[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren nach der Gattung des Hauptanspruchs. Bei
den bekannten Dampfentfettungsanlagen befindet sich im unteren Teil eines Badbehälters
ein Lösemittel, das durch eine Heizung verdampft werden kann. Im oberen Bereich des
Behälters befinden sich Kühlschlangen, an denen das verdampfte Lösungsmittel wieder
kondensiert. Im Bereich zwischen der Flüssigkeit und der Kondensationszone befindet
sich der Dampfbereich, in welchem die Dampfentfettung von Werkstücken stattfindet.
Dabei werden die Werkstücke zusammen mit den Werkstückträgern verhältnismäßig rasch
in die Dampfzone eingetaucht, um eine möglichst kurze Taktzeit zu erhalten. Eine Messung
der Emissionswerte, von dem organischen Lösemittel herrührend, ergab, daß derartige
Anlagen verhältnismäßig hohe Emissionswerte aufweisen, beispielsweise verglichen mit
den Werten, die bei reinen Tauchentfettungsanlagen erhalten werden. Dies gilt besonders
für Anlagen, die im Chargenbetrieb arbeiten und relativ große Chargen haben, das heißt,
bei denen Werkstücke und Werkstückträger eine große Wärmeaufnahmefähigkeit und große
Wärmeübergangsflächen aufweisen. Das rasche Eintauchen von Werkstück und Werkstückträger
hat zur Folge, daß das sich im Bereich der Kühlzone befindende Dampfniveau durch ein
Überangebot an Kühlfläche, das durch Werkstück und Werkstückträger eingebracht wird,
sich nach unten in Richtung auf das Flüssigkeitsniveau zu bewegt. Dadurch entsteht
in dem ursprünglichen Dampfraum ein Vakuum, das von oben belüftet wird. Der an Werkstück
und Werkstückträger kondensierende Dampf erwärmt diese allmählich auf Dampftemperatur,
wobei das Dampfniveau wiederum steigt, bis es im Bereich der Kühlzone angelangt ist.
Hierdurch wird die zuvor eingeströmte Luft wieder verdrängt, enthält jetzt aber Lösungsmittel,
wodurch die bei diesem Typ von Dampfentfettungsanlagen auftretenden Emissionen verursacht
werden.
Vorteile der Erfindung
[0002] Das erfindungsgemäße Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs
hat demgegenüber den Vorteil, daß das Emissionsvolumen bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
um bis zu 80 % gegenüber dem oben beschriebenen Verfahren verringert werden kann,
wobei das Ausmaß der Verringerung abhängig ist vom Verhältnis der Volumina von Werkstücken
und Werkstückträgern einerseits und dem verdrängten Luftvolumen andererseits. Normalerweise
ist davon auszugehen, daß das Eigenvolumen von Werkstücken und Werkstückträgern sehr
viel kleiner ist als das verdrängte Luftvolumen, so daß die angegebene Verringerung
des Emissionsvolumens, deren Berechnung auf der Praxis beruht, durchaus realistisch
sind.
[0003] Durch die in dem Unteranspruch aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen des im Hauptanspruch angegebenen Verfahrens möglich. So ist es
am einfachsten, die im Hauptanspruch angegebene Bedingung, daß die durch die Werkstücke
und Werkstückträger verursachte Kühlleistung stets kleiner bleibt als die zur Verdampfung
des Lösemittels aufgewendete Heizleistung, dadurch einzuhalten, daß man das ohne Einfahren
von Werkstücken im Bereich der Kühlzone vorhandene Dampfniveau möglichst weitgehend
konstant hält, daß heißt, die Eintauchgeschwindigkeit von Werkstücken und Werkstückträgern
so wählt, daß sich dieses obere Dampfniveau nicht oder nur sehr wenig ändert. Praktisch
bedeutet dies, daß die Eintauchzeit sich zusammensetzt aus der Summe der bisher gebrauchten
Eintauchzeit und der Dampfentfettungszeit.
Zeichnung
[0004] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die Figur zeigt einen Schnitt
durch eine schematisch dargestellte Dampfentfettungsanlage.
[0005] Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0006] Die Dampfentfettungsanlage besteht aus einem Badbehälter 1, der in seinem unteren
Teil eine Heizung 2 und in seinem oberen Teil eine eine Kühlzone bildende Kühlschlange
3 aufweist. Der Behälter 1 ist bis zum Niveau mit der Reinigungsflüssigkeit, beispielsweise
mit Tri, gefüllt. Durch Einschalten der Heizung 2 wird die Reinigungsflüssigkeit verdampft,
wobei sich ein oberes Dampfniveau 5 ausbildet, in dem sich der Dampf an den von Kühlmittel
durchflossenen Kühlschlangen 3 kondensiert und über die Rinne 6 in den unteren Teil
des Behälters mit dem flüssigen Reinigungsmittel zurückgeführt wird. Mit 7 ist die
Einheit aus Werkstück und Werkstückträger bezeichnet. Werden nun Werkstücke und Werkstückträger
7, wie dies allgemein üblich ist, relativ schnell in den Dampfraum, wie dies mit den
Buchstaben c und d gekennzeichnet ist, eingeführt, so kondensiert sich das Reinigungsmittel
durch ein Überangebot an Kühlfläche von Werkstück und Werkstückträger 7 an diesem,
was dazu führt, daß das obere Dampfniveau 5 zusammenbricht und sich ein neues, mit
8 gekennzeichnetes unteres Dampfniveau ausbildet. Das dadurch entstehende Vakuum wird
von oben belüftet. Durch die Kondensation des Dampfes an Werkstück und Werkstückträger
werden diese allmählich auf Dampftemperatur erwärmt, wobei der Dampfspiegel langsam
wieder vom Niveau 8 auf das Niveau 5 angehoben wird. Die bei der Kondensation eingeströmte
Luft wird so allmählich wieder verdrängt, ist jedoch jetzt mit dem Dampf des Reinigungsmittels
beladen und verursacht so die für derartige Anlagen bekannten Emissionen. Dabei wird
insgesamt ein Luftvolumen verdrängt, das der Summe aus dem Eigenvolumen von Werkstück
und Werkstückträger und der Differenz des Dampfvolumens zwischen dem Dampfniveau 5
und dem Dampfniveau 8 entspricht.
[0007] Richtet man nun erfindungsgemäß die Eintauchgeschwindigkeit von a über b nach c so
ein, daß sich das Dampfniveau 5 praktisch nicht ändert, sorgt man mit anderen Worten
dafür, daß die Eintauchgeschwindigkeit so weit reduziert wird, daß die Kühlleistung
durch Werkstücke und Werkstückträger 7 immer kleiner ist als die zur Verdampfung des
Lösemittels aufgewendete Heizleistung, so wird lediglich in Stellung b von 7 ein Luftvolumen
entsprechend dem Eigenvolumen aus Werkstücken und Werkstückträger verdrängt, in Stellung
c-wird dieses gleiche Volumen durch Zuluft ergänzt, während beim Herausfahren von
Werkstück und Werkstückträger 7 in Stellung e ein entsprechendes Volumen an Abluft
entsteht, das beim vollständigen Herausheben von 7 aus dem Behälter 1 in Stellung
f durch entsprechende Zuluft ergänzt werden muß, Es entsteht also bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren ein Abluftvolumen, das dem doppelten Eigenvolumen aus Werkstücken und Werkstückträger
entspricht.
[0008] Die Differenz in der Abluft, die die Emissionen verursacht, zwischen dem heute üblichen
Verfahren des verhältnismäßig schnellen Eintauchens und dem erfindungsgemäßen Verfahren,
bei dem dafür gesorgt wird, daß das Dampfniveau bei 5 in etwa erhalten bleibt, entspricht
pro Takt dem Volumen zwischen oberem Dampfniveau 5 und unterem Dampfniveau 8, vermindert
um das Eigenvolumen von Werkstücken und Werkstückträger. Da im allgemeinen das Eigenvolumen
von Werkstücken und Werkstückträger sehr viel kleiner ist als das Volumen zwischen
den beiden Dampfniveaus 5 und 8, ist es unmittelbar plausibel, daß diese Differenz
bis in die Nähe von 80-R reichen kann. Es ist der große Vorteil des Verfahrens, daß
nur ein entsprechend geringes Luftvolumen gereinigt werden muß und daß darüber hinaus
die Verluste an Löse- oder Reinigungsmittel entsprechend geringer sind.
[0009] Handelt es sich bei den zu entfettenden Teilen um solche, die gedreht werden müssen,
so ist zu beachten, daß zur Konstanthaltung des oberen Dampfniveaus 5 der Werkstückträger
nur bis zur Drehachse in den Dampf eingetaucht werden darf, daß mit anderen Worten
Drehachse und Niveau 5 auf einer Höhe verlaufen. Man kann jedoch auch während des
Eintauchens die Drehbewegung unterbrechen und diese erst während des Ausfahrvorganges,
daß heißt, während der Schritte d, e und f wieder einschalten.
1. Verfahren zur Dampfentfettung von Werkstücken, wobei die Werkstücke zusammen mit
den erforderlichen Werkstückträgern einer Entfettungsanlage durch eine Kühlzone hindurch
in eine Dampfzone eines Lösungsmittels eingetaucht werden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Eintauchgeschwindigkeit so gewählt wird, daß die durch die Werkstücke und
Werkstückträger (7) verursache Kühlleistung stets kleiner bleibt als die zur Verdampfung
des Lösemittels aufgewendete Heizleistung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintauchgeschwindigkeit
so gewählt wird, daß das obere Dampfniveau (5) im wesentlichen konstant bleibt.