(19)
(11) EP 0 137 000 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.04.1985  Patentblatt  1985/15

(21) Anmeldenummer: 84890180.7

(22) Anmeldetag:  02.10.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E21C 11/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB LI SE

(30) Priorität: 05.10.1983 AT 3521/83

(71) Anmelder: VEREINIGTE EDELSTAHLWERKE AKTIENGESELLSCHAFT (VEW)
A-1010 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Holtschulte, Ulrich, Betrw.O-Ing
    D-8069 Rohrbach/Ilm (DE)
  • Kortan, Oskar
    A-8605 Kapfenberg (AT)
  • Schön, Konrad, Ing.
    A-8605 Kapfenberg (AT)

(74) Vertreter: Widtmann, Georg, Dr. 
Vereinigte Edelstahlwerke Aktiengesellschaft (VEW) Elisabethstrasse 12
1010 Wien
1010 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Fahrbarer Wagen


    (57) Die Erfindung betrifft einen fahrbaren Wagen mit Ober-(2) und Unterwagen (1) mit Raupen (3), Rädern od. dgl., wobei der Oberwagen (2) ein Druckmediumaggregat (6) und zumindest eine Konsole (5) trägt, die eine Bohr- und gegebenenfalls Ankersetzvorrichtung mit Bohrarm, Bohrlafette und Bohraggregat aufweist, wobei die Konsole (5) im wesentlichen in Fahrtrichtung verschiebbar angeordnet ist, wobei der Unterwagen (1) mit dem Oberwagen (2) über zumindest eine Verschiebebahn und Lager (22) verbunden ist. wobei vorzugsweise der Oberwagen (2) die Verschiebebahn, z.B. Schiene (21), Rundstange od. dgl. und vorzugsweise der Unterwagen (1) zumindest ein diese zumindest teilweise umgreifendes Lager (22) trägt, wobei am Oberwagen im Bereich des einen Endes zumindest eine Konsole (5) mit Bohr- und gegebenenfalls Ankersetzvorrichtung und im Bereich des anderen Endes das Druckmediumaggregat (6) angeordnet ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen fahrbaren Wagen mit Ober- und Unterwagen, wie er zur Anfertigung von Bohrlöchern, z.B. Spreng- und Ankerbohrungen einsetzbar ist.

    [0002] Bei der Ausrichtung von Bohrlöchern, sei es im Straßen-, Tunnel-, Ober- und Untertage- und Bergbau, ist die exakte Positionierung und Ausrichtung eines Bohrloches von hoher Bedeutung.

    [0003] Bei einer Teilschnittmaschine ist es bereits bekannt geworden, am Wagen, und zwar am Oberwagen, eine Verschiebebahn anzuordnen, entlang welcher eine Konsole mit Bohrarm und Bohraggregat in Fahrtrichtung des Wagens längsverschieblich angeordnet ist. Mit einer derartigen Vorrichtung kann erreicht werden, daß der Ausleger der Teilschnittmaschine ohne Behinderung durch das Bohraggregat, das Gestein abbauen kann, worauf der Ausleger in Ruhestellung gebracht wird, und das Bohraggregat aus seiner Parkstellung in eine Arbeitsstellung über dem Ausleger verfahren wird, wonach Bohrlöcher zum Setzen von Ankern sowohl in Sohle, First, als auch in die Seitenwände des Tunnels oder Stollen getrieben werden können. Diese Vorrichtung erlaubt in einer Arbeitsstellung des Wagens sowohl den Einsatz des Fräsers der Teilschnittmaschine als auch den Ausbau mit Anker, wodurch eine geringstmögliche Gefährdung des Arbeitspersonal d.h. Aufenthalt im ungesicherten Bereich des Stollens erreicht werden kann.

    [0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen fahrbaren Wagen zu schaffen, der eine hohe Beweglichkeit und gute Lenkbarkeit aufweist und es erlaubt, bei einer Stellung des Wagens Bohrlöcher anzufertigen, die an Stellen niedergebracht werden müssen, die eine weitere Entfernung aufweisen als die bekannte Reichweite von Bohrlafetten: Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Wagen zu schaffen der ein geringeres Gewicht aufweist und leichter transportierbar ist.

    [0005] Der erfindungsgemäße fahrbare Wagen mit Ober- und Unterwagen mit Raupen,Räder od.dgl., wobei der Oberwagen ein Druckmediumaggregat und zumindest eine Konsole trägt, die eine Bohr- und gegebenenfalls Ankersetzvorrichtung, mit Bohrarm, Bohrlafette und Bohraggregat aufweist, wobei die Konsole im wesentlichen in Fahrtrichtung verschiebbar angeordnet ist, besteht im wesentlichen darin, daß der Unterwagen mit dem Oberwagen über zumindest eine Verschiebebahn und Lager verbunden ist, wobei vorzugsweise der Oberwagen die Verschiebebahn, z.B. Schiene, Rundstange od. dgl. und vorzugsweise der Unterwagen zumindest ein diese zumindest teilweise umgreifendes Lager trägt, wobei am Oberwagen im Bereich des einen Endes zumindest eine Konsole mit Bohr-und gegebenenfalls Ankersetzvorrichtung und im Bereich des anderen Endes das Druckmediumaggregat angordnet ist.

    [0006] Ein derartiger fahrbarer-Wagen, welcher keine Gegengewichte aufweisen muß, erlaubt durch die Verschiebbarkeit des Oberwagens bei einer Stellung des Unterwagens das Bohraggregat wesentlich vor dem Standort des Unterwagens zum Einsatz zu bringen. Gegebenenfalls kann sogar auf einen teleskopierbaren Arm verzichtet werden. Entsprechend der Verschiebemöglichkeit des Oberwagens kann entlang einer relativ großen Strecke die entsprechende Arbeit,z.B. Anbringung von Sprenglöchern, Bohrlöchern für das Setzen von Ankern, usw., durchgeführt werden. Durch die Anordnung der Verschiebebahn am Oberwagen und des zur Kooperation bestimmten Lagers am Unterwagen, ist eine besonders hohe Stabilität in den einzelnen Arbeitsstellungen des Oberwagens gegeben. Durch die Anordnung des Bohraggregats an einem Ende und dem Druckmediumaggregat am anderen Ende des Oberwagens ist einerseits eine störungsfreie Versorgung des Bohraggregates mit dem Druckmedium gewährleistet, wobei durch die genaue Lokalisierung eine besonders gute und stabile Verschieblichkeit des Oberwagens am Unterwagen gegeben ist.

    [0007] Gemäß einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Verschiebebahn des Oberwagens zumindest teilweise zwischen den Rädern, Raupen od. dgl. des Unterwagens anordenbar, und in diesem durch zumindest ein Lager in Fahrtrichtung verschiebbar gehalten. Eine derartige Konstruktion erlaubt eine niedrige Bauhöhe, wobei gleichzeitig der Schwerpunkt des gesamten Fahrzeuges, da die Verschiebebahn und die Lager entsprechend massiv ausgebildet sein müssen, eine tiefe Lage bei einer unveränderten Bodenfreiheit des gesamten fahrbaren Wagens, einnehmen kann. ;

    [0008] Ist am Ober- und Unterwagen ein Druckmedium beaufschlagbares Zylinder-Kolbenaggregat angelenkt, wobei vorzugsweise der Kolben, gegebenenfalls über eine Kolbenstange am Oberwagen und der Zylinder am Unterwagen angelenkt ist, so ist eine besonders einfache exakt zu betätigende und platzsparende Anordnung gegeben.

    [0009] Ist der Oberwagen in Verschiebebahnrichtung beiderseits teilweise über den Unterwagen verschiebbar, so ist eine besonders große Einsatzweite des Bohraggregats od. dgl. bei einer Stellung des Unterwagens gegeben.

    [0010] Weist die Verschiebebahn zumindest eine Anschlagbegrenzung auf, so ist eine besonders einfache Begrenzung der Bewegungsfreiheit des Oberwagens gegeben, wobei gleichzeitig eine Ausführung gewählt werden kann, die besonders hohe Kräfte aufzunehmen in der Lage ist.

    [0011] Ist am Oberwagen seitlich neben der Konsole eine Pumpe für die Spülmediumversorgung des Bohraggregates angeordnet, so kann das Spülmittel mit einem besonders geringen Druckverlust zum Bohraggregat gelangen, wobei gleichzeitig eine besonders günstige Gewichtsverteilung am Oberwagen gewährleistet ist. Ist am Oberwagen mittig - bezogenauf seine Breite - ein Bohrarm angeordnet, so kann die Einsatzmöglichkeit des Bohraggregates beidseitig des Wagens voll- ! kommen äquivalent gehalten werden.

    [0012] Trägt der Unterwagen und/oder vorzugsweise der oberwagen im Bereich des zumindest eine Konsole tragenden Endes, ausbringbare, z.B. schwenkbare, ausfahrbare od. dgl. Stützen, zur Abstützung des Wagens, so können Bohrlöcher unter exakter Einhaltung der Positio- nierung auch mit großem Anpreßdruck und bei großem Durchmesser des Bohrers durchgeführt werden.

    [0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert.

    [0014] Es zeigen Fig. 1 eine schematische Ansicht eines fahrbaren Wagens, Fig. 2 die Ansicht desselben von vorne und Fig. 3 einen Bohrarm mit Konsole.

    [0015] Der in Fig. 1 dargestellte Wagen weist einen Unterwagen 1 und einen Oberwagen 2 auf. Der Unterwagen 1 trägt die Traktionsmittel und zwar Raupen 3, welche über nicht dargestellte Räder, die im Rahmen 4 gelagert und angetrieben sind, bewegt werden. Der Oberwagen trägt im Bereich des einen Endes eine Konsole 5, gegebenenfalls mit Bedienungspult, die ihrerseits den in Fig. 3 dargestellten Bohrarm aufweist. Am anderen Ende des Oberwagens befindet sich ein Druckfluidaggregat 6. Im Bereich des anderen Endes des Oberwagens ist eine Schürze 7 mit einer Konsole 8 für die Stützen 28 angeordnet. Wie aus Fig. 2 besonders deutlich ersichtlich, bei welcher der Oberwagen ohne Schürze und ohne Konsole dargestellt ist, weist der Oberwagen eine Verschiebebahn 20 auf, die aus zwei mit dem Oberwagen verbundenen doppel-T-Trägern 21 besteht, welche mit Lagern 22 die vom Rahmen 4 des Unterwagens getragen werden, kooperieren. Die Schienen weisen, wie in Fig. 1 ersichtlich, Anschlagbegrenzungen 23 auf, die mit den Lagern kooperieren und die beiden Endstellungen des Oberwagens bezogen auf den Unterwagen festlegen. Am Rahmen ist weiters ein Zylinder 24 befestigt, dessen Kolben 25 über einen Bolzen 26 und Lasche 27 am Oberwagen angelenkt ist.Die am Oberwagen befestigte Konsble 8 trägt ausbringbare, insbesondere ausfahrbare Stützen 28 zur Abstützung des Oberwagens.

    [0016] Wie aus Fig. 2 besonders deutlich ersichtlich, sind zwei Laschen 9 mittig angeordnet, wobei die obere mittig angeordnete Lasche - wie aus Fig. 3 ersichtlich - den Bohrarm trägt, sodaß der Bohrarm mittig bezogen auf die Breite angeordnet ist. Seitlich neben dem Bohrarm befindet sich die Pumpe 29 zur Spülmediumversorgung.

    [0017] In Fig. 3 ist der Bohrarm vom Wagen getrennt dargestellt. Die Konsole 5 weist an ihrer Unterseite Bolzen auf, die nicht dargestellt sind, mit welchen die Verbindung zum Oberwagen hergestellt wird. Die Konsole weist vier Anlenkungen 9 für den Bohrausleger 10 und den Heb- und Senkzylinder 11 sowie den Schwenkzylinder 12 auf. Der Bohrausleger kann, wie in Fig. 3 dargestellt, auch noch teleskopartig ausgebildet sein, sodaß er längenveränderlich ist. An dem der Konsole abgewandten Ende weist der Bohrausleger 10 einen Drehmotor 14 auf, der seinerseits einen Gabelkopf 13 trägt. Der Drehmotor 14 erlaubt eine Drehbewegung um die geometrische Achse des Bohrauslegers 10. Der Gabelkopf 13 trägt über die Schwenkwelle 15 den Bohrlafettenhalter 16. Die Schwenkwelle 15 und die geometrische Achse des Bohrauslegers 10 stehen annähernd normal aufeinander, sodaß eine maximale Beweglichkeit gegeben ist. Der Bohrlafettenhalter 16, welcher an die Schwenkwelle 15 angelenkt ist, kann über einen Zylinder 17 bewegt werden. Der Lafettenhalter 16 seinerseits trägt die schematisch dargestellte Lafette 18 mit Bohrmaschine 19.

    [0018] Soll nun der Bohrarm bei der in Fig. 1 dargestellten Lage des Unterwagens in einem Bereich zum Einsatz gebracht werden, der außerhalb der Reichweite des Bohrarmes liegt, ist es lediglich erforderlich, die Stützen 28, so diese am Oberwagen und nicht am Unterwagen angeordnet sind, einzufahren, und den Oberwagen über das Kolbenzylinderaggregat 24, 25 in die strichpunktierte Stellung auszufahren, worauf die Stützen 28 wieder ausgefahren werden, sodaß der Oberwagen am Untergrund 30 erneut abgestützt ist. Durch eine derartige Vorgangsweise ist nicht nur sichergestellt, daß bei einer Stellung des Wagens - bezogen auf den Untergrund - eine höhere Anzahl von Bohrungen und dementsprechendes Ankersetzen durchgeführt werden kann, sondern es kann der Unterwagen dadurch wesentlich kleiner gehalten werden, wodurch einerseits die Verbringbarkeit desselben z.B. in einem Stollen wesentlich leichter gestaltet werden kann, und es ist weiters die Beweglichkeit des gesamten Fahrzeuges bezogen auf die geringere Längsstreckung des Unterwagens wesentlich erhöht, welcher Vorteil insbesondere bei Raupenfahrzeugen von hoher Bedeutung ist.


    Ansprüche

    1. Fahrbarer Wagen mit Ober- (2) und Unterwagen (1) mit Raupen (3), Rädern od. dgl., wobei der Oberwagen (2) ein Druckmediumaggregat (6) und zumindest eine Konsole (5) trägt, die eine Bohr-und gegebenenfalls Ankersetzvorrichtung mit Bohrarm, Bohrlafette (18) und Bohraggregat (19) aufweist, wobei die Konsole (5) im wesentlichen in Fahrtrichtung verschiebbar angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterwagen (1) mit dem Oberwagen (2) über zumindest eine Verschiebebahn (20) und Lager (22) verbunden ist, wobei vorzugsweise der Oberwagen (2) die Verschiebebahn 120),z.B. Schiene (21), Rundstange od. dgl. und vorzugsweise der Unterwagen (1) zumindest ein diese zumindest teilweise umgreifendes Lager (22) trägt, wobei am Oberwagen im Bereich des einen Endes zumindest eine Konsole (5) mit Bohr- und gegebenenfalls Ankersetzvorrichtung und im Bereich des anderen Endes das Druckmediumaggregat (6) angeordnet ist.
     
    2. Fahrbarer Wagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebebahn (20) des Oberwagens (2) zumindest teilweise zwischen den Rädern, Raupen (3) od. dgl. des Unterwagens (1) anordenbar ist, und in diesem durch zumindest ein Lager (22) in Fahrtrichtung verschiebbar gehalten ist.
     
    3. Fahrbarer Wagen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn- zeichnet, daß am Ober- und Unterwagen ein Druckmedium beaufschlagbares Zylinder-Kolbenaggregat (24, 25) befestigt, gegebenenfalls angelenkt ist, wobei vorzugsweise der Kolben (25) gegebenenfalls über eine Kolbenstange am Oberwagen (2) und der Zylinder (24) am Unterwagen angelenkt ist.
     
    4. Fahrbarer Wagen nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Oberwagen (2) in Verschiebebahnrichtung beiderseits teilweise über den Unterwagen (1) verschiebbar ist.
     
    5. Fahrbarer Wagen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebebahn (20) zumindest eine Anschlagbegrenzung (23) aufweist.
     
    6. Fahrbarer Wagen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Oberwagen (2) seitlich neben der Konsole (5) eine Pumpe (29) für die Spülmediumversorgung des Bohraggregates angeordnet ist.
     
    7. Fahrbarer Wagen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß am Oberwagen (2) mittig bezogen auf seine Breite ein Bohrarm (Fig. 3) angeordnet ist.
     
    8. Fahrbarer Wagen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterwagen (1) und/oder vorzugsweise der Oberwagen (2) im Bereich des zumindest eine Konsole (5) tragenden Endes, ausbringbare z.B. schwenkbare, ausfahrbare od. dgl. Stützen (28) zur Abstützung des Wagens am Untergrund trägt.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht