[0001] Die Erfindung betrifft Tafel- und Ziergegenstände nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Bei solchen Gegenständen hat die Schutzlakkierung, auch Vernierung genannt, den Zweck,
die silberne bzw. versilberte Oberfläche pflegeleicht zu gestalten, ohne die optische
Wirkung zu beeinträchtigen. Die Schutzlackierung verhindert das Verfärben durch Schwefelanlauf
und erleichtert durch ihre Wasserbeständigkeit das Reinigen der Gegenstände. Diese
fest haftende Schutzlackierung wird in der Weise aufgebracht, daß die versilberten
Teile in einen Lack auf Zellulose- oder Kunstharzbasis getaucht und so langsam aus
diesem entnommen werden, daß ein relativ dünner, etwa 2 u. Film zurückbleibt. Die
Schutzlackschicht wird dann eingebrannt. Diese bekannte Schutzlackierung hat allerdings
den Nachteil, daß sie gegen mechanische Beschädigung empfindlich ist. Die derart behandelten
versilberten Gegenstände benötigen daher besonderen Schutz bei Versand und Verkauf
in Form geeigneter Verpackung.
[0003] Der Schutz von empfindlichen Metalloberflächen sowie anderen polierten Oberflächen
mittels einer Schutzlackierung ist aus der Zeitschrift »Machine Moderne«, Nr. 803,
März 1976, Seiten 29 und 30, bekannt. Der Überzug dient als Transportschutz. Die Art
der Überzüge, beispielsweise Polyvinylchlorid, hat ausschließlich eine Schutzaufgabe.
Dabei wird Wert darauf gelegt, daß keine schädliche Reaktion mit der Oberfläche des
Gegenstandes zu befürchten ist und die Schutzlackierung unter Umständen mittels Lösungsmitteln
entfernt werden kann. Eine optische Wirkung wird von einer solchen Schutzlackierung
nicht erwartet.
[0004] Die eingangs geschilderte Schutzlackierung für Oberflächen aus Silber hat den Nachteil,
daß sich nicht gleichzeitig mit der Wasserbeständigkeit auch die Widerstandsfähigkeit
gegen mechanische Beschädigungen erhöhen läßt. Dies macht sich unangenehm dadurch
bemerkbar, wenn Gegenstände der beschriebenen Art in Warenhäusern, Selbstbedienungsläden
und derartigen Stellen verkauft werden, wo sie dem direkten Zugriff des Publikums
ausgesetzt sind. Verpackungen, die nur teilweise durchsichtig sind, erlauben dem Kunden
nicht, den Gegenstand von allen Seiten zu betrachten und sind außerdem aufwendig.
Allseitig durchsichtige Verpackungen, wie Klarsichtbeutel oder -folien lassen die
verpackte Ware optisch nicht in befriedigendem Maße zur Wirkung kommen und sind daher
für Ausstellungszwecke, insbesondere in Schaufenstern oder Vitrinen, ungeeignet.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, Gegenstände der eingangs beschriebenen Art wenigstens
für die Zeit des Anbietens bzw. Ausstellens ohne optische Beeinträchtigung mit einem
zusätzlichen Schutz zu versehen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Merkmal
des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Der transparente Lacküberzug umschließt den silbernen bzw. versilberten Gegenstand
allseitig und schützt ihn damit sowohl vor mechanischen als auch vor anderen Einwirkungen
von der Herstellung bis wenigstens zum Verkauf. Im Gegensatz zu einer folienförmigen
Verpackung liegt der Lacküberzug so dicht an der Schutzlackierung an, daß er die optische
Wirkung der silbernen bzw. versilberten Oberfläche nicht oder nicht nennenswert beeinträchtigt.
Er gestattet auch die problemlose Reinigung, wenn die Gegenstände durch Staub oder
durch Betasten verschmutzt wurden. In einfacher Weise kann der jeweilige Gegenstand
beim Verkauf oder beim Kunden in seinen unbeschädigten Originalzustand mit seiner
Schutzlackierung, d. h. Vernierung, gebracht werden, indem der Lacküberzug abgezogen
wird. Damit unterscheidet sich die erfindungsgemäße Lackschicht von den für verschiedenste
Gegenstände bekannten, in mehreren Folgen übereinander aufgetragenen Schutzlackierungen,
für die es wesentlich ist, daß sie übereinander gut haften. Daß ein dem ersten Lacküberzug
ähnlicher und in gleichartigen Verfahren aufbringbarer zweiter Lacküberzug vom ersten
Lacküberzug auf einfache Weise und ohne Hinterlassen von Spuren entfernbar ist, steht
im Gegensatz zu dieser herkömmlichen Auffassung von Schutzlackierungen.
[0007] Ein weiterer Vorteil des Lacküberzugs ist der hermetische Abschluß, der auch in extrem
feuchtwarmem Klima verhindert, daß durch Elektrolytrückstände Ausblühungen und kleine
Korrosionsstellen entstehen können. Die Weichmacher gewährleisten, daß der Lacküberzug
wenigstens bis zum Verkauf des Gegenstandes elastisch und damit auf einfache Weise
abziehbar bleibt.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsform beruht der Lacküberzug auf Polyvinylchlorid-Basis.
[0009] Der Lacküberzug läßt sich auf einfache Weise entfernen, wenn er erst einmal an einer
Stelle abgelöst ist. Dies kann beispielsweise durch Anritzen mit einem Holzgegenstand
erfolgen. Zur Erleichterung des Abziehens kann der Lacküberzug einen oder mehrere
Aufreißstreifen enthalten. Sie ersparen nicht nur das Einritzen; sie zeigen dem Kunden
auch unmißverständlich, daß es sich bei dem Lacküberzug um eine zusätzliche, zum Entfernen
bestimmte Hülle handelt.
[0010] Vorteilhaft kann der Aufreißstreifen aus saugfähigem Material, wie Papier oder Kunststoffgewebe
bzw. -vlies, bestehen und durch teilweises Auflegen auf den noch feuchten Lacküberzug
befestigt werden, wobei der freie Teil des Aufreißstreifens vorteilhaft über den Rand
des Gegenstandes hinausragt. Aufreißstreifen dieser Art können zusätzlich einen Aufdruck,
beispielsweise einen Hinweis auf die Doppellackierung, erhalten.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Ziergegenstandes wird nachstehend
anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Zierteller mit teilweise aufgebrochenen Lackschichten
und
Fig. 2 einen Schnitt entsprechend der Schnittlinie 11-11 in Fig. 1.
[0012] Der Zierteller 1 ist kreisförmig ausgebildet mit einer mittleren, ebenfalls kreisförmigen
Vertiefung 1a. Er besteht aus Silber. Seine silberne Oberfläche 2 ist, wie aus Fig.
2 ersichtlich, mit einer Schutzlackierung überzogen, die eine Dikke von 2-4
11m aufweist. Sie verhindert im Gebrauch Schwefelanlauf und erleichtert die Reinigung
des Gegenstandes. Über der Schutzlackierung 3 ist der Zierteller 1 mit einem durchsichtigen
Lacküberzug mit einer Dicke zwischen 50 und 80 11m versehen. Er liegt eng an der Schutzlackierung
an, ohne sich mit ihr zu verbinden. Der optische Eindruck der silbernen Oberfläche
ist trotz des Lacküberzugs voll erhalten.
[0013] Der auf Polyvinylchlorid-Basis aufgebaute Lacküberzug enthält Weichmacher, die auch
bei 60° C nicht in die Schutzlegierung einwandern und auch nicht verdunsten. Bei einer
Temperatur bis 40° C erhalten sie die Elastizität des Lacküberzugs über lange Zeit
derart aufrecht, daß der Lacküberzug von dem Zierteller 1 abgezogen werden kann. Um
das Abziehen zu erleichtern, ist der Lacküberzug 4 mit Aufreißstreifen 5 versehen.
Sie sind teilweise zwischen der Schutzlakkierung 3 und dem Lacküberzug 4 eingebettet
und weisen einen frei abstehenden Abschnitt zum Anfassen auf.
[0014] Der Lacküberzug 4 ist dazu bestimmt, den Zierteller von seiner Fertigstellung an
bis zum Kunden in einwandfreiem Zustand zu erhalten, ohne sein Aussehen zu beeinträchtigen.
Der Zierteller ist von allen Seiten zu sehen. Er kann, beispielsweise in Selbstbedienungsläden,
ausgestellt und angefaßt werden. Dabei entstehende Verschmutzung oder kleine mechanische
Schäden werden vom Lacküberzug aufgenommen und berühren die Schutzlackierung nicht.
Der Lacküberzug kann beim Verkauf oder beim Kunden vor Ingebrauchnahme des Ziertellers
auf einfache Weise dadurch entfernt werden, daß der Überzug mittels der Aufreißstreifen
zunächst an einer oder mehreren Stellen abgelöst und anschließend im Ganzen von dem
Zierteller abgezogen wird. Damit liegt die verbleibende, für den Dauergebrauch bestimmte
haltbare Schutzlakkierung frei. Sie weist ihre neuwertige, saubere und glatte Oberfläche
auf.
[0015] Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt. Im Rahmen der Erfindung
ist die Gestalt und Größe des Tafel- oder Ziergegenstandes völlig frei. Der Gegenstand
kann statt rein silbern auch nur an der Oberfläche versilbert sein. Ferner kann die
erfindungsgemäße Oberflächenbeschichtung einschließlich des Lacküberzugs auch auf
Teilflächen von Gegenständen aufgebracht werden, die aus verschiedenen Materialien
bestehen und nur teilweise silbern oder versilberte Oberflächen aufweisen.
[0016] Die Aufreißstreifen erleichtern das Ablösen des Lacküberzugs; dieser kann jedoch
auch durch Einritzen mit einem Holzgegenstand an einer Anfangsstelle abgelöst werden.
[0017] Eine bevorzugte Ausführungsform des Lacküberzugs besteht aus 30% Mischpolymerisat
aus Polyvinylchlorid und Polyvinylalkohol als Bindemittel, 60% Essigsäureäthylester
und Xylol als Lösungsmittel und 10% Phthalsäureester und höhere Alkohole als Weichmacher.
1. Tafel- und Ziergegenstände (1) mit einer Oberfläche aus Silber (2), die mit einer
Schutzlackierung (3) gegen Anlaufen, insbesondere einer Einbrennlackierung auf Zellulose-
oder Kunstharzbasis, überzogen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände (1)
einen weiteren durchsichtigen Lacküberzug (4) aufweisen, der von der Schutzlackierung
(3) abziehbar ist und seine Elastizität über eine längere Lagerzeit auch bei Temperaturen
bis 40°C erhaltende Weichmacher mit geringer Flüchtigkeit enthält, die keine Neigung
besitzen, in die Schutzlackierung (3) einzudiffundieren.
2. Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Lacküberzug (4) auf
Polyvinylchlorid-Basis beruht.
3. Gegenstand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Lacküberzug
(4) einen oder mehrere, zum Teil zwischen der Schutzlackierung (3) und dem Lacküberzug
(4) eingebettete Aufreißstreifen (5) enthält.
4. Gegenstand nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufreißstreifen (5)
aus saugfähigem Material, wie Papier oder Kunststoffgewebe bzw. -vlies, besteht und
durch teilweises Auflegen auf den noch feuchten Lacküberzug (4) befestigbar ist.
1. Tableware or decorative objects (1) having a surface of silver (2) covered with
a protective varnish layer (3), particularly of a cellulose or synthetic resin base
varnish, for protection against tarnishing, characterized in that said objects (1)
are provided with a further transparent varnish coating (4) adapted to be peeled of
said protrective layer (3) and containing low-volatility plasticizers maintaining
its elasticity over extended storage periods even at temperatures up to 40° C and
showing no tendency to diffund into the protective coating (3).
2. An object according to claim 1, characterized in that said varnish coating (4)
is based on polyvinyl chloride.
3. An object according to claim 1 or 2, characterized in that said varnish coating
(4) contains one or more tear ribbons (5) partially embedded between said protective
varnish layer (3) and said varnish coating.
4. An object according to claim 3, characterized in that said tear ribbon (5) consists
of an absorbent material such as paper or a synthetic fabric or fleece and is adapted
to be attached by being partially laid down onto the still moist varnish coating (4).
1. Objets de service de table et articles décoratifs (1) pourvus d'une surface en
argent (2) qui est revêtue d'une peinture de protection (3) contre le ternissement,
en particulier d'une peinture à cuire à base de cellulose ou de résine synthétique,
caractérisés par le fait que les objets (1) présentent un autre revêtement transparent
de vernis (4) qui peut être retiré de la peinture de protection (3) et qui contient
des plastifiants de faible volatilité conservant son élasticité pendant un long stockage,
même à des températures atteignant 40°C et qui n'ont pas tendance à diffuser dans
la peinture de protection (3).
2. Objet selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le revêtement de vernis
(4) est à base de polychlorure de vinyle.
3. Objet selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé par le fait que le revêtement
de vernis (4) contient une ou plusieurs bandelettes de déchirement (5), en partie
enrobée entre la peinture de protection (3) et le revêtement de vernis (4).
4. Objet selon la revendication 3, caractérisé en ce que la bandelette de déchirement
(5) est formée de matière absorbante comme le papier ou un tissu ou toison de matière
synthétique et peut être fixé en le posant partiellement sur le revêtement de vernis
(4) encore humide.