(19)
(11) EP 0 081 228 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.05.1985  Patentblatt  1985/19

(21) Anmeldenummer: 82111278.6

(22) Anmeldetag:  06.12.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B41M 5/12

(54)

Druckempfindliche Aufzeichnungsblätter

Pressure-sensitive recording sheets

Feuilles d'enregistrement sensibles à la pression


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 08.12.1981 JP 196384/81

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
15.06.1983  Patentblatt  1983/24

(71) Anmelder: JUJO PAPER CO., LTD.
Kita-ku Tokyo (JP)

(72) Erfinder:
  • Yamato, Noboru Central Research Laboratory
    Kita-ku Tokyo (JP)
  • Hasegawa, Akira Central Research Laboratory
    Kita-ku Tokyo (JP)
  • Umeda, Hiroaki Central Research Laboratory
    Kita-ku Tokyo (JP)
  • Suzuki, Mamoru Central Research Laboratory
    Kita-ku Tokyo (JP)

(74) Vertreter: Kinzebach, Werner, Dr. 
Patentanwälte Reitstötter, Kinzebach und Partner Postfach 86 06 49
81633 München
81633 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft druckempfindliche Aufzeichnungsblätter, insbesondere ein Farbentwicklungsblatt für druckempfindliche Aufzeichnungsblätter, das ein Aufzeichnungsbild mit erhöhter Bilddichte und überlegener Lichtechtheit ergibt.

    [0002] Im allgemeinen bestehen die druckempfindlichen Aufzeichnungsblätter aus einem oberen Blatt (CB-beschichtete Unterseite) und einem unteren Blatt (CF-beschichtete Oberseite).

    [0003] Die Unterseite des oberen Blattes wird mit Mikrokapseln beschichtet, die einen elektronenabgebenden, farblosen oder schwachfarbigen chromogenen Farbstoff enthalten, der in einem organischen Lösungsmittel (Kapselöl) gelöst ist. Die Oberfläche des unteren Blattes wird mit einer Farbentwicklungsschicht beschichtet, die ein elektronenaufnehmendes Farbentwicklungsmittel enthält. Wenn die mit Mikrokapseln beschichtete Oberfläche auf die mit einer Farbentwicklungsschicht beschichtete Oberfläche gelegt und ein lokalisierter Druck, z. B. durch einen Kugelschreiber, eine Schreibmaschine usw., auf die druckempfindlichen Aufzeichnungsblätter ausgeübt wird, so zerbrechen die Mikrokapseln unter dem angewendeten Druck, und das den chromogenen Farbstoff enthaltende Kapselöl gelangt in die das Farbentwicklungsmittel enthaltende Schicht. Der chromogene Farbstoff reagiert mit dem Farbentwicklungsmittel unter Bildung eines Bildes in dem gewünschten Aufzeichnungsmuster. Die Oberfläche des mittleren Blattes (CFB-beschichtete Ober- und Unterseite) wird mit einer Schicht beschichtet, die ein Farbentwicklungsmittel umfaßt, und die Unterseite des mittleren Blattes wird mit Mikrokapseln beschichtet, die den chromogenen Farbstoff enthalten. Wenn man ein oder mehrere CFB-Blätter zwischen das CB- und CF-Blatt legt, kann man eine oder mehrere Kopien erhalten.

    [0004] Bekannte Farbentwicklungsmittel sind

    (1) anorganische feste Säuren, wie aktivierter Ton (beispielsweise in der japanischen Patentpublikation 7 622/1966 beschrieben), Attapulgit (beispielsweise in der US-PS 2 712 507 beschrieben) usw.,

    (2) substituierte Phenole und Diphenole (beispielsweise in der japanischen Patentpublikation 9 309/1965 beschrieben),

    (3) p-subst.-Phenol-Formaldehyd-Polymere (beispielsweise in der japanischen Patentpublikation 20 144/1967 beschrieben),

    (4) Metallsalze aromatischer Carbonsäuren (beispielsweise in der japanischen Patentpublikation 10 856/1974 beschrieben),

    (5) 2,2'-Bisphenolsulfonverbindungen (beispielsweise in JP-OS 106 313/1979 beschrieben) usw.



    [0005] Von diesen Farbentwicklungsmitteln wird der aktivierte Ton hergestellt, indem man zum Zweck des Auflösens von Aluminium, Eisen und anderen basischen Bestandteilen den sauren Ton oder dergleichen mit einer Mineralsäure behandelt und dadurch seine spezifische Oberfläche vergrößert- Eine spezifische Oberfläche von über 200 m2/g ergibt einen bevorzugten Farbentwicklungseffekt.

    [0006] Aktivierter Ton hat den Vorteil, daß er viel billiger ist als bekannte organische Farbentwicklungsmittel. Als Farbe für das Bild der druckempfindlichen Aufzeichnungsblätter gab es früher nur die blaue Farbe, da Kristallviolettlacton (CVL), Benzoylleuco-Methylenblau (BLMB) usw. als Farbbildner verwen det wurden. Der Markt verlangte jedoch druckempfindliche Aufzeichnungsblätter, die ein schwarzes Bild liefern. Für diesen Zweck wurden Mischungen von zwei oder mehr verschiedenen Farbstoffen, die mehrere Farbtöne haben, vorgeschlagen; man vergleiche die japanischen Patentpublikationen 4 698/1970,4 614/1971 usw.

    [0007] Beispielsweise kann der eine schwarze Farbe entwickelnde Farbstoff durch die Kombination von Blau- und Gelborange-Farbstoff, von Blau- und Gelb- und Gelborange- und Rotfarbstoff, von drei Grundfarbstoffen, wie Blau-Grün-Rotfarbstoffen usw. oder von zwei Farbstoffen, die miteinander Gegenfarben bilden, hergestellt werden.

    [0008] Dieses Verfahren ist jetzt auf druckempfindliche Aufzeichnungsblätter unter Verwendung von anorganischen festen Säuren, wie aktiviertem Ton, Attapulgit usw., angewendet worden. Es hat jedoch den Nachteil, daß Farbtonänderungen in der Zeit zwischen Anfangsfarbbildung und dem Maximum der Farbbildung, bei der Einwirkung von Sonnenlicht oder UV-Strahlung oder während der Lagerung über längere Zeit stattfinden, weil je nach den Farbstoffarten die Farbbildungsgeschwindigkeit und die Beständigkeit gegenüber Licht, Temperatur und Feuchtigkeit verschieden sind. Ferner hat es häufig den Nachteil, daß das Mischen der Farbstoffe und die Farbbildung viel Zeit benötigen und daß wegen der Verwendung von vielen Farbstoffarten in großer Menge die Aufzeichnungsblätter teuer sind und die Löslichkeit der Farbstoffe in einem Lösungsmittel (Kapselöl) schwierig ist.

    [0009] Zur Überwindung der vorstehend angegebenen Nachteile sind Fluoranfarbstoffe, die selbst eine schwarze Farbe bilden, entwickelt worden. Beispiele für Farbstoffe dieses Typs sind 3 Diäthylamino 6-methy) 7-anitinoftuoran, 3-(N-Cyclohexyl-N-methylamino)-6-methyl-7-anilinofluoran, 3-Diäthylami no-6-methyl-7-(ortho, para-dimethylanilino)-fluoran, 3-(N-Äthyl-p-toluidino)-6-methyl-7-anilinofluoran usw.

    [0010] Besonders bei Verwendung von organischen Farbentwicklungsmitteln, wie p-subst. Phenol-Formaldehydpolymeren, Metallsalzen aromatischer Carbonsäuren, Metallsalzen der 2,2'-Bisphenolsulfonver bindungen, weisen solche Fluoranfarbstoffe allein oder in Mischung mit ein wenig Farbstoff aus der Reihe der blauen oder roten Farbstoffe oder dergleichen, der als eine Gegenfarbe wirkt, folgende Eigenschaften auf.

    (1) Man erhält ein schwarzes Bild und

    (2) die Farbtonänderung in Abhängigkeit von der Zeit ist gering.



    [0011] Solche Fluoranfarbstoffe haben bei Verwendung mit anorganischen Farbentwicklungsmittein, wie aktiviertem Ton, die Nachteile, daß sie ein rötlich-schwarzes oder grünlich-schwarzes Bild ergeben, das erhaltene Bild einer Farbtonänderung oder Verblassung unterliegt, wobei es rotbraun wird, und daß ein Bild mit einem beständigen Farbton nicht erhalten werden kann.

    [0012] Daher müßte das oben angegebene Verfahren, bei dem Farbstoffe kombiniert wurden, verwendet werden, obwohl der aktivierte Ton gegenüber organischen Farbentwicklungsmitteln preisgünstig war und überlegene Farbentwicklungsfähigkeit hatte.

    [0013] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, druckempfindliche Aufzeichnungsblätter zu schaffen, bei denen mit einem Farbentwicklungsblatt, einem Übertragungsblatt und einem Schwarz bildenden Fluoranfarbstoff ein rein schwarz gefärbtes Bild mit erhöhter Bilddichte, überlegener Lichtechtheit und geringer zeitlicher Farbtonänderung erzielbar ist.

    [0014] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einem Übertragungsblatt, das einen Überzug aufweist, der aus Mikrokapseln besteht, die einen farblosen oder schwachfarbigen, eine schwarze Farbe entwickelnden Fluoranfarbstoff der unten angegebenen Formel (I) enthalten, und mit einem Farbentwicklungsblatt, das eine Farbentwicklungsschicht hat, die mindestens aktivierten Ton, Zinkcarbonat und eine Thioharnstoffverbindung enthält.

    [0015] Die erfindungsgemäß verwendbaren Fluoranfarbstoffe sind Verbindungen der folgenden allgemeinen Formel (I):

    in der

    R,, R2, R4 und R5, die gleich oder verschieden sind, ein (oder mehrere) Wasserstoffatom(e), eine (oder mehrere) Alkylgruppe(n), alicyclische Gruppe(n), Arylgruppe(n) oder Aralkylgruppe(n) bedeuten, wobei diese Gruppen auch mit mindestens einem Halogenatom, mindestens einer Alkylgruppe, halogenierten Alkylgruppe, alicyclischen Gruppe, Arylgruppe, Aralkylgruppe, Hydroxylgruppe, Alkoxygruppe, Acylgruppe, Aminogruppe, substituierter Aminogruppe oder Nitrogruppe substituiert sein können;

    R, und R2 und/oder R4 und R5 einen Ring bilden können und

    R3 ein Wasserstoffatom, Halogenatom, eine Alkylgruppe, Alkoxyalkylgruppe, halogenierte Alkylgruppe, Aralkylgruppe oder Alkoxygruppe bedeutet.



    [0016] Typische Beispiele für erfindungsgemäße, eine schwarze Farbe entwickelnde Farbstoffe sind:

    3-(N-Äthyl-N-isoamyl)-amino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-Piperidino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-Pyrrolidino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-(N-Cyclohexyl-N-methyl)-amino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3 Diäthylamina-7-(m-trifluormethylanilino)-fluoran,

    3 (N-Äthyl-p-toluidino)-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3 (N Äthyl-p-toluidino)-6-methyl-7-(p-methylanilino)-fluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-(p-h-butylanilino)-fluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-(o,m-dimethylanilino)fluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-(o,p-dimethylanilino)fluoran,

    3-n-Dibutylamino-6-methyl-7-(o-methyl-p-chloranilino)-fluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-(m-methyl-p-chloranilino)fluoran,

    3-Diäthylamino-7-(o-chloranilino)-fluoran,

    3-Diäthylamino-7-cyclohexylanilinofluoran

    und

    3-Pyrrolidino-7-cyclohexylanilinofluoran.



    [0017] Diese Farbstoffe werden in einem organischen Lösungsmittel gelöst und durch Konservierungsverfahren (vgl. beispielsweise US-Patentschrift 2 800 457), Grenzflächen-Polymerisations-Verfahren (vgl. beispielsweise japanische Patentpublikation 19 578/1963), »in-situ«-Polymerisationsverfahren (vglbeispielsweise japanische Patentpublikation 45 133/1974) und dergleichen eingekapselt. Sie werden dann auf einen Träger aufgetragen, um ein Übertragungsblatt herzustellen.

    [0018] Das erfindungsgemäße Farbentwicklungsblatt, das in Kombination mit dem obigen Übertragungsblatt verwendet wird, besteht aus einem Träger und einer auf dem Träger liegenden Farbentwicklungsschicht, die aktivierten Ton, Zinkcarbonat und eine Thioharnstoffverbindung enthält. Die Verwendung von Zinkcarbonat und Thioharnstoffverbindung neben aktiviertem Ton in der Farbentwicklungsschicht führt in Verbindung mit den erfindungsgemäß verwendeten Fluoranfarbstoffen zu einem rein schwarz gefärbten Bild mit einer erhöhten Bilddichte und einer verbesserten Lichtechtheit und geringerer Farbtonänderung.

    [0019] Erfindungsgemäß führt die Zugabe von Thioharnstoffverbindung zu einem rein schwarzen Farbton, einer verbesserten Lichtechtheit und einer geringeren Farbtonänderung.

    [0020] Typische Beispiele für erfindungsgemäße Thioharnstoffverbindungen sind Thioharnstoff, Trimethylthioharnstoff, Diäthylthioharnstoff, Dibutylthioharnstoff, Dilaurylthioharnstoff, Äthylenthioharnstoff, Diphenylthioharnstoff und dergleichen.

    [0021] Von den zuvor erwähnten Thioharnstoffverbindungen sind Trimethylthioharnstoff, Diäthylthioharnstoff, Dibutylthioharnstoff und Diphenylthioharnstoff erfindungsgemäß bevorzugt.

    [0022] Die Zugabe von Zinkcarbonat führt zu erhöhter Bilddichte, überlegener Lichtechtheit und verbessertem Farbton. Das erfindungsgemäße Zinkcarbonat umfaßt Zinkcarbonat und basisches Zinkcarbonat, die auf dem Markt erhältlich sind. Die Zugabe von Zinkoxid ergibt dagegen eine geringere Bilddichte und unterlegene Lichtechtheit und das Bild wird bei Einwirkung von Sonnenlicht oder Ultraviolett strahlen rötlich.

    [0023] Die Zugabe von Zinkphosphat ergibt überlegene Lichtechtheit und geringe Farbtonänderung, verursacht aber eine geringere Bilddichte.

    [0024] Die kombinierte Verwendung von Zinkcarbonat und Thioharnstoffverbindung hat erhebliche Effekte, d. h., sie ergibt erhöhtere Bilddichte, rein schwarze Farbentwicklung und ein Aufzeichnungsbild mit überlegener Lichtechtheit und geringer Farbtonänderung.

    [0025] Typische Beispiele für Bindemittel in der Farbentwicklungsschicht sind natürliche oder synthetische Polymere, wie Stärke, Carboxymethylcellulose, Methylcellulose, Gelatine, Gummiarabikum, Polyvinylalkohol, Kasein, Styrol-Butadien-Copolymerlatices und dergleichen.

    [0026] Typische Beispiele für anorganische Pigmente sind natürliche oder synthetische anorganische Pigmente, wie Ton, Talk, Kaolin, Kalziumcarbonat, basisches Magnesiumcarbonat, Bariumsulfat, Bariumcarbonat, Aluminiumhydroxid, Zinkweiß und dergleichen.

    [0027] Bei dem erfindungsgemäßen Farbentwicklungsblatt ist es vorteilhaft, 3 bis 20 Gew.-Teile Zinkcarbonat, 1 bis 30 Gew.-Teile Thioharnstoffverbindung pro 100 Gew.-Teile des aktivierten Tons und 10 bis 40 Gew.-Teile Bindemittel, bezogen auf 100 Gew.-Teile Gesamtfeststoffgehalt, zu verwenden.

    [0028] Weiter ist es vorteilhaft, die Farbentwicklungsschicht auf einen Träger in einer Beschichtungsfärbemenge von 3-10 g/m2 aufzutragen.

    [0029] Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.

    Beispiel 1


    Übertragungsblatt



    [0030] 20 Gew.-Teile Gelatine mit einem isoelektrischen Punkt-pH-Wert von 8 wurden in 160 Gew.-Teilen Wasser aufgelöst. Dazu wurden 80 Gew.-Teile eines Öls, das durch Auflösen von 3-Diäthylamino-6-methyl-7-anilinofluoran in alkyliertem Naphthalin hergestellt worden war, gegeben. Das Ganze wurde emulgiert und dispergiert, wobei man eine Dispersion erhielt.

    [0031] Zur Dispersion wurde eine Lösung von 20 Gew.-Teilen Gummiarabikum in 160 Gew.-Teilen Wasser gegeben, und 550 Gew.-Teile Wasser wurden unter weiterem Rühren zugegeben. Dann wurde eine 10%ige wäßrige Essigsäurelösung zugefügt, um den pH-Wert der Lösung auf 4,4 einzustellen, wobei die Komplex-Konservierung durchgeführt wurde. Alle obigen Prozesse wurden bei einer Lösungstem peratur von über 50° C durchgeführt.

    [0032] Nach Abkühlen der Lösung auf 10°C wurden dazu 3,8 Gew.-Teile einer 370/oigen wäßrigen Formalinlösung als Versteifungsmittel gegeben. Nach dem Umrühren wurde der pH-Wert des Systems mit einer 20%igen wäßrigen Natriumhydroxidlösung auf 9 eingestellt. Auf diese Weise wurde eine Beschichtungsfarbe aus Mikrokapseln erhalten, die einen Farbbildner enthalten. Die Beschichtungsfarbe wurde auf ein Basispapier mit einem Gewicht von 40 g/m2 in einer Beschichtungsmenge von 5 g/m2 aufgetragen, dies ergab ein Übertragungsblatt.

    Farbentwicklungsblatt



    [0033] 1 Gew.-Teil Natriumpyrophosphat als Dispergierungsmittel wurde in 300 Gew.-Teilen Wasser aufgelöst. Zu der Lösung wurden 100 Gew.-Teile aktivierter Ton gegeben, man erhielt eine Dispersion. Zu der Dispersion wurden 19 Gew.-Teile Zinkcarbonat gegeben. Dazu wurden 7 Gew.-Teile Diäthylthioharnstoff gegeben und dann verrührt. Der Diäthylthioharnstoff war mit einer Reibmühle, Sandschleifmaschinen usw. fein zermahlen worden. Zu dem erhaltenen Gemisch wurden 60 Gew.-Teile Styrol-Butadien-Copolymere (enthaltend 50% Feststoffgehalt) gegeben. Dann wurde eine wäßrige Natriumhydroxidlösung zugefügt, um den pH-Wert des Systems auf 9 einzustellen.

    [0034] Die erhaltene Beschichtungsfarbe wurde auf ein Basispapier mit einem Gewicht von 40.g/m2 in einer Beschichtungsmenge von 7 g/m2 aufgetragen, wodurch man ein Farbentwicklungsblatterhielt.

    Beispiele 2 bis 8


    Übertragungsblatt



    [0035] Das Übertragungsblatt des Beispiels 1 wurde als solches verwendet.

    Farbentwicklungsblätter



    [0036] Die Farbentwicklungsblätter wurden auf die gleiche Weise wie im Beispiel 1 hergestellt, wobei man verschiedene Thioharnstoffverbindungen und Zinkcarbonat verwendete und die Mengen variierte.

    Vergleichsversuche 1 bis 11


    Übertragungsblatt



    [0037] Das Übertragungsblatt des Beispiels 1 wurde verwendet.

    Farbentwicklungsblätter



    [0038] Die Farbentwicklungsblätter wurden auf die gleiche Weise wie im Beispiel 1 hergestellt, wobei die Farbentwicklungsblätter die in der Tabelle I beschriebenen Komponenten enthalten. Thioharnstoff wurde unmittelbar in der Dispersion des aktivierten Tons aufgelöst, weil Thioharnstoff in Wasser leicht löslich ist.

    [0039] Die Übertragungsblätter und die Farbentwicklungsblätter, die in den Beispielen 1 bis 8 und in den Vergleichsversuchen 1 bis 11 erhalten wurden, wurden hinsichtlich der Bilddichte, des Farbtons, der Lichtechtheit und Farbtonänderung wie folgt geprüft.

    (1) Bilddichte



    [0040] Ein Übertragungsblatt und ein Farbentwicklungsblatt werden so aufeinandergelegt, daß sich die beschichteten Oberflächen der Blätter gegenseitig berühren. Die gestapelten Blätter beschreibt man mit einer Schreibmaschine, so daß sich eine Farbe bildet. Der Reflexionsgrad des Blattes 24 Stunden nach der Farbentwicklung wird unter Verwendung eines Hunter-Reflektometers (von Toyo Seiki Seisaku-sho, Ltd. hergestellt) unter Verwendung eines bernsteinfarbenen Filters gemessen. Die Farbentwicklungsrate wird aus dem Reflexionsgrad 10 des Blattes vor der Farbentwicklung und dem Reflexionsgrad 11 des Blattes 24 Stunden nach der Farbentwicklung wie folgt berechnet:



    [0041] (Bilddichte wird als Farbentwicklungsrate ausgedrückt.) Höhere Farbentwicklungsrate ist besser.

    (2) Farbton:



    [0042] Der Farbton des Farbentwicklungsblattes, auf dem gemäß dem unter (1) beschriebenen Verfahren ein Bild erzeugt worden ist, wird mit dem bloßen Auge 24 Stunden nach der Farbentwicklung bewertet.

    (3) Lichtechtheit:



    [0043] Das Farbentwicklungsblatt, auf dem gemäß dem unter (1) beschriebenen Verfahren ein Bild erzeugt worden ist, wird 2 Stunden mit Sonnenlicht bestrahlt, worauf die Lichtechtheit bewertet wird.

    (4) Farbtonänderung:



    [0044] Das Farbentwicklungsblatt, auf dem gemäß dem unter (1) beschriebenen Verfahren ein Bild erzeugt worden ist, wird 2 Stunden mit Sonnenlicht bestrahlt, die Farbtonänderung wird mit dem bloßen Auge bewertet.

    [0045] Die Prüfungsergebnisse sind in den folgenden Tabellen zusammengestellt.





    [0046] Wie Tabelle 1 zeigt, ergeben die Beispiele 1 bis 8 hohe Bilddichte, rein schwarze Farbentwicklung mit überlegener Lichtechtheit und mit verbesserter Farbtonänderung.

    [0047] Die Vergleichsversuche 1 bis 5 ergeben hohe Bilddichte, führen aber zu rötlich-schwarzer Färbung, ergeben unterlegene Lichtechtheit und/oder Farbtonänderung.

    [0048] Die Vergleichsversuche 6 bis 11 ergeben rein schwarze Farbentwicklung oder ein schwach rötliches Schwarz, führen jedoch zu niedrigerer Bilddichte.

    [0049] Die obigen Ergebnisse zeigen, daß die erfindungsgemäßen druckempfindlichen Aufzeichnungsblätter überlegen sind.


    Ansprüche

    1. Druckempfindliche Aufzeichnungsblätter zur Entwicklung von Farbbildern bei Berührung eines Farbbildners mit einem Farbentwicklungsmittel, wobei die Aufzeichnungsblätter mindestens aus einem Übertragungsblatt und einem Farbentwicklungsblatt bestehen, wobei das Übertragungsblatt eine auf einen Träger aufgetragene Übertragungsschicht aufweist, die aus Mikrokapseln besteht, die als Farbbildner mindestens einen farblosen oder schwach farbigen, eine schwarze Farbe entwickelnden Fluoranfarbstoff der allgemeinen Formel (I) enthalten:

    in der Ri, R2, R4 und Rs, die gleich oder verschieden sind, ein (oder mehrere) Wasserstoffatom(e), eine (oder mehrere) Alkylgruppe(n), alicyclische Gruppe(n), Arylgruppe(n) oder Aralkylgruppe(n) bedeu ten, wobei diese Gruppen auch mit mindestens einem Halogenatom, mindestens einer Alkylgruppe, halogenierten Alkylgruppe, alicyclischen Gruppe, Arylgruppe, Aralkylgruppe, Hydroxylgruppe, AIkoxygruppe, Acylgruppe, Aminogruppe, substituierten Aminogruppe oder Nitrogruppe substituiert sein können,

    R1 und R2 und/oder R4 und R5 miteinander einen Ring bilden können
    und R3 ein Wasserstoffatom, Halogenatom, eine Alkylgruppe, Alkoxyalkylgruppe, halogenierte Alkylgruppe, Aralkylgruppe oder Alkoxygruppe bedeutet, und wobei das Farbentwicklungsblatt eine auf einen Träger aufgetragene Farbentwicklungsschicht aufweist, die als Farbentwicklungsmittel mindestens aktivierten Ton, Zinkcarbonat und eine Thioharnstoffverbindung enthält.


     
    2. Druckempfindliche Aufzeichnungsblätter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Thioharnstoffverbindung des Farbentwicklungsblattes mindestens eine aus der Gruppe Trimethylthioharnstoff, Diäthylthioharnstoff, Dibutylthioharnstoff und Diphenylthioharnstoff ist.
     
    3. Druckempfindliche Aufzeichnungsblätter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbentwicklungsschicht des Farbentwicklungsblattes 3 bis 20 Gew.-Teile Zinkcarbonat und 1 bis 30 Gew.-Teile Thioharnstoffverbindung, bezogen auf 100 Gew.-Teile aktivierten Tons, enthält.
     
    4. Druckempfindliche Aufzeichnungsblätter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der farblose oder schwach farbige, eine schwarze Farbe entwickelnde Fluoranfarbstoff mindestens einer aus der Gruppe

    3-(N-Äthyl-N-isoamyl)amino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-Pyrrolidino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-Piperidino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-(N-Cyclohexyl-N-methyl)-amino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-Diäthylamino-7-(m-trifluormethylanilino)-fluoran,

    3-(N-Äthyl-p-toluidino)-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-(N-Äthyl-p-toluidino)-6-methyl-7-(p-methylanilino)-fluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-Diäthyl-amino-6-methyl-7-(p-n-butylanilino)fluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-(o,m-dimethylanilino)fluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-(o,p-dimethylanilino)fluoran,

    3-n-Dibutylamino-6-methyl-7-(o-methyl-p-chloranilino)-fluoran,

    3-Diäthylamino-6-methyl-7-(m-methyl-p-chloranilino)-fluoran,

    3-Diäthylamino-7-(o-chloranilino)-fluoran,

    3-Diäthylamino-7-cyclohexylanilinofluoran,

    3-Pyrrolidino-7-cyclohexylanilinofluoran.


     
    5. Druckempfindliche Aufzeichnungsblätter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbentwicklungsschicht des Farbentwicklungsblattes auf dem Träger in einer Beschichtungsmenge von 3 bis 10 g/m2 vorliegt.
     


    Claims

    1. Pressure-sensitive recording sheets which form a colored image on contact of a color-former with a color-developer, said pressure-sensitive sheets consisting of at least a transfer sheet and a color developing sheet, said transfer sheet having coated on a support a transfer coating consisting of microcapsules containing as the color-former at least one colorless or weakly colored, a black color forming fluoran dye of the general formula (I):

    wherein Ri, R2, R4 and Rs which can be the same or different, represent one (or more) hydrogen atom(s), one or more alkyl group(s), alicyclic group(s), aryl group(s), or aralkyl group(s), which groups can be substituted with at least a halogen atom, at least an alkyl group, halogenated alkyl group, alicyclic group, aryl group, aralkyl group, hydroxyl group alkoxy group, acyl group, amino group, substituted amino group or nitro group;

    R, and R2, and/or R4 and R5 may form with each other a ring;
    and R3 represents a hydrogen atom, halogen atom, an alkyl group,alkoxyalkyl group, halogenated alkyl group, aralkyl group or alkoxy group, and said color developing sheet having coated on a support a color-developer layer containing as the color-developer at least activated clay, zinc carbonate and a thiourea compound.


     
    2. Pressure-sensitive recording sheets according to claim 1, characterized in that said thiourea compound of the color developing sheet is at least one member selected from the group consisting of trimethylthiourea, diethylthiourea, dibutylthiourea and diphenylthiourea.
     
    3. Pressure sensitive recording sheets according to claim 1, characterized in that said color-developing layer of the color developing sheet comprises 3 to 20 parts by weight of zinc carbonate and 1 to 30 parts by weight of thiourea compound per 100 parts by weight of activated clay.
     
    4. Pressure-sensitive recording sheets according to claim 1, characterized in that said colorless or weakly colored, a black color forming fluoran dye is at least one member selected from the group consisting of

    3-(N-ethyl-N-isoamyl) amino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-pyrrolidino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-piperidino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-(N-cyclohexyl-N-methyl)-amino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-diethylamino-7-(m-trifluoromethylanilino)-fluoran,

    3-(N-ethyl-p-toluidino)-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-(N-ethyl-p-toluidino)-6-methyl-7-(p-methylanilino)-fluoran,

    3-diethylamino-6-methyl-7-anilinofluoran,

    3-diethyl-amino-6-methyl-7-(p-n-butylanilino) fluoran,

    3-diethylamino-6-methyl-7-(o, m-dimethylanilino)-fluoran,

    3-diethylamino-6-methyl-7-(o, p-dimethylanilino)-fluoran,

    3-n-dibutylamino-6-methyl-7-(o-methyl-p-chloroanilino)-fluoran,

    3-diethylamino-6-methyl-7-(m-methyl-p-chloroanilino)-fluoran,

    3-diethylamino-7-(o-chloroanilino)-fluoran,

    3-diethylamino-7-cyclohexylanilinofluoran,

    3-pyrrolidino-7-cyclohexylanilinofluoran.


     
    5. Pressure-sensitive recording sheets according to claim 1, characterized in that said color-developing layer of the color developing sheet has a coating weight on the support of 3 to 10 g/m2.
     


    Revendications

    1. Feuilles d'enregistrement sensibles à la pression pour le développement d'images en couleurs par mise en contact d'un agent chromogène avec un agent de développement de couleur, les feuilles d'enregistrement se composant d'au moins une feuille de transfert et une feuille de développement de couleur, la feuille de transfert présentant une couche de transfert qui est déposée sur un support et qui est constituée de microcapsules qui renferment comme agent chromogène au moins un colorant fluorannique incolore ou faiblement coloré, qui développe une couleur noire et qui a la formule générale (1):

    dans laquelle R1, Rz, R4 et R5, qui sont identiques ou différents, désignent un (ou plusieurs) atome(s) d'hydrogène, un (ou plusieurs) groupe(s) alkyle, groupe(s) alicyclique(s), groupe(s) aryle ou groupe(s) arylalkyle, ces groupes pouvant également être substitués par au moins un atome d'halogène, au moins un groupe alkyle, un groupe alkyle halogéné, un groupe alicyclique, un groupe aryle, un groupe arylalkyle, un groupe hydroxyle, un groupe alcoxy, un groupe acyle, un groupe amino, un groupe amino substitué ou un groupe nitro,

    R et R2 et/ou R4 et R5 pouvant former conjointement un cycle;
    et R3 désignant un atome d'hydrogène, un atome d'halogène, un groupe alkyle, un groupe alcoxyal- kyle, un groupe alkyle halogéné, un groupe arylalkyle ou un groupe alcoxy, et la feuille de développe ment de couleurs présentant une couche de développement de couleurs qui est déposée sur un support et qui contient en tant qu'agent de développement de couleurs au moins de l'argile activée, du carbonate de zinc et un dérivé de thiourée.


     
    2. Feuilles d'enregistrement sensibles à la pression selon la revendication 1, caractérisées par le fait que le dérivé de thiourée de la feuille de développement de couleurs est au moins l'un de ceux du groupe de la triméthylthiourée, la diéthylthiourée, la dibutylthiourée et la diphénylthiourée.
     
    3. Feuilles d'enregistrement sensibles à là pression selon la revendication 1, caractérisées par le fait que la couche de développement de couleurs de la feuille de développement de couleurs contient 3 à 20 parties en poids de carbonate de zinc et 1 à 30 parties en poids de dérivés de thiourée, par rapport à 100 parties en poids d'argile activée.
     
    4. Feuilles d'enregistrement sensibles à la pression selon la revendication 1, caractérisées par le fait que le colorant fluorannique incolore ou faiblement coloré, développant une couleur noire est au moins l'un de ceux du groupe suivant:

    3-(N-Ethyl-N-isoamyl)amino-6-méthyl-7-anilinofluoranne,

    3-Pyyrolidino-6-méthyl-7-anilinofluoranne,

    3-Pipéridino-6-méthyl-7-anilinofluoranne,

    3-(N-Cyclohexyl-N-méthyl)-amino-6-méthyl-7-anilinofluoranne,

    3-Diéthylamino-7-(m-trifluorméthylanilino)fluoranne,

    3-(N-Ethyl-p-toluidino)-6-méthyl-7-anilinofluoranne,

    3-(N-éthyl-p-toluidino)-6-méthyl-7-(p-méthylanilino)fluoranne,

    3-Diéthylamino-6-méthyl-7-anilinofluoranne,

    3-Diéthylamino-6-méthyl-7-(p-n-butylanilino)fluoranne,

    3-Diéthylamino-6-méthyl-7-(o,m-diméthylanilino)fluoranne,

    3-Diéthylamino-6-méthyl-7-(o,p-diméthylanilino)fluoranne,

    3-n-Dibutylamino-6-méthyl-7-(o-méthyl-p-chloranilino)fluoranne,

    3-Diéthylamino-6-méthyl-7-(m-méthyl-p-chloranilino)fluoranne,

    3-Diéthylamino-7-(o-chloranilino)fluoranne,

    3-Diéthylamino-7-cyclohexylanilinofluoranne,

    3-Pyrrolidino-7-cyclohexylanilinofluoranne.


     
    5. Feuilles d'enregistrement sensibles à la pression selon la revendication 1, caractérisées par le fait que la couche de développement de couleurs de la feuille de développement de couleurs est présente sur le support en une quantité de revêtement de 3 à 10 g/m2.