[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Scherkopf eines Trockenrasierapparates mit einer
gekrümmt eingespannten Scherfolie und einem längs der Scherfolie beweglichen, an der
Schneidseite ebenfalls gekrümmten Untermesser, wobei die Scherfolie unweit des Schneidbereichendes
des Untermessers eingespannt ist und die Tangenten an die Folienkrümmung in den Einspannstellen
miteinander einen spitzen Winkel einschließen.
[0002] Ein derartiger Scherkopf ist allgemein bekannt. Die Scherfläche des Untermessers
hat dabei im Querschnitt ertweder eine kreisbogenförmige oder eine halbelliptische
Gestalt (DE-PS 932 172). Die Scherfolie wird über das Untermesser gespannt. Dabei
ergeben sich im allgemeinen zwei etwa streifenförmige Berührungsflächen beiderseits
der Scherkopfmitte. Diese Berührungsflächen schrumpfen insbesondere dann noch mehr
zusammen, wenn der Radius des Bogens verkleinert wird. Hier ist es möglich, daß das
Untermesser nur noch in einem einzelnen schmalen Streifen an der Innenseite der gekrümmten
Scherfolie anliegt. Eine Ellipsenform ist im übrigen im unteren Bereich zu eng, der
Spalt zwischen Untermesser und Scherfolie unnötig groß. Insbesondere dort, wo sich
das Untermesser von der Scherfolie nach innen abhebt, ergibt sich ein verstärkter
Verschleiß.
[0003] Aus der DE-OS 21 39 419 ist es bekannt, den Anpreßdruck des Untermessers gegenüber
der Scherfolie zu erhöhen, um so die Anlage des Untermessers an der Scherfolie zu
verbessern. Mit der Erhöhung des Anpreßdruckes geht aber ein verstärkter Verschleiß
in den bevorzugten Anlage- und damit Rasierbereichen einher. Die benötigte Antriebsleistung
des Motors wird erhöht.
[0004] Aus der DE-PS 10 56 000 ist es bekannt, eine Scherfolie an ihren Einspannrändern
in Richtung auf die Folienkrummung leicht gegeneinander geneigt einzuspannen. Das
auch aus einer Folie bestehende, gekrümmt eingespannte Untermesser wird elastisch
gegen die Unterseite der Scherfolie gedrückt. Die Breite der Berührungsfläche zwischen
beiden Messerfolien ist dabei im Leerlauf relativ groß, der Schneideffekt aber unbefriedigend,
weil das Untermesser dem Andruck bei Gebrauch partiell ausweicht.
[0005] Ein Folienuntermesser zeigt auch die AT-PS 292 502. Das pilzförmige Folienuntermesser
bringt dabei aber beim Andruck des Scherkopfes an die Haut noch weniger Widerstand
entgegen. Auch hier ergibt sich eine breitflächige Anlage zwischen Scherfolie und
Folienuntermesser nur im Leerlauf.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, die Berührungsflächen zwischen Untermesser und Scherfolie
trotz geringen Anpreßdruckes zu vergrößern, auch bei schmalen Scherköpfen und während
der Benutzung.
[0007] Die gestellte Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Krümmung der Schneidseite
des Lamellenuntermessers im wesentlichen über dessen gesamten Schneidbereich angepaßt
ist an eine sich selbst ausbildende Krümmung der Scherfolie ausschließlich infolge
ihrer Einspannung. Eine solche Maßnahme weicht von dem bisher offenbarten Stand der
Technik ab, weil bisher stets dem Untermesser eine bestimmte Form vorgegeben wurde,
der sich die Scherfolie anpassen mußte, wohingegen erfindungsgemäß gerade umgekehrt
die Form des Untermessers angepaßt wird an die Form, die eine frei gekrümmt eingespannte
Scherfolie annimmt.
[0008] Die Scherfolie liegt auf diese Weise beinahe ganzflächig an dem Untermesser an. Es
gibt keine Absatzlinien. Die gewünschte Krümmung der Schneidseite des Steglamellenuntermessers
wird vornehmlich dann erreicht, wenn sie einen cosinus-hyperbolicus-förmigen Verlauf
hat (y = c . cosh x/c) und wenn die Folienränder tangential zum Kurvenlauf der cosh-Krümmung
eingespannt sind. Der Hauptgedanke ist dabei, der Scherfolie nicht die Form des Untermessers
aufzuzwingen, sondern vielmehr umgekehrt die Form des geschliffenen, starren Untermessers
an die Einspannform der Scherfolie anzupassen. Ein derartiger Scherkopf kann mit geringerer
Anpreßkraft des Untermessers arbeiten und braucht damit weniger Antriebsleistung,
weil die Reibung gering gehalten werden kann. Die Antriebsleistung wird zum Rasieren,
nicht zur Wärmeerzeugung eingesetzt. Es können sich auch weniger Irritationen der
Haut ergeben, und insgesamt wird das Rasierergebnis wesentlich verbessert. Die Glattheit
der Rasur wird besser - die Rasierzeit wird kürzer, und am Hals liegende Haare werden
besser geschnitten.
[0009] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß bei einem maximalen
Abstand 2b der Einspannstellen von ca. 2 x 6 mm der Wert der Konstante ca. c = 3,5
mm ist. Die Werte von c sind abhängig von der Foliendimensionierung.
[0010] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Konstante
c ermittelt wird im Schnittpunkt der Funktionen

und

wobei h die Höhe der Wölbung einer eingespannten Folie zwischen den Einspannstellen
und dem höchsten Punkt der Folie und b der halbe Abstand zwischen den Einspannstellen
bedeuten.
[0011] Schließlich ist es von Vorteil, wenn nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
vorgesehen ist, daß die Einspannstelle eine Einspannwand aufweist, an die sich die
eingespannte Scherfolie von außen unmittelbar neben der Einspannung anlegt, wobei
die Einspannwand mit der Verbindungslinie zwischen den Einspannstellen einen Winkel
o
c im Betrag von ca. sinh b/c einschließt.
[0012] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Untermesser eines Vibratorrasiergerätes im Längsschnitt mit einer Schneidkante
in cosinus-hyperbolicus-artiger Form und darüber gelegter Scherfolie,
Fig. 2 und 3 Schaubilder zur Erläuterung der Dimensionierung der Konstanten c.
Fig. 1 zeigt eine in Einspannstellen 1 eingespannte Scherfolie 5 und ein Steglamellenuntermesser
7, von dem eine Klinge in der Zeichnung dargestellt ist. Die Einspannstellen 1 bestehen
aus einer Einspannung 2 und einer richtungsgebenden, von außen gegen die Scherfolie
liegenden Einspannwand 4. Das Lamellenuntermesser, das unweit des Schneidbereichendes
6 des starren Untermessers eingespannt ist, hat eine gewölbte Schneidkante 9, die
in der Zeichnung im Schnittbild zu sehen ist und genau oder
angenähert der Form y = c . cosh x/c folgt. (Der Kurvenverlauf in Fig. 1 ist nicht
maßstäblich zu versehen.) In einem kartesischen Koordinatensystem gibt x in der in
Fig. 1 dargestellten Weise die laufende Koordinate in Richtung der Breitenausdehnung
des Untermessers 7 an, während y der Abstand der zugehörigen Untermesserpunkte von
der x-Achse ist. Für die Bestimmung des Wertes der Konstanten c sind bestimmte Parameter
der Scherfolie zu beachten. Bei der Bestimmung von c geht man von einer bestehenden
Scherfolie aus, die gekennzeichnet ist durch ihr Material, ihre Länge, ihre Breite,
ihre Dicke und die Löcher in ihr. Die Einspannränder 8 einer solchen Folie werden
über einen Abstand von 2 mal b tangential zur cosh-Kurve festgehalten (Fig. 2). Die
Scherfolie wird sich dann entsprechend ihrem Aufbau und ihrer Dimensionierung wölben
und eine ihr eigene natürliche Krümmung annehmen. Die Wölbungshöhe h zwischen der
Basis zwischen den Einspannstellen 1 und dem höchsten Punkt 11 läßt sich messen. Das
Untermesser soll nun eine Schneidkante 9 erhalten, die dieser natürlichen Krümmung
entspricht. Dies läßt sich verwirklichen, indem die Krümmungslinie optisch kopiert
wird. Es hat sich gezeigt, daß die Folienkrümmung näherungsweise einen cosinus-hyperbolicus-artigen
Verlauf einnimmt. In Annäherung kann die Schneidkante deshalb eine cosh-förmige Kontur
erhalten.
[0013] Die Konstante c läßt sich wie folgt bilden aus den Werten der halben Messerbreite
b (bzw. dem halben Abstand der Einspannstellen 1) und der Wölbungshöhe h:
Die cosh-Funktion hat für x = 0 den Wert 1, für x = 0 erhält man also y = c.
Für x = b ergibt sich dann y = c + h = c . cosh b/c.
[0014] Das ist eine Bestimmungsgleichung für c, aus der sich c ermitteln läßt. Eine einfache
grafische Ermittlungsmethode sähe dann so aus:
Man trägt die beiden Funktionen

und

über c auf, bestimmt den Schnittpunkt und erhält damit den speziellen Wert von c.
[0015] Die Schneidkante 9 des Untermessers 7 ist entsprechend dieser experimentell und rechnerisch
ermittelten Einspannform der Folie 5 gewählt. Bei einer derartigen Formgebung des
Untermessers 7 zeigt es sich, daß das Untermesser großflächig auf der Innenseite der
Scherfolie 5 anliegt, ohne daß ein besonderer Druck ausgeübt zu werden braucht, der
die Scherfolie 5 verformen würde. Verformungskräfte werden von dem Untermesser 7 auf
die Scherfolie 5 kaum noch ausgeübt.
[0016] Der Scherkopf eignet sich besonders für verhältnismäßig schmale Ausbildungen. Man
nähert sich dabei mehr der Klingenrasur, d. h. einer Einstrichrasur mit exakten Schnitten
an. Das Rasieren und das Rasiergefühl werden völlig anders als bei großflächigen Scherköpfen,
bei denen nur ein begrenzter Berührungskontakt zwischen dem starren Untersser und
der Scherfolie besteht.
[0017] Unter einem relativ schmalen Scherkopf soll beispielsweise ein Scherkopf verstanden
werden, bei dem die Ausdehnung in der x-Achse beispielsweise etwa 2 x 6 mm beträgt.
Die Konstante c, d. h. der Abstand zwischen dem Null-Punkt und dem Sattel-Punkt 11
der Cosinus-Hyperbolicus-Kurve beträgt bei den hier gewählten Scherblattdaten beispielsweise
3,5 mm. (In der Formel y = c . cosh x/c gibt y immer den Abstand der einzelnen Punkte
der Cosinus-Hyperbolicus-Kurve von der x-Achse an.) Der Winkel α der Folienrandeinspannung
gegenüber der gedachten Verbindungslinie 13 zwischen den Einspannungen beträgt ca.
sinh b/c. Im Ausführungsbeispiel ergibt dies einen Winkel von ca. 71,23
0.
1. Scherkopf eines Vibrator-Trockenrasierapparates mit einer gekrümmt eingespannten
Scherfolie und einem längs der Scherfolie beweglichen, an der Schneidseite ebenfalls
gekrümmten Untermesser, wobei die Scherfolie unweit des Schneidbereichendes des Untermessers
eingespannt ist und die Tangenten an die Folienkrümmunq in den Einspannstellen miteinander
einen spitzen Winkel einschließen, dadurch gekennzeichnet, daß die Krümmung der Schneidseite
(9) des Lamellenuntermessers (7) im wesentlichen über dessen gesamten Schneidbereich
angepaßt ist an eine sich selbst ausbildende Krümmung der Scherfolie (5) ausschließlich
infolge ihrer Einspannung.
2. Scherkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Krümmungen der Schneidseite
(9) des Untermessers (7) und der Scherfolie einen cosinus-hyperbolicus-förmigen Verlauf
haben (y = c . cosh x/c), wobei y der Abstand der einzelnen Punkte der
Cosinus-Hyperbolicus-Kurve von der x-Achse,
x die laufende Ortskoordinate in Richtung der Breitenausdehnung des Untermessers und
c eine Konstante ist und wobei die Folienränder tangential zum Kurvenverlauf der cosh-Krümmung
eingespannt sind.
3. Scherkopf nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem maximalen
Abstand der Einspannstellen (1) von etwa 2 x 6 mm der Wert der Konstante c etwa 3,5
mm beträgt.
4. Scherkopf nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Konstante
c ermittelt wird im Schnittpunkt der Funktionen

und

wobei h die Höhe der Wölbung einer eingespannten Folie zwischen den Einspannstellen
(1) und dem höchsten Punkt (11) der Folie (5) und b der halbe Abstand zwischen den
Einspannstellen (1) bedeuten.
5. Scherkopf nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einspannstellen
(1) eine Einspannwand (4) aufweisen, an die sich die eingespannte Scherfolie (5) von
außen unmittelbar neben der Einspannung (2) anlegt, wobei die Einspannwand mit der
Verbindungslinie zwischen den Einspannstellen (1) einen Winkel cc im Betrag von ca.
sinh b/c einschließt.