(19)
(11) EP 0 080 087 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.05.1985  Patentblatt  1985/19

(21) Anmeldenummer: 82110138.3

(22) Anmeldetag:  04.11.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B22D 11/14, B22D 11/10, F27D 3/14

(54)

Vorrichtung zum Verhindern des Ausströmens von Verunreinigungen zusammen mit schmelzflüssigem Gut

Apparatus for preventing the outflow of impurities together with molten material

Dispositif pour empêcher l'écoulement des impuretés ensemble avec le matériau fondu


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH FR GB IT LI

(30) Priorität: 21.11.1981 DE 3146267

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
01.06.1983  Patentblatt  1983/22

(71) Anmelder: Mannesmann Rexroth GmbH
97813 Lohr (DE)

(72) Erfinder:
  • Scherer, Manfred
    D-8770 Lohr/Main (DE)
  • Hofmann, Heini
    D-8774 Rothenfels (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Bartels und Partner 
Lange Strasse 51
70174 Stuttgart
70174 Stuttgart (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Bei einer bekannten Vorrichtung der vorgenannten Art ist die Schmelzplatte überall gleich dick und wird innerhalb kurzer Zeit von dem Schmelzgut ganz geschmolzen (DE-A-2 632 253).

    [0003] Es ist auch bekannt, mindestens einen Teil des an sich nicht schmelzbaren Verschlußkörpers aus aufschmelzbarem Werkstoff herzustellen, dessen Schmelzpunkt vorzugsweise niedriger ist als der Schmelzpunkt des eingegossenen Metalls und niedriger als die Temperatur des die Öffnung umgebenden Materials. Wenn eine Verschlußwirkung über eine vorgegebene Zeit gehalten werden soll, wird ein aus mehreren Teilen bestehender Verschlußkörper angewandt, dessen oberer, dem Schmelzgut zugewandter Teil aus schmelzbarem Werkstoff und dessen unterer Teil aus einem eine stützende Funktion ausübenden Werkstoff besteht, der später entfernt werden kann (CH-A-448 396).

    [0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art zu schaffen, bei welcher ein bestimmter Teil der schmelzbaren Schmelzplatte schmilzt, bevor der übrige Teil der Schmelzplatte zum Schmelzen kommt. Diese Aufgabe wird duch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des Anspruchs 1 erfindungsgemäß gelöst. Hierdurch ist es möglich, anfangs einen durch die Abmessungen der Sollschmelzstelle bestimmten kleineren Querschnitt als den von der Schmelzplatte bedeckten Querschnitt fei zu schweißen und mindestens anfangs einen durch den Querschnitt der Sollschmelzstelle bedingten kleineren Gutstrom in die Kokille fließen zu lassen. Die Dicke der Sollschmelzstelle und der Schmelzplatte kann der jeweils gewünschten Temperatur des schmelzflüssigen Gutes und dem Querschnitt der Kokille angepaßt werden.

    [0005] Die Merkmale des Anspruchs 2 betreffen eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung.

    [0006] Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung. In dieser ist ein Warmhalteofen als Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigt

    Fig. 1 einen lotrechten Schnitt,

    Fig. 2 einen Ausschnitt aus Fig. 1 mit zusätzlichen Teilen.



    [0007] Ein Ofenmantel 1 ist aus Grobblechplatten zusammengeschweißt und mit feuerfesten Steinen 2 und einer Schicht 3 aus einer feuerfesten Masse ausgekleidet. Der Warmhalteofen hat auf einer Seite eine Gießöffnung 22. Die Gießöffnung 22 durchsetzt eine auf dem Ofenmantel 1 befestigte gußeiserne Frontplatte 4. An dieser ist ein Zwischenflansch 5 (Fig. 2) mit Kokille 6 und dieser zugeordnetem Kühler 7 befestigt. An der Unterseite des Warmhalteofens ist ein am Ofenmantel fest angeschweißter Flansch 8 zur Anbringung eines Induktors 9 vorgesehen. Auf der Oberseite des Warmhalteofens ist ein abnehmbarer Deckel 10 angeordnet, der mit einer feuerfesten Masse 11 ausgegossen ist und einen Brennerstein 12 zur Aufnahme eines nicht dargestellten Brenners aufweist. Im unteren Bereich des Warmhalteofens ist eine Temperaturmeßstelle 13 vorgesehen, die ein Thermoelement 14 hat. Die Lage des Zwischenflansches 5 auf der Frontplatte 4 ist mittels Paßstiften genau festgelegt. Der Bereich zwischen der Kokille 6 und der die Steine 2 bedeckenden Schicht 3 wird durch einen von einem Isolierkörper 16 umgebenen Zuführtrichter 17 überbrückt. Der Isolierkörper 16 besteht aus einer Isoliermasse und der Zuführtrichter 17 aus einer feuerfesten Masse. An der Stoßstelle zwischen der Mündung der Gießöffnung 22 und dem Zuführtrichter 17 sind die lichten Ausnehmungen jeweils gleich. Hier ist eine Schmelzplatte 25 eingesetzt, die die Gießöffnung 22 ausfüllt und von dem Zuführtrichter 17 gehalten wird. Die Schmelzplatte 25 hat an der Unterseite eine Sollschmelzstelle 26 geringerer Dicke. Der Werkstoff der Schmelzplatte 25, deren Dicke und die Dicke der Sollschmelzstelle ist den das schmelzflüssige Gut jeweils aufweisenden Temperaturen und den Querschnitten der Kokille 6 angepaßt.

    [0008] Zwischen der Frontplatte 4 und dem Zwischenflansch 5 ist eine Dichtung 19 in Form einer Asbestplatte oder dgl. vorgesehen. Der die Kokille 6 umgebende Kühler 7 ist mit seinem Flansch an einem Haltering 20 mittels Schrauben lösbar befestigt, der seinerseits an dem Zwischenflansch 5 ebenfalls mittels Schrauben lösbar befestigt ist. Zum Ausrichten der Kokille können am Befestigungsflansch des Kühlers 7 Langlöcher vorgesehen sein. Es ist möglich, an dem Zwischenflansch 5 mehrere Kokillen 6 anzuordnen.

    [0009] Beim Einfüllen von schmelzflüssigem Gut in den Warmhalteofen 1 übersteigt dieses die Sollschmelzstelle 26 und die Schmelzplatte 25 jeweils bevor die Sollschmelzstelle 26 bzw. die Schmelzplatte 25 schmilzt. Dadurch wird verhindert, daß auf dem schmelzflüssigen Gut, insbesondere Metall, schwimmende Verunreinigungen, insbesondere Schlacke, in die Kokille fließen. Die Gießöffnung 22 ist derart ausgebildet, daß sich beim Füllen des Warmhalteofens keine Verunreinigungen darin fangen und diese von dem die Gießöffnung 22 übersteigenden schmelzflüssigen Gut mitgenommen werden. Die Sollschmelzstelle 26 und die Schmelzplatte 25 schmelzen jeweils nach einer vorbestimmten Zeit.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Verhindern des Ausströmens von Verunreinigungen, insbesondere Schlacke, zusammen mit schmelzflüssigem Gut, insbesondere Metall, aus einer mit einer Schmelzplatte (25) versehenen Gießöfnung (22) eines Behälters zur Aufnahme von schmelzflüssigem Gut, wobei die Schmelzplatte (25) in die Gießöffnung (22) einsetzbar und durch das anschließend in den Behälter eingefüllte schmelzflüssige Gut in vorbestimmter Zeit zum Schmelzen bringbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzplatte (25) mit einer ihre Dicke vermindernden Sollschmelzstelle (26) versehen ist, die von dem in dem Behälter befindlichen schmelzflüssigen Gut vor dem übrigen Teil der Schmelzplatte (25) geschmolzen wid und die in durchgeschmolzenem Zustand einen wesentlich geringeren Durchtrittsquerschnitt für schmelzflüssiges Gut als die geschmolzene Schmelzplate (25) aufweist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzplatte (25) auf einer ihrer beiden großflächigen Seiten eine ihre Dicke vermindernde Ausnehmung als Sollschmelzstelle (26) hat.
     


    Claims

    1. An apparatus for preventing the outflow of impurities, more especially slag, together with molten material, more especially metal, from a casting aperture (22), which is provided with a melting plate (25), of a container for the reception of molten material, the melting plate (25) being insertable into the casting aperture (22) and being meltable within a predetermined period by the molten material which is subsequently introduced into the container, characterised in that the melting plate (25) is provided with a predetermined melting point (26) which reduces its thickness and which is melted prior to the rest of the melting plate (25) by the molten material in the container and which, in the state in which it has melted through, has a section of passage for molten material which is substantially smaller than that of the molten melting plate (25).
     
    2. An apparatus as claimed in Claim 1, characterised in that the melting plate (25) has, as the predetermined melting point (26), a recess, which reduces its thickness, in one of its two large-area sides.
     


    Revendications

    1. Dispositif pour empêcher l'écoulement d'impuretés, en particulier de laitier, conjointement avec la matière en fusion, en particulier avec un métal, qui comprend un orifice de coulée (22) pourvu d'une plaque fusible (25) d'un réservoir pour recevoir une matière fusible liquéfiée, la plaque fusible (25) pouvant être mise en place dans l'orifice de coulée (22) afin d'être fondue, en un temps prédéterminé, par la matière en fusion versée ultérieurement dans le réservoir, caractérisé en ce que la plaque fusible (25) présente un point de fusion prévu ou de consigne (26) ayant une épaisseur réduite, et qui est fondue par la matière en fusion contenue dans le récipient avant la partie restante de ladite plaque fusible (25) et qui, lorsqu'elle a fondu, découvre une section libre sensiblement plus petite pour l'écoulement de la matière en fusion que la plaque fusible (25) fondue.
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la plaque fusible présente sur ces deux grandes faces, un évidement diminuant son épaisseur et qui constitue le point de fusion prévu ou de consigne (26).
     




    Zeichnung