(19)
(11) EP 0 141 177 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.05.1985  Patentblatt  1985/20

(21) Anmeldenummer: 84110759.2

(22) Anmeldetag:  10.09.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B28B 1/52, B30B 7/02, B28B 13/02, B28B 13/04, B65H 5/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 28.09.1983 CH 5245/83

(71) Anmelder: BELL MASCHINENFABRIK AKTIENGESELLSCHAFT
CH-6010 Kriens (CH)

(72) Erfinder:
  • Kummer, Oskar
    CH-6010 Kriens (CH)

(74) Vertreter: Kubr, Václav (CS) et al
Bachtobelstrasse 7
CH-8106 Adlikon/Regensdorf
CH-8106 Adlikon/Regensdorf (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Anlage zum Pressen von Faserzementplatten


    (57) @ In einer Anlage zum Pressen von Faserzementplatten werden zwischen Manipulationsflächen (3) einer Pressunterlage (2) liegende Faserzementmatten (1) in einer Pressungsstelle einer Presse verpresst. Die beladenen Pressunterlagen (2) werden zu der Pressungsstelle hinein und heraus mittels einer Transportvorrichtung transportiert. Zum Verhindern eines Verrutschens bzw. Verkantens der Unterlagen (2) während des Transports und so zur Sicherstellung ihrer genauen Positionierung mindestens an der Pressungsstelle weist die Transportvorrichtung zwei zueinander parallel entlang der Pressungsstelle verlaufende Transportbänder (8) auf, deren relativer Abstand und Breite dem Abstand und der Breite der Manipulationsflächen (3) der Pressunterlagen entsprechen. Die Pressunterlagen werden auf den Transportbändern (8) frei liegend transportiert. Die Bänder (8) sind, beide gleich, mit ihrer Länge nach im regelmässigen, gleichen Abstand aufeinander folgenden, zum Band ortsfesten Eingriffsstellen (9) versehen. Den Bändern (8) ist eine Antriebsvorrichtung (10) zugeordnet, die den Eingriffsstellen (9) entsprechend ausgebildete, in die Eingriffsstellen (9) eingreifende Eingriffselemente (11) aufweist. Die Antriebsvorrichtung (10) ist zu synchronem Bewegen der beiden Bänder (8), d.h. mit gleicher Geschwindigkeit zu gleicher Zeit ausgeführt. In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Transportbänder Zahnriemen (8), deren Zähne (9) die Eingriffsstellen bilden, und die Eingriffselemente sind entsprechend der Teilung und der Zahnform der Zahnriemen (8) verzahnte Antriebszahnräder (11). Die Synchronisation der beiden Zahnriemen (8) ist mittels einer gemeinsamen Welle der Antriebszahnräder (11) gegeben, die einem regulierbaren Gleichstrommotor (M) zugekoppelt ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Anlage zum Pressen von Faserzementplatten, welche zuerst in Form einer Faserzementmatte mittig auf einer Pressunterlage mit symmetrisch angeordneten, seitlichen Manipulationsflächen zwischen diesen liegen und hinein zu einer Pressungsstelle einer Presse und danach als gepresste Platten auf der Pressunterlage von der Pressungsstelle heraus mittels einer Transportvorrichtung transportiert werden.

    [0002] In einem heute üblichen kontinuierlichen Herstellungsprozess von Faserzementplatten wird eine prefabrizierte Faserzementmatte auf eine zugestellte Pressunterlage umgesetzt. Die beladene Unterlage wird zu einer Presse in eine Pressungsstelle transportiert und, dort positioniert, mit der Matte abgepresst. Nach dem Pressungsvorgang wird die Unterlage mit der gepressten Platte von der Pressungsstelle heraustransportiert. Anschliessend wird die Platte von der Unterlage abgenommen und die leere Unterlage wird zurück zum Anfang der Anlage transportiert,um dort erneut mit einer zu pressenden Faserzementmatte beladen zu werden. Üblicherweise zirkulieren eine Anzahl der Pressunterlagen in dem Prozess mit einer Geschwindigkeit von zum Beispiel 3 m/sek und in einer Sequenz von zum Beispiel 12 Sekunden. Dabei arbeitet eine solche Anlage automatisch, und aus Sicherheitsgründen ist ein Eingriff der menschlichen Hand ausgeschlossen. Es wird eine ununterbrochene Produktion rund um die Uhr verlangt. Dementsprechend werden an die Verlässlichkeit des Transportes der Pressunterlagen beziehungsweise der beladenen Pressunterlagen hohe Ansprüche gestellt, insbesondere was eine genaue Positionierung an den erwähnten Behandlungs- oder Manipulationsstationen der Anlage betrifft. Der Transport ist auch deswegen schwierig zu gewährleisten, da die zirkulierenden Pressunterlagen hauptsächlich bei dem Pressen beeinträchtigt werden und mehr oder weniger verformt, zum Beispiel nicht mehr ideal plan, transportiert werden müssen.

    [0003] Es wurde versucht, mit Einsatz von Kettenschleppzügen den Transport zu lösen. Diese erweisen sich wenig zufriedenstellend. Wegen dem unterschiedlich und hauptsächlich durch Verschleiss sich unberechenbar noch vergrössernden Spiel zwischen den Kettengliedern ist ein punktuell paralleler Gleichlauf eines Paares der Schleppketten technisch unerreichbar. Des weiteren müssen die oft unebenen, beschädigten Unterlagen mittels komplizierter Greifer zu den Kettenzügen gehalten werden. Eine genaue Positionierung ist bei diesen Transportvorrichtungen kaum erreichbar, oft verkanten sich die Unterlagen relativ zu dem vorgesehenen Transportweg. Aus allen diesen Gründen wird der Prozessablauf gestört und es kommt zu Unterbrechungen der Produktion, bis der Schaden oder die Schadenursache behoben ist.

    [0004] Aehnliche Schwierigkeiten ergaben sich auch, als man versuchte, die Transportvorrichtung mit üblichen Transportbändern zu versehen. Hier war ein parallel synchroner Lauf eines Bänderpaares,hauptsächlich wegen unvermeidbarem Schlupf zwischen dem Antrieb und dem Band,nicht zu erreichen. Auch beim Anfahren und Abbremsen kam es zum Verrutschen der Unterlagen oder zum Verkanten, was eine genaue Positionierung verunmöglichte.

    [0005] Schliesslich kommen auch zwischen zwei Stationen hin- und hergehende Ladewagen in Frage, wie sie zum Beispiel aus der DE-OS 3 146 813 bekannt sind. Diese Transportvorrichtung scheint technisch aufwendig zu sein.

    [0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein für eine Anlage der eingangs beschriebenen Art, gegenüber den bisher bekannten, verbessertes Transportsystem vorzuschlagen. Insbesondere soll dabei ein Verkanten oder Verrutsch der zu transportierenden Pressunterlagen vermieden und dadurch ihre exakte Positionierung in den einzelnen Behandlungs- bzw. Manipulationsstationen prellungsfrei gewährleistet werden. Die Transportvorrichtung soll relativ einfach und auch für Anlagen mit Pressen mit zwei übereinander angeordneten Pressungsstellen anwendbar sein.

    [0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäss vorgeschlagen, dass zur Aufnahme der Pressunterlagen mit den Platten die Transportvorrichtung zwei zueinander parallel entlang der Pressungsstelle verlaufende Transportbänder aufweist, deren relativer Abstand und Breite dem Abstand und der Breite der Manipulationsflächen der Pressunterlagen, die freiliegend auf den Bändern zum Transport kommen, entsprechen, welche Bänder,beide gleich,mit ihrer Länge nach im regelmässigen Abstand aufeinander folgenden zum Band ortsfesten Eingriffstellen versehen sind, welchen Bändern eine Antriebsvorrichtung zugeordnet ist, welche den Eingriffsstellen entsprechend ausgebildete, in die Eingriffstellen eingreifende Eingriffselemente aufweist, wobei die Antriebsvorrichtung zu synchronem Bewegen der beiden Bänder, d.h. mit gleicher Geschwindigkeit zu gleicher Zeit, ausgeführt ist.

    [0008] Damit ist ein punktuell synchroner Lauf der beiden Transportbänder relativ zueinander gegeben, so dass ein Verkanten nicht vorkommen kann und ein störungsfreier Transport mit genauer Positionierung in der jeweiligen Station erreicht ist.

    [0009] Eine bevorzugte Ausführung ist dadurch gegeben, dass die Transportbänder als Zahnriemen ausgebildet sind, deren regelmässig angeordnete Zähne die Eingriffsstellen bilden, wobei die Teilung und Zahnform der Zahnriemen entsprechend verzahnte Antriebszahnräder vorgesehen sind, welche die Eingriffselemente der Antriebsvorrichtung bilden.

    [0010] Solche Zahnriemen sind auf dem Markt erhältlich und die mit ihnen bestückte Transportvorrichtung arbeitet verlässlich und praktisch wartungsfrei.

    [0011] Im weiteren wird eine erfindungsgemässe Anlage und ihre Vorteile näher beschrieben und erklärt.

    [0012] Die Beschreibung bezieht sich auf folgende Zeichnungsfiguren:

    Figur 1 zeigt eine mit erfindungsgemässen Transportvorrichtungen versehene Anlage zum Pressen von Faserzementplatten schematisch von der Seite.

    Figur 2 zeigt ein Detail der Transportvorrichtung.

    Figur 3 zeigt eine Wartestation der Transportvorrichtung.



    [0013] Die in Figur 1 dargestellte Anlage dient zum Pressen von Faserzementplatten 1. Zuerst in Form einer Faserzementmatte liegen diese, wie in Figur 2 gezeigt ist, auf einer Pressunterlage 2, welche symmetrisch parallel angeordnete seitliche Manipulationsflächen 3 aufweist. Die Platte 1 liegt also zwischen den Manipulationsflächen 3. Die Unterlage 2 ist in dem von der Platte 1 abgedeckten Bereich perforiert, zum Abführen der beim Pressen aus der Matte herauszupressenden Flüssigkeit. Bei Pressen von gewellten Faserzementplatten ist die Unterlage 2 in diesem Bereicht gewellt. Die Manipulationsflächen 3 sind jeweils plan und liegen in gleicher Ebene.

    [0014] Mittels einer Transportvorrichtung, die generell mit 6 bezeichnet ist, wird die Unterlage 2 mit der Platte 1 hinein zu einer Pressungsstelle 4 einer Presse 5 transportiert und nach der erfolgten Pressung, wenn die Platte 1 fertig gepresst ist, wird die Unterlage 2 mit der Platte 1 aus der Pressungsstelle 4 heraustransportiert.

    [0015] Die Pressungsstelle ist von Pressstempeln 7 gebildet, die das Format der Platte 1 abdecken, so dass die Manipulationsflächen 3 der Unterlage 2 ausserhalb und parallel entlang der Pressungsstelle liegen, wenn die Platte 1 mit der Unterlage 2 in der Pressungsstelle 4 positioniert ist.

    [0016] Zur Aufnahme der einzelnen Pressunterlagen 2 mit den Platten 1 weist, wie es in Figur 2 besonders deutlich gezeigt ist, die Transportvorrichtung 6 zwei Transportbänder 8 auf. Sie verlaufen zueinander parallel entlang der Pressungsstelle 4 durch die Presse 5. Der Abstand zwischen den Bändern 8 und ihre Breite entsprechen dem relativen Abstand und der Breite der Manipulationsflächen 3 der Pressunterlagen 2. Ihrer Länge nach sind die Bänder 8, beide gleich, mit im regelmässigem Abstand aufeinander folgenden, zum Band 8 ortsfesten Eingriffsstellen 9 versehen. Diesen Transportbändern 8 ist eine Antriebsvorrichtung 10 zugeordnet, welche den Eingriffsstellen 9 entsprechend ausgebildete, in die Eingriffsstellen eingreifende Eingriffselemente 11 aufweist. Die Antriebsvorrichtung 10 ist zu synchronem Bewegen der Bänder 8 ausgeführt. Sie dient also zum Bewegen der Bänder 8 mit gleicher Geschwindigkeit und zu gleicher Zeit.

    [0017] Wie in diesem Beispiel ausgeführt und in Figur 2 andeutungsweise gezeigt, sind die Transportbänder als Zahnriemen 8 ausgebildet, deren regelmässig der Länge nach angeordnete Zähne 9 die Eingriffsstellen bilden. Die Antriebsvorrichtung 10 weist ein jedem Zahnriemen 8 zugeordnetes Antriebszahnrad 11 auf, welches entsprechend der Teilung und Zahnform der Zahnriemen 8 verzahnt ist und das erwähnte Eingriffselement bildet. Wie auch aus der Figur 2 ersichtlich, ist nur eine Seite des Zahnriemens 8 verzahnt und die andere Seite ist glatt. Man sieht, dass der Zahnriemen 8 mit seiner verzahnten Seite einer zu transportierenden Pressunterlage 2 zugewandt ist, welche auf den Zahnriemen 8 freiliegend transportiert wird.

    [0018] Um einen absolut verrutschlosen Antrieb des Zahnriemens 8 zu erreichen, ist der Zahnriemen 8 mittels zwei Umlenksrollen 12 geführt, so dass er um das Antriebszahnrad 11 eine Schlinge bildet. Es ist dabei eine Umschlingung im Bereich von 180° gegeben. Gleichzeitig dienen die Umlenksrollen 12 als Spannrollen für den Zahnriemen 8.

    [0019] Es hat sich gezeigt, dass sich ein aus armiertem Kunststoff hergestellter Zahnriemen für diese Transportvorrichtung am bestem eignet. Seine glatte Seite soll gute Gleiteigenschaften gegenüber einer Führungsunterlage 13, die zu seiner Führung vorgesehen und zum Beispiel aus Kunststoff ist, vorweisen. Ein solcher Zahnriemen ist auf dem Markt erhältlich. Es ist auch denkbar, einen flüssigen Film, z.B. eine hydrostatisch aufgebaute Flüssigkeitsschicht, zwischen dem Zahnriemen 8 und der Fuhrungsunterlage 13 vorzusehen, um verschleissfreie Verhältnisse im vorliegenden Fall zu erreichen.

    [0020] Die Synchronisation der beiden, ein zusammenarbeitendes Paar bildenden Zahnriemen ist einfacherweise dadurch erreicht, dass das zugeordnete Antriebszahnräder-Paar von einer gemeinsamen Welle getrieben ist, die einem Antriebsmotor M zugekoppelt ist.

    [0021] In dieser beschriebenen Transportvorrichtung bewegen sich die beiden Zahnriemen 8 absolut synchron und konform. Dass heisst, es kommt zu keiner relativen augenblicklichen punktuellen Verschiebung des einen Zahnriemens relativ zu dem anderen im Paar. Die relativ schwere Pressunterlage 2 mit der Platte 1 liegt frei aber trotzdem verrutschlos auf dem Zahnriemen und kann nicht durch momentane Verspätung oder Vorlauf des einen Bandes gegenüber dem anderen verschoben und/oder verkantet werden und ist so genau positionierbar an einer gewünschten Stelle des Transportweges.

    [0022] Zum Erhöhen der Adhaesion zwischen dem Transportband 8 und der Pressunterlage 2 sind die einander zugewandten, beziehungsweise zum Anliegen kommenden Flächen der Transportbänder 8 und der Manipulationsflächen 3 der Pressunterlagen 2,im Falle der Zahnriemen genügt dieses nur bei den Manipulationsflächen, mit einer griffigen Oberfläche zu versehen. Dann ist ein rutschfester Sitz der Pressunterlage auf den Bändern sicher erreicht.

    [0023] Um den Transport in einzelnen Abschnitten des Transportweges unterschiedlich und wie wünschbar regeln zu können, ist die Transportvorrichtung 6 in drei Abschnitte aufgeteilt: Einem Abschnitt 61, der durch die Presse 5 führt, ist ein Abschnitt 62, der als eine Wartestation dient, vorgelagert, und ein Abschnitt 63 nachgelagert, der als eine Abstellstation dient. Jeder der drei Abschnitte 61, 62, 63 weist in seinem Bereich jeweils ein Paar der Transportbänder 81, 82, 83 auf. Jedes Paar ist von dem anderen antriebsmässig separiert und ist mit einer eigenen, eigens befehligten und regulierbaren Antriebsvorrichtung 101, 102, 103 ausgestattet. Jede Antriebsvorrichtung ist mittels eines eigenen, eigens befehligten und regulierbaren Gleichstrommotors M angetrieben. Die in Figur 1 dargestellte Anlage ist mit einer Presse 5 mit zwei übereinander angeordneten Pressungsstellen 41 und 42 bestückt. Diese Presse verpresst in einem Arbeitstakt zwei Platten auf einmal. Jeder der Pressungsstellen 41 und 42 ist eine Transportvorrichtung 6 zugeordnet. So findet bezüglich der Presse der Transport der Pressunterlagen 2 mit den Platten 1 in einer unteren und in einer oberen Etage gleichzeitig und im gleichen Takt statt. Die obere Etage ist in der Zeichnung gestrichelt dargestellt.

    [0024] Vorfabrizierte Faserzementmatten werden auf die Pressunterlagen in einer Aufladestation 14 aufgelegt. Die Unterlage liegt dabei auf einem Transportband 15 der Station und wartet dort, bis die Matte aufgesetzt ist.

    [0025] Die fertiggepressten Faserzementplatten werden von den Pressunterlagen in eine Entnahmestation 16, links im Bild, auf einem Transportband 17 der Station liegend, entnommen. Die Transportbänder 15 und 17 der Auflade- bzw. der Entnahme-Station sind auf dem Niveau der unteren obenerwähnten Transportetage.

    [0026] Jede zweite,von der Aufladestation kommende beladene Pressunterlage wird von dem Niveau der unteren Etage auf das Niveau der obenerwähnten oberen Etage gehoben und nach Verpressung auf das Niveau der unteren Etage abgesetzt. Dieses passiert im Bereich der Wartestation 62 bzw. im Bereich der Abstellstation 63. Eine dazu dienende Warte- bzw. Abstellstation ist näher in Fig. 3 dargestellt. Die Transportbänder 8 der oberen Etage sind an einem Gestell 20 seitlich verschiebbar gelagert angeordnet, so dass der relative Abstand zwischen den Bändern über die Breite der Pressunterlage vergrösserbar ist. Sind die Bänder in dieser gespreizten Position , ist die Pressunterlage zwischen ihnen in vertikaler Richtung transportierbar. Diesen vertikalen Transport besorgt ein Hebetisch mit einer horizontalen Tischplatte 21, welche mittels einer Hebevorrichtung 22 in eine obere Position oberhalb des Niveaus der oberen Etage und in eine untere Position, unterhalb des Niveaus der unteren Etage umstellbar ist.

    [0027] Die Anlage arbeitet in folgenden Operationsschritten:

    Eine erste Pressunterlage wurde an den Transportbändern 15 der Aufladestation liegend mit der Matte beladen.



    [0028] Nach gleichzeitiger Bewegung der Bänder 15 und der anschliessenden Bänder 82 ist die Unterlage in der Wartestation 62 auf den unteren Bändern 82 positioniert.

    [0029] Die Tischplatte 21 ist in ihrer unteren Position.

    [0030] Die oberen Transportbänder der Wartestation 62 werden gespreizt und sind in der in Fig. 3 rechts oben dargestellten Position, so dass die Unterlage zwischen ihnen transportierbar ist.

    [0031] Die Tischplatte 21 geht in ihre obere Position und hebt die Unterlage oberhalb des Niveaus der oberen Etage.

    [0032] Die oberen Bänder kehren zurück und befinden sich unterhalb der Manipulationsflächen der Unterlage. Diese Position ist in Figur 3 links oben im Bild zu sehen.

    [0033] Die Tischplatte 21 kehrt zurück in ihre untere Position und die erste Unterlage kommt auf die oberen Bänder zu liegen.

    [0034] Eine zweite, inzwischen beladene Unterlage kommt in die untere Etage der Wartestation 62 gefahren.

    [0035] Die Pressungsstellen 41 und 42 der Presse 5 öffnen sich.

    [0036] Durch gleichzeitiges Bewegen der Transportbänder 82 und 81 der beiden Etagen werden die erste und die zweite beladene Unterlage in den bezüglichen Pressungsstellen positioniert.

    [0037] Der Verpressungsvorgang wird vollbracht und die Pressungsstellen 41 und 42 geöffnet.

    [0038] Durch gleichzeitiges Bewegen der Bänder 81 und der ansdzliessenden Bänder 83 der beiden Etagen werden die erste und die zweite Unterlage gleichzeitig in die Abstellstaticn 63 gefahren und dort positioniert. Gleichzeitig transportieren die Bänder 82 und 81 in den beiden Etagen die nächsten zwei wartenden Unterlagen in die Pressungsstellen 41 und 42.

    [0039] Die in der unteren Etage sich befindende Unterlage wird durch gleichzeitiges Bewegen der unteren Bänder 83 und der anschliessenden Bänder 17 in die Entladestation 16 eingefahren und die gepresste Platte wird der Unterlage entnommen.

    [0040] Die leere Unterlage wird über einen Transportweg zurück zu der Aufladestation 14 transportiert.

    [0041] Die Tischplatte 21 in der Abstellstation 63 geht in ihre obere Position und hebt damit die auf den oberen Bändern bisher liegende Unterlage.

    [0042] Die damit entlasteten oberen Bänder werden voneinander gespreizt und die Tischplatte 21 mit der auf ihr liegenden Pressunterlage kehrt nachher in ihre untere Position zurück. Damit ist die Unterlage auf die Bänder 83 der unteren Etage der Abstellstation-63 umgesetzt.

    [0043] Die oberen Bänder kehren in ihre engere Position zurück und sind so zur Uebernahme einer weiteren Pressunterlage bereitgestellt.

    [0044] Durch gleichzeitiges Bewegen der unteren Bänder 83 und der anschliessenden Bänder 17 wird die von oben nach unten umgesetzte Unterlage in die Entladestation eingefahren und nach Abnahme der Faserzementplatte wird die leere Unterlage über den oben erwähnen Transportweg zurück in Richtung zu der Aufladestation 14 transportiert.

    [0045] Die Anlage arbeitet kontinuierlich und der beschriebene Transport der Unterlagen wird im Einklang zu dem Takt der Presse 5 geregelt. Im halben Takt dazu geschieht das Beladen und Entladen der Unterlagen in den Stationen 14 und 16. Auch das Umsetzen jeder zweiten Unterlage von der einen in die andere Etage in den Stationen 62 bzw. 63 geschieht innerhalb des Zeitabschnitts eines halben Taktes.

    [0046] Die Transportvorrichtungen in den Stationen 14 und 16, d.h. die Transportbänder 15 bzw. 17 und die Antriebsvorrichtungen 18 bzw. 19, sind auch im Sinne der beschriebenen Erfindung ausgeführt. Mit gleichen Mitteln ist auch der Zurücktransport der leeren Unterlagen gelöst.


    Ansprüche

    1. Anlage zum Pressen von Faserzementplatten (1), welche zuerst in Form einer Faserzementmatte mittig auf einer einer Pressunterlage (2) mit symmetrisch angeordneten seitlichen Manipulationsflächen (3) zwischen diesen liegen und hinein zu einer Pressungsstelle (4) einer Presse (5) und danach als gepresste Platten auf der Pressunterlage von der Pressungsstelle heraus mittels einer Transportvorrichtung (6) transportiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass zur Aufnahme der Press - unterlagen (2) mit den Platten (1) die Transportvorrichtung (6) zwei zueinander parallel entlang der Pressungsstelle (4) verlaufende Transportbänder (8) aufweist, deren relativer Abstand und Breite dem Abstand und der Breite der Manipulationsflächen (3) der Pressunterlagen, die freiliegend auf den Bändern zum Transport kommen, entsprechen,welche Bänder beide gleich, mit ihrer Länge nach im regelmässigen Abstand aufeinander folgenden, zum Band ortsfesten Eingriffsstellen (9) versehen sind, welchen Bändern (8) eine Antriebsvorrichtung (10) zugeordnet ist, welche den Eingriffsstellen (9) entsprechend ausgebildete, in die Eingriffstellen eingreifende Eingriffselemente (11) aufweist, wobei die Antriebsvorrichtung (10) zu synchronem Bewegen der beiden Bänder (8), d.h. mit gleicher Geschwindigkeit zu gleicher Zeit, ausgeführt ist.
     
    2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportbänder als Zahnriemen (8) ausgebildet sind, deren regelmässig angeordnete Zähne (9) die Eingriffsstellen bilden, wobei der Teilung und Zahnform der Zahnriemen entsprechend verzahnte Antriebszahnräder (11) vorgesehen sind, welche die Eingriffselemente der Antriebsvorrichtung bilden.
     
    3. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass nur eine Seite des Zahnriemens (8) verzahnt ist, und seine andere Seite glatt ist, und dass der Zahnriemen mit seiner verzahnten Seite einer zu transportierenden Pressunterlage (2) zugewandt ist, welche auf den Zahnriemen freiliegend transportiert wird.
     
    4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahnriemen (8) zum Antrieb mittels zwei Umlenksrollen (12), um das Antriebszahnrad (11) eine Schlinge bildend, geführt angeordnet ist.
     
    5. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahnriemen (8) aus armiertem Kunststoff ist, und dass die glatte Seite des Zahnriemens gegenüber einer Führungsunterlage (13) für den Zahnriemen gute Gleiteigenschaften aufweist.
     
    6. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportvorrichtung (6) in drei Abschnitte aufgeteilt ist, wobei einem durch die Presse (5) führenden Abschnitt (61) eine Wartestation (62) vorgelagert und eine Abstellstation (6 ) nachgelagert ist, welche drei Abschnitte in ihrem Bereich jeweils ein Paar der Transportbänder (8) aufweisen, und jeder Abschnitt für sich mit einer eigenen, eigens befehligten und regulierbaren Antriebsvorrichtung (101, 102, 103) ausgestattet ist.
     
    7. Anlage nach Ansprüchen 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Presse (5) mit zwei übereinander angeordneten Pressungsstellen (41, 42), und dadurch, dass jeder der Pressungsstellen eine eigene Transportvorrichtung (6) zugeordnet ist.
     
    8. Anlage nach Ansprüchen 7 bzw. 6, bei welcher die Transportvorrichtungen (6) jeweils eine Warte- (62) und eine Abstellstation (63) ausweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die oberen Paare der Transportbänder (8) in den Stationen seitlich verschiebbar gelagert angeordnet sind, zum Vergrössern des rela- tiven Abstandes der Bänder (8) über die Breite der Pressunterlage (2), so dass bei diesem vergrösserten Abstand die Pressunterlage (2) zwischen den Bändern hindurch in vertikaler Richtung transportierbar ist, und dass zu diesem Transport bei den Stationen Hebevorrichtungen (21) vorgesehen sind.
     
    9. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtungen (10) jeweils mit einem eigenen, eigens befehligten und regulierbaren Gleichstrommotor (M) ausgestattet sind.
     
    10. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass für ein Paar der Zahnriemen (8) ein Paar der Antriebszahnräder (11) vorgesehen ist, die von einer gemeinsamen, einem Antriebsmotor (M) zugekoppelten Welle synchron getrieben sind.
     
    11. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportbänder (8) eine griffige, einen relativen Verrutsch der zu transportierenden Pressungsunterlagen (2) erschwerende, den Manipulationsflächen (3) zugewandte Oberfläche aufweisen, wobei auch die Manipulationsflächen (3) an ihrer den Transportbändern (8) zugewandten Seite eine entsprechend ausgebildete Fläche aufweisen, zum rutschfesten Kontakt zwischen den Transportbändern (8) und den Pressunterlagen (2).
     




    Zeichnung