(19)
(11) EP 0 141 156 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.05.1985  Patentblatt  1985/20

(21) Anmeldenummer: 84110612.3

(22) Anmeldetag:  06.09.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65H 19/26, D21G 9/00, B26D 3/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 13.09.1983 DE 8326232 U

(71) Anmelder: Gebr. Bellmer GmbH & Co. KG
D-75223 Niefern-Öschelbronn (DE)

(72) Erfinder:
  • Kollmar, Ulrich
    D-7530 Pforzheim-Würm (DE)

(74) Vertreter: Frank, Gerhard, Dipl.-Phys. 
Patentanwälte Mayer, Frank, Reinhardt, Schwarzwaldstrasse 1A
75173 Pforzheim
75173 Pforzheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Trennen einer Papierbahn auf einer Papiermaschine


    (57) @ Eine Vorrichtung zum Trennen einer Papierbahn auf einer Papiermaschine weist eine Trennschnur auf, die über zwei gegenläufig verschiebbare Führungselemente geführt ist und mit der die Papierbahn getrennt wird. Die Führungselemente bestehen vorteilhafterweise aus zwei Wagen, die mittels eines gemeinsamen Seilzuges senkrecht zur Förderrichtung der Papierbahn verschiebbar sind. Mit dieser Vorrichtung kann der notwendigerweise anfallende Ausschuß beim Trennen der Papierbahn infolge der schräg verlaufenden Abschnittskante wesentlich reduziert werden. Durch die symmetrische Anordnung der Bauteile werden auch Unwuchterscheinungen bei der aufgerollten Papierbahn vermieden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Trennen einer Papierbahn auf einer Papiermaschine mittels einer Trennschnur, wobei die Papierbahn über einen Horizontal-Zylinderroller zum sogenannten Tambour befördert wird, wo sie zur Rolle aufgewickelt wird, wobei die Trennschnur über ein axial verschiebbares Fuhrungselement geführt ist und eine Einfädelstange vorgesehen ist, mit der die Trennschnur über einen Zapfen des Tambours gelegt werden kann.

    [0002] Eine derartige Vorrichtung ist aus dem DE-GM 79 19 159 bekannt. Sie dient zur Mechanisierung des früher manuell durchgeführten Trennens der Papierbahn, wobei die abgekrümmte Einfädelstange eine gefahrlose Bedienung erlaubt.

    [0003] Da die Papierbahn beim horizontalen Durchziehen der Trennschnur weiterläuft, ergibt sich eine schräg verlaufende Schnittkante, mit der Folge, daß auf dem Tambour, auf den die Papierbahn aufgerollt wird, eine in Schnittrichtung stufenförmig zunehmende Lagendicke entwickelt.

    [0004] Diese Unsymmetrie hat einerseits eine ungleichmäßige Lagerbeanspruchung des Tambours zur Folge (Unwuchterscheinungen, Schlagen), fuhrt andererseits aber auch zu Verformungen der vor dem Schnittbeginn liegenden, bereits aufgewickelten Papierbahn, so daß ein hoher Ausschuß entsteht.

    [0005] Ein Zahlenbeispiel soll dies verdeutlichen:

    Bei einer Fördergeschwindigkeit der Papierbahn von 10 m/s und einer Dauer des Trennvorgangs von 2 s entsteht

    ein Ausschuß von etwa 30-40 m infolge des unsymmetrischen Trennvorganges.



    [0006] Aufgabe der Erfindung ist es, diesen Ausschuß wesentlich zu reduzieren.

    [0007] Dies wird dadurch gelöst, daß zwei gegenläufig verschiebbare Führungselemnte vorgesehen sind, denen je eine Einfädelstange zugeordnet ist.

    [0008] Durch den gleichzeitigen Schnittbeginn an den gegenüberliegenden Längskanten der Papierbahn wird eine Schnittform der aufgewickelten Papierbahn etwa in Pfeilfonn oder als spitz zulaufendes, symmetrisch zur Mittelachse der Papierbahn liegendes Ende erzeugt, die keinerlei Unwuchtserscheinungen beim Tambour mehr hervorruft. Bei gleichen äußeren Bedingungen (Geschwindigkeit der Papierbahn und der Führungselemente) läßt sich somit eine Reduzierung des Ausschusses um mindestens 50% erzielen, da auch die oben erwähnten Beeinträchtigungen der oberen, bereits aufgewickelten Papierbahnen geringer sind.

    [0009] Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Lösung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

    [0010] Die Erfindung wird nun anhand einer Zeichnung näher erläutert, es zeigen:

    In der Figur ist die erfindungsgemäße Vorrichtung mit durchgezogenen Linien dargestellt, die Einrichtungen der Papiermaschine, die nicht den Gegenstand des Gebrauchsmusters bilden, sind gestrichelt dargestellt, und dienen lediglich zur Erläuterung des Einsatzbereiches der erfindungsgemäßen Vorrichtung.



    [0011] Über einem Horizontal-Zylinderroller (Poperoller) 1 liegt ein Tambour 2, der seitlich einen Achszapfen 3 aufweist. Der Tambour 2 ist nach oben verschiebbar gelagert, so daß mit zunehmender Dicke der Papierrolle die Achse des Tambours 2 sich nach oben verschiebt. Die Papierbahn läuft dabei in den von dem Poperoller 1 und dem Tambour 2 gebildeten Spalt horizontal ein. Zum Trennen der Papierbahn beim Tambourwechsel sind zwei Trennschnüre 11A,11B vorgesehen, die auf je einer Schnurrolle 10A,10B gewickelt sind.

    [0012] Die Funktion der Vorrichtung besteht nun im wesentlichen darin, diese Trennschnüre mittels einer abgekrümmten Einfädelstange 9A,9B beidseitig um den Zapfen 3 des Tambours 2 zu schlingen und danach die Trennschnüre 11A und 11B in horizontaler Richtung gegenläufig durch die Papierbahn zu bewegen, wodurch diese aufgetrennt wird.

    [0013] Zur Durchführung dieses Vorganges weist die erfindungsgemäße Vorrichtung zwei Wagen 4A,4B auf, die waagerecht auf einer Gleitschiene 5 verschiebbar sind, und die Schnurführungsvorrichtungen 41 bis 44 enthalten. Die Trennschnur 11A verläuft daher von der Schnurrolle 10A über die Führungsvorrichtungen 41A,42A,43A und 44A des Wagens 4A zu der Einfädelstange 9A, entsprechend ist der Verlauf der Trennschnur 11B.

    [0014] Die Verschiebung der Wagen 4A,4B auf der Gleitschiene 5 erfolgt durch einen Seilzug, der aus einem Seil 8 und zwei rollen 6 und 7 besteht, wobei die Rolle 7 mit einer Handkurbel 71 versehen ist.

    [0015] Die Funktionsweise dieser Vorrichtung soll nun noch kurz erläutert werden:

    In der Anfangsposition befinden sich die beiden Wagen 4A,4B in der dargestellten Position, die TrennschnUre 11A, 11B werden durch die Führungsvorrichtungen 41 bis 44 geführt bzw. eingelegt, bis ca. 30 cm der Trennschnur heraushängen. Danach wird das Schnurende in die zugeordnete Einfädelstange 9 eingehängt. Danach bewegt die Bedienungsperson die Einfädelstangen 9A,9B nach oben und schiebt den Bügel über den Zapfen 3 beidseitig des Tambours 2, so daß das Ende der Trennschnüre von der Bedienungsperson wieder bequem aus der Einfädelstange ausgehängt werden kann. Danach wird die Einfädelstange 9A,9B wieder in Warteposition gebracht und das Ende der Trennschnur 11 wird mit dem vom Wagen 4A,4B kommenden Stück der Trennschnur verknüpft. Diese Schlaufe wird dann zugezogen, und die zum Wagen 4A,4B führende Trennschnur 11A,11B wird leicht auf den Poperoller 1 gelegt. Danach wird der Tambour 2 abgesenkt, und beginnt sich infolge der Drehung des Poperollers 1 mit zu drehen. Dadurch wird die Trennschnur 11A nach rechts, die Trennschnur 11B nach links gezogen, und der Wagen 4A wird entsprechend dieser Bewegung mit der Handkurbel 71 ebenfalls nach rechts der Wagen 4B nach links gezogen. Durch diese Bewegung der Trennschnüre 11A,11B wird die zwischen dem Poperoller 1 und dem Tambour 2 verlaufende Papierbahn getrennt.



    [0016] Die Anordnung der Wagen 4A,4B auf der Gleitschiene 5 ist dabei derart getroffen, daß diese sich passieren können, um die jeweils gegenüberliegende Seite zu erreichen. Dadurch ist gewährleistet, daß sich die beiden Trennschnüre 11A,11B in der Mitte der Papierbahn "treffen". Dies kann konstruktiv so gelöst sein, daß die Wagen an gegenüberliegenden Kanten der Gleitschiene 5, geführt sind, die zu diesem Zweck als Profilschiene ausgebildet ist. Die Messer 12A,12B sind so angeordnet, daß erst nach dem vollständigen Trennen der Papierbahn die Trennschnüre 11A,11B abgeschnitten werden.

    [0017] Das Abtrennen der Trennschnur wird mittels je eines Messers 12A,12B an der Gleitschiene 5 vorgenommen.

    [0018] Da bei diesem Abtrennen ein Schnurende von ca. 30 cm übrig bleibt, ist auch beim nächsten Abtrennvorgang ein Einfädeln der Trennschnur 11 in die Führungsvorrichtungen 41 bis 44 nicht mehr erforderlich, der Wagen 4 kann dann sofort nach links gezogen werden und das Ende der Trennschnur mit der Einfädelstange 9 verbunden werden. Lediglich beim Wechseln der Schnurrolle 10 muß die Trennschnur neu in den' Wagen 4 eingefädelt werden.

    [0019] Die Einfädelstangen 9A,9B sind zweckmäßigerweise mit den anderen Bauteilen 4A,4B und 5 schwenkbar und verschiebbar verbunden.

    [0020] Anstelle der seilgezogenen Wagen ist es auch möglich, andere Rühungselemente, wie z.B. Zylinderkolben einzusetzen.

    [0021] Anstelle der Handkurbel 71 ist auch der Einsatz eines Elektro-Getriebe motors möglich.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Trennen einer Papierbahn auf einer Papiermaschine mittels einer Trennschnur, wobei die Papierbahn über einen Horizontal-Zylinderroller zum sogenannten Tambour befördert wird, wo sie zur Rolle aufgewickelt wird, wobei die Trennschnur über ein axial verschiebbares Fuhrungselement geführt ist und eine Einfädelstange vorgesehen ist, mit der die Trennschnur über einen Zapfen des Tambours gelegt werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß zwei gegenläufig verschiebbare Rührungselemente vorgesehen sind, denen je eine Einfädelstange zugeordnet ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente aus zwei Wagen (4A,4B) bestehen, die mittels eines gemeinsamen Seilzuges (6,7,8) verschiebbar sind.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wagen (4A,4B) Führungsvorrichtungen (41A,41B...44A,44B) aufweisen, durch die jeweils eine Trennschnur (11A,11B) von einer Schnurrolle (10A,10B) zur zugeordneten Einfädelstange (9A,9B) geführt ist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente die Kolben zweier hydraulischer oder pneumatischer Zylinder sind.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wagen (4A,4B) auf einer gemeinsamen Gleitschiene (5) derart geführt sind, daß sie einander in gegenläufiger Richtung passieren können.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitschiene (5) als Doppel-Profilstange ausgeführt ist, in der die Wagen (4A,4B) synmetrisch zueinander geführt sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht