[0001] Die Erfindung betrifft eine Stickmaschine mit mindestens einer Stickstelle, die eine
Mehrzahl von mit je einer Nadel bestückten Nadelstangen umfaßt, von denen jeweils
eine Nadelstange durch Bewegung quer zur Stickrichtung in ihre Arbeitsposition überführbar
und mit einem Antriebselement kuppelbar ist, wobei jeder Nadelstange ein Fadengeberhebel
zugeordnet ist, der gleichzeitig mit den Nadelstangen in seine Arbeitsposition überführbar
und mit einem Antrieb für den jeweils ausgewählten Fadengeberhebel kuppelbar ist.
[0002] Eine Stickmaschine der voranstehend beschriebenen Art ist aus der DE-AS 2 418 799
bekannt. Bei dieser bekannten Konstruktion sind mehrere Nadelstangen und eine entsprechende
Anzahl von Fadengeberhebeln in einem Schlitten angeordnet, der in Querrichtung verschiebbar
ist, so daß jeweils eine Nadelstange und der zugehörige Fadengeberhebel mit einem
zugehörigen, ortsfesten Antriebsglied kuppelbar sind. Die Fadengeberhebel sind auf
einer im Schlitten angeordneten Achse axial unverschiebbar, jedoch verdrehbar gelagert
und jeweils mit einem Zahnritzel versehen, das in der Arbeitsposition des Fadengeberhebels
in ein ortsfestes Antriebsritzel eingreift, welches drehfest auf einer hin- und herdrehenden
Antriebswelle befestigt ist. Die jeweils in der Ruhestellung befindlichen Fadengeberhebel
greifen mittels eines Ansatzes in die Nut einer ortsfesten Halteschiene ein, so daß
sie gegen ein unerwünschtes Verdrehen gesichert sind. Diese Halteschiene besitzt im
Bereich der Arbeitsposition eine Ausnehmung, die dem Ansatz des jeweils in der Arbeitsposition
befindlichen Fadengeberhebels die notwendige Verschwenkbewegung ermöglicht.
[0003] Bei der bekannten Konstruktion wird durch die Lagerung der Fadengeberhebel auf einer
Achse des Schlittens nicht nur dessen bei einem Nadelwechsel zu verstellende Masse
erhöht, sondern es ergibt sich weiterhin der Nachteil, daß infolge des Zahneingriffes
zwischen den Ritzeln der Fadengeberhebel und dem Antriebsritzel Relativbewegungen
unter Last auftreten, die sowohl einen Verschleiß als auch ein unerwünschtes Geräusch
zur Folge haben.
[0004] Ausgehend von einer Stickmaschine der eingangs beschriebenen Art liegt deshalb der
Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine einfachere Konstruktion für die Lagerung und
den Antrieb der Fadengeberhebel zu schaffen, bei der zwischen dem ortsfesten Antriebsglied
und dem jeweils in der Arbeitsposition befindlichen Fadengeberhebel keine verschleiß-
und geräuschverursachende Relativbewegung stattfindet und bei der der die Nadelstangen
aufnehmende Schlitten vom Gewicht der Fadengeberhebel entlastet ist.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß sämtliche Fadengeberhebel auf einer durchgehenden, allen Stickstellen gemeinsamen
Antriebswelle frei drehbar und axial verschiebbar gelagert sind und daß ausschließlich
der in der Arbeitsposition befindliche Fadengeberhebel mittels eines mit der Antriebswelle
in axialer und radialer Richtung fest verbundenen Mitnehmers mit der Antriebswelle
kuppelbar ist.
[0006] Mit dem erfindungsgemäßen Vorschlag wird gegenüber der voranstehend beschriebenen
bekannten Konstruktion der Vorteil erreicht, daß infolge der Lagerung der Fadengeberhebel
auf der Antriebswelle keine Relativbewegung zwischen dem in Arbeitsposition befindlichen
Fadengeberhebel und der Antriebswelle bzw. dem mit der Antriebswelle verbundenen Mitnehmer
stattfindet, so daß jeglicher Verschleiß und jegliches Geräusch entfallen. Es findet
zwar eine Relativbewegung zwischen der Antriebswelle und den in der Ruhestellung befindlichen,
auf der Antriebswelle gelagerten Fadengeberhebeln statt; da diese nicht am Stickvorgang
teilnehmenden Fadengeberhebel jedoch lediglich mit ihrem Eigengewicht auf der Antriebswelle
aufliegen, ist der hierbei auftretende Verschleiß vernachlässigbar klein. Außerdem
entsteht hierdurch kein Geräusch. Durch die Lagerung der Fadengeberhebel auf der Antriebswelle
wird schließlich der die Nadelstangen aufnehmende Schlitten vom Gewicht der Fadengeberhebel
entlastet, so daß der Schlitten auch im Hinblick auf den Wegfall einer zusätzlichen
Lagerachse für die Fadengeberhebel kleiner und leichter ausgeführt werden kann.
[0007] Aus der DE-PS 2 938 903 ist zwar eine Stickmaschine mit einer Mehrzahl von in einem
quer verschiebbaren Schlitten angeordneten Nadelstangen bekannt, bei welcher eine
der Zahl der Nadelstangen entsprechende Anzahl von Fadengeberhebeln auf einer ortsfesten
Schwingwelle frei drehbar gelagert sind, so daß der Nadelstangenschlitten vom Gewicht
der Fadengeberhebel entlastet ist. Bei dieser bekannten Ausführung sind die Fadengeberhebel
jedoch axial unverschiebbar auf der Antriebswelle angeordnet. Hierdurch ergeben sich
unterschiedliche Fadenverläufe zwischen Fadengeberhebel und jeweils ausgewählter Nadelstange,
da zwar die jeweils für den Stickvorgang ausgewählte Nadelstange in eine mittlere
Arbeitsposition überführt wird, der dieser Nadelstange zugehörige Fadengeberhebel
jedoch wegen seiner axialen Unverschiebbarkeit auf der Antriebswelle in seiner vorgegebenen
Stellung verharrt. Dies hat zur Folge, daß bestenfalls ein Fadengeberhebel genau oberhalb
seiner in der Arbeitsposition befindlichen Nadelstange angeordnet sein kann und daß
alle seitlich neben diesem Fadengeberhebel angeordneten Fadengeberhebel seitlich versetzt
zu ihrer in der Arbeitsposition befindlichen Nadelstange liegen, wodurch sich nicht
nur unterschiedlich schräge Fadenverläufe, sondern auch unterschiedliche Abstände
zwischen Fadengeberhebel und Nadel ergeben. Da die Schwingwelle unabhängig von der
jeweils ausgewählten Nadelstange stets dieselbe Schwingbewegung ausführt, kann bei
dieser bekannten Konstruktion die Bewegung des Fadengeberhebels nicht für alle Nadeln
gleichermaßen gut auf die Stickbewegung abgestimmt werden. Ein weiterer Nachteil dieser
bekannten Konstruktion besteht schließlich darin, daß jedem einzelnen Fadengeberhebel
ein eigener Kupplungsmechanismus zugeordnet ist und eine zusätzliche Schaltwelle zur
Auswahl des jeweils am Stickvorgang teilnehmenden Fadengeberhebels vorgesehen sein
muß.
[0008] Mit einem weiteren Merkmal der Erfindung wird vorgeschlagen, jeden Fadengeberhebel
in seiner auf der Antriebswelle aufliegenden Lagerfläche mit einer axial verlaufenden
Nut zu versehen und den mit der Antriebswelle verbundenen Mitnehmer als entsprechende
Erhebung mit einer maximal der Breite eines Fadengeberhebels entsprechenden axialen
Erstreckung auszubilden. Diese Ausführungsform ergibt eine besonders einfache Gestaltung
des auf der Antriebswelle angeordneten Mitnehmers und der mit diesem Mitnehmer zusammenwirkenden
Kupplungsteile der Fadengeberhebel.
[0009] Um auf eine exakte Positionierung der Fadengeberhebel beim Kupplungsvorgang mit dem
Mitnehmer verzichten zu können, können gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung
die als Mitnehmer der Antriebswelle dienende Erhebung und die stirnseitigen Flächen
der Fadengeberhebel mit in axialer Richtung verlaufenden Schrägen ausgebildet sein,
die ein seitliches Aufschieben der Fadengeberhebel auf die Erhebung in der Art von
Einführschrägen erleichtern. Wenn hierbei erfindungsgemäß die als Mitnehmer dienende
Erhebung entgegen der Kraft einer Rückstellfeder in radialer Richtung in das Innere
der Antriebswelle eindrück
-bar ist, besteht die Möglichkeit, eine axiale Verschiebung der Fadengeberhebel auf
der Antriebswelle vorzunehmen, ohne daß hierbei die Antriebswelle in einer bestimmten
Position stillgesetzt werden muß. Bei dieser Ausführungsform ist es allerdings zweckmäßig,
die in der Ruhestellung befindlichen Fadengeberhebel nicht formschlüssig festzulegen,
sondern durch eine Feder in der Ruhestellung festzuhalten.
[0010] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist der Mitnehmer auf einer
den Verschiebebereich der Fadengeberhebel überspannenden Brücke angeordnet und mittels
einer Nut-Feder-Verbindung mit der Außenfläche des jeweils in der Arbeitsposition
befindlichen Fadengeberhebels kuppelbar. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, daß
sowohl die Antriebswelle als auch die Fadengeberhebel mit zylindrischen Lagerflächen
ausgeführt werden können, die nicht nur besonders einfach und präzise herstellbar
sind, sondern auch örtlich überhöhte Flächenbelastungen vermeiden. Obwohl es möglich
ist, jeden Fadengeberhebel mit einer Erhebung zu versehen und diese Erhebungen mit
einer entsprechenden Nut im Mitnehmer zusammenwirken zu lassen, besteht eine bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung darin, jeden Fadengeberhebel in der zylindrischen Mantelfläche
seines Lagerteils mit einer Nut für den Mitnehmer auszubilden. Der Mitnehmer kann
erfindungsgemäß am Ende eines seitlich außerhalb des Verschiebebereiches der Fadengeberhebel
mit der Antriebswelle verbundenen Brückenarmes angeordnet sein, so daß eine einseitige
Verbindung des Mitnehmers mit der Antriebswelle ausreicht.
[0011] Um auch bei dieser Ausführungsform eine Axialverschiebung der Fadengeberhebel auf
der Antriebswelle ohne vorherige Punktstillsetzung der Antriebswelle zu ermöglichen,
wird mit der Erfindung weiterhin vorgeschlagen, die Brücke bzw. den Brückenarm entkuppelbar
mit der Antriebswelle zu verbinden. Diese Verbindung kann gemäß einem weiteren Merkmal
der Erfindung mittels einer magnetbetätigten Klinke erfolgen. Mit dieser Weiterbildung
des Erfindungsgedankens wird der Vorteil erreicht, daß ein Wechsel des zu verstickenden
Fadens und damit des in der Arbeitsposition befindlichen Fadengeberhebels ohne Stillstand
der Antriebswelle erfolgen kann, weil der an der Brücke bzw. am Brückenarm angeordnete
Mitnehmer für die Zeitdauer des seitlichen Verschiebevorganges von der Antriebswelle
entkuppelbar ist.
[0012] Für die axiale Verschiebung der Fadengeberhebel auf der Antriebswelle, die synchron
mit einer Bewegung des die Nadelstangen enthaltenden Schlittens erfolgen muß, kann
ein separater Antrieb vorgesehen werden. Eine besonders einfache Ausführungsform ergibt
sich jedoch, wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sämtliche auf der Antriebswelle
axial verschiebbar gelagerte Fadengeberhebel gemeinsam durch seitliche, mit dem Nadelstangenschlitten
verbundene Mitnahmelaschen verschiebbar sind.
[0013] Auf der Zeichnung sind vier Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Stickmaschine
dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Stickkopfes einer Mehrkopf-Stickmaschine,
Fig. 2 eine perspektivische Teilansicht mit Darstellung der Lagerung und des Antriebes
der fünf Fadengeber eines Stickkopfes,
Fig. 3 eine teilweise geschnittene Draufsicht der Darstellung in Fig. 2,
Fig. 4 einen Querschnitt gemäß der Schnittlinie IV-IV in Fig. 3,
Fig. 5 einen Ausschnitt einer zweiten Ausführungsform mit einer abgewandelten Ausführung
des Mitnehmers für die einzelnen Fadengeberhebel,
Fig. 6 einen Schnitt gemäß der Schnittlinie VI-VI in Fig. 5,
Fig. 7 eine der Fig. 2 entsprechende perspektivische Darstellung einer dritten Ausführungsform,
Fig. 8 eine Vorderansicht zu der Darstellung in Fig. 7, teilweise im Schnitt,
Fig. 9 einen Querschnitt gemäß der Schnittlinie IX-IX in Fig. 8,
Fig. 10 einen Teilschnitt gemäß der Schnittlinie X-X in Fig. 9,
Fig. 11 eine Vorderansicht einer vierten Ausführungsform mit entkuppelbarem Antrieb
und
Fig. 12 eine Seitenansicht zu Fig. 11.
[0014] Die dem besseren Verständnis der Gesamtzusammenhänge dienende Fig. 1 zeigt einen
Stickkopf einer Mehrkopf-Stickmaschine. Dieser Stickkopf bildet eine von mehreren,
durch die Gesamtzahl der Stickköpfe gebildeten Stickstellen. Jede Stickstelle, d.h.
jeder Stickkopf umfaßt wiederum eine Mehrzahl von Nadelstangen, die jeweils mit einer
Nadel bestückt sind.
[0015] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Teil eines Tisches 1
zu erkennen, auf dem die einzelnen Stickköpfe 2 angeordnet sind. In Fig. 1 ist ein
vollständiger Stickkopf 2 dargestellt, sowie ein weiterer Stickkopf angedeutet. Sämtliche
Stickköpfe 2 werden von einer durchgehenden Hauptantriebswelle 3 angetrieben. Von
dieser Hauptantriebswelle 3 wird über eine Kette oder einen Zahnriemen 4 eine Koppel
5 angetrieben, die einerseits über einen Kurbelzapfen 5a mit einem Zahnriemenrad 4a
und andererseits über einen Zapfen 6a mit einer Schwinge 6 verbunden ist, die verschwenkbar
an einem Lagerbock 7 gelagert ist. An der Koppel 5 ist schließlich eine Antriebsstange
8 angelenkt, deren vorderes Ende mit einem Antriebsarm 9 verbunden ist, der seinerseits
verdrehfest auf einer durchgehenden Antriebswelle 10 befestigt ist.
[0016] Diese durchgehende, sämtliche Stickköpfe 2 miteinander verbindende Antriebswelle
10 wird mit Hilfe der voranstehend beschriebenen Getriebeglieder von der rotierenden
Hauptantriebswelle 3 derart angetrieben, daß die Antriebswelle 10 eine hin- und herschwingende
Bewegung ausführt. Die exakte Zuordnung mit dieser Schwingbewegung der Antriebswelle
10 zu der durchlaufenden Drehbewegung der Hauptantriebswelle 3 kann dadurch auf einfache
Weise eingestellt werden, daß das zweite Zahnriemenrad 4b verdrehbar auf der Hauptantriebswelle
3 befestigt ist.
[0017] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel umfaßt jede Stickstelle, d.h. jeder Stickkopf
2 insgesamt fünf Nadelstangen 11, die jeweils mit einer Nadel 12 versehen sind. Die
Nadelstangen 11 sind in ihrer Längsrichtung verschiebbar in einem Nadelstangenschlitten
13 gelagert, von dem ein Teil in den Fig. 2 und 7 dargestellt ist. Durch eine Verschiebung
dieses Nadelstangenschlittens 13 quer zur Stickrichtung der Nadelstangen 11 ist jeweils
eine Nadelstange in eine Arbeitsposition überführbar, in der sie mit der Hauptantriebswelle
3 über geeignete Getriebeelemente verbunden ist, wogegen die anderen Nadelstangen
11 in einer Ruheposition festgehalten werden. In Fig. 1 befindet sich die mittlere
der fünf Nadelstangen 11 in der Arbeitsposition, wie aus ihrer Stellung oberhalb des
Stichloches in der Stichplatte 14 hervorgeht.
[0018] Jeder Nadelstange 11 ist ein Fadengeberhebel 15 zugeordnet, der gleichzeitig mit
den Nadelstangen 11 in seine Arbeitsposition überführt und mit der Antriebswelle 10
gekuppelt wird. Die Lagerung und der Antrieb dieser Fadengeberhebel 15 werden nachfolgend
an verschiedenen Ausführungsbeispielen erläutert.
[0019] Wie das erste Ausführungsbeispiel auf den Fig. 2 bis 4 erkennen läßt, sind sämtliche
Fadengeberhebel 15 auf der durchgehenden, allen Stickstellen gemeinsamen Antriebswelle
10 frei drehbar und axial verschiebbar gelagert. Wie insbesondere die Fig. 2 und 3
erkennen lassen, lagern die Fadengeberhebel 15 mit zylindrischen Lagerbuchsen 16 auf
der zylindrischen Mantelfläche der Antriebswelle 10. Sie sind in einem Bereich axial
verschiebbar auf der Antriebswelle 10 angeordnet, der durch zwei Lagerkonsolen 17
begrenzt wird, indem die Antriebswelle 10 mittels Lagern 17a drehbar gelagert ist.
Die Axialverschiebung der Fadengeberhebel 15 auf der Antriebswelle 10 erfolgt bei
sämtlichen Ausführungsbeispielen durch Mitnehmerlaschen 13a, die gemäß Fig. 2 bzw.
Fig. 7 am Nadelstangenschlitten 13 angeordnet sind. Selbstverständlich ist es jedoch
auch möglich, die Fadengeberhebel 15 nicht durch den Nadelstangenschlitten 13, sondern
durch einen separaten Antrieb zu verschieben, der eine zum Nadelstangenschlitten 13
synchrone Bewegung ausführt.
[0020] Zum Antrieb des in der Arbeitsposition befindlichen Fadengeberhebels 15 dient bei
sämtlichen Ausführungsformen ein mit der Antriebswelle 10 in axialer und radialer
Richtung fest verbundener Mitnehmer 18. Beim Ausführungsbeispiel nach den Figuren
2 bis 4 ist dieser Mitnehmer 18 am Ende eines Brückenarmes 19 angeordnet, der seitlich
außerhalb des Verschiebebereiches der Fadengeberhebel 15 mit der Antriebswelle 10
durch eine Lagerscheibe 20 fest verbunden ist. Auf diese Weise führt der Mitnehmer
18 eine der hin-und hergehenden Verdrehbewegung der Antriebswelle 10 entsprechende
Bewegung aus. Der Mitnehmer 18 greift bei der Ausführungsform nach den Fig. 2 bis
4 in eine Nut 21 ein, die in der zylindrischen Mantelfläche des Lagerteils 15a jedes
Fadengeberhebels 15 ausgebildet ist. Diese Nut 21 ist sowohl in Fig. 2 als auch in
Fig. 4 zu erkennen. Sie kann gleichzeitig der Festlegung der nicht am Stickvorgang
teilnehmenden Fadengeberhebel 15 in ihrer oberen Position durch an den Lagerkonsolen
17 befestigte Halteleisten 22 dienen, auf welche die Fadengeberhebel 15 mit ihrer
Nut 21 aufgeschoben werden, wenn sie in axialer Richtung der Antriebswelle 10 aus
der mittleren Arbeitsposition heraus verschoben werden. Beim Ausführungsbeispiel ist
allerdings eine zusätzliche Nut 21a für die Halteleisten 22 in jedem Lagerteil 15a
vorgesehen.
[0021] Da der jeweils am Stickvorgang teilnehmende, sich in der Arbeitsposition befindliche
Fadengeberhebel 15 über den Mitnehmer 18 und den Brückenarm 19 mit der Antriebswelle
10 gekuppelt wird, treten bei der hin- und hergehenden Bewegung dieses Fadengeberhebels
15 keine Relativbewegungen zwischen der Antriebswelle 10 und dem Fadengeberhebel 15
im Bereich deren gemeinsamer Lagerflächen auf, so daß jeglicher Verschleiß vermieden
wird. Die Lagerwelle 10 dreht sich lediglich in wechselnden Richtungen innerhalb der
durch die Halteleisten 22 in der Ruheposition festgehaltenen Fadengeberhebel 15; da
diese nicht am Stickvorgang teilnehmenden Fadengeberhebel 15 nur mit ihrem geringen
Gewicht auf der Antriebswelle 10 aufliegen, ist der hierbei auftretende Verschleiß
vernachlässigbar klein. Außerdem entfällt jegliches Antriebsgeräusch.
[0022] Während beim voranstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel der Mitnehmer 18 in eine
Nut 21 in den Lagerteil 15a der Fadengeberhebel 15 eingriff, zeigt die zweite Ausführungsform
nach den Fig. 5 und 6 eine abgewandelte Konstruktion. Bei dieser Ausführung ist der
am Ende des Brückenarmes 19 angeordnete Mitnehmer 18' gabelförmig ausgebildet, um
mit einer leistenförmigen Erhebung 23 auf der zylindrischeimantelfläche der Lagerteile
15a der Fadengeberhebel 15 zusammenzuwirken.Auch die in den Fig. 5 und 6 nicht dargestellten
Halteleisten für die in der Ruhestellung befindlichen Fadengeberhebel sind entsprechend
mit einem gabelförmigen Querschnitt ausgeführt. In Fig. 5 ist schließlich mit strichpunktierten
Linien angedeutet, daß anstelle eines einseitigen Brückenarmes 19 eine Brücke 19'
verwendet werden kann, die an beiden Enden beispielsweise mittels einer Lagerscheibe
20 mit der Antriebswelle 10 verbunden ist.
[0023] In den Fig. 7 bis 10 ist ein drittes Ausführungsbeispiel dargestellt. Die Darstellungen
zeigen wiederum fünf Fadengeberhebel 15, die einer entsprechenden Anzahl von in einem
Nadelstangenschlitten 13 angeordneten Nadelstangen 11 zugeordnet sind. Die Fadengeberhebel
15 besitzen zylindrische Lagerteile 15a, mit denen sie frei drehbar und in axialer
Richtung verschiebbar auf der Antriebswelle 10 gelagert sind.
[0024] Wie insbesondere aus den Fig. 8 bis 10 hervorgeht, ist jeder Fadengeberhebel 15 in
seiner auf der Antriebswelle 10 aufliegenden Lagerfläche mit einer axial verlaufenden
Nut 24 versehen, in die ein mit der Antriebswelle 10 verbundener Mitnehmer 25 eingreifen
kann. Dieser Mitnehmer besitzt eine maximal der Breite eines Fadengeberhebels 15 entsprechende
axiale Erstreckung; er kann jedoch auch erheblich schmaler ausgebildet sein, wie Fig.
10 erkennen läßt. Beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 8 bis 10 ist der Mitnehmer
25 entgegen der Kraft einer Rückstellfeder 26 in radialer Richtung in das Innere der
Antriebswelle 10 eindrückbar, so daß die Möglichkeit besteht, eine axiale Verschiebung
der Fadengeberhebel 15 auf der Antriebswelle 10 vorzunehmen, ohne daß hierbei die
Antriebswelle 10 in einer bestimmten Position stillgesetzt werden muß. Um hierbei
das Einführen des Mitnehmers 25 in die Nut 24 des jeweiligen Fadengeberhebels 15 zverleichtern,
sind beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 8 bis 10 sowohl die stirnseitigen Flächen
der Fadengeberhebel 15 als auch der Mitnehmer 25 mit in axialer Richtung verlaufenden
Führungsschrägen versehen. Mittels dieser Führungsschrägen 27 wird der Mitnehmer 25
entgegen der Kraft der Rückstellfeder 26 in das Innere der Antriebswelle 10 'zurückgedrückt,
sofern bei einer axialen Verschiebung der Fadengeberhebel 15 der Mitnehmer 25 nicht
sofort in die Nut 24 eintritt, sondern zuvor auf die Stirnfläche des Lagerteils 15a
des jeweiligen Fadengeberhebels 15 auftrifft.
[0025] Bei der dritten Ausführungsform nach den Fig. 7 bis 10 werden die in der Ruhestellung
befindlichen Fadengeberhebel 15 nicht formschlüssig an Halteleisten festgelegt, sondern
durch eine Rückzugfeder 28 in die Ruhestellung gezogen. Wie insbesondere aus Fig.
9 hervorgeht, greifen diese Rückzugfedern 28 einerseits an einem Lagerbolzen 29 zwischen
den Lagerkonsolen 17 und andererseits an einem Stift 30 an, der in das Lagerteil 15a
der Fadengeberhebel 15 eingesetzt ist. Dieser Stift 30 kommt in der Ruhestellung an
einer Anschlagleiste 31 zur Anlage, die sich ebenfalls zwischen den Lagerkonsolen
17 erstreckt, so daß auch bei dieser Ausführungsform die nicht in der Arbeitsposition
befindlichen Fadengeberhebel 15 zuverlässig in der Ruhestellung festgehalten werden.
[0026] Die in den Fig. 11 und 12 dargestellte vierte Ausführungsform stimmt hinsichtlich
des Antriebes und der Lagerung der Fadengeberhebel 15 mit der ersten Ausführungsform
gemäß den Fig. 2 bis 4 überein. Sie unterscheidet sich von dieser Ausführung dadurch,
daß die den Brückenarm 19 tragende Lagerscheibe 20 nicht fest, sondern verdrehbar
auf der Antriebswelle 10 angeordnet ist. Diese Lagerscheibe 20 trägt eine um einen
Lagerbolzen 32 verschwenkbare Klinke 33, welche durch eine Druckfeder 34 belastet
ist. Der Klinkenarm 33a der zweiarmigen Klinke 33 arbeiteimit einer Mitnehmerleiste
35a zusammen, die auf einem auf der Antriebswelle 10 befestigten Lagerstück 35 befestigt
ist. Um den Klinkenarm 33a von der Mitnehmerleiste 35a entkuppeln zu können, ist ein
Schaltmagnet 36 vorgesehen, dessen mit einer Rolle 36b versehener Stößel 36a auf den
Schaltarm 33b der Klinke 33 einwirkt.
[0027] Wenn ein Wechsel der am Stickvorgang teilnehmenden Fadengeberhebel 15 erfolgen soll,
kann durch Verschwenken der Klinke 33 durch den Schaltmagneten 36 entgegen der Kraft
der Druckfeder 34 die Lagerscheibe 20 von dem Lagerstück 35 entkuppelt werden, so
daß für ein axiales Verschieben der Fadengeberhebel 15 keine bestimmte Position einerseits
der Antriebswelle 10 und andererseits der Fadengeberhebel 15 abgewartet werden muß,
und zwar weder für den Entkupplungsnoch für den Ankupplungsvorgang. Um die Lagerscheibe
20 mit der Klinke 33 nach dem Kupplungsvorgang in eine vorgegebene Ausgangsposition
zu bringen, ist eine Rückzugfeder 37 vorgesehen.
[0028] 3ezugsziffernliste:
1 Tisch
2 Stickkopf
3 Hauptantriebswelle
4 Zahnriemen
4a Zahnriemenrad
4b Zahnriemenrad
5 Koppel
5a Kurbelzapfen
6 Schwinge
6a Zapfen
7 Lagerbock
8 Antriebsstange
9 Antriebsarm
10 Antriebswelle
11 Nadelstange
12 Nadel
13 Nadelstangenschlitten
13a Mitnehmerlasche
14 Stichplatte
15 Fadengeberhebel
15a Lagerteil
16 Lagerbuchse
17 Lagerkonsole
18 Mitnehmer
18' Mitnehmer
19 Brückenarm
19' Brücke
20 Lagerscheibe
21 Nut
21a Nut
22 Halteleiste
23 Erhebung
24 Nut
25 Mitnehmer
26 Rückstellfeder
27 Führungsschräge
28 Rückzugfeder
29 Lagerbolzen
30 Stift
31 Anschlagleiste
32 Lagerbolzen
33 Klinke
33a Klinkenarm
33b Schaltarm
34 Druckfeder
35 Lagerstück
35a Mitnehmerleiste
36 Schaltmagnet
36a Stößel
36b Rolle
37 Rückzugfeder
1. Stickmaschine mit mindestens einer Stickstelle, die eine Mehrzahl von mit je einer
Nadel bestückten Nadelstangen umfaßt, von denen jeweils eine Nadelstange durch Bewegung
quer zur Stickrichtung in ihre Arbeitsposition überführbar und mit einem Antriebselement
kuppelbar ist, wobei jeder Nadelstange ein Fadengeberhebel zugeordnet ist, der gleichzeitig
mit den Nadelstangen in seine Arbeitsposition überführbar und mit einem Antrieb für
den jeweils ausgewählten Fadengeberhebel kuppelbar ist, dadurch gekennzeichnet , daß
sämtliche Fadengeberhebel (15) auf einer durchgehenden, allen Stickstellen gemeinsamen
Antriebswelle (10) frei drehbar und axial verschiebbar gelagert sind und daß ausschließlich
der in der Arbeitsposition befindliche Fadengeberhebel (15) mittels eines mit der
Antriebswelle (10) in axialer und radialer Richtung fest verbundenen Mitnehmers (18,
18', 25) mit der Antriebswelle (10) kuppelbar ist.
2. Stickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Fadengeberhebel
('15) in seiner auf der Antriebswelle (10) aufliegenden Lagerfläche mit einer axial
verlaufenden Nut (24) versehen und der mit der Antriebswelle (10) verbundene Mitnehmer
(25) als entsprechende Erhebung mit einer maximal der Breite eines Fadengeberhebels
(15) entsprechenden)axialen Erstreckung ausgebildet ist.
3. Stickmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die als Mitnehmer (25)
der Antriebswelle (10) dienende Erhebung und die stirnseitigen Flächen (15b) der Fadengeberhebel
(15) mit in axialer Richtung verlaufenden Führungsschrägen (27) ausgebildet sind.
4. Stickmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die als Mitnehmer (25)
dienende Erhebung entgegen der Kraft einer Rückstellfeder (26) in radialer Richtung
in das Innere der Antriebswelle (10) eindrückbar ist.
5. Stickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer (18,18')
auf einer den Verschiebebereich der Fadengeberhebel (15) überspannenden Brücke (19')
angeordnet und mittels einer Nut-Feder-Verbindung mit der Außenfläche des jeweils
in der Arbeitsposition befindlichen Fadengeberhebels (15) kuppelbar ist.
6. Stickmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Fadengeberhebel
(15) in der zylindrischen Mantelfläche seines Lagerteils (15a) mit einer Nut (21)
für den Mitnehmer (18) ausgebildet ist.
7. Stickmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer (18) am
Ende eines seitlich außerhalb des Verschiebebereiches der Fadengeberhebel (15) mit
der Antriebswelle (10) verbundenen Brückenarmes (19) angeordnet ist.
8. Stickmaschine nach mindestens einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Brücke (19') bzw. der Brückenarm (19) entkuppelbar mit der Antriebswelle (10)
verbunden ist.
9. Stickmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Brücke (19') bzw.
der Brückenarm (19) mittels einer magnetbetätigten Klinke (33) mit der Antriebswelle
(10) kuppelbar ist.
10.Stickmaschine nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß sämtliche auf der Antriebswelle (10) axial verschiebbar gelagerte Fadengeberhebel
(15) gemeinsam durch seitliche, mit dem Nadelstangenschlitten (13) verbundene Mitnahmelaschen
(13a) verschiebbar sind.