. Der Ölbehälter 6 hat eine ringförmige, im vorliegenden
Fall kreisringförmige Gestalt und umgibt den ölkühler ringartig. Das untere offene
Ende des Luftauftriebskamines 12 hat unterhalb des ölkühlers 4 eine trichterförmige,
nach unten erweiterte Haube 22, die durch langsame und gleichbleibende Beschleunigung
der Kühlluft auf etwa Luftgeschwindigkeit im ölkühler 4 ein verlustarmes Einströmen
der Luft bewirkt, während oberhalb des ölkühlers 4 der schon erwähnte diffusorartig
erweiterte Aufsatz 21 vorgesehen ist. Gehalten wird die Einrichtung mittels der Haken
bzw. Halterungen 23 an der Wand. Es ist auch möglich, diese Einrichtung mittels Stützen
auf einem ebenen Boden aufzustellen.
[0039] Bei der Ausgestaltung gemäß Fig. 12 und 13 ist der Luftauftriebskamin 12 zweigeteilt
und zugleich diffusorartig oberhalb des Kühlers 4 ausgebildet. Zwischen diesen diffusorartigen
Kanälen ist der ölvorratsbehälter 6 als luftströmungsgünstig geformter Körper angeordnet.
[0040] Durch die Verwendung der diffusorartigen Aufsätze 21 läßt sich die Gesamtbauhöhe
des ölkühlers 4 bzw des Luftauftriebskamines 12 durch die Verringerung von Austrittsverlusten
- die Austrittsverluste steigen mit dem Quadrat der Luftaustrittsgeschwindigkeit aus
dem Luftaustrittskamin - , die Turbulenz

vergrößern (Re = Reynoldsche Zahl (Maß der Turbulenz), w = Luftgeschwindigkeit, d
Hydr. = Abmessung im Luftschacht, y = kinematische Zähigkeit) und damit die Lufttemperaturim
Luftaustrittskamin 12 über den gesamten Querschnitt homogenisieren, die Auftriebskräfte
gleichmäßig gestalten und eine gleichmäßige Luftbeaufschlagung mit gleichbleibendem
guten Wärmeübergang im Kühler 4 erzielen.
[0041] Durch die beschriebenen Ausführungsformen ist es daher möglich, Hydrauliknebenanlagen
zu schaffen, die kleinvolumige ölbehälter und verhältnismäßig kleine Kühler aufweisen
und die gegenüber bekannten Ausführungen mit Behältern und ölkühlern, mit motorgetriebenen
Lüftern, auch bei kleineren Anlagen gewichtssparend sind und geringer Bauvolumina
bedürfen. Trotz dieser erheblich raumsparenderen Ausgestaltung sind Sicherheiten für
höhere Luftumgebungstemperaturen, extreme Spitzenlasten usw. vorsehbar. Es wird weiter
erreicht, daß das öl im ölbehälter 6 sich innig vermischen kann und der gesamte ölinhalt
für plötzliche Mehrentnahmen mit optimaler Temperatur zur Verfügung steht.
[0042] Es werden Antriebsenergien für Lüfter gespart, Lärmemissionen vermieden, es wird
Raum und Gewicht eingespart und die gesamte Hydraulikanlage arbeitet stets dicht unterhalb
der Optimaltemperatur des öles. Diese Optimaltemperatur wird aufgrund des geringen
Fassungsvermögens des ölbehälters einerseits und der Tätigkeit des Regelventiles andererseits
schnell erreicht. Geringer ölbedarf infolge des geringen Volumens stellt eine erhebliche
Kostenersparnis dar. Die Betriebssicherheit ist gegenüber bekannten Ausführungen gesteigert,
weil kein motorbetriebener Lüfter ausfallen kann oder gewartet werden muß. Die gesamte,
aus Kühler und ölbehälter 4 bzw. 6 bestehende, Einheit ist in hohem Maße wartungs-
und bedienungsfreundlich, weil alle evtl. zu bedienenden oder umzustellenden Einrichtungen,
z. B. das Regelventil 2, der Einfüllstutzen 16 usw. leicht zugänglich sind.
1. Luftdurchströmter ölkühler mit beigeordnetem und mit diesem verbundenen ölvorratsbehälter
für stationäre oder mobile Hydraulikanlagen, für einen offenen oder geschlossenen
ölkreislauf, bei dem der ölkühler im Kühlstrom liegende, vom öl durchströmbare Leitungen
mit wirksamen Außenoberflächen aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Zuleitung (1) zum Ölbehälter (6) ein Regelventil (2) angeordnet ist, welches
abströmseitig eine zum ölbehälter (6) führende Leitung (5) und eine zum luftdurchströmten
ölkühler (4) führende Leitung (3) entweder selbst temperaturabhängig oder abhängig
von einem im Ölkreislauf angeordneten Temperaturfühler derart steuert, daß der kalte
ölstrom zur Verkürzung der Anfahrzeit entweder ausschließlich in den ölbehälter (6)
oder der heiße ölstrom in Richtung ölkühler (4) oder bei Zwischenbetriebszuständen
der ölstrom proportional zur öltemperatur teilweise gleichzeitig zum Ölbehälter (6)
und zum luftdurchströmten ölkühler (4) geleitet wird,
und daß der ölkühler (4) im unteren Ende eines diesen umgebenden Luftauftriebskamins
(12) angeordnet ist und beide in einem für die verlustarme Lufteinströmung hinreichend
großen Abstand von einer Standfläche bzw. Wandfläche mittels Stützen (13) bzw. Aufhängern
(23) gehalten sind, und bei dem die vom öl, das die Leitungen (9) oder ähnliche Kühlflächen
des ölkühlers (4) durchströmt, an die umgebende Luft abgegebene Wärme die treibende
Kraft für einen kühlenden Luftstrom ist.
2. Luftdurchströmter ölkühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Temperaturfühler
(18) in der Zulaufleitung (1) zum ölbehälter (6) wahlweise vor oder am Regelventil
(2) angeordnet ist.
3..Luftdurchströmter ölkühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Temperaturfühler
(18) in der vom Ölbehälter (6) zur Pumpe führenden Leitung (7) angeordnet ist.
4. Luftdurchströmter ölkühler nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Verringerung der Zugverluste (Eintrittsverluste) der Lufteintritt
in der unteren öffnung des Luftauftriebskamines (12) Luftströmungsverluste mindernde,
vorzugsweise abgewinkelte oder gekrümmte Luftleitflächen (14) und Umlenkbleche (15)
angeordnet sind.
5, Luftdurchströmter ölkühler nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß am Lufteintritt zum Kühler (4) eine sich von unten nach oben verengende
strömungsbeschleunigende Haube (22) angebracht ist.
6. Luftdurchströmter ölkühler nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Verringerung der Austrittsverluste der Luftauftriebskamin
(12) zumindest im Bereich seines oberen offenen Endes oder auf der gesamten Höhe oberhalb
des ölkühlers (4) diffusorartig nach oben erweitert ist, wobei der Neigungswinkel
der Luftauftriebskaminwände sich zur Strömungsachse (12a) bis zu 20° erweitern.
7. Luftdurchströmter ölkühler nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der ölbehälter (6) separat vom ölkühler (4) auf gleicher Höhe
oder auch oberhalb oder unterhalb des ölkühlers (4) angeordnet ist.
8. Luftdurchströmter ölkühler nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der ölbehälter (6) einen Teil der Außenwand bildet oder als ringförmiger
Körper den ölkühler (4) umschließt und teilweise oder ganz die Außenwand des Luftauftriebskamines
(12) bildet.
9. Luftdurchströmter ölkühler nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6 und/oder
8, dadurch gekennzeichnet, daß der ölbehälter (6) die Gestalt eines Verlustarm umströmbaren
Körpers aufweist und innerhalb des Luftauftriebskamins (12) angeordnet ist.
10. Luftdurchströmter ölkühler nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 91 dadurch gekennzeichnet, daß das Fassungsvermögen des Ölbehälters (6) kleiner als
das Zweifache der Pumpenfördermenge pro Minute sein kann.