| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 052 244 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
08.05.1985 Patentblatt 1985/19 |
| (22) |
Anmeldetag: 17.10.1981 |
|
|
| (54) |
Drehgestell für Schienenfahrzeuge, wie Strassenbahnen
Bogie for rail vehicles like trams
Bogie pour véhicules ferroviaires, tel que des tramways
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE FR LI |
| (30) |
Priorität: |
14.11.1980 DE 3042987
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
26.05.1982 Patentblatt 1982/21 |
| (71) |
Anmelder: THYSSEN INDUSTRIE AG |
|
45128 Essen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Girod, Hansjochen
D-4330 Mülheim (DE)
- Korn, Gerhard
D-4330 Mülheim (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Eberhard, Friedrich, Dr. |
|
Am Thyssenhaus 1 45128 Essen 45128 Essen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Drehgestell für Schienenfahrzeuge, wie Straßenbahnen,
mit im Querträger durch senkrechte Zapfen horizontal schwenkbar gehaltenen und durch
Spurstangen miteinander verbundenen Halbdrehgestellen (Pendelrahmen), in denen die
senkrecht federnden Laufräder über je ein zusammen mit ihnen bewegliches Winkelgetriebe
und unabhänig von den gegenüberliegenden Laufrädern angetrieben sind.
[0002] Ein derartiges Drehgestell ist bereits in der DE-A-2 913 539 erwähnt. Bei solchen
Drehgestellen sind die zwei horizontal schenkbaren und zueinander parallel geführten
Pendelrahmen (Halbdrehgestelle), wie üblich, durch die senkrechten Zapfen mit dem
Querträger verbunden. Für die Abfederung der Laufräder sind an den Enden der Halbdrehgestelle
senkrecht angelenkte Schwingen vorgesehen, an denen das Winkelgetriebe angeflanscht
ist, so daß es über die Schwinge die Bewegungen des Laufrades zwangsläufig mitmacht.
Um schnell laufende, d. h. verhältnismäßig kleine Motoren verwenden zu können, ist
allerdings ein weiteres Getriebe vorgesehen, das zu dem Winkelgetriebe in Reihegeschaltetund
in der Nabe des Laufrades angeordnet ist. Dieser Antrieb ist wegen der Vielzahl der
Übertragungsteile alsaufwendiganzusehen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Antrieb für das Drehgstell gemäß der
vorgenannten Druckschrift weiter zu entwickeln, so daß kleinere Motorabmessungen und
Übertragungsteile in geringerer Anzahl in Anwendung kommen können. Auch soll eine
gute Montagemöglichkeit gegeben sein.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist der Querträger über die Zapfen kreuzgelenkartig mit
den Halbdrehgestellen verbunden und auf ihnen mittels beiderseits der Zapfen angeordneter
Federelemente abgestützt und ein einziger Motor mit je einem sich gegenläufig drehenden
inneren Rotor und äußeren Rotor an jedem Halbdrehgestell seitlich, zwischen den Winkelgetrieben
angeordnet, wobei der innere und der äußere Rotor auf verlängerten Ritzelwellen der
Winkelgetriebe fliegend vorgesehen sind.
[0005] Zum Antreiben von Fahrzeugen ist zwar nach der DE-C-856 309 ein Elektromotor mit
je einem sich gegenläufig drehenden inneren Rotor und äußeren Rotor bekannt. Er treibt
aber gleichachsige Laufräder an, wozu eine Umkehrvorrichtung der Drehrichtung für
eines der Laufräder unerläßlich ist.
[0006] Ein Vorschlag geht im übrigen bei dem Antrieb von zwei Pendelrahmen eines Drehgestells
dahin, den Querträger über die Zapfen kreuzgelenkartig mit den Pendelrahmen (Halbdrehgestellen)
zu verbinden und auf diesen mittels beiderseits der Zapfen angeordneter Federelemente
abzustützen und die Antriebe ortsfest an dem Querträger vorzusehen. Abgesehen davon,
daß hochtourige Elektromotoren bei diesem Antrieb nur unter Einschaltung von Planetengetrieben,
die wohlgemerkt mehr Zahnräder haben als ein einstufiges Winkelgetriebe, verwendet
werden können, ist dieser nach der europäischen Patentanmeldung 0 025 484 bekannte
Vorschlag nicht vor dem Prioritätstage der vorliegenden Patentanmeldung veröffentlicht
worden.
[0007] Der erfindungsgemäße Anschluß der Halbdrehgestelle an dem Querträger über Kreuzgelenke
ermöglicht es überhaupt, daß ein Elektromotor mit zwei gegenläufigen Rotoren ohne
Umkehrgetriebe für den Antrieb zweier Laufräder derselben Fahrzeugseite in gewichtssparender
Bauweise verwendet werden kann. Außerdem eröffnet die kreuzgelenkartige Verbindung
die Möglichkeit, auch den Motor an dem Halbdrehgestell festzulegen, so daß nunmehr
das letztere zusammen mit den Winkelgetrieben funktionsfähig zusammengebaut und als
Sektion eines Drehgestells vorgefertigt und auf Vorrat gehalten werden kann. Dank
der zwei Rotoren fällt der Motor erheblich kleiner und leichter aus als ein konventioneller
Motor mit gleicher Drehzahl. Um zum Beispiel eine Drehzahl von 3000 U/min an den Wellen
zu erreichen, drehen sich die Rotoren mit einer Relativdrehzahl von 6000 U/min gegeneinander,
was zu kleineren Abmessungen des elektrischen Teiles führt. Da das Winkelgetriebe
etwa dasselbe Untersetzungsverhältnis aufweisen kann wie das vorgenannte, bekannte
Planetengetriebe, wird im ganzen mit weniger Übertragungselementen das gleiche Untersetzungsverhältnis
und damit die gleiche Fahrgeschwindigkeit erzielt. Durch die fliegende Anordnung der
Rotoren auf den Ritzelwellen sind die Rotoren noch in mit Umlauföl geschmierten Lagern
der Winkelgetriebe gelagert, so daß stets eine ausreichende Schmierung in bewährter
Weise gewährleistet ist.
[0008] Weitere wichtige Einzelheiten des Antriebs gehen aus den weiteren Ansprüchen und
dem Ausführungsbeispiel hervor, das die Erfindung in den Zeichnungen schematisch veranschaulicht.
Es zeigt
Fig. 1 ein Drehgestell in Seitenansicht und
Fig. 2 eine teilweise im Schnitt dargestellte Draufsicht des Drehgestelles.
[0009] Der Querträger 1 eines Drehgestells ist auf jeder Seite mit einem senkrecht nach
unten verlaufenden Zapfen 2 versehen. Die Zapfen 2 greifen in je eine Büchse 3 ein,
die in der Mitte der Halbdrehgestelle 4 quer zur Fahrtrichtung gelenkig gelagert sind.
Dazu dienen je zwei Bolzen 5, die in den Gestellen stecken und seitlich in die Büchsen
3 eingreifen. Durch diese kardanische Halterung können die Halbdrehgestelle 4 neben
einer horizontalen Schwenkbewegung um den Zapfen 2 noch eine vertikale Kippbewegung
um die Bolzen 5 ausführen. Damit die horizontale Schwenkbewegung, die beim Durchfahren
von Kurven eintritt, bei beiden Halbdrehgestellen 4 gleich ist, sind diese durch zwei
Spurstangen 7 miteinanderverbunden.
[0010] Zwischen dem Querträger 1 und den Halbdrehgestellen 4 sind in Fahrtrichtung beiderseits
des Zapfens 2 Schraubenfedern 8 angeordnet, welche die beim Überfahren von Gleisunebenheiten
auftretenden Kippbewegungen abfedern. Durch diese Anordnung wird die früher übliche
Einzelfederung der Laufräder 9 ersetzt, so daß diese nunmehr fest in den Halbdrehgestellen
4 gelagert werden können.
[0011] Die Radlager sind vertikal geteilt, damit die Laufräder 9 ausgebaut werden können,
ohne den Wagen anheben zu müssen.
[0012] Der Teilungsbereich ist mit einem Deckel 13 abgedeckt.
[0013] Auf dem Querträger 1 ist der Wagenkasten 10 beiderseits durch je eine weitere Feder
11 (Luftfeder), die auch eine Hydraulikfeder sein kann, abgestützt. Lenker 12 dienen
dazu, den Wagenkasten 10 gegenüber den Antriebs- und Bremskräften am Querträger 1
zu halten.
[0014] An jedem Halbdrehgestell 4 ist innen seitlich ein Motorgetriebe-Aggregat 6, bestehend
aus zwei die Laufräder 9 antreibenden Winkelgetrieben 14 und einem dazwischenliegenden
Motor 15 angeordnet, der je einen gegenläufig sich drehenden inneren Rotor 15a und
äußeren Rotor 15b aufweist, die auf verlängerten Ritzelwellen 16 der Winkelgetriebe
14 fliegend angeordnet sind. Die Ritzelwellen 16 sind wegen ihrer großen Lagerlänge
für eine genaue Zentrierung der Rotoren 15a und 15b besonders gut geeignet. Die Kegelräder
17 der Winkelgetriebe 14 sind unmittelbar auf die Achsen 18 der Laufräder 9 aufgesetzt,
so daß besondere Kupplungen entfallen können.
[0015] Das Gehäuse (Verkleidung) des Motors 15 ist etwa in der Mitte bei 15c vertikal geteilt,
wobei die beiden Teile 15d und 15e mit den Gehäusen der Winkelgetriebe 14 aus einem
Stück bestehen. Diese Bauweise ermöglicht es, in einfacher Weise die Rotoren 15a und
15b genau gegeneinander auf einen minimalen Luftspalt auszurichten. Beide Teile 15d
und 15e sind durch 'Flanschen 15f miteinander verbunden.
[0016] Um Versetzungen der Winkelgetriebe 14 gegeneinander mit Sicherheit auszuschalten,
sind die Gehäuseteile 15d und 15e des Motors 15 noch zusätzlich mit dem Halbdrehgestell
4 bei 19 verbunden.
[0017] Eine andere - nicht gezeichnete - Möglichkeit für eine sichere Ausrichtung des Motorgetriebe-Aggregates
6 am Halbdrehgestell 4 besteht auch darin, daß sowohl das Motorgehäuse 15d und 15e
wie auch die Gehäuse der Winkelgetriebe 14 über Zentrierungen mit dem Halbdrehgestell
4 verbunden sind.
[0018] Das Gehäuse des Motorgetriebe-Aggregates 6 ist ferner in Achsmitte der Laufräder
9 horizontal geteilt, wobei die Hälften mittels Flanschen 20 verbunden sind.
1. Drehgestell für Schienenfahrzeuge, wie Straßenbahnen, mit im Querträger (1) durch
senkrechte Zapfen (2) horizontal schwenkbar gehaltenen und durch Spurstangen (7) miteinander
verbundenen Halbdrehgestellen (4) (Pendelrahmen), in denen die senkrecht federnden
Laufräder (9) über je ein zusammen mit ihnen bewegliches Winkelgetriebe (14) und abhängig
von den gegenüberliegenden Laufrädern (9) angetrieben sind, dadurch gekennzeichnet,
daß der Querträger (1) über die Zapfen (2) kreuzgelenkartig mit den Halbdrehgestellen
(4) verbunden ist und sich auf ihnen mittels beiderseits der Zapfen (2) angeordneter
Federelemente (8) abstützt und an jedem Halbdrehgestell (4) seitlich, zwischen den
Winkelgetrieben (14) ein einziger Motor (15) mit je einem sich gegenläufig drehenden
inneren Rotor (15a) und äußeren Rotor (15b) angeordnet ist, die auf verlängerten Ritzelwellen
(16) der Winkelgetriebe (14) fliegend vorsehen sind.
2. Drehgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tellerräder (17) der
Winkelgetriebe (14) unmittelbar auf den Achsen (18) der Laufräder (9) angeordnet sind.
3. Drehgestell nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse des
Motors (15) zwischen den Enden quer zu seiner Drehachse geteilt ist, wobei beide Teile
(15d und 15e) mit den Gehäusen der Winkelgetriebe (14) jeweils aus einem Stück bestehen.
4. Drehgestell nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das zweiteilige Gehäuse
des Motorgetriebe-Aggregates (6) über Zentrierungen mit dem Haldrehgestell (4) verbunden
ist.
5. Drehgestell nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das zweiteilige
Gehäuse des Motorgetriebe-Aggregates (6) weiter in einer Ebene der Drehachse des Motors
(15) geteilt und diese Hälften mittels Flanschen (2) miteinander verbunden sind.
1. Bogie for rail vehicles such as tramways with the half bogies (4) swivelling horizontally
on the crossmember (1) by vertical pivots (2) and connected to each other by tie rods
(7) in which half bogies the vertically resilient runner wheels (9) are driven through
one angular gear each (14) movable with them and independent of the opposite runner
wheels (9) characterized in that the crossmember (1) is connected to the half bogies
(4) by the pivots (2) in the manner of a universal joint, and rests on them by means
of spring elements (8) arranged on either side of the pivots (2), and in that a single
motor (15) is arranged on each half bogie (4) laterally between the angular gears
(14) whereby the motor (15) has an internal rotor (15a) and an external rotor (15b)
which run in opposite direction and are mounted on extended pinion shafts (16) of
the angular gears (14) in a cantileverfashion.
2. Bogie according to claim 1 characterized in that the bevel gears (17) of the angular
gears (14) are arranged directly on the axles (18) of the runner wheels (9).
3. Bogie according to claim 1 or 2 characterized in that the housing of the motor
(15) is split between its extremities at right angle to its axis of rotation, whereby
both parts (15d and 15e) form one piece each with the housings of the angular gears
(14).
4. Bogie according to claim 3 characterized in that the bipartite housing of the motor/gear
unit (6) is'connected to the half bogie (4) through centering devices.
5. Bogie according to claim 3 or 4 characterized in that the bipartite housing of
the motor/ gear unit (6) is further split in one plane of the axis of rotation of
the motor (15) and in that these halves are connected to each other by flanges (20).
1. Bogie pour véhicules sur rails, tels que tramways, comportant des demi-bogies (4)
tenus dans la traverse (1) par des pivots verticaux (2) de façon à pouvoir pivoter
horizontalement et réunis par des entretoises (7) (châssis oscillants), et dans lesquels
les roues (9), oscillant verticalement, sont entraînées chacune par l'intermédiaire
d'un engrenage conique (14) mobile avec elle et entraînées de chaque côté de façon
indépendante, caractérisé par le fait que la traverse (1) est jointe aux demibogies
(4) par les pivots (2) à la cardan et est supportée par les demi-bogies par l'intermédiaire
d'éléments élastiques (8) placés de chaque côté des pivots (2), et, sur chaque demi-bogie
(4), est monté latéralement entre les engrenages coniques (14) un moteur unique (15)
comportant un rotor intérieur (15a) et un rotor extérieur (15b) tournant en sens vontraires,
qui sont montés en prote-à-faux sur des arbres de pignon rallongés (16) des engrenages
coniques (14).
2. Bogie selon la revendication, caractérisé par le fait que les couronnes (17) des
engrenages coniques (14) sont montées directement sur les axes (18) des roues (9).
3. Bogie selon l'une des revendications 1 et 2, charactérisé par le fait que la carasse
du moteur (15) est divisée entre ses extrémités perpendiculairement à l'axe de rotation
du moteur, les deux parties (15d et 15e) faisant chacune corps avec le carter de l'engrenage
conique (14) associé.
4. Bogie-selon la revendication 3, charactérisé par le fait que l'enveloppe en deux
parties du groupe motoréducteur (6) est jointe au demi-bogie (4) par des moyens de
centrage.
5. Bogie selon l'une des revendications 3 et 4, charactérisé par le fait que l'enveloppe
en deux parties du groupe motoréducteur (6) est en outre divisée dans un plan passant
par l'axe de rotation du moteur (15) et les deux moitiés sont assemblées par des brides
(20).
