[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Kunststoffaß, das mit einem Deckel und einem Spannring
verschließbar ist, entsprechend den Merkmalen im Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Bei derartigen, zumeist aus Kunststoff geblasenen Fässern, wie sie z.B. aus der DE-AS
22 58 096 und der DE-PS 28 27 848 bekannt sind, besteht das Problem, die Dichtigkeit
des Verschlusses zwischen Faß und Deckel auch dann zu gewährleisten, wenn ungewöhnliche
Belastungen auftreten, wie dies z.B. beim Umstürzen oder Fallen des Fasses aus größerer
Höhe der Fall ist. Dieses Problem stellt sich für die in Rede stehenden Kunststoffässer
vor allem deshalb, weil sie häufig zum Transport von flüssigen Chemikalien Verwendung
finden, deren Austritt z.B. bei Fahrzeugunfällen gewährlich wäre und verhindert werden
muß.
[0003] Man hat sich mit diesem Problem schon mehrfach beschäftigt, ohne allerdings eine
den gestellten hohen Anforderungen vor allem in bezug auf Fallfestigkeit restlos zufriedenstellende
Lösung gefunden zu haben. So hat man vorgeschlagen, die am Faßkörper verteilt angeordneten
Vorsprünge bzw. Nasen mit parallel zur Faßachse verlaufenden Sicken zu versehen, die
zusammen mit den aus der Faßwand gegenüber dem übrigen, sich stärker verjüngenden
Bereich des Faßhalses ausgedrückten, säulenartig nach oben verlaufenden Stützen zur
Aufteilung des Kraftflusses angeordnet sind. Der Spannring ist dabei als Spannband
ausgebildet (DE-PS 28 27 848). Man hat ferner vorgeschlagen, die Außenflächen der
Vorsprünge bzw. Nasen des Faßhalses und die Gegenflächen der Segmente des Deckelrandes
in - bezogen auf die Faßachse - radialer Draufsicht einander zugekehrt konvex gewölbt
auszubilden und als Spannring einen Federstahldraht mit kreisförmigem Querschnitt
zu verwenden (DE-AS 22 58 096). Dabei wird ein aus Federstahl mit rundem Querschnitt
bestehender Spanndraht gegenüber den vorbekannten Spannbändern als besonders vorteilhaft
herausgestellt, weil die Federkraft des Spanndrahtmaterials die Anpressung des Deckels
auf die Oberkante des Faßhalses auch dann aufrechterhalte, wenn eine nicht-bleibende
Deformierung des Fasses durch mechanische Einwirkung, wie sie beispielsweise durch
Schlag, Fall oder Lagerdruck bewirkt sein kann, auftrete. Durchgeführte Fallversuche
mit diesen vorbekannten Fässern haben jedoch ergeben, daß unter extremen Verhältnissen
die Dichtsicherheit des Verschlusses zwischen Faß und Deckel nicht gewährleistet ist,
sondern Undichtigkeiten vorkommen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Belastungen
so groß sind, daß bleibende Deformierungen am Faßhals und/oder am Deckel auftreten.
Die gestellten Anforderungen gehen aber dahin, daß auch in diesen Fällen die Dichtigkeit
des Verschlusses gewährleistet sein muß.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, für ein Kunststoffaß der angegebenen Art einen
Verschluß zu finden, der auch bei hohen Belastungen, insbesondere solchen mit bleibender
Deformation am Faßhals und/oder Deckel, die geforderte Dichtigkeit zwischen Faß und
Deckel aufrechterhält.
[0005] Hierzu sieht die Erfindung die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegebene Ausbildung
des Spannringes vor. Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 4
angegeben.
[0006] Wie sich bei Versuchen gezeigt hat, läßt sich mit dem erfindungsgemäßen Spanndraht
ein wesentlich besseres Abfangen und Dämpfen der auftretenden Stoßbelastungen erreichen
als dies bei einem als Spannband oder als Federstahl-Draht ausgebildeten Spannring
als Verschlußorgan der Fall ist. Dies gilt vor allem für bleibende Deformierungen
am FaBhals und/oder Deckel, denen das Spannband nicht hinreichend zu folgen vermag
und bei denen der Federstahl-Draht infolge des Zurückkehrens in seine ursprüngliche
Form auf eine bleibend verformte Faßöffnung nicht mehr einwirken kann, im Extremfall
sogar ganz abspringt. Der erfindungsgemäße "weiche" Spanndraht ermöglicht demgegenüber
auch bei einer eingetretenen bleibenden Deformation von Faßhals und/oder Deckel ein
Mitvollziehen dieser Deformation und damit eine stets formschlüssige Verbindung zwischen
Faß und Deckel. Die verbleibende Spannkraft reicht dabei aus, um den Deckel mit seiner
Dichtung noch soweit gegen den öffnungsrand des Faßhalses zu ziehen, daß die Verschlußdichtigkeit
zwischen Faß und Deckel auch in diesen Extremfällen erhalten bleibt. Das gleiche gilt
für Belastungen, die zu einer nicht-bleibenden Deformierung von Faßhals und/oder Deckel
führen, da in diesen Fällen der harte Stoß oder Schlag, insbesondere auch der Rückprall
der im Faß befindlichen Flüssigkeit gegen den Deckel, durch eine begrenzte plastische
Verformung des Spanndrahts weich abgedämpft, dann aber elastisch abgefangen wird.
[0007] Der Gegenstand der Erfindung wird nachstehend anhand einiger in der Zeichnung dargestellter
Ausführungsbeispiele noch näher erläutert; in der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen Teilquerschnitt von Faßhals mit aufgesetztem Deckel vor dem Festziehen
und Verschließen mittels erfindungsgemäßen Spanndrahtes,
Fig. 2 einen Querschnitt wie Fig. 1, jedoch mit festgezogenem Spanndraht und damit
bewirktem Verschluß zwischen Faß und Deckel,
Fig. 3 weitere Darstellungen wie Fig. 2 mit verschiedenen bis 6 anderen Querschnitten des Spanndrahts.
[0008] In der Zeichnung bezeichnet 1 den am oberen Ende eines Faßkörpers befindlichen und
die Faßöffnung bildenden Faßhals, während der Deckel zum Verschließen der Faßöffnung
mit 2 bezeichnet ist. Der Faßkörper mit dem Hals 1 ist vorzugsweise einstückig aus
Kunststoff geblasen, und auch der Deckel 2 besteht vorzugsweise aus Kunststoff. Zweckmäßig
haben Faßkörper und Faßdeckel die gleichen physikalischen und mechanischen Eigenschaften.
[0009] Der Faßdeckel 2 greift mit einem von der Unterseite senkrecht abstehenden Ringsteg
3 in die Faßöffnung ein und übergreift mit seinem Außenrand 4 die Faßöffnung, so daß
eine den Faßhals 1 aufnehmende Ringnut 5 gebildet ist, in deren Innern sich ein eingelegter
elastischer Dichtring 6 befindet, der sich beim Aufsetzen des Deckels 2 auf den Faßhals
1 auf dessen öffnungsrand 7 bzw. einen an diesem ausgebildeten, nach oben hochstehenden
Ringfalz 8 auflegt.
[0010] Unterhalb des öffnungsrandes 7 sind aus der Wand des Faßhalses 1 vorspringende, segmentartig
am Umfang verteilt angeordnete Nasen 9 vorgesehen, die nach dem Blasformverfahren
als Hohlkörper aus der Halswand herausgeformt sein können. Der Außenrand 4 des Deckels
2 weist nach unten in die Zwischenräume der Nasen 9 des FaBhalses 1 ragende Deckelsegmente
10 mit angenähert radial nach außen abgewinkelten Fußteilen 11 auf. Die Nasen 9 und
die Deckelsegmente 10,11 bilden damit eine Art Umfangsverzahnung, die derart bemessen
ist, daß bei nur lose aufgesetztem Deckel zwischen den Unterflächen 9' der Nasen 9
und den Oberflächen 11' der Fußteile 11 ein Ringspalt 12 gebildet wird, in den sich
ein Spannring in Form eines Spanndrahtes 13 einziehen läßt (Fig. 1). Zweckmäßig haben
die Oberflächen 11' der Fußteile 11 einen in radialer Richtung leicht ansteigenden,
die Unterflächen 9' der Nasen 9 einen leicht abfallenden Verlauf, so daß beim Anziehen
und Festspannen des Spanndrahts 13 mittels eines Spannschlosses der Spanndraht unter
Aufweitung des Ringspaltes 12 radial nach innen gezogen wird, wodurch der Deckel mit
seinen Deckelsegmenten 10,11 zwischen den als Widerlager für den Spanndraht 13 dienenden
Nasen 9 nach unten gezogen und mit dem Faßhals 1 unter Zusammenpressung der Ringdichtung
6 fest verspannt wird (Fig. 2).
[0011] Bei der in der Zeichnung dargestellten, bevorzugten Ausführungsform geht der Faßkörper
ohne Absatz-Einschnürung mit einem sich verjüngenden Bereich 14 in den Faßhals 1 über,
wobei jeweils nur im Bereich der Deckelsegmente 10,11 aus dem verjüngenden Bereich
14 der Faßwand ausgedrückte, säulenartig nach oben verlaufende Stützen 15 vorgesehen
sind, wie dies im einzelnen in der DE-PS 28 27 848 erläutert ist.
[0012] Der zur Verwendung kommende Spanndraht 13 besteht aus weichem, sich von einer bestimmten
Spannung an plastisch bzw. bleibend verformendem Material. Dabei sind Dicke bzw. Größe
der Querschnittsfläche sowie physikalische und mechanische Beschaffenheit des Materials
des Spanndrahts so gewählt, daß die die bleibende bzw. plastische Verformung des Spanndrahtes
bewirkende Belastung bzw. Spannung in jedem Fall unterhalb des Grenzwerts für bleibende
Deformation von Kunststoffaß und/oder Deckel liegt, der Spanndraht sich also bereits
auch dann schon plastisch verformt und Stoßenergie aufnimmt, bevor am Material des
Kunststoffasses und/oder Deckels bleibende Deformationen auftreten. Andererseits muß
der Spanndraht selbstverständlich eine zur Aufrechterhaltung einer dauerhaften SchlieBspannung
zwischen Faß und Deckel ausreichende Dauerelastizität haben, die ausreicht, unterhalb
der vorbestimmten Grenzspannung liegende Belastungen noch federnd aufzunehmen.
[0013] Als besonders vorteilhaft und geeignet hat sich bei einer Querschnittsfläche von
etwa 9,5mm
2 ein Spanndraht aus Weichstahl mit einer Zugfestigkeit von etwa 70-80 kp/mm2 und einer
Fließgrenze von etwa 40-50 kp/mm
2 erwiesen, und zwar für aus HD-PE geblasene Kunststoffässer mit einer Wandstärke von
ca. 6mm am Faßhals und einem ebenfalls aus HD-PE bestehenden, im Spritzgußverfahren
hergestellten Deckel mit einer Wandstärke von ca. 4mm am Randbereich. Kunststoffaß
und Kunststoffdeckel haben dabei in etwa die gleichen physikalischen und mechanischen
Eigenschaften und Belastbarkeitsgrenzen.
[0014] In bevorzugter Ausführung hat der Spanndraht einen am Innenumfang eine Anlagefläche
ausbildenden Querschnit, wie dies in Fig. 1 und 2 für einen Spanndraht mit sechseckigem
Querschnitt, in Fig. 4 für einen Spanndraht mit dreieckförmigem Querschnitt, in Fig.
5 für einen Spanndraht mit ovalem Querschnitt und in Fig. 6 für einen Spanndraht mit
quadratischem Querschnitt veranschaulicht ist, wobei der Inhalt der Querschnittsfläche
gleichbleibend mit etwa 7mm
2 angenommen wurde. Eine am Innenumfang des Spanndrahts eine Anlagefläche ausbildende
Querschnittsgestaltung wird insofern als vorteilhaft angesehen, weil sich damit eine
dem relativ weichen Material des Spanndrahts besser angepaßte Kraftübertragung herbeiführen
läßt. Jedoch kann der Spanndraht auch runden Querschnitt haben, wie dies in Fig. 3
für einen Spanndraht mit einer ebenfalls etwa 7mm
l betragenden Querschnittsfläche veranschaulicht ist.
[0015] Es ist verständlich und liegt ohne weiteres im Rahmen der im Anspruch 1 angegebenen
Erfindung, für den Spanndraht auch noch anderweitige Querschnittsformen und -flächeninhalte
vorzusehen und auch die Werte für die Zugfestigkeit und die Fließgrenze zu variieren,
und zwar in Anpassung an die vom Kunststoffmaterial und dessen Wandstärke vorgegebenen
Belastungs-Grenzwerte für Faß und/oder Deckel.
1. Kunststoffaß, das mit einem Deckel und einem Spannring verschließbar ist, wobei
der Deckel mit einem von der Unterseite senkrecht abstehenden Ringsteg in die Faßöffnung
eingreift und mit seinem Außenrand die Faßöffnung übergreift und in die so gebildete
Ringnut des Deckels ein elastischer Dichtring eingelegt ist, und wobei unterhalb der
Faßöffnung aus der Wand des Faßkörpers vorspringende, segmentartig am Umfang verteilt
angeordnete Nasen als Widerlager für den Spannring vorgesehen sind, der andererseits
im gespannten Zustand an vom Außenrand des Deckels nach unten in die Zwischenräume
der Nasen des Faßkörpers ragenden Deckelsegmenten auf deren abgewinkelten Fußteilen
aufliegt und so den Deckel in einer Art Verzahnung zwischen Faßkörper- und Deckelsegmenten
auf den Faßrand spannt, dadurch gekennzeichnet, daß der Spannring als ein aus weichem,
sich von einer bestimmten, unterhalb des Grenzwerts für bleibende Deformation von
Kunststoffaß und/oder Deckel liegenden Spannung an plastisch verformendem Material
bestehender Spanndraht (13) ausgebildet ist.
2. Kunststoffaß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Spanndraht (13) bei
einer Querschnittsfläche von etwa 9,5mm2 aus Weichstahl mit einer Zugfestigkeit von
etwa 70-80 kp/mm2 und einer Fließgrenze von etwa 40-50 kp/mm2 besteht.
3. Kunststoffaß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Spanndraht
(13) einen zumindest am Innenumfang eine Anlagefläche ausbildende Querschnittsform
aufweist.
4. Kunststoffaß nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Faßkörper in an sich bekannter Weise mit einem sich konisch verjüngenden Bereich
(14) absatzlos in den Faßhals (1) übergeht und jeweils nur im Bereich unterhalb der
abgewinkelten Fußteile (11) der Deckelsegmente (10) aus dem sich verjüngenden Bereich
(14) des Faßhalses (1) ausgedrückte, säulenartig nach oben verlaufende Stützen (15)
vorgesehen sind.