[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Trennen einer Papierbahn auf einer Papiermaschine
mittels einer Trennschnur, wobei die Papierbahn über einen Horizontal-Zylinderroller
zum sogenannten Tambour befördert wird, wo sie zur Rolle aufgewickelt wird, wobei
die Trennschnur über ein axial verschiebbares Fuhrungselement geführt ist und eine
Einfädelstange vorgesehen ist, mit der die Trennschnur über einen Zapfen des Tambours
gelegt werden kann.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist aus dem DE-GM 79 19 159 bekannt. Sie dient zur Mechanisierung
des früher manuell durchgeführten Trennens der Papierbahn, wobei die abgekrümmte Einfädelstange
eine gefahrlose Bedienung erlaubt.
[0003] Da die Papierbahn beim horizontalen Durchziehen der Trennschnur weiterläuft, ergibt
sich eine schräg verlaufende Schnittkante, mit der Folge, daß auf dem Tambour, auf
den die Papierbahn aufgerollt wird, eine in Schnittrichtung stufenförmig zunehmende
Lagendicke entwickelt.
[0004] Diese Unsymmetrie hat einerseits eine ungleichmäßige Lagerbeanspruchung des Tambours
zur Folge (Unwuchterscheinungen, Schlagen), fuhrt andererseits aber auch zu Verformungen
der vor dem Schnittbeginn liegenden, bereits aufgewickelten Papierbahn, so daß ein
hoher Ausschuß entsteht.
[0005] Ein Zahlenbeispiel soll dies verdeutlichen:
Bei einer Fördergeschwindigkeit der Papierbahn von 10 m/s und einer Dauer des Trennvorgangs
von 2 s entsteht
ein Ausschuß von etwa 30-40 m infolge des unsymmetrischen Trennvorganges.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, diesen Ausschuß wesentlich zu reduzieren.
[0007] Dies wird dadurch gelöst, daß zwei gegenläufig verschiebbare Führungselemnte vorgesehen
sind, denen je eine Einfädelstange zugeordnet ist.
[0008] Durch den gleichzeitigen Schnittbeginn an den gegenüberliegenden Längskanten der
Papierbahn wird eine Schnittform der aufgewickelten Papierbahn etwa in Pfeilfonn oder
als spitz zulaufendes, symmetrisch zur Mittelachse der Papierbahn liegendes Ende erzeugt,
die keinerlei Unwuchtserscheinungen beim Tambour mehr hervorruft. Bei gleichen äußeren
Bedingungen (Geschwindigkeit der Papierbahn und der Führungselemente) läßt sich somit
eine Reduzierung des Ausschusses um mindestens 50% erzielen, da auch die oben erwähnten
Beeinträchtigungen der oberen, bereits aufgewickelten Papierbahnen geringer sind.
[0009] Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Lösung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0010] Die Erfindung wird nun anhand einer Zeichnung näher erläutert, es zeigen:
In der Figur ist die erfindungsgemäße Vorrichtung mit durchgezogenen Linien dargestellt,
die Einrichtungen der Papiermaschine, die nicht den Gegenstand des Gebrauchsmusters
bilden, sind gestrichelt dargestellt, und dienen lediglich zur Erläuterung des Einsatzbereiches
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0011] Über einem Horizontal-Zylinderroller (Poperoller) 1 liegt ein Tambour 2, der seitlich
einen Achszapfen 3 aufweist. Der Tambour 2 ist nach oben verschiebbar gelagert, so
daß mit zunehmender Dicke der Papierrolle die Achse des Tambours 2 sich nach oben
verschiebt. Die Papierbahn läuft dabei in den von dem Poperoller 1 und dem Tambour
2 gebildeten Spalt horizontal ein. Zum Trennen der Papierbahn beim Tambourwechsel
sind zwei Trennschnüre 11A,11B vorgesehen, die auf je einer Schnurrolle 10A,10B gewickelt
sind.
[0012] Die Funktion der Vorrichtung besteht nun im wesentlichen darin, diese Trennschnüre
mittels einer abgekrümmten Einfädelstange 9A,9B beidseitig um den Zapfen 3 des Tambours
2 zu schlingen und danach die Trennschnüre 11A und 11B in horizontaler Richtung gegenläufig
durch die Papierbahn zu bewegen, wodurch diese aufgetrennt wird.
[0013] Zur Durchführung dieses Vorganges weist die erfindungsgemäße Vorrichtung zwei Wagen
4A,4B auf, die waagerecht auf einer Gleitschiene 5 verschiebbar sind, und die Schnurführungsvorrichtungen
41 bis 44 enthalten. Die Trennschnur 11A verläuft daher von der Schnurrolle 10A über
die Führungsvorrichtungen 41A,42A,43A und 44A des Wagens 4A zu der Einfädelstange
9A, entsprechend ist der Verlauf der Trennschnur 11B.
[0014] Die Verschiebung der Wagen 4A,4B auf der Gleitschiene 5 erfolgt durch einen Seilzug,
der aus einem Seil 8 und zwei rollen 6 und 7 besteht, wobei die Rolle 7 mit einer
Handkurbel 71 versehen ist.
[0015] Die Funktionsweise dieser Vorrichtung soll nun noch kurz erläutert werden:
In der Anfangsposition befinden sich die beiden Wagen 4A,4B in der dargestellten Position,
die TrennschnUre 11A, 11B werden durch die Führungsvorrichtungen 41 bis 44 geführt
bzw. eingelegt, bis ca. 30 cm der Trennschnur heraushängen. Danach wird das Schnurende
in die zugeordnete Einfädelstange 9 eingehängt. Danach bewegt die Bedienungsperson
die Einfädelstangen 9A,9B nach oben und schiebt den Bügel über den Zapfen 3 beidseitig
des Tambours 2, so daß das Ende der Trennschnüre von der Bedienungsperson wieder bequem
aus der Einfädelstange ausgehängt werden kann. Danach wird die Einfädelstange 9A,9B
wieder in Warteposition gebracht und das Ende der Trennschnur 11 wird mit dem vom
Wagen 4A,4B kommenden Stück der Trennschnur verknüpft. Diese Schlaufe wird dann zugezogen,
und die zum Wagen 4A,4B führende Trennschnur 11A,11B wird leicht auf den Poperoller
1 gelegt. Danach wird der Tambour 2 abgesenkt, und beginnt sich infolge der Drehung
des Poperollers 1 mit zu drehen. Dadurch wird die Trennschnur 11A nach rechts, die
Trennschnur 11B nach links gezogen, und der Wagen 4A wird entsprechend dieser Bewegung
mit der Handkurbel 71 ebenfalls nach rechts der Wagen 4B nach links gezogen. Durch
diese Bewegung der Trennschnüre 11A,11B wird die zwischen dem Poperoller 1 und dem
Tambour 2 verlaufende Papierbahn getrennt.
[0016] Die Anordnung der Wagen 4A,4B auf der Gleitschiene 5 ist dabei derart getroffen,
daß diese sich passieren können, um die jeweils gegenüberliegende Seite zu erreichen.
Dadurch ist gewährleistet, daß sich die beiden Trennschnüre 11A,11B in der Mitte der
Papierbahn "treffen". Dies kann konstruktiv so gelöst sein, daß die Wagen an gegenüberliegenden
Kanten der Gleitschiene 5, geführt sind, die zu diesem Zweck als Profilschiene ausgebildet
ist. Die Messer 12A,12B sind so angeordnet, daß erst nach dem vollständigen Trennen
der Papierbahn die Trennschnüre 11A,11B abgeschnitten werden.
[0017] Das Abtrennen der Trennschnur wird mittels je eines Messers 12A,12B an der Gleitschiene
5 vorgenommen.
[0018] Da bei diesem Abtrennen ein Schnurende von ca. 30 cm übrig bleibt, ist auch beim
nächsten Abtrennvorgang ein Einfädeln der Trennschnur 11 in die Führungsvorrichtungen
41 bis 44 nicht mehr erforderlich, der Wagen 4 kann dann sofort nach links gezogen
werden und das Ende der Trennschnur mit der Einfädelstange 9 verbunden werden. Lediglich
beim Wechseln der Schnurrolle 10 muß die Trennschnur neu in den' Wagen 4 eingefädelt
werden.
[0019] Die Einfädelstangen 9A,9B sind zweckmäßigerweise mit den anderen Bauteilen 4A,4B
und 5 schwenkbar und verschiebbar verbunden.
[0020] Anstelle der seilgezogenen Wagen ist es auch möglich, andere Rühungselemente, wie
z.B. Zylinderkolben einzusetzen.
[0021] Anstelle der Handkurbel 71 ist auch der Einsatz eines Elektro-Getriebe motors möglich.
1. Vorrichtung zum Trennen einer Papierbahn auf einer Papiermaschine mittels einer
Trennschnur, wobei die Papierbahn über einen Horizontal-Zylinderroller zum sogenannten
Tambour befördert wird, wo sie zur Rolle aufgewickelt wird, wobei die Trennschnur
über ein axial verschiebbares Fuhrungselement geführt ist und eine Einfädelstange
vorgesehen ist, mit der die Trennschnur über einen Zapfen des Tambours gelegt werden
kann, dadurch gekennzeichnet, daß zwei gegenläufig verschiebbare Rührungselemente
vorgesehen sind, denen je eine Einfädelstange zugeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente aus
zwei Wagen (4A,4B) bestehen, die mittels eines gemeinsamen Seilzuges (6,7,8) verschiebbar
sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wagen (4A,4B) Führungsvorrichtungen
(41A,41B...44A,44B) aufweisen, durch die jeweils eine Trennschnur (11A,11B) von einer
Schnurrolle (10A,10B) zur zugeordneten Einfädelstange (9A,9B) geführt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente die
Kolben zweier hydraulischer oder pneumatischer Zylinder sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wagen (4A,4B) auf
einer gemeinsamen Gleitschiene (5) derart geführt sind, daß sie einander in gegenläufiger
Richtung passieren können.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitschiene (5) als
Doppel-Profilstange ausgeführt ist, in der die Wagen (4A,4B) synmetrisch zueinander
geführt sind.