(19)
(11) EP 0 083 438 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
10.04.1985  Patentblatt  1985/15

(21) Anmeldenummer: 82111888.2

(22) Anmeldetag:  21.12.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04B 2/86, E04B 2/40

(54)

Schalungselement aus geschäumtem Hartkunststoff für die Mantelbetonbauweise

Form element of foamed thermosetting synthetics material for the concrete shell construction method

Elément de coffrage de matière synthétique dure en mousse pour le procédé de construction en béton, dit "à manteau"


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 24.12.1981 DE 3151397

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.07.1983  Patentblatt  1983/28

(71) Anmelder: Oetker, Max
D-2400 Lübeck (DE)

(72) Erfinder:
  • Oetker, Max
    D-2400 Lübeck (DE)

(74) Vertreter: Wilcken, Thomas, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Wilcken & Vollmann Musterbahn 1
23552 Lübeck
23552 Lübeck (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Schalungselement aus geschäumtem Hartkunststoff für die Mantelbetonbauweise, bestehend aus zwei parallel zueinander angeordneten Platten mit Nut-Feder-Ausbildung an ihren Rändern und aus die Platten miteinander verbindenden Stegen.

    [0002] In der DE-PS Nr. 1784573 ist ein Schalungselement gemäss der vorstehend genannten Art beschrieben. Bei diesem Element sind beide, die jeweiligen späteren Isoliermäntel bildenden Platten gleich dick bemessen. Das führt zu dem Nachteil, dass, da die Dicke der Platten zur Erzielung einer sehr guten Wärmedämmung ziemlich gross ist, die Dampfdurchlasszeit durch die raumseitige, den Innenmantel bildende Platte beträchtlich lang ist. Dadurch vollziehtsich der Feuchtigkeitsaustausch zwischen Gebäudewand und Raum relativ träge, was sich ungünstig auf das Raumklima auswirkt. Ferner hat sich herausgestellt, dass die Verankerungsmöglichkeit von Befestigungsmitteln, z. B. Dübeln, verbesserungsbedürftig ist, um mit einfachen Dübeln auch schwere Gegenstände an den Wänden befestigen zu können.

    [0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Verbesserung eines Schalungselementes gemäss der einleitend angeführten Art in der Hinsicht, dass bei Gewährleistung einer ausgezeichneten Wärmedämmung raumseitig eine relativ schnelle Dampfdurchlässigkeit, eine bessere Nutzung des eingefüllten Betons als Wärmespeicher sowie eine sichere Verankerung von Befestigungsmitteln erzielt wird.

    [0004] Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, dass die den Aussenmantel bildende Platte dicker ist als die den Innenmantel bildende Platte des Elementes und dass die den Aussenmantel bildende Platte eine breitere Nut-Feder-Ausbildung aufweist als die dünnere Platte.

    [0005] Unter Beibehaltung einer sehr guten Wärmedämmung ist durch die dünnere, später raumseitig befindliche Platte gleichzeitig die Dampfdurchlässigkeit von der Raumseite her verbessert, so dass Feuchtigkeit aus dem Raum relativ schnell in den Betonkern, der sich in den zusammengesteckten und mit Beton ausgefüllten Schalungselementen befindet, eindringen kann, so dass sich der feuchtigkeitsbedingte Anteil des Raumklimas schnell regelt. Andererseits kann der Betonkern auch besser als Wärmespeicher genutzt werden, da er schneller von der Raumwärme erreicht wird und umgekehrt relativ mehr gespeicherte Wärme in den Raum zurückgeben kann. Wegen der relativ dünnen, den Innenmantel bzw. die Rauminnenseite bildende Platte dringen längere Befestigungsmittel, insbesondere Dübel, ausreichend tief in den Beton ein und geben dadurch mehr Halt, so dass auch schwere Gegenstände an einer solchen Wand befestigt werden können.

    [0006] Weiterbildende Merkmale bestehen bei Verwendung von Z-förmigen Stegen darin, dass die Bereiche wenigstens der dickeren Platte, die dem Mittelteil der Stege gegenüberliegen, ausgespart sind, dass die Anschlussteile der Stege mit dem Plattenrand und dem Ende der Stegmittelteile bündig abschliessen und dass der innere Horizontalbereich der Anschlussteile im Profil gekrümmt ausgebildet ist.

    [0007] Ein derartiges Schalungsbauelement weist eine gesteigerte Bruchfestigkeit auf, und zwar bei Verwendung von sowohl Stampfbeton als auch plastischem Beton. Im ersten Fall entstehen beim Stampfen keine Lunkerstellen bzw. Hohlstellen mehr direkt unter den nach unten gerichteten Horizontalflächen der Anschlussteile der Stege, da das Stampfwerkzeug diese Stellen bequem erreichen bzw. sicher Beton in Richtung dieser Stellen bringen kann. An diesen Stellen kann auch bei Verfüllung von plastischem Beton keine Entmischung mehr stattfinden, da auch gröbere Kiesanteile des Betons zu diesen Stellen gelangen können. Ausserdem wird eine Festigkeitssteigerung auch dadurch erzielt, dass in wenigstens einige der Zwischenräume zwischen Platte und Steg mehr Beton eingebracht werden kann, und zwar aufgrund der an der betreffenden Platte vorgesehenen Aussparungen, so dass sich ein dickerer Betonsteg ausbildet.

    [0008] Die Erfindung ist nachstehend anhand eines in der anliegenden Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Endansicht auf das Ausführungsbeispiel,

    Fig. 2 eine Aufsicht gemäss dem Pfeil 11 in Fig. 1, und

    Fig. 3 eine teilweise Schnittdarstellung gemäss der Linie 111-111 in Fig. 2.



    [0009] Nach den Fig. 1 und 2 besteht das für die Mantelbetonbauweise beim Gebäudebau verwendete Schalungselement 1 aus zwei zueinander parallelen Kunststoffplatten 2 und 3 aus geschäumten Hartkunststoff, z. B. Styropor. An ihren Rändern bzw. Schmalseiten sind die Platten in üblicher Weise mit einer aus Nut 4 und Feder 5 bestehenden Ausbildung versehen. Eine der Platten ist dikker ausgebildet als die andere und wird zur Bildung eines stark wärmedämmenden Aussenmantels der Gebäudeaussenwände verwendet. Die dickere Platte 2 kann erheblich dicker sein als dünnere Platte 3, z. B. dreimal so dick. Im allgemeinen wird die Dicke der Platte 2 in der Grössenordnung von 4 bis 20 cm liegen und vorzugsweise etwa 12 cm betragen; die Dicke der dünneren Platte 3 wird in der Grössenordnung von 2 bis 8 cm liegen und vorzugsweise etwa 5 cm betragen.

    [0010] Ferner ist die Nut-Feder-Ausbildung 4, 5 der dickeren Platte 2 im Vergleich zu derjenigen der dünneren Platte 3 ebenfalls breiter ausgebildet. Diese stärkere Dimensionierung der einen Nut-Feder-Ausbildung trägt bei entsprechend engem Passmass zu einem festeren Zusammenhalt der zusammengefügten Schalungselemente bei und ist ferner weniger bruchanfällig bei Transport und Handhabung der Elemente.

    [0011] Die Platten 2, 3 sind vorzugsweise durch Z-förmige Stege 6 und 7 miteinander verbunden, wie aus Fig. 1 ersichtlich ist. Der Mittelteil 6a, 7a der Stege reicht beidendig bis zu den Rändern bzw. Schmalseiten der Platten 2, 3 heran und kann an einem Ende mit einem Zapfen 8 und am anderen Ende mit einer entsprechenden Ausnehmung 9 versehen sein. Weiterhin sind vorteilhaft die Bereiche 6b bzw. 7b der Stege, die den Platten unmittelbar gegenüberliegen, gerundet oder polygonal ausgebildet oder auf andere Weise gekrümmt geformt (Fig. 2). Die Anschlussteile 6c bzw. 7c der Stege 6 und 7 erstrecken sich etwa über die halbe Höhe der Platten 2, 3 und schliessen an ihrem einen Ende bündig und ebenflächig mit dem Plattenrand und dem Ende der Stegmittelteile 6a, 7a ab. Andererseits ist ihr innerer Horizontalbereich 6d bzw. 7d im Profil gerundet oder auf andere Weise gekrümmt ausgebildet, wie Fig. 3 deutlich zeigt.

    [0012] Wenigstens die dickere Platte 2 des Elementes 1 weist Aussparungen 10 auf, die dem Bereich 6b bzw. 7b der Stege 6 und 7 gegenüberliegen und ermöglichen, dass in den hiervon begrenzten Zwischenräumen später dickere Betonverbindungsstege entstehen.

    [0013] Ferner können die Stege 6, 7 Vorkehrungen aufweisen, mit deren Hilfe übliche Bewehrungseisen festgelegt werden. Wie Fig. 2 zeigt, können in den Übergangsbereichen der Anschlussteile 6c, 7c zur dünneren Platte 3 Profilierungen 11 integriert sein, die Bewehrungseisen 12 aufnehmen oder festlegen.

    [0014] Wie aus den Fig. 1 und 2, insbesondere aus Fig. 2, zu entnehmen ist, sind die Z-förmigen Stege 6, 7 des Elementes 1 spiegelbildlich zueinander verdreht angeordnet. Dies ergibt später einen mäanderförmigen Verlauf des eingefüllten Betons, was insbesondere eine Erhöhung der Gestaltfestigkeit des abgebundenen Betons bedeutet.

    [0015] In einer vorteilhaften Weiterbildung besteht ein Merkmal darin, dass vorzugsweise die den Aussenmantel bildende, dickere Platte 2 mit senkrechten Rillen 13 versehen ist. Diese Rillen sorgen für eine verbesserte Haftung einer Putzschicht (nicht gezeigt) auf der Aussenfläche der Platte 2. Alternativ oder zusätzlich können auch waagerechte Rillen 14 vorgesehen sein. Die Rillen sind etwa 2 bis 3 mm breit und 2 mm tief.

    [0016] Vorteilhaft wird das beschriebene Schalungselement in der Länge im Rastermass gefertigt, z. B. in den Massen 12,5,25,50 und 100 cm. Die Höhe kann z. B. 33,3 cm und die Breite z. B. 36 cm betragen.


    Ansprüche

    1. Schalungselement aus geschäumtem Hartkunststoff für die Mantelbetonbauweise, bestehend aus zwei parallel zueinander angeordneten Platten (2,3) mit Nut-Feder-Ausbildung (4,5) an ihren Rändern und aus die Platten (2, 3) verbindenden Stegen (6, 7), dadurch gekennzeichnet, dass die den Aussenmantel bildende Platte (2) dicker ist als die den Innenmantel bildende Platte (3) und dass die den Aussenmantel bildende Platte (2) eine breitere Nut-Feder-Ausbildung (4, 5) aufweist als die dünnere Platte (3).
     
    2. Schalungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der den Aussenmantel bildenden Platte (2) in der Grössenordnung von 4 bis 20 cm liegt und vorzugsweise etwa 12 cm beträgt und dass die den Innenmantel bildende Platte (3) in der Grössenordnung von 2 bis 8 cm liegt und vorzugsweise etwa 5 cm beträgt.
     
    3. Schalungselement nach einem der Ansprüche 1 oder 2 mit Z-förmigen Stegen, wobei der Mittelteil der Stege bis auf die Höhe der Plattenränder verlängert ist und wobei die Stege gekrümmte Kantenbereiche aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereiche (10) wenigstens der den Aussenmantel bildenden Platte (2), die dem Mittelteil (6a, 7a) der Stege (6, 7) gegenüberliegen, ausgespart sind, dass die Anschlussteile (6c, 7c) der Stege mit dem Plattenrand und dem Ende der Stegmittelteile (6a, 7a) bündig abschliessen und dass der innere Horizontalbereich (6d, 7d) der Anschlussteile im Profil gekrümmt ausgebildet ist.
     
    4. Schalungselement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei benachbarte Z-Stege (6, 7), in Aufsicht betrachtet (Fig. 2), um 180° zueinander verdreht angeordnet sind.
     
    5. Schalungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise die den Aussenmantel bildende Platte (2) mit senkrechten und/oder waagerechten Rillen (13, 14) versehen ist.
     


    Claims

    1. A shuttering or sheathing element of hard expanded plastics material for the concrete casing method of construction, comprising two panels (2, 3) arranged mutually parallel with a tongued and grooved structure (4, 5) at their edges, and webs (6, 7) connecting the panels (2, 3), wherein the panel (2) forming the outer casing is thicker than the panel (3) forming the inner casing, and wherein the panel (2) forming the outer casing has a wider tongued and grooved pattern than the other, thinner, panel (3).
     
    2. A shuttering or sheathing element according to Claim 1, wherein the thickness of the panel forming the outer casing is of the order of magnitude of 4 to 20 cm and is approximately 12 cm thick and the panel forming the inner casing is of the order of magnitude of 2 to 8 cm and is approximately 5 cm thick.
     
    3. A shuttering or sheathing element according to Claim 1 or 2, comprising Z-shaped webs, the central section of the webs being extended up to the height of the panel edges and the webs having curved marginal areas, wherein the areas (10) of at least the panel (2) forming the outer casing which lie opposite to the central section of the webs (6, 7) are recessed, the connecting elements (6c, 7c) of the webs terminate flush with the plate edge and the extremity of the central web sections (6a, 7a), and the inner horizontal portion (6d, 7d) of the connecting elements is of curved outline shape.
     
    4. A shuttering or sheathing element according to Claim 3, wherein, as seen in plan view (Fig. 2), two adjacent Z-webs (6, 7) are turned through 180° with respect to each other in each case.
     
    5. A shuttering or sheathing element according to any of Claims 1 to 4, wherein the panel (2) forming the outer casing is provided with vertical and/or horizontal grooves.
     


    Revendications

    1. Elément de coffrage en matière plastique cellulaire dure pour la construction d'enveloppes en béton, comportant deux plaques parallèles (2, 3) à système d'assemblage par rainure et languette (4, 5) prévu aux bords, et des éléments transversaux (6, 7) reliant les plaques entre elles, caractérisé en ce que la plaque formant l'enveloppe extérieure (2) est plus épaisse que la plaque formant l'enveloppe intérieure (3) et en ce que le système à rainure et languette (4, 5) de la plaque qui forme l'enveloppe extérieure (2) est plus large que celui de la plaque qui forme l'enveloppe intérieure (3).
     
    2. Elément de coffrage selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'épaisseur de la plaque formant l'enveloppe extérieure (2) est de l'ordre de grandeur de 4 à 20 cm, c'est-à-dire de préférence égale à environ 12 cm, et l'épaisseur de la plaque formant l'enveloppe intérieure (3) est de l'ordre de grandeur de 2 à 8 cm, c'est-à-dire de préférence égale à environ 5 cm.
     
    3. Elément de coffrage selon l'une des revendications 1 ou 2 à éléments transversaux profilés en Z, dont la partie médiane est prolongée jusqu'au niveau des bords des plaques et dont les bords sont arrondis, caractérisé en ce qu'au moins les parties (10) de la plaque formant l'enveloppe extérieure (2), qui s'opposent à la partie médiane (6a, 7a) des éléments transversaux (6, 7), présentent un évidement, en ce que les raccords (6c, 7c) des éléments transversaux se raccordent graduellement à la surface des plaques, d'une part, et à l'extrémité correspondante de la partie médiane (6a, 7a) des éléments transversaux, d'autre part, et en ce que la partie horizontale intérieure (6d, 7d) des éléments de raccord présente un profil courbe.
     
    4. Elément de coffrage selon la revendication 3, caractérisé en ce que les éléments transversaux profilés en Z de chaque paire d'éléments transversaux voisins (6, 7) sont, en vue de face (fig. 2), mutuellement décalés d'un angle de 180°.
     
    5. Elément de coffrage selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, de préférence, la plaque formant l'enveloppe extérieure (2) est munie de rainures verticales et/ou horizontales (13,14).
     




    Zeichnung