(57) Eine Elektrolysewanne für die Herstellung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse
besteht aus einer äusseren Stahlwanne, einer wärmedämmenden Isolationsschicht und
einer im wesentlichen aus Kohlenstoff bestehenden Innenauskleidung mit eisernen Kathodenbarren.
Mindestens die unteren 75 % der Bodenisolation sind aus einer mit mechanischen Mitteln
verfestigten Schicht aus einem Granulat mit einer im wesentlichen zwischen 0,01 und
8 mm variierenden Korngrösse hergestellt. Dieses Granulat enthält die vollständig
gemahlenen, sonst jedoch unbehandelten Isolationsschichten - ohne die vor dem Mahlen
mechanisch aussortierten Kohlereste - von ersetzten Elektrolysewannen. Die restlichen
0 bis 25 % der Bodenisolation werden aus einer Lage Schamottesteinen, gemahlenen Schamottesteinen
und/oder Hüttentonerde gebildet. Die Seitenwände der Stahlwanne sind ausschliesslich
mit Schamottesteinen isoliert.
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Elektrolysewanne für die Herstellung
von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse, bestehend aus einer äusseren Stahlwanne,
einer wärmedämmenden Isolationsschicht und einer im wesentlichen aus Kohlenstoff bestehenden
Innenauskleidung mit eisernen Kathodenbarren.
[0002] Für die Gewinnung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse von Aluminiumoxid wird
dieses in einer Fluoridschmelze gelöst, die zum grössten Teil aus Kryolith besteht.
Das kathodisch abgeschiedene Aluminium sammelt sich unter der Fluoridschmelze auf
dem Kohleboden der Zelle, wobei die Oberfläche des flüssigen Aluminiums die Kathode
bildet. In die Schmelze tauchen von oben Anoden ein, die bei konventionellen Verfahren
aus amorphem Kohlenstoff bestehen. An den Kohleanoden entsteht durch die elektrolytische
Zersetzung des Aluminiumoxids Sauerstoff, der sich mit dem Kohlenstoff der Anoden
zu C0
2 und CO verbindet. Die Elektrolyse findet in einem Temperaturbereich von etwa 940
bis 970°C statt.
[0003] Die durch den Elektrolyseprozess verbrauchte elektrische Energie kann in zwei Hauptkategorien
eingeteilt werden:
- Produktions- bzw. Reduktionsenergie
- Verlustenergie
[0004] Der produktive Teil des Energieverbrauchs wird benötigt, um die
A1
3+-Kationen zu metallischem Aluminium zu reduzieren. Dieser produktive Teil des Energieverbrauchs
kann also nicht vermindert werden.
[0005] Die Energieverluste dagegen können in verschiedene Komponenten aufgeteilt werden,
die sich alle als Wärmeverluste an die Umgebung auswirken. Die beim Elektrolyseprozess
erzeugte Wärme fliesst immer zu kälteren Teilen der Wanne, von dort entweicht sie
an die Umgebung und zieht so Energie vom Produktionsverfahren ab. Diese Wärmeverluste
können kontrolliert und müssen auf ein Minimum gebracht werden.
[0006] Durch die Verwendung von optimal geeigneten Materialien für die Stromleiter kann
der Spannungsabfall und damit der Energieverlust im elektrischen Stromkreis auf ein
Minimum reduziert werden.
[0007] Um die Wärme nicht oder nur in geringem Masse durch die Wanne entweichen zu lassen,
ist deshalb schon seit langer Zeit eine Wärmeisolationsschicht in die äussere Stahlwanne
eingebettet worden. Ueblicherweise werden dabei Steine aus Diatomeenerde oder Molerstein
verwendet. Neue Molersteine haben vorzügliche Isolationseigenschaften, sie sind jedoch
gegenüber den die Kohleauskleidung durchdringende Badkomponenten sehr empfindlich.
Deshalb wird oft die dem Bad am nächsten liegende Isolationsschicht aus weniger temperaur-,
empfindlichen, aber auch schlechter isolierenden Schamottesteinen hergestellt. Indem
Steine aufeinander gestapelt werden, können sowohl die Seitenwände als auch der horizontale
Wannenboden problemlos isoliert werden.
[0008] In der US-PS 4 052 288 wird vorgeschlagen, die Auskleidungen von verbrauchten Elektrolysezellen,
also Kohleresten und Isolation, zu mahlen und dann mit einer stark alkalischen Lösung
zu behandeln, wobei die Fluoride von Natrium und Aluminium entfernt werden. Dem Filtrat
wird noch ein Binder, im allgemeinen Petrolpech, zugegeben und so eine Paste zur Auskleidung
von neuen Elektrolysezellen hergestellt.
[0009] In der EP-OS 82810159 wird eine Elektrolysewanne beschrieben, in welcher mindestens
die unteren 80% der Bodenisolation aus einer verfestigten Vulkanascheschicht besteht,
die restliche Bodenisolation aus einer Leckbarriere, welche die Vulkanasche gegen
die Kohleauskleidung durchdringende Badkomponenten abschirmt.
[0010] Der Erfinder hat sich die Aufgabe gestellt, eine Elektrolysewanne für die Herstellung
von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse zu schaffen, bei welcher die Herstellungskosten
für die thermische Isolation bedeutend gesenkt werden können, ohne dass die Qualität
der Wanne in bezug auf Wärmeisolation und Lebensdauer darunter leidet.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass bei einer Elektrolysewanne
mindestens die unteren 75% der Bodenisolation aus einer mit mechanischen Mitteln verfestigten
Schicht aus einem Granulat mit einer im wesentlichen zwischen 0,01 und 8 mm variierenden
Korngrösse, welches die vollständigen gemahlenen, sonst jedoch unbehandelten Isolationsschichten
- ohne die vor dem Mahlen mechanisch aussortierten Kohlereste - von ersetzten Elektrolysewannen
entiält, und die restlichen 0-25% aus einer Lage Schamottesteinen, gemahlenen Schamottesteinen
und/oder Hüttentonerde bestehen, während die Seitenwände der Stahlwanne ausschliesslich
mit Schamottesteinen isoliert sind.
[0012] Die Korngrösse des gemahlenen Granulats liegt vorzugsweise zwischen 0,1 und 4 mm.
[0013] Wenn eine Wanne ersetzt werden muss, wird die Auskleidung herausgebrochen und in
den meisten Fällen verworfen. Beim Einsatz von Tonerde als Isolationsmittel ist es
möglich, Aluminiumoxid aus der Bodenisolation zu rezyklieren, falls in der Hütte die
notwendigen Einrichtungen vorhanden sind.
[0014] Der Einsatz von Molersteinen und Tonerde als Isolationsmittel stellt für eine Aluminiumhütte
einen beträchtlichen Kostenfaktor dar, weil beide Materialien teuer sind. In bekannten
Elektrolysezellen werden im allgemeinen Bodenisolationen von drei Schichten Molersteinen
und einer Schicht von gegen den Schmelzfluss besser beständigen, aber teureren Schamottesteinen
hergestellt.
[0015] Bei der Herstellung der erfindungsgemässen Isolation werden diese vier Steinschichten
aus der zu ersetzenden Elektrolysezelle herausgebrochen und gemahlen. Allfällige Kohlestücke
werden vorher mechanisch aussortiert, ebenso die grösseren Stücke von erstarrtem Aluminium.
Das gemahlene Granulat besteht somit hauptsächlich aus Molersteinen, zum kleineren
Teil aus Schamotte und kann auch kleinere Einschlussmengen von Aluminium aufweisen.
[0016] Die Höhe der verfestigten Granulatschicht beträgt bevorzugt 250-300 mm. Darauf wird
zweckmässig eine Schicht von Schamottesteinen, gemahlenen Schamottesteinen und/oder
Aluminiumoxid gegeben, die jedoch vorzugsweise nicht dicker als 100 mm ist.
[0017] Zum besseren Schutz der verfestigten Granulatschicht gegen die durch die Kohleauskleidung
hindurchgedrungene Schmelzflusskomponenten kann zusätzlich eine undurchlässige, flexible
Graphitmembran, welche mit einer Trägerfolie aus Stahl verbunden ist (vgl. TMS Paper
No. LM 78/19 bzw. DE-OS 28 17 202), auf das Granulat gelegt werden.
[0018] Das Granulat wird trocken in die Zelle eingeschüttet und dann beispielsweise durch
Stampfen und/oder Vibrieren mechanisch verdichtet. Nasses Granulat wird vorher zweckmässig
getrocknet.
[0019] Die Elektrolysezelle mit der erfindungsgemässen Isolationsschicht weist folgende
Vorteile auf:
- Gegenüber konventionellen Elektrolysezellen mit Bodenisolationen aus Moler- und
Schamottesteinen wird eine Kosteneinsparung von ca. 70% erzielt.
- Der Steinausbruch aus zu ersetzenden Zellen kann hundertprozentig verwendet werden.
- Beim Auslegen wird beträchtlich an Arbeitszeit eingespart.
- Die gemahlenen Granulate sind an Fluoriden gesättigt, weshalb sie im Betrieb weniger
Fluoride aufnehmen. Dadurch wird der Kryolith- und AlF3-Verbrauch geringer.
- Es müssen keine neuen Steine geschnitten werden.
- Die alten Steine müssen nicht durch Wässern gereinigt werden.
- Die Fahrt in die Deponie und die stets höher werdenden Deponiekosten entfallen.
Deponien für Steinausbrüche müssen unten mit Kalziumverbindungen ausgelegt sein.
- Auf dem Hüttengelände muss kein Materiallager angelegt werden.
- Die Fluss- und Metalldurchdringungsmöglichkeiten in der Isolationsschicht sind geringer,
weil keine Fugen vorhanden sind, das Schamotte- und Molermaterial vermischt ist und
die Ecken und Unebenheiten besser ausgefüllt sind.
[0020] Temperaturmessungen bei seit längerer Zeit in Betrieb befindlichen Elektrolysezellen
haben gezeigt, dass die Wannenböden. mit erfindungsgemässen Isolationsschichten keine
höheren Temperaturen anzeigen als Wannenböden mit konventionell gemauerten Isolationsschichten.
Daher ist die Wärmeisolation mindestens als gleich gut zu bezeichnen.
1. Elektrolysewanne für die Herstellung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse,
bestehend aus einer äusseren Stahlwanne, einer wärmedämmenden Isolationsschicht und
einer im wesentlichen aus Kohlenstoff bestehenden Innenauskleidung mit eisernen Kathodenbarren,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die unteren 75% der Bodenisolation aus einer
mit mechanischen Mitteln verfestigten Schicht aus einem Granulat mit einer im wesentlichen
zwischen 0,01 und 8 mm variierenden Korngrösse, welches die vollständig gemahlenen,
sonst jedoch unbehandelten Isolationsschichten - ohne die vor dem Mahlen mechanisch
aussortierten Kohlereste - von ersetzten Elektrolysewannen enthält, und die restlichen
0-25% aus einer Lage Schamottesteinen, gemahlenen Schamottesteinen und/oder Hüttentonerde
bestehen, während die Seitenwände der Stahlwanne ausschliesslich mit Schamottesteinen
isoliert sind.
2. Elektrolysewanne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das gemahlene Granulat
hauptsächlich aus Molersteinen, zum kleineren Teil aus Schamotte, je nach dem Isolationsmaterial
der ersetzten Elektrolysezellen, und Einschlüssen aus Aluminium besteht.
3. Elektrolysewanne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe
der verfestigten Granulatschicht 250-300 mm beträgt.
4. Elektrolysewanne nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass auf der verfestigten Granulatschicht eine undurchlässige, flexible Graphitmembran,
welche mit einer Trägerfolie aus Stahl verbunden ist, angeordnet ist.
5. Elektrolysewanne nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Korngrösse zwischen 0,1 und 4 mm variiert.