[0001] Die Erfindung betrifft einen Verschluß für ein Geschütz nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
[0002] Ein derartiger Verschluß ist beispielsweise aus der DE-OS 15 78 046 bekannt.
[0003] Bei dem auswechselbaren Liderungsring handelt es sich um ein Verschleißteil, das
- abhängig von der Beanspruchung des Geschützes - abgenutzt wird und rechtzeitig ausgewechselt
werden muß, um schwerwiegende Folgeschäden und ggf. auch eine Gefährdung der Geschützbesatzung
zu verhindern.
[0004] Eine Begutachtung des Zustandes des Liderungsrings wäre durch Sichtkontrolle nach
Abgabe eines Schusses möglich. Beim Schießen mit hoher Kadenz ist eine einfache Sichtkontrolle
des Liderungsrings jedoch nicht durchführbar, da der Liedrungsring ständig durch die
Ladeschale und Teile des Geschützverschlusses verdeckt ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Überwachung
des einwandfreien Zustands des Liderungsrings zu schaffen.
[0006] Ausgehend von einem Verschluß der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe durch
die in Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
[0008] Die Erfindung ermöglicht auf einfache Weise bei allen Betriebsarten des Geschützes
, insbesondere auch beim Schießen mit hoher Kadenz, eine kontinuierliche Überwachung
des Zustands des Liderungsrings. Eine unzulässige Abnutzung des Liderungsrings wird
rechtzeitig angezeigt, so daß schwerwiegende Folgeschäden und eine Gefährdung der
Bedienungsmannschaft ausgeschlossen sind. In einer vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung wird bei einer festgestellten unzulässigen Abnutzung des Liderungsrings
das Geschütz vorsorglich außer Funktion gesetzt, um einen Austausch des defekten Liderungsrings
zu ermöglichen.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert. Dabei
zeigt:
Fig. 1: eine Schnittdarstellung des Geschützverschlusses;
Fig. 2: eine vergrößerte Darstellung des Bereichs 2 aus Fig. 1;
Fig.3: eine vergrößerte Darstellung des Ausschnitts 3 aus Fig. 1 und zusätzlich einen
Signalstromkreis;
Fig.4: eine Schnittdarstellung des Liderungsrings.
[0010] Fig. 1 zeigt in einer Schnittdarstellung den Verschluß 11 des Geschützes, hier insbesondere
einen Keilverschluß, der den Ladungsraum 23 des Waffenrohrs 24 verschließt. Ein gasdichter
Abschluß zwischen Ladungsraum 23 und dem Verschluß 11 wird durch einen ringförmig
umlaufenden Liderungsring 14 erreicht, der aus einem nachgiebigen Material, z. B,
einem Elastomer besteht und auswechselbar ausgebildet ist. Dieser Liderungsring 14
ist ein Verschleißteil, der infolge starker Beanspruchung des Geschützes einer Abnutzung
unterliegt und daher von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden muß, wenn seine Dichtwirkung
nachläßt. Darüber hinaus kann auch ein unsachgemäßes Ansetzen eines Geschosses zu
einer Beschädigung des Liderungsrings 14 führen, was dessen vorzeitigen Austausch
erforderlich macht.
[0011] Grundsätzlich wäre bei langsamer Schußfolge eine Sichtkontrolle des Liderungsrings
14 möglich, wobei allerdings in Kauf zu nehmen ist, daß eine derartige Kontrolle von
subjektiven Beurteilungskriterien geprägt sein kann und in der Regel besonders geschultes
Bedienungspersonal voraussetzt.
[0012] Beim Schießen mit hoher Kadenz entfällt jedoch eine derartige Kontrollmöglichkeit,
da der Liderungsring durch Ladeschale und Verschlußkeil verdeckt ist und sich somit
einer Sichtkontrolle entzieht.
[0013] Erfindungsgemäß wird eine kontinuierliche objektive Kontrolle des Abnutzungsgrades
des Liderungsrings 14 dadurch erreicht, daß Mittel zur Feststellung und Anzeige eines
unzulässig hohen Gasdrucks auf der Niederdruckseite des Liderungsrings
14 vorgesehen sind. Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, daß ein beschädigter
Liderungsring 14 zu einem meßbaren Druckanstieg auf der Niederdruckseite des Liderungsrings
führt.
[0014] Vorzugsweise bestehen die Mittel zur Feststellung und Anzeige eines unzulässig hohen
Gasdrucks auf der Niederdruckseite des Liderungsrings aus einem Signalstift 10 mit
einem Anzeigekopf 10', der in einer im Verschluß 11 angeordneten Bohrung 12 gleitbar
gelagert ist, die über einen gasdurchlässigen Kanal 13 mit der niederdruckseitigen
Berandungsfläche des Liderungsrings 14 verbunden ist. Der Signalstift 10, 10' ist
durch eine Druckfeder 15 (Fig. 3) derart belastet, daß der Anzeigekopf 10' des Signalstiftes
10 in Ruhelage, also bei intaktem Liderungsring 14 mit der Oberfläche 11' des Verschlusses
11 bündig abschließt. Dazu stützt sich die in einer Ausnehmung 25 des Verschlusses
11 angeordnete und auf den Signalstift 10 aufgeschobene Druckfeder 15 einerseits an
einem Absatz des Signalstiftes 10 und andererseits an einem Einsatz 26 ab, der in
den Verschluß 11 eingeschraubt ist.
[0015] Bei einer evtl. Beschädigung des Liderungsrings 14 erreichen hochgespannte Gase aus
dem Ladungsraum 23 die Niederdruckseite des Liderungsrings 14, dringen durch den gasdurchlässigen
Kanal 13 in die Bohrung 12 vor und heben den darin gelagerten Signalstift 10, 10'
gegen die Kraft der Druckfeder 15 an, so daß der Anzeigekopf 10' des Signalstifts
10 aus der Oberfläche 11' des Verschlusses 11 hervorragt.
[0016] Diese Lage des Signalstiftes 10 bzw. seines Anzeigekopfes 10' kann damit vom Bedienungspersonal
erkannt werden bzw. notfalls sogar manuell abgetastet werden. Die Federkraft der Druckfeder
15 und die Reibung zwischen Signalstift 10 und der Innenmantelfläche der Bohrung 12
sind dabei derartig aufeinander abgestimmt, daß der Signalstift 10 nach Auslösung
durch einen Druckanstieg auf der Niederdruckseite des Liderungsrings 14 in seiner
Alarmstellung verharrt. Nach Auswechseln des beschädigten Liderungsrings 14 wird der
Signalstift 10 durch einfachen Fingerdruck auf den Anzeigekopf 10' in seine Bereitschaftsstellung
zurückgedrückt und steht für eine erneute Anzeige eines unzulässigen Druckanstiegs
zur Verfügung.
[0017] Fig. 2 zeigt in vergrößerter Darstellung den Ausschnitt 2 aus Fig. 1 und läßt deutlich
erkennen, in welcher Weise die Niederdruckseite des Liderungsrings 14 über einen gasdurchlässigen
Kanal 13 mit der Bohrung 12 verbunden ist, die den Signalstift 10, 10' führt. Zur
Feststellung von Beschädigungen des Liderungsrings 14, gleichgültig an welcher Stelle
des Liderungsrings 14 sie auftreten, weist der Liderungsring 14 auf seiner niederdruckseitigen
Berandungsfläche zwei umlaufende Nuten 20, 21 (Fig. 4) auf, die durch mindestens eine
Bohrung 22 miteinander verbunden sind. Die vom Signalstift 10 entfernte Mündung des
gasdurchlässigen Kanals 13 fluchtet mit mindestens einer der im Liderungsring 14 angeordneten
umlaufenden Nuten 20, 21 derart, daß auf die Niederdruckseite des Liderungsrings 14
gelangte Gase sich über die umlaufenden Nuten 20, 21 bzw. auch durch die Bohrung 22
und durch den Kanal 13 hindurch in Richtung auf die Bohrung 12 ausbreiten können.
[0018] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung (Fig. 3) ist ein Signalstromkreis
18 vorgesehen, der über einen vom Anzeigekopf 10' des Signalstiftes 10 betätigbaren
Schalter 16 geschlossen werden kann,sobald der Signalstift 10 in Alarmstellung gedrückt
wird. Nach Schließen des Signalstromkreises 18 leuchtet eine Signallampe 17 auf. Alternativ
kann ein zeichnerisch nicht dargestellter Alarmgeber in Funktion versetzt werden,
der die Bedienungsmannschaft durch ein akustisches Signal warnt.
[0019] In einer Weiterbildung der Erfindung ist im Signalstromkreis 18 eine Steuerschaltung
19 vorgesehen, die bei Druckanstieg auf der Niederdruckseite des Liderungsrings 14
infolge dessen Beschädigung, d. h. also nach Schließen des Signalstromkreise 18 durch
den Schalter 16 aktiviert wird und die Geschützfunktionen unterbindet. Dazu besteht
die Steuerschaltung 19 beispielsweise aus an sich bekannten Relaissschaltungen, die
die Antriebsquellen des GeschUtzes abschalten.
[0020] In Weiterbildung der Erfindung kann der als Alarmanzeige und Schaltglied wirksame
Signalstift 10, 10' auch durch einen auf Druckdifferenzen ansprechenden Membranschalter
ersetzt werden, der über entsprechende Kontakte zur Schließung des Signalstromkreises
verfügt. Hierbei entfällt dann allerdings die Möglichkeit, den Alarmzustand auf einfache
Weise manuell zu ertasten.
1.Verschluß für ein Geschütz mit einem in einer Ausnehmung im Rohrboden sitzenden
auswechselbaren Liderungsring, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel vorgesehen sind
zur Feststellung und Anzeige eines unzulässig hohen Gasdrucks auf der Niederdruckseite
des Liderungsrings (14).
2.Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Feststellung
und Anzeige des unzulässig hohen Gasdrucks aus einem Signalstift (10) bestehen,der
in einer im Verschluß (11) angeordneten Bohrung (12) gleitbar gelagert ist, die über
einen gasdurchlässigen Kanal (13) mit der niederdruckseitigen Berandungsfläche des
Liderungsrings (14) verbunden ist.
3.Verschluß nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,daß der Signalstift
(10,10 `) durch eine Druckfeder (15) derart belastet ist, daß er in Ruhestellung bündig
mit der Oberfläche (11 ') des Verschlusses (11) abschließt.
4.Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein vom
Signalstift (10,10 ') betätigbarer Schalter (16) vorgesehen ist, der bei Druckanstieg
auf der Niederdruckseite des Liderungsrings (14) den Signalstromkreis (18) schließt
und dabei ein Alarmsignal, z.B. eine Signallampe (17) und/oder einen Alarmgeber einschaltet.
5.Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Signalstromkreis
(18) eine Steuerschaltung (19) vorgesehen ist, die bei Druckanstieg auf der Niederdruckseite
des Liderungsrings (14) infolge dessen Beschädigung die Geschützfunktionen unterbindet.
6.Verschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,daß der Liderungsring
(14) auf den niederdruckseitigen Berandungsflächen zwei umlaufende Nuten (20,21) aufweist,die
durch mindestens eine Bohrung (22) miteinander verbunden sind.